<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Vishnuismus</id>
	<title>Vishnuismus - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Vishnuismus"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Vishnuismus&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-03T06:30:11Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Vishnuismus&amp;diff=245556&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;SchlurcherBot: Bot: http → https</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Vishnuismus&amp;diff=245556&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-11-04T09:45:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Vishnu.jpg|mini|hochkant|Vishnu (Miniatur von 1730)]]&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Vishnuismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Vaishnavismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von [[Sanskrit]] {{lang|sa|वैष्णव}} {{IAST|Vaiṣṇava}} [{{IPA|ˈʋaiʂɳʌʋʌ}}] „zu Vishnu gehörig“) ist eine Richtung des [[Hinduismus]], die [[Vishnu]] als höchstes Allwesen annimmt. Ihm sind hier alle anderen Götter untergeordnet oder gehen aus ihm hervor. Der Vishnuismus ist neben [[Shivaismus]] und [[Shaktismus]] eine der drei wichtigsten Richtungen des Hinduismus. Nach einer Schätzung von Johnson und Grim aus dem Jahr 2010 ist der Vishnuismus auch die größte hinduistische Richtung, die etwa 641 Millionen oder 67,6 % der Hindus ausmacht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Todd M. Johnson, Brian J. Grim |Titel=The World&amp;#039;s Religions in Figures: An Introduction to International Religious Demography |Verlag=John Wiley &amp;amp; Sons |Datum=2013 |ISBN=978-1-118-32303-8 |Online=https://books.google.nl/books?id=SAzizViY30EC&amp;amp;q=Table+1.19&amp;amp;redir_esc=y#v=snippet&amp;amp;q=Table%201.19&amp;amp;f=false |Abruf=2023-11-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://web.archive.org/web/20131020100448/http://media.johnwiley.com.au/product_data/excerpt/47/04706745/0470674547-196.pdf |titel=Wayback Machine |format=PDF |abruf=2023-11-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vishnuismus enthält mehrere [[Religion|religiöse]] Strömungen unterschiedlichen Ursprungs. Die drei Hauptströmungen beziehen sich auf Vishnu, Vasudeva [[Krishna]] und [[Rama (Mythologie)|Rama]], den heldenhaften Prinzen im Epos [[Ramayana]]. Dem Selbstverständnis nach sind einige vishnuitische Strömungen [[Monotheismus|monotheistisch]], da sie [[Vishnu]], den „Einen ohne einen Zweiten“, verehren, beziehungsweise seine [[Inkarnation]]en, die [[Avatara]]s. Andere Gottheiten wie etwa [[Shiva]] und [[Brahma]] werden als Vishnu untergeordnet und als seine Diener verstanden. Außer Shiva gelten diese [[Deva (Gott)|Devas]] als Halbgötter oder als gewöhnliche [[Atman|Seelen]]. Nach vishnuitischen Lehren kann Vishnu sich in unzählige spirituelle Gestalten vervielfältigen, die alle mit ihm identisch sind. Dies gilt als Ausdruck seiner unbegrenzten Macht, und nicht als die Manifestation unterschiedlicher in Konkurrenz stehender Gottheiten. Um diese Haltung vom traditionellen Monotheismus abrahamitischer Prägung abzugrenzen, bezeichnete sie der Indologe [[Friedrich Max Müller]] als [[Henotheismus]]. Die heutige [[Religionswissenschaft|religionswissenschaftliche]] Literatur dagegen betrachtet Vishnuismus häufig als [[Monotheismus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eng mit Vishnuismus verknüpft ist die [[Avatara]]-Lehre: Danach kehrt Vishnu in zahllosen Inkarnationen auf die Welt zurück, wenn der [[Dharma]], Recht und Ordnung, schwinden. Am bekanntesten sind die „Zehn Avataras“ wovon der letzte, [[Kalki]], erst im [[Kali-Yuga]], dem Ende des jetzigen Zeitalters, erscheinen soll. Die anderen „Herabgestiegenen“ sind [[Matsya]], der Fisch, [[Kurma]], die Schildkröte, [[Varaha]], der Eber, der Löwenmensch [[Narasimha]], [[Vamana]], der Zwerg, [[Parashurama]], Rama, [[Krishna]] und [[Buddha]], den manche Traditionen durch Balarama, den älteren Bruder von Krishna, ersetzen. Die Vorstellung einer Vielheit an Inkarnationen wird in der [[Bhagavad Gita]] angedeutet und im [[Bhagavatapurana]] ausführlich dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den wichtigsten Schriften des Vaishnavismus gehören die [[Veda|Veden]], die [[Upanishaden]], die [[Bhagavad Gita]], die [[Pancharatra]] (Agama) Texte, [[Prabandham|Naalayira Divya Prabhandham]] und die [[Bhagavatapurana|Bhagavata Purana]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Todd M. Johnson, Brian J. Grim |Titel=The World&amp;#039;s Religions in Figures: An Introduction to International Religious Demography |Verlag=John Wiley &amp;amp; Sons |Datum=2013 |ISBN=978-1-118-32303-8 |Online=https://books.google.nl/books?id=SAzizViY30EC&amp;amp;q=Table+1.19&amp;amp;redir_esc=y#v=snippet&amp;amp;q=Table%201.19&amp;amp;f=false |Abruf=2023-11-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Die genaue antike Entstehung des Vishnuismus ist unklar, da die Belege widersprüchlich und spärlich sind.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Benjamín Preciado-Solís |Titel=The Kṛṣṇa Cycle in the Purāṇas: Themes and Motifs in a Heroic Saga |Verlag=Motilal Banarsidass Publishe |Datum=1984 |ISBN=0-89581-226-6 |Seiten=1-16 |Online=https://books.google.nl/books?id=JvCaWvjGDVEC&amp;amp;redir_esc=y |Abruf=2023-11-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wird jedoch vermutet, dass die Verehrung Vasudeva Krishnas wahrscheinlich schon Ende des 2.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts v.&amp;amp;nbsp;Chr. verbreitet war, was die [[Säule des Heliodoros|Garuda-Säule]] von [[Heliodoros (Gesandter)|Heliodorus]] belegt. Vishnu selbst wurde bereits im [[Rigveda]] erwähnt und man nimmt an, dass sich im 9. bis 6.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. eine monotheistische Theologie um ihn entwickelte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Rigveda|1|154}} bis {{Rigveda|1|156|form=pur}}, siehe [https://www.sacred-texts.com/hin/rigveda/rv01154.htm Vishnu im Rigveda].&amp;lt;/ref&amp;gt; Rama und Krishna wurden als Inkarnationen Vishnus aufgefasst. Den Begriff Vaishnava (Vishnuiten) verwendete man ungefähr ab dem 4./5.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert für diese Bewegungen, die Ursprünge liegen aber sehr viel weiter zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die komplexe Entstehungsgeschichte spiegelt sich auch in den beiden historischen Hauptkonfessionen des Vishnavismus wider. Die Bhagavats verehren [[Vasudeva Krishna|Vāsudeva-Krishna]] und sind Anhänger des brahmanischen Vaishnavismus, während die Pacaratrins [[Narayana]] als ihren Gründer betrachten und Anhänger des [[Tantra|tantrischen]] Vaishnavismus sind.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=None |Titel=Encyclopedia of religion |Verlag=Macmillan Reference USA |Ort=Detroit |Datum=2005 |ISBN=0-02-865733-0 |Seiten=9500 |Online=http://archive.org/details/encyclopediaofre0000unse_v8f2 |Abruf=2023-11-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Vishnuismus entwickelte sich eine dem [[Kshatriya]]-Ethos verpflichtete, königliche, herrschaftsorientierte Vishnu-Mythologie, die vor allem in Gestalt der Inkarnation Rama, im großen Epos der König von Ayodhya, sichtbar wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neu am Vishnuismus war zu jener Zeit die Konzeption dieses Gottes als höchster und einzig wahrer wirklicher Gott, der die Welt und alle Wesen einschließlich der anderen Götter in sich trägt und hervorbringt. Neu war auch der Weg zur Erlösung: einerseits pflichtgemäßes und vor allem selbstloses Handeln in der Gesellschaft, [[Karma-Yoga]], und andererseits [[Bhakti]], die bedingungslose, liebende Hingabe an Vishnu. Bhakti, vor allem an die Inkarnationen Krishna oder Rama, wurde zu einem wichtigen Teil der religiösen Praxis. Bhakti kennzeichnet die neue Beziehung zwischen Mensch und Gottheit, welche das [[Veda|vedische]] Opfer ablöst und zugleich die intellektuelle Suche nach erlösendem Wissen, [[Jnana-Yoga]], in eine starke emotionale Beziehung einbindet. Vor allem in der Bhagavad Gita wird [[Bhakti-Yoga]] als einer der Wege zur [[Moksha|Erlösung]] geschildert. Neu war auch eine weitgehende Ablehnung der traditionellen [[Kaste]]nordnung. Schon bei den im 8.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert wirkenden [[Alvars]], einflussreiche vishnuitische Poeten in Südindien, hatte sie keine Bedeutung; unter den zwölf anerkannten Heiligen gab es einige [[Shudra]]s, Angehörige der untersten Kaste. Auch spätere Vertreter des Vishnuismus wie [[Ramananda]] (13.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert), [[Kabir]] (15.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert) und [[Chaitanya]] (15./16.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert) machten bei ihren Anhängern keinen Unterschied nach Kastenzugehörigkeit, sie lehnten die Ungleichheit dezidiert ab. Wenn man auch nicht das System als solches angriff, so sah man doch alle Menschen gleich im Angesicht Gottes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Traditionelle Schulen ==&lt;br /&gt;
Vishnuismus besteht aus mehreren Richtungen, die voneinander abweichende Philosophien entwickelt haben. Diese werden durch verschiedene traditionelle Schulen, den [[Guru]]-Sampradayas mit zahlreichen Zweigen, die oft als eigenständige Sampradayas wahrgenommen werden, überliefert. Die meisten der heutigen Lehren leiten sich von einem dieser Philosophen ab. In allen ist Bhakti, die liebende Hingabe zu Vishnu-Narayana, den [[Avatara]]s Krishna und Rama ein zentraler Punkt ihrer Verehrung und Lehre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sri-Sampradaya und Ramanandi-Sampradaya ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Sri Vaishnava}}&lt;br /&gt;
Der bekannteste Vertreter der nach der Göttin Sri [[Lakshmi]] benannten Sri-Sampradaya ist der Philosoph [[Ramanuja]] (1017–1137). Er lehrte &amp;#039;&amp;#039;[[Vedanta#Vishishtadvaita-Vedanta|vishisht-advaita]]&amp;#039;&amp;#039;, „qualifizierten Nicht-Dualismus“, wonach „der all-eine Gott Narayana nicht ein all-umfassendes, von sich aus aller Unterschiede bares Sein ist, sondern von Natur aus schon die Einzelseelen und das Unbelebte als Qualitäten besitzt“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Helmuth von Glasenapp]], &amp;#039;&amp;#039;Die Philosophie der Inder&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Manche Lehrer dieses Zweiges nutzen die Metapher des „Tropfen im Ozeans“ um den qualifizierten Nicht-Dualismus zu erklären. So ist Gott Narayana der Ozean und die Einzelseelen die Tropfen. In Qualität sind sie gleich, in Quantität jedoch nicht. Somit ist die Seele ein Teil des Göttlichen und beinhaltet dessen Qualität, sie ist jedoch nicht Gott-gleich, wie zum Beispiel in der [[Advaita]]-Lehre, sondern ist als ergebener Diener Gottes zu sehen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Vishwananda |Titel=The Essence of Shreemad Bhagavatam |Verlag=Bhakti Marga Publications |Ort=Heidenrod-Springen |Datum=2016 |ISBN=978-3-940381-52-1}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ramanuja vertritt das Konzept eines persönlichen höchsten Wesen, [[Narayana]]. Der verbindende Faktor zwischen dem höchsten Wesen und den individuellen Seelen sei göttliche Liebe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein heute eigenständig auftretender Zweig ist die Ramanandi-Sampradaya. Sie geht auf Ramananda (13. Jahrhundert) zurück, der ein Schüler in der Linie Ramanujas war, aber später eigenständig wurde. Ramananda stellte Rama und [[Sita (Mythologie)|Sita]] in das Zentrum der religiösen Verehrung. Ein großer Teil der vishnuitischen [[Sadhus]] sind heute Ramanandis. Die bekanntesten Anhänger waren [[Kabir]] (1440–1518), der eine eigene Schule begründete sowie der spätere Begründer des [[Sikhismus]], [[Nanak]]. Die Ramanandi Sampradaya selbst hat zahlreiche Unterzweige.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Brahma-Sampradaya und Gaudiya Sampradaya ===&lt;br /&gt;
Bekannteste Vertreter der nach dem Gott [[Brahma]] benannten Brahma-Sampradaya sind [[Madhva]] (wahrscheinlich 13. Jahrhundert), auch Anandatirtha genannt, sowie der hauptsächlich in [[Bengalen]] wirkende Mystiker [[Chaitanya]] (1486–1533), dessen Linie, die Gaudiya Sampradaya, eine Untergruppe der Brahma-Sampradaya ist. Madhva betonte besonders deutlich den Dualismus, &amp;#039;&amp;#039;dvaita&amp;#039;&amp;#039;, und unterschied streng zwischen Gott, der materiellen Welt ([[Prakriti]]) und den Seelen. Nicht das Einswerden mit dem Göttlichen sei das Ziel, wie es Anhänger der von ihm vehement bekämpften [[Advaita]]-Lehre sahen, sondern die Seligkeit in [[Vaikuntha]], Vishnus „Himmel“, in der Gegenwart des Göttlichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Chaitanya dagegen betonte sowohl die Dualität als auch die gleichzeitige Einheit von Gott, Seelen und Welt. Seine Philosophie wird als &amp;#039;&amp;#039;[[Vedanta#Achintya Bhedabheda|acintya-bheda-abheda-tattva]]&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet, die höchste Wahrheit, Gott, sei auf unvorstellbare Weise gleichzeitig eins (bheda) und doch verschieden (abheda) von allem. Die Lehre ist mit dem Zusatz &amp;#039;&amp;#039;acintya&amp;#039;&amp;#039;, also „unausdenkbar“, versehen, da sie rational nicht fassbar sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Vishnuiten im Sinne Madhvas nur einen sehr kleinen Teil ausmachen, sind die vielen Äste und Zweige, die von Chaitanyas Linie ausgingen, heutzutage kaum überschaubar. Herausragend ist Bhaktisiddhanta Saraswati Thakuras Gaudiya-Math, aus der die im Westen bekannte [[Hare Krishna|Hare-Krishna]]-Bewegung als ein Zweig hervorging.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rudra-Sampradaya ===&lt;br /&gt;
In der nach dem Gott [[Shiva]] ([[Rudra]]) benannten Rudra-Sampradaya ist der bekannteste Vertreter [[Vallabha]] (1479–1531). Er vertritt &amp;#039;&amp;#039;suddha advaita&amp;#039;&amp;#039;, „reinen Nicht-Dualismus“. Danach ist Krishna identisch mit der höchsten Weltenseele, dem [[Brahman (Philosophie)|Brahman]], und schließt die Verschiedenheit der Welt in sich selber ein. In seinen Kommentaren ist es Vallabha ein besonderes Anliegen, seine Anhänger auf den „Weg der Gnade“, &amp;#039;&amp;#039;pushti-marga&amp;#039;&amp;#039;, zu führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vallabhas Lehre soll von Vishnu Swami (ca. 13. Jahrhundert), einem älteren Meister, abstammen. Er hatte &amp;#039;&amp;#039;[[Vedanta#Advaita-Vedanta|advaita]]&amp;#039;&amp;#039;, die reine Nichtdualität, gelehrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kumara-Sampradaya ===&lt;br /&gt;
Nach den vier Söhnen des Gottes [[Brahma]], den [[Sanatkumara|Kumaras]], wurde die Kumara-Sampradaya, auch Sanakadi-Sampradaya benannt. Wichtigster Vertreter dieser heute weniger populären Schule ist [[Nimbarka]] (wahrscheinlich 13. Jahrhundert). Er etablierte die Philosophie der &amp;#039;&amp;#039;[[Vedanta#Dvaita-Vedanta|dvaita-advaita]]&amp;#039;&amp;#039;, der gleichzeitigen Zweiheit und Nichtzweiheit: Gott sei gleichzeitig eins und unterschieden von der Welt. Nach dieser Schule wird [[Moksha]], die Befreiung, durch wahre Erkenntnis erlangt, die man ihrerseits durch wahre Gottesverehrung gewinnen kann. Für Nimbarka ist Krishna im Gegensatz zu den anderen vishnuitischen Lehren nicht ein Avatar, sondern das eigentliche Wesen Gottes und er identifiziert wie Vallabha Krishna mit dem Brahman. Nimbarka war als besonderer Verehrer des göttlichen Paares [[Radha]] und Krishna bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Reformierte Gruppen ===&lt;br /&gt;
Außer den genannten Haupt-Sampradayas gibt es noch etwa zwölf größere reformierte Gruppen, deren Mönche, die [[Sadhus]], teilweise außergewöhnliche Praktiken ausüben, wie etwa jene der Sakhi Sampradaya, die in ihrer Verehrung eine weibliche Identität annehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anhänger des Mahanubhoa Pantha lehnen die typisch hinduistische Anbetung des Göttlichen im [[Bilderverehrung|Bildnis]] völlig ab. Mönche der Harshachandi Pantha bleiben auch nach ihrer Initiation Straßenkehrer, aus deren Kaste sie überwiegend stammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf den Poeten und Mystiker [[Kabir]] geht die Kabira Pantha zurück. Kabir war zunächst Muslim, wandte sich aber schon früh davon ab. Er ließ in seine Philosophie auch Lehren islamischer Mystik, dem [[Sufismus]], einfließen. Seine Lieder sind noch heute in ganz Indien Volksgut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die im achtzehnten Jahrhundert gegründete Schule des spirituellen Lehrers [[Swaminarayan]] ist vor allem im indischen Bundesstaat [[Gujarat]] verbreitet. Angehörige dieser Linie unterhalten besonders durch emigrierte Hindus weltweit Tempel und Zentren, so etwa den größten hinduistischen Tempel Europas in [[Neasden-Tempel|London-Neasden]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.swaminarayan.org/globalnetwork/europe/london.htm Webseite des Londoner BAPS Tempels]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Heilige ==&lt;br /&gt;
Außer den philosophischen Vertretern kennt der Vishnuismus noch eine weitere Reihe von bedeutenden Heiligen, deren Werke neben den vishnuitischen Schriften noch heute eine wichtige Basis der Vishnu-Verehrung sind. Dazu gehören in Süd-Indien vor allem die tamilischen [[Alvars]], zwölf Dichter (7. bis 9. Jahrhundert), deren inbrünstige Hymnen maßgeblich am Verschwinden des damals in Indien verbreiteten [[Buddhismus]] mitgewirkt haben sollen. Im westlichen Indien war es vor allem der schon zu seinen Lebzeiten populäre Poet [[Tukaram]] (17. Jahrhundert), ein leidenschaftlicher Anhänger Krishnas, den er in Liedern und Gedichten verehrte. Er wurde von erbosten [[Brahmanen]] verklagt, da er als Angehöriger der untersten Kaste nicht die Weisheiten der Veden verbreiten dürfe. Für die hindisprachige Bevölkerung dagegen war [[Tulsidas]] (17. Jahrhundert) besonders wichtig, der Verfasser des Hindu-[[Ramayana]]. Auch die Lieder der Mystikerin [[Mirabai]] (1498 bis wahrscheinl. 1546), die sich schon in ihrer Kindheit als Gattin Krishnas fühlte, singen Hindus noch heute zu Ehren des Gottes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die wichtigsten Texte des Vishnuismus ==&lt;br /&gt;
:* [[Ramayana]], auch in der Hindi-Nachdichtung von [[Tulsidas]], dem Ramacharitmanas&lt;br /&gt;
:* [[Mahabharata]] mit der [[Bhagavad Gita]]&lt;br /&gt;
:* [[Bhagavatapurana]] und Vishnupurana&lt;br /&gt;
:* Lieder der [[Alvar (Hinduismus)|Alvars]] (7.–9. Jahrhundert)&lt;br /&gt;
:* [[Agama (Hinduismus)|Agamas]] der Pancaratra-Schule&lt;br /&gt;
:* [[Chaitanya Charitamrita]] und Chaitanya-Bhagavata (16. Jahrhundert)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute ist der Vishnuismus vielleicht die nach der Zahl der Gläubigen größte unter den indischen Religionen, dicht gefolgt vom [[Shivaismus]]. Er beherrscht den indischen Mittelstand und ist in Nordindien vor allem durch die Brahma-[[Hinduistische Orden#Advaita-Orden|Sampradaya]] und in Südindien hauptsächlich durch die Shri-Sampradaya vertreten. Viele berühmte Menschen waren Anhänger Vishnus, so etwa [[Mohandas Karamchand Gandhi|Mahatma Gandhi]], der zeit seines Lebens ein Rama-Mantra benutzte. Der erste bekannte westliche Vishnu-Verehrer war [[Heliodoros (Gesandter)|Heliodoros]] (2. Jahrhundert v. Chr.), ein griechischer Botschafter am Hof von König [[Bhagabhadra|Kasiputra Bhagabhadra]], der seine Verehrung auf einer Säule dokumentierte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.archaeologyonline.net/artifacts/heliodorus-column.html Die Garuda-Säule von Heliodurus.]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Hinduistische Orden]]&lt;br /&gt;
* [[Vedanta]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Vaishnavism|Vishnuismus}}&lt;br /&gt;
* [https://www.dvaita.net/ Texte aus der Tradition von Madhva]&lt;br /&gt;
* [https://plato.stanford.edu/entries/monotheism/#7.3 Das Shri Vaishnavatum und Monotheismus] &amp;#039;&amp;#039;(englisch; in der Stanford Encyclopedia of Philosophy)&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [https://srivaishnavan.com/faqs/ Sehr ausführlicher FAQ der Sri-Ramanuja-Sampradaya] &amp;#039;&amp;#039;(englisch)&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- enthält bislang nur Kurzdefinition --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4190086-8}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vishnuismus| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Monotheismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hinduistische Richtung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
	</entry>
</feed>