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	<title>Vergilius Romanus - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T17:57:20Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Vergilius_Romanus&amp;diff=2047113&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Uwe Gille am 30. April 2026 um 09:22 Uhr</title>
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		<updated>2026-04-30T09:22:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt das spätantike Manuskript. Zum Dichter von Komödien und Mimiamben (1. Jahrhundert n. Chr.) siehe [[Vergilius Romanus (Dichter)]].}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Cod. Vat. lat. 3867, 014r.png|mini|Vergilius Romanus, folio 14 recto: Anfang der 6.&amp;amp;nbsp;[[Eclogae|Ekloge]] mit einer Darstellung des Dichters [[Vergil]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Vergilius Romanus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine in [[Capitalis rustica]] geschriebene, [[Buchmalerei|illuminierte]] [[Handschrift (Paläographie)|Handschrift]] des 5./6. Jahrhunderts mit Texten des [[Dichtung|Dichters]] [[Vergil]]. Die 19 erhaltenen Illustrationen sind ein wertvolles Zeugnis der Entwicklung von der [[Römische Kunst|altrömischen Kunst]] zur mittelalterlichen Buchmalerei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Besitzgeschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Cod. Vat. lat. 3867, 001r.png|mini|Folio 1r: Die erste beschriebene Seite des Manuskripts mit dem Anfang der 1.&amp;amp;nbsp;Ekloge]]&lt;br /&gt;
Einem Besitzeintrag aus dem 13. Jahrhundert zufolge (&amp;#039;&amp;#039;Iste lib[er] est b[eat]i dyon[ysii]&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;Folio 4r ([https://digi.vatlib.it/view/MSS_Vat.lat.3867/0009 online]).&amp;lt;/ref&amp;gt; gehörte der [[Pergament]][[Kodex|codex]] einst der Bibliothek der [[Kathedrale von Saint-Denis|Abtei St-Denis]]. Aus dem Besitz des Humanisten [[Gianpietro Valeriano]] (genannt Pierius) gelangte er später auf unbekanntem Wege in die [[Biblioteca Apostolica Vaticana]], wo er heute unter der Signatur &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;BAV, Vaticanus latinus 3867&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; aufbewahrt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Entstehungsort der Handschrift ist umstritten; vermutlich liegt er im Osten des [[Römisches Reich|römischen Reiches]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Der auf 309 von ursprünglich etwa 385 Blättern erhaltene Codex umfasst die [[Aeneis]], die [[Georgica]] und einen Teil der [[Eclogae]] des Vergil:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: Fol. 1r–18v: &amp;#039;&amp;#039;Eclogae&amp;#039;&amp;#039;; fol. 18v–73v: &amp;#039;&amp;#039;Georgica&amp;#039;&amp;#039;; fol. 75r–309v: &amp;#039;&amp;#039;Aeneis&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den einzelnen Büchern der Aeneis sowie dem zweiten und dritten Buch der Georgica ist auf jeweils einer Seite eine kurze Inhaltsangabe (&amp;#039;&amp;#039;argumentum&amp;#039;&amp;#039;) in [[Hexameter]]n vorangestellt. Die &amp;#039;&amp;#039;argumenta&amp;#039;&amp;#039; zur Aeneis bestehen aus je 11 Versen (davon dient jeweils 1 Vers als Überschrift), die beiden Georgica-&amp;#039;&amp;#039;argumenta&amp;#039;&amp;#039; aus je 4 Versen.&amp;lt;ref&amp;gt;Georgica II: [https://digi.vatlib.it/view/MSS_Vat.lat.3867/0068 fol. 33v]; III: [https://digi.vatlib.it/view/MSS_Vat.lat.3867/0088 fol. 43v]. Dem ersten und dem vierten Buch der Georgica stellte der Schreiber keine &amp;#039;&amp;#039;argumenta&amp;#039;&amp;#039; voran; die entscheidenden Seiten sind erhalten. – Aeneis I: [https://digi.vatlib.it/view/MSS_Vat.lat.3867/0151 fol. 75r]; II: [https://digi.vatlib.it/view/MSS_Vat.lat.3867/0200 fol 99v]; (III: Seite fehlt;) IV: [https://digi.vatlib.it/view/MSS_Vat.lat.3867/0212 fol. 105v]; (V: Seite fehlt;) VI: [https://digi.vatlib.it/view/MSS_Vat.lat.3867/0274 fol. 136v]; VII: [https://digi.vatlib.it/view/MSS_Vat.lat.3867/0326 fol. 162v]; VIII: [https://digi.vatlib.it/view/MSS_Vat.lat.3867/0375 fol. 187r]; IX: [https://digi.vatlib.it/view/MSS_Vat.lat.3867/0422 fol. 209v]; X: [https://digi.vatlib.it/view/MSS_Vat.lat.3867/0470 fol. 233v]; XI: [https://digi.vatlib.it/view/MSS_Vat.lat.3867/0526 fol. 261v]; XII: [https://digi.vatlib.it/view/MSS_Vat.lat.3867/0576 fol. 286v].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Seitenlayout und Schrift ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Cod. Vat. lat. 3867, 078v.png|mini|Fol. 78v: Die zweite Seite der Aeneis mit den Versen 1,19–36: &amp;#039;&amp;#039;Progeniem sed enim Troiano a sanguine duci / audierat Tyrias olim quae verteret arces; / hinc populum late regem belloque superbum / venturum excidio Libyae; sic volvere Parcas. …&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Parzen&amp;quot;&amp;gt;In der Übersetzung von [[Johann Heinrich Voß]]: „Aber ein fernes Geschlecht, aus troischem Blute geleitet, / hörete sie [= Juno], werd’ einst umkehren die tyrischen [= Karthagos] Burghöhn; / dorther stammendes Volk, weit herrschend, und stolz der Bekriegung, / komme zu Libya’s Sturz: so roll’ es die Spindel der Parcen.“ ([https://archive.org/details/werkevos02virguoft/page/9/mode/2up online])&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
Das Seitenlayout mit einer Seitenhöhe von ca. 33&amp;amp;nbsp;cm und einer Breite von ca. 32&amp;amp;nbsp;cm, nahezu quadratischem Schriftspiegel mit nur 18 Versen pro Seite und breiten Seitenrändern korrespondiert mit der monumentalen Wirkung der sorgfältig ausgeführten Capitalis rustica. Der Schreiber verwendete mehrfach Kontraktionskürzungen nach Art der christlichen [[Nomina sacra]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Illustrationen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Cod. Vat. lat. 3867, 006r.png|mini|Fol. 6r: Illustration zur 3.&amp;amp;nbsp;Ekloge. Die ausgestreckten Finger bedeuten, dass die Personen sprechen.]]&lt;br /&gt;
Von besonderer Bedeutung ist die Handschrift durch die 19 erhaltenen [[Miniaturmalerei|Miniaturen]] (7 zu den Eclogae, 2 zu den Georgica und 10 zur Aeneis), die als [[Hauptwerke der spätantiken Buchmalerei]] gelten und zur Untersuchung der Verbindung der Kunst der Antike und der mittelalterlichen [[Buchmalerei]] herangezogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Illustrationen des &amp;#039;&amp;#039;Vergilius Romanus&amp;#039;&amp;#039; weisen zwar noch Stilmerkmale der antiken Maltradition auf, wie man sie z.&amp;amp;nbsp;B. im Manuskript des &amp;#039;&amp;#039;[[Vergilius Vaticanus]]&amp;#039;&amp;#039; erkennen kann, das um 400 entstand; jedoch deutet der &amp;#039;&amp;#039;Romanus&amp;#039;&amp;#039; die Abwendung von diesem klassischen Formenkanon an. Die beiden Werke mit Illustrationen zu Vergil können im Vergleich die Weiterentwicklung einer durch den &amp;#039;&amp;#039;Vergilius Vaticanus&amp;#039;&amp;#039; vertretenen [[Buchillustration der Antike]] zur mittelalterlichen Buchmalerei zeigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erhaltungszustand ===&lt;br /&gt;
In der heute vorliegenden Form enthält der Codex noch gut 80 % der Verse der Georgica und der Aeneis sowie knapp 70 % der Eklogen. Insgesamt muss etwa ein Fünftel der ursprünglich vorhandenen Blätter im Laufe der Jahrhunderte verloren gegangen sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den Büchern 2 und 3 der Aeneis liegen nur noch wenige Seiten vor, von Buch&amp;amp;nbsp;4 das erste Drittel. Ein Bild zum 3.&amp;amp;nbsp;Buch ging wohl verloren: Der Vergleich mit den Büchern 2 und 4 lässt vermuten, dass wenigstens eines existierte. Auch zum 5.&amp;amp;nbsp;Buch könnte ein Bild vorhanden gewesen sein, das nun fehlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den Büchern 6, 9, 11 und 12 der Aeneis enthielt der Codex vermutlich auch im Neuzustand keine Illustrationen: Die ersten Seiten dieser Bücher sind erhalten,&amp;lt;ref&amp;gt;Buch 6: [https://digi.vatlib.it/view/MSS_Vat.lat.3867/0274 fol. 136v/137r]. – Buch 9: [https://digi.vatlib.it/view/MSS_Vat.lat.3867/0422 fol. 209v/210r]. – Buch 11: [https://digi.vatlib.it/view/MSS_Vat.lat.3867/0526 fol. 261v/262r]. – Buch 12: [https://digi.vatlib.it/view/MSS_Vat.lat.3867/0576 fol. 286v/287r].&amp;lt;/ref&amp;gt; und hier wären allfällige Bilder platziert worden. Denn alle noch vorhandenen Illustrationen zu Aeneis und Georgica sind jeweils einem Buch vorangestellt, zwischen &amp;#039;&amp;#039;argumentum&amp;#039;&amp;#039; und Textanfang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Illustrationen zu den Georgica ==&lt;br /&gt;
Zwei Bilder (folio 44 verso, folio 45 recto) sind dem dritten Buch der Georgica vorangestellt, welches der Tierzucht und -pflege gewidmet ist. Die Anfänge der anderen drei Bücher sind erhalten, ohne Illustrationen: Vermutlich enthielt der Codex also auch im Neuzustand keine weiteren Bilder zu den Georgica.&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery widths=&amp;quot;220&amp;quot; heights=&amp;quot;220&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Cod. Vat. lat. 3867, 44v.png|Fol. 44v&lt;br /&gt;
 Cod. Vat. lat. 3867, 45r.png|Fol. 45r&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Illustrationen zur Aeneis ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Cod. Vat. lat. 3867, 74v.png|rahmenlos|links]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fol. 74v&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das „Titelbild“ zur Aeneis ist dem &amp;#039;&amp;#039;argumentum&amp;#039;&amp;#039; des ersten Buches vorangestellt. Die Göttin [[Venus (Mythologie)|Venus]] erscheint ihrem Sohn Aeneas; die beiden sprechen miteinander, wie die ausgestreckten Finger zeigen. Oben links ist ein Tempel dargestellt, unten rechts ein Köcher voller Pfeile.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Szene entspricht am ehesten der Übergabe von Rüstung und Waffen (angefertigt von Venus’ Ehegatten, dem Götterschmied [[Vulcanus]]) im 8.&amp;amp;nbsp;Buch der Aeneis. Dort zeigt sich die Göttin ihrem Sohn &amp;#039;&amp;#039;aetherios inter … candida nimbos&amp;#039;&amp;#039;, „glanzhell in ätherischen Wolken“. (Aen. 8,608–625.&amp;lt;ref&amp;gt;[[s:la:Aeneis/Liber VIII|Aeneis, liber VIII]]; [https://archive.org/details/werkevos03virguoft/page/130/mode/2up Übersetzung] von J. H. Voß.&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
{{Absatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Cod. Vat. lat. 3867, 76v.png|rahmenlos|links]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fol. 76v&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste von zwei Illustrationen zu Buch&amp;amp;nbsp;1 zeigt die drei [[Parzen]] – die Hüterinnen des Schicksals, denen sich kein anderer Gott widersetzen kann. Sie werden in Vers 22 erwähnt: &amp;#039;&amp;#039;…; sic volvere Parcas.&amp;#039;&amp;#039; (Sinngemäß übersetzt:) „…; so hätten es die Parzen verfügt.“ (Kontext: Siehe Bild oben im Abschnitt „Seitenlayout und Schrift“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Parzen&amp;quot; /&amp;gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Vordergrund sind Ähren und goldene Ringe als Symbole für Glück und Wohlstand dargestellt. Einen Hinweis darauf, was die Tötung des Lamms durch Schlange oder Messer bedeuten könnte, geben die Worte [[Jupiter (Mythologie)|Jupiters]] im 10.&amp;amp;nbsp;Buch der Aeneis (Vers 113): &amp;#039;&amp;#039;Fata viam invenient.&amp;#039;&amp;#039; „Das Schicksal wird einen Weg finden.“&lt;br /&gt;
{{Absatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Cod. Vat. lat. 3867, 77r.png|rahmenlos|links]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fol. 77r&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Juno (Mythologie)|Juno]], die Erzfeindin der Trojaner, entfacht einen furchtbaren Sturm, der die kleine Flotte von [[Aeneas]] zerschlägt und an die nordafrikanische Küste bei [[Karthago]] treibt. (Aeneis 1,50–173.&amp;lt;ref&amp;gt;[[s:la:Aeneis/Liber I|Aeneis, liber I]]; [https://archive.org/details/werkevos02virguoft/page/11/mode/2up Übersetzung] von J. H. Voß.&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Winde blasen, wie es Juno befohlen hat, während sie selbst für Blitze sorgt. Aeneas erhebt die Hände zum Himmel und preist diejenigen glücklich, die kämpfend vor [[Troja]]s Mauern sterben durften (Verse 93–101). Der Meeresgott [[Neptun (Mythologie)|Neptunus]], welcher den Trojanern wohlgesinnt ist, wird schließlich dem Sturm ein Ende setzen (Verse 124–156).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gut erkennbar sind die [[Rammsporn]]e der &amp;#039;&amp;#039;Moneren&amp;#039;&amp;#039; und eines der beiden Steuerruder von Aeneas’ Schiff.&lt;br /&gt;
{{Absatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Cod. Vat. lat. 3867, 100v.png|rahmenlos|links]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fol. 100v&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste von zwei Illustrationen zu Buch&amp;amp;nbsp;2: Aeneas (links) und Cupido ([[Amor (Mythologie)|Amor]]), den Venus an die Stelle von Aeneas’ Sohn [[Ascanius]] versetzt hat, genießen das Gastmahl bei Karthagos Königin [[Dido (Mythologie)|Dido]]. Nach römischer Sitte liegen sie auf dem [[Triclinium]] an einem kleinen Tischchen und lassen sich bedienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während Cupido zuhört und Dido in seinen Bann schlägt, unterhalten sich die Gastgeberin und Aeneas angeregt. Bald beginnt dieser auf ihre Fragen hin vom Untergang Trojas und seiner Flucht aus der brennenden Stadt zu erzählen. (Aeneis 1,695–2,13.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://archive.org/details/werkevos02virguoft/page/65/mode/2up Übersetzung] von J. H. Voß.&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
{{Absatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Cod. Vat. lat. 3867, 101r.png|rahmenlos|links]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fol. 101r&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Aeneas erzählt:) Der Grieche [[Sinon]] wird zum trojanischen König [[Priamos|Priamus]] geführt, mit auf den Rücken gebundenen Händen. Er ließ sich von Hirten gefangen nehmen und gibt sich als Flüchtling aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Wirklichkeit will Sinon im Auftrag der griechischen Heerführer die Trojaner mit einer Lügengeschichte in Sicherheit wiegen und sie dazu bewegen, das hölzerne Pferd als angeblich heilbringende Opfergabe in die Stadt zu ziehen. (Aeneis 2,57–198.&amp;lt;ref&amp;gt;[[s:la:Aeneis/Liber II|Aeneis, liber II]]; [https://archive.org/details/werkevos02virguoft/page/78/mode/2up Übersetzung] von J. H. Voß.&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
{{Absatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Cod. Vat. lat. 3867, 106r.png|rahmenlos|links]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fol. 106r&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das einzige Bild zum 4. Buch: Dido und Aeneas wurden während eines Jagdausflugs von einem Gewitter überrascht und haben in einer Höhle Zuflucht gefunden; die Jagdgefährten suchen Schutz unter Bäumen oder unter ihren Schilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hauptpersonen kommen einander sehr nahe, wie es Venus und Juno (die Beschützerin Karthagos) vereinbart haben, da beide Göttinnen eine möglichst enge Verbindung von Dido und Aeneas für zweckdienlich halten. Dabei ignorieren sie das unausweichliche Schicksal: Dem Aeneas ist es bestimmt, eine Stadt in Italien zu gründen. (Aeneis 4,90–172.&amp;lt;ref&amp;gt;[[s:la:Aeneis/Liber IV|Aeneis, liber IV]]; [https://archive.org/details/werkevos02virguoft/page/214/mode/2up Übersetzung] von J. H. Voß.&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
{{Absatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Cod. Vat. lat. 3867, 163r.png|rahmenlos|links]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fol. 163r&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Illustration zum 7. Buch: Die Trojaner sind nach langen Irrfahrten endlich in [[Latium]] angekommen und haben friedlichen Kontakt mit König [[Latinus (König der Aboriginer)|Latinus]] aufgenommen. Doch Juno beauftragt die Furie [[Allecto]] damit, einen Krieg zu entfachen. Allecto sorgt nun unter anderem dafür, dass Aeneas’ Sohn Ascanius auf der Jagd einen zahmen Hirsch erlegt, der den Landbewohnern lieb ist. Daraufhin greifen diese die Trojaner an; es kommt zum ersten Gefecht. (Aeneis 7,475–510.&amp;lt;ref&amp;gt;[[s:la:Aeneis/Liber VII|Aeneis, liber VII]]; [https://archive.org/details/werkevos03virguoft/page/46/mode/2up Übersetzung] von J. H. Voß.&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Medaillon (Ornament)|Medaillons]] am Himmel zeigen die Jagd- und Mondgöttin [[Diana]] und vermutlich ihren Zwillingsbruder [[Apollon|Apollo]], der auch mit dem Sonnengott gleichgesetzt wurde.&lt;br /&gt;
{{Absatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Cod. Vat. lat. 3867, 188v.png|rahmenlos|links]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fol. 188v&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bild ist vor dem 8. Buch platziert; in diesem kommt es aber noch nicht zu einer Schlacht.&amp;lt;ref&amp;gt;[[s:la:Aeneis/Liber VIII|Aeneis, liber VIII]]; [https://archive.org/details/werkevos03virguoft/page/78/mode/2up Inhaltsangaben und Übersetzung] von J. H. Voß.&amp;lt;/ref&amp;gt; Offenbar markiert die Illustration einfach den Beginn des kriegerischen Teils der Aeneis und fasst alle kommenden Kämpfe zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trojaner und [[Rutuler]]/Latiner stehen sich nun als Feinde gegenüber. Vorne links ist Aeneas am purpurfarbenen Mantel und am vertrauten Helm zu erkennen (vgl. Ascanius im vorangehenden Bild); sein Gegenspieler ist [[Turnus (Mythologie)|Turnus]], der König der Rutuler. Im Vordergrund liegt wieder ein Köcher, wie bereits im vorangehenden Bild und im ersten Bild zur Aeneis.&lt;br /&gt;
{{Absatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Cod. Vat. lat. 3867, 234v.png|rahmenlos|links]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fol. 234v&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Anfang des 10. Buches der Aeneis beruft Jupiter eine Götterversammlung ein. Er ermahnt die übrigen Götter, nicht in den Konflikt zwischen Trojanern und italischen Völkern einzugreifen. (Aeneis 10,1–117.&amp;lt;ref&amp;gt;[[s:la:Aeneis/Liber X|Aeneis, liber X]]; [https://archive.org/details/werkevos03virguoft/page/214/mode/2up Übersetzung] von J. H. Voß.&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste von zwei Illustrationen zeigt Jupiter zusammen mit zwei weiteren neutral eingestellten Göttern und den beiden Hauptfeindinnen der Trojaner. Von links nach rechts: [[Minerva]], [[Mercurius]] (mit [[Hermesstab]]), Jupiter, [[Vulcanus]], Juno. Juno hat gerade das Wort ergriffen, wie ihre ausgestreckten Finger andeuten.&lt;br /&gt;
{{Absatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Cod. Vat. lat. 3867, 235r.png|rahmenlos|links]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Fol. 235r&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das zweite Bild zeigt die Gottheiten, die den Trojanern freundlich gesinnt sind: (v.&amp;amp;nbsp;l.&amp;amp;nbsp;n.&amp;amp;nbsp;r.) [[Diana]] (mit Köcher und Bogen), [[Apollon|Apollo]] (mit Lorbeerkranz), [[Neptun (Mythologie)|Neptunus]] (mit Fisch und [[Dreizack]]), Venus, [[Mars (Mythologie)|Mars]]. Nach der Darstellung ihrer Hände zu urteilen, setzen sich Venus und ihr Liebhaber gerade einträchtig für die Trojaner ein. In Vergils Versen hält Venus allein eine längere Rede (Aen. 10,18–62), worauf Juno kontert (10,63–95).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Johann Heinrich Voß]] fasst den Ablauf der Götterversammlung lakonisch so zusammen: „Jupiter, nachdem er Venus und Juno umsonst zur Friedfertigkeit ermahnt hat, schwört, dass er ohne Teilnahme den Krieg dem Schicksal überlasse.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://archive.org/details/werkevos03virguoft/page/214/mode/2up Inhaltsangaben] zum 10. Buch der Aeneis.&amp;lt;/ref&amp;gt; Jupiters letzte Worte sind: &amp;#039;&amp;#039;Rex Iuppiter omnibus idem. / Fata viam invenient.&amp;#039;&amp;#039; „Jupiter ist für alle gleichermaßen König. Das Schicksal wird einen Weg finden.“ (Aeneis 10,112–113.)&lt;br /&gt;
{{Absatz}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Vergilhandschriften der Spätantike]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Faksimile ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Vergilius Romanus. Codice vaticano latino 3867, conservato nella Biblioteca Apostolica Vaticana&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Codices e Vaticanis selecti.&amp;#039;&amp;#039; Band 66). Jaca Book, Mailand / Belser, Zürich 1985–1986 (Faksimile und Kommentarband).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Johannes Götte]] (Ed.): &amp;#039;&amp;#039;Vergil. Aeneis.&amp;#039;&amp;#039; Heimeran, München 1958, S. 609–613.&lt;br /&gt;
** Rezensionen: Christoph Eggenberger, In: &amp;#039;&amp;#039;Byzantinische Zeitschrift&amp;#039;&amp;#039; 69, 1976, S. 123–128; [[Henri Stern]]: In: &amp;#039;&amp;#039;The Art Bulletin&amp;#039;&amp;#039; 56, 1974, S. 596–598.&lt;br /&gt;
* [[Erwin Rosenthal (Antiquar)|Erwin Rosenthal]]: &amp;#039;&amp;#039;The Illuminations of the Vergilius Romanus (Cod. Vat. Lat. 3867). A Stylistic and Iconographic Analysis&amp;#039;&amp;#039;. Zürich 1972.&lt;br /&gt;
* [[Richard Seider]]: &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur Geschichte und Paläographie der antiken Vergilhandschriften.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Herwig Görgemanns]], [[Ernst A. Schmidt]] (Ed.): &amp;#039;&amp;#039;Studien zum antiken Epos&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur klassischen Philologie.&amp;#039;&amp;#039; 72). Hain, Meisenheim am Glan 1976, S. 129–172.&lt;br /&gt;
* Christoff Eggenberger: &amp;#039;&amp;#039;Die Miniaturen des Vergilius Romanus, Codex Vat. Lat. 3867&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Byzantinische Zeitschrift&amp;#039;&amp;#039; 70, 1977, S. 58–90.&lt;br /&gt;
* [[Kurt Weitzmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Spätantike und frühchristliche Buchmalerei.&amp;#039;&amp;#039; Prestel, München 1977, S. 52–59.&lt;br /&gt;
* [[Florentine Mütherich]]: &amp;#039;&amp;#039;Die illustrierten Vergil-Handschriften der Spätantike.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Würzburger Jahrbücher für die Altertumswissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; N. F. 8, 1982, S. 205–221 + 6 Tafeln.&lt;br /&gt;
* [[David H. Wright]]: &amp;#039;&amp;#039;Codicological notes on the Vergilius Romanus (Vat. lat. 3867).&amp;#039;&amp;#039; Città del Vaticano 1992.&lt;br /&gt;
* [[Antonie Wlosok]]: &amp;#039;&amp;#039;Illustrated Vergil Manuscripts.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Classical Journal&amp;#039;&amp;#039; 93 (1998), S. 355–382.&lt;br /&gt;
* David H. Wright: &amp;#039;&amp;#039;Der Vergilius Romanus und die Entstehung der mittelalterlichen Buchmalerei.&amp;#039;&amp;#039; Belser, Stuttgart 2000.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{commonscat|Roman Vergil|Vergilius Romanus|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
* [https://digi.vatlib.it/view/MSS_Vat.lat.3867 Digitalisat in &amp;#039;&amp;#039;DigiVatLib&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* [https://www.trismegistos.org/text/62975 Eintrag in &amp;#039;&amp;#039;Trismegistos&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bilderhandschrift (5. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Handschrift der Vaticana]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vergil]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bilderhandschrift (6. Jahrhundert)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Uwe Gille</name></author>
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