<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Urgermanentheorie</id>
	<title>Urgermanentheorie - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Urgermanentheorie"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Urgermanentheorie&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-20T23:10:39Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Urgermanentheorie&amp;diff=1883137&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Tiefenschaerfe: Tippfehler korrigiert</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Urgermanentheorie&amp;diff=1883137&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2018-04-12T21:13:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tippfehler korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Urgermanentheorie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; behauptet eine geschichtliche [[Kontinuitätstheorie (Geschichtswissenschaft)|Kontinuität]] zwischen den in der [[Völkerwanderung]]szeit nach Westen aufbrechenden [[Germanen]] des östlichen [[Mitteleuropa]]s und den fast tausend Jahre später während der [[Deutsche Ostsiedlung|deutschen Ostsiedlung]] nach Osten ziehenden [[Deutsche]]n: Die Germanen kehrten demnach in Gestalt der Deutschen in ihre angestammte Heimat zurück, die sie nur vorübergehend verlassen hätten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Zitat von  [[Wolfgang H. Fritze]] macht den Kern der Thesen besonders klar: {{Zitat|Die bornierte Überbewertung des Germanentums gegenüber dem Slawentum, das durch seine ‚sarmatische‘ Qualifizierung als ‚asiatisch‘ diskriminiert werden soll, der immer wieder im Buche herumspukende Rassismus und die primitive, vorwissenschaftliche Gleichsetzung von nordischer Rasse und Germanentum sind deutliche Kennzeichen.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang H. Fritze: &amp;#039;&amp;#039;Slawomanie oder Germanomanie? Bemerkungen zu W. Stellers neuer Lehre von der älteren Bevölkerungsgeschichte Ostdeutschlands&amp;#039;&amp;#039;. In: derselbe: &amp;#039;&amp;#039;Frühzeit zwischen Ostsee und Donau. Ausgewählte Beiträge zum geschichtlichen Werden im östlichen Mitteleuropa vom 6. bis zum 13. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Duncker &amp;amp; Humblot, Berlin 1982, S. 43.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung und geschichtlicher Hintergrund ==&lt;br /&gt;
Die Urgermanentheorie entstand in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts vor dem Hintergrund des Konflikts der [[Preußen]] mit den [[Polen (Ethnie)|Polen]] in den Gebieten, die seit den [[Teilungen Polens|polnischen Teilungen]] zu Preußen gehörten. Die Polen forderten die Wiederherstellung [[nation]]aler staatlicher [[Autonomie]] in den ursprünglichen polnischen Gebieten. Die Preußen begründeten die Verweigerung polnischer Eigenstaatlichkeit mit dem Argument, dass auf diese Gebiete schon vor den polnischen Teilungen deutsche Ansprüche bestanden hätten: Es handele sich nämlich um die Heimat der Germanen, die im Laufe der Geschichte zwar zu Deutschen geworden, aber eigentlich quasi Urgermanen seien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem wären die slawisch-polnischen Gebiete durch die deutsche Ostsiedlung in ein durch [[deutsche Kultur]] geprägtes Land verwandelt worden, die durch diese [[Kultur]]leistung einen Anspruch auf dieses Land erworben hätten. Die dazugehörige „[[Kulturträgertheorie]]“ entstand also zum gleichen Zeitpunkt und im gleichen Zusammenhang, ebenso die „[[Slawenlegende]]“, nach der es eigentlich gar keine [[Slawen]] gäbe; bei diesen handele es sich vielmehr um [[Ostgermanen]], die die [[Christianisierung]] verweigert hätten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispielhaftes Zitat:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|&amp;#039;&amp;#039;Die Wanderung der Germanen und die Rückwanderung der Deutschen haben in diesen weiten Stromländern der Tiefebene zwei Arten von Denkmälern hinterlassen, die jede in ihrer Weise einzig und ehrwürdig, Kulturzeugen vom Werden und Wachsen eines ewig jungen [[Volk]]es sind: die [[Hünengrab|Hünengräber]] der sagenhaften Vorzeit und die Findlingskirchen aus dem Zeitalter der Kolonisation, die in der Frühzeit des zehnten und elften Jahrhunderts eine Art Heldenzeitalter und im zwölften und dreizehnten Jahrhundert ihren wirtschaftspolitischen Höhepunkt erlebte und eine Erfüllung deutschen Kulturwillens darstellt.&amp;#039;&amp;#039;|Heinrich Ehl|Norddeutsche Feldsteinkirchen, 1926, S. 5.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritische Auseinandersetzung ==&lt;br /&gt;
Ein Hauptvertreter dieser [[Nationalismus|nationalistischen]] und unhistorischen Sichtweise im 20. Jahrhundert war [[Walther Steller]]. Einer seiner argumentativen Hauptgegner war [[Wolfgang H. Fritze]], der am Schluss seiner Steller-Widerlegung &amp;#039;&amp;#039;„Slawomanie oder Germanomanie?“&amp;#039;&amp;#039; (1961) feststellte: &amp;#039;&amp;#039;„Es wäre wohl an der Zeit, die Entstehung des deutschen Vorurteils über die Slawen gründlich zu durchleuchten.“&amp;#039;&amp;#039; Vor diesem Hintergrund und nicht zuletzt zu diesem Zweck gründete Fritze 1976 die Interdisziplinäre Arbeitsgruppe „[[Germania Slavica]]“ an der [[Freie Universität Berlin|Freien Universität Berlin]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fritzes wichtigstes Gegenargument: Aus den aus Osteuropa abwandernden Germanenstämmen entstand nicht nur das deutsche Volk, sondern es kam zunächst auch zu Herrschaftsgründungen in Spanien ([[Andalusien#Geschichte|Andalusien]]), Nordafrika (etwa heutiges [[Tunesien]]) und [[Fränkisches Reich|Frankreich]]. Bis heute umstritten sind die genaue Stammesstruktur der Germanen, die Namen sowie die zeitliche und räumliche Verortung der einzelnen Stämme, ihre Umbildungen und neuen Zusammenschlüsse oder Teilungen. Das [[Heiliges Römisches Reich|mittelalterliche Kaiserreich der Deutschen]] ging unter [[Otto I. (HRR)|Otto I.]] aus einem sächsisch-ostfränkischen Reich hervor, das unbeschadet einer gewissen [[Ethnie|ethnischen]] Kontinuität allenfalls Ansprüche als Teilerbe hätte geltend machen können, was zunächst einmal den Nachweis erfordern würde, dass die (West- und Ost-)Franken überhaupt in Osteuropa gesiedelt hätten. Eine staatlich-politische Kontinuität besteht jedoch in keinem Fall: &amp;#039;&amp;#039;„Indessen kann sich das deutsche Volk für seine territorialen Ansprüche im Osten nicht auf historische Rechte berufen, die älter sind als die Zeit seiner Entstehung“&amp;#039;&amp;#039; (Fritze).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Wolfgang H. Fritze: &amp;#039;&amp;#039;Slawomanie oder Germanomanie? Bemerkungen zu W. Stellers neuer Lehre von der älteren Bevölkerungsgeschichte Ostdeutschlands.&amp;#039;&amp;#039; In: Jahrbuch für die Geschichte Mittel- und Ostdeutschlands Bd. 9/10 (1961), S. 293–304; erneut in: Wolfgang H. Fritze: Frühzeit zwischen Ostsee und Donau. Ausgewählte Beiträge zum geschichtlichen Werden im östlichen Mitteleuropa vom 6. bis zum 13. Jahrhundert, hrsg. v. [[Ludolf Kuchenbuch]] und [[Winfried Schich]], Berlin 1982, S. 31–46.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichtswissenschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Tiefenschaerfe</name></author>
	</entry>
</feed>