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	<title>Vitalismus - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Vitalismus&amp;diff=489194&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Faxel: Gründungszeit</title>
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		<updated>2026-04-02T14:06:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Gründungszeit&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Vitalismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von [[lateinisch]] &amp;#039;&amp;#039;vitalis&amp;#039;&amp;#039;, ‚Lebenskraft gebend/habend‘, von &amp;#039;&amp;#039;vita&amp;#039;&amp;#039; „Leben“) ist eine Sammelbezeichnung für Lehren, die als Grundlage alles [[Leben]]digen eine [[Lebenskraft]] (&amp;#039;&amp;#039;vis vitalis&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Brigitte Lohff: &amp;#039;&amp;#039;Lebenskraft.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Werner E. Gerabek]], Bernhard D. Haage, [[Gundolf Keil]], Wolfgang Wegner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Medizingeschichte.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin/New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 832.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder einen besonderen „Lebensstoff“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Rudolf Eisler (Philosoph)|Rudolf Eisler]]: &amp;#039;&amp;#039;Handwörterbuch der Philosophie.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1913, S. 364.&amp;lt;/ref&amp;gt; als eigenständiges Prinzip annehmen. (Bei [[Georg Ernst Stahl]] stellt die [[Seele]] Lebenskraft und Lebensprinzip dar.) Damit wird ein Wesensunterschied zwischen Organischem und Anorganischem behauptet. Die neuzeitliche Lehre vom Vitalismus wurde, anknüpfend an Stahl und [[Albrecht von Haller|Haller]], von [[Théophile de Bordeu]] um 1750 in [[Montpellier]] begründet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Paul Diepgen]], [[Heinz Goerke]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Ludwig Aschoff|Aschoff]]/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 30.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Anhänger des Vitalismus wird als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Vitalist&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begrifflichkeit ==&lt;br /&gt;
Die Bezeichnung Vitalismus ist ein Kampfbegriff aus dem 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert. Ein Gegenentwurf ist der [[Mechanizismus]]. Um 1878 bis 1900 trat, insbesondere in der Medizin, neben die mechanistische Erfassung des Lebens und der Krankheit die neue vitalistische.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Paul Diepgen]], [[Heinz Goerke]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Ludwig Aschoff|Aschoff]]/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 45.&amp;lt;/ref&amp;gt; Beide Positionen gelten heute als überholt. Seit dem 20. Jahrhundert werden biologische und medizinische Phänomene zunehmend im Rahmen systemtheoretischer Ansätze betrachtet, wie sie etwa in der [[Allgemeine Systemtheorie|Allgemeinen Systemtheorie]] [[Ludwig von Bertalanffy|Ludwig von Bertalanffys]] entwickelt wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/vitalismus-mechanismus/69730 |titel=Vitalismus - Mechanismus |sprache=de |abruf=2026-03-15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vertreter und Zeiten ==&lt;br /&gt;
=== Antike ===&lt;br /&gt;
Als ein Vorläufer des Vitalismus kann [[Aristoteles]] gelten, der das Lebendige als durch ein Lebensprinzip ermöglicht betrachtete, welches er [[Entelechie]] nannte. Allerdings kann seine [[Metaphysik]] auch funktionalistisch-materialistisch gedeutet werden. Weitere Begriffe, die die belebte im Unterschied zur unbelebten Natur kennzeichnen, waren &amp;#039;&amp;#039;calor innatus&amp;#039;&amp;#039; („eingepflanzte Wärme“, als gespeichert im [[Herz#Forschungsgeschichte|Herzen]] gedacht&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jutta Kollesch]], [[Diethard Nickel]]: &amp;#039;&amp;#039;Antike Heilkunst. Ausgewählte Texte aus dem medizinischen Schrifttum der Griechen und Römer.&amp;#039;&amp;#039; Philipp Reclam jun., Leipzig 1979 (= &amp;#039;&amp;#039;Reclams Universal-Bibliothek.&amp;#039;&amp;#039; Band 771); 6. Auflage ebenda 1989, ISBN 3-379-00411-1, S. 183 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;), &amp;#039;&amp;#039;succus nervosus&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;spiritus animalis&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Paracelsus#Über die Ursachen der Krankheiten|Archäus]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Lebenstonus&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;anima&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;principe vital&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Lebenkraft&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Brigitte Lohff: &amp;#039;&amp;#039;Vitalismus.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Werner E. Gerabek]], Bernhard D. Haage, [[Gundolf Keil]], Wolfgang Wegner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Enzyklopädie Medizingeschichte.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 1449–1451, hier: S. 1449 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Physiologie wurden die Seelenformen [[Platon]]s (5./4.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr.) die Träger der vitalen Kräfte.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Paul Diepgen]], [[Heinz Goerke]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Ludwig Aschoff|Aschoff]]/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 9.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neuzeit ===&lt;br /&gt;
Bedeutende Vertreter des Vitalismus im engeren Sinne (als Lehre von einer Lebenskraft, die allen Organen und Geweben als letztes Prinzip des Lebens zukommt und deren normales Funktionieren Gesundheit und deren Versagen Krankheit bedeutet&amp;lt;ref&amp;gt;[[Paul Diepgen]], [[Heinz Goerke]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Ludwig Aschoff|Aschoff]]/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 30.&amp;lt;/ref&amp;gt;) waren [[Johan Baptista van Helmont|Jan Baptist van Helmont]] (1577–1644), Georg Ernst Stahl (1659–1734), [[Albrecht von Haller]] (1708–1777), [[Théophile de Bordeu]] (1722–1776) und [[Johann Friedrich Blumenbach]] (1752–1840). Die [[Schule von Montpellier]] vertritt im ausgehenden 18.&amp;amp;nbsp;und beginnenden 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert eine eigene Art des Vitalismus, die sich von Stahls Anima-Lehre ([[Animismus (Psychosomatik)|„Animismus“]]) abhebt. Ebenfalls Einfluss hatte Stahl auch auf die Weiterentwicklung medizinischer Theorie im Sinne des Vitalismus, in Deutschland etwa auf [[Caspar Friedrich Wolff]], [[Hieronymus David Gaub]], [[Kant|Immanuel Kant]], Johann Friedrich Blumenbach und [[Carl Friedrich Kielmeyer]]. Zu den führenden Vitalisten gehörten in Deutschland auch [[Johann Christian Reil]] und [[Christoph Wilhelm Hufeland]]. Im Zeitalters des Vitalismus wurde 1771/1772 der [[Sauerstoff]] entdeckt, 1777 bis 1789 eine Sauerstoffverbrennungstheorie durch [[Antoine Laurent de Lavoisier|Lavoisier]], der den Atmungsvorgang mit einer langsamen Verbrennung verglich, entwickelt sowie die Kontaktelektrizität („tierische Elektrizität“) von [[Luigi Galvani]] entdeckt und die moderne Atomtheorie durch [[John Dalton]] begründet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Paul Diepgen]], [[Heinz Goerke]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Ludwig Aschoff|Aschoff]]/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 27–30.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im 19.&amp;amp;nbsp;und frühen 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert vertraten auch die Denker der [[Lebensphilosophie]] Positionen des Vitalismus. [[Gustav von Bunge]] erwartete 1887 von der Zukunft eine vitalistische Medizin. Der letzte bedeutende Biologe, der eine vitalistische Position mit seiner 1893 publizierten neovitalistischen Theorie vertrat (&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Neovitalismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, als Bezeichnung für die neue Richtung der vitalistischen Medizin 1888 von [[Eduard von Rindfleisch]] geprägt), war [[Hans Driesch]] (1867–1941), dessen Lehre in der ersten Hälfte des 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts Verbreitung fand.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Paul Diepgen]], [[Heinz Goerke]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Ludwig Aschoff|Aschoff]]/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 27, 46 und 63.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er griff dabei den aristotelischen Begriff der [[Entelechie]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Moderne ===&lt;br /&gt;
Seither, besonders seit der Synthese von [[Harnstoff]] im Jahr 1828 durch [[Friedrich Wöhler]] sowie dem Sturz des einseitigen Vitalismus durch [[Hermann Lotze|Rudolf Hermann Lotze]]&amp;lt;ref&amp;gt;[[Paul Diepgen]], [[Heinz Goerke]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Ludwig Aschoff|Aschoff]]/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 36.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1842/1843 und erst recht seit der spontanen Entstehung von Aminosäuren in den Versuchen von [[Stanley Miller]] und [[Harold C. Urey]] 1959, gilt der vitalistische Ansatz in der Biologie als überholt. Es wird dort geschlossen, dass Lebenskraft bzw. Lebensenergien zur Herstellung organischer Substanzen nicht notwendig seien. Von Vitalisten wird hierzu allerdings darauf hingewiesen, dass die manipulierte oder spontane Entstehung von einzelnen Lebensbausteinen keineswegs mit der Entstehung belebter Substanz gleichzusetzen sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Merkmale oder Elemente einer vitalistischen Deutung finden sich auch in den Arbeiten von [[Franz Anton Mesmer]] („[[animalischer Magnetismus]]“), [[Karl von Reichenbach]] („Od“), [[Alfred Russel Wallace]] („a new power &amp;#039;&amp;#039;vitality&amp;#039;&amp;#039;“), [[Henri Bergson]] („[[élan vital]]“), [[Alfred North Whitehead]] („creativity“), [[Pierre Teilhard de Chardin]] („radiale Energie“), [[Wilhelm Reich]] („[[Orgon]]“), [[Adolf Portmann]] („Selbstdarstellung“), [[Arthur Koestler]] („the ghost in the machine“), [[Ken Wilber]] („holon“), [[Ervin László]] („[[Akasha|Akashic]] field“) und [[Rupert Sheldrake]] („[[morphogenetisches Feld]]“) sowie in der fernöstlichen Vorstellung einer Lebenskraft [[Prana]] oder [[Qi]], die auch von der modernen westlichen Esoterik aufgegriffen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In neuerer Zeit griffen einige Zellbiologen diese Bezeichnung in einem übertragenen Sinn wieder auf als „molekularen Vitalismus“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=M. Kirschner, J. Gerhart, T. Mitchison |Jahr=2000 |Titel=Molecular vitalism |Sammelwerk=[[Cell (Zeitschrift)|Cell]] |Nummer=100 |Seiten=79–88}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=[[Otto Bütschli]] |Titel=Mechanismus und Vitalismus |Verlag=W. Engelmann |Ort=Leipzig |Jahr=1901 |Online=[https://archive.org/details/mechanismusundvi00buts Digitalisat]}}&lt;br /&gt;
* [[Paul Diepgen]], [[Heinz Goerke]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Ludwig Aschoff|Aschoff]]/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 27 und 28–34 (&amp;#039;&amp;#039;Das Zeitalter des Vitalismus. Von Albrecht von Haller bis zum Ausklang der Romantik&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=[[Eve-Marie Engels]] |Titel=Die Teleologie des Lebendigen: Kritische Überlegungen zur Neuformulierung des Teleologieproblems in der angloamerikanischen Wissenschaftstheorie |Verlag=Duncker und Humblot |Ort=Berlin |Jahr=1982 |ISBN=3-4280-5150-5}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=[[Philipp Sarasin]] |Titel=Reizbare Maschinen: Eine Geschichte des Körpers 1765-1914 |Verlag=Suhrkamp Verlag |Ort=Frankfurt am Main |Jahr=2001 |ISBN=3-5182-9124-6}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosophische Strömung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosophie des 19. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Philosophie des 20. Jahrhunderts]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Überholte Theorie (Biologie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissenschaftstheorie der Biologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Faxel</name></author>
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