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	<title>Vaganten - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Vaganten&amp;diff=575687&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Eistreter am 16. März 2025 um 18:19 Uhr</title>
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		<updated>2025-03-16T18:19:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Die Gartenlaube (1879) b 645.jpg|miniatur|hochkant=1.25|Fahrende Schüler in der Vorstellung des 19. Jahrhunderts.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Vaganten&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{laS|&amp;#039;&amp;#039;vagari&amp;#039;&amp;#039;}}, ‚umherstreifen‘, ‚ziellos unterwegs sein‘, daher &amp;#039;&amp;#039;clericus vagans&amp;#039;&amp;#039; „umherziehender Geistlicher“, Plural &amp;#039;&amp;#039;clerici vagantes&amp;#039;&amp;#039;) oder auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Goliarden&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (aus dem Französischen, [[Etymologie]] unklar, hierzu siehe unten), deutsch „fahrende Schüler“ oder „fahrende [[Scholar]]en“, werden umherziehende [[Kleriker]] auf der Suche nach einem geistlichen oder weltlichen Amt, Studenten und allgemein gelehrte [[Bohème]] des 12. und 13. Jahrhunderts bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Forschung nahm lange an, dass aus dem Milieu dieses umherziehenden Gelehrtenvolks die sogenannte [[Vagantendichtung]] (auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Goliardendichtung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; genannt) entstammt, lateinische weltliche Lyrik und Spruchdichtung, die sich durch volksnahe Themen und Ton von der gleichzeitigen höfischen Dichtung abgrenzt. Dieser Ansatz gilt jedoch als überholt, da die Verfasser der Vagantendichtung oft als Kleriker identifiziert werden können, die fest in die Kirchenhierarchie integriert waren und häufig als Lehrer im [[Diözesanpriester|Säkularklerus]] arbeiteten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Marian Weiß |url=https://d-nb.info/1162443219/34 |titel=Die mittellateinische Goliardendichtung und ihr historischer Kontext : Komik im Kosmos der Kathedralschulen Nordfrankreichs |werk= |hrsg= |datum=2018 |seiten=197–215 |zugriff=2018-07-16 |sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass zwischen den Vaganten und [[Fahrendes Volk|fahrendem Volk]] teilweise kein großer Unterschied gemacht wurde, mag einerseits von tatsächlich vorhandener Armut und sicher auch einiger Zuchtlosigkeit in den Randbereichen der mittelalterlichen Gelehrtenwelt herrühren, andererseits jedoch auch daher, dass sich der Begriff &amp;#039;&amp;#039;clerici vagantes&amp;#039;&amp;#039; auf einen Missstand in der Kirche des 5. und 6. Jahrhunderts bezog, gegen den sich schon Verordnungen des [[Konzil von Chalcedon|Konzils von Chalcedon]] richteten: Zu jener Zeit konnte sich im Prinzip jeder, der wollte, als Mönch bezeichnen und hatte als solcher Anspruch auf die zumindest zeitweilige Gastfreundschaft eines Klosters. Die Folge war, dass die Zahl selbsternannter Mönche, die vor allem im oströmischen Reich von Kloster zu Kloster zogen, zu einem echten Problem wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Herkunft der Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Goliard&amp;#039;&amp;#039; (lat. &amp;#039;&amp;#039;Goliardus&amp;#039;&amp;#039;) ist unklar. Vorgeschlagen wurde eine Ableitung von &amp;#039;&amp;#039;gula&amp;#039;&amp;#039; (lat. „Völlerei“), vom französischen &amp;#039;&amp;#039;gaillard&amp;#039;&amp;#039; („fröhlicher Mann“) oder von &amp;#039;&amp;#039;Golias&amp;#039;&amp;#039;, der lateinischen Form des Namens des biblischen Riesen [[Goliat]]h. Die Figur des Goliath war im Mittelalter zunächst einmal eine Verkörperung des Bösen – als solche wurde sie auch von [[Bernhard von Clairvaux]] gebraucht, der in einem Brief den Gelehrten [[Peter Abaelard]] mit Goliath verglich. Da enge Verbindungen zwischen dem Kreis um Abaelard und einigen bekannten Vagantendichtern belegt sind, wurde die Namensherleitung auf diesen Vergleich gestützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einen den Mönchsorden nachgebildeten &amp;#039;&amp;#039;Ordo Vagorum&amp;#039;&amp;#039; („Vagantenorden“), wie er in den [[Carmina Burana]] erwähnt wird,&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.hs-augsburg.de/~harsch/Chronologia/Lspost13/CarminaBurana/bur_cpo2.html#219 &amp;#039;&amp;#039;Carmina Burana&amp;#039;&amp;#039; 219]&amp;lt;/ref&amp;gt; dem dann vielleicht noch ein &amp;#039;&amp;#039;Bischof Golias&amp;#039;&amp;#039; vorgesessen hätte, hat es wohl nur in literarischer Form gegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Wandervogel]]-Bewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die Wander- und Gruppenführer &amp;#039;&amp;#039;Bachanten&amp;#039;&amp;#039; &amp;lt;!-- sic! --&amp;gt; oder in Süddeutschland meist &amp;#039;&amp;#039;Pachanten&amp;#039;&amp;#039; genannt. Die Bezeichnung geht auf [[Karl Fischer (Wandervogel)|Karl Fischer]] zurück, der die Neulinge immer wieder darauf hinwies, dass dies nichts mit [[Bacchus]] und [[Bacchant]]en zu tun habe, sondern von den mittelalterlichen Vaganten abgeleitet sei.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Helwig: &amp;#039;&amp;#039;Die Blaue Blume des Wandervogels.&amp;#039;&amp;#039; Heidenheim an der Brenz 1980, S. 32f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Italien und der italienischen Schweiz gibt es seit dem 19. Jahrhundert &amp;#039;&amp;#039;[[Goliardischer Orden|Goliardische Orden]]&amp;#039;&amp;#039; genannte studentische Fest- und Karnevalsgesellschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Goliathhaus]] in [[Regensburg]] wurde vermutlich nach den Goliarden benannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Ludwig Laistner]]: &amp;#039;&amp;#039;„Golias“. Lieder der Vaganten.&amp;#039;&amp;#039; Herausgegeben von Eberhard Brost, Lambert Schneider, Berlin o.&amp;amp;nbsp;J. (1939)&lt;br /&gt;
* Heinrich Naumann: &amp;#039;&amp;#039;Gab es eine Vaganten-Dichtung?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Der altsprachliche Unterricht&amp;#039;&amp;#039; 12 (1969), H. 4, S. 69–105.&lt;br /&gt;
* {{PEPP|J. Pucci|Goliardic Verse|574|}}&lt;br /&gt;
* Hans Steinger: &amp;#039;&amp;#039;Fahrende Dichter im deutschen Mittelalter.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte&amp;#039;&amp;#039; 8 (1930), S. 61–81.&lt;br /&gt;
* [[Helen Waddell]]: &amp;#039;&amp;#039;The wandering scholars.&amp;#039;&amp;#039; Constable, London 1927.&lt;br /&gt;
* Marian Weiß: Die mittellateinische Goliardendichtung und ihr historischer Kontext : Komik im Kosmos der Kathedralschulen Nordfrankreichs, Gießen 2018 (Open Access unter: https://d-nb.info/1162443219/34 ).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4157908-2|LCCN=sh/85/55820}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Organisation (Mittelalter)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Studentengeschichte (Mittelalter)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Eistreter</name></author>
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