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	<title>Vincenz Müller - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-23T12:06:26Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Vincenz_M%C3%BCller&amp;diff=658578&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Sesemihl: Typo korrigiert</title>
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		<updated>2026-03-10T15:28:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Typo korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Fotothek df roe-neg 0002166 001 Portrait Vincenz Müllers auf der Friedenskundgebung am 22. Juni 1950.jpg|mini|Vincenz Müller in Leipzig (1950)]]&lt;br /&gt;
[[File:Grab Vincenz Müller.jpg|thumb|Das Grab von Vincenz Müller auf dem [[Friedhof Adlershof]] in Berlin]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Vincenz Müller&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[5. November]] [[1894]] in [[Aichach]], [[Bayern]]; † [[12. Mai]] [[1961]] in [[Ost-Berlin]]) war ein deutscher Heeresoffizier (zuletzt [[Generalleutnant]]) sowie Abgeordneter der Volkskammer in der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]]. Der Infanteriekommandeur befehligte im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] Großverbände der [[Wehrmacht]] an der [[Deutsch-Sowjetischer Krieg|Ostfront]]. Im Juli 1944 geriet er in sowjetische [[Kriegsgefangene des Zweiten Weltkrieges|Gefangenschaft]], wechselte die Seiten und wurde ranghohes Mitglied des [[Nationalkomitee Freies Deutschland|NKFD]] und des [[Bund deutscher Offiziere|Bundes deutscher Offiziere]]. In der DDR war er stellvertretender Vorsitzender der [[Blockpartei]] [[Nationaldemokratische Partei Deutschlands (DDR)|NDPD]] und 1950–1952 Vizepräsident der [[Volkskammer]]. Als Stellvertreter des Innen- bzw. Verteidigungsministers und Chef des Hauptstabes wirkte er führend bei der Schaffung der [[Kasernierte Volkspolizei|Kasernierten Volkspolizei]] und seit 1956 der [[Nationale Volksarmee|Nationalen Volksarmee]] mit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Müller wurde als Sohn des [[Gerben|Gerbermeisters]] [[Ferdinand Müller (Politiker, 1859)|Ferdinand Müller]] und dessen Frau Viktoria, geb. Deuringer († 1922), geboren. Der Vater war von 1913 bis 1928 Landtagsabgeordneter der [[Geschichte der Deutschen Zentrumspartei|Zentrumspartei]] bzw. [[Bayerische Volkspartei|Bayerischen Volkspartei]]. Vincenz Müller begann nach dem Abitur 1913 am St.-Michaels-Gymnasium der [[Kloster Metten|Benediktiner-Abtei Metten]] eine Karriere als [[Berufssoldat|Berufsoffizier]] der [[Pioniertruppe]]. Er trat zunächst in die [[bayerische Armee]] ein und wechselte dann zur [[Württembergische Armee|württembergischen Armee]], wo er im 13. Pionierbataillon in Ulm diente. Der 1914 zum [[Leutnant]] ernannte Müller wurde im ersten Jahr des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] in den [[Vogesen]] schwer verwundet.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://des.genealogy.net/search/show/295348 Auszug aus den deutschen Verlustlisten (württ. 43) vom 27. Oktober 1914, S. 1345 – Fähnrich, Pionier-Bataillon Nr. 13, 4. Kompagnie]&amp;lt;/ref&amp;gt; Ab Juni 1915 zog er mit 250 unterstellten Soldaten der [[Deutsche Militärmissionen im Osmanischen Reich|deutschen Militärmission in der Türkei]] nach [[Konstantinopel]].&amp;lt;ref&amp;gt;wie sich später herausstellte, war der Marschbefehl auf eine andere Person mit demselben Namen ausgestellt&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach dem November 1915 zog er von Berlin&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Joachim Lapp: &amp;#039;&amp;#039;General bei Hitler und Ulbricht: Vincenz Müller – eine deutsche Karriere.&amp;#039;&amp;#039; S. 19–22 ([https://books.google.de/books?id=Shy47Bkif20C&amp;amp;lpg=PA19&amp;amp;dq=T%C3%BCrkei%20%E2%80%9EVincenz%20M%C3%BCller%E2%80%9C&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA22#v=onepage&amp;amp;q=T%C3%BCrkei%20%E2%80%9EVincenz%20M%C3%BCller%E2%80%9C&amp;amp;f=false online])&amp;lt;/ref&amp;gt; nach Bagdad. Ende 1916 erkrankte er an Typhus und Malaria und kehrte zum Lazarettaufenthalt nach Ulm zurück. Nach seiner Genesung meldete er sich im Juni 1917 freiwillig als Lehrer an der Pionieroffiziersschule in Konstantinopel, wo er als Taktiklehrer eingesetzt wurde. Von Anfang 1918 bis zum Kriegsende kämpfte er an der Westfront.&amp;lt;ref&amp;gt;Torsten Diedrich: &amp;#039;&amp;#039;Vincenz Müller – Patriot im Zwiespalt.&amp;#039;&amp;#039; In: Hans Ehlert, Armin Wagner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Genosse General! Die Militärelite der DDR in biografischen Skizzen.&amp;#039;&amp;#039; Ch. Links Verlag, Berlin 2003, S. 125–157, hier S. 127 ([https://books.google.de/books?id=J8myCwAAQBAJ&amp;amp;lpg=PA127&amp;amp;dq=T%C3%BCrkei%20%E2%80%9EVincenz%20M%C3%BCller%E2%80%9C&amp;amp;hl=de&amp;amp;pg=PA127#v=onepage&amp;amp;q=T%C3%BCrkei%20%E2%80%9EVincenz%20M%C3%BCller%E2%80%9C&amp;amp;f=false online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Ende des Krieges diente er als [[Zugführer (Militär)|Zugführer]] im [[Pionier (Militär)|Pionier-Bataillon]] in [[Ulm]] und beim [[Wehrkreis]]kommando&amp;amp;nbsp;V, [[Stuttgart]]. Ab 1921 durchlief er die „[[Führergehilfenausbildung]]“ (getarnte [[Generalstab]]sausbildung), die er 1927 abschloss, und wurde anschließend zum [[Major]] befördert. Parallel studierte er an der [[Technische Hochschule Stuttgart|Technischen Hochschule Stuttgart]] drei Semester Kunstgeschichte. Im Jahre 1923 wechselte er in das [[Generalstab#Weimarer Republik|Truppenamt]] beim [[Reichswehrministerium]] in Berlin (Ersatz für den nach dem Versailler Vertrag untersagten Generalstab), wo er zuerst in der politischen Abteilung des Reichsarchivs eingesetzt wurde. Ab Anfang Oktober 1928 wechselte er in die neu gebildete Wehrmachtsabteilung (W) unter [[Kurt von Schleicher]]. Mit seinem Förderer Schleicher verband ihn ein freundschaftliches Verhältnis. Eingesetzt war er als Referent und hatte die Aufgabe, die Propagandaarbeit für die Rüstungsarbeit der Reichswehr zu unterstützen und in getarnter Form Anleitung für die im Osten eingesetzten Grenzdiensteinheiten zu geben. Im Sommer 1930 unternahm er eine mehrwöchige Reise in die Sowjetunion, wo er Einheiten der [[Rote Armee|Roten Armee]] und die dort von der Reichswehr unterhaltenen [[Geheime Fliegerschule und Erprobungsstätte der Reichswehr|Ausbildungszentren]] in [[Panzerschule Kama|Kama]] und [[Lipezk]] aufsuchte.&amp;lt;ref&amp;gt;Torsten Diedrich: &amp;#039;&amp;#039;Vincenz Müller – Patriot im Zwiespalt.&amp;#039;&amp;#039; In: Hans Ehlert, Armin Wagner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Genosse General! Die Militärelite der DDR in biografischen Skizzen.&amp;#039;&amp;#039; Ch. Links Verlag, Berlin 2003, S. 125–157, hier S. 129–130.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;NDB&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach seiner Rückkehr wurde Müller ab Oktober 1930 im Truppendienst als [[Kompaniechef]] beim Pionierbataillon&amp;amp;nbsp;7 in [[München]] eingesetzt. In Vorbereitung des „[[Preußenschlag]]es“ wurde er extra nach Berlin befohlen. Bei dieser Mission, die auf Anforderung des inzwischen zum Reichswehrminister ernannten [[Kurt von Schleicher]] erfolgte, musste er aus Geheimhaltungsgründen einen Urlaub vortäuschen. Als er am 20.&amp;amp;nbsp;Juli 1932 in Berlin eintraf, war die Genehmigung zur Auslösung des Ausnahmezustandes für Berlin und Brandenburg noch nicht erteilt. Auf Weisung des Reichswehrministers von Schleicher und des Befehlshabers [[Gerd von Rundstedt]] leitete er Schritte zur Amtsenthebung der preußischen Polizeiführung ein. Als sich der Berliner Polizeipräsident [[Albert Grzesinski]], Polizeivizepräsident [[Bernhard Weiß (Jurist)|Bernhard Weiß]] und der Leiter der Schutzpolizei [[Magnus Heimannsberg]] weigerten, seinen Anweisungen zu folgen, ließ er sie gegen 17 Uhr in Haft nehmen. Über diesen Schritt meldete er Vollzug.&amp;lt;ref&amp;gt;Lapp: &amp;#039;&amp;#039;General bei Hitler und Ulbricht.&amp;#039;&amp;#039; ebenda, S. 41–43.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese politische Aktion trug Staatsstreichcharakter.&amp;lt;ref&amp;gt; Heinrich August Winkler, Weimar 1918–1933. Die Geschichte der ersten deutschen Demokratie, Verlag C.H.Beck München 1993, S. 497ff. &amp;lt;/ref&amp;gt; Mit Aufhebung des Ausnahmezustandes am 26. Juli 1932 kehrte Müller zu seiner Einheit nach München zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg ===&lt;br /&gt;
Nach der [[Ernennung Hitlers zum Reichskanzler]] am 30.&amp;amp;nbsp;Januar 1933 diente Müller von 1933 bis 1935 als Leiter des Aufbaus der [[Mobilmachung]]s&amp;amp;shy;organe im Generalstab des Wehrkreiskommando&amp;amp;nbsp;VII, München, wo sein oberster Vorgesetzter [[Generalleutnant|General]] [[Wilhelm Adam (General, 1877)|Wilhelm Adam]] war, den er bereits aus dem Reichswehrministerium persönlich kannte. Anschließend war er bis 1937 Leiter der Gruppe Mobilmachung im [[Generalstab]] des Heeres. Nach dem Besuch der [[Wehrmachtakademie]] diente Müller von 1938 bis 1940 als [[Erster Generalstabsoffizier]] (Ia) der [[Heeresgruppe]]&amp;amp;nbsp;2, [[Kassel]]. In dieser Zeit wurde er zum [[Oberst]] befördert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Müller gehörte bereits 1939 zu den Mitwissern einer Verschwörung um [[Erwin von Witzleben]] und [[Kurt von Hammerstein-Equord]], die das Ziel hatte, Hitler und Göring zur Vereitelung weiterer Kriegspläne zu stürzen. So beteiligte er sich als Kurier zum [[Oberkommando des Heeres]], wo er Generaloberst [[Franz Halder]] über die Lage informierte und zur Mithilfe aufforderte. Zuvor warnte er Oberst [[Hans Oster]] vor übereilten Aktionen. Die Verschwörungspläne blieben erfolglos.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Ehlert, Armin Wagner: &amp;#039;&amp;#039;Genosse General! Die Militärelite der DDR in biografischen Skizzen.&amp;#039;&amp;#039; Ch. Links Verlag, Berlin 2003.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1940 bis 1943 war Müller Chef des Stabes der [[17. Armee (Wehrmacht)|17. Armee]] am Südabschnitt der Ostfront. Nach seiner Ernennung zum [[Generalmajor]] und einem Lazarettaufenthalt diente der zum [[Generalleutnant]] beförderte Müller 1943 kurzzeitig als Kommandeur der [[56. Infanterie-Division (Wehrmacht)|56.&amp;amp;nbsp;Infanterie-Division]], dann bis Juni 1944 als Kommandeur der aus den Resten seiner eigenen und der [[262. Infanterie-Division (Wehrmacht)|262. Infanterie-Division]] entstandenen „Korpsabteilung D“. Am 4.&amp;amp;nbsp;Juni 1944 wurde er mit der Führung des [[XII. Armeekorps (Wehrmacht)|XII. Armeekorps]] beauftragt. Während der [[Operation Bagration|Zerschlagung der Heeresgruppe Mitte]] im Sommer 1944 versuchte Müller als Befehlshaber einer Kampfgruppe aus Teilen der [[4. Armee (Wehrmacht)|4.&amp;amp;nbsp;Armee]] vergeblich, einer Einkesselung durch die Rote Armee zu entgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach eigenen Angaben ritt Müller am 8. Juli 1944 in aussichtsloser Lage zur sowjetischen Seite, wo er sich gefangen nehmen ließ und umgehend veranlasste, dass ein von ihm verfasster Befehl, die Waffen niederzulegen, per Flugblatt über seinen Truppen abgeworfen wurde. Dies rettete zahlreichen Soldaten das Leben.&amp;lt;ref&amp;gt;Lapp (Lit.), S.&amp;amp;nbsp;139&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Unter dem Eindruck eines Gesprächs mit dem sowjetischen Generalleutnant [[Lew Sacharowitsch Mechlis|Lew Mechlis]], das er am Tag nach seiner Gefangennahme geführt hatte, beschloss Müller, sich aktiv gegen Hitler zu stellen. Die Geschwindigkeit Müllers beim Wechsel der Seiten rief unter deutschen [[Kriegsgefangene des Zweiten Weltkrieges|Kriegsgefangenen]] und Emigranten Verblüffung hervor.&amp;lt;ref&amp;gt;Lapp (Lit.), S. 141–143&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu dem Schaumarsch an der Spitze von 50.000 deutschen Gefangenen durch Moskau am 17.&amp;amp;nbsp;Juli 1944, dessen Bilder sofort um die Welt gingen, soll er sich freiwillig gemeldet haben.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=JC6oJURg6Pk Sowjetischer Propagandafilm &amp;#039;&amp;#039;Bewachter Marsch der kriegsgefangenen Deutschen durch Moskau.&amp;#039;&amp;#039;] Vincenz Müller erscheint ab Minute 1,50 mit Nennung des Kommandos und der Information, dass er am 8.&amp;amp;nbsp;Juli die Einstellung der Kämpfe befohlen hatte.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Müller trat dem [[Nationalkomitee Freies Deutschland]] (NKFD) und dem [[Bund deutscher Offiziere]] (BDO) bei und absolvierte die [[Antifa-Schule]] in [[Krasnogorsk]]. Ein engeres Verhältnis entwickelte Müller zu dem [[Innenministerium der UdSSR#Kriegsgefangenenlager und Arbeitslager|NKWD]]-Mitarbeiter [[Wolf Stern]], der sich seinerseits später für Müllers Rückkehr nach Deutschland einsetzte.&amp;lt;ref&amp;gt;Lapp (Lit.), S.&amp;amp;nbsp;248&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er fungierte zeitweilig als Berater des Feldmarschalls [[Friedrich Paulus]], mit dem zusammen er während der Gefangenschaft eine [[Datsche]] in [[Tomilino]] bei Moskau bewohnte. Er bereitete mit Paulus dessen Aussage als Zeuge der Anklage beim [[Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess]] vor. 1948 wirkte Müller als Assistent und Seminarleiter für Philosophie an einem Lehrgang der Antifa-Schule Krasnogorsk mit.&amp;lt;ref&amp;gt;Torsten Diedrich: &amp;#039;&amp;#039;Vincenz Müller – Patriot im Zwiespalt.&amp;#039;&amp;#039; In: Hans Ehlert, Armin Wagner: &amp;#039;&amp;#039;Genosse General! Die Militärelite der DDR in biografischen Skizzen.&amp;#039;&amp;#039; Ch. Links Verlag, Berlin 2003, S. 125–157, hier S. 137.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachkriegszeit und DDR ===&lt;br /&gt;
[[File:Bundesarchiv Bild 183-10548-0018, Berlin, 10. Volkskammersitzung, Beschluss Volksbefragung.jpg|mini|Vincenz Müller in der Volkskammer (1951)]]&lt;br /&gt;
Nach dem Beschluss des Ministerrats der Sowjetunion, in der [[Sowjetische Besatzungszone|sowjetischen Besatzungszone]] (SBZ) Deutschlands kasernierte, militärisch ausgerichtete Polizeibereitschaften aufbauen zu lassen, wurde Müller im September 1948 aus der Kriegsgefangenschaft in die SBZ entlassen. Dort wurde er sogleich zum Chefinspekteur der [[Deutsche Volkspolizei|Volkspolizei]] in der [[Deutsche Verwaltung des Innern|Deutschen Verwaltung des Innern]] ernannt, schied aus dieser Funktion jedoch nach einer Erkrankung an [[Schilddrüsenüberfunktion]] bereits Anfang 1949 wieder aus. Müller trat der [[Blockpartei]] [[National-Demokratische Partei Deutschlands]] (NDPD) bei, war von Februar bis Oktober 1949 deren Politischer Geschäftsführer und anschließend bis 1952 Erster stellvertretender Vorsitzender. Von 1950 bis 1958 war er Abgeordneter der [[Volkskammer]] und von 1950 bis 1952 deren Vizepräsident.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-44786-0002, Empfang von NVA-Offizieren durch Wilhelm Pieck.jpg|mini|Generalleutnant Vincenz Müller (2.v.l.) bei einem Empfang durch den Präsidenten der DDR [[Wilhelm Pieck]] (1957)]]&lt;br /&gt;
Nachdem er unmittelbar nach der Kriegsgefangenschaft nach eigener Aussage kein Interesse an einer militärähnlichen Tätigkeit hatte, wirkte er ab 1952 doch am militärischen Aufbau der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] mit. Als Nachfolger [[Bernhard Bechler]]s wurde er einer der Stellvertreter des [[Ministerium des Innern (DDR)|Ministers des Innern]] [[Willi Stoph]] (SED) und Chef der Hauptverwaltung Organisation bzw. Chef des Stabs, ab Oktober 1952 trug er wieder den Rang eines Generalleutnants (der Volkspolizei). Das [[Ministerium für Staatssicherheit]] (MfS) überwachte ab Oktober 1952 Müller durch dessen persönlichen Sekretär Hauptmann Heinz Sperling, den es 1958 auch als &amp;#039;&amp;#039;[[Inoffizieller Mitarbeiter|Geheimen Informanten]]&amp;#039;&amp;#039; (GI) schriftlich verpflichtete.&amp;lt;ref&amp;gt;Lapp (Lit.), S. 187 f. Sperling (* 1923) schied 1958 im Rang eines Oberstleutnants mit seinem Vorgesetzten Müller aus dem aktiven Dienst aus, war als Militärhistoriker in Potsdam tätig und veröffentlichte später im [[Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik]].&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahr 1953 wurde Müller zum Chef des Stabes der [[Kasernierte Volkspolizei|Kasernierten Volkspolizei]] (KVP) ernannt. Mit deren Umwandlung in die [[Nationale Volksarmee]] (NVA) wechselte er 1956 als Chef des Hauptstabes der NVA in das [[Ministerium für Nationale Verteidigung]] und wurde wiederum Stellvertreter von Willi Stoph, der nun das Amt des Verteidigungsministers innehatte. Müller war damit der ranghöchste der (im Vergleich zur Bundeswehr) wenigen ehemaligen Offiziere der Wehrmacht in den DDR-Streitkräften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sämtliche westlichen Nachrichtendienste interessierten sich für ihn und ehemalige Kameraden besuchten ihn 1952 in Ostberlin auch im Auftrag der „[[Organisation Gehlen]]“.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.3sat.de/page/?source=/ard/sendung/69885/index.html &amp;#039;&amp;#039;General bei Hitler und Ulbricht. Vincenz Müller – eine deutsche Karriere.&amp;#039;&amp;#039;] 3.sat.de, abgerufen am 7. Sep. 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt; Über Kontakte, die er zu alten Kameraden&amp;amp;nbsp;– vor allem nach Bayern&amp;amp;nbsp;– hatte, traf er 1955 und 1956 im Auftrag der DDR-Regierung den damaligen Bundesfinanzminister [[Fritz Schäffer]] ([[Christlich-Soziale Union in Bayern|CSU]]) in Ostberlin und führte Gespräche über die Chancen einer deutsch-deutschen Verständigung mit dem Ziel einer [[Konföderation]]. Müller deutete einen bevorstehenden Sturz [[Walter Ulbricht]]s und die Möglichkeit eines wiedervereinigten Deutschlands an, das aber so [[Österreichische Neutralität|neutral wie Österreich]] sein solle.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jan von Flocken]], Michael F. Scholz: &amp;#039;&amp;#039;Ernst Wollweber.&amp;#039;&amp;#039; Aufbau-Verlag, Berlin 1994, S. 197.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Beschluss des [[Sozialistische Einheitspartei Deutschlands#Politbüro des Zentralkomitees|Politbüros der SED]] vom 15. Februar 1957 wurden fast alle ehemaligen Offiziere der Wehrmacht bis Ende der 1950er-Jahre schrittweise aus der NVA entlassen und pensioniert,&amp;lt;ref&amp;gt;Hans Ehlert, Armin Wagner: &amp;#039;&amp;#039;Genosse General! Die Militärelite der DDR in biografischen Skizzen.&amp;#039;&amp;#039; Ch Links Verlag, Berlin 2003.&amp;lt;/ref&amp;gt; im Februar 1958 auch Müller. Bereits im März 1958 wurde dies in der bundesdeutschen Presse gemeldet und zusätzlich dargelegt, Müller sei bereits im Dezember 1957 vom Dienst suspendiert worden. Weiter hieß es, DDR-Verteidigungsminister Stoph habe ihm vorgeworfen, sich gegen Beschlüsse des SED-Zentralkomitees bezüglich der führenden Rolle der SED in der Volksarmee gestellt zu haben. Im September 1958 wurde dann auch offiziell bekannt gegeben, dass Müller wegen einer schweren Herzkrankheit auf eigenen Wunsch in den Ruhestand versetzt worden sei.&amp;lt;ref&amp;gt;http://www.3sat.de/page/?source=/ard/sendung/69885/index.html&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 12. Mai 1961 beging Müller durch einen Sprung aus der Loggia seines Hauses in Berlin-[[Schmöckwitz]] [[Suizid]].&amp;lt;ref&amp;gt;Zum Tod Müllers siehe Lapp (Lit.), S. 241 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Kurz darauf [[Flucht aus der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR|flüchteten]] Müllers Sohn und Schwiegertochter in den Westen. Die DDR-Berichterstattung verschwieg den Selbstmord. Der Autor Heinz Sperling schrieb im Jahr 1997 in seinem Beitrag für die [[Neue Deutsche Biographie]] zu Vincenz Müller vom lediglich „wahrscheinlichen Freitod“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;NDB&amp;quot;&amp;gt;{{NDB|18|479|480|Müller, Vincenz|Heinz Sperling|121543927}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Wider besseres Wissen verbreitete der ehemalige GI Heinz Sperling gegenüber Fernsehjournalisten 1998 die Version vom möglichen Unfalltod.&amp;lt;ref&amp;gt;Lapp (Lit.), S. 242.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auszeichnungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;div style=&amp;quot;column-count:2;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Eisernes Kreuz]] (1914) II. und I. Klasse&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rangliste&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Rangliste des Deutschen Reichsheeres.&amp;#039;&amp;#039; Mittler &amp;amp; Sohn Verlag, Berlin 1930, S. 145.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Verwundetenabzeichen]] (1918) in Schwarz&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rangliste&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Friedrichs-Orden|Ritterkreuz II. Klasse des Friedrichs-Ordens]] mit Schwertern&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rangliste&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Mecidiye-Orden]] V. Klasse mit Säbeln&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rangliste&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Liakat-Medaille]] in Silber mit Schwertern&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rangliste&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Eiserner Halbmond]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Rangliste&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Deutsches Kreuz]] in Gold am 26. Januar 1942&amp;lt;ref&amp;gt;Lapp, Berlin 2003, S.&amp;amp;nbsp;130.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes]] am 7. April 1944&amp;lt;ref&amp;gt;Lapp, Berlin 2003, S. 246.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Vaterländischer Verdienstorden|Vaterländischer Verdienstorden der DDR]] in Gold&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Publikationen ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Unser Programm&amp;#039;&amp;#039;, National-demokratische Schriftenreihe / H. Nr. 16. 1951&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Deutschlands Zukunft nicht Schicksal&amp;#039;&amp;#039;, sondern Selbstbestimmung, National-demokratische Schriftenreihe / H. Nr. 19. 1952&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Ich fand das wahre Vaterland.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. von Klaus Mammach, Deutscher Militärverlag, Berlin 1963 (postum).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{WWW-DDR|id=vincenz-mueller|lemma=Müller, Vincenz|autor=[[Bernd-Rainer Barth]], [[Helmut Müller-Enbergs]]|band=2|idNum=2428}}&lt;br /&gt;
* Torsten Diedrich: &amp;#039;&amp;#039;Vincenz Müller – Patriot im Zwiespalt.&amp;#039;&amp;#039; In: Hans Ehlert, Armin Wagner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Genosse General! Die Militärelite der DDR in biografischen Skizzen.&amp;#039;&amp;#039; Ch. Links Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-86153-312-X, S. 125–157.&lt;br /&gt;
* Klaus Froh, [[Rüdiger Wenzke]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Generale und Admirale der NVA. Ein biographisches Handbuch.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage. Ch. Links Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-86153-209-3.&lt;br /&gt;
* [[Hanns Jürgen Küsters]]: &amp;#039;&amp;#039;Wiedervereinigung durch Konföderation? Die informellen Unterredungen zwischen Bundesminister Fritz Schäffer, NVA-General Vincenz Müller und Sowjetbotschafter Georgij Maksimowitsch Puschkin 1955/56.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte]]&amp;#039;&amp;#039; Jg. 40 (1992) Heft 1, S. 107–153. online hier. [http://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1992_1.pdf]&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=[[Peter Joachim Lapp]] |Titel=General bei Hitler und Ulbricht. Vincenz Müller – Eine deutsche Karriere |Verlag=Ch. Links Verlag |Ort=Berlin |Datum=2003 |ISBN=3-86153-286-7 |Online={{Google Buch | BuchID=Shy47Bkif20C}}}} [http://www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-3046 Rezension] von [[Bernd Stöver]] bei &amp;#039;&amp;#039;[[H-Soz-Kult]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Georg Meyer, Drei deutsche Generale. Dienst in der Diktatur und im Spannungsfeld des kalten Krieges, in: Bruno Thoß (Hrsg.) Vom kalten Krieg zur deutschen Einheit. Analysen und Zeitzeugenberichte zur deutschen Militärgeschichte 1945–1995, München 1995&lt;br /&gt;
* Peter Joachim Lapp: Vincenz Müller. General in Wehrmacht und Volksarmee, Helios, Aachen 2024, ISBN 978-3-86933-297-0&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|121543927}}&lt;br /&gt;
* [https://invenio.bundesarchiv.de/invenio/direktlink/4033851c-bb78-46b2-a417-ae956c181cb9/ Nachlass BArch N 774]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=121543927|LCCN=no/2003/111870|VIAF=67325669}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Muller, Vincenz}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Oberleutnant (Württemberg)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Angehöriger der Deutschen Militärmission im Osmanischen Reich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Major (Reichswehr)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Generalleutnant (Heer der Wehrmacht)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Generalleutnant (KVP)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Generalleutnant (Nationale Volksarmee)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kommandeur einer Infanterie-Division (Heer der Wehrmacht)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kommandierender General des XII. Armeekorps (Heer der Wehrmacht)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kommandierender General des XXVII. Armeekorps (Heer der Wehrmacht)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Oberbefehlshaber einer Armee (Heer der Wehrmacht)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abgeordneter der Volkskammer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NDPD-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Ersten Weltkrieg (Deutsches Reich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Zweiten Weltkrieg (Deutsches Reich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Deutschen Kreuzes in Gold]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Mecidiye-Ordens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Eisernen Halbmondes]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Friedrichs-Ordens (Ritter)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Vaterländischen Verdienstordens in Gold]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher Kriegsgefangener der Sowjetunion]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Nationalkomitee Freies Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:DDR-Bürger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bayer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1894]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1961]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Müller, Vincenz&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Generalleutnant und Politiker (NDPD), MdV&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=5. November 1894&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Aichach]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=12. Mai 1961&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Berlin]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Sesemihl</name></author>
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