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	<title>Venus vom Hohlefels - Versionsgeschichte</title>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Venus_vom_Hohlefels&amp;diff=1656912&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;At40mha: Klammern korrigiert</title>
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		<updated>2026-03-21T16:17:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Klammern korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Fund&lt;br /&gt;
|NAME= Venus vom Hohle Fels&lt;br /&gt;
|KARTE= &lt;br /&gt;
|KARTENBESCHREIBUNG= &lt;br /&gt;
|BILD= VenusHohlefels2.jpg&lt;br /&gt;
|BILDBESCHREIBUNG= &lt;br /&gt;
|LAGE-POLITISCH= [[Baden-Württemberg]], [[Deutschland]]&lt;br /&gt;
|EINTEILUNG NACH= &lt;br /&gt;
|LAGE-FUND= [[Hohler Fels|Hohle Fels]] bei [[Schelklingen]],&lt;br /&gt;
Quadrat 30, Archäologischer Horizont Vb&amp;lt;ref name=&amp;quot;ReferenceA&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Eiszeit: Kunst und Kultur.&amp;#039;&amp;#039; Ausstellungskatalog. Thorbecke, 2009, ISBN 978-3-7995-0833-9.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|LAGE-FUND-BEZ= &lt;br /&gt;
|BREITENGRAD= 48/22/45/N&lt;br /&gt;
|LÄNGENGRAD= 9/45/14/E&lt;br /&gt;
|REGION-ISO= DE-BW&lt;br /&gt;
|POSKARTE= Deutschland Baden-Württemberg&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVKARTE= &lt;br /&gt;
|FLÄCHE= &lt;br /&gt;
|MASSE= Höhe 59,7&amp;amp;nbsp;mm&amp;lt;br /&amp;gt;Breite 34,6&amp;amp;nbsp;mm&amp;lt;br /&amp;gt;Dicke 31,3 mm&lt;br /&gt;
|EINORDNUNG-WANN= [[Aurignacien]]&lt;br /&gt;
|EINORDNUNG-WO= &lt;br /&gt;
|BESONDERHEITEN= &lt;br /&gt;
|BESONDERHEITEN1= &lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Venus vom Hohle Fels&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Venus vom Hohlefels&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (siehe [[Hohler Fels#Namensgeschichte|Namensgeschichte der Höhle]]) ist eine etwa sechs Zentimeter hohe, aus [[Wollhaarmammut|Mammut]]-[[Elfenbein]] geschnitzte [[Venusfigurine]], die im September 2008 bei Ausgrabungen in der [[Karsthöhle]] [[Hohler Fels|Hohle Fels]] (historisch auch &amp;#039;&amp;#039;Hohlefels&amp;#039;&amp;#039;) am Südfuß der [[Schwäbische Alb|Schwäbischen Alb]] bei [[Schelklingen]] entdeckt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Venusfigurine stammt aus der [[Jungpaläolithische Kleinkunst|jungpaläolithischen Kultur]] des [[Aurignacien]]. Die archäologischen Schichten Va und Vb, in der die Fragmente gefunden wurden, sind mittels [[Radiokohlenstoffdatierung]] auf mindestens 31.000 und höchstens 35.000 [[Radiokohlenstoffdatierung|&amp;lt;sup&amp;gt;14&amp;lt;/sup&amp;gt;C-Jahre]] datiert, was einem [[Radiokohlenstoffdatierung#Kalibrierung|kalibrierten]] Kalenderalter von 35.000–40.000 Jahren entspricht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conard09&amp;quot;&amp;gt;[[Nicholas J. Conard]]: &amp;#039;&amp;#039;A female figurine from the basal Aurignacian of Hohle Fels Cave in southwestern Germany.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Nature]]&amp;#039;&amp;#039;, Band 459, 2009, S. 248–252. [[doi:10.1038/nature07995]], {{Webarchiv |url=http://www.geo.uni-tuebingen.de/fileadmin/website/arbeitsbereich/ufg/urgeschichte_quartaeroekologie/medien/Venus/Venus.pdf |text=A female figurine from the basal Aurignacian of Hohle Fels Cave in southwestern Germany |wayback=20160303200452}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conard, Malina&amp;quot;&amp;gt;Nicholas J. Conard, Maria Malina: &amp;#039;&amp;#039;Spektakuläre Funde aus dem unteren Aurignacien vom Hohle Fels bei Schelklingen, Alb-Donau-Kreis.&amp;#039;&amp;#039; In: Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 2008. Stuttgart, Theiss, 2009, S. 19–22.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit gehört die &amp;#039;&amp;#039;Venus vom Hohle Fels&amp;#039;&amp;#039; neben der [[Venus vom Galgenberg]] zu den weltweit ältesten Darstellungen des menschlichen Körpers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Fundgeschichte ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Fundstelle Venus vom Hohlen Fels Achtal Schelklingen Süddeutschland.JPG|mini|alt=|Ausgrabung im Hohle Fels]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die archäologischen [[Ausgrabung]]en im Hohle Fels werden seit 1977 jährlich von Archäologen der [[Universität Tübingen]] im Auftrag des [[Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg|Landesamtes für Denkmalpflege Baden-Württemberg]] durchgeführt, seit 1997 unter Leitung von [[Nicholas Conard]]. Im September 2008 wurden von Mitarbeitern insgesamt sechs bearbeitete Elfenbeinstücke geborgen. Die Einzelteile wurden innerhalb der Grabungsfläche gefunden, die etwa 20 Meter vom Höhleneingang entfernt im Höhleninneren liegt. Die Schichtenfolge V befindet sich etwa 3 Meter unter der heutigen Höhlenbodenoberfläche. Die Fragmente der Figur lagen dicht beieinander, auf einer Fläche von etwa einem Viertelquadratmeter mit einer Höhendifferenz von etwa 10&amp;amp;nbsp;Zentimetern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Restaurierung und Zusammensetzung wurde die „Venus vom Hohle Fels“ am 13. Mai 2009 der Presse vorgestellt,&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.pressebox.de/pressemeldungen/eberhard-karls-universitaet-tuebingen/boxid-262666.html Pressemitteilung der Universität Tübingen]&amp;lt;/ref&amp;gt; am darauf folgenden Tag erschien die Fachpublikation im Wissenschaftsmagazin [[Nature]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conard09&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausstellungsgeschichte ===&lt;br /&gt;
Erstmals öffentlich zu sehen war das Original 2009 in der [[Landesausstellung Baden-Württemberg]] mit dem Titel „Eiszeit – Kunst und Kultur“ im [[Kunstgebäude Stuttgart]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;ReferenceA&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Eiszeit: Kunst und Kultur.&amp;#039;&amp;#039; Ausstellungskatalog. Thorbecke, 2009, ISBN 978-3-7995-0833-9.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Jahr 2010 wurde sie auch im [[Urgeschichtliches Museum Blaubeuren|Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren]] gezeigt. Seit 2012 war sie zeitweilig in der neu gestalteten [[Dauerausstellung]] im [[Landesmuseum Württemberg]] in Stuttgart zu sehen,&amp;lt;ref&amp;gt;Landesmuseum Stuttgart: [http://www.landesmuseum-stuttgart.de/nc/ausstellungen/legendaere-meisterwerke LegendäreMeisterWerke]&amp;lt;/ref&amp;gt; 2014 wurde sie Bestandteil der neuen Dauerausstellung im [[Urgeschichtliches Museum Blaubeuren|Urgeschichtlichen Museum Blaubeuren]].&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.schwaebische.de/region_artikel,-Die-%E2%80%9EVenus-vom-Hohle-Fels%E2%80%9C-wandert-in-die-Vitrine-_arid,10010695_toid,327.html Die Statue aus Schelklingen ist das Herzstück des Urgeschichtlichen Museums in Blaubeuren] bei www.schwaebische.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.urmu.de/de/Home Homepage des Urgeschichtlichen Museums Blaubeuren] (abgerufen am 15. September 2015)&amp;lt;/ref&amp;gt; Vom 21.&amp;amp;nbsp;September 2018 bis 6.&amp;amp;nbsp;Januar 2019 wurde die „Venus vom Hohle Fels“ im [[Martin-Gropius-Bau]] in [[Berlin]] in der Ausstellung &amp;#039;&amp;#039;[[Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland]]&amp;#039;&amp;#039; gezeigt, die aus Anlass des [[Europäisches Kulturerbejahr|Europäischen Kulturerbejahres]] 2018 stattfand.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.focus.de/kultur/diverses/ausstellungen-berlin-plant-archaeologie-schau-der-superlative_id_8655490.html &amp;#039;&amp;#039;Berlin plant Archäologie-Schau der Superlative&amp;#039;&amp;#039;] in [[focus]] vom 22. März 2018.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Die 33,3 Gramm schwere Figur ist 59,7 Millimeter hoch, 34,6 Millimeter breit, 31,3&amp;amp;nbsp;mm dick und nahezu vollständig erhalten, der linke Arm samt Schulter&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conard09&amp;quot; /&amp;gt; sowie Teile der linken Gesäßhälfte und Hüfte fehlen. Statt des Kopfes wurde eine quer durchlochte Öse herausgearbeitet, welche darauf hinweist, dass die Figur vor der Einbringung in das Sediment als Anhänger getragen wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conard09&amp;quot; /&amp;gt; Entsprechende Polituren in der Öse belegen die Aufhängung, die wahrscheinlich mit einem Lederriemen erfolgte. Möglich wäre jedoch auch eine Schnur, zum Beispiel aus [[Pflanzenfaser]]n, wie das für die etwas jüngere Kulturstufe des [[Pavlovien]] belegt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Beine sind kurz, spitz und asymmetrisch, da das linke Bein etwas kürzer ist als das rechte. Auffällig sind die überdimensionierten Brüste, ein akzentuiertes Gesäß sowie der deutlich hervorgehobene Genitalbereich. Die Furche zwischen den Gesäßhälften ist tief ausgeführt und zieht sich bis zur Vorderseite ohne Unterbrechung durch, wo die [[Schamlippen#Die großen (äußeren) Schamlippen|Großen Schamlippen]] zwischen den geöffneten Beinen betont ausgeführt sind. Conard sieht hierin eine „bewusste Überhöhung der sexuellen Merkmale der Figurine“ („&amp;#039;&amp;#039;…deliberate exaggeration of the sexual features of the figurine.&amp;#039;&amp;#039;“)&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nicholas J. Conard 2009&amp;quot;&amp;gt;Nicholas J. Conard: &amp;#039;&amp;#039;A female figurine from the basal Aurignacian of Hohle Fels Cave in southwestern Germany.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Nature]]&amp;#039;&amp;#039;, Band 459, 2009, S. 248–252, hier: S. 250.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auffällig sind des Weiteren die kurzen Arme und die sorgfältig geschnitzten Hände, die unterhalb der Brüste auf dem Bauch liegen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conard09&amp;quot; /&amp;gt; Ob diese Handhaltung in den Augen der altsteinzeitlichen Träger der Figur eine besondere Bedeutung hatte, ist unbekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich zu den sorgfältig ausgeführten anatomischen Details weist die Figur eine Reihe von Ritzlinien und Kerben auf, die in ihrer Komplexität unter den Elfenbeinfiguren der Schwäbischen Alb einzigartig sind. Die Figur weist keinerlei Spuren einer früheren Einfärbung auf.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Conard09&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Datierung ==&lt;br /&gt;
Die [[Aurignacien]]-Schichten Va und Vb des Hohle Fels, aus denen die sechs Bruchstücke der Figur stammen, sind mit neuen [[Radiokohlenstoffdatierung|AMS-Daten]] des Oxforder Labors (&amp;#039;&amp;#039;Oxford Radiocarbon Accelerator&amp;#039;&amp;#039;) datiert worden. Eines der sechs Fragmente wurde an der Basis der oberen Schicht Va gefunden, die anderen fünf Fragmente in der unteren Schicht Vb. Die einzelnen Datierungen ergaben in aufsteigender Reihenfolge: 31.140&amp;amp;nbsp;±&amp;amp;nbsp;310&amp;amp;nbsp;[[Before Present|BP]], 31.290&amp;amp;nbsp;±&amp;amp;nbsp;180&amp;amp;nbsp;BP, 31.380&amp;amp;nbsp;±&amp;amp;nbsp;180&amp;amp;nbsp;BP, 31.760&amp;amp;nbsp;±&amp;amp;nbsp;200&amp;amp;nbsp;BP (Schicht Va), 34.570&amp;amp;nbsp;±&amp;amp;nbsp;260&amp;amp;nbsp;BP, 34.720&amp;amp;nbsp;±&amp;amp;nbsp;280&amp;amp;nbsp;BP und einen offensichtlichen Ausreißer von 40.000&amp;amp;nbsp;±&amp;amp;nbsp;500&amp;amp;nbsp;BP.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nicholas J. Conard 2009&amp;quot; /&amp;gt; Das ergibt bei [[Radiokohlenstoffdatierung#Kalibrierung|Kalibrierung]] der jüngeren Datengruppe ein Minimalalter von 35.000 Jahren vor heute. Die herausragende Bedeutung der Figur liegt in der Tatsache, dass sie mindestens 6000 Jahre älter ist als alle bekannten – und meist ebenfalls dickleibigen – Venusfigurinen des [[Gravettien]]s. Eine etwas jüngere Figur gibt es mit der [[Venus vom Galgenberg]] (Österreich). Zwei noch ältere Fundstücke, die so genannte [[Venus von Berekhat Ram]] aus Israel und die [[Venus von Tan-Tan]] aus Marokko, werden von der Mehrheit der Archäologen hingegen als reine bzw. von Menschen nur oberflächig bearbeitete [[Geofakt]]e (Naturspiele) gewertet.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://howcomyoucom.com/selfnews/viewnews.cgi?newsid1053716489,17812,.shtml Details zur Kontroverse]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Gruppe der vier jüngeren AMS-Daten (um 32.000&amp;amp;nbsp;BP) ist im Prinzip identisch mit der bereits bekannten Elfenbein-Kleinkunst der Schwäbischen Alb, wie den Figuren vom [[Vogelherdhöhle|Vogelherd]], dem [[Geißenklösterle]] oder dem [[Löwenmensch]] vom [[Hohlenstein]]-Stadel. Wenngleich andere Kleinkunstwerke, die in den letzten Jahren im Hohlen Fels gefunden wurden, aus der darüber liegenden und damit jüngeren Schicht&amp;amp;nbsp;IV stammen, ist die zeitliche Differenz ihrer Einlagerung im [[Sedimente und Sedimentgesteine|Sediment]] möglicherweise unerheblich und eine nahezu gleichzeitige Herstellung denkbar. Aus der Umgebung dieser Kunstwerke, eines Wasservogels und einer kleinen anthropomorphen Figur aus Elfenbein, wurden in den AMS-Labors Kiel und Oxford neun Daten gewonnen, die alle zwischen 30.000 und 33.000&amp;amp;nbsp;BP liegen.&amp;lt;ref&amp;gt;Nicholas J. Conard, &amp;#039;&amp;#039;Palaeolithic ivory sculptures from southwestern Germany and the origins of figurative art.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Nature.&amp;#039;&amp;#039; Band 426, 2003, S. 830–832 [[doi:10.1038/nature02186]] ({{Webarchiv |url=http://www.geo.uni-tuebingen.de/fileadmin/website/arbeitsbereich/ufg/urgeschichte_quartaeroekologie/Mitarbeiter/conard/Conard_03_Nature.pdf |text=PDF-Download |wayback=20170117172637}})&amp;lt;/ref&amp;gt; Das zeigt einen Überlappungsbereich mit der jüngeren Datengruppe zur &amp;#039;&amp;#039;Venus vom Hohle Fels&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Interpretationen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Kunst in der Steinzeit.webm|mini|Video: Kunst in der Steinzeit]]&lt;br /&gt;
Der Erstpublikation von 2009 wurde ein Filmtrailer unter der Überschrift „&amp;#039;&amp;#039;Prehistoric [[pin-up]]&amp;#039;&amp;#039;“ beigefügt.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.nature.com/nature/videoarchive/prehistoricpinup/ Prehistoric Pinup] (Video)&amp;lt;/ref&amp;gt; In derselben Nature-Ausgabe kommentiert der englische [[Prähistoriker]] [[Paul Mellars]] den Neufund, die figürlichen Merkmale würden nach Maßstäben des 21. Jahrhunderts an [[Pornographie]] grenzen (…&amp;#039;&amp;#039;„that by twenty-first-century standards could be seen as bordering on the pornographic.“&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;ref&amp;gt;[[Paul Mellars]]: &amp;#039;&amp;#039;Origins of the female image.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Nature]].&amp;#039;&amp;#039; Band 459, 2009, S. 176–177 [[doi:10.1038/nature07995]]&amp;lt;/ref&amp;gt; Teile der Medien nutzten diese Sichtweise als [[Schlagzeile]].&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,624618,00.html Spiegel online: &amp;#039;&amp;#039;Steinzeit-Sexsymbol betört Forscher&amp;#039;&amp;#039; (13. Mai 2009)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.handelsblatt.com/technologie/forschung/das-aelteste-pin-up-stammt-aus-schwaben;2276197 Handelsblatt.com: &amp;#039;&amp;#039;Das älteste Pin-up stammt aus Schwaben&amp;#039;&amp;#039; (14. Mai 2009)]&amp;lt;/ref&amp;gt; Dem steht die traditionelle Bewertung der paläolithischen „Venusfigurinen“ als [[Fruchtbarkeitssymbol]] gegenüber.&amp;lt;ref&amp;gt;Henry Delporte: &amp;#039;&amp;#039;Image de la Femme dans l&amp;#039;Art Préhistorique.&amp;#039;&amp;#039; Picard, 1993.&amp;lt;/ref&amp;gt; In diesen Kontext kann auch eine aus der Völkerkunde bei den [[Bantu]] bekannte Funktion als umgehängter [[Talisman]] während der Schwangerschaft gestellt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Migene Gonzáles Wippler: &amp;#039;&amp;#039;Talismane und Amulette. Die magische Welt der Glücksbringer und Schutzsymbole.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Kailash, München 2001, ISBN 3-7205-2231-8.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine denkbare [[Humanethologie|humanethologische]] Interpretation bietet außerdem die aus der Völkerkunde in verschiedenen Regionen belegte [[Apotropäische Handlung|Abwehrgeste]] der sogenannten „&amp;#039;&amp;#039;Brüstehalterin&amp;#039;&amp;#039;“ bzw. „&amp;#039;&amp;#039;Brustweiserin&amp;#039;&amp;#039;“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Qasim&amp;quot;&amp;gt;Erika Qasim: &amp;#039;&amp;#039;Frauenstatuetten – Zwei Gesten als Teil der Darstellung.&amp;#039;&amp;#039; In: ArchaeNova e.&amp;amp;nbsp;V. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Erste Tempel – Frühe Siedlungen.&amp;#039;&amp;#039; Isensee, Oldenburg 2009, ISBN 3-89995-563-3, S. 161–185.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Irenäus Eibl-Eibesfeldt]], Christa Sütterlin: &amp;#039;&amp;#039;Im Banne der Angst. Zur Natur- und Kunstgeschichte menschlicher Abwehrsymbolik.&amp;#039;&amp;#039; Piper, München/Zürich 1992, ISBN 3-492-03387-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Paläolithforschung besteht weitgehende Einigkeit darüber, dass die figürliche [[jungpaläolithische Kleinkunst]] ausschließlich mit dem anatomisch modernen Menschen (in Europa auch [[Cro-Magnon-Mensch]] genannt) in Verbindung steht.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Harald Floss]]: &amp;#039;&amp;#039;L’art mobilier Aurigacien du Jura Souabe et sa place dans l’art paléolithique / Die Kleinkunst des Aurignacien auf der Schwäbischen Alb und ihre Stellung in der paläolithischen Kunst.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Les chemins de l’art aurignacien en Europe / Das Aurignacien und die Anfänge der Kunst in Europa.&amp;#039;&amp;#039; Colloque international/Internationale Fachtagung. Aurignac, 16-18 septembre 2005. Editions Musée-forum Aurignac, Cahier 4, 2007, S. 295–316.&amp;lt;/ref&amp;gt; Insgesamt gibt es etwa 600 figürliche Kunstwerke von mindestens 20 Fundstellen aus der Zeit zwischen 40.000 und 30.000&amp;amp;nbsp;BP, hingegen kein einziges figürliches Kunstwerk aus der Zeit davor.&amp;lt;ref&amp;gt;Floss 2007, S. 314.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die mögliche kulturelle Beeinflussung des [[Neandertaler]]s durch den Cro-Magnon-Mensch beschränkt sich auf wenige, nicht figurale [[Chatelperronien#Schmuckgegenstände|Schmuckobjekte des Châtelperroniens]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Higham&amp;quot;&amp;gt;[[Thomas Higham]] et al.: &amp;#039;&amp;#039;Chronology of the Grotte du Renne (France) and implications for the context of ornaments and human remains within the Châtelperronian.&amp;#039;&amp;#039; In: [[PNAS]]. Band 107, Nr. 47, 2010, S. 20234–20239 [[doi:10.1073/pnas.1007963107]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine 2010 erschienene Erzählung unter Mitwirkung des Grabungsleiters Nicholas Conard zeichnet ein anderes Bild: In dieser [[Dokufiktion]] hat eine junge Neandertalerin die „Venus aus dem Eis“ geschnitzt, nachdem sie von einer Cro-Magnon-Gruppe gerettet wurde und sich in kurzer Zeit kulturell [[Assimilation (Soziologie)|assimiliert]] hat.&amp;lt;ref&amp;gt;Nicholas Conard, [[Jürgen Wertheimer]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Venus aus dem Eis. Wie vor 40 000 Jahren unsere Kultur entstand.&amp;#039;&amp;#039; Knaus Verlag, München 2010, ISBN 3-8135-0376-3.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Rezension in der [[Frankfurter Allgemeine Zeitung|FAZ]] wies auf unplausible Aspekte dieses Szenarios hin.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ulf von Rauchhaupt]]: [http://www.faz.net/aktuell/ein-maedchen-aus-dem-neandertal-11163886.html &amp;#039;&amp;#039;Ein Mädchen aus dem Neandertal.&amp;#039;&amp;#039;] (FAZ vom 2. Oktober 2010, abgerufen am 13. Oktober 2010)&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Ansicht von Conard könnten Theorien zur Entstehung der Figur aufgrund der vorliegenden Daten jedoch „weder bestätigt noch widerlegt“ werden, da in den Höhlen der Schwäbischen Alb bislang keine zugehörigen Menschenreste gefunden wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Nicholas J. Conard]]: &amp;#039;&amp;#039;A female figurine from the basal Aurignacian of Hohle Fels Cave in southwestern Germany.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Nature]]&amp;#039;&amp;#039;, Band 459, 2009, S. 248–252, hier: S. 248.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== UNESCO-Weltkulturerbe ==&lt;br /&gt;
Im Juli 2017 entschied das Welterbekomitee der UNESCO, zwei Talabschnitte der Flüsse Ach und Lone auf der [[Schwäbische Alb|Schwäbischen Alb]] unter der Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;[[Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb]]&amp;#039;&amp;#039; den Welterbestatus zu verleihen. Damit gehören die archäologischen Höhlenfundstellen mit Objekten der weltweit ältesten mobilen Kunst – Geißenklösterle, Sirgenstein, Hohle Fels, Vogelherd, Hohlenstein-Stadel und Bockstein mit den sie umgebenden Landschaften – zu den [[UNESCO-Welterbe|UNESCO-Weltkulturerbestätten]].&amp;lt;ref&amp;gt;Stephan M. Heidenreich/Conny Meister/Claus-Joachim Kind: &amp;#039;&amp;#039;Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb. Das erste altsteinzeitliche UNESCO-Weltkulturerbe in Deutschland.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Denkmalpflege in Baden-Württemberg.&amp;#039;&amp;#039; Nachrichtenblatt der Landesdenkmalpflege, 48. Jg. (2017) Nr. 3, S. 162.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Liste paläolithischer Venusfigurinen]]&lt;br /&gt;
* [[Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Nicholas J. Conard]]: &amp;#039;&amp;#039;A female figurine from the basal Aurignacian of Hohle Fels Cave in southwestern Germany.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Nature]]&amp;#039;&amp;#039;, Band 459, 2009, S. 248–252. [[doi:10.1038/nature07995]] ([http://www.urgeschichte.uni-tuebingen.de/fileadmin/downloads/Conard/Conard_Venus_Nature_2009.pdf online], PDF)&lt;br /&gt;
* Nicholas J. Conard, Stefanie Kölbl (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Venus vom Hohle Fels.&amp;#039;&amp;#039; Fundstücke 1 (Museumsheft 9), Urgeschichtliches Museum Blaubeuren, 2010, {{ISSN|1617-2655}}.&lt;br /&gt;
* [[Georg Hiller (Politiker)|Georg Hiller]] und Stefanie Kölbl: &amp;#039;&amp;#039;Welt-Kult-Ur-Sprung.&amp;#039;&amp;#039; Jan Thorbecke Verlag, Ulm 2016, ISBN 978-3-7995-1168-1, Kapitel &amp;#039;&amp;#039;Venus vom Hohle Fels.&amp;#039;&amp;#039; S.&amp;amp;nbsp;38–39 (deutsch und englisch).&lt;br /&gt;
* Frank Keim, Die Venus vom Hohle Fels, in: Frank Keim und Dominik Seemann (2021): Löwenmensch und Planetenvenus, Verlag Dr. Kovac: Hamburg, S. 53–61.&lt;br /&gt;
* Martin Porr: &amp;#039;&amp;#039;The Hohle Fels &amp;#039;Venus’: Some Remarks on Animals, Humans and Metaphorical Relationships in Early Upper Palaeolithic Art.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Rock Art Research.&amp;#039;&amp;#039; Band 27, Heft 2, 2010, S. 147–159 [http://search.informit.com.au/documentSummary;dn=487439509728532;res=IELIND (Zusammenfassung)].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentationen ==&lt;br /&gt;
* [https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/lady-sapiens-auf-den-spuren-eines-steinzeit-mythos-100.html &amp;#039;&amp;#039;Lady Sapiens – Auf den Spuren eines Steinzeit-Mythos.&amp;#039;&amp;#039;] (Originaltitel: &amp;#039;&amp;#039;Lady Sapiens, à la recherche des femmes de la préhistoire.&amp;#039;&amp;#039;) TV-Dokumentation von Thomas Cirotteau (Regie), F/CDN/B/J/USA 2021, deutsche Synchronfassung ZDF/ZDFinfo 2022.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Venus of Hohle Fels|Venus vom Hohle Fels}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.urmu.de/de/Forschung-Archaeologie/Eiszeitkunst/Venus Venus vom Hohle Fehls] Museumsseite&lt;br /&gt;
* [http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,624618,00.html Spiegel.de Wissenschaft] „Steinzeit-Sexsymbol betört Forscher“ mit Fotostrecke&lt;br /&gt;
* [https://www.nature.com/articles/nature07995 A female figurine from the basal Aurignacian of Hohle Fels Cave in southwestern Germany] Artikel bei [[Nature]]&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20141218120245/http://venus-vom-hohlen-fels.de/ Venus vom Hohle Fels] Infos und Bilder zur Venus und Hohler Fels (Archivversion)&lt;br /&gt;
* [https://www.iceageart.de/3d/3d-modelle-figuren/ 3D-Modell der Venus vom Hohle Fels] auf [https://www.iceageart.de/ www.iceageart.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=w|GND=1156331358|VIAF=1358152451233506650000}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fund (Baden-Württemberg)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Werk der Elfenbeinkunst]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte der Schwäbischen Alb]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fund (Jungpaläolithikum)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Venusfigurine|Hohlen Fels]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schelklingen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aurignacien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wikipedia:Artikel mit Video]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Altsteinzeit (Europa)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fund (Altsteinzeit)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fund (Europa)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;At40mha</name></author>
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