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	<title>Ursula Lehr - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ursula_Lehr&amp;diff=39798&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Alfred Kiefer: Erstes Bild etwas größer</title>
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		<updated>2026-03-02T09:49:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Erstes Bild etwas größer&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Ursula-Lehr-2008.JPG|mini|hochkant=0.9|Ursula Lehr (2008)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ursula Maria Lehr,&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; geborene &amp;#039;&amp;#039;Leipold&amp;#039;&amp;#039; (* [[5. Juni]] [[1930]] in [[Frankfurt am Main]]; † [[25. April]] [[2022]] in [[Bonn]]), war eine deutsche [[Psychologie|Psychologin]] und [[Politikerin]]. Sie wirkte ab 1972 als ordentliche Professor für Pädagogik und pädagogische Psychologie an der Universität Köln, ab 1975 als Professorin für Psychologie an der Universität Bonn und erhielt 1986 den Lehrstuhl für [[Gerontologie]] an der Universität Heidelberg. Als [[Christlich Demokratische Union Deutschlands|CDU]]-Politikerin war sie von 1988 bis 1991 [[Bundesminister (Deutschland)|Bundesministerin]] für [[Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend|Jugend, Familie, Frauen]] [[Bundesministerium für Gesundheit (Deutschland)|und Gesundheit]]. Von 2009 bis 2015 war sie Vorsitzende der [[Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen]] (BAGSO). Danach übernahm sie von 2015 bis 2018 den stellvertretenden Vorsitz; ab 2018 war sie dort Ehrenvorsitzende.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausbildung ==&lt;br /&gt;
Nach dem [[Abitur]] 1949 in Offenbach absolvierte die als Tochter von Gertrud Leipold, geborener Jendorff, und des Bankkaufmanns Josef Georg Leipold in Frankfurt geborene Ursula Leipold ein Studium der Psychologie, [[Philosophie]], [[Germanistik]] und der [[Kunstgeschichte]] an den Universitäten [[Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main|Frankfurt am Main]] und [[Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn|Bonn]]. Sie war katholisch und heiratete 1950 Helmut Lehr. Aus der Ehe gingen die Kinder Volker und der spätere Rechtsanwalt [[Gernot Lehr]] hervor. Ihr Studium beendete Ursula Lehr 1955 als [[Diplom]]-Psychologin. 1954 erfolgte in Bonn ihre [[Promotion (Doktor)|Promotion]] zum Dr. phil. bei [[Hans Thomae]] mit der Arbeit &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur Psychologie der Periodik im kindlichen Verhalten&amp;#039;&amp;#039;. Sie war dann als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Psychologischen Institut der Universität Bonn tätig. Dort habilitierte sie sich 1968 mit der Arbeit &amp;#039;&amp;#039;Berufs- und Lebensschicksal – die Berufstätigkeit der Frau aus entwicklungs- und sozialpsychologischer Sicht&amp;#039;&amp;#039;. 1969 erfolgte ihre Ernennung zur [[Außerplanmäßiger Professor|außerplanmäßigen Professorin]]. In Bonn war sie zudem als wissenschaftlicher Abteilungsvorstand (Entwicklungspsychologie) und Direktorin des Psychologischen Instituts der Universität tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lehre und Forschung ==&lt;br /&gt;
=== Professorin in Köln, Bonn und Heidelberg ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 1971 wurde sie als ordentliche Professorin auf den Lehrstuhl für [[Pädagogik]] und pädagogische Psychologie an der [[Universität zu Köln]] berufen, wo sie ab 1972 auch Direktorin des Pädagogischen Seminars war. Von 1973 bis 1976 und ab 1980 war sie Vizepräsidentin der deutschen Gesellschaft für Gerontologie. 1975 folgte sie dem Ruf der Universität Bonn als [[Lehrstuhl|Ordinaria]] für Psychologie. Im Jahr 1976 wurde sie korrespondierendes Mitglied der Schweizerischen Gesellschaft für Gerontologie. 1986 nahm sie den Ruf der [[Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg|Universität Heidelberg]] auf den ersten deutschen Lehrstuhl für Gerontologie, der wissenschaftlichen [[Altern]]skunde, an. Einer ihrer ersten Mitarbeiter war [[Andreas Kruse]], der Lehrs Nachfolger in Heidelberg wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit [[Ingeborg Falck]] war sie Herausgeberin der &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für Gerontologie.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende 1998 wurde Lehr als Professorin der Universität Heidelberg [[Emeritierung|emeritiert]]. Von 1997 bis 1999 war Lehr Präsidentin der [[Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie|Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie]]. Lehr galt als „Gerontologin der ersten Stunde“ und als Impulsgeberin für zwei Generationen deutscher Hochschullehrer auf diesem Gebiet. Sie war auch international für und in der Gerontologie tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Forschungen zu berufstätigen Frauen und zur Altenpflege ===&lt;br /&gt;
Ihre ersten Forschungsthemen in den 1960er Jahren waren die Lebenssituation berufstätiger Frauen und die Leistungsfähigkeit älterer Arbeitnehmer. Lehr wies nach, dass [[Anspannung (Psychologie)|psychische Spannungen]] in der Lebensmitte weniger körperlich bedingt sind ([[Klimakterium]]), sondern mehr mit [[Rollenkonflikt]]en in der Familie und der Tochterrolle gegenüber den alternden Eltern verbunden sind (vor allem Unterstützung in Notlagen sowie Hilfe und Pflege). Erst viele Jahre später nahmen Regierungen und die Öffentlichkeit wahr, welche physischen und [[Belastung (Psychologie)|psychischen Belastungen]] die innerfamiliäre [[Altenpflege]] verursacht, so dass die Politik nach dem [[Pflegeversicherungsgesetz]] von 1995 über weitere Hilfestellungen nachdenkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Kontext der [[Familienpsychologie]] befasste Lehr sich ferner mit den Entwicklungschancen für Mutter und Kind, die aus gelungener Berufstätigkeit der Frau erwachsen, sowie mit den gegenseitigen Anregungen zwischen Vater und Kind. Ihre Forschungen zur [[Entwicklungspsychologie]] bestätigten den Wert einer gemeinsamen Verantwortung des Elternpaares für die Kindererziehung und das [[Tagesmutter]]-Modell.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Leistungsfähigkeit im Älterwerden ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Ursula Lehr.jpg|mini|hochkant|Ursula Lehr (2019)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den zweiten Schwerpunkt ihrer Forschungstätigkeit bildete die berufliche Leistungsfähigkeit älterer Arbeitnehmer. Schon in den 60er Jahren konnte sie die Vorteile nachweisen, die eine nach &amp;#039;&amp;#039;beiden Seiten [[flexible Altersgrenze]]&amp;#039;&amp;#039; bietet. Die berufliche Leistungsfähigkeit Älterer ist zwar mit jener der jüngeren Arbeitnehmer vergleichbar, sie sind jedoch oft [[Diskriminierung]]en im Betrieb ausgesetzt. Diese sind Ausdruck eines negativen [[Altersbild]]es sowie einer jugend-zentrierten Beschäftigungspolitik. Im Kontext dieser Forschungsprojekte stehen auch Beiträge zur Vorbereitung auf die Pensionierung sowie zur kreativen Gestaltung der nachberuflichen Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursula Lehr und [[Hans Thomae]] (Bonn) initiierten die erste deutsche [[Längsschnittstudie]] zum späten Erwachsenenalter, seiner psychischen [[Entwicklungsprozess]]e und der Wechselwirkung mit körperlichen und sozialen Veränderungen (&amp;#039;&amp;#039;[[Bonner Gerontologische Längsschnittstudie]]&amp;#039;&amp;#039;, BOLSA). Die Studie lief von 1965 bis 1987 und verwirklichte erstmals in der BRD einen [[interdisziplinär]]en Ansatz der gerontologischen Forschung. Ihr zentraler Befund war der Nachweis großer Unterschiede zwischen gleichaltrigen Senioren in der Form ihres Alterns und ihrer Alternsprozesse, was sich in weiteren empirischen Untersuchungen bestätigte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lehr definiert die Entwicklung im Alter als einen Prozess, beeinflusst von biologischen, sozialen, ökologischen und persönlichkeitsspezifischen Faktoren („interindividuelle Unterschiede in den intraindividuellen Alternsformen“). Der wesentliche Schluss daraus ist die &amp;#039;&amp;#039;selbstverantwortliche Gestaltung des Alterns&amp;#039;&amp;#039;. Als weiterführendes Forschungsthema ergab sich die Frage, inwieweit man Entwicklungsprozesse im Alter durch spezifische Formen der [[Intervention (Medizin)|Intervention]] fördern kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gründung zweier Forschungszentren ===&lt;br /&gt;
Um diese Aspekte, die persönlich und gesellschaftlich immer drängender werden, umfassender erforschen zu können, gründete Lehr im Zuge ihrer [[Berufung (Amt)|Berufung]] an die Universität Heidelberg im Jahr 1986 im Auftrag der Landesregierung von [[Baden-Württemberg]] das [[Institut für Gerontologie]] und begann mit der Einrichtung des [[Postgraduales Studium|Aufbaustudiums]] der Gerontologie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Institut für Gerontologie konnte unter ihr rasch ein eindeutiges Forschungsprofil entwickeln und konzentrierte sich auf [[Ontogenese|Entwicklungsprozesse]] im Alter, die Bewältigung seiner Anforderungen und Belastungen und sein [[Rollenbild]] („Altersbild“). Neben der Förderung von Alltags- und [[kognitiv]]er [[Kompetenz (Psychologie)|Kompetenz]] wird auch die Leistungsfähigkeit älterer Arbeitnehmer untersucht. 1991 erhielt das Institut den Status eines [[Weltgesundheitsorganisation|WHO]]-Kollaborationszentrums, was dem Austausch mit internationalen gerontologischen Institutionen starke Impulse gab und zu einigen WHO-Kongressen in Heidelberg führte. In die Lehre hat die Ordinaria einen interdisziplinären Ansatz eingeführt, der sich unter anderem in enger Kooperation mit der [[Geriatrie]] und [[Gerontopsychiatrie]] bei der Ausbildung zum Diplom-Gerontologen auswirkt. Schwerpunkte der Lehre sind neben Erkenntnissen der [[Grundlagenforschung|Grundlagen-]] auch jene der [[Intervention (Medizin)|Interventionsforschung]]. Neuer Institutsleiter wurde 1997 Andreas Kruse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lehr begann kurz nach ihrer Bestellung zur Bundesfamilien- und -gesundheitsministerin, an der Gründung des als notwendig erachteten [[Deutsches Zentrum für Alternsforschung|Deutschen Zentrums für Alternsforschung (DZFA)]] zu arbeiten. Unter ihrer Leitung befasste sich Mitte November 1988 in Stuttgart der sechste [[Zukunftskongress]] „Altern als Chance und Herausforderung“ mit interdisziplinären Aspekten des Alterns. Ministerpräsident [[Lothar Späth]] griff den Vorschlag für ein deutsches Forschungszentrum auf und vereinbarte mit Bundeskanzler [[Helmut Kohl]] eine Bund-Land-Finanzierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon am 28. November 1988 verabschiedete die Landesregierung Baden-Württembergs einen Grundsatzbeschluss und das [[Bundesministerium für Bildung und Forschung|Bundeswissenschaftsministerium]] bildete einen Arbeitskreis zur Definition des Forschungskonzepts. Im Oktober 1990 ging der Abschlussbericht an das Land Baden-Württemberg, das im November zustimmte. Doch die Verhandlungen zur Bund-Land-Finanzierung zogen sich über Jahre hin, und das DZFA verdankt nur der Beharrlichkeit von Lehr seine Gründung als Stiftung öffentlichen Rechts am 30. September 1995. Als Gründungsdirektorin sorgte Ursula Lehr für eine ausgewogene Mischung zwischen interdisziplinärer Grundlagenforschung und ihrer Umsetzung in die Praxis sowie in politische Entscheidungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwei Jahre später war der Ausbau von zwei der vier Institute abgeschlossen und erste Forschungsergebnisse lagen vor. Die „Abteilung für [[Entwicklungsforschung]]“ (Peter Martin) untersucht Veränderungen des Erlebens und Verhaltens im Erwachsenenalter, die Entwicklung von [[Kognition]], [[Persönlichkeit]] und sozialer Netze. Seine [[Angewandte Forschung]] betrifft die Aufrechterhaltung körperlicher und geistiger Gesundheit bis ins hohe Alter, z.&amp;amp;nbsp;B. bei Hundertjährigen (in Deutschland etwa 10.000 Menschen). Als erstes Großprojekt unter Lehr war die &amp;#039;&amp;#039;Interdisziplinäre Längsschnittstudie des Erwachsenenalters&amp;#039;&amp;#039; ([[ILSE]]). Diese schon seit 1992 durch zwei Ministerien geförderte Studie untersucht in Kooperation von Medizinern, Psychologen, Psychiatern und der [[Sportwissenschaft]] die Bedingungen für ein gesundes und zufriedenes Altern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die „Abteilung für Soziale und Ökologische Gerontologie“ ([[Hans-Werner Wahl]]) erforscht Altersaspekte der Person-Umwelt-Relation mit Schwerpunkt auf dem räumlich-dinglich-technischen Umfeld alter Menschen. Konkret geht es um Wohnen, Wohnumfeld und altersgemäßes Design, sowie um die Bereitschaft der Senioren zu [[Räumliche Mobilität|Mobilität]] (z.&amp;amp;nbsp;B. Umzug, neue Technik). Untersucht wird auch, wie Behinderungen beim Sehen oder Gehen den Prozess des Alterns beeinflussen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Start der zwei jüngsten Abteilungen fiel bereits in die Kompetenz von Ursula Lehrs Nachfolgern. Die „Abteilung für [[Epidemiologie]] von Erkrankungen und funktionelle Beeinträchtigungen im Alter“ erforscht seit 1999/2000 die Häufigkeit und [[Risikofaktor (Medizin)|Risikofaktoren]] für Krankheiten und daraus folgende Einschränkungen. Die &amp;#039;&amp;#039;Abteilung für Interventions- und [[Rehabilitation]]sforschung&amp;#039;&amp;#039; begann zwei Jahre später ihre Tätigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem Endausbau vereinigt das DZFA erstmals alle für die Gerontologie wichtigen Disziplinen unter einem Dach. Den Impuls dieser [[Innovation]] spürt die deutsche wie auch die internationale Alternsforschung. Zusätzlich hat die politische Tätigkeit von Lehr zu größerem öffentlichem Interesse an der [[Demografie]] und zu mehr Verständnis von normalen Alternsprozessen geführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Privatleben ==&lt;br /&gt;
Ursula Lehr hat zwei Söhne, darunter den Rechtsanwalt [[Gernot Lehr]]. Nach dem Tod ihres ersten Mannes heiratete sie den Psychologen und Gerontologen [[Hans Thomae]]. Sie lebte bis zu ihrem Tod in Bonn-[[Bad Godesberg]]. Dort engagierte sie sich unter anderem im Kuratorium der [[Bürgerstiftung Rheinviertel]]. Sie starb im April 2022 im Alter von 91 Jahren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2022-04/ursula-leehr-gestorben-bundesfamilienministerin-altersforscherin |titel=Ursula Lehr ist tot |abruf=2022-04-25 |werk=[[Die Zeit|zeit.de]] |datum=2022-04-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Bernd Eyermann |url=https://ga.de/bonn/stadt-bonn/fruehere-bundesfamilienministerin-ursula-lehr-in-bonn-gestorben_aid-68505567 |titel=Pionierin der Alternsforschung: Frühere Bundesfamilienministerin Ursula Lehr in Bonn gestorben |werk=[[General-Anzeiger (Bonn)|General-Anzeiger]] |datum=2022-04-25 |abruf=2022-04-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politik ==&lt;br /&gt;
Seit 1986 war Lehr Mitglied der [[Christlich Demokratische Union Deutschlands|CDU]]. 1990 wurde sie für vier Jahre [[Mitglied des Deutschen Bundestages]], für den sie auf der [[Landesliste]] Hessen kandidiert hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Politisch relevant wurden vor allem ihre Arbeiten zur [[Berufstätigkeit der Frau]] und die Rückwirkungen auf die Gesundheit sowie zur Leistungsfähigkeit älterer Arbeitnehmer. Damit qualifizierte sie sich in besonderer Weise für ihr späteres Amt als Bundesfamilien- und -gesundheitsministerin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bundesministerin und öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
Am 9. Dezember 1988 wurde Lehr als Nachfolgerin von [[Rita Süssmuth]] als [[Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend|Bundesministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit]] in die von [[Kabinett Kohl III|Bundeskanzler Kohl geführte Bundesregierung]] berufen. Als bekannte Gerontologin gelang ihr vor allem ein Ausbau der [[Altenpolitik (Deutschland)|Seniorenpolitik]]. Sie initiierte 1989 den 1. Altenbericht der Bundesregierung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe des Jahres 1989 geriet sie in harte Kontroversen mit ihrer [[CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag|CDU/CSU-Bundestagsfraktion]], als sie Kinderbetreuung schon für über Zweijährige forderte („[[Krabbelstube]]n“). Sie argumentierte mit der starken Zunahme von Einzelkindern, bei deren Entwicklung der soziale Einfluss von Geschwistern fehle (siehe auch [[Familienpolitik]] und [[soziale Rolle]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der – ersten gesamtdeutschen – [[Bundestagswahl 1990]] wurde das Bundesministerium dreigeteilt und Lehr schied am 18. Januar 1991 aus der Bundesregierung aus. Ihre Nachfolgerinnen waren [[Hannelore Rönsch]] (CDU), die das Bundesministerium für Familie und Senioren von 1991 bis 1994 leitete, [[Angela Merkel]], die das Bundesministerium für Jugend und Frauen leitete, und [[Gerda Hasselfeldt]], die das Bundesministerium für Gesundheit übernahm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursula Lehr war seit 1988 treibende Kraft zur Gründung des [[Deutsches Zentrum für Alternsforschung|Deutschen Zentrums für Alternsforschung]] (DZFA) in Heidelberg und wurde 1995 Gründungsdirektorin dieser Stiftung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 2004 bis 2008 war sie Präsidentin der Vereinigung der ehemaligen Mitglieder des Deutschen Bundestages und des Europäischen Parlaments, von 2009 bis 2015 war sie Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO).&amp;lt;ref&amp;gt;[https://bagso.de BAGSO aktuell]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursula Lehr war Mitglied im Kuratorium der Hilfsorganisation [[CARE Deutschland]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |hrsg=CARE Deutschland e.&amp;amp;nbsp;V. |url=https://www.care.de/care-paket/unsere-struktur/ |titel=Unsere Struktur |abruf=2019-03-12 |sprache=de |archiv-url=https://web.archive.org/web/20190327090657/https://www.care.de/care-paket/unsere-struktur/ |archiv-datum=2019-03-27 |offline=ja |archiv-bot=2023-02-03 11:06:36 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ehrungen ==&lt;br /&gt;
* 1974 [[Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie#Max-Bürger-Preis|Max Bürger-Preis für Gerontologie]]&lt;br /&gt;
* 1987 [[Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland|Bundesverdienstkreuz 1. Klasse]]&lt;br /&gt;
* 1988 [[Ehrendoktor]]würde der [[Universität Freiburg (Schweiz)]]&lt;br /&gt;
* 1994 Korrespondierendes Mitglied der [[Österreichische Akademie der Wissenschaften|Österreichischen Akademie der Wissenschaften]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.oeaw.ac.at/m/lehr-ursula |titel=Korrespondierende Mitglieder der ÖAW: Ursula Lehr |hrsg=Österreichische Akademie der Wissenschaften| abruf=2022-03-30}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 1995 Großes Verdienstkreuz&lt;br /&gt;
* 1998 Korrespondierendes Mitglied der [[Sächsische Akademie der Wissenschaften|Sächsischen Akademie der Wissenschaften]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.saw-leipzig.de/de/mitglieder/lehru |titel=Mitglieder: Ursula Lehr |hrsg=Sächsische Akademie der Wissenschaften |abruf=2022-03-30}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 1999 [[Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg|Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg]]&lt;br /&gt;
* 2006 [[Ignatius-Nascher-Preis]] der Stadt Wien&lt;br /&gt;
* 2009 [[Ehrendoktor]]würde der [[Hochschule Vechta]]&lt;br /&gt;
* 2014 [[Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland|Großes Verdienstkreuz mit Stern]]&lt;br /&gt;
* 2016 [[Hessischer Verdienstorden]]&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.hessen.de/presse/pressemitteilung/ministerpraesident-bouffier-verleiht-hessischen-verdienstorden Hessischer Verdienstorden verliehen]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 2019 [[Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen|Landesverdienstorden Nordrhein-Westfalen]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.land.nrw/de/pressemitteilung/ministerpraesident-laschet-zeichnet-19-buergerinnen-und-buerger-mit-dem |titel=Verleihung des Landesverdienstordens |hrsg=Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen |datum=2019-05-14 |abruf=2019-05-15 |sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 2021 [[ConSozial Wissenschaftspreis]] für das Lebenswerk&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veröffentlichungen (Auswahl) ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Frau im Beruf. Eine psychologische Analyse der weiblichen Berufsrolle&amp;#039;&amp;#039;. Athenäum, Frankfurt am Main / Bonn 1969.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Psychologie des Alterns&amp;#039;&amp;#039;. Quelle &amp;amp; Meyer, Heidelberg 1972; 4. Auflage ebenda 1979; 11. Auflage Wiebelsheim 2007, ISBN 978-3-494-01432-6.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Rolle der Mutter in der Sozialisation des Kindes&amp;#039;&amp;#039;. Steinkopff, Darmstadt 1974, ISBN 3-7985-0414-8.&lt;br /&gt;
* mit [[Reinhard Schmitz-Scherzer]]: &amp;#039;&amp;#039;Psychosoziale Korrelate der Langlebigkeit.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Acta Gerontologica.&amp;#039;&amp;#039; 4, 1974, S. 261–268.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Psychologie der Langlebigkeit.&amp;#039;&amp;#039; In: V. Boehlau (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Alter und Langlebigkeit.&amp;#039;&amp;#039; Schattauer, Stuttgart 1975.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Seniorinnen – zur Situation der älteren Frau.&amp;#039;&amp;#039; 1978.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Interventionsgerontologie.&amp;#039;&amp;#039; 1979.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Ist Frauenarbeit schädlich? Im Spannungsfeld von Familie und Beruf&amp;#039;&amp;#039;. Edition Interfromm, Osnabrück 1979, ISBN 3-7201-5116-6.&lt;br /&gt;
* Die Familie in der Krise. Ein Plädoyer für mehr Partnerschaft in Ehe, Familie und Beruf. Olzog, München 1982, ISBN 3-7892-7189-6.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Zur Situation der älter werdenden Frau. Bestandsaufnahme und Perspektiven bis zum Jahr 2000.&amp;#039;&amp;#039; Beck, München 1987. ISBN 3-406-32226-3.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;mit Hans Thomae: Alltagspsychologie. Aufgaben, Methoden, Ergebnisse.&amp;#039;&amp;#039; Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1991, ISBN 3-534-10275-4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Festschriften&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Andreas Kruse (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Leben im Alter. Eigen- und Mitverantwortlichkeit in Gesellschaft, Kultur und Politik. Festschrift zum 80. Geburtstag von Ursula Lehr.&amp;#039;&amp;#039; Akademische Verlagsgesellschaft AKA, Heidelberg 2010, ISBN 978-3-89838-637-1.&lt;br /&gt;
* Reinhard Schmitz-Scherzer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Altern. Ein lebenslanger Prozeß der sozialen Interaktion. Festschrift zum 60. Geburtstag von Frau Professor Ursula Maria Lehr.&amp;#039;&amp;#039; Steinkopff, Darmstadt 1990, ISBN 3-7985-0847-X.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Reinhard Brunner: &amp;#039;&amp;#039;Eine unbarmherzige Psychologie. Anmerkungen zur Familien- und Gerontopsychologie Ursula Lehrs.&amp;#039;&amp;#039; Lang, Frankfurt am Main 1990, ISBN 3-631-43376-X.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Lehr, Ursula Maria.&amp;#039;&amp;#039; In: Walter Habel (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Wer ist wer?]] Das deutsche Who’s who.&amp;#039;&amp;#039; 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 749.&lt;br /&gt;
* Hans Thomae: &amp;#039;&amp;#039;Alternsstile und Altersschicksale, ein Beitrag zur differentiellen Gerontologie.&amp;#039;&amp;#039; Huber, Bern/Stuttgart 1983. ISBN 3-456-81264-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wikiquote}}&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Ursula Lehr|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118927590}}&lt;br /&gt;
* [https://www.kas.de/wf/de/71.14587/ Über Ursula Lehr und Lebenslauf]&lt;br /&gt;
* [[Emeritierung]] [https://idw-online.de/de/news6696 Ursula Lehrs]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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{{Normdaten|TYP=p|GND=118927590|LCCN=n80122672|NDL=00943114|VIAF=15568870}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Lehr, Ursula}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Familienminister (Bundesrepublik Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gesundheitsminister (Bundesrepublik Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bundestagsabgeordneter (Hessen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politiker (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politiker (21. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gerontologischer Psychologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Universität zu Köln)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehrendoktor der Universität Freiburg (Schweiz)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehrendoktor der Universität Vechta]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes mit Stern]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Verdienstordens des Landes Nordrhein-Westfalen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Verdienstordens des Landes Baden-Württemberg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Träger des Hessischen Verdienstordens]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:CDU-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Absolvent der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1930]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 2022]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frau]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Lehr, Ursula&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Lehr, Ursula Maria (vollständiger Name); Leipold, Ursula Maria (Geburtsname)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutsche Psychologin und Politikerin (CDU), MdB, Ministerin&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=5. Juni 1930&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Frankfurt am Main]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=25. April 2022&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Bonn]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Alfred Kiefer</name></author>
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