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	<title>Vaterland - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-11T12:52:24Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Vaterland&amp;diff=25297&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Phi: /* Die „Erfindung der Nation“ */ Beispiele villeicht besser in den Einzelnachweis</title>
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		<updated>2026-03-23T17:54:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Die „Erfindung der Nation“: &lt;/span&gt; Beispiele villeicht besser in den Einzelnachweis&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt das Vaterland als Konzept im Sinne von [[Heimat]]. Zu anderen, meist davon abgeleiteten, Bedeutungen siehe [[Vaterland (Begriffsklärung)]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Stone Vaterland Nur Dir.jpg|mini|„Vaterland, nur dir!“ Losung der [[Schweiz]]er [[Turnen#Geschichte|Turnerbewegung]] auf einem Sockel an der [[Zürich|Zürcher]] Seepromenade]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Vaterland&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein Land, aus dem man stammt, dessen [[Volk]] oder [[Nation]] man sich zugehörig fühlt. [[Synonym]]e sind Geburtsland, [[Heimat]] bzw. Heimatland. Seit dem späten 18. Jahrhundert wurde der Begriff [[Sakralisierung|sakralisiert]]. Von Männern wurde verlangt, in seinem Namen notfalls ihr Leben zu opfern. Seit dem Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] wird dem Vaterland immer seltener eine [[identität]]sstiftende Wirkung zugeschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie ==&lt;br /&gt;
Das [[Mittelhochdeutsche Sprache|mittelhochdeutsche]] Wort &amp;#039;&amp;#039;vaterlant&amp;#039;&amp;#039; ist zum ersten Mal gegen Ende des [[11. Jahrhundert]]s im &amp;#039;&amp;#039;[[Summarium Henrici]]&amp;#039;&amp;#039;, einer verkürzten Version des [[Etymologiae]] belegt. Es handelt sich um eine Übersetzung des [[latein]]ischen Wortes &amp;#039;&amp;#039;patria&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Friedrich Kluge]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache]]&amp;#039;&amp;#039;. 7. Auflage, bearbeitet von [[Walther Mitzka]]. Walter de Gruyter, Berlin 1957, ISBN 978-3-11-154374-1, S. 812 (abgerufen über [[Verlag Walter de Gruyter|De Gruyter]] Online).&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Grundbedeutung war „(väterliches) [[Grundstück]]“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Grimm&amp;quot;&amp;gt;[https://woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&amp;amp;mode=Volltextsuche&amp;amp;firsthit=0&amp;amp;textpattern=&amp;amp;lemmapattern=Vaterland&amp;amp;patternlist=L:Vaterland&amp;amp;lemid=GV00089&amp;amp;hitlist=43451399 &amp;#039;&amp;#039;vaterland, n. patria&amp;#039;&amp;#039;]. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Deutsches Wörterbuch]]&amp;#039;&amp;#039; online, Zugriff am 19. Dezember 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt; Den heutigen Bedeutungsgehalt erhielt das Wort erst im [[Humanismus]].&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[Duden]] Etymologie.&amp;#039;&amp;#039; Bibliographisches Institut, Mannheim/Wien/Zürich 1963, S. 735.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bezeichnung „[[Mutterland]]“ ist kein Antonym zur Bezeichnung „Vaterland“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ideologie ==&lt;br /&gt;
=== Die „Erfindung der Nation“ ===&lt;br /&gt;
Einen nicht nur geographischen, sondern eminent politischen Sinn erhielt das Wort erst mit der „Erfindung der Nation“ ([[Benedict Anderson]]) seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Christian Jansen]] mit Henning Borggräfe: &amp;#039;&amp;#039;Nation – Nationalität – Nationalismus.&amp;#039;&amp;#039; Campus, Frankfurt am Main 2007, S. 92–98 u. ö.&amp;lt;/ref&amp;gt; Vorher konnte es auch das [[Ewiges Leben|ewige Leben]] im [[Himmel (Religion)|Himmel]] bedeuten, wie etwa in [[Friedrich Spee]]s [[Adventslied]] &amp;#039;&amp;#039;[[O Heiland, reiß die Himmel auf]]&amp;#039;&amp;#039; aus dem Jahr 1622, in dessen sechster Strophe [[Jesus Christus]] gebeten wird: „Ach komm, führ uns mit starker Hand / vom Elend zu dem Vaterland“.&amp;lt;ref&amp;gt;Ähnlich hatte schon [[Martin Opitz]] (1597–1639) über Christus gedichtet, „der unsre seelen führet / hin in das vaterland, / da er an gottes hand / sitzt, herrschet und regieret“ ([https://woerterbuchnetz.de/?sigle=DWB&amp;amp;mode=Volltextsuche&amp;amp;firsthit=0&amp;amp;textpattern=&amp;amp;lemmapattern=Vaterland&amp;amp;patternlist=L:Vaterland&amp;amp;lemid=GV00089&amp;amp;hitlist=43451399 &amp;#039;&amp;#039;vaterland, n. patria&amp;#039;&amp;#039;]. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Deutsches Wörterbuch]]&amp;#039;&amp;#039; online, Zugriff am 19. Dezember 2019), und [[Paul Gerhardt]] (1607–1676) reimte: „Ich bin ein Gast auf Erden / Und hab hier keinen Stand / Der Himmel soll mir werden / Da ist mein Vaterland“ (Reinhard Mawick (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Paul Gerhard. Geh aus, mein Herz. Sämtliche deutsche Lieder.&amp;#039;&amp;#039; Faber und Faber, Leipzig 2006, ISBN 3-936618-77-1, S. 110).&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Friedrich Schiller]] ließ 1784 in &amp;#039;&amp;#039;[[Kabale und Liebe]]&amp;#039;&amp;#039; noch seinen Protagonisten Ferdinand ausrufen: „Mein Vaterland ist, wo mich Luise liebt!“&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach [[Peter Zudeick]]: &amp;#039;&amp;#039;Heimat. Volk. Vaterland.: Eine Kampfansage an Rechts.&amp;#039;&amp;#039; Westend Verlag, Frankfurt am Main 2018, ISBN 978-3-86489-109-0, S. 179, Anm. 1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass die Definition des Vaterlands durchaus nicht selbstverständlich war, zeigt etwa [[Ernst Moritz Arndt]]s Gedicht &amp;#039;&amp;#039;[[Des Deutschen Vaterland]]&amp;#039;&amp;#039; aus dem Jahr 1813. Darin wird immer wieder gefragt, was „des Deutschen Vaterland“ denn nun eigentlich sei, bis in der siebten Strophe endlich die Antwort gegeben wird: Des Deutschen Vaterland wird im Sinne der [[Kulturnation]] gleichgesetzt mit dem [[Deutsche Sprache#Verbreitung und rechtlicher Status|deutschen Sprachraum]]: „So weit die deutsche Zunge klingt / und Gott im Himmel Lieder singt, / das soll es sein!“.&amp;lt;ref&amp;gt;Juliane Fiedler: &amp;#039;&amp;#039;Konstruktion und Fiktion der Nation: Literatur aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039;. J.B. Metzler, Stuttgart 2017, S. 18.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zuvor waren andere politische Gebilde als Vaterland (bzw. lat. &amp;#039;&amp;#039;patria&amp;#039;&amp;#039;) bezeichnet worden: In der [[Frühe Neuzeit|Frühen Neuzeit]] nannte man zunächst die eigene Stadtgemeinde, die Heimatregion, die einzelnen deutschen [[Territorialstaat]]en, in Zeiten äußerer Bedrohung und inneren Streits wie während der [[Türkenkriege]] oder im [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]] auch das ganze [[Heiliges Römisches Reich|Heilige Römische Reich]] oder die lateinische [[Christenheit]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Alexander Schmidt (Historiker, 1963)|Alexander Schmidt]]: &amp;#039;&amp;#039;Ein Vaterland ohne Patrioten? Die Krise des Reichspatriotismus im 18. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;. in: [[Georg Schmidt (Historiker)|Georg Schmidt]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die deutsche Nation im frühneuzeitlichen Europa. Politische Ordnung und kulturelle Identität?&amp;#039;&amp;#039; Oldenbourg, München 2010, ISBN 978-3-486-59740-0, S. 35–63, hier S. 37 (abgerufen über [[Verlag Walter de Gruyter|De Gruyter]] Online).&amp;lt;/ref&amp;gt; 1644 etwa hatte es Kaiser [[Friedrich III. (HRR)|Friedrich III.]] in einem [[Rundschreiben|Zirkular]] „unser geliebtes Vaterland deutscher Nation“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Reinhart Koselleck]] und [[Karl Ferdinand Werner]]: &amp;#039;&amp;#039;Volk, Nation, Nationalismus, Masse&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Otto Brunner (Historiker)|Otto Brunner]], [[Werner Conze]] und Reinhart Koselleck (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Geschichtliche Grundbegriffe]]&amp;#039;&amp;#039;. Bd. 7, Klett-Cotta, Stuttgart 1992, S. 150 und 297.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Aufklärung|Aufklärer]] hatten den Begriff in den [[Kosmopolitismus]] integriert: Die Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;Der Patriot&amp;#039;&amp;#039; definierte 1724 einen Patrioten als jemanden, der „die gantze Welt als sein Vaterland, ja als eine eintzige Stadt“ begreife.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Holger Böning]]: &amp;#039;&amp;#039;Das „Volk“ im Patriotismus der deutschen Aufklärung&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Otto Dann]], [[Miroslav Hroch]] und [[Johannes Koll]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Patriotismus und Nationsbildung am Ende des Heiligen Römischen Reiches&amp;#039;&amp;#039;. SH-Verlag, Köln 2003, S. 63–98, hier zitiert nach der [www.goethezeitportal.de/db/wiss/epoche/boening_volk.pdf online-Fassung auf goethezeitportal.de], S. 4, Zugriff am 10. Juli 2020&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1761 bezeichnete der Philosoph [[Thomas Abbt]] dagegen Preußen als sein Vaterland.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Heinrich August Winkler]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Der lange Weg nach Westen]], Bd. 1: Deutsche Geschichte vom Ende des Alten Reiches bis zum Untergang der Weimarer Republik&amp;#039;&amp;#039;. C.H. Beck, München 2000, S. 47&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1813 wurde dort das [[Landwehrkreuz]] gestiftet, dessen Devise lautete: „[[Mit Gott für König und Vaterland]]“. Auch hier war nicht, wie bei Arndt, das ganze Deutschland gemeint, sondern Preußen. Die Vorstellung, dass die [[Muttersprache]] das Vaterland schaffe und Preußen somit kein [[Nationalstaat]] sei, setzte sich in Deutschland erst mit der [[Deutsche Revolution 1848/49|Revolution von 1848]] gänzlich durch.&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Jansen mit Henning Borggräfe: &amp;#039;&amp;#039;Nation – Nationalität – Nationalismus.&amp;#039;&amp;#039; Campus, Frankfurt am Main 2007, S. 58&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Vorstellung eines gemeinsamen deutschen Vaterlandes überwölbte die von verschiedenen Vaterländern in den einzelnen Territorien, verdrängte sie aber nicht.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinhart Koselleck: &amp;#039;&amp;#039;Volk, Nation, Nationalismus, Masse.&amp;#039;&amp;#039; In: derselbe, Otto Brunner und Werner Conze (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland.&amp;#039;&amp;#039; Band 7, Klett-Cotta, Stuttgart 1992, S. 150.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Historiker [[Heinrich Luden (Historiker)|Heinrich Luden]] [[Ethnisierung|ethnisierte]] 1814 den Vaterlands-Begriff: Für ihn mussten die Grenzen des Volks und des [[Staat]]s zusammenfallen, sonst könne man nicht von einem Vaterland sprechen. Als Gegenbeispiel nannte er die, wie ihm schien, vaterlandslosen [[Juden]], die er als bemitleidenswert [[Stigmatisierung|stigmatisierte]].&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Jansen mit Henning Borggräfe: &amp;#039;&amp;#039;Nation – Nationalität – Nationalismus.&amp;#039;&amp;#039; Campus, Frankfurt am Main 2007, S. 45 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Behauptung, Juden hätten kein Vaterland, wurde im Verlauf des 19. Jahrhunderts zu der [[Verschwörungstheorie]] einer „jüdischen Internationale“ ausgebaut. Diese Bezeichnung, mit der die abwertenden Merkmale „undeutsch“, „vaterlandslos“ und „subversiv“ assoziiert wurden, fand später Eingang in die [[NS-Propaganda]].&amp;lt;ref&amp;gt;Svetlana Burmistr: &amp;#039;&amp;#039;Jüdische Internationale&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Wolfgang Benz]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch des Antisemitismus.&amp;#039;&amp;#039; Band 3: &amp;#039;&amp;#039;Begriffe, Ideologien, Theorien.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter Saur, Berlin 2008, ISBN 978-3-598-24074-4, S. 164 f. (abgerufen über [[Verlag Walter de Gruyter|De Gruyter]] Online).&amp;lt;/ref&amp;gt; Der antisemitische Publizist [[Paul de Lagarde]] schließlich hielt das Vaterland weder für eine kulturelle noch für eine politische noch für eine ethnische Angelegenheit. Er definierte es 1875 [[moral]]isch als „die Gesammtheit aller deutsch empfindenden, deutsch denkenden, deutsch wollenden Deutschen“. Es sei Pflicht jedes Einzelnen sich „für die Existenz, das Glück, die Zukunft des Vaterlandes jeden Augenblick seines Lebens persönlich verantwortlich“ zu fühlen. Ein so verstandenes Vaterland liege nachgerade „auf dem Wege zum ewigen Leben“.&amp;lt;ref&amp;gt;Ina Ulrike Paul: &amp;#039;&amp;#039;Paul Anton de Lagarde&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Uwe Puschner]], Walter Schmitz, Justus H. Ulbricht (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch zur „Völkischen Bewegung“ 1871–1918&amp;#039;&amp;#039;. Κ. G. Saur, München/New Providence/London/Paris 1996, ISBN 978-3-11-096424-0, S. 45–93, hier S. 59 (abgerufen über [[Verlag Walter de Gruyter|De Gruyter]] Online).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wann diese Aufwertung des Vaterlandes erfolgte, ist in der Forschung umstritten. Gegen die häufige These, dies sei erst während der [[Befreiungskriege]] geschehen, vertritt die Historikerin [[Ute Planert]] die Ansicht, dass bereits seit der Zeit des [[Siebenjähriger Krieg|Siebenjährigen Krieges]] 1756–1763 das Vaterland als „exklusive und homogene [[Gemeinschaft]]“ konstruiert worden sei, die den Anspruch erheben konnte, gegenüber anderen Gemeinschaften wie Religion oder Familie höherrangig zu sein und die fortan als oberste [[Legitimation (Politikwissenschaft)|Legitimationsinstanz]] galt.&amp;lt;ref&amp;gt;Ute Planert: &amp;#039;&amp;#039;Wann beginnt der „moderne“ deutsche Nationalismus? Plädoyer für eine nationale Sattelzeit&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Jörg Echternkamp]] und Oliver Müller: (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Politik der Nation. Deutscher Nationalismus in Krieg und Krisen 1760 bis 1960&amp;#039;&amp;#039;. Oldenbourg, München 2002, ISBN 3-486-56652-0, S. 25–60, das Zitat S. 51 (abgerufen über [[Walter de Gruyter (Verlag)|De Gruyter]] Online)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Französische Revolution ===&lt;br /&gt;
[[Datei:SermentLouisXVI1790.JPG|mini|Nicolas-Guy Brenet: &amp;#039;&amp;#039;[[Ludwig XVI.]] schwört Treue zur Verfassung am [[Altar des Vaterlands]].&amp;#039;&amp;#039; Gemälde um 1790]]&lt;br /&gt;
Ihren Ausgang hatte diese Aufwertung des Vaterlands im [[Französische Revolution|revolutionären Frankreich]] genommen. 1748 hatte der Aufklärer [[Charles de Secondat, Baron de Montesquieu|Charles de Montesquieu]] in seinem [[Vom Geist der Gesetze|&amp;#039;&amp;#039;Esprit des lois&amp;#039;&amp;#039;]] die Liebe zum Vaterland noch als [[Tugend]] der Selbstverleugnung allein für eine [[Republik]] beschrieben. Treibende moralpsychologische Kraft in [[Monarchie]]n sei dagegen die [[Ehre]].&amp;lt;ref&amp;gt;Alexander Schmidt: &amp;#039;&amp;#039;Ein Vaterland ohne Patrioten? Die Krise des Reichspatriotismus im 18. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;. In: Georg Schmidt (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die deutsche Nation im frühneuzeitlichen Europa. Politische Ordnung und kulturelle Identität?&amp;#039;&amp;#039; Oldenbourg, München 2010, S. 35–63, hier S. 41 (abgerufen über [[Verlag Walter de Gruyter|De Gruyter]] Online).&amp;lt;/ref&amp;gt; Noch vor deren Abschaffung wurde &amp;#039;&amp;#039;{{frS|la patrie}}&amp;#039;&amp;#039; aber bereits zentraler Anker der [[Nationale Identität|Identität]]. Seit 1789 erhob sie höhere Ansprüche an den Einzelnen als Dorfgemeinschaft, [[Ständegesellschaft|ständisches Bewusstsein]], kirchliche, regionale oder dynastische Verwurzelungen. Dies zeigt sich etwa beim [[Föderationsfest]] zum Jahrestag des [[Sturm auf die Bastille|Sturms auf die Bastille]], als [[Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord]] am 14. Juli 1790 vor Hunderttausenden Zuschauern eine [[Heilige Messe]] am [[Altar des Vaterlands]] zelebrierte und König [[Ludwig XVI.]] auf die [[Französische Verfassung (1791)|Verfassung]] schwören musste.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Albert Soboul]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Große Französische Revolution. Ein Abriß ihrer Geschichte (1789–1799)&amp;#039;&amp;#039;. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1983, S. 227.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach Ausbruch des [[Erster Koalitionskrieg|Ersten Koalitionskrieges]] verabschiedete die [[Gesetzgebende Nationalversammlung]] am 11. Juli 1792 die Erklärung &amp;#039;&amp;#039;La Patrie en danger&amp;#039;&amp;#039; („Das Vaterland ist in Gefahr“), in der sie die Bürger aufrief, sich freiwillig zu melden. 15.000 Franzosen folgten diesem Aufruf.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hans-Ulrich Thamer]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Französische Revolution&amp;#039;&amp;#039;. C.H. Beck, München 2004, S. 58.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der [[Marseillaise]], einem [[Militärmusik#Marschgesang|Kriegslied]] aus dem Jahr 1792, das 1795 zur französischen [[Nationalhymne]] erklärt wurde, werden die Franzosen als „enfants de la Patrie“ („Kinder des Vaterlandes“) angesprochen, die Liebe zu ihm wird als „heilig“ bezeichnet („amour sacré de la Patrie“). Im Prozess gegen Ludwig XVI. führte  der [[Jakobiner|jakobinische]] Politiker [[Maximilien de Robespierre]] das Vaterland als übergeordnete Begründungsinstanz ein, hinter dem alles andere, auch seine grundsätzliche Ablehnung der [[Todesstrafe]], zurückzutreten habe: «Louis doit mourir, parce qu’il faut que la patrie vive» – „Ludwig muß sterben, weil das Vaterland leben muß.“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://ihrf.univ-paris1.fr/enseignement/outils-et-materiaux-pedagogiques/textes-et-sources-sur-la-revolution-francaise/proces-du-roi-discours-de-robespierre/ &amp;#039;&amp;#039;Procès du roi – discours de Robespierre&amp;#039;&amp;#039;] auf der Website der [[Université Paris 1 Panthéon-Sorbonne]], Zugriff am 8. März 2021; zitiert bei [[Max Gallo]]: &amp;#039;&amp;#039;Robespierre&amp;#039;&amp;#039;. Klett-Cotta, Stuttgart 2007, S. 167.&amp;lt;/ref&amp;gt; Anders als in Deutschland wurde das Vaterland aber nicht kulturell oder ethnisch definiert, sondern republikanisch als [[Staatsnation]], in der die Bürger ihre gemeinsame Freiheit verteidigen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Michel Vovelle]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Marseillaise. Krieg oder Frieden.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Pierre Nora]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Erinnerungsorte Frankreichs.&amp;#039;&amp;#039; C.H. Beck, München 2005, S. 63–112.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sterben für das Vaterland ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Kriegerdenkmal in Hammerstedt 3.JPG|mini|„Mit Gott für Fürst und Vaterland“. [[Kriegerdenkmal]] für die Gefallenen beider Weltkriege in [[Hammerstedt]], [[Thüringen]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Nationalismus]], der sich im 19. Jahrhundert entfaltete, spielte das Vaterland eine zentrale Rolle. Es galt als einer der höchsten [[Wertvorstellung|Werte]] überhaupt und konnte sogar den Anspruch erheben, das eigene Leben dafür hinzugeben.&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Jansen mit Henning Borggräfe: &amp;#039;&amp;#039;Nation – Nationalität – Nationalismus.&amp;#039;&amp;#039; Campus, Frankfurt am Main 2007, S. 92–98 u. ö.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine erste Formulierung dieses Anspruchs hatte Thomas Abbt während des [[Siebenjähriger Krieg|Siebenjährigen Krieges]] mit seiner Schrift &amp;#039;&amp;#039;Vom Tode für das Vaterland&amp;#039;&amp;#039; geliefert, ja die Bereitschaft dazu als entscheidende Bedingung der Zugehörigkeit zu einem Staat bezeichnet, ob man in ihm nun geboren sei oder sich erst später dazu entschlossen hätte: „Alsdann nenne ich diesen Staat mein Vaterland“.&amp;lt;ref&amp;gt;Bernd Schönemann: &amp;#039;&amp;#039;Volk, Nation, Nationalismus, Masse&amp;#039;&amp;#039;. In: Otto Brunner, Werner Conze und Reinhart Koselleck (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Geschichtliche Grundbegriffe&amp;#039;&amp;#039;. Bd. 7, Klett-Cotta, Stuttgart 1992, S. 311 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1800 feierte [[Friedrich Hölderlin]] in einer [[Ode]] den [[Der Tod fürs Vaterland|&amp;#039;&amp;#039;Tod fürs Vaterland&amp;#039;&amp;#039;]]. Häufig wurde dieser Anspruch etwa mit einer Umdeutung der Ode &amp;#039;&amp;#039;Angustam amice&amp;#039;&amp;#039; des römischen Dichters [[Horaz]] begründet, das die berühmte Zeile enthält: [[Liste lateinischer Phrasen/D#Dulce et decorum est pro patria mori.|Dulce et decorum est pro patria mori]] (deutsch: „Süß und ehrenvoll ist es, für das Vaterland zu sterben.“) Die Militarisierung des Vaterlandsbegriffs zeigte sich auch in [[Max Schneckenburger]]s &amp;#039;&amp;#039;[[Die Wacht am Rhein]]&amp;#039;&amp;#039; von 1840: Dass das „lieb Vaterland“ des Refrains „ruhig sein“ mochte, war darin dem Militär zu danken, das Wacht hielt.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Zudeick: &amp;#039;&amp;#039;Heimat. Volk. Vaterland.: Eine Kampfansage an Rechts.&amp;#039;&amp;#039; Westend Verlag, Frankfurt am Main 2018, ISBN 978-3-86489-109-0, S. 78.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im [[Le Chant des Girondins|Gesang der Girondisten]], der während der [[Zweite Französische Republik|Zweiten Französischen Republik]] die französische [[Nationalhymne]] war, heißt es im Refrain: „Mourir pour la Patrie / C’est le sort le plus beau, le plus digne d’envie“ – „Sterben für das Vaterland ist das schönste, das beneidenswerteste Los“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Glorifizierung des Soldatentods für das Vaterland wirkte angesichts des millionenfachen Sterbens im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] nicht mehr glaubhaft: Der britische Dichter [[Wilfred Owen]], der selber 1918 fiel, bezeichnete sie in seinem [[Dulce et Decorum est (Gedicht)|&amp;#039;&amp;#039;Dulce et Decorum est&amp;#039;&amp;#039;]], einem 1917 verfassten Gedicht über einen [[Giftgas]]angriff, rundheraus als eine „alte Lüge“. Gleichwohl wurde Horaz’ Diktum auch weiterhin auf Totenfeiern und Gedenktafeln verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Joachim Dingel]]: &amp;#039;&amp;#039;Dulce et decorum est pro patria mori. Gewandelte Moral als Provokation der Philologie.&amp;#039;&amp;#039; In: Gerhard Lohse (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Aktualisierung von Antike und Epochenbewusstsein. Erstes Bruno Snell-Symposion&amp;#039;&amp;#039;. Κ. G. Saur, München/Leipzig 2003, ISBN 3-598-77807-4, S. 389–401, hier S. 391 (abgerufen über [[Walter de Gruyter (Verlag)|De Gruyter]] Online).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Portugal]] endet die [[Nationalhymne]] &amp;#039;&amp;#039;[[A Portuguesa]]&amp;#039;&amp;#039; (1890) mit den Worten: „pela Patria lutar, contra os canhões marchar, marchar!“ („fürs Vaterland kämpfen, gegen die Kanonen marschieren, marschieren!“)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Arbeiterbewegung ===&lt;br /&gt;
Aus einer anderen Perspektive kritisierten [[Karl Marx]] und [[Friedrich Engels]] die Vaterlands-Ideologie des 19. Jahrhunderts. In ihrem [[Manifest der Kommunistischen Partei]] aus dem Jahr 1848 stipulierten sie: „Die Arbeiter haben kein Vaterland“. Staaten waren für sie keine gegebenen Schicksalsgemeinschaften, sondern Instrumente einer [[Soziale Klasse|Klasse]] zur Ausbeutung einer anderen. Insofern müsse die [[Solidarität]] der Ausgebeuteten nicht ihren Ausbeutern gelten, die zufällig der eigenen Nation angehörten, sondern den anderen Ausgebeuteten, ob nun in ihrem Land oder in einem anderen.&amp;lt;ref&amp;gt;Bernd Schönemann: &amp;#039;&amp;#039;Volk, Nation, Nationalismus, Masse.&amp;#039;&amp;#039; In: Otto Brunner, Werner Conze, Reinhart Koselleck (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Geschichtliche Grundbegriffe. Historisches Lexikon zur politisch-sozialen Sprache in Deutschland.&amp;#039;&amp;#039; Band 7, Klett-Cotta, Stuttgart 1992, S. 363 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies trug dazu bei, dass die [[Sozialdemokratie|Sozialdemokraten]] im [[Deutsches Kaiserreich|deutschen Kaiserreich]] als [[vaterlandslose Gesellen]] galten.&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Jansen mit Henning Borggräfe: &amp;#039;&amp;#039;Nation – Nationalität – Nationalismus.&amp;#039;&amp;#039; Campus, Frankfurt am Main 2007, S. 67.&amp;lt;/ref&amp;gt; Um sich gegen diesen Vorwurf zu wehren, stimmte die [[Sozialdemokratische Partei Deutschlands|SPD]]-Fraktion im [[Reichstag (Deutsches Kaiserreich)|Deutschen Reichstag]] zu Beginn des Ersten Weltkriegs den [[Kriegsanleihe#Erster Weltkrieg|Kriegskrediten]] zu: „Wir lassen in der Stunde der Gefahr das Vaterland nicht im Stich“.&amp;lt;ref&amp;gt;Bernd Schönemann: &amp;#039;&amp;#039;Volk, Nation, Nationalismus, Masse&amp;#039;&amp;#039;. In: Otto Brunner, Werner Conze und Reinhart Koselleck (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Geschichtliche Grundbegriffe&amp;#039;&amp;#039;. Bd. 7, Klett-Cotta, Stuttgart 1992, S. 380.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach der [[Oktoberrevolution]] erklärte sich die [[Sowjetunion]] zum „Vaterland aller Werktätigen“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Raina Zimmering]]: &amp;#039;&amp;#039;Mythen in der Politik der DDR. Ein Beitrag zur Erforschung politischer Mythen.&amp;#039;&amp;#039; Leske + Budrich, Opladen 2000, S. 175.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nationalsozialismus ===&lt;br /&gt;
In der [[Zeit des Nationalsozialismus]] diente der Begriff dazu, [[Propaganda|propagandistisch]] den Herrschaftsanspruch der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] und ihre [[Blut-und-Boden-Ideologie]] zu untermauern. [[Bund Deutscher Mädel|BDM]]-Mädchen wurden dazu erzogen, „Dienst zu leisten an Volk und Vaterland“. Dadurch würden sie von ihrer „Ichgebundenheit […] losgelöst und dem Gesetz verpflichtet, das ihnen die Zugehörigkeit zu diesem deutschen Blut und Boden auferlegt“. Im Schulunterricht wurde den Kindern „das Gesetz von Blut und Boden“ eingeschärft, das alle [[Naturgesetz]]e umfasse und „den Einzelmenschen unzertrennlich an sein Volk und Vaterland“ binde.&amp;lt;ref&amp;gt;Cornelia Schmitz-Berning: &amp;#039;&amp;#039;Vokabular des Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; Walter de Gruyter, Berlin/New York 2007, ISBN 978-3-11-092864-8, S. 88 und 112 (abgerufen über [[Verlag Walter de Gruyter|De Gruyter]] Online).&amp;lt;/ref&amp;gt; In Wahrheit gingen die [[völkisch]]en Rassephantasien weit über die hergebrachte Vorstellung eines einigen Vaterlands hinaus. [[Adolf Hitler]] erklärte in einer seiner letzten Reden, „Vaterland“ sei „ein leerer Begriff“ geworden.&amp;lt;ref&amp;gt;Bernd Schönemann: &amp;#039;&amp;#039;Volk, Nation, Nationalismus, Masse&amp;#039;&amp;#039;. In: Otto Brunner, Werner Conze und Reinhart Koselleck (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Geschichtliche Grundbegriffe&amp;#039;&amp;#039;. Bd. 7, Klett-Cotta, Stuttgart 1992, S. 402.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nach 1945 ===&lt;br /&gt;
Nach dem Zweiten Weltkrieg spielte die Vorstellung eines Vaterlands eine geringere Rolle. Die [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] verzichtete ab 1970 auf den Anspruch, ganz Deutschland zu repräsentieren. Bei ihrer Gründung hatte Ministerpräsident [[Otto Grotewohl]] zwar noch erklärt, sich „mit der Spaltung unseres Vaterlandes“ nicht abfinden zu wollen.&amp;lt;ref&amp;gt;Bernd Schönemann: &amp;#039;&amp;#039;Volk, Nation, Nationalismus, Masse&amp;#039;&amp;#039;. In: Otto Brunner, Werner Conze und Reinhart Koselleck (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Geschichtliche Grundbegriffe&amp;#039;&amp;#039;. Bd. 7, Klett-Cotta, Stuttgart 1992, S. 426.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch in der Nationalhymne der DDR &amp;#039;&amp;#039;[[Auferstanden aus Ruinen]]&amp;#039;&amp;#039; war von „Deutschland, einig Vaterland“ die Rede gewesen. Ihr Text wurde ab 1972 aber nicht mehr gesungen. In der [[Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (bis 1990)|Bundesrepublik]] hielt man am [[Wiedervereinigungsgebot]] des Grundgesetzes fest und sang die [[deutsche Nationalhymne]], die dem „deutschen Vaterland“ eine Blüte wünscht. Doch allgemein wurde eine gewisse „vaterländische Blutleere“ beklagt: Die &amp;#039;&amp;#039;[[Frankfurter Allgemeine Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039; etwa verwies 1992 auf das jahrzehntelange „Fehlen jedes [[Patriotismus]]“, wie es sich im nüchtern-distanzierten Diktum des späteren Bundespräsidenten [[Gustav Heinemann]] zeigte, er liebe keine Staaten, er liebe seine Frau. Bei seinem Amtsantritt hatte er am 1. Juli 1969 Deutschland als „schwieriges Vaterland“ bezeichnet, aber weil man hier lebe, wolle man seinen „Beitrag für die eine Menschheit mit diesem und durch dieses unser Land leisten“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Sylvia Greiffenhagen|Sylvia]] und [[Martin Greiffenhagen]]: &amp;#039;&amp;#039;Ein schwieriges Vaterland. Zur politischen Kultur im vereinigten Deutschland.&amp;#039;&amp;#039; List, München/Leipzig 1993, S. 18 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Ausnahme machte Bundeskanzler [[Helmut Kohl]], der seine jährlichen Neujahrsansprachen mit dem Satz beendete: „Gott segne unser deutsches Vaterland!“&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Zudeick: &amp;#039;&amp;#039;Heimat. Volk. Vaterland. Eine Kampfansage an Rechts.&amp;#039;&amp;#039; Westend Verlag, Frankfurt am Main 2018, ISBN 978-3-86489-109-0, S. 69.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der deutsche Literaturwissenschaftler [[Silvio Vietta]] glaubt, die aktuell verbreitete Ablehnung Deutschlands als Vaterland, der „Negativnationalismus“, sei eine Gefahr „nicht nur für Deutschland, sondern auch für Europa“, da Deutschland deswegen eine andere [[Ausländerpolitik|Zuwanderungspolitik]] betreibe als alle anderen EU-Mitglieder.&amp;lt;ref&amp;gt;Silvio Vietta: &amp;#039;&amp;#039;Europas Werte. Geschichte – Konflikte – Perspektiven.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Karl Alber, Freiburg/München 2019, ISBN 978-3-495-49076-1, S. 346 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ganz allgemein hatten Organisationen wie die [[NATO]] und ab den 1990er Jahren die zunehmende [[Globalisierung]] die emotionale Bindung an die eigene Nation im [[Westliche Welt|Westen]] zunehmend obsolet erscheinen lassen. Einen Versuch, diesen Prozess aufzuhalten, stellte der Aufruf des französischen Staatspräsidenten [[Charles de Gaulle]] aus dem Jahr 1962 auf, ein [[Europa der Vaterländer]] zu schaffen: Die Zusammenarbeit auf dem Kontinent sollte also nicht [[supranational]] erfolgen, sondern [[Intergouvernementalismus|intergouvernemental]], ohne die [[Souveränität]]srechte der Mitgliedsstaaten anzutasten. Dieses Leitbild fand außerhalb Frankreichs wenig Anhänger.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hagen Schulze]]: &amp;#039;&amp;#039;Europa: Nation und Nationalstaat im Wandel.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Werner Weidenfeld]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Europa-Handbuch.&amp;#039;&amp;#039; Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2002, S. 41–65, hier S. 60.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute wird es von den Parteien der [[Rechtsextremismus|extremen Rechten]] propagiert.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Fabian Virchow]]: &amp;#039;&amp;#039;Gegen den Zivilismus. Internationale Beziehungen und Militär in den politischen Konzeptionen der extremen Rechten&amp;#039;&amp;#039;. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2006, S. 122 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch die [[Alternative für Deutschland]] tritt für ein Europa der Vaterländer ein.&amp;lt;ref&amp;gt;Hubert Kleinert: &amp;#039;&amp;#039;Die AfD und ihre Mitglieder. Eine Analyse mit Auswertung einer exemplarischen Mitgliederbefragung hessischer Kreisverbände.&amp;#039;&amp;#039; Springer VS, Wiesbaden 2018, S. 37.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
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== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Nationalismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Patriotismus]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>imported&gt;Phi</name></author>
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