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	<title>Villa Haas - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Villa_Haas&amp;diff=2092278&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Sokrates 399: Typografie.</title>
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		<updated>2026-04-03T07:35:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Typografie.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Bauwerk&lt;br /&gt;
| NAME             = Villa Haas&lt;br /&gt;
| BILD             = Villa Haas (Sinn) Auffahrt.jpg&lt;br /&gt;
| BILDBESCHREIBUNG = Rhododendron säumt die Auffahrt zu Herrenhaus und Remise&lt;br /&gt;
| ORT              = Sinn bei [[Herborn]]&lt;br /&gt;
| BAUMEISTER       = &lt;br /&gt;
| ARCHITEKT        = Ludwig Hofmann&lt;br /&gt;
| ARCHITEKTIN      = &lt;br /&gt;
| BAUHERR          = &lt;br /&gt;
| BAUHERRIN        = &lt;br /&gt;
| BAUSTIL          = Historismus&lt;br /&gt;
| BAUJAHR          = 1892&lt;br /&gt;
| ABRISS           = &lt;br /&gt;
| HÖHE             = &lt;br /&gt;
| GRUNDFLÄCHE      = &lt;br /&gt;
| BREITENGRAD      = 50/39/29/N&lt;br /&gt;
| LÄNGENGRAD       = 8/19/39/O&lt;br /&gt;
| REGION-ISO       = DE-HE&lt;br /&gt;
| KARTE            = ja&lt;br /&gt;
| KARTE2           = &lt;br /&gt;
| KARTE2-TEXT      = &lt;br /&gt;
| BESONDERHEITEN   = &lt;br /&gt;
}}Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Villa Haas&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine [[Historismus|historistische]] [[Villa]] in [[Sinn (Hessen)|Sinn]] im [[Mittelhessen|mittelhessischen]] [[Lahn-Dill-Kreis]], am westlichen Rand der [[Hörre]] und am Fuße des [[Naturpark Lahn-Dill-Bergland|Naturparks Lahn-Dill-Bergland]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Villa, der Park und die umliegende [[Gesamtanlage]] „Hansastraße / Rudolfstraße“ stehen als [[Kulturdenkmal]]e aufgrund ihrer geschichtlichen und künstlerischen Bedeutung unter [[Denkmalschutz]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Denkmaltopographie&amp;quot;&amp;gt;Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lahn-Dill-Kreis I.&amp;#039;&amp;#039; S. 352.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie ist eine der wenigen erhaltenen Anlagen aus der Zeit der [[Industrialisierung]] Mittelhessens und erzählt die Geschichte vom künstlerischen Anspruch des Bauherrn und seiner Familie. Das Bauwerk wie sein Umfeld geben dem Besucher viele Informationen über die Zusammenhänge seiner Entstehung. Es berichtet über die Zeiten des Kaiserreichs, der [[Diktatur]], der [[Demokratie]], gewinnt dadurch an Authentizität und bleibt durch seinen typischen Stil in Erinnerung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Villa Haas Luftbild.jpg|mini|links|Villa Haas, Luftbild von Westen]]&lt;br /&gt;
Villa, Nebengebäude ([[Remise]]) und Parkanlage gehen auf einen Entwurf des Herborner Architekten [[Ludwig Hofmann (Architekt)|Ludwig Hofmann]] (1862–1933) zurück, den der [[Geheimrat|Geheime]] [[Kommerzienrat]] [[Rudolf Haas (Unternehmer, 1843)|Rudolf Haas]], Besitzer des am linken Ufer der [[Dill (Fluss)|Dill]] in Sinn niedergelassenen Unternehmens &amp;#039;&amp;#039;Neuhoffnungshütte&amp;#039;&amp;#039;,&amp;lt;ref&amp;gt;Ingrid Bauert-Keetman, Helmut Prawitz: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Eisenwerkes Neuhoffnungshütte und der Firma W. Ernst Haas &amp;amp; Sohn, Sinn, Dillkreis.&amp;#039;&amp;#039; Sinn 1963.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1892 mit dem benachbarten Bau beauftragte. Dieser entwickelte ein bedeutendes noch erhaltenes Beispiel für die Stilsynthesen im späten Historismus. Bis dahin waren die [[Landschaftsgärtner]] für die Gestaltung der Umgebung zuständig gewesen. Hier wurde dagegen der für den Hausbau verantwortliche Architekt auch mit der Planung einer Außenanlage betraut – damals eine fast revolutionäre Vorgehensweise, die sich im deutschsprachigen Raum erst nach 1910 mit dem Übergang zur [[Moderne]] durchsetzte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://othes.univie.ac.at/704/ A. Götche: &amp;#039;&amp;#039;Wiener Villengärten zwischen Historismus und Moderne.&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; Hofmann entwarf einen weitgehend natürlich wirkenden Villenpark mit Anleihen an den [[Englischer Landschaftsgarten|Englischen Landschaftsgarten]]. Ziel war es, durch gestalterische Elemente der [[Renaissance]], wie z. B. [[Terrasse (Architektur)|Terrassen]], Außenräume einzuplanen, die eine Einheit von Wohnhaus und Garten suggerieren. Aspekte einer nachhaltigen Nutzung wie ein Geflügelhof, eine [[Bleichen|Bleichwiese]] oder der Platz für ein Festzelt auf dem Rondell wurden berücksichtigt. Als typisch deutsches Parkmodell zur Zeit des Historismus sind die Brezelwege, [[Teppichbeet]]e&amp;lt;ref&amp;gt;Swantje Duthweiler: [https://www.edoweb-rlp.de/resource/edoweb:7007452/data Historische &amp;#039;&amp;#039;Pflanzenverwendung. Ein Überblick.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Schau an der schönen Gärten Zier.&amp;#039;&amp;#039; Zeitschrift Denkmalschutz Rheinland-Pfalz 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder der Umriss des [[Teich#Gartenteiche|Gartenteichs]], der einem fjordhaften Schweizer Bergsee ähneln sollte, zu verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Überregionale Bekanntheit in Büchern und Fachzeitschriften erhielt die Anlage bereits um 1894 durch Stiche und Tafeln des Illustrators [[Georg Loesti]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bewohner ===&lt;br /&gt;
Rudolf Haas (1843–1916) leitete die &amp;#039;&amp;#039;Neuhoffnungshütte W. Ernst Haas &amp;amp; Sohn&amp;#039;&amp;#039;. Er investierte zukunftsbezogen und setzte sich für technische Innovation ein. Die Neuhoffnungshütte bei Sinn betrieb [[Hämatit|Eisenstein]]-Bergbau sowie eine [[Gießen (Metall)|Eisengießerei]] mit Herd- und [[Ofen]]fabrikation, [[Puddelverfahren|Puddelwerk]], [[Sägewerk]] und [[Walzwerk]], [[Hufeisen]]fabrik, Stangenblank[[zieherei]], Drahtzieherei, Drahtstiftenfabrik und Blech- und Kupferschmiede für Kesselöfen. Als Montanunternehmer war Haas Mitbegründer des &amp;#039;&amp;#039;Vereins der Eisenhüttenleute&amp;#039;&amp;#039; (heute [[Stahlinstitut VDEh]]) sowie Mitglied im renommierten Wiesbadener [[Nassauischer Verein für Naturkunde|Nassauischen Verein für Naturkunde]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Markenzeichen von F. Boeres 1918 für Firma Haas &amp;amp; Sohn (Sinn).jpg|mini|1918 von [[Franz Boeres]] entworfenes Markenzeichen für Haas &amp;amp; Sohn]]&lt;br /&gt;
[[Otto Rudolf Haas]] (1878–1956) übernahm 1916 die Leitung des Unternehmens als geschäftsführender Gesellschafter bis 1938. Er war Vorstandsmitglied der [[Industrie- und Handelskammer]] Dillenburg und des örtlichen Arbeitgeberverbands. Nach 1945 erfolgte die kurzzeitige Besetzung der Villa durch US-amerikanische Offiziere sowie eine Einquartierung von Flüchtlingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachfolger als Leiter des Unternehmens wurde Helmut Prawitz (1893–1982), langjähriger Präsident der Industrie- und Handelskammer Dillenburg sowie Träger des [[Bundesverdienstkreuz]]es 1954 und [[Ehrenbürger]] der Gemeinde Sinn 1968. Er bewohnte die Villa bis 1976 und war ein früher Förderer des Architekten [[Hermann Fehling (Architekt)|Hermann Fehling]] und des Designers [[Peter Raacke]]. Bis 1977 wurde das erste Obergeschoss als Film- und [[Fotostudio]] für Werbeaufnahmen genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 1977 erwarb Klaus F. Müller, dessen Familie in der dritten Generation mit der Neuhoffnungshütte verbundenen war, das Anwesen aus dem Unternehmensbesitz von W. Ernst Haas &amp;amp; Sohn. Umbau und Renovierung mit Planung einer zahnärztlichen Praxis&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Aus der alten Villa Haas wurde eine Zahnarztpraxis.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Herborner Tageblatt.&amp;#039;&amp;#039; 4. November 1978.&amp;lt;/ref&amp;gt; mitsamt Labor erfolgten durch den Architekten Helmut Müller (1919–1990). Sein Sohn, der als einer der Pioniere der deutschen oralen [[Implantologie]]&amp;lt;ref&amp;gt;Anke K. Brinkmann, Egon L. W. Brinkmann: &amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte der zahnärztlichen Implantologie in Deutschland.&amp;#039;&amp;#039; ISBN 3-00-000527-7, S. 210 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; gilt, betrieb hier seine Praxis bis 2007.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Architektur ==&lt;br /&gt;
Zu den Stilelementen des zweigeschossigen großvolumigen Hauses gehören reich behauene [[Werkstein]]gliederungen über dem Sockelgeschoss, mit [[Sandstein]] umrandete Fenster- und Giebelmotive, die sich an der deutschen [[Neorenaissance]] orientieren. Malerisch wirken die Dach- und Giebelformationen mit [[Zwerchhaus|Lukarnen]], mehrere [[Altane]] (Söller), [[gekuppelte Fenster]] (Biforien) und der schmale [[Glockenturm]]. 22 Kaminzüge und sieben verschiedene [[Gaube]]ntypen, [[Auslucht]] und [[Erker]] sind weitere architektonische Details. Typisch für diesen auch im Späthistorismus (nach 1890) vertretenen Baustil sind die halbkreisförmigen Giebel oder die mit schneckenförmigen [[Volute]]n verzierten [[Zwerchhaus|Zwerchhäuser]]. Neben den [[Lisene]]n und [[Pilaster]]n dienen [[Obelisk]]en und Steinkugeln zur Ausschmückung der Gebäudeteile. In den kunst[[Schmiedeeisen|schmiedeeisernen]] Arbeiten des Außen- und Innenbereichs von Geländern oder Korbgittern setzen sich Doppelvoluten, Flechtwerke und Ranken als Motive fort. Auch der vorgesetzte [[Treppenturm]] mit [[Helm (Architektur)|Dachhelm]], Bergbausymbol und [[Bleiglasfenster]] mit Themen der [[Rheinromantik]] des deutschen Landschaftsmalers [[Johann Heinrich Schilbach]] sowie die detailreichen Fassaden verstärken diesen Gesamteindruck. Schützenswerte Bauteile sind auch ein kleiner [[Pavillon]] (Teehaus)&amp;lt;ref&amp;gt;Simone Hoffmann: &amp;#039;&amp;#039;Die Welt der Teehäuser.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Lifestyle.&amp;#039;&amp;#039; 21. August 2018. ([https://www.lifestylegewinnspiele.de/artikel/die-welt-der-teehaeuser lifestylegewinnspiele.de])&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie die schmiedeeisernen Haupt- und Nebenportale.&amp;lt;ref&amp;gt;W. Bauer: &amp;#039;&amp;#039;Von Türbeschlägen, Fensterkörben, Wetterfahnen und anderem Eisenzeug.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Heimatjahrbuch für den Dillkreis, Band 14 (1971).&amp;#039;&amp;#039; Weidenbach, Dillenburg 1970, S. 53–96.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Villa Haas von Suedwest.jpg|Ansicht von Südwesten&lt;br /&gt;
Villa East www.villahaas.com.jpg|Ansicht von Osten&lt;br /&gt;
Park Villa Haas Sinn Ansicht von Norden.jpg|Ansicht von Nordosten&lt;br /&gt;
Park Villa Haas Zentralperspektive.jpg|Ansicht von Norden&lt;br /&gt;
Villa West-North-West v2 www.villahaas.com.jpg|Wintergarten (über Zisterne), Arkadengang&lt;br /&gt;
Bossenquader mit Kantenschlag aus Londorfer Lungstein Villa Haas.jpg|Bossenquaderung aus [[Londorfer Basaltlava|Lungstein]] am Sockel&lt;br /&gt;
Clocktower www.villahaas.com.jpg|Glockenturm mit Geläut&lt;br /&gt;
Winterlicher Blick aus der bel étage der Villa Haas.JPG|Blick aus der [[Beletage]] nach Süden&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Details zur Architektur ===&lt;br /&gt;
Der herrschaftliche Haupteingang zum Treppenturm ist im Stil einer [[Archivolte]] gehalten. Die traditionellen Verzierungen in rotem [[Mainsandstein]] finden ihren Abschluss in einem leicht vorkragenden [[Segmentgiebel]]. Zum Wetterschutz wird dieser von einem entsprechend gerundeten Glasdach fortgesetzt. Die seitlichen Stützen der ge[[niet]]eten Konstruktion bestehen aus schweren schmiedeeisernen, im historistischen Stil reich verzierten [[Konsole (Bauwesen)|Konsolen]]. Die eingearbeiteten Glasplatten deuten jedoch, wo sie farblich gehalten werden, den aufkommenden [[Jugendstil]] an. Das aus Eichenholz geschreinerte zweiflüglige Portal zeichnet sich durch stilvolle Applikationen aus, die das Wesen des Gebäudes widerspiegeln. Dazu gehören, neben diversen Profilen und gedrechselten Auflagen, Diamantbossen-Formationen in Quadratfüllungen, Zopfmotive sowie zwei Spitzgiebel. Zwei dahinter platzierte Lichtaustritte haben mit [[Rosette (Ornament)|Rosetten]] gestaltete Ziergitter, die mit den [[Initiale]]n „NH“ (Neuhoffnungshütte) versehen sind. Nach innen befinden sich hier Drehflügel-Fenster mit Bleiverglasungen. Der aus Messing gegossene Türknauf mit dem gegenüberliegenden Türgriff vervollständigen den künstlerischen Gesamteindruck. Flankierend zur Treppenstufe sind zwei Bronze-Hasen als Fußabstreifer angebracht. Im gepflasterten Vorhof wird das familiäre Wappensymbol in farbigem Stein[[mosaik]] dargestellt.&lt;br /&gt;
[[Datei:Eingangsportal Villa Haas (Sinn) mit Damhirsch.jpg|mini|Doppelflügelige, reich verzierte Eichentür im historistischen Stil mit Damhirsch]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über den [[Windfang (Architektur)|Windfang]] und die Garderobe erreicht man das [[Vestibül]]. Noch heute sind originale Ausstattungen wie [[Terrazzo]]böden, [[Stuck]], Wand[[täfelung]]en und [[Parkett]] erhalten. Die Kamine sind zum Teil mit [[Neoklassizismus (bildende Kunst)|neoklassizistischen]] Applikationen aus Naturstein wie [[Lahnmarmor]] und belgischem [[Granit]] versehen, aber auch [[Neohistorismus|neohistoristische]] Elemente mit großflächigen [[Keramik]]en und Motiven der in der Renaissance beliebten [[Tierkreiszeichen]] wurden hinzugefügt.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus F. Müller: &amp;#039;&amp;#039;Park und Villa Haas. Historismus, Kunst und Lebensstil.&amp;#039;&amp;#039; Edition Winterwork, Borsdorf 2012, ISBN 978-3-86468-160-8.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die 12 Reliefplatten stammen von [[Villeroy und Boch]], entsprechen dem historisierenden Stil der [[Postmoderne]] und sind mit J. Hortös signiert. Alle Kellergewölbe sind als [[preußische Kappendecke]] ausgeführt, die im 19. Jahrhundert entwickelt wurden und sich durch hohe Belastbarkeit sowie Feuchtigkeitsresistenz auszeichnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ansprüche historistischer Wohnkultur ===&lt;br /&gt;
Tageslichteinfall durch variantenreiche Fenster, wie Kreuz- oder [[Kämpferfenster]]; ausgeglichene Raumproportionen und optimale Ausrichtung des polygonalen Gebäudes; Beschattung und Hitzeschutz (schon 1892 eingeplant und qualitätvoll umgesetzt); Typisch für die neue gehobene Wohnkultur ist der separate Etagenzugang über den Treppenturm. Alle privaten Zimmer sind durch Verriegelung, Geheimtüren und Schlupfe so verbunden, dass Familienmitglieder jeden Raum erreichen konnten, ohne von Besuchern oder Bediensteten vom Flur oder Vorplatz gesehen zu werden. Im Dachgeschoss lagen die Unterkünfte der Hausangestellten, Kinder und Besucher. Begehbare Staukammern enthielten z. B. Waschtische oder den Antrieb des Speiseaufzugs. Ein internes elektrisches Klingelsystem sorgte für die einfache Kommunikation im Haus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Tür führt auf den ausgedehnten Dachboden. Er diente im Winter zum Trocknen der Wäsche sowie als zusätzlicher Lagerraum. Hier befindet sich auch die Turmuhr und früher der hauseigene Druckwasserspeicher. Ein Leitersystem erschließt die Dachplattform sowie den Zugang zum Glockenturm mit den [[Schlagwerk (Uhr)|Schlagwerken]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Dienstboteneingang im Erdgeschoss führte zu Nähzimmer und Küche. Über den Treppenabgang erreichte das Personal die darunter liegende [[Waschküche]], Versorgungskammern und den gut gesicherten Weinkeller. Die Wildkammer befand sich im gegenüberliegenden Wirtschaftsgebäude. Die Räume des [[Faktotum (Hilfskraft)|Faktotums]] waren im [[Souterrain]] durch einen separaten, über eine Loggia verbundenen Zugang erreichbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Wintergarten am [[Hochparterre]] führt eine Treppe mit zwei Viertelpodesten zu den weiß gekiesten Parkwegen. In diesem Bereich setzte der Architekt auf künstlerische wie materielle Vielfalt. Das erste Podest besteht aus einer von Konsolen getragenen Sandsteinplatte und wirkt wie eine [[Kanzel]]. Ein schmiedeeisernes Geländer auf [[Gusseisen|gusseisernen]] Treppenstufen lehnt sich an die nach außen gerundete Zisterne. Das folgende Podest und die weiterführende Treppe bestehen aus handgehauenem [[Trachyt]]. Es ruht auf einem aufsteigenden Tonnengewölbe aus Ziegelstein-Mauerwerk, das auf der sichtbaren Seite die aus lokal gebrochenem Bruchstein gemauerte Fassade fortsetzt. An dem Punkt, wo sich die Treppen vom Gebäude löst und in den Park abzweigt, wird sie breiter und zweiläufig. Gegenüber erhebt sich aus rotem Buntsandstein die [[Freitreppe]] zum Teehaus. Dem Architekten gelang hier eine Synthese zwischen Kunst am Bau und Technik, ohne in den oft kritisierten überladenen Stil des Historismus abzugleiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Besonderheiten ===&lt;br /&gt;
==== Ausstattung ====&lt;br /&gt;
Zu den Besonderheiten zählt eine [[Zisterne]] mit vorgeschaltetem Filterraum, die sich unter dem pavillonhaften eisernen Grünhaus (heute Wintergarten) befindet. Weiter gehören ein Speiseaufzug, ein zweiter [[Eiskeller]], ein Hummerbecken mit damals neuartiger Belüftung durch elektrisch betriebene Kolbenverdichter ([[Siemens-Schuckert]]) sowie eine elektrische [[Nachtspeicherheizung]] (Baujahr 1910) zur damals außergewöhnlichen Ausstattung.&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kolbenverdichter zur Hummerbeckenbelüftung.webm|Hummerbeckenbelüftung&lt;br /&gt;
Profanes Glockengeläut Villa Haas.webm|Profanes Glockengeläut&lt;br /&gt;
Turmuhr Villa Haas elektromechanischer Gewichtsaufzug.webm|elektromechanischer Gewichtsaufzug der Turmuhr&lt;br /&gt;
Glockenturm Villa Haas mit Stunden und Viertelstunden Schlag.webm|Glockengeläut mit Stunden- und Viertelstunden-Schlag&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine von [[Perrot Turmuhren und Läuteanlagen|Perrot]] in Calw mit elektromagnetischem Schlagwerk nachgerüstete [[Turmuhr]] ist noch in Funktion. Das Rechenschlagwerk mit Stundenzählung („Wiener Schlag“) zeigt über zwei Glocken der [[Glocken- und Kunstgießerei Rincker]] Viertelstunden und ganze Stunden an. 1983 bekam die Bronzeglocke (Nr. 17348) mit der Inschrift „Fortuna Virtutis Comes“ (Schlagton C-Dur) eine [[Läutemaschine]] mit elektromechanischem Antrieb und Steuerung nach [[Friedrich Bokelmann]] von den Herforder Elektromotoren-Werken ([[Radewiger Feldmark|HEW]]). Im Rahmen der Teil[[restaurierung]] wurden Joch und Glockenstuhl der besseren Resonanz wegen aus dem wetterbeständigen Holz der [[Milicia]] (&amp;#039;&amp;#039;Kambala&amp;#039;&amp;#039;) gefertigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Selbstversorgung ====&lt;br /&gt;
Ehemalige Gärtnerei, Palmenhaus, Geflügelstall und Bienenhaus dienten bis Ende der 1960er Jahre der [[Selbstversorgung]]. Zur Eigenherstellung von Tabak war ein Trocken- und Fermentierraum vorhanden. Erhalten ist noch ein [[Annex (Architektur)|Annexbau]] zum großen Eiskeller für die [[Zuchtchampignon|Champignonzucht]]. Aus dem damals noch zugehörigen landwirtschaftlichen Gut Rupperstmühle auf der gegenüberliegenden Dill-Seite entstand in den 1990er Jahren eine Reitanlage. Westlich davon auf der Anhöhe befindet sich die kleine Villa Marie. Sie ist eine in den 1920er Jahren errichtete Dependance für Familienmitglieder inmitten einer großen Gartenanlage. Der östlich des Parks der Villa Haas gelegene, etwa 2 Hektar große [[Pomologie|pomologische]] Garten, im Volksmund Kirschgarten genannt, wurde als [[Weide (Grünland)|Kurzrasenweide]] genutzt und ist heute überbaut. Dieses Gebiet gehörte früher zur nassauischen [[Staatsdomäne|Domäne]] und hatte mit Wingert, Obsthain, Quelle und Bachlauf die ursprünglichen Merkmale des [[Deutscher Garten|deutschen Gartens]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Relikte ====&lt;br /&gt;
Vom [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] zeugt im nördlichen Teil des Parks noch ein [[Flak]]-Fundament. Daneben liegt der Eingang eines großräumigen, gewölbeartigen Tief[[bunker]]s. Ein kleiner [[Luftschutzraum]] wurde in den Berghang neben der Remise gebaut. Oberhalb dieser Anlagen an der Grenze nach Herborn befindet sich ein ypsilonförmiger Wasserstollen (Baujahr 1928). Auch eine große wasserführende [[Kaverne]] liegt auf dem hinteren Parkgelände. Die von der Bevölkerung oft als Geheimgänge zur Villa bezeichneten unterirdischen Tunnel stellen eher Luftschächte und Notausgänge dar. Heutzutage sind sie geflutet, teilweise verschüttet und ein [[Habitat]] für Fledermäuse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Reitwege führten vom Park durch den Sinner und Herborner Beilstein (heute Dernbachwiesenweg) zu den Dillklippen. Der am Aussichtspunkt befindliche [[Pavillon]] ging nach familiärer Erzählung, wie sein Pendant in der Villa (Teehaus), auf eine Idee von Oberstleutnant Arnold Retzlaff&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.marine-infanterie.de/html/3_9_2.html Stellenbesetzung der Stamm- und Ersatz-Seebataillone], auf marine-infanterie.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://archiv.preussische-allgemeine.de/1957/1957_07_20_29.pdf archiv.preussische-allgemeine.de] (PDF; 9,7&amp;amp;nbsp;MB), S. 10.&amp;lt;/ref&amp;gt; zurück und wurde bei den Arbeiterunruhen von 1928 zerstört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Gemälde ====&lt;br /&gt;
Im oberen Treppenturmgeschoß dominiert das Monumentalgemälde „Kämpfende Hunde und Bären“ von [[Frans Snyders]] aus der Zeit des holländischen [[Manierismus]]. Es gehört zu den ersten großformatigen Tierdarstellungen und stammt aus der dänischen Sammlung [[Jacob Christian Jacobsen]].&amp;lt;ref&amp;gt;Kunst I Privat Eje Bind III, V.Winkel &amp;amp; Magnussen, Aage Pioras Forlag, Kobenhaven 1945.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Zweitfassung dieser seltenen Bärenhatz wurde auf [[Schloss Malberg]] entdeckt und restauriert.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Friedhelm Müller: Die Bärenjagd in der Villa Haas. Malberger Schlossbote Heft 20, April 2025, S. 3–6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Richard Hüttel, Hermann Laros: Die „Bärenhatz“ auf Schloss Malberg – ein malerisches Juwel aus dem 17. Jahrhundert. Malberger Schlossbote 04.2019, S. 19–21.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Park ==&lt;br /&gt;
=== Gestaltungsmittel ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Historismus Villa Haas (Sinn) Bergpark-Pflanzen.jpg|mini|Auswahl des Pflanzen, Strauch und Baumbestands entlang der Wege im historistischen Park]]&lt;br /&gt;
Die denkmalgeschützte Gartenanlage enthält neben seltenen Pflanzen, Sträuchern und Bäumen viele [[Stilelement]]e und [[Staffage]]n des historistischen Parks.&amp;lt;ref&amp;gt;Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Historische Gärten und Parks in der Bundesrepublik Deutschland.&amp;#039;&amp;#039; (CD-ROM) ISBN 3-925374-29-9.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hierzu zählen Ruine mit Eiskeller, Grotte, Laubengänge, Spiegelteich, [[Rondell (Gartenkunst)|Rondell]], Springbrunnen, [[Exedren]], Schneckengang auf einen Kunsthügel, Putten, [[Scheinfriedhof]] und mehr.&amp;lt;ref&amp;gt;Christiane Rossner: [https://www.monumente-online.de/de/ausgaben/2016/4/staffagebauten-in-historischen-parks.php &amp;#039;&amp;#039;Vom Reiz der Staffagebauten in historischen Parkanlagen.&amp;#039;&amp;#039;] (August 2016) auf &amp;#039;&amp;#039;monumente-online.de&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Die schmiedeeiserne [[Wetterstation]] mit [[Sonnenuhr]] sowie die Außen-[[Voliere]] wurden leider 1978 entwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Verständnis des [[Bergpark]]s und seiner Geschichte sollte sich der Interessierte auf geologische Spurensuche begeben und auch verschiedene Gesteinsansammlungen beachten. Sie sind stumme Zeugen eines über 100-jährigen Haas’schen Engagements in Bergbau und Hüttenwesen des Lahn-Dill-Sieg-Gebiets. Als [[Blickfang]] dienen Eisenkiesel, Basalte, Nagelfluh, Härtlinge, Vulkansteine, Quarzite, Grünlinge etc. Die regionalen Vertreter der metamorphen, sedimentären magmatische Gesteine entstammen dem auslaufenden [[Rheinisches Schiefergebirge|Rheinischen Schiefergebirge]] und der [[Hörre-Zone]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Umgebung ===&lt;br /&gt;
Der Park ist eine der wenigen erhaltenen Neuschöpfungen des [[Historismus]] und weist über hundert verschiedene Pflanzenarten auf. Er ist Teil des Gebietes Beilstein / Hörre, das von [[Johann Daniel Leers]] in seiner &amp;#039;&amp;#039;Flora Herbornensis&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Johann Daniel Leers: &amp;#039;&amp;#039;Flora Herbornensis. Exibens plantas circa herbornam nassoviorum crescentes.&amp;#039;&amp;#039; 1775. (lateinisch)&amp;lt;/ref&amp;gt; in der [[Artenvielfalt]] mit genauen Standorten 1775 beschrieben wurde. Diese Auflistungen sind nach [[Karl Löber (Heimatforscher)|Karl Löber]] „von unübertroffener Genauigkeit und ermöglichen heute noch eine mühelose Nachprüfung“.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Löber: &amp;#039;&amp;#039;Johann Daniel Leers und seine Flora Herbornensis.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Heimatjahrbuch für den Dillkreis 1962.&amp;#039;&amp;#039; S. 37.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Löber: &amp;#039;&amp;#039;Wanderungen durch die Heimatnatur, Frühsommerleben im Sinner „Beilstein“.&amp;#039;&amp;#039; S. 48–52.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursächlich für das Interesse der [[Botaniker]] und [[Forstwirtschaft]]ler ist das besondere [[Klima]] des unteren Dilltals. Im Vergleich zum angrenzenden hessischen [[Westerwald]] hat die von Nord- und Ostwinden geschützte Hanglage eine im Jahresmittel höhere Temperatur und geringere Niederschläge. Eine günstige Voraussetzung für wärmeliebende einheimische wie exotische Gehölze. Bis in die 1970er Jahre fanden Begehungen im Rahmen der praxisnahen Ausbildung von Forstämtern statt. Umliegende Gärtnereien ernteten Zapfen und Zweige der zum Teil exotischen Nadelbäume zu Dekorationszwecken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kunstgriffe ===&lt;br /&gt;
Hofmann als [[Landschaftsarchitekt]] nutzte geschickt optische Möglichkeiten zur Wahrnehmungstäuschung. Durch die Hanglage des Gartens entsteht im Sinne der Renaissance eine dreidimensionale Raumwirkung, die in Tallage einer größeren Fläche bedurft hätte.&amp;lt;ref&amp;gt;Marie Luise Gothein: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Gartenkunst.&amp;#039;&amp;#039; 2. Band, Diederichs Verlag, München, {{Falsche ISBN|3-424-013676-1}}, S. 454 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Kulisse der rauchenden Schlote, der Lärm von Gießerei und Eisenwerk wurden damals bewusst in die Inszenierung einbezogen. In den letzten vier Jahrzehnten wurde versucht, Kernpark und Gebäude in ihrem historischen Ursprung als Gesamtkunstwerk zu erhalten. Daher verzichtete man auf allseits beliebte schmückende Ausstattungen und Dekorationen. In diesem Sinne wurden z.&amp;amp;nbsp;B. auch die Parkleuchten im Stil eines sachlichen Funktionalismus ([[Bauhaus]]) belassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parkanlagen unterliegen zeitgemäß Veränderungen; kulturelle Sichtweisen dazu ([[Johann Wolfgang von Goethe|Goethe]], [[Immanuel Kant|Kant]], [[Georg Wilhelm Friedrich Hegel|Hegel]]) werden hinterfragt und bezüglich des Kunstbegriffs erweitert. Bisher war die Schönheit eines Parks Sinnbild für die gute Natur. Man orientierte sich an der bürgerlichen Naturästhetik. Der Landschaftsgarten galt als utopisches Gegenstück zur Gesellschaft. Die natürliche Schönheit begriff man stets als Beigabe. Mit dem Aufkommen der [[ökologische Naturästhetik|ökologischen Naturästhetik]] ([[Gernot Böhme]]) wird die Schönheit eines Parks als ökologisches Gefüge mit eigenen [[Atmosphäre (Ästhetik)|Atmosphären]] und Befindlichkeiten für die betroffenen Menschen aufgefasst.&amp;lt;ref&amp;gt;Gernot Böhme: &amp;#039;&amp;#039;Atmosphären, Atmosphärisches. Die schöne Natur und die gute Natur. Theoretische Positionen und Kontroversen in der zeitgenössischen Naturästhetik.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Trivia ==&lt;br /&gt;
Die Remise von 1892 mit Stall für Geflügel und Pferde wirkte sehr wenig repräsentativ. Später erweiterte man das Gebäude für weitere Kutschen und errichtete eine durch eine Quelle gespeiste Pferdetränke. Die bis heute erhaltene Version von 1910 wurde in den Hang gebaut und wirkt durch Scheinarchitektur wesentlich größer. Mit einer beheizten Werkstatt, Abgasleitung und Inspektionsgrube hielt die Motorisierung Einzug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am nordwestlichen Parkausgang liegen die Reste einer ehemaligen Freiluftdusche mit einem Relief des Ritters von Berlichingen und dem Götz-Zitat ([[Schwäbischer Gruß]]) über dem Ablaufbecken. Auf der Entlüftung des Eiskellers steht der in Vulgärlatein gehaltene Spruch „Hi tut dip heim“. Dies bedeutet im Verständnis der mittelalterlichen Sprachallegorien so viel wie: Wenn der Fuchs predigt, so hüte die Gänse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine mit Wappen und Ornamenten reich verzierte Kanone hat am Kopfstück die Aufschrift „Gayre ay Ghapet“. Sie ist am Rondell platziert. Mutmaßlich gehörte sie zum schottischen [[Minard Castle]] und dem ominösen Clan Gayre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Villa Haas heute ==&lt;br /&gt;
Die Anlage befindet sich in Privatbesitz, wird von mehreren Generationen bewohnt und ist auf Anfrage öffentlich zugängig. Im Rahmen von kulturellen Veranstaltungen ist eine Besichtigung des historistischen Gartens mit Blick in das repräsentative Treppenhaus möglich. Die Kulissen sind gefragt für Fotoshootings, Werbespots und regionale Filmproduktionen.&amp;lt;ref&amp;gt;Nina Paeschke:  [https://www.mittelhessen.de/lokales/dillenburg/sinn/mord-in-cadbury-hall-villa-haas-in-sinn-wird-zum-drehort_24893437 &amp;#039;&amp;#039;Mord in „Cadbury Hall“. Villa Haas in Sinn wird zum Drehort.&amp;#039;&amp;#039;] auf mittelhessen.de (27. November 2021)&amp;lt;/ref&amp;gt; Alle Einnahmen hieraus fließen als direkte Spenden an eine Stiftung für Bildung in [[Uganda]] (Foundation 22stars).&amp;lt;ref&amp;gt;Kathrin Weber: &amp;#039;&amp;#039;Ganz in Weiß Gutes tun.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Herborner Tageblatt.&amp;#039;&amp;#039; 27. Juli 2019, S. 11.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Carolin Wahnbaek: &amp;#039;&amp;#039;Good Job!&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Focus.&amp;#039;&amp;#039; 39.2021, S. 53 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Originalplan Park Villa Haas (Neuhoffnungshütte) Ludwig Hofmann (Architekt) um 1892.jpg|Parkplan, um 1892&lt;br /&gt;
Rondell v1 www.villahaas.com.JPG|Rondell&lt;br /&gt;
Laubengang Herbst www.villahaas.com.jpg|Laubengang&lt;br /&gt;
Park und Teich Villa Haas.jpg|Teich&lt;br /&gt;
Grotte v2 www.villahaas.com.jpg|Grotte&lt;br /&gt;
Ruine v2 www.villahaas.com.JPG|Ruine&lt;br /&gt;
Pavillon Villa Haas.jpg|Teehaus&lt;br /&gt;
Eiskeller v2 www.villahaas.com.JPG|Eiskeller (Plan)&lt;br /&gt;
Hauptportal Villa Haas.jpg|Schmiedeeisernes Hauptportal&lt;br /&gt;
Geologische Gesteinssammlung Park Villa Haas.jpg|Geologische Gesteinssammlung&lt;br /&gt;
Drohnenaufnahme Villa Haas (Sinn).jpg|Drohnenperspektive aus ca. 100 m Höhe auf Villa und Park, Juli 2021&lt;br /&gt;
Kämpfende Hunde und Bären.png|Frans Snyders, Kämpfende Hunde und Bären&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Landesamt für Denkmalpflege Hessen]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lahn-Dill-Kreis I.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;[[Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland]], Kulturdenkmäler in Hessen.&amp;#039;&amp;#039;) Friedr. Vieweg &amp;amp; Sohn, Braunschweig / Wiesbaden 1986, ISBN 3-528-06234-7.&lt;br /&gt;
* Friedhelm Gerecke: &amp;#039;&amp;#039;Historismus, Jugendstil, Heimatstil in Hessen und im Rheinland. Die Bauten des Architekten und Denkmalpflegers Ludwig Hofmann (1862–1933) aus Herborn.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Michael Imhof, Petersberg 2010, ISBN 978-3-86568-458-5.&lt;br /&gt;
* Klaus F. Müller: &amp;#039;&amp;#039;Park und Villa Haas. Historismus, Kunst und Lebensstil.&amp;#039;&amp;#039; Edition Winterwork, Borsdorf 2012, ISBN 978-3-86468-160-8.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Architektonische Rundschau]]&amp;#039;&amp;#039;, 10. Jahrgang 1894, Heft 1, Tafeln 3–7. (einsehbar in der Fachgebietsbibliothek Baugeschichte/Kunstgeschichte im Fachbereich Architektur der [[Technische Universität Darmstadt|Technischen Universität Darmstadt]])&lt;br /&gt;
* [[Oswald Haenel]]: &amp;#039;&amp;#039;Einfache Villen und Landhäuser. Eine Sammlung von interessanten Bauten und originellen Entwürfen namhafter Architekten des In- und Auslandes.&amp;#039;&amp;#039; Gilbers’sche Königliche Hof-Verlagsbuchhandlung (J. Bleyl), Dresden 1902, Tafel #.&lt;br /&gt;
* Gerd Andriessen: &amp;#039;&amp;#039;100 Jahre W. Ernst Haas und Sohn.&amp;#039;&amp;#039; Sonderdruck aus der Dillzeitung vom 26. Mai 1954.&lt;br /&gt;
* Michael Balston: &amp;#039;&amp;#039;The Well-Furnished Garden.&amp;#039;&amp;#039; Simon &amp;amp; Schuster, 1987, ISBN 0-671-63474-7.&lt;br /&gt;
* [[Lothar Abel]]: &amp;#039;&amp;#039;Das elegante Wohnhaus.&amp;#039;&amp;#039; Wien / Pest / Leipzig 1890.&lt;br /&gt;
* Rainer Laun: &amp;#039;&amp;#039;Historische Hauseingänge. Türen, Tore und Portale im Rhein-Neckar-Kreis.&amp;#039;&amp;#039; Journals.ub.uni-heidelberg.de&lt;br /&gt;
* Daniel Robbel, Horst Hohn: &amp;#039;&amp;#039;111 Orte im Westerwald, die man gesehen haben muss.&amp;#039;&amp;#039; 2022, ISBN 978-3-7408-1229-4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Villa Haas in der Presse ===&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039; Herborner Tageblatt&amp;#039;&amp;#039; vom 26. Juni 2017, S. 1 und S. 10: Jungfrauengrotte und Hummerbecken – Einblicke: Die Villa Haas ist ein einzigartiges Zeugnis der Gründerzeitarchitektur&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Herborner Tageblatt&amp;#039;&amp;#039; vom 25. Oktober 2018, S. 9: Traumhauft schöne Autos in traumhaftschöner Kulisse&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Sonntag Morgenmagazin&amp;#039;&amp;#039; vom 29. Oktober 2018: Junggebliebene Oldtimer vor grandioser Kulisse&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Herborner Tageblatt&amp;#039;&amp;#039; vom 15. August 2019: Tolles Wetter bei „Diner en Blanc“&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Sinner Nachrichten&amp;#039;&amp;#039;, Nr. 30/2019, S. 7 f. / Nr. 31/2019, S. 6 / Nr. 33/2019, S. 7: Gartenfest in der Villa Haas&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Herborner Tageblatt&amp;#039;&amp;#039;, Nr. 181 vom 7. August 2021: Erinnerungen und Erbe bewahren&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Eifelkreis Bitburg-Prüm Kreisverwaltung&amp;#039;&amp;#039; Pressemitteilung April 2024: Studienfahrt der Kreisvolkshochschule zur Villa Haas und in die historische Altstadt von Wetzlar&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Villa Haas (Sinn)|Villa Haas|audio=0|video=1}}&lt;br /&gt;
* [https://www.villa-haas.com/ Offizielle Internetseite über die Villa Haas], zuletzt abgerufen am 19. Juli 2025&lt;br /&gt;
* {{DenkXweb|objekt=133217|titel=Villa Haas}}&lt;br /&gt;
* [https://industriekultur-mittelhessen.de/wohnen/ Industriekultur Mittelhessen]&lt;br /&gt;
* [http://mbreg.de/wiki/index.php/Mammutbaum-Register_Deutschland Mammutbaum-Register, Standort Hessen, Ort Sinn, Nr. 11274 und 11275]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=1024878007|VIAF=254613974}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Villa in Hessen|Haas]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wohngebäude im Lahn-Dill-Kreis]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturdenkmal in Sinn (Hessen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erbaut 1892]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Parkanlage in Hessen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Mittelhessen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Neorenaissancebauwerk in Hessen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Herrenhaus in Hessen|Haas]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauwerk des Historismus in Hessen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wikipedia:Artikel mit Video]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauensemble des Historismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauensemble in Hessen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bauensemble in Europa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Parkanlage in Europa]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Sokrates 399</name></author>
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