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	<title>Villa Simon - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2024-10-07T10:40:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:Aka/Tippfehler_entfernt&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:Aka/Tippfehler entfernt (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Tippfehler entfernt&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt die Villa in Hannover. Siehe auch: [[Villa Simons]], Wuppertal, [[Villa Simon Bolívar]], Ort in Bolivien bzw. [[Villa Simon (Wiltz)]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Villa Simon oben.jpg|miniatur|Villa Simon]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Villa Simon&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein Gebäude in [[Hannover]] am [[Königsworther Platz]] im Stadtteil [[Calenberger Neustadt]] gelegen. Es wurde 1858–1860 als Wohnsitz von [[Eduard Simon (Rechtsanwalt)|Eduard Simon]], einem Rechtsanwalt [[Juden|jüdischer]] Herkunft, errichtet. In die im Stil der [[Neorenaissance]] errichtete [[Villa]] wurden während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkriegs]] jüdische Familien zwangseingewiesen. Das Gebäude überstand die [[Luftangriffe auf Hannover]] während des Krieges unbeschädigt. Heute sind hier Einrichtungen der [[Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover]] untergebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Architektur ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Villa Simon Laves.jpg|miniatur|Skizze der Villa Simon von [[Georg Ludwig Friedrich Laves]], Straßenseite, rechts Aussichtsplattform, [[Wintergarten]] und Veranda]]&lt;br /&gt;
Bei der Villa Simon handelt es sich um einen zweigeschossigen Putzbau im [[Rundbogenstil]] und im Baustil der [[Neorenaissance]] nach einem Entwurf von [[Christian Heinrich Tramm]]. Der [[Wintergarten]] des Gebäudes weist in Richtung [[Königsworther Platz]]. Darüber befindet sich eine Aussichtsplattform mit Sicht auf die [[Herrenhäuser Allee]] und in Richtung auf das [[Schloss Herrenhausen]]. Das Villengebäude ist fast unverändert erhalten und steht unter [[Denkmalschutz]]. Im Inneren ist von der ehemaligen Einrichtung nichts mehr vorhanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Baugeschichte ==&lt;br /&gt;
Eduard Simon besaß in der damals noch selbständigen Ortschaft [[Mitte (Stadtbezirk in Hannover)#Königsworth|Königsworth]] vor dem [[Clevertor]] bei Hannover ein kleines Sommerhaus mit großem Garten am [[Königsworther Platz]]. Anstelle dieses Sommerhauses ließ sich Simon durch den Architekten [[Christian Heinrich Tramm]] 1858–1860 eine Villa im Stil der [[Neorenaissance]] errichten. Er bewohnte sie bis zu seinem Tode im Jahr 1867.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1895 erwarb [[Joseph Berliner]], der Gründer der [[Deutsche Grammophon|Deutschen Grammophon]], die Villa für 153.000 [[Reichsmark]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zeit des Nationalsozialismus ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Stolpersteine Hanover Villa Simon Dr. Martin Schlesinger Betty Braun 1941 Riga.jpg|mini|[[Stolpersteine]] für Martin und Betty Schlesinger vor der Villa Simon]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod ihrer Mutter Therese im August 1934 übernahm die Tochter [[Klara Berliner]] die Haushaltsführung der Villa, die sie nach dem Tod von Joseph Berliner im Mai 1938 zunächst allein bewohnte. Im September 1938 nahm sie ihre Cousine Irene Wild bei sich auf, im Oktober 1938 die Familien des ehemaligen Landgerichtsrats Martin Schlesinger und des Diplomingenieurs Leo Katz, sowie im darauffolgenden Monat Sophie Chassée, geb. de Leve, und deren Ehemann. Im Dezember 1938 nahm Klara Berliner ihre Tante Ella Berliner, geb. Stiel, und im März 1939 Carla Sara Wild in das Haus auf. Infolge des am 30. April 1939 erlassenen „[[Gesetz über Mietverhältnisse mit Juden|Gesetzes über Mietverhältnisse mit Juden]]“ wurden nach dem 1. Juni 1939 vom Wohnungsamt der Stadt eine Reihe weiterer jüdischer Familien und Einzelpersonen zwangseingewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1941 beabsichtigte die Eigentümerin den Verkauf des Hauses. Die Stadt [[Hannover]] bot 95.000 Reichsmark, was den [[Einheitswert]] darstellte. Der [[Marktwert (Immobilie)|Verkehrswert]] in Friedenszeiten lag etwa doppelt so hoch. Nach dem Verkauf zog Klara Berliner in ein jüdisches Altersheim in Hannover. 1943 wurde sie in das [[Ghetto Theresienstadt]] [[Deportation von Juden aus Deutschland|deportiert]], wo sie ein halbes Jahr später verstarb. Nach dem Verkauf wies die Stadt die jüdischen Hausbewohner im Rahmen der „[[Aktion Lauterbacher]]“&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Stadtlexikon Hannover: Von den Anfängen bis zur Gegenwart&amp;#039;&amp;#039;, (ISBN 978-3-89993-662-9) [[Schlütersche Verlagsgesellschaft]], Hannover 2009, S. 644&amp;lt;/ref&amp;gt; in ein [[Judenhaus]] in Hannover ein. 23 der ehemaligen Bewohner wurden noch 1941 in das [[Ghetto Riga]] deportiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darunter befanden sich auch [[Martin Schlesinger]] (* 1900) und seine Frau [[Betty Schlesinger|Betty]] (* 1902). Ihre beiden Kinder hatten sie mit einem der letzten [[Kindertransport]]e am 22. August 1939 ins britische [[Liverpool]] geschickt. 2009 wurden für das Ehepaar im Beisein ihres inzwischen 79-jährigen Sohnes von [[Gunter Demnig]] [[Stolpersteine]] vor der Villa verlegt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.erinnernundzukunft.de/fileadmin/pdf/Contact-Mail-Nr-3-Jan2010.pdf |wayback=20131114005120 |text=&amp;#039;&amp;#039;Contact-Mail&amp;#039;&amp;#039;, Deutsch-englischer &amp;#039;&amp;#039;Newsletter des Fördervereins der Gedenkstätte Hannover-Ahlem, No: 3&amp;#039;&amp;#039; vom 1. Januar 2010 |archiv-bot=2023-02-06 10:23:18 InternetArchiveBot }} (pdf; 1,7&amp;amp;nbsp;MB)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem sich die Villa 1941 im Eigentum der Stadt Hannover befunden hatte, diente sie als Einrichtung für das [[Mythos von Langemarck|Langemarckstudium]]. Das unterstrich den Einfluss der [[NSDAP]] auf die Universität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Zweiten Weltkrieg überstand das Gebäude trotz der zahlreichen Bombenangriffe unbeschädigt. Nach dem Krieg befand es sich in einem verwahrlosten Zustand. Das Inventar der Villa, das einen großbürgerlichen Charakter aufwies, verschwand auf unbekannte Weise. Darunter befand sich ein Lothringer Schrank von 1770, den ein Kunsthändler dem [[Museum August Kestner]] verkaufte, wo er sich noch heute befindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkriegszeit ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Josef Berliner, Stadttafel Hannover Nr. 119, Info Unternehmer, Vorsitzender Synagogengemeinde, Bruder Emil, Erfinder der Schallplatte, Ehefrau Therese, Tochter Klara enteignet, deportiert, Ghetto Theresienstadt.jpg|mini|hochkant|Stadttafel an der Villa Simon zum Gedenken an die Familie des Unternehmers und Vorsitzenden der [[Neue Synagoge (Hannover)|Synagogengemeinde]], [[Joseph Berliner]], darunter seine Tochter Klara und sein Bruder [[Emil Berliner]].]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl die Eigentumsverhältnisse in der [[Nachkriegszeit in Deutschland|Nachkriegszeit]] nicht eindeutig waren, wurde die Villa weiter genutzt. 1945 zog eine [[Thermometer]]fabrik ein, die der Universität einige Räume überließ. Darin waren Studenten und studentische Einrichtungen untergebracht. 1947 befand sich für ein halbes Jahr ein Büroraum der [[Kommunistische Partei Deutschlands|KPD]] im Gebäude, den die Partei bei der Universität angemietet hatte. Ab 1947 wurde die Villa hauptsächlich vom Geographischen Institut der Universität genutzt, das 1966 auszog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parallel zur weiteren Nutzung kam es bereits 1945 zu Rückgabeansprüchen an die Stadt Hannover. Ein ehemaliger Reichsbankinspektor jüdischer Herkunft, der nach seiner Deportation ins [[Ghetto Theresienstadt]] mit Klara Berliner zusammentraf, legte ein [[Testament]] vor. Darin wurde er als [[Erbe]] des Hauses genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Endgültig wurden die Eigentumsverhältnisse erst 1950 geklärt, als Angehörige der Familie Berliner in den USA ihre Erbansprüche anmeldeten. Sie fochten das Testament an und ließen es für ungültig erklären. Die Familie Berliner erhielt das Haus 1952 von der Stadt Hannover zurück. Im gleichen Jahr veräußerte sie die Villa an das Land [[Niedersachsen]], das es der Universität Hannover überließ. In einem 1956 durchgeführten Entschädigungsverfahren zahlte das Land Niedersachsen als Gebäudeeigentümerin Schadensersatz wegen [[Nutzungsausfall]]s an die Familie Berliner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende der 1950er Jahre zog der Bildhauer [[Kurt Lehmann (Bildhauer)|Kurt Lehmann]] als Professor der Universität Hannover mit seinem Institut für Modellieren in die Villa ein. Ab 1958 hatte auch der Professor [[Kurt Sohns]] dort seinen Institutssitz. Als Zeichner und Maler unterrichtete er Architekturstudenten. Heute ist sie Sitz des Dezernats Forschung und EU-Hochschulbüro, Technologietransfer der [[Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Anonymer Fotograf PC 0769 Hannover. Am Königswortherplatz. Bildseite Pferdekutschen vor der Villa Simon in der Brühlstraße, Wohnitz der Familie Joseph Berliner, der mit seinem Bruder die Deutsche Grammophon gründete.jpg|[[Pferdekutsche]]n vor der Villa Simon (ganz links), Blick auf den Königsworther Platz&lt;br /&gt;
Datei:Villa Simon Norden.jpg|Frontansicht zur Straße&lt;br /&gt;
Datei:Villa Simon Westen.jpg|Seitenansicht mit Wintergarten&lt;br /&gt;
Datei:Villa Simon Süden.jpg|Gartenrückseite&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Villa Seligmann]]&lt;br /&gt;
* [[Geschichte der Juden in Hannover]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Herbert Obenaus]]: &amp;#039;&amp;#039;Brühlstraße 27: Die Villa Simon.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Die Universität Hannover. Ihre Bauten, ihre Gärten, ihre Planungsgeschichte&amp;#039;&amp;#039;. Hrsg. im Auftr. des Präsidenten der Universität Hannover von [[Sid Auffarth]] und Wolfgang Pietsch. Petersberg: Imhof 2003, S. 239–246, ISBN 3-935590-90-3.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft 1933–1945]]&amp;#039;&amp;#039;, [[Bundesarchiv (Deutschland)|Bundesarchiv]], Koblenz 2. Auflage 2006.&lt;br /&gt;
* [[Hugo Thielen]], [[Helmut Knocke]]: &amp;#039;&amp;#039;Brühlstraße 27.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Hannover Kunst- und Kultur-Lexikon]]&amp;#039;&amp;#039;, S. 96&lt;br /&gt;
* [[Peter Schulze (Historiker)|Peter Schulze]]: &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur Geschichte der Juden in Hannover&amp;#039;&amp;#039;, in der Reihe &amp;#039;&amp;#039;[[Hannoversche Studien]]&amp;#039;&amp;#039;, Band 6, Hahn, Hannover 1998, ISBN 3-7752-4956-7, S. 149–155&lt;br /&gt;
* Peter Schulze: &amp;#039;&amp;#039;Villa Simon.&amp;#039;&amp;#039; In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u.&amp;amp;nbsp;a.: &amp;#039;&amp;#039;[[Stadtlexikon Hannover]]. Von den Anfängen bis in die Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 645.&lt;br /&gt;
* Johannes Schwartz: &amp;#039;&amp;#039;Die NS-Verfolgungsgeschichte der jüdischen Fabrikantentochter Klara Berliner aus Hannover und die Versuche der „Wiedergutmachung“.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Hannoversche Geschichtsblätter]]&amp;#039;&amp;#039;, Neue Folge 72 (2018), S. 261–286&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Villa Simon (Hannover)|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
* [https://denkmalatlas.niedersachsen.de/viewer/metadata/30759997/6/-/ &amp;#039;&amp;#039;Villa Simon&amp;#039;&amp;#039;] im [[Denkmalatlas Niedersachsen]]&lt;br /&gt;
* Frank Achhammer: [https://denkmalatlas.niedersachsen.de/viewer/cmspreview/748/ &amp;#039;&amp;#039;Die Villa Simon&amp;#039;&amp;#039;] im Denkmalatlas Niedersachsen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate|article=/|NS=52.37741|EW=9.723582|type=landmark|region=DE-NI}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Villa in Hannover|Simon]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Baudenkmal in Hannover]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Neorenaissancebauwerk in Hannover]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erbaut in den 1860er Jahren]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Calenberger Neustadt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauwerk des Rundbogenstils in Niedersachsen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Aka</name></author>
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