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	<title>Vagantenstrophe - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-07T01:36:26Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Vagantenstrophe&amp;diff=480485&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Gudrun Meyer: /* Einleitung */ Korr BKL-Link</title>
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		<updated>2025-11-26T18:51:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Einleitung: &lt;/span&gt; Korr BKL-Link&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Vagantenstrophe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet man eine Gruppe eng verwandter [[Vierzeiler|vier-]] oder [[Achtzeiler|achtzeiliger]] [[Strophenform]]en, die auf ähnliche Formen in der [[mittellatein]]ischen [[Vagantendichtung]] zurückgehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgangspunkt ist die sogenannte &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Vagantenzeile&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, die dem [[Trochäus|trochäischen]] [[Septenar]] der lateinischen Vagantendichtung entspricht. Bekannt ist der Vers aus der sogenannten &amp;#039;&amp;#039;[[Vagantenbeichte]]&amp;#039;&amp;#039; des [[Archipoeta]] aus den &amp;#039;&amp;#039;[[Carmina Burana]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Carmina Burana&amp;#039;&amp;#039; [http://www.hs-augsburg.de/~harsch/Chronologia/Lspost13/CarminaBurana/bur_cpo1.html#191 191 &amp;#039;&amp;#039;Estuans intrinsecus ira vehementi&amp;#039;&amp;#039; 12,1]&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:{{Vers|Me&amp;#039;um e&amp;#039;st propo&amp;#039;situ&amp;#039;m !! i&amp;#039;n tabe&amp;#039;rna mo&amp;#039;ri}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dessen [[Metrisches Schema|metrische Gestalt]] ist&lt;br /&gt;
:{{Vers|/-/-/-/!!/-/-/-}}&lt;br /&gt;
mit [[Dihärese]] nach der vierten [[Hebung (Verslehre)|Hebung]]. Dem entspricht die Vagantenzeile als [[Langzeile]], bestehend aus einem vierhebigen [[Langzeile|Anvers]] mit [[Männliche Kadenz|männlicher]] (einsilbiger) und einem dreihebigen Abvers mit [[Weibliche Kadenz|weiblicher]] (zweisilbiger) [[Kadenz (Verslehre)|Kadenz]]. Das Versmaß kann dabei sowohl trochäisch als auch [[jambisch]] sein, also auch&lt;br /&gt;
:{{Vers|-/-/-/-/!!-/-/-/-}}&lt;br /&gt;
mit 15 statt 13 Silben.&lt;br /&gt;
Als Beispiel eine jambische Übersetzung des Archipoeta-Verses:&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;{{Vers|Als Schícksal íst mir vórbestímmt!!am Trésen zú verrécken}}&amp;#039;&amp;#039; &amp;lt;!--Übersetzung: Wolfgang Rieger--&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Brechung der Langzeile in zwei Verse und Doppelung entsteht daraus die vierzeilige Vagantenstrophe nach dem Schema {{Versmaß|4m 3w 4m 3w}}. Werden dann wie im lateinischen Vorbild nur die Abverse gereimt, so hat man als Reimschema {{Reim|xaxa}}, werden außerdem auch die Anverse gereimt, so ergibt sich ein [[Kreuzreim]] {{Reim|abab}}.&lt;br /&gt;
Als Beispiel eine Strophe von [[Heinrich Heine|Heine]]&amp;lt;ref&amp;gt;Heinrich Heine: &amp;#039;&amp;#039;Werke und Briefe in zehn Bänden.&amp;#039;&amp;#039; Band 1. 2. Aufl. Berlin und Weimar 1972, S. 217–218, [http://www.zeno.org/nid/2000502353X online].&amp;lt;/ref&amp;gt; (trochäisch mit nicht ganz reinem Kreuzreim&amp;lt;ref&amp;gt;Nr. 4.31 in Frank: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Strophenformen&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;):&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em;font-style:italic;&amp;quot;&amp;gt;Leise zieht durch mein Gemüt&lt;br /&gt;
Liebliches Geläute.&lt;br /&gt;
Klinge, kleines Frühlingslied.&lt;br /&gt;
Kling hinaus ins Weite.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das metrische Schema ist hier:&lt;br /&gt;
{{Vers|:/-/-/-/&lt;br /&gt;
:/-/-/-&lt;br /&gt;
:/-/-/-/&lt;br /&gt;
:/-/-/-}}&lt;br /&gt;
Durch eine weitere Verdoppelung wird die Vagantenstrophe zum [[Achtzeiler]] mit Reimschema {{Reim|ababcdcd}} oder {{Reim|xaxaxbxb}}, zum Beispiel im &amp;#039;&amp;#039;Tischlied&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Johann Wolfgang von Goethe: &amp;#039;&amp;#039;Berliner Ausgabe. Poetische Werke.&amp;#039;&amp;#039; Band 1, Berlin 1960&amp;amp;nbsp;ff., S. 85, [http://www.zeno.org/nid/20004839838 online].&amp;lt;/ref&amp;gt; von [[Johann Wolfgang Goethe|Goethe]] (trochäisch, Reimschema {{Reim|xaxaxaxa}}&amp;lt;ref&amp;gt;Nr. 8.13 in Frank: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Strophenformen&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;), hier die erste Strophe:&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em;font-style:italic;&amp;quot;&amp;gt;Mich ergreift, ich weiß nicht wie,&lt;br /&gt;
Himmlisches Behagen.&lt;br /&gt;
Will mich&amp;#039;s etwa gar hinauf&lt;br /&gt;
Zu den Sternen tragen?&lt;br /&gt;
Doch ich bleibe lieber hier,&lt;br /&gt;
Kann ich redlich sagen,&lt;br /&gt;
Beim Gesang und Glase Wein&lt;br /&gt;
Auf den Tisch zu schlagen.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jede der vier aus Kombination jambisch bzw. trochäisch und Vier- bzw. Achtzeiler sich ergebenden Kombinationen war in der deutschen Dichtung zur einen oder anderen Zeit beliebt.&lt;br /&gt;
Besonders beliebt aber war der jambische Vierzeiler&amp;lt;ref&amp;gt;Nr. 4. 36 in Frank: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Strophenformen&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;, der bereits bei [[Hugo von Montfort]] oder in der Ballade vom Ritter [[Tannhauser]]&amp;lt;ref&amp;gt;[[Deutscher Liederhort]] [[s:Seite:Deutscher Liederhort (Erk) 086.jpg|Nr. 27a]]&amp;lt;/ref&amp;gt; erscheint. Im Barock finden sich zahlreiche Beispiele geistlicher Lieder mit dieser Strophenform, so in epochenbedingt gesetzter Stimmung bei [[Johann Michael Dilherr]]&amp;lt;ref&amp;gt;Johann Porst (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Geistliche und liebliche Lieder&amp;#039;&amp;#039;. Verb. und verm. Ausgabe. Jonas, Berlin 1868, [http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb10592254_00969.html Liednummer 746, S. 927&amp;amp;nbsp;f.]&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em;font-style:italic;&amp;quot;&amp;gt;Gehab dich wohl, du schnöde Welt&lt;br /&gt;
Mit deinen Specereien,&lt;br /&gt;
Lust, Ehre, Reichtum, Gut und Geld,&lt;br /&gt;
So du pflegst auszustreuen.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oder in [[Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau|Hoffmannswaldaus]] &amp;#039;&amp;#039;Abendlied&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Hoffmannswaldau: &amp;#039;&amp;#039;Abendlied&amp;#039;&amp;#039;. v. 1–4. In: &amp;#039;&amp;#039;Auserlesene Gedichte von Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau, …&amp;#039;&amp;#039; Leipzig 1838, S. 70, [http://www.zeno.org/nid/20005086272 online].&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em;font-style:italic;&amp;quot;&amp;gt;Der schwarze Flügel trüber Nacht&lt;br /&gt;
Will Alles überdecken;&lt;br /&gt;
Doch dies, was Gottes Finger macht,&lt;br /&gt;
Bringt mir geringen Schrecken.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Kunstdichtung findet sich diese Strophe häufiger aber erst ab dem Ausgang des 18. Jahrhunderts und wird im 19. Jahrhundert bei den Romantikern wegen ihrer Nähe zum Volksliedton zu einer der meistverwendeten Strophen.&amp;lt;ref&amp;gt;Rang 4 der Häufigkeit insgesamt nach Frank: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Strophenformen.&amp;#039;&amp;#039; S. 752&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Beispiel von [[Matthias Claudius]] (&amp;#039;&amp;#039;[[Der Winter ist ein rechter Mann|Ein Lied, hinterm Ofen zu singen]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Matthias Claudius: &amp;#039;&amp;#039;Werke in einem Band.&amp;#039;&amp;#039; München 1976, S. 235, [http://www.zeno.org/nid/20004657039 online].&amp;lt;/ref&amp;gt;):&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em;font-style:italic;&amp;quot;&amp;gt;Der Winter ist ein rechter Mann,&lt;br /&gt;
Kernfest und auf die Dauer;&lt;br /&gt;
Sein Fleisch fühlt sich wie Eisen an,&lt;br /&gt;
Und scheut nicht Süß noch Sauer.&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
So wie die formal sehr ähnliche [[Chevy-Chase-Strophe]] (diese hat durchgängig männliche Kadenz, ist also gegenüber der Vagantenstrophe im zweiten und vierten Vers um eine Silbe verkürzt) wurde sie auch gerne für [[Ballade (Gedicht)|Balladen]] verwendet, so zum Beispiel von [[Theodor Fontane|Fontane]] in seiner Ballade &amp;#039;&amp;#039;Chevy-Chase oder die Jagd im Chevy-Forst&amp;#039;&amp;#039;,&amp;lt;ref&amp;gt;Theodor Fontane: &amp;#039;&amp;#039;Sämtliche Werke.&amp;#039;&amp;#039; Band 20 von 25, München 1959&amp;amp;nbsp;ff., S. 306–312, [http://www.zeno.org/nid/20004771311 online].&amp;lt;/ref&amp;gt; wobei er sich nicht ganz an die vom Titel her eigentlich naheliegende Strophenform hält:&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em;font-style:italic;&amp;quot;&amp;gt;Gott schütz&amp;#039; den König, unsren Herrn,&lt;br /&gt;
Und unser aller Leben;&lt;br /&gt;
Im Chevy-Walde hat sich einst&lt;br /&gt;
Wehvolle Jagd begeben.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abschließend als Beispiel aus dem 20. Jahrhundert noch die Anfangsstrophen von [[Erich Kästner]]s &amp;#039;&amp;#039;Das Gemurmel eines Kellners&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em;font-style:italic;&amp;quot;&amp;gt;Kennst du den Kerl? Du kennst ihn auch?&lt;br /&gt;
Hier sieht man feine Gäste!&lt;br /&gt;
Ich habe eine Wut im Bauch,&lt;br /&gt;
die paßt nicht in die Weste …&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst will der Kerl dort dünnen Tee.&lt;br /&gt;
Dann will er wieder stärkern.&lt;br /&gt;
Der Junge setzt sich ins Café,&lt;br /&gt;
um Kellner totzuärgern!&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Alfred Behrmann]]: Einführung in den neueren deutschen Vers. Von Luther bis zur Gegenwart. Metzler, Stuttgart 1990.&lt;br /&gt;
* [[Horst Joachim Frank]]: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der deutschen Strophenformen.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. Francke, Tübingen &amp;amp; Basel 1993, ISBN 3-7720-2221-9, S.&amp;amp;nbsp;133–136 (Nr. 4.31), 148–154 (Nr. 4.36), 590–592 (Nr. 8.13), 597–600 (Nr. 8.15).&lt;br /&gt;
* Otto Knörrich: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon lyrischer Formen&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;[[Kröners Taschenausgabe]].&amp;#039;&amp;#039; Band 479). 2., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-47902-8, S.&amp;amp;nbsp;245&amp;amp;nbsp;f.&lt;br /&gt;
* [[Karl Langosch]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Vagantendichtung. Lateinisch und deutsch.&amp;#039;&amp;#039; 2. Aufl. Dieterich, Leipzig 1984 (= Sammlung Dieterich 316).&lt;br /&gt;
* [[Gero von Wilpert]]: &amp;#039;&amp;#039;Sachwörterbuch der Literatur.&amp;#039;&amp;#039; 8. Auflage. Kröner, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-520-84601-3, S.&amp;amp;nbsp;869.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Strophe]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Gudrun Meyer</name></author>
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