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	<title>Verschuldungskrise - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;growthexperiments-addlink-summary-summary:1|0|0&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Von einer &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Verschuldungskrise&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wird gesprochen, wenn ein [[Schuldner]] den aus seinen [[Schulden]] resultierenden [[Kapitaldienst]] entweder vorübergehend ([[Liquiditätskrise]], [[Moratorium (Wirtschaft)|Moratorium]]) oder dauerhaft (&amp;#039;&amp;#039;Solvenzkrise&amp;#039;&amp;#039;) nicht mehr nachkommen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Evaristo Lopez Perez, Gonca Parlak, &amp;#039;&amp;#039;Analyse der theoretischen und empirischen Modellerklärungen über die Arten und Ursachen von Finanzmarktkrisen.&amp;#039;&amp;#039; München 2007, ISBN 978-3-638-84346-1, S. 13.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
[[Kreditgeber]] haben ein Interesse daran, ihr [[Kreditrisiko]] beim Schuldner zu messen. Dafür steht ihnen eine Vielzahl von [[Schuldenkennzahl]]en zur Verfügung. Diese sind wichtige Steuerungs- und Entscheidungsgrößen für die [[Fremdkapital]]bereitstellung bzw. -belassung. Während die [[Zinslastquote]] lediglich den [[Zinsaufwand]] eines [[Kreditnehmer]]s berücksichtigt, umfasst der [[Schuldendienstdeckungsgrad]] zusätzlich auch die zu leistenden Tilgungen. Zinsaufwand und Tilgungen bilden zusammen den [[Schuldendienst|Schulden- oder Kapitaldienst]]. Zu den [[Zins]]en gehören alle Zinsaufwendungen, die aus zinstragenden [[Verbindlichkeit]]en resultieren (Ausnahmen: Zinsen für [[Pensionsrückstellung]]en, [[Bankgebühr]]en). Der Schuldendienstdeckungsgrad gibt an, inwieweit die für Kredite aufzubringenden Zinsen und Tilgungen vom Schuldner aus dessen Einnahmen gezahlt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schuldner, die in eine Verschuldungskrise geraten können, sind [[natürliche Person]]en, [[Unternehmen]] oder [[Staat]]en (oder deren [[Gebietskörperschaft (Deutschland)|Gebietskörperschaften]]). Allen gemeinsam in der Verschuldungskrise ist, dass sie die Zinszahlungen und die [[Tilgung (Geldverkehr)|Tilgungsraten]] – zusammengefasst zum Schuldendienst – ganz oder teilweise nicht mehr aufbringen können. Dies kann zwei Hauptursachen haben. Einerseits können die Schulden bereits so hoch sein, dass der hieraus resultierende Schuldendienst durch strukturell rückläufige Einnahmen nicht mehr gedeckt werden kann, andererseits können sich nachträglich konjunkturbedingte Einnahmerückgänge ergeben. In beiden Fällen wird die Kapitaldienstgrenze überschritten. Schulden wurden meist in der Annahme aufgenommen, dass sie bei gleichbleibender [[Konjunktur]] oder gar Wirtschaftswachstum tragbar bleiben. Seit der [[Finanzkrise ab 2007]] wurde der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Verschuldungskrise&amp;#039;&amp;#039; auf Staaten als Schuldner eingeengt, gilt jedoch weiterhin für alle Schuldnerarten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verschärft werden kann die Lage eines Schuldners durch ein exponentiell anwachsendes Zinsproblem, einerseits verursacht durch ansteigende Zinssätze aufgrund sinkender [[Bonität]] und andererseits durch [[Zinseszins]]effekte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kennzahlen ==&lt;br /&gt;
Es gibt [[betriebswirtschaftliche Kennzahl]]en, aus denen sich ergibt, ob bei einem bestimmten Schuldner eine Verschuldungskrise vorliegt oder nicht. Die Verschuldungskrise selbst ist keine derartige Kennzahl, sondern bezeichnet lediglich den wirtschaftlichen Zustand des Schuldners. Der [[Verschuldungsgrad]], der [[Zinsdeckungsgrad]], der [[Schuldendienstdeckungsgrad]] und die [[Kapitaldienstgrenze]] sind [[Schuldenkennzahl]]en, aus denen eine Verschuldungskrise abgelesen werden kann. Der Schuldendienst kann in einer Verschuldungskrise nur noch durch Vermögensabbau (Verkauf von [[Aktiva]]), Erhöhung des [[Eigenkapital]]s oder [[Fremdkapital]]s bestritten werden. Dies sind jedoch nicht die natürlichen Quellen für den Schuldendienst, sondern allein die nachhaltig erzielbaren Liquiditätsüberschüsse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Folgen ==&lt;br /&gt;
Aus den geschilderten Ursachen ergibt sich, dass Schulden nur so hoch dimensioniert werden dürfen, dass der aus ihnen resultierende Schuldendienst auch noch in einer konjunkturellen oder strukturellen Krise erbracht werden kann. Die hieraus abzuleitende Kapitaldienstgrenze ermittelt sich für die verschiedenen Schuldnerarten unterschiedlich. Ein Staat befindet sich in einer Verschuldungskrise, wenn er seine Auslandsverbindlichkeiten nicht mehr vertragsgemäß aus nachhaltig erzielbaren Einnahmen (wie [[Export]]erlöse, Zinserträge) bedienen kann und möglicherweise zu [[Umschuldung]]en gezwungen ist. Die Kapitaldienstgrenze ist bei Unternehmen erreicht, wenn der Schuldendienst aus dem operativen Liquiditätsüberschuss gerade noch bestritten werden kann.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Posluschny: &amp;#039;&amp;#039;Basiswissen Mittelstandscontrolling.&amp;#039;&amp;#039; 2010, S. 226 ([http://books.google.de/books?id=_O8b_E4lXVcC&amp;amp;pg=PA226&amp;amp;dq=Kapitaldienstgrenze&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=qPHFUs_HBIiOtQbvsICIAg&amp;amp;ved=0CDMQ6AEwAA#v=onepage&amp;amp;q=Kapitaldienstgrenze&amp;amp;f=false books.google.de]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei diesem Grenzfall beginnt die Verschuldungskrise als integraler Bestandteil einer [[Unternehmenskrise]]. Privatpersonen geraten in eine Verschuldungskrise, wenn ihre laufenden Einnahmen (aus [[Arbeitseinkommen|Lohn/Gehalt]], [[Pension (Altersversorgung)|Pensionen]]) nicht mehr ausreichen, um hiermit Zinsen und Tilgung für aufgenommene Kredite zu bezahlen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Je nach dem wirtschaftlichen Status der Verschuldungskrise sowie dem Grad der Unterstützung durch Dritte kann sich die Verschuldungskrise zu einer [[Überschuldung]], [[Insolvenz]] oder [[Staatsinsolvenz]] ausweiten. Eine Verschuldungskrise kann bei Staaten auch zu einer [[Hyperinflation]] und [[Währungsreform]] oder zur förmlichen Erklärung des [[Staatsbankrott]]s führen ([[Argentinien-Krise]]). Verschuldungskrisen gibt es häufiger in [[Entwicklungsland|Entwicklungsländern]],&amp;lt;ref&amp;gt;Raoul Giebenhain, &amp;#039;&amp;#039;Die Verschuldungskrise der Entwicklungsländer und die Umschuldungsprogramme multinationaler Institutionen.&amp;#039;&amp;#039; 2006, S. 4&amp;amp;nbsp;ff. ([http://books.google.de/books?id=WkszcbULQnQC&amp;amp;printsec=frontcover&amp;amp;dq=verschuldungskrise&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=kTbMUprvNcTHswblxoCABQ&amp;amp;ved=0CEEQ6AEwAg#v=onepage&amp;amp;q=verschuldungskrise&amp;amp;f=false books.google.de]).&amp;lt;/ref&amp;gt; meist durch Leistungsbilanzdefizite ausgelöst,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Werner Lachmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Volkswirtschaftslehre.&amp;#039;&amp;#039; Band 2: &amp;#039;&amp;#039;Anwendungen.&amp;#039;&amp;#039; 2003, S. 504&amp;amp;nbsp;f. ([http://books.google.de/books?id=VzRPv7DaQdUC&amp;amp;pg=PA504&amp;amp;dq=verschuldungskrise&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=kTbMUprvNcTHswblxoCABQ&amp;amp;ved=0CFAQ6AEwBQ#v=onepage&amp;amp;q=verschuldungskrise&amp;amp;f=false books.google.de])&amp;lt;/ref&amp;gt; können aber auch [[Industriestaat]]en betreffen, wie die [[Japankrise]] gezeigt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsabgrenzung ==&lt;br /&gt;
Der Begriff Verschuldung ist vom [[Rechtsbegriff]] des [[Verschulden]]s zu unterscheiden; daher ist der – statt Verschuldungskrise – vielfach verwendete Begriff der Verschuldenskrise unrichtig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Staatsverschuldung]]&lt;br /&gt;
* [[Haushaltssaldo]]&lt;br /&gt;
* [[EU-Konvergenzkriterien]]&lt;br /&gt;
* [[odious debts]] (illegitime Schulden)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Evaristo Lopez Perez, Gonca Parlak: &amp;#039;&amp;#039;Analyse der theoretischen und empirischen Modellerklärungen über die Arten und Ursachen von Finanzmarktkrisen.&amp;#039;&amp;#039; Norderstedt: GRIN Verlag, München 2007, ISBN 978-3-638-84346-1.&lt;br /&gt;
* Thomas Ziesemer: &amp;#039;&amp;#039;Ursachen von Verschuldungskrisen – Theorie, Empirie und Politik.&amp;#039;&amp;#039; Metropolis-Verlag, Marburg 1997, ISBN 3-89518-148-X.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Volkswirtschaftslehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Finanzkrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Staatsschuldenkrise]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Cst90</name></author>
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