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	<title>Visio Tnugdali - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-06T23:41:00Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Visio_Tnugdali&amp;diff=249125&amp;oldid=prev</id>
		<title>212.236.40.78: GND-Verlinkung</title>
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		<updated>2025-04-07T10:26:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;GND-Verlinkung&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Bild:Simon Marmion (Flemish, active 1450 - 1489) - The Beast Acheron - Google Art Project.jpg|mini|200px|Tundalus und der [[Engel]] vor dem Rachen eines [[Hölle]]nmonsters (Illustration von [[Simon Marmion]])]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Visio Tnugdali&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{laS}} für &amp;#039;&amp;#039;[[Vision (Religion)|Vision]] des Tnugdalus&amp;#039;&amp;#039;) ist ein religiöser Text aus dem [[12. Jahrhundert]], der von der [[Jenseits#Christentum|Jenseitsvision]] des irischen [[Ritter]]s Tnugdalus (später vereinfacht „Tundalus“ oder „Tondolus“) berichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz nach [[1149]] schrieb der irische [[Wandermönch]] &amp;#039;&amp;#039;Bruder Marcus&amp;#039;&amp;#039; im [[Schottenkloster]] zu [[Regensburg]] in [[Latein|lateinischer]] [[Prosa]] den Visionsbericht nieder. Die Jahresangabe nennt er selbst als den Zeitpunkt der [[Entrückung]] des Tundalus. Marcus gibt an, auf Bitten einer Regensburger Äbtissin die Erlebnisse des Tundalus, die er von ihm selbst gehört haben will, aus dem [[Irische Sprache|Irischen]] übersetzt und aufgeschrieben zu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
Die Legendenerzählung berichtet, wie der stolze und leichtlebige Ritter plötzlich in [[Katalepsie]] fällt und drei Tage lang wie tot da liegt. In dieser Zeit wird seine [[Seele]] von einem [[Engel]] durch die [[Hölle]] und den [[Himmel (Religion)|Himmel]] geführt und muss einige [[Verdammnis|Höllenstrafen]] selbst erleiden. Schließlich erteilt ihm der Engel den Auftrag, sich das [[Vision (Religion)|Gesehene]] gut zu merken und seinen Mitmenschen zu [[Verkündigung|verkünden]]. Daraufhin wird die Seele wieder in ihren Körper zurückgeschickt. Durch das Erlebnis dieser [[Außerkörperliche Erfahrung|Jenseitswanderung]] ist Tundalus [[Bekehrung (Christentum)|bekehrt]] und wendet sich von seinem un[[Christliche Ethik|christlichen Verhalten]] ab, um ein [[Frömmigkeit|frommes]] Leben zu führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Visio&amp;#039;&amp;#039; zeigt dabei auch eine bemerkenswerte Einschätzung der [[Liste inselkeltischer Mythen und Sagen#Mythen und Sagen aus Irland|Mythen Irlands]]: Die beiden Sagenhelden [[Conall Cernach]] und [[Fergus mac Róich]] müssen hier in der „Hölle der [[Habgier|Gierigen]]“ dem seelenfressenden Ungeheuer &amp;#039;&amp;#039;Acharon&amp;#039;&amp;#039; für alle [[Ewigkeit]]en als [[Kiefer (Anatomie)|Kiefer]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;sperren in seinem riesigen [[Höllenschlund|Maul]] dienen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Helmut Birkhan]]: &amp;#039;&amp;#039;Nachantike Keltenrezeption. Projektionen keltischer Kultur.&amp;#039;&amp;#039; Praesens Verlag, Wien 2009, ISBN 978-3-7069-0541-1, S.&amp;amp;nbsp;71&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Visio Tnugdali&amp;#039;&amp;#039; mit ihrem Interesse an der [[Topografie (Kartografie)|Topographie]] des [[Jenseits]] steht in einer breiten Tradition phantastischer irischer Jenseitsreise-Erzählungen (&amp;#039;&amp;#039;Imrama&amp;#039;&amp;#039;) auf der einen Seite; die bekannteste dürfte die &amp;#039;&amp;#039;[[Navigatio Sancti Brendani]]&amp;#039;&amp;#039; des heiligen [[Brendan der Reisende|Brandan]] sein, eine bereits [[Christianisierung|christianisierte]] Ausprägung des Imrama-[[Erzählung|Erzähltyps]] (Reise in die [[Keltische Anderswelt|Anderswelt]]). Auf der anderen Seite findet sich die Tradition christlicher Jenseitsvisionen, die wiederum von vorchristlichen Jenseitsvorstellungen beeinflusst ist. Bedeutende Texte aus dieser Tradition sind neben der &amp;#039;&amp;#039;Visio Tnugdali&amp;#039;&amp;#039; etwa die &amp;#039;&amp;#039;[[Visio Thurkilli]],&amp;#039;&amp;#039; die &amp;#039;&amp;#039;[[Visio Godeschalci]]&amp;#039;&amp;#039; oder der &amp;#039;&amp;#039;[[Tractatus de Purgatorio Sancti Patricii]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeptionsgeschichte ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Visio tnugdali speyer-hist1483 mauerblick.jpg|mini|[[Postinkunabel|Frühdruck]] von Johann und Konrad Hist in Speyer (1483): Tundalus und sein [[Schutzengel]] schauen über eine der Mauern, die die [[Himmel (Religion)|Himmelsregionen]] gliedern]]&lt;br /&gt;
Der lateinische &amp;#039;&amp;#039;Tundalus&amp;#039;&amp;#039; fand schnell weite handschriftliche Verbreitung; bislang sind 172 [[Manuskript]]e entdeckt worden. Der Text war auch Vorlage für [[mittelniederdeutsch|mittelnieder-]] und [[mittelhochdeutsch]]e Bearbeitungen; noch aus dem 12. Jahrhundert stammen die gereimte Fassung des &amp;#039;&amp;#039;Tundalus&amp;#039;&amp;#039; von [[Alber von Windberg|Alber]] vom [[Kloster Windberg]] (um 1190)&amp;lt;ref&amp;gt;Um 1300 im [[Codex Vindobonensis 2696]] aufgezeichnet.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder die [[Niederrheinischer Tundalus|&amp;#039;&amp;#039;Niederrheinischen Tundalus&amp;#039;&amp;#039;-Bruchstücke]] (um 1180/90). Beide mittelhochdeutsche Übertragungen scheinen aber keine große [[Resonanz]] gefunden zu haben; sie sind jeweils nur in einer einzigen Handschrift (bzw. in [[Fragment (Literatur)|Fragmenten]] einer Handschrift) überliefert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Frühe Neuzeit|frühen Neuzeit]] wurde die Vorlage von Marcus mehrfach ins [[Neuhochdeutsche Sprache|Deutsche]] übersetzt und gedruckt. Die 40 erhaltenen Handschriften und 27 [[Postinkunabel|Frühdrucke]] zeigen, dass die &amp;#039;&amp;#039;Visio Tnugdali&amp;#039;&amp;#039; mindestens zwölfmal ins Deutsche bzw. [[Niederländische Sprache|Niederländische]] übersetzt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{LexMA|8|1734||Visio Tnugdali|[[Peter Dinzelbacher]]|Zusammenfassung der Ergebnisse [[Nigel F. Palmer]]s}}&amp;lt;!--Die einschlägige Arbeit hierzu stammt von Palmer; Dinzelbacher fasst die Ergebnisse in seinem Lexikonartikel nur zusammen.--&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Illustration|Illustriert]] wurde die Vision eher selten. Von den Handschriften enthält nur eine Illustrationen (Simon Marmion, 1474), in den Frühdrucken finden sich aber einige [[Holzschnitt]]e.&amp;lt;!-- Aufsatz Düwel zu Holzschnitten; evtl. auch Palmers Edition des Wiegendrucks? --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausgaben und Übersetzungen ==&lt;br /&gt;
* Hans-Christian Lehner, Maximilian Nix (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Marcus von Regensburg: Visio Tnugdali.  Vision des Tnugdal&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;[[Fontes Christiani]].&amp;#039;&amp;#039; Band 74). Herder, Freiburg u.&amp;amp;nbsp;a. 2018, ISBN 978-3-451-32921-0 (Edition mit Übersetzung und Kommentar)&lt;br /&gt;
* [[Albrecht Wagner (Anglist)|Albrecht Wagner]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Visio Tnugdali. Lateinisch und Altdeutsch.&amp;#039;&amp;#039; Andreas Deichert, Erlangen 1882 ({{ALO|ID=10758|Seite=1}} und {{archive.org| VisioTnugdaliWagner | Scan |Blatt=n8}})&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Nigel F. Palmer]]: &amp;#039;&amp;#039;Visio Tnugdali. The German and Dutch translations and their circulation in the later Middle Ages&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Münchener Texte und Untersuchungen zur deutschen Literatur des Mittelalters.&amp;#039;&amp;#039; Band 76). Artemis, München/Zürich 1982, ISBN 3-7608-3376-4 (zugleich: Oxford, Univ., Dissertation, 1975).&lt;br /&gt;
* Brigitte Pfeil: &amp;#039;&amp;#039;Die ‚Vision des Tnugdalus‘ Albers von Windberg. Literatur- und Frömmigkeitsgeschichte im ausgehenden 12. Jahrhundert. Mit einer Edition der lateinischen ‚Visio Tnugdali‘ aus Clm 22254&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Mikrokosmos.&amp;#039;&amp;#039; Band 54). Peter Lang, Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M./Berlin u.&amp;amp;nbsp;a. 1999, ISBN 3-631-33817-1 (zugleich: Mainz, Univ., Dissertation, 1997).&lt;br /&gt;
* [[Herrad Spilling]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Visio Tnugdali. Eigenart und Stellung in der mittelalterlichen Visionsliteratur bis zum Ende des 12. Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Münchener Beiträge zur Mediävistik und Renaissance-Forschung.&amp;#039;&amp;#039; Band 21). Arbeo-Gesellschaft, München 1975, {{Falsche ISBN|3-920128-22-1}} (zugleich: Freiburg i.&amp;amp;nbsp;Br., Univ., Dissertation).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commons|Visio Tnugdali}}&lt;br /&gt;
* [https://www.arlima.net/uz/vision_de_tondale.html Literatur zu verschiedenen Fassungen der Visio] (arlima – archives de littérature du moyen âge)&lt;br /&gt;
* [https://www.literatuurgeschiedenis.org/teksten/tondalus-visioen-visio-tungdali &amp;#039;&amp;#039;Tondalus&amp;#039; visioen (Visio Tungdali) auteur onbekend, 12e eeuw.&amp;#039;&amp;#039;] Überarbeitet von der Arbeitsgruppe Remco Sleiderink. Kurze Info zur mittelniederländischen Fassung &amp;#039;&amp;#039;Tondalus&amp;#039; visioen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;literatuurgeschiedenis.org&amp;#039;&amp;#039; (niederländisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Onlineausgaben:&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Edward E. Foster (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Vision of Tundale.&amp;#039;&amp;#039; [https://d.lib.rochester.edu/teams/text/foster-three-purgatory-poems-vision-of-tundale-introduction Einführung] (englisch) und [https://d.lib.rochester.edu/teams/text/foster-three-purgatory-poems-vision-of-tundale Edition] einer mittelenglischen Fassung.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Tondolus der Ritter&amp;#039;&amp;#039;, spätmittelalterliche Inkunabelfassung (J. und C. Hist, Speyer 1483) im Oxford Text Archive, Edition von [[Nigel F. Palmer]], gedruckt als &amp;#039;&amp;#039;Tondolus der Ritter. Die von J. und C. Hist gedruckte Fassung&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Kleine deutsche Prosadenkmäler des Mittelalters.&amp;#039;&amp;#039; Heft 13). W. Fink, München 1980, ISBN 3-7705-1635-4, [[hdl:20.500.14106/0210]] ([https://ota.ox.ac.uk/headers/0210.xml Alternativlink]).&lt;br /&gt;
* [https://hardenberg.jalb.de/display_dokument.php?elementId=15227 &amp;#039;&amp;#039;Tondalus eyn rytter wayl geboren&amp;#039;&amp;#039;], niederdeutscher illustrierter Druck (ca.&amp;amp;nbsp;1520), Digitalisat der [[Johannes a Lasco Bibliothek|JALB]] Emden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=w|GND=1124272461|LCCN=|NDL=|VIAF=}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur des Mittelalters|Tnugdalus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (12. Jahrhundert)|Tnugdalus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Mittelhochdeutsch)|Tnugdalus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Mittellatein)|Tnugdalus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christliche Literatur]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Visionsliteratur]]&lt;/div&gt;</summary>
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