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	<title>Viktor Paulsen - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-20T19:40:40Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Viktor_Paulsen&amp;diff=2454370&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Dieringer63: Link auf Mitchell Ash; Kleinkram</title>
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		<updated>2025-11-05T19:51:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Link auf Mitchell Ash; Kleinkram&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Viktor Paulsen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[29. Mai]] [[1913]] in [[Graz]]; † [[20. Oktober]] [[1987]]) war ein [[Österreich|österreichischer]] [[Slawist]]. Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] war er als SS-Offizier in führender Funktion am Raub von Archivalien, Kunstgegenständen und Büchern in [[Jugoslawien]] und der [[Sowjetunion]] beteiligt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Paulsen besuchte das [[Europagymnasium Klagenfurt|Bundesrealgymnasium in Klagenfurt]] und studierte vom Wintersemester 1931/1932 bis zum Sommersemester 1935 an der [[Universität Wien]]. Er [[Promotion (Doktor)|promovierte]] 1935 zum Dr. phil. mit einer Studie über &amp;#039;&amp;#039;Die Lautlehre des slovenischen Gailtalerdialektes in Kärnten&amp;#039;&amp;#039;, die erste Studie dieser Art von einem Nicht-Muttersprachler.&amp;lt;ref&amp;gt;Tijmen Pronk: &amp;#039;&amp;#039;The Slovene Dialect of Egg and Potschach in the [[Gailtal]], Austria&amp;#039;&amp;#039;. Amsterdam 2009, S. 9.&amp;lt;/ref&amp;gt; Paulsen legte auch die Lehramtsprüfung für [[Slowenische Sprache]] und Geschichte ab und wurde 1937 [[Unterrichtspraktikant (Österreich)|Probelehrer]] am Realgymnasium Klagenfurt. 1937 bis 1939 wurde er am [[Institut für Österreichische Geschichtsforschung]] zum Dienst im [[Kärntner Landesarchiv]] ausgebildet.&amp;lt;ref&amp;gt;Stoy: &amp;#039;&amp;#039;Institut&amp;#039;&amp;#039;, S. 183, 366.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er unterstützte dabei zugleich den &amp;#039;&amp;#039;Presse- und Übersetzungsdienst&amp;#039;&amp;#039; im Landesarchiv unter [[Karl Starzacher (Archivar)|Karl Starzacher]].&amp;lt;ref&amp;gt;Fahlbusch, &amp;#039;&amp;#039;Wissenschaft&amp;#039;&amp;#039;, S. 337.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Paulsen gehörte der [[Südostdeutsche Forschungsgemeinschaft|Südostdeutschen Forschungsgemeinschaft]] an, die 1938/39 seine sprachwissenschaftliche Arbeit zum Deutschtum in [[Slawonien]] förderte, und arbeitete seit 1939 neben [[Irma Steinsch]] und [[Alfred Karasek]] als Länderreferent für Südslawien und Bulgarien für deren [[Publikationsstelle Wien]] unter [[Wilfried Krallert]]. Er unternahm 1939/40 mehrere Reisen nach Belgrad, [[Zagreb|Agram]] und [[Ljubljana|Laibach]], um Kontakte zur deutschen Volksgruppe und kollaborationswilligen Wissenschaftlern herzustellen.&amp;lt;ref&amp;gt;Fahlbusch, &amp;#039;&amp;#039;Wissenschaft&amp;#039;&amp;#039;, S. 655.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des [[Balkanfeldzug]]es und nach dem [[Unternehmen Barbarossa|deutschen Überfall auf die Sowjetunion]] gehörte Paulsen dem [[Sonderkommando Künsberg]] an. Während der Mitte April 1941 in Belgrad unter dem Kommando Krallerts und mit Paulsen als Dolmetscher durchgeführten Aktion wurden im dortigen Statistischen Amt, im Militärgeographischen Institut und im Geographischen Institut der Universität Karten, Bücher und Statistiken beschlagnahmt und schließlich unter der Leitung Paulsens nach Wien gebracht, dort gesichtet und weitergeleitet. Das dadurch gewonnene Material wurde zu [[Ethnografie|ethnographischen]] Karten verarbeitet, die der [[Wehrmacht]] und der [[Schutzstaffel|SS]] als Grundlage [[ethnische Säuberung|ethnischer Säuberungen]] dienten. Paulsen arbeitete damit an der Entwicklung und Umsetzung der nationalsozialistischen [[Volkstumspolitik]] mit.&amp;lt;ref&amp;gt;Fahlbusch, &amp;#039;&amp;#039;Wissenschaft&amp;#039;&amp;#039;, S. 482; Svatek: &amp;#039;&amp;#039;Wien&amp;#039;&amp;#039;, S. 120, 133f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die P-Stelle Wien war neben der [[Publikationsstelle Berlin-Dahlem]] als eine Art Verteilerzentrum des vom Sonderkommando Künsberg  erbeuteten Materials vorgesehen. Während des [[Deutsch-Sowjetischer Krieg|Deutsch-Sowjetischen Krieges]] war Wien für Material aus  [[Moskau]] (geplant), [[Kiew]] und [[Odessa]] zuständig. Paulsen war dabei dem Einsatzkommando „Nürnberg“ des Sonderkommandos Künsberg unter SS-Hauptsturmführer Bernhard Nitsch zugeteilt, wo er die Kartenstelle innehatte. Er war damit neben Krallert, [[Jürgen von Hehn]] und [[Alfred Karasek]] als Vertreter der [[Volksdeutsche Forschungsgemeinschaften|Volksdeutschen Forschungsgemeinschaften]] ständig im Sonderkommando Künsberg tätig. Das Einsatzkommando plünderte Archive, Bibliotheken und Klöster in Kiew, [[Charkow]], Odessa, [[Simferopol]] und [[Sewastopol]], [[Minsk]] und [[Smolensk]] sowie im Nordkaukasus. Für den Einsatz im Kaukasus bildete [[Taganrog]] den Stützpunkt. Paulsen durchsuchte unter anderem 1942 das [[Kiewer Höhlenkloster]], als dessen Museum vom Sonderkommando Künsberg übernommen werden sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den erbeuteten Karten und Statistiken erarbeitete die P-Stelle Wien ethnographische Karten der [[Krim]] und des Kaukasus, die bei der Rücksiedlung der [[Wolgadeutsche|Wolga-]] und [[Bessarabiendeutsche|Bessarabien-Deutschen]] verwendet wurden. Nach der Aufteilung des Einsatzkommandos „Nürnberg“ im Sommer 1942 war Paulsen beim Einsatzkommando Süd A und zugleich landeskundlicher Sachbearbeiter im wissenschaftlichen Arbeitsstab des Sonderkommandos Künsberg im Bereich der [[Heeresgruppe Süd]]. [[Naltschik]] im [[Kaukasus]] war der am weitesten gelegene Ort, den das Einsatzkommando mit Paulsen erreichte. Hier wurden die Staatsbibliothek, das Pädagogische Institut, das Institut für Meliorationen und landwirtschaftliche Planung und das Kabardinische Museum geplündert. Am 19. Februar 1943 kehrte Paulsen nach über sechs Monaten Kulturraub nach Berlin zurück.&amp;lt;ref&amp;gt;Fahlbusch, &amp;#039;&amp;#039;Wissenschaft&amp;#039;&amp;#039;, S. 486–490.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Auflösung des Sonderkommandos Künsberg wechselte Paulsen, inzwischen im Rang eines SS-Untersturmführers, zur im [[Reichssicherheitshauptamt]] (RSHA) neu eingerichteten Gruppe VI G („Wissenschaftlich-Methodischer Forschungsdienst“) unter Krallert. Diese Gruppe hatte vor allem den Auftrag, Universitätsbibliotheken und Institute der eroberten Gebiete auf brauchbares Material zu durchsuchen. Paulsen leitete die zentrale Kartenstelle in Berlin, die Karten für geheime Unternehmungen der Gruppe RSHA VI S (Schulung, Widerstandsbekämpfung) unter [[Otto Skorzeny]] auf der Grundlage des von der P-Stelle Wien ausgewerteten Materials erstellte.&amp;lt;ref&amp;gt;Fahlbusch: &amp;#039;&amp;#039;Wissenschaft&amp;#039;&amp;#039;, S. 171.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Krieg arbeitete Paulsen als Versicherungsdirektor in Österreich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Lautlehre des slovenischen Gailtalerdialektes in Kärnten.&amp;#039;&amp;#039; Diss. phil., Wien 1935.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Ortsnamen Südostkärntens und deren siedlungsgeschichtliche Bedeutung. (Die Ortsnamen des politischen Bezirks Völkermarkt.)&amp;#039;&amp;#039;. Hausarbeit, Institut für Österreichische Geschichtsforschung, 1939.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Michael Fahlbusch]]: &amp;#039;&amp;#039;Wissenschaft im Dienst der nationalsozialistischen Politik? Die Volksdeutschen Forschungsgemeinschaften von 1931-1945&amp;#039;&amp;#039;. Baden-Baden 1999.&lt;br /&gt;
* Manfred Stoy: &amp;#039;&amp;#039;Das Österreichische Institut für Geschichtsforschung 1929-1945.&amp;#039;&amp;#039; Wien 2007 (= &amp;#039;&amp;#039;Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung&amp;#039;&amp;#039;, Ergänzungsband 50).&lt;br /&gt;
* Petra Svatek: &amp;#039;&amp;#039;„Wien als Tor nach dem Südosten“ – Der Beitrag Wiener Geisteswissenschaftler zur Erforschung Südosteuropas während des Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Mitchell Ash|Mitchell G. Ash]], Ramon Pils, Wolfram Nieß (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Geisteswissenschaften im Nationalsozialismus. Das Beispiel der Universität Wien.&amp;#039;&amp;#039; Wien 2010, S. 111–139.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|VIAF=51149105996968490228|GNDfehlt=ja|GNDCheck=2023-12-10}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Paulsen, Viktor}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Slawist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Linguist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (deutsche Besetzung Jugoslawiens 1941–1945)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (deutsche Besetzung der Ukraine 1941–1944)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (deutsche Besetzung Weißrusslands 1941–1944)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (deutsche Besetzung Russlands 1941–1944)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Reichssicherheitshauptamt)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitarbeiter im Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SD-Personal]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Angehöriger der Waffen-SS]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Angehöriger des Sonderkommandos Künsberg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Österreicher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1913]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1987]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Paulsen, Viktor&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=österreichischer Slawist, der während des Zweiten Weltkriegs am NS-Kulturraub beteiligt war&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=29. Mai 1913&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Graz]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=20. Oktober 1987&lt;br /&gt;
|STERBEORT=&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Dieringer63</name></author>
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