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	<title>Unzucht - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-11T02:42:10Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Unzucht&amp;diff=143810&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Gesetzesfreak: Näheres siehe Artikel Kuppelei. Gerade § 181 war sehr streng, hier aber bisher nicht erwähnt.</title>
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		<updated>2026-03-13T23:26:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Näheres siehe Artikel &lt;a href=&quot;/index.php/Kuppelei&quot; title=&quot;Kuppelei&quot;&gt;Kuppelei&lt;/a&gt;. Gerade § 181 war sehr streng, hier aber bisher nicht erwähnt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis|Zur gleichnamigen Band siehe [[Unzucht (Band)]].}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Unzucht&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet ein menschliches [[Sexualität|Sexualverhalten]], das gegen das in einem speziellen [[kultur]]ellen oder [[Religion|religiösen]] Kontext empfundene, angenommene oder vorgegebene allgemeine [[Sittlichkeit]]s- und [[Schamgefühl]] verstößt. Die hierbei vorliegende Kontextabhängigkeit kann sowohl von einem [[Säkularismus|säkularen]] als auch von einem [[Religion|religiösen]] Umfeld geprägt werden und ist durch die [[Sittengeschichte]] hindurch nicht einheitlich definiert. Historisch gesehen steht Unzucht allgemein für eine aktive Handlung, die den Menschen vom Status der [[Rituelle Reinheit|Reinheit]] in den Status der Unreinheit führt. In der Regel geht das Urteil über ein als Unzucht angesehenes Verhalten mit sozialer [[Ächtung]] oder [[Strafe|Bestrafung]] einher. Laut [[Duden]] Deutsches Universalwörterbuch (9. Aufl., 2019) ist die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Unzucht&amp;#039;&amp;#039; veraltet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsgeschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis in das letzte Drittel des [[20. Jahrhundert|20. Jahrhunderts]] wurden [[Außerehelicher Geschlechtsverkehr|alle geschlechtlichen Handlungen, die nicht zwischen miteinander verheirateten Personen stattfanden]] als Unzucht bezeichnet. Die [[Rechtssprache]] hat sich vom moralisierenden Begriff „Unzucht“ verabschiedet und ihn beispielsweise bei der westdeutschen Strafrechtsreform 1973 durch den allgemeinen Begriff der „[[Sexuelle Handlung|sexuellen Handlungen]]“ ersetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Jahresbericht der Bundesregierung&amp;#039;&amp;#039;, 1973, S. 125: „Von besonderer Bedeutung sind folgende Änderungen gegenüber dem bisher geltenden Recht: a) Der Begriff ‚Unzucht‘ wird durch den der ‚sexuellen Handlungen‘ ersetzt.“&amp;lt;/ref&amp;gt; Es wurde auch die Strafbarkeit der Sachverhalte, die früher unter &amp;#039;&amp;#039;Unzucht&amp;#039;&amp;#039; subsumiert wurden, eingeschränkt, wobei allerdings auch vorher &amp;#039;&amp;#039;Unzucht&amp;#039;&amp;#039; nicht generell strafbar war (vgl. [[Sexualstrafrecht (Deutschland)|Sexualstrafrecht]]). Gleichzeitig wird die Thematik differenzierter bezeichnet und negativ gesehene Sachverhalte als &amp;#039;&amp;#039;sexueller Missbrauch&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;sexuelle Nötigung&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;sittliche Gefährdung&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet. Bereits fünf Jahre zuvor brachte das [[Strafgesetzbuch (DDR)|Strafgesetzbuch der DDR]] ähnliche Änderungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[#Islam|in vielen islamisch geprägten Staaten]] wird die Unzucht (arab. [[Zina]]) verurteilt. Vielerorts wird sie sozial [[Ächtung|geächtet]] und die unzüchtige Person gemieden. Teilweise, etwa in [[Saudi-Arabien]], im [[Iran]], im Norden [[Nigeria]]s und im [[Jemen]] wird sie zudem schwerstens bestraft, beispielsweise mit der [[Steinigung]] für [[Ehebruch]] oder für [[Analverkehr]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtslage in westlichen Ländern ==&lt;br /&gt;
=== Deutschland ===&lt;br /&gt;
Im Rahmen der gesellschaftlichen Liberalisierung wurde der Begriff „Unzucht“ als [[Rechtsbegriff]] in Deutschland aufgegeben: Der [[Bundesgerichtshof]] entschied letztmals 1962, dass der [[Beischlaf]] unter [[Verlöbnis|verlobten]], aber nicht [[Ehe|verheirateten]] Partnern Unzucht und deren Förderung durch das Zurverfügungstellen einer Wohnung als [[Kuppelei]] strafbar sei. Mit der [[Große Strafrechtsreform|Großen Strafrechtsreform]] der [[Kabinett Kiesinger|Regierung Kiesinger (erste Große Koalition)]] ab 1. September 1969 wurden u.&amp;amp;nbsp;a. der Straftatbestand des [[Ehebruch]]s abgeschafft. Die Strafbarkeit der Kuppelei wurde 1973 stark eingeschränkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Rechtsprechung in Deutschland wird der Begriff „Unzucht“ nicht mehr verwendet. Im [[Strafgesetzbuch (Deutschland)|Strafgesetzbuch]] findet sich der Begriff „Unzucht“ seit 1973 nicht mehr. {{§|176|stgb|juris}} StGB heißt seitdem „[[Sexueller Missbrauch von Kindern (Deutschland)|Sexueller Missbrauch von Kindern]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Österreich ===&lt;br /&gt;
In Österreich kommt der Begriff der &amp;#039;&amp;#039;Unzucht&amp;#039;&amp;#039; im [[Strafgesetzbuch (Österreich)|Strafgesetzbuch]] nur noch in {{§|219|STGB|RIS-B|DokNr=NOR12029768}} StGB (Ankündigung zur Herbeiführung unzüchtigen Verkehrs) vor. Des Weiteren ist der Langtitel des [[Pornographiegesetz (Österreich)|Pornographiegesetzes]] „Bundesgesetz vom 31. März 1950 über die Bekämpfung unzüchtiger Veröffentlichungen und den Schutz der Jugend gegen sittliche Gefährdung.“ Es verwendet das Wort „unzüchtig“ auch in seiner Definition für [[Pornographie]]. Dagegen werden sexuelle Handlungen mit Personen unter 14 Jahren auch dort als [[sexueller Missbrauch von Unmündigen]] bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vereinigte Staaten ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früher wurde Unzucht in den Vereinigten Staaten juristisch als Verbrechen geahndet. Darunter verstand man jeglichen Geschlechtsverkehr zwischen zwei unverheirateten Personen und auch zwischen Ehepartnern alle [[Sexualpraktik]]en außer dem vaginalen Verkehr. An einzelnen Orten waren auch zwischen verheirateten Personen bestimmte Stellungen außer der [[Missionarsstellung]] verboten. In [[Michigan]] etwa hieß das, was für alle Geschlechtskonstellationen verboten war, &amp;#039;&amp;#039;gross indecency&amp;#039;&amp;#039; (Michigan Common Law 750.338, 750.338a, und 750.338b regelten jeweils die schwule, lesbische und heterosexuelle Variante).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im späten 20. Jahrhundert wurden viele dieser Gesetze widerrufen oder nur noch selten angewandt; die verbliebenen werden heute nicht mehr durchgesetzt, da sie nach dem Urteil des [[Supreme Court|Obersten Gerichtshofes]] im Juli 2003 in [[Lawrence v. Texas]] einen Verstoß gegen das in der [[Verfassung der Vereinigten Staaten|amerikanischen Verfassung]] implizit (d.&amp;amp;nbsp;h. nicht ausdrücklich) gewährleistete Recht auf [[Privatsphäre]] bilden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sexuelle Handlungen mit Personen unterhalb des [[Schutzalter]]s sind weiterhin strafbar, siehe auch [[Statutory rape]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Islam ==&lt;br /&gt;
: &amp;#039;&amp;#039;Hauptartikel: [[Zinā]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In vielen [[islam]]isch geprägten Ländern gilt Unzucht (arabisch &amp;#039;&amp;#039;zinā&amp;#039;&amp;#039;) als [[Kapitalverbrechen]] und wird drakonisch (vgl. [[Hadd-Strafe]]) bestraft. Laut weitverbreiteter Deutung der [[Scharia]] wird Unzucht bei unverheirateten Personen mit 100 [[Geißelung]]en geahndet (Sure 24,2), bei verheirateten Personen folgt die [[Steinigung]], welche in der [[Hadith|Überlieferung]] (nicht jedoch im Koran) für dieses Vergehen gefordert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Christine Schirrmacher]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Scharia.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage. 2009, S. 50–51.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Eine Frau und ein Mann, die Unzucht begehen, geißelt jeden von ihnen mit hundert Hieben. Laßt euch nicht von Mitleid mit ihnen beiden angesichts (der Rechtsbestimmungen) der Religion Allahs ergreifen, wenn ihr an Allah und den Jüngsten Tag glaubt. Und es soll bei (der Vollstreckung) der Strafe an ihnen ein Teil von den Gläubigen zugegen sein.&lt;br /&gt;
 |Autor=Sure 24, Vers 2; [[König-Fahd-Komplex]] (Abdullah Frank Bubenheim und Nadeem Elyas)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.deredlequran.de/quran/sure/24 |text=deredlequran.de |wayback=20080612174327  }}&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Homosexualität im Islam}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Judentum ==&lt;br /&gt;
Der Ausdruck Unzucht wird häufig im [[Bibel|biblischen]] Zusammenhang verwendet, wo er der Interpretation nicht so weiten Raum bietet. Der Begriff der Unzucht (griechisch &amp;#039;&amp;#039;porneia&amp;#039;&amp;#039;) ist im [[Tanach]] vor allem durch 3. Mose 18 und 20 geprägt, sowie durch das sechste/siebente der [[Zehn Gebote]] („Du sollst nicht ehebrechen“). Im 3 Mose 18 geht es um Geschlechtsverkehr unter Verwandten ([[Inzest]]) {{Bibel|Lev|18|6 -18|ELB}}, Geschlechtsverkehr während der [[Menstruation]] {{Bibel|Lev|18|19|ELB}}, Geschlechtsverkehr unter Männern ([[Homosexualität|homosexuelle Handlungen]]) {{Bibel|Lev|18|22|ELB}} und Geschlechtsverkehr mit Tieren ([[Zoophilie]]) {{Bibel|Lev|18|23|ELB}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für das [[Hellenistisches Judentum|hellenistische Judentum]] wie etwa von [[Philon von Alexandria]], der etwa in der Zeit um Christi Geburt lebte und die verstreuten mosaischen Gesetze den Dekaloggeboten zuordnete, umfasste das Gebot gegen Ehebruch vorehelichen Geschlechtsverkehr, Inzest, Heirat mit Töchtern fremder Völker, Wiederheiratung desselben Partners nach vorheriger Scheidung, Berührung während der Menstruation, wissentliche Heirat unfruchtbarer Frauen, gleichgeschlechtliche Handlungen sowohl mit Jünglingen als auch mit Männern, [[Effemination]] von Männern, Eunuchen, Bestialität (Zoophilie) und Prostitution.&amp;lt;ref&amp;gt;Philon: &amp;#039;&amp;#039;The Special Laws.&amp;#039;&amp;#039; 3.1-82.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit ging das hellenistische Judentum über die mosaischen Vorschriften hinaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichtliche Relativität ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Unzucht“ ist als Begriff zur Beurteilung von Handlungen weitgehend zeitabhängig und relativ. Was in einer Zeit als [[zivilisiert]]e Lebensart („Zucht“) galt oder wenigstens toleriert wurde, ist es im Wertesystem einer anderen Zeit nicht, wird umgewertet und verfolgt („Un-Zucht“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele:&lt;br /&gt;
* [[Homosexualität im antiken Griechenland]] war je nach Polis und Epoche toleriert bis akzeptiert.&lt;br /&gt;
* Die [[Päderastie]] wurde in den Liedern bekannter Poeten besungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das jüdische Gesetz ([[Tora]]) setzte neue moralische Maßstäbe und brandmarkte diese Formen der Sexualität als Unzucht. Das Christentum hat dies überwiegend übernommen, wie vor allem im Beschluss des [[Apostelkonzil]]s und vielen Passagen in den [[Paulusbriefe]]n deutlich wird. Im Neuen Testament wurde die deutsche Übersetzung &amp;#039;&amp;#039;Unzucht&amp;#039;&amp;#039; für den griechischen Begriff &amp;#039;&amp;#039;porneia&amp;#039;&amp;#039; verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge wurde &amp;#039;&amp;#039;Unzucht&amp;#039;&amp;#039; auch ein rechtlicher Begriff für sämtliche Delikte, die den gültigen sexuellen Sittlichkeitsnormen widersprachen, insb. den [[Sexueller Missbrauch|sexuellen Missbrauch]] von Personen. Dabei unterschied man von der &amp;#039;&amp;#039;Notzucht&amp;#039;&amp;#039; ([[Vergewaltigung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umgangssprachlich wurde der Begriff der Unzucht für alle sexuellen Verhaltensweisen verwendet, die nicht dem heterosexuellen Umgang innerhalb der Ehe entsprachen. Als &amp;#039;&amp;#039;Gewerbsunzucht&amp;#039;&amp;#039; wurde dementsprechend die [[Prostitution]] bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historischer Umgang mit Unzucht ==&lt;br /&gt;
{{Lückenhaft|2=In diesem Abschnitt|1=Der Begriff &amp;quot;Unzucht&amp;quot; hatte nicht immer nur die eine sexuelle Bedeutung. Die ursprüngliche Bedeutung war &amp;quot;Verstoß gegen Sitte/Anstand&amp;quot; oder noch allgemeiner &amp;quot;leichteres rechtliches Vergehen/leichter Frevel&amp;quot; (Grimm: Deutsches Wörterbuch). Die begriffliche Eingrenzung auf die sexuelle Komponente des Begriffs gibt es erst im Neuhochdeutschen.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den meisten Kulturen wurde das, was als Unzucht definiert ist, abgelehnt und negativ [[Soziale Sanktion|sanktioniert]]. Das reichte von der bloßen Ächtung über Gefängnisstrafe bis hin zur [[Todesstrafe]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im alten Israel wurden unzüchtige Handlungen, beispielsweise der [[Ehebruch]], mit der [[Steinigung]] bestraft.({{Bibel|Lev|20|10 ff|ELB}} und {{Bibel|Dtn|22|22 ff|ELB}}) Im Mittelalter wurde die Unzucht mit der Todesstrafe, mit der [[Prügelstrafe]] oder mit der [[Auspeitschung]] belegt. Besonders Mädchen und Frauen unterstellte man eine verführerische und ungezügelte Sexualität (siehe: &amp;#039;&amp;#039;[[Hexenverfolgung]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Teufelsbuhlschaft]]&amp;#039;&amp;#039;). Die &amp;#039;&amp;#039;[[Constitutio Criminalis Carolina]]&amp;#039;&amp;#039; von 1532 sah für Unzucht schwere [[Körperstrafe]]n vor. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beginnend mit dem 18. Jahrhundert und vor allem ab dem 19. Jahrhundert kam es in Europa und Nordamerika zu einer „[[Medikalisierung]] der Sünde“,&amp;lt;ref name=&amp;quot;haeberle19&amp;quot;&amp;gt;Haeberle: [http://www.sexarchive.info/GESUND/ARCHIV/DEUTSCH/CHR05.HTM Das 19. Jahrhundert], Archive for Sexology, Stand: 13. Oktober 2008&amp;lt;/ref&amp;gt; die Unzucht wandelt sich von der (strafbewehrten) religiösen Sünde zur (teilweise strafbewehrten) medizinischen [[Perversion]] und wurde als etwas Krankhaftes angesehen. Dies dauerte bis Anfang des 20. Jahrhunderts an. So behaupteten beispielsweise Ärzte und Wissenschaftler, Masturbation führe zu Erkrankungen des [[Rückenmark]]s, zu [[Krebs (Medizin)|Krebs]], zu [[Lepra]] oder zum Wahnsinn und zur [[Enzephalopathie|Gehirnerweichung]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1868 erarbeitete [[Heinrich von Friedberg]] ein [[Strafgesetzbuch]] für den [[Norddeutscher Bund|Norddeutschen Bund]], welches am 31. Mai 1870 in Kraft trat. Nach der Gründung des [[Deutsches Kaiserreich|Deutschen Kaiserreiches]] galt es fort. Mit redaktionellen Änderungen wurde es am 15. Mai 1871 als &amp;#039;&amp;#039;[[Reichsstrafgesetzbuch]]&amp;#039;&amp;#039; neu verkündet. Seine §§ 180 und 181 stellten die Förderung der Unzucht als [[Kuppelei]] unter Strafe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders während der [[Zeit des Nationalsozialismus]] wurde der Begriff der „Unzucht“ eng gefasst. Das Idealbild des „[[Arier|arischen]] Menschen“ beinhaltete neben Fleiß, Ordnung, Liebe zum Vaterland, Aufopferung und Verschwiegenheit auch eheliche Treue und Keuschheit. Während Homosexualität bis 1934 auch in den Reihen der nationalsozialistischen Führer noch widerstrebend geduldet wurde – so war die Homosexualität des SA-Chefs [[Ernst Röhm]] allgemein bekannt, ohne dass dagegen etwas unternommen wurde –, steigerte sich nach der [[Röhmputsch|Ermordung Röhms]] 1934 die Verfolgung der Homosexuellen ins Extreme. Teilweise genügte der geringste Verdacht der „Unzucht“ oder „[[Asoziale (Nationalsozialismus)|Asozialität]]“ für eine Einlieferung in ein Konzentrationslager, die so genannte „[[Schutzhaft (Nationalsozialismus)|Schutzhaft]]“. Auch unbequemen bzw. dem Regime unliebsam gewordenen Politikern oder Militärs – beispielsweise dem Generalobersten [[Werner von Fritsch]] – wurde Homosexualität oder auch andere Formen der Unzucht unterstellt, um ihnen zu schaden. Die Heirat des Generalfeldmarschalls [[Werner von Blomberg]] mit einer wegen gewerblicher Unzucht vorbestraften ehemaligen Prostituierten nutzte das NS-Regime, um ihn – und Fritsch – im Februar 1939 zum Rücktritt zu nötigen (siehe [[Blomberg-Fritsch-Krise]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bis dahin allgemein praktizierte extreme Diskriminierung unehelicher Kinder wurde hingegen vom NS-Regime abgelehnt, vorausgesetzt es waren „Kinder guten Blutes“, denn das NS-Regime förderte das Bevölkerungswachstum. Für anonyme Geburten und uneheliche deutsche („arische“) Kinder gab es die Einrichtung „[[Lebensborn]]“. Die Fruchtbarkeit der nach der Ideologie des Regimes „minderwertigen Fremdrassen“ und der „minderwertigen [[Deutschblütig]]en“ sowie der Behinderten oder der „Asozialen“ sollte hingegen mit allen Mitteln, insbesondere durch [[Sterilisation (Unfruchtbarmachung)|Sterilisation]], eingeschränkt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe des 20. Jahrhunderts wandelte sich die Auffassung, und der Begriff der Unzucht veränderte sich stark. Beispielsweise zählen viele Menschen die [[Masturbation]] nicht mehr darunter, wohl aber den [[Sexueller Missbrauch von Kindern|Sex mit Kindern]] sowie die [[Vergewaltigung]] in der Ehe. Homosexualität wurde noch weit ins 20. Jahrhundert hinein als „unzüchtig“ betrachtet und war strafbar, so bestand beispielsweise im [[Strafgesetzbuch (Österreich)|österreichischen Strafgesetz]] bis 1971 ein Totalverbot, bis 1997 ein Werbe- und ein Vereinsverbot und bis 2002 ein unterschiedliches [[Schutzalter#Österreich|Schutzalter]] für Männer.&lt;br /&gt;
In der DDR, Westdeutschland und anderen europäischen Ländern wurde die männliche [[Homosexualität]] bis in die 1960er/1970er Jahre strafrechtlich verfolgt, was bei weiblicher Homosexualität nicht der Fall war. In Österreich stand weibliche Homosexualität auch unter Strafe, wurde aber seltener geahndet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Bruce Malina: &amp;#039;&amp;#039;Does Porneia Mean Fornication?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;NovT.&amp;#039;&amp;#039; 14, 1972, S.&amp;amp;nbsp;10–17.&lt;br /&gt;
* Joseph Jensen: &amp;#039;&amp;#039;Does Porneia Mean Fornication? A Critique of Bruce Malina&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;NovT.&amp;#039;&amp;#039; 20, 1972, S.&amp;amp;nbsp;161–184.&lt;br /&gt;
* Markus Schäller: [http://etd.unisa.ac.za/ETD-db/theses/available/etd-08182005-101052/unrestricted/dissertation.pdf &amp;#039;&amp;#039;Paul’s Argumentation on sexual issues in corinth, specifically pertaining to 1 Corinthians 5-7&amp;#039;&amp;#039;.] (PDF) Master of Theology, University of South Africa, 2005 (deutsch, viel über Porneia)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4197580-7}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sexualgeschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Gesetzesfreak</name></author>
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