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	<title>Verhaltenstherapie - Versionsgeschichte</title>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Verhaltenstherapie&amp;diff=48811&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Thomas Dresler: Tippfehler korrigiert</title>
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		<updated>2026-04-20T20:59:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tippfehler korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Mit &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Verhaltenstherapie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;VT&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) wird ein Spektrum von Methoden im Fachgebiet der [[Psychotherapie]] bezeichnet. Diesen ist trotz zahlreicher Unterschiede hinsichtlich theoretischer Annahmen und praktischer Methoden gemeinsam, dass sie das Modell der ([[Klassische Konditionierung|klassischen]] und [[Instrumentelle und operante Konditionierung|operanten]]) [[Konditionierung]] als zentral für die Abläufe in der menschlichen [[Psyche]] bewerten. Ein weiteres Merkmal verhaltenstherapeutischer Verfahren ist die [[Hilfe zur Selbsthilfe]] für den Patienten. Im Mittelpunkt steht, dem Patienten nach Einsicht in Ursachen und Entstehungsgeschichte seiner Probleme Methoden an die Hand zu geben, die ihn ermächtigen sollen, seine [[Psychische Störung|psychischen Beschwerden]] zu überwinden. Die Verhaltenstherapie wurde in den letzten Dekaden um kognitive Konzepte erweitert. Seither wurde sie auch als [[Kognitive Verhaltenstherapie]] (KVT) bezeichnet und beide Varianten wurden unter dem Akronym VT subsumiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Michael Linden, Martin Hautzinger |Titel=Verhaltenstherapiemanual |Auflage=8., vollständig überarbeitete Auflage |Ort=Berlin |Datum=2015 |ISBN=978-3-642-55210-6}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Prinzipien der Verhaltenstherapie ==&lt;br /&gt;
Verhaltenstherapeutische Verfahren basieren ursprünglich auf der [[Lerntheorie]]. Die Grundidee ist, dass störungsbedingtes Verhalten erlernt wurde und auch wieder verlernt werden kann bzw. dass angemessenere Denk- und Verhaltensweisen erlernt werden können. Inzwischen wurde die Verhaltenstherapie in vielerlei Weise weiterentwickelt und in verschiedene Methoden ausdifferenziert.&amp;lt;ref&amp;gt;Dirk Revenstorf: &amp;#039;&amp;#039;Psychotherapeutische Verfahren&amp;#039;&amp;#039;. Band 1, 2. Auflage. Stuttgart 1994.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Öffentlichkeit besonders bekannte therapeutische Techniken der Verhaltenstherapie sind [[Konfrontationstherapie|Konfrontationen mit auslösenden Reizen]] (z.&amp;amp;nbsp;B. Exposition, systematische Desensibilisierung) sowie die Verstärkung erwünschten und die Löschung unerwünschten Verhaltens.&amp;lt;ref&amp;gt;Brigitte Vetter: &amp;#039;&amp;#039;Psychiatrie.&amp;#039;&amp;#039; 7. Auflage. Stuttgart 2007.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Hintergründe ==&lt;br /&gt;
=== Grundannahmen ===&lt;br /&gt;
Ursprünglich verfolgte die Verhaltenstherapie nach [[John B. Watson]] (1878–1958) im Gegensatz zu [[Tiefenpsychologie|tiefenpsychologischen Verfahren]] ein „[[Black Box (Psychologie)|Black-Box-Modell]]“, das im Wesentlichen besagt, dass innere Vorgänge für Außenstehende undurchschaubar bleiben und daher nicht analysiert werden sollten. Diese Haltung war ein Versuch, von der [[Intuition|intuitiven]] Vorgehensweise der [[Tiefenpsychologie]] wegzukommen, die, wie [[Wolf Singer]] es beschreibt, von der Perspektive der 1. Person („Ich beobachte meine Gefühle“) lebe und auf theoretische, schwer überprüfbare Annahmen ([[Ödipuskomplex]] etc.) angewiesen sei. Die Verhaltenstherapie sucht die Perspektive der 3. Person („Wir schauen gemeinsam auf die Situation“) und ist daher stärker an neurologisch-neurobiologischen Modellen angelehnt, bei der ein Reiz und die messbare Reaktion im Mittelpunkt stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele Autoren beschreiben die Verhaltenstherapie als Methode, die gezielt Symptome psychischer Störungen behandeln und die Handlungsfähigkeit des Patienten erweitern soll. Tiefergehende Selbsterkenntnis oder das Erkunden unbewusster seelischer Vorgänge sind dabei nicht zentral.&amp;lt;ref&amp;gt;Stefan Priebe, Donna Wright: &amp;#039;&amp;#039;The provision of psychotherapy – An international comparison.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Public Mental Health.&amp;#039;&amp;#039; 5 (3), 2006.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Doris K. Silverman: &amp;#039;&amp;#039;What Works in Psychotherapy and How Do We Know?: What Evidence-Based Practice Has to Offer.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Psychoanalytic Psychology.&amp;#039;&amp;#039; 22 (2), 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; Verhaltenstherapeutische Techniken sollen dem Klienten eine bessere Selbstregulation ermöglichen. Charakteristisch für die Verhaltenstherapie ist die Konzentration auf gegenwärtige statt auf vergangene Handlungsursachen, ohne frühere Erfahrungen in der Analyse der Problementstehung zu vernachlässigen. Somit liegt der Schwerpunkt auf beobachtbarem Verhalten und dessen Veränderung.&amp;lt;ref&amp;gt;T. Poehlke: &amp;#039;&amp;#039;Psychiatrie.&amp;#039;&amp;#039; 17. Auflage. 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verhaltenstherapie unterscheidet sich von anderen Therapieformen wie beispielsweise der [[Analytische Psychotherapie|analytischen Psychotherapie]] durch folgende Annahmen: Es wird davon ausgegangen, dass Verhaltensweisen erlernt und auch wieder verlernt werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Schuster: &amp;#039;&amp;#039;Abenteuer Verhaltenstherapie – Neue Erlebnisse mit sich und der Welt.&amp;#039;&amp;#039; DTV, 1999.&amp;lt;/ref&amp;gt; Allerdings werden genetische Unterschiede als Ursachen von Störungen mit berücksichtigt, etwa in den so genannten Vulnerabilitäts-Stress-Modellen. Dabei wird eine ererbte Stressanfälligkeit als Voraussetzung einer Störung berücksichtigt. In ihren Annahmen über [[Ätiologie (Medizin)|ätiologische]] Störungsmodelle ist die Verhaltenstherapie nur begrenzt bestimmten Theorien verpflichtet und kann daher neue empirische Erkenntnisse in ihre Modelle und Theorien integrieren.&amp;lt;ref&amp;gt;F. Kanfer, D. Schmelzer: &amp;#039;&amp;#039;Wegweiser Verhaltenstherapie – Psychotherapie als Chance.&amp;#039;&amp;#039; Springer, 2001.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daraus folgt, dass problematisches Verhalten in erster Linie als Ergebnis von Lernprozessen gesehen und durch die Verwendung von Verhaltens- und Lernprinzipien verändert werden soll. Entscheidend ist hierfür eine genaue Verhaltensanalyse zur Bestimmung der augenblicklichen Ursachen eines problematischen Verhaltens. Die Behandlungsstrategien werden sodann individuell auf die Probleme des Patienten angepasst. Um Veränderungen zu bewirken, ist es nicht zwangsläufig notwendig, die Ursprünge des psychischen Problems genau zu ergründen. Gerade bei gut definierten, weniger komplexen psychischen Störungen zeigt sich eine gute Wirksamkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;Dirk Revenstorf: &amp;#039;&amp;#039;Psychotherapeutische Verfahren.&amp;#039;&amp;#039; Band II: &amp;#039;&amp;#039;Verhaltenstherapie.&amp;#039;&amp;#039; Kohlhammer, 1996.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vorgehensweise ===&lt;br /&gt;
Da sich eine Vielzahl verschiedener verhaltenstherapeutischer Methoden entwickelt haben, gibt es nicht &amp;#039;&amp;#039;ein&amp;#039;&amp;#039; verhaltenstherapeutisches Standardverfahren. Üblicherweise steht jedoch am Beginn einer verhaltenstherapeutischen Behandlung die [[Verhaltens- und Problemanalyse]], in der die Probleme des Patienten in Abhängigkeit zu ihren aufrechterhaltenden Bedingungen und im Hinblick auf ihre Konsequenzen untersucht werden. Ein zugrundeliegendes Konzept ist dabei die Verhaltensanalyse nach [[Frederick Kanfer]], das so genannte &amp;#039;&amp;#039;[[SORKC-Modell]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Franziska Dietz: &amp;#039;&amp;#039;Psychologie: Grundlagen, Krankheitsmodelle und Psychotherapie&amp;#039;&amp;#039;. Marburg 2006.&amp;lt;/ref&amp;gt; Neben der Untersuchung von Reiz-Reaktions-Zusammenhängen werden in der Regel auch Gefühle, Gedanken und körperliche Prozesse mit einbezogen. Ebenso die Einflüsse des erweiterten Umfelds des Patienten, wie zum Beispiel das Verhalten von Familienangehörigen, Arbeitskollegen, Freunden und Bekannten. Auch die Ebene der Pläne und [[Soziologische Systemtheorie|Systemregeln]] wird berücksichtigt. Ein weiteres Analysefeld ist die Therapeut-Klient-Beziehung, der heutzutage mehr Platz als in den Anfängen der Verhaltenstherapie eingeräumt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Anil Batra, Reinhard Wassmann, Gerhard Buchkremer: &amp;#039;&amp;#039;Verhaltenstherapie. Grundlagen – Methoden – Anwendungsgebiete&amp;#039;&amp;#039;. 4., vollständig überarbeitete Auflage. Thieme, 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zielanalyse erfolgt gemeinsam mit dem Patienten die Bestimmung und Konkretisierung realistischer Therapieziele, aus denen der Therapeut die einzusetzenden Interventionen auswählt und in Rücksprache und mit Zustimmung des Patienten einsetzt. Im Anschluss an diese Schritte, wird oft ein Therapievertrag vereinbart, in dem Patient und Therapeut Ziele und Aufgaben während der Therapie beschließen.&amp;lt;ref&amp;gt;Jürgen Margraf, Silvia Schneider: &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch der Verhaltenstherapie.&amp;#039;&amp;#039; Band 1: &amp;#039;&amp;#039;Grundlagen, Diagnostik, Verfahren, Rahmenbedingungen&amp;#039;&amp;#039;. Heidelberg 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Th. Heidenreich, J. Michalak (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die „dritte Welle“ der Verhaltenstherapie. Grundlagen und Praxis&amp;#039;&amp;#039;. Beltz, 2013, ISBN 978-3-621-28037-2.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im weiteren Verlauf der Therapie können verschiedene verhaltenstherapeutische Verfahren eingesetzt werden, die sich auf die Verhaltens- und Zielanalyse beziehen.&amp;lt;ref&amp;gt;B. Kröner-Herwig: &amp;#039;&amp;#039;Die Wirksamkeit von Verhaltenstherapie bei psychischen Störungen von Erwachsenen sowie Kindern und Jugendlichen: Expertise zur empirischen Evidenz des Psychotherapieverfahrens Verhaltenstherapie.&amp;#039;&amp;#039; Dgvt-Verlag, 2004.&amp;lt;/ref&amp;gt; Übergeordnetes Prinzip ist dabei die Hilfe zur Selbsthilfe. Das heißt, der Patient soll in der Therapie lernen, mit dem eigenen Leben (wieder) selbst zurechtzukommen. Die aus der [[Klientenzentrierte Psychotherapie|Gesprächspsychotherapie]] bekannten therapeutischen Basisvariablen wie Echtheit, [[Empathie]] und uneingeschränktes Akzeptieren des Patienten sind ein wichtiger Aspekt. Darüber hinaus achtet der Therapeut in der Regel auch auf eine [[Motivorientierte Beziehungsgestaltung|komplementäre Beziehungsgestaltung]], wie bei [[Klaus Grawe]] beschrieben. Ein weiterer wichtiger Schritt, der neben dem Einsatz von Interventionsmethoden bedacht werden muss, ist der Aufbau einer [[Therapeutische Allianz|therapeutischen Allianz]] bzw. von Veränderungsmotivation.&amp;lt;ref&amp;gt;F. H. Kanfer, D. Schmelzer: &amp;#039;&amp;#039;Wegweiser Verhaltenstherapie&amp;#039;&amp;#039;. Berlin 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach dem Einsatz der eigentlichen Interventionen wird ein Evaluationsprozess durchlaufen, in dem der Erfolg der durchgeführten Methoden überprüft wird. Die beschriebenen Analyse- und Interventionsschritte werden in der therapeutischen Praxis nicht strikt getrennt voneinander durchgeführt, sondern bedingen sich gegenseitig und werden in einem Feedbackprozess immer wieder von neuem durchlaufen.&amp;lt;ref&amp;gt;Gerhard Zarbock: &amp;#039;&amp;#039;Phasenfahrplan VT: Aufgaben und Strukturierungshilfen für Therapeuten und Supervisoren&amp;#039;&amp;#039;. Pabst 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Evidenz für Verhaltenstherapie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut verschiedenen Meta-Analysen ist die (kognitive) Verhaltenstherapie eine wirksame Therapie bei zahlreichen psychischen Störungen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Stefan G. Hofmann, Anu Asnaani, Imke J. J. Vonk, Alice T. Sawyer, Angela Fang |Titel=The Efficacy of Cognitive Behavioral Therapy: A Review of Meta-analyses |Sammelwerk=Cognitive Therapy and Research |Band=36 |Nummer=5 |Datum=2012-10 |Seiten=427–440 |DOI=10.1007/s10608-012-9476-1 |PMID=23459093}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Verfahren der Verhaltenstherapie (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
Um die im Therapievertrag vereinbarten Therapieziele zu erreichen, können in der Verhaltenstherapie unterschiedliche verhaltenstherapeutische Einzelverfahren eingesetzt werden. Einige von ihnen seien an dieser Stelle genannt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfrontationsverfahren ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Konfrontationstherapie}}&lt;br /&gt;
In der Konfrontationstherapie werden Verfahren angewendet, die auf dem Modell der [[Klassische Konditionierung|klassischen Konditionierung]] aufbauen mit dem Ziel eine [[Extinktion (Psychologie)|Extinktion]], [[Gegenkonditionierung]] oder [[Habituation]] zu erreichen.&lt;br /&gt;
Expositionsverfahren können zum einen in massierter oder graduierter Form und [[in vivo]] oder [[in sensu]] angewandt werden. Zudem können die Dauer (kontinuierlich) und das Ausmaß des Selbstmanagement (Selbst-Exposition) variiert werden. Diese Verfahren werden vorwiegend bei [[Phobische Störung|Phobien]], [[Panik]]- und [[Zwangsstörung]]en eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Systematische Desensibilisierung]]: Exposition mit hierarchisch abgestuften aversiven Stimuli, zunächst in sensu, dann in vivo, gekoppelt mit Entspannung&lt;br /&gt;
* [[Flooding (Psychotherapie)|Flooding]] (Reizüberflutung): unmittelbare Konfrontation mit Stimuli in höchster Intensität&lt;br /&gt;
* [[Aversionstherapie]]&lt;br /&gt;
* [[Reaktionsverhinderung]]&lt;br /&gt;
* [[Screen-Technik]]&lt;br /&gt;
* [[Eye Movement Desensitization and Reprocessing]] ([[EMDR]]) nach [[Francine Shapiro]]&lt;br /&gt;
* Extinctions &amp;#039;&amp;#039;(Habituations)&amp;#039;&amp;#039;-Training (graduierte Löschung): In-vivo-Konfrontation mit abgestuften aversiven Stimuli&lt;br /&gt;
* Implosion (aus tiefenpsychologischer Tradition): Konfrontation mit Angststimuli in der Vorstellung&lt;br /&gt;
* [[Angstbewältigungstraining]]: Kombination verschiedener Expositionsverfahren mit anderen Bewältigungsstrategien&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Operante Verfahren ===&lt;br /&gt;
Bei den operanten Verfahren wird das Verhalten mittels Verstärkung (Erhöhung der Häufigkeit (Wahrscheinlichkeit) eines Verhaltens) oder Bestrafung (Reduzierung der Verhaltenshäufigkeit) modifiziert ([[Verhaltensmodifikation]]). Positive Verstärkung geschieht durch Zuführung von angenehmen Reizen, negative Verstärkung durch Wegnahme von unangenehmen Reizen. Direkte Bestrafung erfolgt durch Zuführung von unangenehmen Reizen, indirekte Bestrafung durch Wegnahme von angenehmen Reizen, z.&amp;amp;nbsp;B. [[Time-out-Technik]]. Prinzipien beim Aufbau von Verhalten sind: Verhaltensformung (Shaping), Verhaltenskettung ([[Chaining]]), [[Prompting]], Differentielle Verstärkung, [[Diskriminationslernen]], [[Fading (Psychologie)|Fading]] und [[Reizgeneralisierung|Generalisierung]] und für den Abbau von Verhalten: [[Extinktion (Psychologie)|Löschung]], [[Verstärkung (Psychologie)#Bestrafung|Bestrafung]] und [[Vergessen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Biofeedback]] nach Miller&lt;br /&gt;
* [[Token-System]] (Token economy)&lt;br /&gt;
* [[Response-Cost]]&lt;br /&gt;
* [[Kontingenz (Psychologie)|Kontingenzverträge]]: Zielverhalten und Verstärker werden genau (schriftlich) festgelegt&lt;br /&gt;
* [[Dialektisch-behaviorale Therapie]] der [[Borderline-Persönlichkeitsstörung]] nach [[Marsha M. Linehan]]&lt;br /&gt;
* [[Training sozialer Kompetenzen]] (Social Skills Training), z.&amp;amp;nbsp;B. das Assertiveness Training Programme nach Ullrich &amp;amp; Ullrich de Muynck; das Gruppentraining Sozialer Kompetenzen nach Hinsch &amp;amp; Pfingsten oder die sozialen Kompetenztrainings mit Kindern nach Petermann &amp;amp; Petermann. In der verwandten Form des Trainings zwischenmenschlicher Fertigkeiten ist es ein wesentlicher Bestandteil der [[Dialektisch-Behaviorale Therapie|Dialektisch-behavioralen Therapie]] (DBT) nach [[Marsha M. Linehan]]&lt;br /&gt;
* [[Entkopplung bei Impulskontrollstörungen]]&lt;br /&gt;
* [[Habit-Reversal-Training]] nach Azrin &amp;amp; Nunn&lt;br /&gt;
* [[Rollenspiel (Verhaltenstherapie)|Rollenspiel]]&lt;br /&gt;
* [[Kommunikationstraining]]&lt;br /&gt;
* Training von [[Entspannungstechnik]]en (v.&amp;amp;nbsp;a. [[Progressive Muskelentspannung]] und [[Autogenes Training]])&lt;br /&gt;
* [[Euthyme Therapie]] (Genusstherapie)&lt;br /&gt;
* [[Negatives Üben]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kognitive Ansätze und Verfahren der „dritten Welle“ ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Kognitive Verhaltenstherapie}}&lt;br /&gt;
Kognitive Ansätze der VT basieren auf [[Kognitivismus|kognitiven Theorien]] des Verhaltens. Ein Individuum interpretiert und transformiert aktiv Informationen (Umgebungsreize) und strukturiert die Erfahrungen (Ordnen und Bewerten der Realität). [[Kognition]]en beeinflussen als &amp;#039;&amp;#039;transformierte Reize&amp;#039;&amp;#039; das Verhalten. Verhaltensprobleme sind das Ergebnis falscher Annahmen, unvollständiger Schlüsse, inadäquater Selbstinstruktionen und unzureichender Problemlösefähigkeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die folgenden Ansätze werden zur kognitiven Verhaltenstherapie bzw. ihrer „dritten Welle“ gerechnet:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion]] nach [[Jon Kabat-Zinn]]&lt;br /&gt;
* [[Ärgermanagement]] nach [[Raymond W. Novaco]]&lt;br /&gt;
* [[Akzeptanz- und Commitmenttherapie]] (ACT) nach [[Steven C. Hayes]]&lt;br /&gt;
* [[Attributionstherapie]] (Seligman, Bandura)&lt;br /&gt;
* [[Assoziationsspaltung]]&lt;br /&gt;
* [[Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy]] nach [[James P. McCullough]]&lt;br /&gt;
* [[Kognitive Therapie]] nach [[Aaron T. Beck]]&lt;br /&gt;
* [[Kognitive Umstrukturierung]]&lt;br /&gt;
* [[Metakognitive Therapie]] nach [[Adrian Wells]]&lt;br /&gt;
* [[Metakognitives Training]] nach Steffen Moritz&lt;br /&gt;
* [[Problemlösetraining]] nach D’Zurilla &amp;amp; Goldfried&lt;br /&gt;
* [[Rational-Emotive Verhaltenstherapie]] (REVT), vormals verkürzt Rational-Emotive Therapie (RET) genannt, nach [[Albert Ellis]]&lt;br /&gt;
* [[Schematherapie]] nach [[Jeffrey E. Young]]&lt;br /&gt;
* [[Schmerzmanagement]] nach Turk&lt;br /&gt;
* [[Selbstmanagement-Therapie]] nach [[Frederick Kanfer]]&lt;br /&gt;
* [[Stressmanagement]] bzw. [[Stressimpfungstraining]] nach [[Donald Meichenbaum]]&lt;br /&gt;
* Selbstverbalisation bzw. [[Selbstinstruktionstraining]] nach [[Donald Meichenbaum]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sonstige Verfahren ===&lt;br /&gt;
* [[Multimodale Therapie]] (BASIC-ID) nach [[Arnold A. Lazarus]]&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. etwa Arnold A. Lazarus: &amp;#039;&amp;#039;Multimodale Verhaltenstherapie.&amp;#039;&amp;#039; Fachbuchhandlung für Psychologie, Frankfurt 1978.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anwendungsbereiche ==&lt;br /&gt;
Verhaltenstherapeutische Methoden werden heutzutage bei vielen psychischen Störungen und psychosomatischen Erkrankungen eingesetzt. Nach dem Gutachten des Wissenschaftlichen Beirates Psychotherapie der deutschen Bundesregierung, der gemäß {{§|8|psychthg_2020|juris}} [[PsychThG]] eingesetzt wurde, kann Psychotherapie [[Indikation|indiziert]] sein bei:&amp;lt;ref&amp;gt;Wissenschaftlicher Beirat Psychotherapie [https://www.wbpsychotherapie.de/ wbpsychotherapie.de] Abgerufen am 1. Dezember 2020 (online).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Sucht|Abhängigkeiten von psychotropen Substanzen]] (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Alkoholabhängigkeit]])&lt;br /&gt;
* (teil)[[Remission (Medizin)|remittierten]] [[Psychose|psychotischen]] Erkrankungen (u.&amp;amp;nbsp;a. [[Schizophrenie]]) und [[wahn]]haften Störungen&lt;br /&gt;
* [[Affektive Störung|affektiven Störungen]] (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Depression]])&lt;br /&gt;
* [[Angststörung]]en (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Agoraphobie]], [[Spezifische Phobie]] ([[Liste phobischer Störungen|Liste]]), [[Soziale Phobie]], [[Panikstörung]])&lt;br /&gt;
* [[Zwangsstörung]]en&lt;br /&gt;
* [[Belastungsstörung]]en (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Posttraumatische Belastungsstörung]])&lt;br /&gt;
* [[Dissoziation (Psychologie)|Dissoziativen]], [[Somatoforme Störung|Konversions- und somatoformen Störungen]]&lt;br /&gt;
* [[Essstörung]]en (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Anorexia nervosa]], [[Bulimie|Bulimia nervosa]])&lt;br /&gt;
* [[Persönlichkeitsstörung]]en (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Borderline-Persönlichkeitsstörung]])&lt;br /&gt;
* psychosomatischen Erkrankungen (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Spannungskopfschmerz]], [[Bluthochdruck]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein besonderer Anwendungsbereich ist die Verhaltenstherapie bei Kindern.&amp;lt;ref&amp;gt;Veras Kuhlen: &amp;#039;&amp;#039;Verhaltenstherapie im Kindesalter: Grundlagen, Methoden und Forschungsergebnisse&amp;#039;&amp;#039;, Juventa Verlag, München 1977, 5. Auflage, Reihe [[Deutsches Jugendinstitut]], Analysen Band 5&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Formen ==&lt;br /&gt;
* Individuelle Verhaltenstherapie (VT) oder [[Kognitive Verhaltenstherapie]] (KVT, KogVT)&lt;br /&gt;
* [[Paartherapie]]&lt;br /&gt;
* [[Familientherapie]]&lt;br /&gt;
* [[Gruppentherapie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verhaltensmedizin ==&lt;br /&gt;
Aus der Verhaltenstherapie ist die Verhaltensmedizin hervorgegangen. Sie befasst sich mit der Anwendung verhaltenstherapeutischer Erkenntnisse auf allgemeine medizinische Sachverhalte; zum Beispiel mit der ergänzenden Behandlung von körperlichen Erkrankungen wie Bluthochdruck, [[Asthma]], Spannungskopfschmerz, [[Tinnitus]] mit psychologischen Mitteln. Dies geschieht etwa dadurch, dass der Patient lernt, angemessener mit seiner Erkrankung umzugehen. Die Verhaltensmedizin beschäftigt sich mit [[Gesundheitsverhalten]].&amp;lt;ref&amp;gt;Volker Köllner, Michael Broda: &amp;#039;&amp;#039;Praktische Verhaltensmedizin&amp;#039;&amp;#039;. Stuttgart 2005.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausbildung zum Verhaltenstherapeuten ==&lt;br /&gt;
=== Situation in Deutschland ===&lt;br /&gt;
Verhaltenstherapeut (psychologischer bzw. ärztlicher [[Psychotherapeut]] mit Fachkundenachweis in der Verhaltenstherapie) wird man durch eine 3- bis 5-jährige Ausbildung und die Erlangung einer staatlichen [[Approbationsordnung|Approbation]] zur Ausübung eines Heilberufes. Voraussetzung für die Therapieausbildung ist, dass man einen Hochschulabschluss in [[Medizin]] oder [[Psychologie]] mit dem Schwerpunkt [[Klinische Psychologie]] besitzt. Neben den Psychologen und Medizinern können [[Diplom-Pädagoge]]n, [[Diplom-Sozialpädagoge]]n, [[Soziale Arbeit|Diplom-Sozialarbeiter]] sowie [[Heilpädagogik|Diplom-Heilpädagogen]] nach einer entsprechenden 3- bis 5-jährigen Weiterbildung die Zulassung als [[Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut]] erlangen. Die Approbation zum Psychotherapeuten kann nach Ablegung des Staatsexamens bei der zuständigen Bezirksregierung beantragt werden. Neben einem erfolgreichen Abschluss müssen dafür weitere Voraussetzungen vorliegen, beispielsweise geistige Gesundheit, keine Vorstrafen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte und Rezeption ==&lt;br /&gt;
=== Entwicklungsgeschichte der Verhaltenstherapie ===&lt;br /&gt;
Die Verhaltenstherapie hat ihren Ursprung in den psychologischen [[Lerntheorie]]n. Erste Schritte, die als verhaltenstherapeutisch bezeichnet werden können, nahm bereits der Neuropathologe und Psychotherapeut [[Paul Dubois (Mediziner)|Paul Dubois]] und später [[Mary Cover Jones]] 1924 vor. Jones therapierte ängstliche Kinder durch Konfrontation mit dem angstauslösenden Objekt.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Fiedler: &amp;#039;&amp;#039;Verhaltenstherapie mon amour: Mythos – Fiktion – Wirklichkeit&amp;#039;&amp;#039;. Stuttgart 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] gelang es, lerntheoretisch fundierte Verfahren systematisch zur Behandlung psychischer Störungen, insbesondere Phobien, einzusetzen. So entwickelte z.&amp;amp;nbsp;B. der Südafrikaner [[Joseph Wolpe]] die [[Systematische Desensibilisierung]], ein graduiertes Konfrontationsverfahren, in Kombination mit der [[Progressive Muskelrelaxation|Progressiven Muskelentspannung]] von [[Edmund Jacobson]]. Auf der anderen Seite wurde die [[Instrumentelle und operante Konditionierung|operante Konditionierung]] von behavioristisch orientierten Therapeuten wie z.&amp;amp;nbsp;B. Ayllon und Azrin für die therapeutische [[Verhaltensmodifikation]] nutzbar gemacht. Mit ihr konnte erstmals mit nennenswertem Erfolg Menschen mit schwersten psychischen Störungen wie der [[Schizophrenie]] psychotherapeutisch geholfen werden. Seit den 1970er Jahren sind die Prinzipien der Verhaltenstherapie auch auf pädagogische Felder (Vorschule, Schule, Hochschule, Familie etc.) übertragen worden. Dieser Anwendungsbereich wird „Pädagogische Verhaltensmodifikation“ bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Anil Batra, Reinhard Wassmann, Gerhard Buchkremer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Verhaltenstherapie. Grundlagen – Methoden – Anwendungsgebiete&amp;#039;&amp;#039;. Thieme, 2006.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit den 1960er und 1970er Jahren hat diese klassische Verhaltenstherapie zunehmend andere Gebiete der wissenschaftlichen [[Psychologie]] und [[Psychotherapie]] aufgegriffen und integriert.&amp;lt;ref&amp;gt;Anil Batra, Gerhard Buchkremer, Reinhard Wassmann: &amp;#039;&amp;#039;Verhaltenstherapie: Grundlagen – Methoden – Anwendungsgebiete.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage. Stuttgart 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Begriff [[Kognition|kognitive]] Verhaltenstherapie oder kognitive Therapie trägt der Tatsache Rechnung, dass die Verhaltenstherapie sich außer mit der äußeren Verhaltensänderung auch mit der Veränderung der kognitiven, gedanklichen Schemata des Menschen beschäftigt. Begründer und Vorreiter der kognitiven Verhaltenstherapie waren unter anderem [[Albert Ellis]], [[Aaron T. Beck]] und [[Donald Meichenbaum]].&lt;br /&gt;
Nach dieser so genannten [[Kognitive Wende|kognitiven Wende]] haben sich kognitiv-verhaltenstherapeutische Therapien für die Mehrzahl der psychischen Störungen entwickelt. Zu den neuesten Therapieformen zählt beispielsweise die [[Dialektisch-Behaviorale Therapie]] (DBT) für [[Emotional instabile Persönlichkeitsstörung|emotional-instabile Persönlichkeitsstörungen]]. Die DBT beruht wie andere verhaltenstherapeutische Ansätze auf lerntheoretischen Grundprinzipien, ist aber sowohl von den Themen, die in die Behandlung mit einbezogen werden, als auch vom Methodenrepertoire her deutlich breiter angelegt als klassisch verhaltenstherapeutische Ansätze.&amp;lt;ref&amp;gt;Michaela A. Swales, Heidi L. Heard: &amp;#039;&amp;#039;Dialektische Verhaltenstherapie&amp;#039;&amp;#039;. Junfermann, 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; So werden beispielsweise Wert- und Sinnfragen erörtert und [[Meditation|meditative]] Praktiken buddhistischer Prägung in die Behandlung integriert. Zunehmend ist die Rede von einer „dritten Welle“ der Verhaltenstherapie, der neben der DBT auch Ansätze wie die Funktional-analytische Psychotherapie (FAP), die [[Akzeptanz- und Commitmenttherapie]] (ACT) oder die [[Achtsamkeitsbasierte Kognitive Therapie]] der [[Depression]] (engl. &amp;#039;&amp;#039;Mindfulness Based Cognitive Therapy,&amp;#039;&amp;#039; MBCT) zugerechnet werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Th. Heidenreich, J. Michalak (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die „dritte Welle“ der Verhaltenstherapie. Grundlagen und Praxis&amp;#039;&amp;#039;. Beltz, 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kritik an der Verhaltenstherapie ===&lt;br /&gt;
Verhaltenstherapie ist eine erwiesenermaßen wirksame Therapie bei zahlreichen psychischen Krankheitssymptomen.&amp;lt;ref&amp;gt;Stellungnahme zur Prüfung der Richtlinienverfahren gemäß §§ 13 bis 15 der Psychotherapie-Richtlinie, Verhaltenstherapie Stellungnahme der Bundespsychotherapeutenkammer vom 10. November 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gleichwohl richtet sich gegen die Verhaltenstherapie bzw. manche ihrer Techniken auch Kritik. Vor allem der &amp;#039;&amp;#039;[[Behaviorismus]]&amp;#039;&amp;#039; als frühere Grundlage der Verhaltenstherapie ist aufgrund seiner [[Reduktionismus|reduktionistischen]] Herangehensweise kritisiert worden. Im Behaviorismus geht man davon aus, dass innerpsychische Prozesse wie Denken, Fühlen usw. nicht wissenschaftlich erforscht werden können. Er geht bei seinen Forschungen des Verhaltens von einer [[Black Box (Psychologie)|Black Box]] aus. Des Weiteren sei es beinahe unmöglich, die Verursachung von psychischen Störungen durch Lernerfahrungen wissenschaftlich zu belegen. Auch zirkelhafte Schlüsse könnten in den Belegen für die Richtigkeit der Annahmen des Behaviorismus fälschlicherweise herangezogen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;a&amp;quot;&amp;gt;M. Hautzinger (Hrsg.); Gerald C. Davison, John M. Neale: &amp;#039;&amp;#039;Klinische Psychologie&amp;#039;&amp;#039;. Belz PVU, Weinheim 2002.&amp;lt;/ref&amp;gt; Heute gilt der [[Kognitivismus]] als das &amp;#039;&amp;#039;[[Paradigma|Leitparadigma]]&amp;#039;&amp;#039; in der Psychologie. Damit kann er auch als Grundlage der Verhaltenstherapie verstanden werden, die sich stets als praktische Anwendung der Erkenntnisse der Psychologie versteht. Die [[Kognitive Wende]] war vor allem wegen der unzureichenden Erklärungsmöglichkeiten des Behaviorismus für neuere Erkenntnisse nötig. Der Kognitivismus wird vor allem wegen seines theoretischen Ansatzes kritisiert. „Die Konzepte der Kognitiven Psychologie (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Schema (Psychologie)|Schemata]]) sind vage und nicht immer gut definiert.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;a&amp;quot; /&amp;gt; Kritiker wenden ein, dass die Erklärungen der kognitiven [[Psychopathologie]] wenig hilfreich seien. So ist die Behauptung, dass bspw. [[Depression|Depressive]] negative Gedanken hätten, für die Erklärung der Entstehung dieser Störung kaum hilfreich, da dies bereits Teil der [[Diagnose]] ist. Der Rückschluss, dass negative Gedanken die Depression auslösen, sei [[Zirkelschluss|zirkulär]], da die postulierten negativen Denkschemata Ursache, aber auch Folge der Depression sein können.&amp;lt;ref name=&amp;quot;a&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kritisiert wurde ebenfalls die Verwendung von Aversionsverfahren. Bei Aversionsverfahren werden dem Klienten in Kombination mit problematischem Verhalten, Situationen oder Gegenständen unangenehme Reize vermittelt, was teilweise als unethisch angesehen wird. Aversionsverfahren spielen im Spektrum der verhaltenstherapeutischen Verfahren daher nur noch eine untergeordnete und weitgehend historische Rolle.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=H. Reinecker |Hrsg=M. Linden, M. Hautzinger |Titel=Bestrafung |Sammelwerk=Verhaltenstherapiemanual |Auflage=6., vollständig überarbeitete und erweiterte |Verlag=Springer |Ort=Heidelberg |Datum=2008 |ISBN=978-3-540-75739-9}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Konditionierung]] (Erlernen von Reiz-Reaktions-Mustern)&lt;br /&gt;
* [[Störung der Sinnesverarbeitung]] (Störung der Reizfilterung)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Anil Batra]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Verhaltenstherapie. Grundlagen, Methoden, Anwendungsgebiete&amp;#039;&amp;#039;. 4. Auflage. Thieme, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-13-117784-1.&lt;br /&gt;
* [[Jürgen Margraf]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch der Verhaltenstherapie.&amp;#039;&amp;#039; 4 Bände. 3. Auflage. Springer, Berlin 2009–2012&lt;br /&gt;
* [[Jürgen Kriz]]: &amp;#039;&amp;#039;Grundkonzepte der Psychotherapie.&amp;#039;&amp;#039; 7., überarbeitete und erweiterte Auflage. Beltz Verlag, Weinheim, Basel 2014, Abschnitt II &amp;#039;&amp;#039;Verhaltenstherapie&amp;#039;&amp;#039;, S. 123–181, ISBN 978-3-621-28097-6.&lt;br /&gt;
* Eva-Lotta Brakemeier / Frank Jacobi: &amp;#039;&amp;#039;Verhaltenstherapie in der Praxis.&amp;#039;&amp;#039; 1. Auflage. Beltz-Verlag, 2017, ISBN 978-3-621-28487-5.&lt;br /&gt;
* Steffen Fliegel u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Verhaltenstherapie. Was sie kann und wie es geht. Ein Lehrbuch&amp;#039;&amp;#039;. 3. bearb. Aufl. dgvt-Verlag, Tübingen 2024, ISBN 978-3-87159-159-4. &lt;br /&gt;
* [[Michael Borg-Laufs]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch der Verhaltenstherapie mit Kindern und Jugendlichen&amp;#039;&amp;#039;. 2 Bände. 2. Auflage. DGVT, Tübingen 2007, ISBN 978-3-87159-072-6.&lt;br /&gt;
* D. Meichenbaum, D. C. Turk: &amp;#039;&amp;#039;Therapiemotivation des Patienten. Ihre Förderung in Medizin und Psychotherapie. Ein Handbuch.&amp;#039;&amp;#039; Aus dem Englischen übersetzt von Lothar Schattenburg. Huber, Bern 1994.&lt;br /&gt;
* [[Hans Reinecker]]: &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch der Verhaltenstherapie.&amp;#039;&amp;#039; DGVT, Tübingen 1999, ISBN 3-87159-020-7.&lt;br /&gt;
* A. Dutschmann: &amp;#039;&amp;#039;Verhaltenssteuerung bei aggressiven Kindern und Jugendlichen. Manual zum Typ A des ABPro.&amp;#039;&amp;#039; DGVT, Tübingen 2000.&lt;br /&gt;
* F. Petermann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Kinderverhaltenstherapie. Grundlagen und Anwendungen.&amp;#039;&amp;#039; 5., überarbeitete Auflage. Schneider Verlag Hohengehren, Baltmannsweiler 2015, ISBN 978-3-8340-1430-6.&lt;br /&gt;
* Jeffrey Young, Janet Klosko, Marjorie Weishaar: &amp;#039;&amp;#039;Schematherapie. Ein praxisorientiertes Handbuch.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Junfermann Verlag, Paderborn 2008, ISBN 978-3-87387-578-4.&lt;br /&gt;
* Clemens Hillenbrand: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die Pädagogik bei Verhaltensstörung.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage. München 2006.&lt;br /&gt;
* Gerhard Zarbock: &amp;#039;&amp;#039;Praxisbuch Verhaltenstherapie. Grundlagen und Anwendungen biografisch-systemischer Verhaltenstherapie&amp;#039;&amp;#039;. Papst Science Publishers, Lengerich 2008, ISBN 978-3-89967-471-2.&lt;br /&gt;
* W. Singer: &amp;#039;&amp;#039;Unser Menschenbild, Neurobiologische Überlegungen.&amp;#039;&amp;#039; Auditorium Verlag, 2003.&lt;br /&gt;
* Petra Halder-Sinn: &amp;#039;&amp;#039;Verhaltenstherapie.&amp;#039;&amp;#039; 1973; 3. Auflage 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.dgvt.de/ Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie e.&amp;amp;nbsp;V.]&lt;br /&gt;
* [https://www.sgvt-sstcc.ch/ Schweizerische Gesellschaft für kognitive Verhaltenstherapie, SGVT]&lt;br /&gt;
* [https://www.oegvt.at/ Österreichische Gesellschaft für Verhaltenstherapie, OEGVT]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4062874-7}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Psychotherapie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Behaviorismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kognitive Verhaltenstherapie|!Verhaltenstherapie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Thomas Dresler</name></author>
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