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	<title>Verbiss - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-31T16:23:27Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Verbiss&amp;diff=444196&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Thomas Dresler: Commonscat mit Helferlein hinzugefügt</title>
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		<updated>2025-09-22T11:04:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Commonscat mit &lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:Wurgl/8Schwestern&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:Wurgl/8Schwestern (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Helferlein&lt;/a&gt; hinzugefügt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:WildverbissFichte.JPG|mini|Verbiss durch Schalenwild am [[Vegetationskegel|Spitzentrieb]] einer [[Gemeine Fichte|Fichte]]]]Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Verbiss&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet man das Abbeißen von [[Knospe]]n, [[Blatt (Pflanze)|Blättern]] oder [[Zweig]]en vor allem an [[landwirtschaft]]lich oder [[forstwirtschaft]]lich erwünschten Pflanzen. Verbiss erfolgt durch [[Wild]]- und [[Nutztier]]e. Er kann den Wuchs von Pflanzen verzögern, Krüppelwuchs und [[Bonsai]]&amp;amp;shy;formen sowie Folgeschäden durch Fäule verursachen oder eine Pflanze absterben lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausreichend großer [[Weidedruck]] ist mitverantwortlich für die Entstehung vieler [[Savanne]]nlandschaften in den [[Tropen]]&amp;lt;ref&amp;gt;Jörg S. Pfadenhauer und Frank A. Klötzli: &amp;#039;&amp;#039;Vegetation der Erde.&amp;#039;&amp;#039; Springer Spektrum, Berlin/Heidelberg 2014, ISBN 978-3-642-41949-2. S. 154–156.&amp;lt;/ref&amp;gt; und wird als Ursache für [[Warmzeit|zwischen]]- und [[nacheiszeit]]liche [[Offenlandschaft]]en in den [[Gemäßigtes Klima|gemäßigten Breiten]] diskutiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Deer-Eating.jpg|mini|Weißwedelhirsch beim Verzehr von Blättern]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbiss durch Nutztiere ==&lt;br /&gt;
[[Datei:WilsederBergNordhang retouched.jpg|mini|[[Lüneburger Heide]]: Die Beweidung durch [[Heidschnucke]]n führte zur Entstehung dieser Kulturlandschaft mit einer aus [[Besenheide]] und [[Wacholder]] bestehenden Vegetation, weil diese beiden Pflanzen den Schafen nicht schmecken, während fast alle anderen durch den Verbiss verschwunden sind.]]&lt;br /&gt;
Verbiss durch Nutztiere wie [[Hausschaf|Schafe]] und [[Hausziege|Ziegen]] kann die Vegetation nachhaltig beeinflussen. Beispiele sind spezielle [[Hutewald|Hutewälder]] für Weidetiere. Wenn der Verbiss das Wachstum erwünschter Vegetation nachhaltig hemmt oder verhindert, spricht man von [[Überweidung]], die – insbesondere im Zusammenwirken mit anderen Umweltfaktoren – weitreichende ökologische Folgen haben kann. Viele [[Kulturlandschaft]]en, beispielsweise [[Heide (Landschaft)|Heiden]], entstanden erst durch die Nutztierhaltung. Daher wird die Haltung von Schafen (und gelegentlich auch [[Burenziege]]n) teilweise im Rahmen der [[Landschaftspflege]] gefördert, um die [[Verbuschung]] zu verhindern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vermeidung von Verbiss und [[Vertritt]] hat jedoch auch zu einer Vielzahl von Landschaftselementen geführt. Traditionelle [[Flur (Gelände)|Flurformen]] wie etwa die [[Eschflur]] und die [[Blockflur]] waren mit Viehhaltung verbunden, wobei die Weideflächen eher am Rande der [[Gemarkung]] lagen. Das Vieh wurde häufig abends entlang der Äcker ins Dorf zurückgetrieben. Um Verbiss und Vertritt zu vermeiden, wurden die wertvollen Äcker mit [[Hecke]]n geschützt. [[Wallhecke|Knicks]] und [[Redder]], die vor allem im Norden Deutschlands immer noch zu finden sind, verdanken ihre Entstehung dieser Vorsorgemaßnahme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wildverbiss ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Weisergatter.png|mini|[[Weiserfläche]] zur Beurteilung des Wildeinflusses auf die [[Naturverjüngung]] – man beachte das Fehlen von Verjüngung außerhalb des Zaunes]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Wildverbiss im Truppenübungsplatz Bergen 1985.jpg|mini|Wildverbiss durch [[Reh]]-, [[Rotwild|Rot-]] und [[Damwild]] an einer Fichtenschonung. Die unteren Seitentriebe werden regelmäßig abgefressen. Oberhalb der Reichweite der Tiere zeigen die jungen Bäume normalen Wuchs. Eine &amp;#039;&amp;#039;junge&amp;#039;&amp;#039; Fichtenkultur könnte ohne Wildzaun in einem Gebiet mit so hoher Wilddichte nicht hochkommen, da besonders die [[Vegetationskegel|Spitzentriebe]] abgefressen würden.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Kunststoffclips zum Verbissschutz.JPG|mini|Kunststoffclips zum Verbissschutz]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bissschaden.jpg|mini|hochkant|Schälschaden durch Rotwild]]&lt;br /&gt;
Der Verbiss an Pflanzen durch Tierarten, die dem [[Jagdrecht]] unterliegen, wird als Wildverbiss bezeichnet. Er zählt zu den [[Wildschaden|Wildschäden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ursache ===&lt;br /&gt;
Als Verursacher kommen vor allem das wiederkäuende [[Schalenwild]], aber auch der [[Feldhase]] &amp;#039;&amp;#039;(Lepus europaeus)&amp;#039;&amp;#039; und das [[Wildkaninchen]] &amp;#039;&amp;#039;(Oryctolagus cuniculus)&amp;#039;&amp;#039; in Frage. Auch [[Mäuse]] (Muroidea) beeinflussen die Waldverjüngung, d.&amp;amp;nbsp;h. das Nachwachsen einer jungen Waldgeneration durch das Fressen von Wurzeln, Samen und Samenkeimlingen.&amp;lt;ref&amp;gt;W. Bäumler, W. Hohenadl: [http://link.springer.com/article/10.1007/BF02770941 &amp;#039;&amp;#039;Über den Einfluß alpiner Kleinsäuger auf die Verjüngung in einem Bergmischwald der Chiemgauer Alpen&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;Forstwissenschaftliches Centralblatt.&amp;#039;&amp;#039; Band 99, Dezember 1980, S. 207.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Forstpraxis – Waldschutz: &amp;#039;&amp;#039;[http://www.lwf.bayern.de/mam/cms04/biodiversitaet/dateien/kudernatsch_verbissprojekt297_afz.pdf Verbiss unter die Lupe genommen].&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;AFZ-DerWald.&amp;#039;&amp;#039; 22/2015.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geschichte ===&lt;br /&gt;
In Mitteleuropa wurden das [[Reh]] &amp;#039;&amp;#039;(Capreolus capreolus)&amp;#039;&amp;#039; und der [[Rothirsch]] &amp;#039;&amp;#039;(Cervus elaphus)&amp;#039;&amp;#039; in den Nachwehen der [[Europäische Revolutionen 1848/1849|bürgerlichen Revolution]] stark dezimiert oder waren beinahe komplett verschwunden.&amp;lt;ref&amp;gt;U. Breitenmoser: [http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0006320797000840 &amp;#039;&amp;#039;Large predators in the Alps: The fall and rise of man&amp;#039;s competitors&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;Biological Conservation.&amp;#039;&amp;#039; Band 83, Nr. 3, März 1998, S. 279–289.&amp;lt;/ref&amp;gt; Besonders die alpinen Wälder wurden zu jener Zeit völlig übernutzt,&amp;lt;ref&amp;gt;E. Landolt: &amp;#039;&amp;#039;Bericht an den hohen schweizerischen Bundesrath über die Untersuchung der schweizerischen Hochgebirgswaldungen.&amp;#039;&amp;#039; Weingart, 1862.&amp;lt;/ref&amp;gt; und die [[Naturverjüngung|natürliche Verjüngung]] bzw. Wieder[[aufforstung]] dieser Gebirgswälder fand zunächst in einer „wildfreien“ Umgebung statt.&amp;lt;ref&amp;gt;J. Senn, H. Häsler: {{Webarchiv |url=http://www.slf.ch/wsl/dienstleistungen/publikationen/pdf/6917.pdf |text=&amp;#039;&amp;#039;Wildverbiss: Auswirkungen und Beurteilung&amp;#039;&amp;#039;. |wayback=20160408081434 }} In: &amp;#039;&amp;#039;Forum für Wissen.&amp;#039;&amp;#039; 2005, S. 17–25. (PDF)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heutige Situation ===&lt;br /&gt;
Heute werden die [[Wild]]&amp;amp;shy;bestände auf einem hohen Populationsbestand aktiv bewirtschaftet.&amp;lt;ref&amp;gt;C. M. Wemmer: &amp;#039;&amp;#039;Biology and management of the cervidae.&amp;#039;&amp;#039; Smithsonian Institution Press, Washington, D.C 1987.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die früheren Zusammenbrüche der Wildtierpopulationen, ausgelöst durch harte Winter und zu hohe Populationsdichte, bleiben nun aufgrund der Populationskontrollen aus. Dadurch fehlen lang andauernde Zeitabschnitte von niedrigen Wildbeständen. Infolge des nun kontinuierlichen Wildverbisses können sich neue Baumgenerationen nur erschwert bilden.&amp;lt;ref&amp;gt;B. Jedrzejewska u. a.: [http://rcin.org.pl/Content/12705/BI002_26987_Cz-40-2_Acta-T42-nr36-398-451_o.pdf &amp;#039;&amp;#039;Factors shaping population densities and increase rates of ungulates in Białowieża Primeval Forest (Poland and Belarus) in the 19th and 20th centuries&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;Acta Theriologica.&amp;#039;&amp;#039; Band 42, Nr. 4, 1997, S. 399–451. (PDF)&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;G. F. Peterken, C. R. Tubbs: [http://www.jstor.org/stable/2401702 &amp;#039;&amp;#039;Woodland Regeneration in the New Forest. Hampshire, Since 1650&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Applied Ecology.&amp;#039;&amp;#039; Band 2, Nr. 1, Mai 1965, S. 159–170.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftliche Situation ===&lt;br /&gt;
Europaweit werden hohe Erwartungen an die [[Nutzwald|Nutz-]], [[Schutzwald|Schutz-]] und [[Wohlfahrt]]sfunktionen des Waldes gestellt, was zu einem erhöhten Konflikt Wald-Wild und Mensch führt. So kann der Wildverbiss an einer [[Forstkultur|forstlichen Kultur]] oder an [[Naturverjüngung]]en zu empfindlichen Schäden und hohen Ausgaben (z.&amp;amp;nbsp;B. für Nachpflanzungen) führen. Je nach [[Dichte]] der Schalenwildpopulationen und der Altersstruktur des Waldes&amp;lt;ref&amp;gt;C. Maizeret u. a.: [http://rcin.org.pl/Content/11333/BI002_2613_Cz-40-2_Acta-T34-nr16-235-246_o.pdf &amp;#039;&amp;#039;Effects of Population Density on the Diet of Roe Deer and the Availability of their Food in Chize Forest&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;Acta Theriologica.&amp;#039;&amp;#039;Band 34, Nr. 16, 1989, S. 235–246. (PDF)&amp;lt;/ref&amp;gt; kann dies zu einer gesteigerten Verbissbelastung, Minderung der Waldverjüngung&amp;lt;ref&amp;gt;M. Baumann u. a.: &amp;#039;&amp;#039;Jagen in der Schweiz.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. hep verlag, Bern 2014, ISBN 978-3-7225-0143-7.&amp;lt;/ref&amp;gt; und sogar zu einem Artenschwund im Wald führen.&amp;lt;ref&amp;gt;H. Mayer, M. Neumann: [http://link.springer.com/article/10.1007/BF02640624 &amp;#039;&amp;#039;Struktureller und entwicklungsdynamischer Vergleich der Fichten-Tannen-Buchen-Urwälder Rothwald/Niederösterreich und Čorkova Uvala/Kroatien&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;Forstwissenschaftliches Centralblatt.&amp;#039;&amp;#039; Band 100, Nr. 1, Januar 1981, S. 111–132.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sowohl ehemals die Nutztiere im [[Hutewald]] als auch heute nur noch das [[Schalenwild]] im Forst zeigen bezüglich ihrer Futterpflanzenwahl klare [[Präferenz]]en&amp;lt;ref&amp;gt;H. Verheyden-Tixier, P. Duncan: [http://link.springer.com/article/10.1023/A:1005401203954 &amp;#039;&amp;#039;Selection for Small Amounts of Hydrolysable Tannins by a Concentrate-Selecting Mammalian Herbivore&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Journal of Chemical Ecology]].&amp;#039;&amp;#039; Band 26, Nr. 2, Februar 2000, S. 351–358.&amp;lt;/ref&amp;gt; und beeinflussen damit die Konkurrenzvorteile und Absterberaten der verschiedenen Pflanzenarten. Besonders die [[Vogelbeere]] &amp;#039;&amp;#039;(Sorbus aucuparia)&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;J. Senn u. a.: [https://www.researchgate.net/publication/282664811_Senn_J_Wasem_U_Odermatt_O_2002_Impact_of_browsing_ungulates_on_plant_cover_and_tree_regeneration_in_windthrow_areas_-_For_Snow_Landsc_Res_77_12_161-170 &amp;#039;&amp;#039;Impact of browsing ungulates on plant cover and tree regeneration in windthrow areas&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;For. Snow Landsc. Res.&amp;#039;&amp;#039; Band 77, Nr. 1/2, 2002, S. 161–170.&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie die [[Weißtanne]] &amp;#039;&amp;#039;(Alba abies)&amp;#039;&amp;#039; sind beliebte Futterpflanzen.&amp;lt;ref&amp;gt;C. Ammer: [http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S037811279603808X &amp;#039;&amp;#039;Impact of ungulates on structure and dynamics of natural regeneration of mixed mountain forests in the Bavarian Alps&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;Forest Ecology and Management.&amp;#039;&amp;#039; Band 88, Nr. 1–2, 1. November 1996, S. 43–53.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem die Weißtanne ist von dieser Wald-Wild-Problematik stark betroffen. Diese Nadelbaumart wird aktuell in der [[Holzindustrie]] sehr geschätzt und erfüllt als Teil des [[Schutzwald]]es im Gebirge eine wichtige Funktion. Aber auch bei [[Eichen|Eiche]], [[Hainbuche]], [[Edellaubholz]], [[Buchen|Buche]], [[Fichten|Fichte]], [[Kiefern|Kiefer]] und [[Birken|Birke]] kommt es häufig zu Konkurrenzvorteilen. Besonders Rehe wählen ihre Nahrung ([[Äsung]]) mit Vorliebe nach deren Stickstoffgehalt aus, welcher zum Beispiel in Knospen von Laubbäumen in der frühesten Wachstumsphase hoch ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entsteht durch Schalenwild oder Kaninchen ein wirtschaftlicher Schaden, kann der Geschädigte in der Regel Schadensersatz verlangen. Die [[Forstbehörde]]n in den meisten [[Deutsche Bundesländer|deutschen Bundesländern]] beurteilen die [[Wildschaden|Wildverbissschäden]] an der Waldverjüngung in [[Vegetationsgutachten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Verhinderung oder Reduktion des Verbisses werden [[Vergrämungsmittel]] (olfaktorisch, chemisch) oder mechanischer [[Verbissschutz]] eingesetzt. Direkte Schutzvorkehrungen sind der Bau von Forstkulturzäunen oder der Einzelschutz einzelner Pflanzen mit mechanischen oder chemischen Schutzmitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Bewuchs durch [[Brombeeren]] kann Wildverbiss reduzieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.lebensart.at/der-foerster-der-die-brombeeren-liebt |titel=Der Förster, der die Brombeeren liebt |hrsg=Lebensart Verlag |abruf=2024-05-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Gerhard Hintringer |url=https://www.museumnoe.at/de/das-museum/blog/altes-wissen-neu-interpretiert-forstwirtschaft-mit-eichelhaeher |titel=Altes Wissen neu interpretiert |hrsg=Museum Niederösterreich |datum=2020-11-07 |abruf=2024-05-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Jagdrecht]] wird seit Jahren die Abschussquote von allen Schalenwildarten angepasst, d.&amp;amp;nbsp;h. in der Regel erhöht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Recht in Deutschland ==&lt;br /&gt;
Die Verhinderung und Abwicklung untragbarer Wildschäden ist im [[Jagdrecht]] geregelt. Grundsätzlich ist die Zusammenarbeit zwischen den Grundbesitzern als Eigentümern des Jagdrechts, ortsansässigen Forstämtern und [[Jagdausübungsberechtigter|Jagdausübungsberechtigten]] für die Ausarbeitung einer vorbeugenden Planung von Maßnahmen, wie Bejagungsschwerpunkte, Anlage von [[Wildacker|Wildäckern]], Ausgleichsflächen und Wildruhezonen, Absprache von forstlichen Betriebsmaßnahmen sowie von effektiver [[Abschussplan|Jagdplanung]] unerlässlich. Das [[Bundesjagdgesetz]] verlangt, dass die im Jagdrevier vorkommenden [[Hauptbaumart]]en im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen verjüngt werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schweiz ==&lt;br /&gt;
In der Schweiz wird die Wildbewirtschaftung und somit auch die Verbisschutzmassnahmen neben gesetzlichen Grundlagen durch &amp;#039;&amp;#039;kantonale Massnahmenpläne&amp;#039;&amp;#039; bestimmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ähnliche Schäden ==&lt;br /&gt;
Von &amp;#039;&amp;#039;Abbissen&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Absprüngen&amp;#039;&amp;#039; wird gesprochen, wenn unter einem Baum Triebe in auffallender Menge liegen. An [[Fichten]] und [[Tannen]] werden diese von [[Eichhörnchen]] hervorgerufen. An [[Kiefern]] brechen die [[Spross|Triebe]] nicht selten an den Bohrstellen ab, welche der [[Kiefernmarkkäfer]] (&amp;#039;&amp;#039;Tomicus piniperda&amp;#039;&amp;#039;) an ihnen erzeugt hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitere Schäden werden verursacht durch [[Gefege|Fegen]] mit dem Geweih und [[Schälung|Schälen]] der Rinde. Bodenveränderungen und Schädigungen durch [[Vertritt]] treten vorwiegend durch [[Huftier]]&amp;amp;shy;herden auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbiss als natürlicher Gestaltungsfaktor ==&lt;br /&gt;
Eine gänzlich andere, weil sehr positiv besetzte Definition von Verbiss jedoch resultiert aus Überlegungen, die als [[Megaherbivorenhypothese]] bekannt geworden sind. Sie sehen den Wildverbiss nicht als negatives, [[anthropogen]] verursachtes Problem, sondern als den Rest weit einflussreicherer Verbissfolgen an, die natürliche Offenflächen auf [[Potenziell natürliche Vegetation|potenziell]] [[wald]]fähigen Standorten Europas und anderen Regionen der [[humid]]en [[Gemäßigtes Klima|gemäßigten Breiten]] geschaffen hätten. Demnach hätte der Verbiss von Bäumen, nicht nur durch heute weit verbreitete Pflanzenfresser wie Reh und Hirsch, sondern auch durch [[Wisent]], [[Auerochse]] und [[Tarpan|Wildpferd]] (im Pleistozän auch durch [[Europäischer Waldelefant|Waldelefanten]], [[Waldnashorn|Nashörner]] u. a.), für natürliche Landschaften in Europa gesorgt, in denen durch einzelne Solitärbäume, Gebüsche und Kurzrasenflächen ein [[Englischer Landschaftsgarten|parkähnliches]] Offenlandbiotop entstanden wäre. Als Argumente für diese Hypothese werden u. a. die Einnischung von Auerochse, Wisent und Pferd als Grasfresser und Bewohner offener Landschaften, die Häufigkeit von Pollen der lichtbedürftigen und beweidungsfesten Gattungen [[Eichen|Eiche]] und [[Haseln|Hasel]] in [[Palynologie|Pollendiagrammen]] aus Europa sowie der große Artenreichtum europäischer Kurzrasenflächen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.uni-hamburg.de/newsletter/archiv/April-2012-Nr-37/Biodiversitaetsstudie-Auf-europaeischen-Wiesen-gibt-es-mehr-Pflanzenarten-als-im-Regenwald.html |titel=Biodiversitätsstudie: Auf europäischen Wiesen gibt es mehr Pflanzenarten als im Regenwald |sprache=de |abruf=2019-09-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt; genannt. Laut dieser Theorie stellt die Verbissproblematik ein rein ökonomisches, nicht ökologisches Problem dar, da die Verjüngung des Waldes ohnehin kein natürlicher Prozess wäre, da auch dichte Wälder im europäischen Tiefland vor dem Eintreffen des Menschen nicht vorgekommen seien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Iain J. Gordon, Herbert H. T. Prins: &amp;#039;&amp;#039;The Ecology of Browsing and Grazing.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Ecological Studies.&amp;#039;&amp;#039; Nr. 195). 1. Auflage. Springer, Berlin / Heidelberg 2008, ISBN 978-3-540-72422-3.&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Schwenke (Zoologe)|Wolfgang Schwenke]] (Hrsg.) u. a.: &amp;#039;&amp;#039;Die Forstschädlinge Europas. Ein Handbuch in 5 Bänden.&amp;#039;&amp;#039; Band 5: &amp;#039;&amp;#039;[[Wirbeltiere]].&amp;#039;&amp;#039; Parey, Hamburg 1986, ISBN 3-490-11516-3.&lt;br /&gt;
* [[Fritz Schwerdtfeger]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Waldkrankheiten. Lehrbuch der Forstpathologie und des Forstschutzes.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage. Parey, Hamburg 1981, ISBN 3-490-09116-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Browsing animals|Verbiss}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Agrarwissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tierernährung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feldwirtschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wildtiere]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Waldschaden]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Thomas Dresler</name></author>
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