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	<title>Untermensch - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Untermensch&amp;diff=234732&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Fan-vom-Wiki: /* Sprache des Nationalsozialismus */ tk</title>
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		<updated>2025-12-27T01:35:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Sprache des Nationalsozialismus: &lt;/span&gt; tk&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt Untermensch als Begriff im NS-Sprachgebrauch. Zu Heinrich Himmlers 1942 erschienener Broschüre siehe [[Der Untermensch]].}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Der Untermensch.jpg|mini|Titelbild der Broschüre &amp;#039;&amp;#039;[[Der Untermensch]]&amp;#039;&amp;#039;, die [[Reichsführer SS]] [[Heinrich Himmler]] 1942 im [[Nordland-Verlag]] veröffentlichte]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Untermensch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein Schimpfwort, mit dem Menschen als moralisch oder biologisch minderwertig abqualifiziert werden. Er wurde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts insbesondere in der [[Eugenik]] und der [[Sprache des Nationalsozialismus]] gebraucht. In der Ideologie des [[Nationalsozialismus]] wurde er als [[Antonym]] zum „[[Arier]]“ verwendet und auf Menschen aus [[Osteuropa]], auf [[Juden]] und so genannte [[Asoziale (Nationalsozialismus)|Asoziale]] angewandt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Entstehung und frühe Verwendung ===&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Untermensch&amp;#039;&amp;#039; findet sich zum ersten Mal bei [[Jean Paul]] (1763–1825) belegt. 1813 verwendet er ihn als [[Antonym]] zu dem sittlich überlegenen „Hochmenschen“ für „ein Wesen, das auf tieferer Stufe steht als der Mensch“ und das er als nahezu affenartig beschreibt.&amp;lt;ref&amp;gt;Jean Paul: &amp;#039;&amp;#039;Museum&amp;#039;&amp;#039;, [https://www.projekt-gutenberg.org/jeanpaul/museum/museum3c.html § 12] (online im [[Projekt Gutenberg]]), zitiert bei Cornelia Schmitz-Berning: &amp;#039;&amp;#039;Vokabular des Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; Walter de Gruyter, Berlin / New York 2007, ISBN 978-3-11-092864-8, S. 619.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Theodor Fontane]] (1819–1898) lässt in seinem [[Roman]] &amp;#039;&amp;#039;[[Der Stechlin (Roman)|Der Stechlin]]&amp;#039;&amp;#039; (1898) seinen Protagonisten  sagen: „Jetzt hat man statt des wirklichen Menschen den so genannten [[Übermensch#Friedrich Nietzsche|Übermenschen]] etabliert; eigentlich aber gibt es bloß noch Untermenschen“. Damit sollte der zeitgenössische Übermenschenkult, der sich in der Rezeption von [[Friedrich Nietzsche]]s &amp;#039;&amp;#039;[[Also sprach Zarathustra]]&amp;#039;&amp;#039; mit hierarchisierenden und polarisierenden Untertönen ausbreitete, lächerlich gemacht werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Katharina Grätz: &amp;#039;&amp;#039;Kommentar zu Nietzsches „Also sprach Zarathustra“ I und II&amp;#039;&amp;#039;. Walter de Gruyter, Berlin/Boston 1923, S. 126; der Philologe [[Victor Klemperer]] bezweifelt in seinem Tagebuch am 26. Dezember 1940, dass Fontane das Wort erfunden hat – „das Gegenstück zu Übermensch lag in der Luft“; [[Walter Nowojski]], Hadwig Klemperer (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;„Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten.“ Tagebücher 1933–1945.&amp;#039;&amp;#039; Aufbau, Berlin 1995, ISBN 3-7466-5514-5, Bd. 1, S. 567.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Kinofilm &amp;#039;&amp;#039;[[Die Nibelungen (1924)|Die Nibelungen]]&amp;#039;&amp;#039; von [[Fritz Lang]] aus dem Jahr 1924 wird der Schmied [[Mime (Schmied)|Mime]] als Untermensch dargestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;Anton Kaes: &amp;#039;&amp;#039;Shell Shock Cinema: Weimar Culture and the Wounds of War.&amp;#039;&amp;#039; Princeton University Press, 2011, S. 138 [http://books.google.de/books?id=6VwDxiQauXcC&amp;amp;pg=PA138&amp;amp;dq=Untermensch++fritz+lang+siegfried&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=LrrRU6uRH8KS7AanyoHABg&amp;amp;ved=0CCMQ6AEwAQ#v=onepage&amp;amp;q=Untermensch%20%20fritz%20lang%20siegfried&amp;amp;f=false]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die politische Verwendung des Worts geht auf den Untertitel der deutschen Übersetzung des 1922 erschienenen Buches &amp;#039;&amp;#039;The Revolt against Civilization: The Menace of the Under Man&amp;#039;&amp;#039; (dt.: &amp;#039;&amp;#039;Der Kulturumsturz – Die Bedrohung durch den Untermenschen&amp;#039;&amp;#039; 1925) des [[Vereinigte Staaten|US-amerikanischen]] Anthropologen, [[Rassentheorie|Rassentheoretikers]] und Eugenikers [[Lothrop Stoddard]] (1883–1950) zurück. Obwohl er dies selbst nicht explizit so ableitet und der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Untermensch&amp;#039;&amp;#039; bei Nietzsche nicht auftaucht, mag auch Stoddard bei seiner Wortschöpfung von Nietzsches Konzept des Übermenschen beeinflusst gewesen sein. Jedenfalls demonstriert Stoddard in einer Passage seines Buches (S. 261), dass er mit dem Begriff vertraut ist.&amp;lt;ref&amp;gt; [[Domenico Losurdo]]: &amp;#039;&amp;#039;Kampf um die Geschichte. Der historische Revisionismus und seine Mythen. Nolte, Furet und die anderen.&amp;#039;&amp;#039; PapyRossa, Köln 2007, S. 21, 29.&amp;lt;/ref&amp;gt; Stoddard sah in der [[Oktoberrevolution]] eine Bedrohung für die Menschheit, die seines Erachtens von den sie tragenden „Untermenschen“ ausging: „Diese Weltanschauung des Untermenschen nennt man heute [[Bolschewismus]].“&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert bei Cornelia Schmitz-Berning: &amp;#039;&amp;#039;Vokabular des Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; Walter de Gruyter, Berlin / New York 2007, S. 620.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Den Begriff ging in den rechtskonservativen Diskurs in Deutschland ein. So verwendete ihn etwa der konservative Publizist [[Paul Rohrbach]] (1869–1956) wiederholt. In der Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;Gewissen&amp;#039;&amp;#039; schrieb er:&lt;br /&gt;
{{Zitat|Was ist das, der Untermensch? Kein Begriff, keine bloße Idee, kein Sinnbild und kein Gleichnis, sondern etwas schreckhaft Lebendiges. Wenn wir sagen, daß unsere Volkszukunft bedroht ist durch den Untermenschen, so heißt das: unter uns verkleinert sich die Zahl der Menschen, deren Erbmasse reich genug an Tüchtigkeit ist! […] Wo kommt der Untermensch her? Er kommt nirgends her, er ist da, von Anfang an und in jedem Volk.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Paul Rohrbach: [https://dfg-viewer.de/show/?set%5Bmets%5D=https://content.staatsbibliothek-berlin.de/zefys/SNP24359476-19270321-0-0-0-0.xml &amp;#039;&amp;#039;Aufstieg und Untermensch.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Gewissen.&amp;#039;&amp;#039; 9. Jahrgang, Nr. 12, 21. März 1927, S.&amp;amp;nbsp;2–3.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
Unter der Heraufkunft des Untermenschen verstand Rohrbach eine zunehmende Vermassung, die übermäßige Vermehrung der Unterschicht und den Verlust vermeintlich höherwertigen Erbgutes innerhalb des Volkes. Gegen Ende von Rohrbachs Roman &amp;#039;&amp;#039;Der Tag des Untermenschen&amp;#039;&amp;#039; (1929) äußert der Protagonist: {{Zitat|Eine Gnadenwahl des Blutes schlechthin will ich nicht behaupten. Aber der Untermensch ist da von Anfang an und in jedem Volk; nur war er nicht das Volk. Noch ist er es nicht – aber er schickt sich an, es zu werden.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Paul Rohrbach: &amp;#039;&amp;#039;Der Tag des Untermenschen.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1929.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sprache des Nationalsozialismus ===&lt;br /&gt;
In die Sprache des Nationalsozialismus übernommen wurde der Begriff durch [[Alfred Rosenberg]] (1892–1946), der in seinem Werk &amp;#039;&amp;#039;[[Der Mythus des 20. Jahrhunderts]]&amp;#039;&amp;#039; schrieb, die „neue Weltanschauung“, die er begründen wollte, werde „allein uns die Kraft geben […] zur Niederwerfung der angemaßten Herrschaft des Untermenschen und zur Erschaffung einer alle Lebensgebiete durchdringenden arteigenen Gesittung.“&amp;lt;ref&amp;gt;Alfred Rosenberg: &amp;#039;&amp;#039;Der Mythus des 20. Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039;. Hoheneichen Verlag, München 1930, S. 115, zitiert bei Cornelia Schmitz-Berning: &amp;#039;&amp;#039;Vokabular des Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; Walter de Gruyter, Berlin / New York 2007, S. 186.&amp;lt;/ref&amp;gt; Unter diese Kategorie rechnete er alle angeblich nicht-nordischen Ethnien Russlands: „[[Chinesen]] und Wüstenvölker, [[Juden]], [[Armenier]]“, Menschen, die „Lothrop Stoddard zu Recht als Untermenschen bezeichnete“.&amp;lt;ref&amp;gt; Alfred Rosenberg: &amp;#039;&amp;#039;Der Mythus des 20. Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039;. Hoheneichen Verlag, München 1930, S. 214; Domenico Losurdo: &amp;#039;&amp;#039;Kampf um die Geschichte. Der historische Revisionismus und seine Mythen. Nolte, Furet und die anderen.&amp;#039;&amp;#039; PapyRossa, Köln 2007, S. 191.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1930 benutzte der nationalsozialistische Rassentheoretiker [[Hans F. K. Günther]] (1891–1968) den Begriff in seiner Theorie erblicher Minderwertigkeit. Unter den davon Betroffenen sei eine „große Zahl der ‚Untermenschen‘ zu finden – um ein zuerst von Fontane gebrauchtes Wort anzuwenden“. Diese definierte er als „werteverneinenden, gesittung-unterwühlende Erblich-Minderwertige“.&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert bei Cornelia Schmitz-Berning: &amp;#039;&amp;#039;Vokabular des Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; Walter de Gruyter, Berlin/New York 2007, S. 202.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Schulbuch, mit dem in der Zeit des Nationalsozialismus [[Biologieunterricht]] erteilt wurde, beschrieb mit diesem Wort als asozial diskriminierte Menschen, die vor allem in Großstädten als [[Lumpenproletariat]] leben und nur untereinander heiraten würden: {{Zitat|Sie brauchen ihrer verstandesmäßigen Begabung nach durchaus nicht minderwertig zu sein, aber ihr völliger Mangel an [[Gemeinsinn (Gemeinwohl)|Gemeinschaftssinn]], der erblich bedingt ist, macht sie sehr gefährlich. Sie gehen meist abstammungsgemäß auf das Diebes- und Gaunergesindel des 17. und 18. Jahrhunderts zurück.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt; Cornelia Schmitz-Berning: &amp;#039;&amp;#039;Vokabular des Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; Walter de Gruyter, Berlin / New York 2007, S. 264.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem erstmals 1933 erschienenen Buch &amp;#039;&amp;#039;Volk in Gefahr&amp;#039;&amp;#039; warnte der Verleger [[Otto Spatz]] vor der angeblich höheren [[Fruchtbarkeit|Fertilität]] sozial Benachteiligter und veranschaulichte diese „Drohung des Untermenschen“ in einem Schaubild, wonach „männliche Verbrecher“ durchschnittlich 4,9 Kinder hätten, eine Akademikerehe bringe es dagegen nur auf 1,9 Kinder.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://web.archive.org/web/20070929120657/http://www.doew.at/service/ausstellung/1938/17/17_15.html Link zum Bild], abgedruckt bei [[Wolfgang Wippermann]], [[Michael Burleigh]]: &amp;#039;&amp;#039;The Racial State. Germany 1933–1945.&amp;#039;&amp;#039; Cambridge University Press, Cambridge 1991, S. 169.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem aber wurden in der Zeit des Nationalsozialismus Menschen als Untermenschen abqualifiziert, die im nationalsozialistischen Rassenwahn nicht der „nordischen Rasse“ bzw. den „Ariern“ zuzurechnen waren. Diese wurden als [[Herrenmensch]]en bezeichnet, denen die Untermenschen, scheinbar von Natur aus, untergeordnet waren. Sie hatten ihnen zu dienen und wenn ihr „Nutzwert“ erschöpft war, konnte man sich ihrer entledigen. Mit Bezeichnungen wie [[Fremdvölkische|artfremd]], Ungeziefer und Parasit war &amp;#039;&amp;#039;Untermensch&amp;#039;&amp;#039; ein immer wiederkehrender Begriff der [[NS-Propaganda]], mit dem die Entrechtung, [[Deportation]] und schließlich Ermordung der Betroffenen ideologisch vorbereitet wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Armin Bergmann: &amp;#039;&amp;#039;Untermensch-Propaganda&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Wolfgang Benz]], [[Hermann Graml]] und [[Hermann Weiß (Historiker)|Hermann Weiß]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Enzyklopädie des Nationalsozialismus]].&amp;#039;&amp;#039; Klett-Cotta, Stuttgart 1997, S. 772.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1936 bezeichnete der [[Reichsführer SS]]  [[Heinrich Himmler]] den Bolschewismus als „vom Juden organisierten und geführten Kampf des Untermenschen“: „Der Kampf zwischen Menschen und Untermenschen“ sei „geschichtliche Regel“, „dieser vom Juden geführte Krieg gegen die Völker“ gehöre „zum natürlichen Ablauf des Lebens auf unserem Planeten“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Christoph Kopke]]: &amp;#039;&amp;#039;Schutzstaffel&amp;#039;&amp;#039;. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Handbuch des Antisemitismus]]. Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Bd.&amp;amp;nbsp;5: &amp;#039;&amp;#039;Organisationen, Institutionen, Bewegungen.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin 2012, ISBN 978-3-11-027878-1, S. 547.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem [[Überfall auf Polen]] wies das [[Reichspropagandaministerium]] die Presse an, das Wort in Bezug auf [[Polen (Ethnie)|Polen]] zu benutzen: Am 14. Oktober 1939 erging die Anweisung: {{Zitat|Es muß auch der letzten Kuhmagd in Deutschland klargemacht werden, daß das Polentum gleichwertig ist mit Untermenschentum. […] Dieser Tenor soll immer nur [[leitmotiv]]artig anklingen und gelegentlich in feststehenden Begriffen, wie ‚[[Polnische Wirtschaft (Stereotyp)|Polnische Wirtschaft]]‘, ‚Polnische Verkommenheit‘ und ähnlichem in Erscheinung treten, bis jeder in Deutschland jeden Polen, gleichgültig ob Landarbeiter oder Intellektuellen, im Unterbewußtsein schon als Ungeziefer ansieht.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt; Cornelia Schmitz-Berning: &amp;#039;&amp;#039;Vokabular des Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; Walter de Gruyter, Berlin / New York 2007, S. 622.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
Als im Sommer 1941 die [[Wehrmacht]] [[Deutsch-Sowjetischer Krieg|in die Sowjetunion einfiel]], ließ  [[Reichsführer SS]] [[Heinrich Himmler]] eine Broschüre mit dem Titel &amp;#039;&amp;#039;[[Der Untermensch]]&amp;#039;&amp;#039; veröffentlichen. Das Heft sollte die deutsche Bevölkerung zum Hass gegen die Völker der Sowjetunion aufstacheln und die Kampfmoral der Truppen stärken. Es enthielt weniger Informationen über die Sowjetunion und den Kommunismus, sondern bestärkte vor allem primitive rassistische Vorurteile. Der überwiegende Teil bestand aus Fotos, die in entstellter Form [[Kriegsgefangene des Zweiten Weltkrieges#Sowjetische Soldaten in deutschem Gewahrsam |sowjetische Kriegsgefangene]] mit fratzenhaften Gesichtern zeigten. Auch die &amp;#039;&amp;#039;[[Wochenschau]]&amp;#039;&amp;#039; zeigte regelmäßig Propagandafilme über den „Russlandfeldzug“. Einfach gebaute russische Holzhäuser, ärmlich gekleidete Bauern und schlechte Straßen sollten die Deutschen davon überzeugen, wie primitiv die Russen lebten. Zugleich sollte der deutsche Einmarsch gegenüber der breiten Öffentlichkeit begründet werden. Auch die zahlreichen so genannten [[Ostarbeiter]], [[Zwangsarbeit in der Zeit des Nationalsozialismus|Zwangsarbeiter]], die aus den besetzten Gebieten der Sowjetunion zunächst angeworben, später deportiert wurden, wurden als rassisch minderwertige Untermenschen bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;Cornelia Schmitz-Berning: &amp;#039;&amp;#039;Vokabular des Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; Walter de Gruyter, Berlin / New York 2007, S. 453.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die biologische Degenerierung der angeblichen bolschewistischen Untermenschen versuchte man auch wissenschaftlich zu verifizieren: Der SS-Hauptsturmführer und Straßburger Professor [[August Hirt]] berichtete am 6. Februar 1942, die „[[Jüdischer Bolschewismus|jüdisch-bolschewistischen]] [[Politkommissar|Kommissaren]]“, die nach dem [[Kommissarbefehl]] vom 6. Juni 1941 ausnahmslos zu erschießen waren, würden „ein widerliches, aber charakteristisches Untermenschentum verkörpern“. In ihren Schädeln glaubte er „ein greifbares, wissenschaftliches Dokument zu erwerben“, weshalb diese gesichert und ihm für seine [[Straßburger Schädelsammlung]] zugesandt werden sollten.&amp;lt;ref&amp;gt;Cornelia Schmitz-Berning: &amp;#039;&amp;#039;Vokabular des Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; Walter de Gruyter, Berlin / New York 2007, S. 622.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verwendung durch Gegner des Nationalsozialismus ===&lt;br /&gt;
Das Wort &amp;#039;&amp;#039;Untermensch&amp;#039;&amp;#039; war in den 1930er und 1940er Jahren so verbreitet, dass auch Gegner des Nationalsozialismus es benutzten, wenn auch nicht in rassistischen Zusammenhängen. So nannte der Reichstagsabgeordnete der SPD [[Kurt Schumacher]] am 23. Februar 1932 zwei Mitglieder der NSDAP, die ihn beleidigt hatten und gerichtlich verurteilt worden waren, „Untermenschen“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Peter Merseburger]]: &amp;#039;&amp;#039;Der schwierige Deutsche. Kurt Schumacher. Eine Biographie&amp;#039;&amp;#039;. Deutsche Verlags-Anstalt, München 1995, S. 120.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der evangelische Pfarrer Friedrich Seggel aus dem oberfränkischen [[Mistelgau]] machte Ende 1938 in einer Predigt seiner Empörung über die [[Novemberpogrome]] mit den Worten Luft: „Ein Christenmensch macht so etwas nicht, das seien Untermenschen gewesen“. Dafür wurde er nach dem [[Heimtückegesetz]] bestraft.&amp;lt;ref&amp;gt; Cornelia Schmitz-Berning: &amp;#039;&amp;#039;Vokabular des Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; Walter de Gruyter, Berlin / New York 2007, S. 620 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der sozialdemokratische Justizinspektor [[Friedrich Kellner]] (1885–1970) bezeichnete am 28. Oktober 1941 die [[Holocaust|Massenerschießungen von Juden]] im [[Deutsche Besetzung Polens 1939–1945|besetzten Polen]], von denen er [[Zeitgenössische Kenntnis vom Holocaust|durch Augenzeugen erfahren]] hatte, in seinem Tagebuch als „bestialischen Handlungsweise dieser Nazi-Untermenschen“, für das ganze deutsche Volk einmal werde büßen müssen.&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert bei [[Bernward Dörner]]: &amp;#039;&amp;#039;Kellner-Tagebücher&amp;#039;&amp;#039;. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch des Antisemitismus. Band 7: Literatur, Film, Theater und Kunst&amp;#039;&amp;#039;. De Gruyter Saur, Berlin 2014, ISBN 978-3-11-034088-4, S. 253.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwendung im Rechtsextremismus nach 1945 ==&lt;br /&gt;
In der [[Christian-Identity-Bewegung]], einer [[Rechtsextremismus|rechtsextremistischenen]] [[Christlicher Fundamentalismus|christlich-fundamentalistischen]] Strömung in den Vereinigten Staaten, gelten [[Weiße]] bzw. „Arier“ als das [[Auserwähltes Volk|auserwählte Volk]], [[Schwarze]] dagegen als Untermenschen („subhumans“).&amp;lt;ref&amp;gt;Harvey W. Kushner: &amp;#039;&amp;#039;Encyclopedia of Terrorism.&amp;#039;&amp;#039; Sage Publications, Thousand Oaks/London/Neu-Delhi 2003, S. 50.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch andere amerikanische Rechtsextremisten gebrauchen das Wort in diesem Sinne und hoffen auf einen „heiligen [[Rassenkampf|Rassenkrieg]]“ („holy race war“).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Thomas Grumke]]: &amp;#039;&amp;#039;Rechtsextremismus in den USA.&amp;#039;&amp;#039; Leske + Budrich, Opladen 2001, ISBN 3-8100-2868-1, S. 204.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Laikos Orthodoxos Synagermos]], eine [[Griechenland|griechische]] [[Rechtspopulismus|rechtspopulistische]] Partei, wurde im Jahr 2000 von dem [[Holocaustleugnung|Holocaustleugner]] Kostas Plevris mitgegründet, der Juden zu Untermenschen erklärt.&amp;lt;ref&amp;gt;Anna Maria Droumpouki: &amp;#039;&amp;#039;Laikos Orthodoxos Synagermos&amp;#039;&amp;#039;. In: Wolfgang Benz (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Handbuch des Antisemitismus.&amp;#039;&amp;#039; Bd.&amp;amp;nbsp;5: &amp;#039;&amp;#039;Organisationen, Institutionen, Bewegungen.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Berlin 2012, ISBN 978-3-11-027878-1, S. 367.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der rechtsextreme Attentäter beim [[Anschlag in München 2016]], der aus rassistischen Gründen neun Menschen mit Migrationshintergrund erschoss, machte  in einem Dokument, das sich später auf seinem [[Personal Computer|PC]] fand, „ausländische Untermenschen mit meist Türkisch-Balkanischen Wurzeln“, die die  Kriminalität regieren würden, „für die Destabilisierung des Stadtteils verantwortlich.“ Sie seien „Kakerlaken, Untermenschen, Menschen die ich Exekutieren werde“.&amp;lt;ref&amp;gt;Rechtschreibung wie im Original; zitiert nach [[Fabian Virchow]]: &amp;#039;&amp;#039;„Yes, it’s a terrorist attack.“ – Manifeste rechten Terrorismus Feindbestimmung, Inspiration und Handlungsanleitung&amp;#039;&amp;#039;. In: Marc Coester, Anna Daun, [[Florian Hartleb]], Christoph Kopke, Vincenz Leuschner (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Rechter Terrorismus: international – digital – analog&amp;#039;&amp;#039;. Springer VS, Wiesbaden 2023, ISBN 978-3-658-40395-9, S. 101–156, hier S. 125. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Despezifikation des Feindes ==&lt;br /&gt;
Für [[Domenico Losurdo]] gibt es in der Neuzeit, nämlich im [[Totaler Krieg|totalen Krieg]] und im [[Kolonialismus]], zwei Arten, mit denen der Nächste aus der Gemeinschaft der Menschen ausgeschlossen und für Mitleid unzugänglich gemacht werden soll, damit brutale Gewalt sich entfalten kann:&lt;br /&gt;
# „naturalistische Despezifikation“, die die Voraussetzungen für den Ausschluss aus der menschlichen Gesellschaft auf ethnischer oder rassistischer Ebene feststellt und darauf aus ist, dem Gegner insgesamt das Menschsein abzusprechen;&lt;br /&gt;
# Despezifikation auf politisch-moralischer Basis, so dass der Feind aus der politisch-sozialen Wertegemeinschaft ausgeschlossen und bekämpft werden kann.&lt;br /&gt;
Dabei könne es in den Auseinandersetzungen auf politisch-moralischer Basis, wie sie für Revolutionen und Bürgerkriege kennzeichnend sind, leicht zu Überschreitungen in naturalistische Despezifikation kommen, ehe zum Gedanken von der Einheit des Menschengeschlechts zurückgekehrt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Domenico Losurdo (2007), S. 74–82.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Armin Bergmann: &amp;#039;&amp;#039;Untermensch-Propaganda&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Wolfgang Benz]], [[Hermann Graml]] und [[Hermann Weiß (Historiker)|Hermann Weiß]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Enzyklopädie des Nationalsozialismus]].&amp;#039;&amp;#039; Klett-Cotta, Stuttgart 1997, S. 772.&lt;br /&gt;
* Domenico Losurdo: &amp;#039;&amp;#039;Kampf um die Geschichte. Der historische Revisionismus und seine Mythen. Nolte, Furet und die anderen.&amp;#039;&amp;#039; Papyrossa, Köln 2007, ISBN 978-3-89438-365-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [http://www.dhm.de/lemo/objekte/pict/d2b04856/index.html Titelbild der Broschüre von 1942]&lt;br /&gt;
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&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
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