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	<title>Vladimir Horowitz - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;der angegebe EN belegt nicht die Aussage, neuer EN und Korr. der Stufe des BVK&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Vladimir Horowitz 1986.jpg|mini|Horowitz (1986)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Vladimir Horowitz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{ruS|Владимир Самойлович Горовиц}} / &amp;#039;&amp;#039;Wladimir Samoilowitsch Gorowiz&amp;#039;&amp;#039;; [[Hebräische Sprache|hebräisch]] ולדימיר הורוביץ; {{ukS|Володимир Самійлович Горовиць}} / &amp;#039;&amp;#039;Wolodymyr Samijlowytsch Horowyz&amp;#039;&amp;#039;) (* {{JULGREGDATUM|1|10|1903|Link=1}} in [[Berdytschiw|Berditschew]], [[Russisches Kaiserreich]]; † [[5.&amp;amp;nbsp;November]]&amp;amp;nbsp;[[1989]] in [[New York City]]) war ein [[Russen|russischer]] Pianist&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.britannica.com/biography/Vladimir-Horowitz |titel=Vladimir Horowitz {{!}} Russian pianist |abruf=2020-04-02 |sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und ab 1944 [[Staatsbürgerschaft der Vereinigten Staaten|amerikanischer Staatsbürger]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.klassikakzente.de/vladimirhorowitz/biografie |titel=Vladimir Horowitz {{!}} Offizielle Biografie |sprache=de |abruf=2024-12-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er gilt als einer der bedeutendsten Klaviervirtuosen des 20. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Vladimir Horowitz wurde am 1. Oktober 1903&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.klassikakzente.de/vladimir-horowitz/biografie/ |titel=Biografie bei KlassikAkzente |abruf=2012-01-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Horowitz 85? Allen Lexika zum Trotz: Der Pianist feiert sein Jubelfest.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Gitarre &amp;amp; Laute&amp;#039;&amp;#039;, Band 10, Heft 6, 1988, S. 39 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; – nicht 1904, wie seit 1925 verbreitet und schon 1983 von seinem Biografen Glenn Plaskin (* 1953) bezweifelt – im [[Schtetl]] von Berditschew in dem damals zum russischen Zarenreich gehörenden Teil der Ukraine als Sohn eines Elektroingenieurs geboren. Andere Quellen nennen [[Kiew]] als Geburtsort.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; Seine Geburtsurkunde nennt eindeutig &amp;#039;&amp;#039;Kyiv&amp;#039;&amp;#039; ([[Ukrainische Sprache|ukrainische]] Schreibweise) als seinen Geburtsort. Er stammte aus einer assimilierten jüdischen Familie. Ersten Klavierunterricht erhielt er mit sechs Jahren von seiner Mutter, einer Amateurpianistin. Noch während seiner Schulzeit studierte er am [[Nationale Musikakademie der Ukraine Peter Tschaikowski|Kiewer Konservatorium]] Klavier und Komposition bei [[Wladimir Puchalski]], Sergej Tarnowsky und vor allem bei [[Felix Michailowitsch Blumenfeld|Felix Blumenfeld]]. Vom Spiel des 11-jährigen Horowitz beeindruckt, empfahl [[Alexander Nikolajewitsch Skrjabin|Alexander Skrjabin]] den Eltern seine Förderung. Um die durch den [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] und die [[Oktoberrevolution]] verarmte Familie zu unterstützen, tourte Horowitz ab 1921 ohne sonderlichen Erfolg als Pianist durch Russland, obwohl er eigentlich Komponist werden wollte. Auch 25 Konzertabende in der Saison 1924/25 in [[Sankt Petersburg|Leningrad]] erbrachten nur minimalen finanziellen Gewinn.&amp;lt;ref name=&amp;quot;MZ&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.sonymusic.de/Vladimir-Horowitz/Biographie|titel=archive.md|offline=|archiv-url=https://archive.today/20120913072521/http://www.sonymusic.de/Vladimir-Horowitz/Biographie|archiv-datum=2012-09-13|abruf=2022-12-14|abruf-verborgen=1}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Häufig wurde er als politischer Propagandaträger eingesetzt – eine Rolle, die ihm nicht zusagte; er kam aber zu frühem Ruhm als einer der meistversprechenden jungen Pianisten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Berlin, Hamburg, New York ===&lt;br /&gt;
[[Datei:HorowitzStairsBain.jpg|mini|hochkant|Horowitz wahrscheinlich in den 1920ern]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er verließ mit seinem Freund und Manager Alexander Marowitsch im Herbst 1925 die Sowjetunion und reiste nach [[Berlin]]. Am 18. Dezember gab er im Blüthner-Saal des [[Klindworth-Scharwenka-Konservatorium]]s sein [[Debüt]] in Deutschland als Solist im [[1. Klavierkonzert (Tschaikowski)|1. Klavierkonzert von Tschaikowski]] mit dem [[Berliner Sinfonie-Orchester (1922–1932)|Berliner Sinfonie-Orchester]] unter [[Oskar Fried]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 2., 4. und 14. Januar 1926 veranstaltete die [[Künstler-Agentur]] Hermann Wolff &amp;amp; Jules Sachs drei Klavierabende mit Horowitz im Beethoven-Saal der [[Alte Philharmonie Berlin|Berliner Philharmonie]]. Sie wurden zu großen künstlerischen Erfolgen, und die Kritiken waren ausgezeichnet; der letzte Abend war ausverkauft. Am 19. Januar sprang er – ohne Probe – in [[Hamburg]] für einen erkrankten Kollegen ein; das b-Moll-Konzert von Tschaikowski machte Furore. Noch im Januar 1926 spielte er für die Freiburger Firma [[M. Welte &amp;amp; Söhne]] zwölf Stücke für ihr [[Reproduktionsklavier]] [[Welte-Mignon]] ein, darunter seinen &amp;#039;&amp;#039;Moment exotique (Danse excentrique)&amp;#039;&amp;#039;. Es sind Horowitz’ älteste Aufnahmen. Ein zweiter Klavierabend in Hamburg und die folgenden Konzerte in anderen deutschen Städten, in der [[Schweiz]], in [[Italien]] und [[Frankreich]] gerieten zu gefeierten Sensationen. Am 25. Oktober 1926 gastierte Horowitz erstmals bei den [[Berliner Philharmoniker]]n, mit [[2. Klavierkonzert (Liszt)|Liszts A-Dur-Konzert]] unter [[Wilhelm Furtwängler]]. Nach Konzerten in London und Paris spielte er am 7. November 1927 zum zweiten Mal mit den Berliner Philharmonikern, diesmal Tschaikowskis b-Moll-Konzert unter [[Bruno Walter]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 12. Januar 1928 debütierte Horowitz mit dem Tschaikowski-Konzert in der [[Carnegie Hall]] mit den [[New Yorker Philharmoniker]]n unter [[Thomas Beecham]]. Im dritten und letzten Konzert mit den Berliner Philharmonikern unter Furtwängler am 21. Oktober 1929 spielte er das [[2. Klavierkonzert (Brahms)|2. Klavierkonzert von Brahms]]. Furtwängler und Horowitz verstanden sich nicht. Am 12. Juni 1931 entstand Horowitz’ einzige erhaltene Berliner Schallplattenaufnahme, [[Sergei Wassiljewitsch Rachmaninow|Rachmaninows]] [[10 Préludes, op. 23 (Rachmaninow)|g-Moll-Prélude]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 30. März 1932 spielte Horowitz mit [[Nathan Milstein]] und [[Gregor Piatigorsky]] in der Carnegie Hall [[Klaviertrio]]s von [[Ludwig van Beethoven|Beethoven]], Rachmaninow und [[Johannes Brahms|Brahms]]. Im selben Jahr konzertierte er in [[New York City]] zum ersten Mal mit [[Arturo Toscanini]]. Am 21. Dezember 1933 heiratete er dessen Tochter Wanda. Wanda Toscanini Horowitz legte großen Wert auf die Erhaltung ihres Namens. Ihr Vater und Horowitz schätzten und mochten einander. Sie musizierten oft zusammen und nahmen zwei Schallplatten auf (Brahms’ B-Dur- und Tschaikowskis b-Moll-Konzert).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Konzertleben erschöpft und krank, lebte Horowitz von 1934 bis 1938 zurückgezogen in [[Paris]], davon ab 1937 zwei Jahre mit seinem Schüler und Liebhaber [[Nico Kaufmann]]. Dessen zu Lebzeiten unveröffentlichte autobiographische Aufzeichnungen nutzte [[Lea Singer]] als Recherchebasis für ihren [[psychogramm]]atischen Roman &amp;#039;&amp;#039;Der Klavierschüler&amp;#039;&amp;#039; über das Beziehungsleben in Zeiten zwanghaft verheimlichter [[Homosexualität]].&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Brachmann: [https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/belletristik/der-klavierschueler-lea-singers-roman-ueber-vladimir-horowitz-16278275.html „Klänge eines ungelebten Lebens“], Rezension in der FAZ vom 16. Juli 2019, abgerufen selbigen Datums&amp;lt;/ref&amp;gt; Nachdem er schon 1932 die letzten Konzerte in Deutschland gegeben hatte, übersiedelte er 1939 aufgrund der politischen Entwicklung in Europa endgültig in die [[USA]]. 1944 erhielt er die amerikanische [[Staatsbürgerschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Belastungen und Pausen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:VLADIMIR HOROWITZ STAR ON HOLLYWOOD BLVD copy 2.jpg|mini|Vladimir Horowitz Stern – [[Hollywood Walk of Fame]]]]&lt;br /&gt;
Horowitz’ Laufbahn war von zahlreichen Rückzügen, nervlichen Krisen und krankheitsbedingten Pausen unterbrochen. Nachdem er am 12. Januar 1953 mit den New Yorker Philharmonikern unter [[George Szell]] konzertiert und am 25. Februar mit einem Klavierabend an sein 25 Jahre zurückliegendes Debüt erinnert hatte, verzichtete er auf öffentliche Auftritte; Schallplattenaufnahmen machte er aber weiterhin. Nach 12 Jahren gab er am 9. Mai 1965 in der Carnegie Hall erstmals wieder einen Klavierabend.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Bayerischer Rundfunk |url=https://www.br-klassik.de/themen/klassik-entdecken/vladimir-horowitz-pianist-comeback-was-heute-geschah-09051965-100.html |titel=09. Mai 1965 – Vladimir Horowitz feiert sein Comeback: Umjubelte Rückkehr eines Genies {{!}} BR-Klassik |datum=2022-05-09 |sprache=de |abruf=2025-07-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit dem phänomenalen Erfolg hatte er selbst nicht gerechnet. Anfang 1968 entstanden – mit Publikum – in der Carnegie Hall die Aufnahmen für das erste Fernsehkonzert, das am 22. September von CBS ausgestrahlt wurde. 1969 zog Horowitz sich abermals aus dem Konzertleben zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Tochter Sonya (* 1934) starb 1975 durch eine Überdosis Schlaftabletten. Das Leben mit seiner Frau Wanda gestaltete sich nicht immer einfach, weil er im Gegensatz zu ihr [[Introversion und Extraversion|introvertiert]] war und verschlossen sein konnte. Die Belastungen führten zu weiteren Problemen. So nahm Horowitz ab 1982 für einen gewissen Zeitraum [[Antidepressiva]] ein, was sein Spiel beeinträchtigte und sich 1983 bei zwei Konzerten in [[Tokio]] zeigte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Auftritte, Rückkehr und Schüler ===&lt;br /&gt;
[[Datei:President Reagan and Nancy Reagan present Pianist Vladimir Horowitz with the Medal of Freedom in the Roosevelt room.jpg|mini|Horowitz erhält 1986 die &amp;#039;&amp;#039;[[Presidential Medal of Freedom]]&amp;#039;&amp;#039; von [[Ronald Reagan|Ronald]] und [[Nancy Reagan]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anlässlich des 50. Jahrestages seines Debüts in der [[Carnegie Hall]] vom 12. Januar 1928 wurde er am 26. Februar 1978 ins [[Weißes Haus|Weiße Haus]] eingeladen und spielte im [[East Room]] vor etwa 300 Gästen ein [[Rezital]] mit Werken Chopins (so dessen zweite [[Klaviersonate Nr. 2 (Chopin)|Klaviersonate]] und die [[Polonaise As-Dur (Chopin)|As-Dur-Polonaise]]) und kürzeren Stücken Schumanns und Rachmaninows, das im Fernsehen übertragen wurde. Er wurde von Gastgeber [[Jimmy Carter]] mit einer Laudatio begrüßt, begann das Konzert mit der amerikanischen [[Nationalhymne]] [[The Star-Spangled Banner]] und beendete es mit seinen &amp;#039;&amp;#039;Carmen-Variationen&amp;#039;&amp;#039;. Bereits 1931 war er von Präsident [[Herbert Hoover]] eingeladen worden, um im Weißen Haus zu spielen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Holger Preusse, Philipp Quiring, Horovitz - Das Moskau-Konzertn (1986), Dokumentarfilm, sounding images, ZDF, ARTE, 2018&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Elmar Weingarten]] und Peter Gelb gewannen ihn 1985 mit einiger List, nach 52 Jahren wieder in Deutschland aufzutreten – durch eine Konzertreise an die Stätten seiner frühen Triumphe. Nachdem er sie am 20. und 27. April 1986&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; in [[Moskau]] und [[Leningrad]] begonnen hatte, kam der 83-Jährige am 11. Mai 1986 zunächst nach [[Hamburg]]. Der Erfolg in der [[Laeiszhalle]] stand jenem in der Sowjetunion nicht nach. [[Richard von Weizsäcker]] verlieh Horowitz danach das [[Bundesverdienstorden|Große Bundesverdienstkreuz mit Stern]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.united-archives.de/id/02572927 Vladimir Horowitz] auf united-archives.de, abgerufen am 9. April 2026.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am Pfingstsonntag (18. Mai) empfing ihn das Publikum in der [[Berliner Philharmonie]] mit stehenden [[Beifall|Ovationen]]. Vom Jubel überwältigt, spielte er eine Woche später noch einmal – wie [[Franz Liszt]] 1842.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es folgten Konzerte in [[London]] und [[Tokio]] und im Spätherbst 1986 in [[Frankfurt am Main]], [[Amsterdam]], wieder in London und in [[Chicago]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.youtube.com/watch?v=ZXMw-jHNgRM |titel=Vladimir Horowitz – Return to Chicago (Trailer) |werk=[[YouTube]] |hrsg=[[Deutsche Grammophon]] |datum=2015-10-20 |sprache=en |abruf=2015-11-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im folgenden Jahr spielte Horowitz in Amsterdam am 24. Mai und – erstmals seit 50 Jahren – in [[Wien]] am 31. Mai 1987. Die letzte Konzertaufzeichnung mit Mozarts [[23. Klavierkonzert (Mozart)|Klavierkonzert in A-Dur]], KV 488 unter [[Carlo Maria Giulini]] erfolgte 1987 für die Deutsche Grammophon und wurde verfilmt.&amp;lt;ref&amp;gt;Gregor Willmes in: &amp;#039;&amp;#039;PianistenProfile. 600 Interpreten: Ihre Biografie, ihr Stil, ihre Aufnahmen.&amp;#039;&amp;#039; Ingo Harden, Gregor Willmes. Bärenreiter, Kassel 2008, S.&amp;amp;nbsp;322&amp;lt;/ref&amp;gt; Die letzten Konzerte in Deutschland gab er in Berlin am 7. und in Hamburg am 21. Juni 1987. Wie seit Jahrzehnten begannen alle Konzerte an [[Sonntag]]en um 16.00 Uhr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Oktober 1989 trat Horowitz bei der Signierstunde eines New Yorker Schallplattengeschäfts letztmals in der Öffentlichkeit auf. Am 5. November 1989 starb er an einem [[Herzinfarkt]]. Am 10. November (dem Tag nach dem Fall der [[Berliner Mauer]]) wurde er in der [[Mailand|Mailänder]] Gruft der Toscanini beigesetzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:1&amp;quot; /&amp;gt; Den Großteil seines auf acht Millionen Dollar geschätzten Vermögens hinterließ er seiner Frau.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Horowitz hatte einige Schüler wie [[Gary Graffman]], [[Ronald Turini]], [[Nico Kaufmann]] oder [[Byron Janis]], für den er [[Etüde]]n schrieb und der später angab, ohne rechtzeitige Selbstbesinnung hätte er eine Kopie seines Lehrers werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Joachim Kaiser]]: &amp;#039;&amp;#039;Vladimir Horowitz.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Große Pianisten in unserer Zeit.&amp;#039;&amp;#039; München 2004. S.&amp;amp;nbsp;106&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klavierkunst ==&lt;br /&gt;
Schon zu Beginn seiner Karriere wurde Horowitz häufig mit Franz Liszt oder [[Anton Grigorjewitsch Rubinstein|Anton Rubinstein]] verglichen und galt als einer der virtuosesten Pianisten seiner Zeit. Man lobte sowohl seine überragende Technik, die kräftigen Oktaven und Bässe, die [[Dynamik (Musik)|dynamische]] Variabilität seines Spiels wie die breite Palette an Klangfarben.&amp;lt;ref&amp;gt;So Gregor Willmes in: &amp;#039;&amp;#039;PianistenProfile. 600 Interpreten: Ihre Biografie, ihr Stil, ihre Aufnahmen.&amp;#039;&amp;#039; Ingo Harden, Gregor Willmes. Bärenreiter, Kassel 2008, S.&amp;amp;nbsp;320.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dabei mied er ausgetretene Bahnen und wählte auch selten gespielte Werke von Komponisten, deren Œuvre im Schatten [[Ludwig van Beethoven|Beethovens]] und [[Frédéric Chopin|Chopins]] liegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während er Gesamtaufnahmen ablehnend gegenüber stand, zeigte er ein sehr breites Repertoire mit Werken der [[Wiener Klassik]] und [[Musik der Romantik|Romantik]] sowie einigen des 20. Jahrhunderts. So spielte er [[Johannes Brahms]]’ [[1. Klavierkonzert (Brahms)|erstes]] und zweites Klavierkonzert ebenso ein wie die 1949 von ihm uraufgeführte [[Klaviersonate (Barber)|Klaviersonate]] [[Samuel Barber]]s und die dritte Klaviersonate [[Dmitri Borissowitsch Kabalewski]]s oder wählte abgelegene Stücke [[Carl Czerny]]s, [[Gabriel Fauré]]s, [[Francis Poulenc]]s oder [[Moritz Moszkowski]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Liszt (Lehmann portrait).jpg|mini|hochkant|[[Franz Liszt]] 1839, &amp;lt;small&amp;gt;Porträt von Henri Lehmann&amp;lt;/small&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Im Mittelpunkt seines Interesses standen Werke von [[Frédéric Chopin]], [[Franz Liszt]] und [[Robert Schumann]] sowie der russischen Komponisten Sergei Rachmaninow und Alexander Skrjabin.&amp;lt;ref&amp;gt;Gregor Willmes in: &amp;#039;&amp;#039;PianistenProfile. 600 Interpreten: Ihre Biografie, ihr Stil, ihre Aufnahmen.&amp;#039;&amp;#039; Ingo Harden, Gregor Willmes. Bärenreiter, Kassel 2008, S.&amp;amp;nbsp;321&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine Einspielungen [[Liste von Scarlatti-Sonaten|einiger Sonaten]] von [[Domenico Scarlatti]] haben Referenzstatus. Daneben gilt Horowitz als tragender Pianist und Wiederentdecker der Werke von [[Muzio Clementi]], den er als „Vater des modernen Klavierspiels“ bezeichnete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hilfreich beim Durchsetzen seiner Vorstellungen war auch der Umstand, dass er bei jedem Konzert auf seinem eigenen Instrument, einem [[Steinway &amp;amp; Sons|Steinway]]-Konzertflügel amerikanischer Bauart, spielte. Bei den Tourneen reiste ein eigens engagierter Klaviertechniker mit und war für korrekten Aufbau und das Stimmen verantwortlich.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.koelnklavier.de/texte/interpreten/horowitz.html |titel=Vladimir Horowitz. Sendemanuskript Deutschlandfunk Köln. Sendung: Nov. 1990 – „Historische Aufnahmen“ |werk=KölnKlavier |hrsg=[[Deutschlandfunk]] |abruf=2014-12-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch Schallplatten wurden an seinem persönlichen Flügel eingespielt.&amp;lt;ref&amp;gt;Anmerkung: Dieser Flügel wird vom Erbauer der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. [http://www.wz.de/lokales/duesseldorf/fluegel-vladimir-horowitz-8217-legendaerer-zauberkasten-in-duesseldorf-1.150658 &amp;#039;&amp;#039;Flügel: Vladimir Horowitz’ legendärer Zauberkasten in Düsseldorf.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Westdeutsche Zeitung]].&amp;#039;&amp;#039; 29. Dezember 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für [[Joachim Kaiser]] war Horowitz der fesselndste Liszt-Interpret seiner Zeit. Eine frühe Aufnahme der [[Klaviersonate h-Moll (Liszt)|h-Moll-Sonate]] zeige, wie Virtuosität umschlage „in wahnwitzige Gespanntheit“. Horowitz habe die berüchtigte Oktavpassage kurz vor dem Schluss nicht nur fabelhaft schnell und klangvoll gespielt, sondern gezeigt, wie sich in diesen „Oktaven ein gehetztes und grandioses Lisztsches Temperament“ ausgedrückt habe, ein „Ringen um Tod und Leben“. Sein rhythmisches Raffinement, mit dem er etwa die 19. &amp;#039;&amp;#039;Ungarische Rhapsodie&amp;#039;&amp;#039; spiele, sei unerlernbar. Daneben kritisierte er gewisse [[Manierismus (Medizin)|Manierismen]], etwa in Mozarts [[Klaviersonate Nr. 11 (Mozart)|A-Dur-Sonate]] und selbst in Schumanns &amp;#039;&amp;#039;[[Kreisleriana]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Joachim Kaiser: &amp;#039;&amp;#039;Vladimir Horowitz.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Große Pianisten in unserer Zeit.&amp;#039;&amp;#039; München 2004. S.&amp;amp;nbsp;98–102.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere Kritiker warfen ihm seinen freien Umgang mit dem Notentext vor und wandten ein, er würde durch extreme [[Tempo (Musik)|Tempi]] und dynamische Übertreibungen den Gehalt der Werke des Effekts wegen ignorieren. So nannte ihn der amerikanische Komponist und Kritiker [[Virgil Thomson]] einen „Meister der Entstellung“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=[[Martin Meyer (Publizist)|Martin Meyer]] |url=https://www.nzz.ch/article94PSV-1.310581 |titel=Zum 100. Geburtstag des grossen Pianisten. Horowitz, Legende und Wirklichkeit |werk=&amp;#039;&amp;#039;[[Neue Zürcher Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039; |datum=2003-10-01 |abruf=2019-06-14}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Man verwies auf seine blumige und übertrieben eigenwillige Interpretation der Werke Mozarts und Beethovens (den er nicht mochte). [[Claudio Arrau]] hielt dem für seine Oktaven berühmten Kollegen vor, gerade bei längeren Oktavpassagen zu verkrampfen und unmusikalisch zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch Horowitz sparte nicht mit Kritik an Kollegen; so bezeichnete er den britischen Pianisten und Beethoven-Interpreten [[Solomon (Pianist)|Solomon]] als Langweiler und kritisierte immer wieder junge Klavierspieler, denen es an Musikalität mangele. Mit den Worten &amp;#039;&amp;#039;I want to be Cziffra!&amp;#039;&amp;#039; sprach er dem ungarisch-französischen Virtuosen [[György Cziffra]] seine Bewunderung aus. Horowitz zählte zu den größten Pianisten des 20. Jahrhunderts und wurde, nach dem Titel eines amerikanischen Dokumentarfilms, als letzter echter Romantiker am Klavier bezeichnet (&amp;#039;&amp;#039;The Last Romantic&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Horowitz als Bearbeiter ==&lt;br /&gt;
Horowitz [[Transkription (Musik)|transkribierte]] einige Werke von [[Felix Mendelssohn Bartholdy|Mendelssohn]], [[Franz Liszt]], [[Modest Petrowitsch Mussorgski|Mussorgski]], [[John Philip Sousa|Sousa]], [[Georges Bizet|Bizet]], [[Camille Saint-Saëns|Saint Saëns]] und anderen Komponisten für Klavier und spielte sie – neben brillanten Salonstücken Moszkowskis oder Sonaten Scarlattis – gern als [[Zugabe]]. Dabei verzichtete er nicht auf wirkungsvolle Ergänzungen wie donnernde 16tel-Oktav-Passagen, wuchtige Akkorde und perlende Läufe. Besonders hervorzuheben sind seine Bearbeitungen der 2. und 15. &amp;#039;&amp;#039;[[Franz Liszt#Liszt als Komponist|Ungarischen Rhapsodie]]&amp;#039;&amp;#039;, der Transkription des Mendelssohn’schen [[Ein Sommernachtstraum (Mendelssohn)|Hochzeitsmarsches]] von Franz Liszt sowie des Militärmarsches &amp;#039;&amp;#039;[[Stars and Stripes Forever]]&amp;#039;&amp;#039; von Sousa. Neben kleineren Stücken und einer umstrittenen Transkription von [[Maurice Ravel|Ravels]] Orchesterfassung der [[Bilder einer Ausstellung]] sind vor allem die &amp;#039;&amp;#039;Carmen-Variationen&amp;#039;&amp;#039; zu erwähnen. Dieses sehr virtuose Stück wird von einigen Pianisten wie [[Arcadi Volodos]], [[Evgeny Kissin]] und [[Yuja Wang]] gelegentlich als Zugabe gespielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Eva Gesine Baur|Lea Singer]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Klavierschüler.&amp;#039;&amp;#039; Roman. Kampa Verlag, Zürich 2019, ISBN 978-3-311-10009-6 (über die intime Freundschaft von Horowitz mit seinem Schüler Nico Kaufmann)&amp;lt;ref&amp;gt;Dorothea Hußlein: &amp;#039;&amp;#039;[https://www.br-klassik.de/aktuell/br-klassik-empfiehlt/buecher/buchtipp-der-klavierschueler-von-lea-singer-100.html Vladimir Horowitzs verbotene Liebe]&amp;#039;&amp;#039;, br-klassik.de, 1. März 2019, abgerufen am 5. April 2019&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Holger Preusse, [[Philipp Quiring]]: Vladimir Horowitz – Das Moskau-Konzert (1986), Dokumentarfilm, sounding images, ZDF, ARTE 2018&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wikiquote}}&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118892509|TEXT=Werke von und über}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- * [http://vlhorowitz.net/ Horowitz-Portal] von Gregory Lile (englisch) nicht mehr verfügbar --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [http://www.klassik-heute.com/4daction/www_interpret?id=5649&amp;amp;bio Biografie] – klassik-heute.com&lt;br /&gt;
* [https://www.klassikakzente.de/vladimir-horowitz/biografie/ Biografie] – klassikakzente.de&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- * [http://www.daskulturradio.de/programm/schema/sendungen/Horowitz.html Horowitz] – Eine Sendereihe in 21 Folgen von [[Jürgen Kesting]], [[Rundfunk Berlin-Brandenburg|RBB]], 2004, [http://www.daskulturradio.de/programm/schema/sendungen/Horowitz/0.html Manuskripte]; alles nicht mehr verfügbar --&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Video: Horowitz spielt [[Franz Liszt|Liszts]] Consolation Nr.&amp;amp;nbsp;3 ({{YouTube|id=cohr7pQE3FE}})&lt;br /&gt;
* Christoph Vratz: [https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/zeitzeichen/horowitz-vladimir-100.html &amp;#039;&amp;#039;01.10.1903 - Geburtstag von Vladimir Horowitz&amp;#039;&amp;#039;] [[WDR]] [[ZeitZeichen (Hörfunksendung)|ZeitZeichen]] vom 1. Oktober 2013. (Podcast)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118892509|LCCN=n81042607|NDL=00620835|VIAF=105144775}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Horowitz, Vladimir}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musiker (Russisches Kaiserreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musiker (Sowjetunion)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musiker (Russland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musiker (Vereinigte Staaten)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Klassischer Pianist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Grammy-Preisträger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger der Presidential Medal of Freedom]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Verdienstordens der Italienischen Republik (Großkreuz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes mit Stern]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Ehrenlegion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Absolvent der Nationalen Musikakademie der Ukraine Peter Tschaikowski]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sowjetischer Emigrant in den Vereinigten Staaten]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:US-Amerikaner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Russe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1903]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1989]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Horowitz, Vladimir&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Gorowitz, Wladimir Samoilowitsch (Geburtsname); Горовиць, Володимир Самійлович (ukrainisch); Горовиц, Владимир Самойлович (russisch)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=US-amerikanischer Pianist&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=1. Oktober 1903&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Berdytschiw|Berditschew]], [[Russisches Kaiserreich|Russisches Reich]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=5. November 1989&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[New York City|New York]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Jesi</name></author>
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