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	<title>Urtext - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-05T21:03:57Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Urtext&amp;diff=276145&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2025-36478-1 am 28. September 2025 um 15:31 Uhr</title>
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		<updated>2025-09-28T15:31:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Urtext&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet man die Urfassung eines Textes&amp;lt;ref name=&amp;quot;Duden_Urtext&amp;quot;&amp;gt;Duden online: [https://www.duden.de/rechtschreibung/Urtext &amp;#039;&amp;#039;Urtext&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; oder eines größeren [[Werk (Literatur)|Werkes]], insbesondere aus der [[Antike]] oder den frühen [[Hochkultur (Geschichtswissenschaft)|Hochkulturen]]. Im Zusammenhang mit [[Übersetzung (Linguistik)|Übersetzungen]] bezeichnet &amp;#039;&amp;#039;Urtext&amp;#039;&amp;#039; den Wortlaut in der Ausgangssprache.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Duden_Urtext&amp;quot; /&amp;gt; Bei der [[Edition]] musikalischer Werke ist die Frage nach dem Urtext von zentraler Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bezeichnungen &amp;#039;&amp;#039;Urtext&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[wikt:Original|Original]]&amp;#039;&amp;#039; werden von den meisten Textwissenschaften heute gemieden und durch präzisere Begriffe wie &amp;#039;&amp;#039;[[Autograph]]&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Archetyp&amp;#039;&amp;#039; ersetzt. Mit &amp;#039;&amp;#039;Archetyp&amp;#039;&amp;#039; wird in der [[Editionswissenschaft]] die ursprünglichste, mit Hilfe der [[Textkritik#Stemmatologische Methode|stemmatologischen Methode]] rekonstruierbare Textstufe bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Belege fehlen}}&lt;br /&gt;
== Urfassung literarischer Werke und religiöser Schriften ==&lt;br /&gt;
Vom Urheber selbst angefertigte oder kontrollierte Niederschriften ([[Manuskript]]e, Autographen) sind aus früheren Jahrhunderten nur selten erhalten. Die Rekonstruktion von ursprünglicheren [[Fassung (Literatur)|Fassungen]] aus späteren [[Abschrift]]en ist Aufgabe der [[Textkritik]]. Von der Vorstellung [[Autorisierung|autorisierter]], [[Authentizität|authentischer]] Urtexte für frühe Kulturepochen hat man sich verabschieden müssen. Vor der Entwicklung des modernen Autorbegriffs wurden keine Texte produziert, die als unveränderliche, fertige Werke galten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Forschung nach Urtexten hat sich historisch zuerst bei [[Bildungskanon|kulturell kanonischen]] Texten ([[Homer]], [[Alexandrinische Schule]]) und den kultisch sanktionierten Schriften der großen [[Buchreligion]]en (zum Beispiel [[masoretischer Text]] des [[Tanach]]) entwickelt. Sie ist bis heute bei [[Religion|religiösen]] Schriften wichtig, weil besonders hier die Vorstellung von göttlicher [[Offenbarung]] und der unangreifbaren Einsetzung von Glaubenslehren und religiösen Geboten sich in der Vorstellung von „echten“ Texten konkretisiert. Aus der „Richtigkeit“ und „Authentizität“ von Texten und Textfassungen leiten sich für Glaubensgemeinschaften manche Konsequenzen für den Glauben oder für historische Querverbindungen ab (siehe zum Beispiel [[Lukanisches Datum]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Islam]] herrscht die Vorstellung vor, dass der [[Koran]] das unverändliche [[Wort Gottes]] sei, das dem Propheten [[Mohammed]] vom [[Erzengel Gabriel]] wörtlich diktiert wurde. Die meisten Korangelehrten lehnen daher die Anwendung [[Historisch-kritische Methode (Geschichtswissenschaft)|historisch-kritischer Methoden]] auf den Korantext ab. Die Frage nach einem Urtext des Korans ist für gläubige Muslime unverständlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei profanen Texten der Frühzeit ([[Geschichtsschreibung]], [[Dichtung]]) haben sich im Laufe des 20. Jahrhunderts neue Modelle herausgebildet (zum Beispiel [[New Philology]]), die nicht mehr von einem verbindlichen Original ausgehen, sondern nach der jeweiligen Funktion der verschiedenen Textfassungen fragen. Am Beispiel der [[Goetheforschung]] hat sich gezeigt, dass bei umfangreichen Werken für kritische Gesamtausgaben große Probleme zu bewältigen sind.&amp;lt;ref&amp;gt;John R. Williams: &amp;#039;&amp;#039;Goethe the Poet.&amp;#039;&amp;#039; In: Lesley Sharpe (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Cambridge Companion to Goethe.&amp;#039;&amp;#039; Cambridge University Press, Cambridge 2002&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Problem bei Übersetzungen ==&lt;br /&gt;
Mit „die [[Bibel]] im Urtext lesen“ ist zumeist gemeint: das [[Altes Testament|Alte Testament]] in hebräischer Sprache lesen, das [[Neues Testament|Neue Testament]] in griechischer Sprache lesen. Davon zu unterscheiden ist die Suche nach einem „Urtext“ der biblischen Bücher im Sinne einer zu rekonstruierenden originalen, ersten Textfassung (vgl. [[#Urfassung literarischer Werke und religiöser Schriften|voriger Abschnitt]]). Irrtümlich wird manchmal der lateinische Text der Bibel als „Urtext“ bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der [[Übersetzung (Linguistik)|Übersetzung]] von Werken aus frühen Kulturen in heutige Sprachen ist eine Kooperation zwischen [[Kulturgeschichte|kulturgeschichtlichen]] Fächern (zum Beispiel Archäologie) und den [[Sprachwissenschaft|Sprachforschern]] unerlässlich für eine sinngemäße Übertragung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Urtext bei musikalischen Werken ==&lt;br /&gt;
In Bezug auf [[Musikalisches Werk|Musikwerke]] wird der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Urtext&amp;#039;&amp;#039; für Ausgaben verwendet, die nach wissenschaftlichem Vergleich der Quellen (zum Beispiel [[Autograph]]en) erstellt werden und versuchen, der Intention des Komponisten möglichst nahezukommen. Ob eine [[Textkritik|textkritische]] oder gar spielpraktische Bearbeitung des [[Notation (Musik)|Notentextes]] stattgefunden hat, geht aus der Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Urtext&amp;#039;&amp;#039; nicht hervor. Oft suggeriert der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Urtext&amp;#039;&amp;#039;, dass es eine bestimmte erste Fassung des Musikwerkes gebe, die detailgenau erschlossen worden sei. Aus kommerziellen Gründen wird heute manchmal die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Urtext&amp;#039;&amp;#039; auch dann verwendet, wenn die Kriterien hierfür nicht erfüllt sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist in vielen Fällen schwer oder unmöglich, editorische Entscheidungen allgemeingültig zu treffen: Ist der [[Erstausgabe|Erstdruck]] glaubwürdiger als das Autograph? Hat der Verleger den Notentext korrumpiert? Ist der Druck eine zwar überarbeitete, aber vom Komponisten autorisierte Fassung? Schon bei solchen allgemeinen Fragen kann es zu unterschiedlichen Beurteilungen kommen, auch wenn Hintergrundinformationen zum Entstehungsprozess des Werkes sorgfältig berücksichtigt wurden. Weitere Zweifel ergeben sich bei den Details des Notentextes. Für den Begriff &amp;#039;&amp;#039;kritische Edition&amp;#039;&amp;#039; spricht in diesem Zusammenhang, dass er auf das wissenschaftliche Verfahren und auf die Notwendigkeit editorischer Entscheidungen hinweist. Gleichwohl hat sich der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Urtext&amp;#039;&amp;#039; etabliert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es liegt auf der Hand, dass der kritische editorische Prozess der Dokumentation bedarf. Hierzu gehören die lückenlose Darstellung der Entscheidungen und Verfahrensweisen. Einige Verlage, die die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Urtext&amp;#039;&amp;#039; für ihre Ausgaben verwenden, wie der [[G. Henle Verlag]], [[Breitkopf &amp;amp; Härtel]], die [[Universal Edition]], der [[Bärenreiter-Verlag]] oder die [[Edition Peters]], geben Rechenschaft über die editorischen Entscheidungen und die verwendeten Quellen. Oft wird der kritische Apparat in Einzelausgaben weggelassen und auf die entsprechende Gesamtausgabe oder Internetangebote des Verlages hingewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Urtext}}&lt;br /&gt;
* [[Bibelübersetzung]], [[Koranübersetzung]]&lt;br /&gt;
* [[Geschichte des Korantextes]]&lt;br /&gt;
* [[Historisch-kritische Methode (Geschichtswissenschaft)]], [[Historisch-kritische Methode (Theologie)]]&lt;br /&gt;
* [[Konjektur]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv|url=http://www.henle.de/de/startseite/urtext-ein-historischer-ueberblick.html|wayback=20151014053804|text=Ausführlicher Aufsatz zum Begriff des musikalischen Urtexts und zur Editionsgeschichte seit dem 19. Jahrhundert von Dr. Wolf-Dieter Seiffert, Musikwissenschaftler und Leiter des Musikverlags G. Henle, München}}&lt;br /&gt;
* [https://christiankoehn.de/?p=379 „Zur Bedeutung von Urtextausgaben“, Ursprung und Geschichte, Was ist Urtext? Die Verwendung von Urtextausgaben, Artikel von Christian Köhn]&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv|url=http://www.wiener-urtext.com/urtext_und_interpretation.pdf|wayback=20140101100040|text=Website der &amp;#039;&amp;#039;Wiener Urtext Edition&amp;#039;&amp;#039;: Darstellung der editorischen Grundsätze des Verlags. Der Artikel »Urtext und Interpretation« des ehemaligen Cheflektors Reinhold Kubik steht kostenfrei zum Herunterladen zur Verfügung.}} (PDF; 4&amp;amp;nbsp;MB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4476594-0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichtsschreibung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historisches Dokument]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Editionsphilologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musikalisches Werk|!]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verlagswesen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>~2025-36478-1</name></author>
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