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	<title>Victor Capesius - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-31T16:57:03Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Victor_Capesius&amp;diff=678526&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2026-83182-2: /* Einzelnachweise */ URL angepasst</title>
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		<updated>2026-02-06T21:09:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Einzelnachweise: &lt;/span&gt; URL angepasst&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt den Apotheker und SS-Führer; zu dem österreichischen Juristen siehe [[Viktor Capesius]].}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Victor Capesius&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[7. Februar]] [[1907]] in [[Miercurea Sibiului|Reußmarkt]], [[Siebenbürgen]], [[Österreich-Ungarn]]; † [[20. März]] [[1985]] in [[Göppingen]]) war ein [[Apotheker]], der als SS-Führer die Lagerapotheke im [[KZ Dachau]] und dem [[KZ Auschwitz]] leitete. Capesius war im KZ Auschwitz an Kriegsverbrechen beteiligt und wurde 1965 im Ersten [[Frankfurter Auschwitz-Prozess]] zu neun Jahren [[Zuchthaus]] verurteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kindheit, Ausbildung ==&lt;br /&gt;
Capesius wurde in Reußmarkt, dem heutigen [[Miercurea Sibiului]] in [[Siebenbürgen]] als Sohn eines Arztes und Apothekers geboren. Er besuchte das deutsche Gymnasium in [[Hermannstadt]] und begann nach dem 1924 bestandenen Abitur an der [[Babeș-Bolyai-Universität Cluj|Universität Klausenburg]] ein Pharmaziestudium, das er an der [[Universität Wien]] erfolgreich abschloss. Danach leistete er 1931 seinen [[Einjährig-Freiwilliger|einjährigen Militärdienst]] ab. Im [[Armata Română|rumänischen Heer]] erreichte er den Dienstgrad eines [[Hauptmann (Offizier)|Hauptmanns]]. Capesius [[Promotion (Doktor)|promovierte]] 1933 zum Dr. pharm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Berufsleben, 1934–1940 ==&lt;br /&gt;
Ab 1934 arbeitete er als [[Handelsvertreter]] der [[I.G. Farben]] und lernte in dieser Funktion viele Praxen und Apotheken in Rumänien kennen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Beginn des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] wurde Capesius 1940 ins rumänische Heer einberufen und leitete im Range eines Hauptmanns die Spitalapotheke an einem Armeestandort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== SS-Karriere, 1943–1945 ==&lt;br /&gt;
Als „[[Volksdeutsche]]r“ wurde Capesius 1943 zur [[Wehrmacht]] eingezogen und trat zum 1. August 1943 als Hauptsturmführer zur [[Waffen-SS]] über.&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-III/520004&amp;lt;/ref&amp;gt; Im selben Jahr folgte seine Ausbildung im Zentralsanitätslager der [[Schutzstaffel|SS]] in [[Warschau]]. Im September 1943 wurde er ins [[KZ Dachau]] versetzt, wo er bis Februar 1944 die Lagerapotheke leitete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Februar 1944 wechselte Capesius zum größten deutschen [[Vernichtungslager]], dem [[KZ Auschwitz]], wo er in der Nachfolge von [[Adolf Krömer]] bis zur Evakuierung des Lagers im Januar 1945 die KZ-Apotheke leitete. Dabei überwachte er unter anderem die Beschaffung und die Anwendung von [[Zyklon B]], an dessen Produktion sein alter Arbeitgeber, die I.G. Farben, durch Teilhabe an der Firma [[Deutsche Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung|Degesch]] beteiligt war. Er arbeitete eng mit [[Josef Mengele]] zusammen, der menschenverachtende [[Menschenversuche in nationalsozialistischen Konzentrationslagern|medizinische Experimente an Häftlingen]] durchführte. Capesius war auch an der [[Selektion (Konzentrationslager)|Selektion]] von Häftlingen für die [[Gaskammern und Krematorien der Konzentrationslager Auschwitz|Gaskammer]] persönlich beteiligt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite web&lt;br /&gt;
 |url=https://www.auschwitz-prozess.de/zeugenaussagen/Rosenberg-Paula/ |title=Zeugin Paula Rosenberg, 92. Verhandlungstag, 24. Sept. 1964, 1. Frankfurter Auschwitz-Prozess, »Strafsache gegen Mulka u.a.«, 4 Ks 2/63, Landgericht Frankfurt am Main |last=Rosenberg |first=Paula |date=1964-09-24 |website=www.auschwitz-prozess.de |publisher=Fritz-Bauer-Institut |access-date=2021-04-05 |quote=Und wir wollten auch im Lager dort zusammenbleiben. Als wir aus den Zügen raus mussten, da haben wir uns aneinander gehalten. Ja, und da standen die SS so über der ganzen Lagerstraße verteilt, und sie machten nur eine Handbewegung, also rechts und links. Und das bedeutete entweder den Tod oder ins Lager selbst. Meine Mutter sollte auf die andere Seite gehen, und da habe ich mich an sie geklammert und habe gerufen, ich möchte bei meiner Mutter bleiben. [...] Wir gingen dann ins Lager und mußten uns dann entkleiden. Dann kamen mehrere SS-Offiziere durch den Raum, und ich sagte zu einem Häftling, zu einer Frau, die damit beschäftigt war, diese Sachen fortzuschaffen: »Wer ist das?« Weil das der Offizier war, der meine Mutter auf die andere Seite geschickt hat. Und mir wurde gesagt: »Das ist Capesius, der Apotheker.« [...] Er hat ausgesucht, wer ins Lager geht und wer ins Gas geht.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zum 9. November 1944 stieg er zum [[SS-Sturmbannführer]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Capesius bereicherte sich an persönlichen Schmuckstücken und herausgebrochenen Zähnen seiner Opfer. Das dabei gewonnene [[Raubgold|Gold]] nutzte er als Startkapital für seine spätere unternehmerische Karriere. {{Zitat|Auf Grund zahlreicher Zeugenaussagen konnte ihm nachgewiesen werden, dass sich der ‚unschuldige‘ Apotheker in unsagbar dreister Weise an den ermordeten Häftlingen in Auschwitz bereicherte, indem er vor allem das [[Zahngold-Verwertung|Zahngold]], das Häftlingsärzte den vergasten Menschen aus den Kiefern herausreißen mussten, regelmäßig ‚in das Reich‘ transportieren ließ. Mit dem Erlös aus dem Zahngold und anderen Wertsachen baute er sich seine Nachkriegs-Existenz auf.|Wolfgang Schlott&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Schlott, Universität Bremen, im „Deutschland-Archiv“, bei {{Webarchiv|wayback=20080927190315|url=http://www.dieterschlesak.de/auschwitzapotheker.html|text=http://www.dieterschlesak.de/auschwitzapotheker.html}}&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkriegszeit, 1945–1959 ==&lt;br /&gt;
Nach der [[Befreiung von Auschwitz]] tauchte er unter und geriet bei Kriegsende in [[Schleswig-Holstein]] in britische Kriegsgefangenschaft, aus der er nach einem Jahr entlassen wurde. 1946 begann er an der [[Universität Stuttgart]] ein Studium der Elektrotechnik. Bei einem Besuch in München wurde Capesius 1946 von dem ehemaligen Auschwitzhäftling Leon Czekalski erkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Tonbandmitschnitte des Auschwitz-Prozesses (1963–1965): Zeuge Leon Czekalski (Tomaszow/Polen), Friseur, 44 Jahre, 4 Ks 2/63, Bd. 105, Anlage 1 zum Protokoll vom 30. Dezember 1964.&amp;lt;/ref&amp;gt; Daraufhin wurde er von der amerikanischen Militärpolizei verhaftet und kam in die [[Internierungslager Dachau]] und [[Flak-Kaserne Ludwigsburg]]. Im August 1947 wurde Capesius aus dem Internierungslager entlassen, da die zuständigen amerikanischen Behörden ihm keine Straftaten nachweisen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er arbeitete danach zunächst in einer [[Stuttgart]]er Apotheke als Angestellter. Im selben Jahr wurde er im von der Spruchkammer Stuttgart durchgeführten [[Spruchkammerverfahren|Entnazifizierungsverfahren]] am 9. Oktober 1947 als „durch das Gesetz nicht belastet“ eingestuft.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe Verfahrensakten (Weblinks).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im Oktober 1950 eröffnete der 43-Jährige in [[Göppingen]] die Marktapotheke und zusätzlich noch einen Kosmetikladen in [[Reutlingen]]. Er lebte bis 1959 unbehelligt in beträchtlichem Wohlstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhaftierung 1959–1968 ==&lt;br /&gt;
Anfang Dezember 1959 wurde Capesius in Göppingen festgenommen und saß bis 1965 in Untersuchungshaft. Am 20. August 1965 wurde er im [[Frankfurter Auschwitz-Prozess|1. Auschwitz-Prozess]] vom [[Landgericht Frankfurt am Main]] wegen gemeinschaftlicher [[Beihilfe (Strafrecht Deutschlands)|Beihilfe]] zum gemeinschaftlichen [[Mord (Deutschland)|Mord]] in vier Fällen an jeweils mindestens 2000 Menschen zu neun Jahren [[Zuchthaus]] verurteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ruhestand in Freiheit, 1968–1985 ==&lt;br /&gt;
{{Multiple image&lt;br /&gt;
| Bild1       = CapesiusFamilyGrave-HauptfriedhofGoeppingen RomanDeckert31052025-01.jpg&lt;br /&gt;
| Untertitel1 = Das Grab im Jahr 2025.&lt;br /&gt;
| Bild2       = CapesiusFamilyGrave-HauptfriedhofGoeppingen_RomanDeckert31052025-02.jpg&lt;br /&gt;
| Untertitel2 = Hinter dem runden Busch befindet sich der jüdische Teil des Friedhofs.&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Im Januar 1968 (nach insgesamt 8 Jahren) wurde er aus der Haft entlassen. Er besuchte noch am Tag seiner Entlassung ein Stadtkonzert und wurde dort mit Beifall begrüßt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://auschwitz-prozess-frankfurt.de/index.php/der-auschwitz-prozess/prozessbeteiligte/angeklagte?view=article&amp;amp;id=96:victor-capesius&amp;amp;catid=10:angeklagte#portrait Biografie und Bild von Capesius] auf www.auschwitz-prozess-frankfurt.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 20. März 1985 starb Capesius im Alter von 78 Jahren in Göppingen eines natürlichen Todes. Er hinterließ seine Frau Friederike &amp;quot;Fritzi&amp;quot; (1907–1998) und drei Töchter. Capesius ist auf dem Hauptfriedhof von Göppingen begraben. Seine Witwe und eine Tochter wurden an seiner Seite beigesetzt. Nur wenige Meter von dem Familiengrab entfernt befindet sich der jüdische Teil des Friedhofs, auf dem auch mehrerer Menschen gedacht wird, die in Auschwitz ermordet wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Werner Renz: &amp;#039;&amp;#039;Der Apotheker Victor Capesius und die Selektionen in Auschwitz-Birkenau&amp;#039;&amp;#039;, in: {{BibISBN|9783945893029|Seite=65–73}}&lt;br /&gt;
* {{BibISBN|9783412138066}}&lt;br /&gt;
* {{BibISBN|3801203697}}&lt;br /&gt;
* {{BibISBN|3100393090}}&lt;br /&gt;
* {{BibISBN|3548330142}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|119367025}}&lt;br /&gt;
* Entnazifizierungsunterlagen &amp;#039;&amp;#039;Victor Ernst Capesius&amp;#039;&amp;#039;: [http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=2-1738895 Bü 78422 (Digitalisat)] im Bestand [http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=2-7207 EL 902/20 (Spruchkammer 37 - Stuttgart: Verfahrensakten)] und [http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=2-2107173 Bü 339 (Digitalisat)] im Bestand [http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=2-7286 EL 904/3 (Interniertenlager unter deutscher Verwaltung: Interniertenakten)] im [[Staatsarchiv Ludwigsburg]].&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |url=https://auschwitz-prozess-frankfurt.de/index.php/der-auschwitz-prozess/prozessbeteiligte/angeklagte?view=article&amp;amp;id=96:victor-capesius&amp;amp;catid=10:angeklagte |titel=Der Auschwitz-Prozess: Victor Capesius |werk=auschwitz-prozess-frankfurt.de |abruf=2026-01-25 |abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=119367025|LCCN=no2001069958|VIAF=78433718}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Capesius, Victor}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Apotheker (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personal im KZ Auschwitz]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personal im KZ Dachau]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Militärperson (Rumänien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Angehöriger der Waffen-SS]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (deutsche Besetzung Polens 1939–1945)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verurteilte Person (NS-Kriegsverbrechen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Siebenbürgen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rumäniendeutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Transleithanien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rumäne]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1907]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1985]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Capesius, Victor&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Capesius, Victor Ernst&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Apotheker im KZ Auschwitz&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=7. Februar 1907&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Reußmarkt]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=20. März 1985&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Göppingen]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>~2026-83182-2</name></author>
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