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	<title>Verruf - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-29T15:53:25Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Verruf&amp;diff=545311&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Sokrates 399: Typografie</title>
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		<updated>2024-07-16T11:53:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Typografie&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Verruf&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Verschiss&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war eine bei [[Studentenverbindung]]en bis ins 20. Jahrhundert hinein gebrauchte Ehrenstrafe mit Zwangsmittelcharakter.&amp;lt;ref&amp;gt;Zum Sprachgebrauch siehe auch den Lexikoneintrag bei Krünitz zu „Verruf“: Nach den [[Brüder Grimm|Brüdern Grimm]] ([[Deutsches Wörterbuch]]) in der Studentensprache seit 1515 als „Verschiß“ nachweisbar, ab 1818/20 Aufkommen des feiner klingenden Begriffes „Verruf“&amp;lt;/ref&amp;gt; Verrufe trafen meist einzelne Studenten oder Studentengruppen. Sie wurden aber auch gegen Personen außerhalb der Universität (Gewerbetreibende und Kneipwirte) oder sogar gegen eine ganze Universität ausgesprochen. Ein Verruf gegen eine Universität führte zu einem [[Auszug (Universitätsgeschichte)|Auszug]] der [[Studentenschaft]] aus der jeweiligen Universitätsstadt. Dies geschah zum Beispiel 1809 in [[Göttingen]] nach der [[Gendarmen-Affäre]], in deren Folge insgesamt 418 von 615 Studenten die Universität nach Eintragung in ausliegende Verrufslisten zum Wintersemester verließen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Franz Stadtmüller]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Corps Hannovera zu Göttingen 1809–1959.&amp;#039;&amp;#039; S. 34 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Göttinger Studenten 1818.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;Göttinger Studenten im Rathe des Verrufs&amp;#039;&amp;#039; (1818)]]&lt;br /&gt;
Anfang des 19. Jahrhunderts übernahmen die [[Corps]] den schon bei den älteren [[Landsmannschaft (Studentenverbindung)|Landsmannschaften]] gebräuchlichen Verruf als Strafe in die [[SC-Comment]]s, die das Zusammenleben der Studenten an der Universität regelten. Mit temporärem oder perpetuellem Verruf wurde bestraft, wer sich gegen den SC-Comment verging. Ab 1818 wurde der Verruf von Seiten der Corps insbesondere in den Auseinandersetzungen mit den neu aufkommenden [[Burschenschaft]]en angewandt, später auch in den Auseinandersetzungen mit der [[Progress (Studentenbewegung)|Progressbewegung]]. Im Gegenzug nahmen auch andere korporative Zusammenschlüsse für sich in Anspruch, Verrufe zu verhängen. Das 1913 geschlossene [[Allgemeiner Deutscher Waffenring|Marburger Abkommen]] zwischen dem [[Kösener Senioren-Convents-Verband]] (KSCV) der Corps, dem Vertreter-Convent der Turnerschaften (VC), der Deutschen Landsmannschaft (DL) und der [[Deutsche Burschenschaft|Deutschen Burschenschaft]] (DB) sollte unter anderem zur Aufhebung gegenseitiger Verrufe an den einzelnen Universitäten beitragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als studentische Ehrenstrafe beinhaltete der Verruf ein Umgangsverbot und wirkte in erster Linie als Form der sozialen Ausgrenzung. Verrufe gegenüber Nichtstudenten dagegen sollten die Betroffenen wirtschaftlich treffen und waren am ehesten mit dem modernen [[Boykott]] zu vergleichen, einer angelsächsischen Begriffsbildung aus der Zeit nach 1880. Die besondere Effizienz des Verrufs liegt heute noch, ähnlich wie beim Boykott, darin, dass Rechtsverletzungen und Verfahrensfehler erst nach Verhängung der [[Sanktion]] in einem (meist [[Schiedsverfahren|schiedsgerichtlichen]]) Verfahren oder (bei Fehlen entsprechender Vereinbarungen) gar nicht geprüft werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der Verruf bei den Studenten des frühen 19. Jahrhunderts sehr ernst genommen wurde, entwickelte sich nach 1848 auch eine parodistische Variante für den Biertisch. Hier konnte nach dem [[Bier-Comment]] auch der &amp;#039;&amp;#039;Bier-Verschiß&amp;#039;&amp;#039; (B.V.) oder die &amp;#039;&amp;#039;Bier-Acht&amp;#039;&amp;#039; verhängt werden. Auf alten Bildern von studentischen [[Kneipe (Studentenverbindung)|Kneipen]] kann man teilweise mit kunstvollen Schnitzereien verzierte &amp;#039;&amp;#039;B.V.-Tafeln&amp;#039;&amp;#039; sehen, auf denen mit Kreide die verhängten Bier-Verschisse notiert und nach Vollzug der entsprechenden Sanktionen wieder gelöscht wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der modernen Sprache überlebt hat der Ausdruck „Verruf“ in Begriffen wie „verrufene [[Spelunke]]“ u.&amp;amp;nbsp;ä. Bekannt ist ebenfalls noch der Ausdruck „Der hat bei mir verschissen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Rainer Assmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Verschiß&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Verein für corpsstudentische Geschichtsforschung|Einst und Jetzt]] 33 (1988), S. 213–219.&lt;br /&gt;
* Florian Hoffmann: &amp;#039;&amp;#039;Der corpsstudentische Verruf. Eine Annäherung am Beispiel des SC zu Gießen&amp;#039;&amp;#039;. In: Einst und Jetzt 69 (2024), S. 141–170&lt;br /&gt;
* J. G. Krünitz: „Verruf“ in: &amp;#039;&amp;#039;[[Oeconomische Encyclopädie]] (1773–1858)&amp;#039;&amp;#039; [https://www.kruenitz1.uni-trier.de/xxx/v/kv05612.htm]&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--* „Verschiß“ in: [[Robert Paschke]]: &amp;#039;&amp;#039;Corpsstudentisches Wörterbuch&amp;#039;&amp;#039;. S. 332, in: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch des Kösener Corpsstudenten.&amp;#039;&amp;#039; Verband Alter Corpsstudenten e.&amp;amp;nbsp;V., 6. Auflage, Bd. I. Würzburg 1985, S. 321–333.--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Studentengeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Studentisches Brauchtum und Ritual]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Sokrates 399</name></author>
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