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	<title>Unterengadin - Versionsgeschichte</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Sprachen: &lt;/span&gt;Archivlinks geprüft&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;lt;!--schweizbezogen--&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Lavin Unterengadin.JPG|mini|Das Unterengadin, Blick nach Westen auf [[Lavin]]]]&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Unterengadin&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{rmS|{{Audio|Roh-vallader-Engiadina Bassa.ogg|&amp;#039;&amp;#039;Engiadina Bassa&amp;#039;&amp;#039;}}}}, früher &amp;#039;&amp;#039;Engiadina Suot&amp;#039;&amp;#039;, abgeleitet vom [[bündnerromanisch|rätoromanischen]] Namen des Flusses Inn: &amp;#039;&amp;#039;En&amp;#039;&amp;#039;) ist der untere Teil des [[schweiz]]erischen [[Inntal]]s. Gemeinsam mit dem [[Val Müstair]] bildet es im [[Kanton Graubünden]] die [[Region Engiadina Bassa/Val Müstair]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geografie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:PizLinard02.PNG|mini|hochkant|links|[[Piz Linard]], höchster Gipfel des Unterengadins]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Inn im Unterengadin zwischen Susch und Lavin (2008).jpg|mini|Inn zwischen Susch und Lavin]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lage ===&lt;br /&gt;
Das [[Engadin]] liegt im Südosten der [[Schweiz]] im Dreiländereck mit [[Österreich]] und [[Italien]]. Im Südwesten schliesst das Unterengadin an das deutlich flachere und breitere [[Oberengadin]] (Engiadin’Ota) an, mit dem es historisch durch die [[Punt Ota (Cinuos-chel-Brail)|Punt Ota (Hohe Brücke)]] bei der Ortschaft [[Brail]] verbunden wird. Nordwestlich liegen das [[Landwasser (Albula)|Landwassertal]] und [[Davos]], nördlich das [[Prättigau]] und das [[Paznaun]] nordöstlich [[Samnaun]] und im Osten das [[Oberes Gericht|Obere Gericht]]. Südöstlich liegt der [[Vinschgau]], im Süden das [[Münstertal (Alpental)|Münstertal]], im Südwesten [[Livigno]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Talschaft ist weit stärker (1610–1019&amp;amp;nbsp;m) geneigt als das Oberengadin und enger und wilder. Bis zur österreichischen Grenze hinter [[Martina GR|Martina]] gräbt sich der Inn durch die Brailer, Zernezer, Ardezer, Scuoler und Finstermünzer Schlucht. In der wildesten dieser Schluchten, der von &amp;#039;&amp;#039;Finstermünz&amp;#039;&amp;#039;, verlässt er die Schweiz unter der österreichischen Grenzfeste [[Altfinstermünz]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Zernez-Dorf.jpg|mini|Zernez, neben Scuol das wichtigste Dorf im Unterengadin]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ausgangs der Brailschlucht liegt [[Zernez]] in einem Talkessel, nach [[Scuol]] (Schuls) die heute wichtigste Ortschaft des Unterengadins. Auch die meisten übrigen Orte liegen unmittelbar am Ufer des Inns ([[Susch]], [[Lavin]], [[Giarsun]], Scuol, Sur En, [[Strada im Engadin|Strada]] und Martina) oder auf den zahlreichen Südterrassen des Tales ([[Guarda GR|Guarda]], [[Bos-cha]], [[Ardez]], [[Ftan]], [[Sent GR|Sent]], [[Ramosch]], [[Vnà]] und [[Seraplana]], San Nicla und [[Tschlin]]). Einzig mit den Weilern von [[Tarasp]] erstreckt sich eine Ortschaft auf den rechten Terrassen des Inns.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gebirge ===&lt;br /&gt;
Das Unterengadin umfasst auf der linken (nördlichen) Innseite die östlichen Ausläufer der [[Albula-Alpen]], die Südseite der [[Silvretta]] mit dem [[Piz Linard]], [[Piz Buin]], [[Dreiländerspitze]] und [[Silvrettahorn]] und die südlichen Ausläufer der [[Samnaungruppe]] mit dem [[Piz Mundin]], [[Muttler]] und [[Piz Tschütta]]. Rechts des Inns befinden sich Ausläufer der [[Livigno-Alpen]] mit dem [[Piz Quattervals]] und die Gipfel der [[Sesvenna-Gruppe]] wie der [[Piz Pisoc]], [[Piz Tavrü]], [[Piz Plavna Dadaint]], [[Piz Zuort]] und [[Piz Lischana]], die oft als &amp;#039;&amp;#039;Engadiner Dolomiten&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet werden. Ein grosser Teil des Gebirges rechts des Inns ist Bestandteil des [[Schweizerischer Nationalpark|Schweizerischen Nationalparks]]. Der höchste Gipfel des Unterengadins ist mit 3410 Metern der markante Piz Linard.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Seitentäler ===&lt;br /&gt;
Zu den grössten Seitentälern zählen rechts des Inns das [[Spöl|Val da Spöl]], in dem in Zernez die [[Ofenpass]]strasse ins [[Münstertal (Alpental)|Münstertal]] und in den [[Vinschgau]] beginnt, und das [[Val Plavna]] und [[Val S-charl]] bei Tarasp und Scuol. Links des Inn liegen das [[Val Susasca]] bei Susch, von dessen [[Flüelapass|Passhöhe]] es über [[Davos]] ins [[Landwasser (Albula)|Landwassertal]] und [[Prättigau]] geht, sowie das [[Val Tuoi]], [[Val Tasna]] und [[Val Sinestra]] oberhalb von Guarda, Ardez und Sent, die Richtung [[Paznaun]] führen. An der Staatsgrenze nach Österreich zweigt links das abgelegene [[Samnaun]]tal ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ortschaften im Unterengadin ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Scuol 09.jpg|mini|Scuol]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Talabwärts: &amp;#039;&amp;#039;Gemeinde [[Zernez]]&amp;#039;&amp;#039;: [[Brail]] (geografisch und sprachlich-kulturell bereits dem Oberengadin zugerechnet), Zernez, [[Susch]], [[Lavin]]; &amp;#039;&amp;#039;Gemeinde [[Scuol]]&amp;#039;&amp;#039;: [[Giarsun]], [[Guarda GR|Guarda]], [[Bos-cha]], [[Ardez]], [[Ftan]], die ehemalige Gemeinde [[Tarasp]] (mit den Fraktionen Fontana, Sparsels und [[Vulpera]]), Scuol, [[Sent GR|Sent]]; &amp;#039;&amp;#039;Gemeinde [[Valsot]]&amp;#039;&amp;#039;: [[Vnà]], [[Ramosch]], [[Seraplana]] und [[Raschvella]] (Fraktionen der ehemaligen Gemeinde Ramosch), [[Tschlin]], [[Strada im Engadin|Strada]] und [[Martina GR|Martina]] (Fraktionen der ehemaligen Gemeinde Tschlin); [[Samnaun]]: Samnaun-Dorf, Ravaisch, Plan, Laret und Compatsch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
(Quelle:&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.mindspring.com/~philipp/gr_uenga.txt |wayback=20110605121238 |text=The Districts of Obtasna, Untertasna and Remüs }} mindspring.com&amp;lt;/ref&amp;gt;)&lt;br /&gt;
=== Frühzeit und Antike ===&lt;br /&gt;
Archäologische Funde belegen die kontinuierliche Besiedlung des Unterengadins seit der Bronzezeit, wichtige Fundorte waren etwa die &amp;#039;&amp;#039;Muotta dal Clüs&amp;#039;&amp;#039; bei Zernez, &amp;#039;&amp;#039;Padnal&amp;#039;&amp;#039; bei Susch, der Kirchenhügel in Scuol und die &amp;#039;&amp;#039;Motatta&amp;#039;&amp;#039; bei Ramosch. Die Unterengadiner der späten Bronzezeit und frühen Eisenzeit werden der [[Laugen-Melaun-Kultur]] zugeordnet, die der mittleren und späten Eisenzeit der [[Fritzens-Sanzeno-Kultur|Fritzens-Sanzeno-Zivilisation]]. 15 v. Chr. führten die Feldzüge der [[Augustus]]-Söhne [[Tiberius]] und [[Drusus]] auch durchs Engadin, die dort lebenden [[Räter]] wurden dem römischen Reich eingegliedert und im Verlauf der römischen Herrschaft romanisiert. Einige Münzfunde belegen die römische Herrschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der Christianisierung entstand in [[Chur]] das erste Bistum nördlich der Alpen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frühmittelalter ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Ramosch-Dorf.jpg|mini|Ramosch mit der Florinus-Kirche]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit den [[Völkerwanderung]]en wurde die Provinz [[Raetia prima|Raetia Prima]] bzw. [[Churrätien|Raetia Curiensis]] und damit auch das Unterengadin zunächst Teil des [[Ostgotenreich|Ostgotischen Reiches]], zwischen 533 und 548 fiel es dann an das [[Frankenreich]]. Die politische Kontrolle über Churrätien lag während der fränkischen Herrschaft bis 765 in der Hand der Churer Adelsfamilie der [[Viktoriden]]. Verschiedene Vertreter dieser Dynastie verbanden das alte politische Amt des &amp;#039;&amp;#039;praeses&amp;#039;&amp;#039; mit der Würde des Bischofs von Chur. So gelang es ihnen, sowohl das alte römische Kaiser- und Fiskalgut wie auch Kirchengüter zu kontrollieren. [[Karl der Grosse]] konnte ab 772/74 die bis dahin weitgehend selbständige Provinz enger an das Reich binden. Mit [[Remidius]] setzte er zunächst einen Bischof vom Kaiserhof ein, nach dessen Tod gelang ihm in Churrätien die Trennung zwischen Reichs- und Kirchengütern, dem Bischof wurde offenbar ein grosser Teil seiner Besitztümer entzogen. Gleichzeitig wurde mit der [[Grafschaft]]sverfassung auch die weltliche Gerichtsgewalt getrennt. Für das Unterengadin hatte das –&amp;amp;nbsp;im Gegensatz etwa zum Oberengadin&amp;amp;nbsp;– über Jahrhunderte währende Konflikte um die Vormachtstellung in der Talschaft zur Folge. Die vielfach sich durchkreuzenden Herrschafts- und Lehnrechte der Besitzer führten zu langen Fehden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als frühmittelalterliches Zentrum des Unterengadins gilt Ramosch, wo sich im 6. Jahrhundert die erste christliche Kirche des Engadins befand und von wo sich die christliche Gemeinde des Engadins entwickelte. Hier in Ramosch bzw. Remüs wirkte [[Florinus von Remüs]] als Pfarrer. Sein Grab wurde bis zur Reformation 1530 zum Pilgerort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hochmittelalter ===&lt;br /&gt;
[[Datei:CH Tarasp Fontana edit.jpg|mini|Tarasp und Schloss Tarasp]]&lt;br /&gt;
Die Markgrafschaft Churrätien gehörte zum 917 proklamierten [[Herzogtum Schwaben]] und damit zum aus dem [[Karolinger|karolingischen]] [[Ostfrankenreich]] entstandenen [[Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reich]]. Das Unterengadin war Bestandteil der Grafschaft [[Vinschgau]], die Mitte des 12. Jahrhunderts an die Grafen von [[Tirol]] fiel. Die Tiroler Grafen hielten die Rechte der [[Blutgerichtsbarkeit|hohen Gerichtsbarkeit]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Währenddessen konnten die Bischöfe von Chur nach den Beschränkungen durch Karl den Grossen ihre weltlichen Einflüsse auf das Unterengadin über neuerlichen Streubesitz wieder ausdehnen: So übernahm das Bistum, das seine Ansprüche auf Schenkungen [[Otto I. (HRR)|Ottos&amp;amp;nbsp;I.]] und [[Heinrich II. (HRR)|Heinrich&amp;amp;nbsp;II.]] stützte und die [[niedere Gerichtsbarkeit]] innehatte, ab 1177 für ein paar Jahre die [[Schloss Tarasp|Burg Tarasp]], die ab 1040 von einer wohl aus dem Vinschgau stammenden Familie errichtet worden war, 1209 die Festung [[Ruine Steinsberg|Steinsberg]] bei Ardez, die das Bistum zu seinem Herrschaftsmittelpunkt im Unterengadin ausbaute, 1394 die [[Burg Tschanüff|Burg Ramosch]], einem bedeutenden Verwaltungszentren des Unterengadins, etwas später die Festung [[Schloss Wildenberg (Zernez)|Wildenberg-Planta]] in Zernez. Über das Unterengadin verteilt waren auch die Besitztümer der benachbarten Benediktinerklöster [[Abtei Marienberg|Marienberg]] im Vinschgau und [[Kloster Müstair|Mustair]] im Val Müstair, die durch die Herren von Tarasp mit Lehnsrechten bedacht worden waren. Auch die [[Matsch (Adelsgeschlecht)|Herren von Matsch]], hervorgegangen aus der Familie derer von Tarasp, waren im Besitz etlicher Lehnsrechte im Unterengadin, sie verwalteten beispielsweise ab 1273 die Burg Tarasp, die 1239 an Graf Albert von Tirol gegangen war. Die Tiroler Grafen übertrugen die Rechtsprechung im Raum [[Nauders]], zu dem auch das Unterengadin gehörte, an die Herren von Matsch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterdessen dehnten die Engadiner Bauern ihre Weidegründe über das Unterengadin hinaus aus: Die Nordhänge des [[Flüelapass]] im dünn besiedelten Raum um [[Davos]] gehörten zu den Almen Suschs, wurden mit der Besiedlung durch die [[Walser]] im 13. Jahrhundert zunächst an diese verpachtet und 1328 verkauft.&amp;lt;ref&amp;gt;{{HLS|8825|Flüelapass|Autor=Jürg Simonett|Datum=2005-10-28|Zugriff=2019-06-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Herren von Tarasp besassen schon im 11. Jahrhundert Alpen im [[Fimbertal]] (Val Fenga) und nahmen im 12. Jahrhundert gemeinsam mit dem Kloster Marienberg im mittleren [[Paznauntal]] um [[Ischgl]] Land. Freie Bauern aus Sent und Ardez besiedelten [[Galtür]], Ischgl und Paznaun, die Gemeinde Sent erwarb dort Weiderechte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hlspaznaun&amp;quot;&amp;gt;{{HLS|15284|Paznaun|Autor=[[Martin Bundi]]|Datum=2014-11-12|Zugriff=2019-06-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;hlsardez&amp;quot;&amp;gt;{{HLS|1520|Ardez|Autor=Paul Eugen Grimm|Datum=2016-12-08|Zugriff=2019-06-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch kirchlich unterstand Galtür der Gemeinde Ardez, die eigene Pfarrkirche wurde erst 1383 geweiht. Ischgl gehörte kirchlich bis 1616 zu Sent, und noch heute liegen Teile des Fimbertals auf Senter Gebiet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hlssent&amp;quot;&amp;gt;{{HLS|1531|Sent|Autor=Paul Eugen Grimm|Datum=2017-07-12|Zugriff=2019-06-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;gtgaltür&amp;quot;&amp;gt;{{GeschichteTirol|ort|galt|Galtür}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Spätmittelalter ===&lt;br /&gt;
[[Datei:PanoramaFinstermünz.JPG|mini|Grenzfeste Finstermünz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1363 fiel Tirol an die [[Habsburg]]er und damit an das Erbherzogtum Österreich. Die Habsburger versuchten seitdem, auch im Unterengadin ihre Besitztümer im Reich zusammenzufassen, zu sichern und auszuweiten, was zu Konflikten mit dem Bistum Chur führte. Als Gegengewicht zur Habsburger Expansion kam es 1365 in Zernez und 1367 in Chur zur Beeidigung des [[Gotteshausbund]]es, an der sich auch die Unterengadiner beteiligten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Geschichte-Tschlin&amp;quot;&amp;gt;[http://www.tschlin.ch/content/view/3/36/lang,de Geschichte der Gemeinde Tschlin]&amp;lt;/ref&amp;gt; Neben dem Bischof von Chur und neben Tirol bzw. dem Haus Habsburg entstand damit mit dem Gotteshausbund im Unterengadin ein dritter Machtfaktor. Um sich vor Überfällen aus dem Engadin zu schützen und an den Verkehrswegen vom Engadin und vom Vinschgau über den Reschenpass nach Tirol Zollgebühren kassieren zu können, errichteten die Österreicher ab 1427 die Grenzfeste [[Altfinstermünz]] in der gleichnamigen Schlucht am unteren Ende des Engadins.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.altfinstermuenz.com/de/geschichte/geschichte/ Altfinstermünz: Geschichtlicher Überblick]&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine ähnliche, wenn auch deutlich kleinere Talsperre besteht mit [[La Serra]] in Zernez.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Register der Grafschaft Tirol von 1427 belegten für das Unterengadin rund 2&amp;#039;000 Einwohner, von denen ca. 800 der Grafschaft Tirol mit ihrem Sitz in [[Meran]] unterstellt waren. In Tschlin etwa unterstanden 78 Prozent, in Sent sogar 90 Prozent der Bevölkerung der Grafschaft, die ihre Rechte und Besitzungen durch den Vogt des benachbarten [[Nauders]] am [[Reschenpass]] im Obervinschgau verwalten liess. Die [[Hohe Gerichtsbarkeit]] bzw. Blutsgerichtsbarkeit lag in Nauders, also bei den Grafen von Tirol, denen auch die Jagd- und Fischereirechte, die Bergwerke, etwa in [[Val S-charl|S-charl]], und die Gewässer unterstanden und die die Wälder ausbeuten liessen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der damalige Gerichtsbezirk &amp;#039;&amp;#039;Sur Muntfallun&amp;#039;&amp;#039; (Oberhalb Munt Fallun) umfasste die Ortschaften Zernez, Susch (Süs), Lavin, Guarda, Ardez (Steinsberg) und Ftan, &amp;#039;&amp;#039;Suot Muntfallun&amp;#039;&amp;#039; (Unterhalb Munt Fallun) Scuol (Schuls), Sent (Sins), Ramosch (Remüs, mit Samnaun) und Tschlin (Schleins). Namensgeber war ein Hügel zwischen Scuol und Sent. Das Gericht Sur Muntfallun traf sich in &amp;#039;&amp;#039;Puniasca&amp;#039;&amp;#039; bei Susch, Suot Muntfallun in &amp;#039;&amp;#039;Chünettas&amp;#039;&amp;#039; unweit des Inns bei Sent. Unter den Vögten von Nauders und den Vertretern der Gerichte des Unterengadins und des Vinschgaus sowie Gesandten des Bischofs von Chur und der Klöster [[Abtei Marienberg|Marienberg]] und [[Kloster Müstair|Müstair]] fand in Martina eine jährliche &amp;#039;&amp;#039;Landsprache&amp;#039;&amp;#039; statt. Diese sogenannte Landsgemeinde bestand bis ins 16. Jahrhundert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Geschichte-Tschlin&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die [[niedere Gerichtsbarkeit]] waren drei Gerichtsbezirke zuständig, die sich weitgehend mit den späteren drei Kreisen des Unterengadins decken: Der Gerichtsbezirk [[Kreis Sur Tasna|Sur Tasna]] umfasst die Ortschaften von der Punt Ota bis zum Val Tasna, also Zernez, Susch, Lavin, Guarda und Ardez, der Bezirk [[Kreis Suot Tasna|Suot Tasna]] die Orte Ftan, Scuol, Sent und Tschlin, der Bezirk [[Kreis Ramosch|Ramosch]] die zur Burg gehörigen Gebiete. Nach dem 15. Jahrhundert gehören auch Tschlin und Samnaun zum Kreis Ramosch. Das österreichische Tarasp kam erst 1803 zum Kreis Obtasna.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem zunehmenden Einfluss des Gotteshausbundes, der sich ab 1450 zu einem eigenen staatlichen Gebilde entwickelte, wurde der österreichische Einfluss im Unterengadin –&amp;amp;nbsp;abgesehen von der Enklave Tarasp, die einzige Ortschaft rechts des Inns und abseits der Talstrasse gelegen,&amp;amp;nbsp;– nach und nach zurückgedrängt. Obtasna, Untertasna und Ramosch mit den weit entfernten Tälern [[Avers GR|Avers]] und [[Bivio|Stalla (Bivio)]] wurden zu drei der elf [[Hochgericht (Graubünden)|Hochgerichte]] des Gotteshausbundes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Konflikt zwischen den Engadinern und der formellen Obrigkeit, den Habsburgern, eskalierte 1475 im sogenannten [[Hennenkrieg]], als die Unterengadiner die Abgabe der Fasnachtshühner verweigerten. Die Österreicher plünderten daraufhin das Tal und setzten etwa die Ramoscher Burg in Brand. 24 Jahre später suchte der blutige [[Schwabenkrieg]] das Engadin heim: Nach dem Sieg der Bündner Truppen in der [[Schlacht an der Calven]] zog König [[Maximilian I. (HRR)|Maximilian&amp;amp;nbsp;I.]] Anfang Juni 1499 als Racheaktion mordend und plündernd durchs Unterengadin bis Zernez, brannte mehr als ein Dutzend Dörfer nieder, nahm 36 Geiseln und stahl 6000 Kühe. Am 18. Juli stiessen 500 Tiroler Soldaten über die [[Fuorcla Salet]] nach Tschlin vor, wurden jedoch wieder in die Flucht geschlagen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Geschichte-Tschlin&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Rechte der Tiroler bzw. Habsburger am Unterengadin verloren fortan ihre Bedeutung, bestanden auf dem Papier aber noch bis 1652.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Reformation und Dreissigjähriger Krieg ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Zernez Schloss Wildenberg.jpg|mini|Schloss Wildenberg, Rudolf Plantas Wohnsitz in Zernez]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Philipp Gallicius]] aus Müstair, ehemaliger Benediktinerschüler in Marienburg und Pfarrer in Lavin, führte 1529 die Reformation in Lavin und Guarda ein.&lt;br /&gt;
Bis 1552 trat nach einem [[Bildersturm]] mit Zernez und 1576 mit Sent auch die Gemeinde des Engadins der Reformationsbewegung bei – mit Ausnahme des Österreichischen Tarasps, das bis heute mehrheitlich katholisch geblieben ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hlssent&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Dreissigjähriger Krieg|Dreissigjährigen Krieg]], als sich Frankreich-Venedig und Spanien-Österreich um die Drei Bünde bekriegten, wurde das Engadin verheert: Mit dem [[Zuoz]]er [[Rudolf von Planta]] griff einer der reichsten Bündner und Eigentümer des [[Schloss Wildenberg (Zernez)|Schlosses Wildenberg-Planta]] in Zernez für die katholischen Österreicher Partei. Planta wurde zunächst, unter anderem durch den Oberengadiner Pfarrer [[Jörg Jenatsch]], aus den Drei Bünden vertrieben und für [[Vogelfreiheit|vogelfrei]] erklärt, Schloss Wildenberg zerstört. Der [[Veltliner Mord]], als ein Söldnerheer unter Plantas Neffe [[Giacomo Robustelli]] 500 Protestanten umbrachte und die Gewalt über [[Bormio]] und das [[Veltlin]] übernahmen, gilt als Auslöser der [[Bündner Wirren]]. In der Folge zogen spanische und österreichische Heere durch die [[Drei Bünde]], zu denen sich der Gotteshausbund mit dem [[Grauer Bund|Grauen Bund]] und dem [[Zehngerichtebund]] zusammengeschlossen hatte. So kam der österreichische Oberst [[Alois Baldiron]] etwa mit 8000 Mann vom Vinschgau her durch das [[Val S-charl]]. Bei Scuol traf er auf heftigen Widerstand, erkämpfte sich aber den Weg über den Inn und weiter über den Flüela nach Davos. Baldiron und Rudolf Planta, der Anführer der spanischen Truppen, erreichten am 16. November 1621 Chur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Mailänder Verträgen wurde das Engadin 1622 an Österreich abgetreten, die Drei Bünde mussten gegen eine jährliche Gebühr von 25&amp;#039;000 Gulden auf das Münstertal, das Unterengadin, Davos, Schanfigg, Belfort und das Prättigau verzichten. Der protestantische Glauben im Unterengadin wurde verboten, die reformierten Prediger aus dem Unterengadin ausgewiesen. Nach dem [[Prättigauer Aufstand]] wurden die Verträge schon ein Jahr später durch die Drei Bünde aufgekündigt. Wiederum war es Oberst Baldiron, der mit 10&amp;#039;000 Mann von Samnaun durchs [[Val Sampoir]] ins Unterengadin einfiel. [[Rudolf von Salis-Grüsch|Rudolf von Salis]], Oberbefehlshaber der Aufständischen, musste sich mit seiner nur 2000 Mann starken Truppe über den Flüelapass nach Davos zurückziehen und das Unterengadin kampflos den Österreichern überlassen, die die Talschaft plünderten und die Dörfer niederbrannten. Der Lindauer Vertrag bestätigte die österreichische Herrschaft, die in den besetzten Gebieten die Gegenreformation betrieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 17. Februar 1623 schloss das katholische Frankreich, das sich durch die habsburgischen Erfolge bedroht sah, mit [[Savoyen]] und [[Venedig]] ein Bündnis zur Befreiung der Drei Bünde. Als sich das 8000 Mann starke französische Heer mit sechs eidgenössischen Regimentern verbündete, flohen die Österreicher aus dem Unterengadin nach [[Meran]], um im Mai 1629 wieder in Bünden einzufallen und erneut die Gewalt über das Unterengadin zu übernehmen und die Gegenreformation voranzutreiben. Der Österreichische Kommissär von Nauders verlangte gar Entfernung der evangelischen Toten aus den Friedhöfen. Als Widerstand gegen ihn und den zurückgekehrten Rudolf von Planta aufkam, wurde das Unterengadin von 2000 Soldaten besetzt. Als Schweden ins Heilige Römische Reich einfiel, sah sich Österreich gezwungen, sich aus den Drei Bünden wieder zurückzuziehen. Die Drei Bünde wurden faktisch französisches Protektorat. Um das Veltlin zu erobern, durchquerte der französische Oberbefehlshaber [[Henri&amp;amp;nbsp;II. de Rohan]] die Drei Bünde und liess bei Ardez und Susch Befestigungen anlegen. Die [[Fortezza Rohan]] thront noch heute oberhalb von Susch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem [[Westfälischer Friede|Westfälischen Frieden]] endete 1648 der Dreissigjährige Krieg. In zwei Verträgen zwischen den Drei Bünden und Österreich am 10. Juni 1649 und am 27. Juli 1652 wurden die habsburgischen Rechte im Zehngerichtebund, im Münstertal und im Unterengadin mit Krediten der reformierten Orte abgelöst. Die Ortschaften des Unterengadins mit Ausnahme Tarasps kauften sich daraufhin von Österreich frei: Sur Montfallun (Zernez, Susch, Lavin, Guarda, Ardez und Ftan) für 14&amp;#039;000 Gulden, Suot Montfallun (Scuol, Sent, Ramosch (mit der Fraktion Samnaun) und Tschlin) für 12&amp;#039;000 Gulden. Tarasp wurde 1687 den Fürsten von [[Dietrichstein (Adelsgeschlecht)|Dietrichstein]] zu [[Nikolsburg]] in Mähren als erbliches Reichslehen überlassen, die Steuerhoheit verblieb jedoch beim Haus Habsburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neuzeit ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Tschlin ehemalige Ackerbau-Terrassen.jpg|mini|Ehemalige Ackerbauterrassen westlich von [[Tschlin]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Fluela hospiz um 1900.jpg|mini|Flüela-Hospiz um 1900]]&lt;br /&gt;
Mit dem Ausbreiten der [[Französische Revolution|Französischen Revolution]] wurden der bis dahin faktisch unabhängige Freistaat der Drei Bünde mehrfach besetzt, mit ihm das Engadin. Die Drei Bünde und mit ihnen das Engadin sind seit 1799 als [[Kanton Rätien]] Teil der [[Helvetische Republik|Helvetischen Republik]] und seit 1803 als [[Kanton Graubünden]] Teil der [[Schweiz|Eidgenossenschaft]]. Mit dem [[Reichsdeputationshauptschluss]] 1803 kam auch Tarasp zum Kanton, das 1851 bei der kantonalen Neuordnung Teil des Kreises Obtasna wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis Ende des 19. Jahrhunderts war Sent die grösste Gemeinde des Unterengadins.&amp;lt;ref name=&amp;quot;hlssent&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bevölkerung lebte massgeblich von der Viehwirtschaft, vom 15. bis ins 20. Jahrhundert wurde auch, etwa auf den Ackerterrassen von Ramosch und Sent, Getreide angebaut. Als wichtige Einnahmequelle der Gemeinden erwiesen sich die ausgedehnten Wälder, die beispielsweise in Zernez weitgehend abgeholzt wurden und zu den [[Salinen]] der Salzbergwerke von [[Hall in Tirol]] verschifft wurden. Während die spätmittelalterlichen [[Eisenerz]]bergwerke am [[Ofenpass]] im 17. Jahrhundert wieder stillgelegt wurden, lief der Betrieb des Silber- und Bleibergwerks in S-charl mit Unterbrechungen bis zum 19. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während das Transportgewerbe für das Oberengadin und das Obere Gericht seit jeher eine Rolle spielt, der [[Julierpass]] und der [[Reschenpass]] waren schon zu römischen Zeiten wichtige Transportwege, liegt das Unterengadin etwas abseits der wichtigsten alpinen Transitrouten. Dennoch wurden der [[Flüelapass]] nach Susch und insbesondere der [[Ofenpass]] zu einer wichtigen Einnahmequelle für die Bevölkerung, gleichzeitig führte auch die Transitroute [[Wien]] – [[Innsbruck]] – [[Comer See]] – [[Mailand]] durchs Unterengadin. Zernez entwickelte sich zum Verkehrsknotenpunkt, nicht erst mit dem Bau der [[Bahnstrecke Bever–Scuol-Tarasp|Engadiner Linie]] der [[Rhätische Bahn|Rhätischen Bahn]] von [[Bever GR|Bever]] nach Scuol 1913. Seit Beginn der Neuzeit gibt es einen Fuhrwagenverkehr auf dem Passweg nach [[Tschierv]], seit 1864 einen regelmässigen Postverkehr. Der Flüelapass, von dem die Ortschaft Susch lebte&amp;lt;ref name=&amp;quot;hlssusch&amp;quot;&amp;gt;{{HLS|1523|Susch|Autor=Paul Eugen Grimm|Datum=2016-12-14|Zugriff=2019-06-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, galt als kürzeste Verbindung von Chur über das [[Landwasser (Albula)|Landwasser]]-Tal und [[Davos]] nach Tirol oder den Ofenpass in den Vinschgau. Die erste Fahrstrasse stammt von 1866/67. Bis 1925 galt in Graubünden ein allgemeines Autofahrverbot, und so kamen der Rhätischen Bahn von Chur bis Davos und der Bahnlinie im Tal bis S-cuol eine grosse Bedeutung zu. Die einzige wintersichere Verbindung gegen Norden entstand mit der [[Vereinalinie]] ins Prättigau erst 1999.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Senter Giebel.jpg|mini|hochkant|links|Die typischen Senter Giebel zeigen den Reichtum, den die Auswanderer in die Talschaft holten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem 16. Jahrhundert brachten die Einkünfte der Auswanderer, zunächst Händler und Handwerker, später Konditore und [[Engadiner Zuckerbäcker|Zuckerbäcker]], Geld ins Tal. Die Bündner genossen in Norditalien, insbesondere in Venedig, grosse Privilegien. Ihr Reichtum drückt sich beispielsweise im Ortsbild Sents aus.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.sent-online.ch/istorgia/randulins/index.html |titel=Randulins – emigrants / Emigration |werk=sent-online.ch |hrsg=Gemeinde Sent |datum= |abruf=2025-10-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Engadin konnte nur selten all seine Bewohner ernähren, und so lebten und arbeiteten zeitweise die Hälfte der männlichen Bevölkerung im Ausland.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldhaus Vulpera 1907.jpg|mini|[[Hotel Waldhaus Vulpera|Grandhotel Waldhaus]] in Tarasp-Vulpera]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitte des 19. Jahrhunderts setzte der Tourismus ein. In Scuol, der Tarasper Fraktion Vulpera und dem Val Sinestra entstanden Kurhäuser, rund um die zahlreichen Heilquellen Scuols und Tarasps unzählige Hotels und mit dem &amp;#039;&amp;#039;Tarasp-Schuls-Vulpera&amp;#039;&amp;#039; ein mondäner Kurort. Der [[Erster Weltkrieg|Erste Weltkrieg]] brachte den Bäder- und Sommertourismus jedoch wieder zum Erliegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inzwischen ist der Tourismus, insbesondere dank des in den 1970er Jahren aufkommenden Wintertourismus im Skigebiet [[Motta Naluns]], zu einer der wichtigsten Einnahmequellen des Tals geworden. Dazu kommen Konzessionseinnahmen aus der Wasserkraftnutzung: Die [[Engadiner Kraftwerke]], die Strom aus dem Wasser des [[Spöl]]s und Inns gewinnen, wurden 1954 gegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bevölkerung ==&lt;br /&gt;
Derzeit (Dezember 2021) leben 7780 Menschen im Unterengadin, davon 1513 in Zernez, 4650 in Scuol, 829 in Valsot und 788 in Samnaun.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sprachen ===&lt;br /&gt;
Während im [[Oberengadin]] das [[Bündnerromanisch|rätoromanische]] Idiom [[Putér]] im Alltag stark durch das [[Schweizerdeutsch]] bedrängt wird, ist das unterengadinische [[Vallader]] noch verhältnismässig stark vertreten. Es ist Amtssprache und wird an den Schulen unterrichtet. Im [[Samnaun]] setzte sich mit Beginn des 19. Jahrhunderts die [[deutsche Sprache]] durch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Rund 54 Prozent der Einwohner des Unterengadins und Samnauns gaben bei der Volkszählung 2000 Rätoromanisch als Muttersprache an, 38&amp;amp;nbsp;Prozent Deutsch.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Toter Link|url=http://www.laregiun.ch/dynamic/uploads/deepdownloads_1239030448_1.xls |text=Wohnbevölkerung nach Hauptsprache, Kanton GR und Regionen |datum=2025-10 }} ([[Microsoft Excel|MS Excel]]) laregiun.ch&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Brauchtum ==&lt;br /&gt;
Anfangs Februar wird in Scuol das Fest des &amp;#039;&amp;#039;[[L’Hom Strom|Hom Strom]]&amp;#039;&amp;#039; gefeiert, in Ftan der &amp;#039;&amp;#039;[[Schüschaiver]]&amp;#039;&amp;#039;. In Samnaun wird am 5. Dezember [[Clau Wau]] gefeiert. Am 1.&amp;amp;nbsp;März wird der &amp;#039;&amp;#039;[[Chalandamarz]]&amp;#039;&amp;#039; begangen. In Guarda spielt die Geschichte des [[Schellen-Ursli]], zu der es mehrere Erlebniswege gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Besonderheit des Unterengadins ist die &amp;#039;&amp;#039;[[Übernamen der Engadiner Dörfer|Tradition der Übernamen für die Dörfer]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Galerie ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ftan Engadin.jpg|Ftan&lt;br /&gt;
Guarda.JPG|Guarda&lt;br /&gt;
Farbenfrohe Engadinerhäuser in Guarda.jpg|[[Engadinerhaus|Engadiner Häuser]] in Guarda&lt;br /&gt;
Ardez01.JPG|Engadiner Häuser in Ardez&lt;br /&gt;
Engadin Ftan-Ardez 1.jpg|Unterengadiner Dolomiten&lt;br /&gt;
CH Val d&amp;#039;Uina.jpg|[[Val d’Uina|Uina-Schlucht]]&lt;br /&gt;
Piz Buin Tuoi Hütte.jpg|Piz Buin von der [[Chamonna Tuoi|Tuoihütte]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Migros-Genossenschafts-Bund (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Feste im Alpenraum&amp;#039;&amp;#039;. Migros-Presse, Zürich 1997, ISBN 3-9521210-0-2, S. 63.&lt;br /&gt;
* Jon Mathieu: &amp;#039;&amp;#039;Bauern und Bären: eine Geschichte des Unterengadins von 1650 bis 1800&amp;#039;&amp;#039;. Octopus-Verlag, Chur 1994.&lt;br /&gt;
* Karsten Plöger: &amp;#039;&amp;#039;Das Engadin. Biografie einer Landschaft.&amp;#039;&amp;#039; Hier und Jetzt Verlag, Zürich 2023, ISBN 978-3-03919-579-4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commons|Engadin}}&lt;br /&gt;
* [http://www.engiadinabassa.ch/index.php?id=8&amp;amp;L=1 Regionalverband &amp;#039;&amp;#039;Pro Engiadina Bassa&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* [https://www.engadin.com/de Engadin Scuol Zernez Tourismus]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4061894-8|VIAF=239891557}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Unterengadin| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tal in Europa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tal im Kanton Graubünden]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Region in Europa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Landschaft im Kanton Graubünden]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Eriosw</name></author>
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