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	<title>Union von Brest - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-04T06:23:47Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Union_von_Brest&amp;diff=352209&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Khatschaturjan: /* Vorgeschichte */</title>
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		<updated>2026-02-21T19:30:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Vorgeschichte&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Union von Brest&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (lateinisch &amp;#039;&amp;#039;Unio Brestensis&amp;#039;&amp;#039;, polnisch &amp;#039;&amp;#039;Unia brzeska&amp;#039;&amp;#039;, ukrainisch Берестейська унія) war ein [[Vertrag]] zwischen führenden Vertretern der [[Orthodoxe Kirchen in der Ukraine|ruthenischen orthodoxen Kirche]] und der [[Römisch-katholische Kirche|römisch-katholischen Kirche]] in [[Polen-Litauen]]. Sie beinhaltete einen Anschluss der [[Orthodoxe Kirchen|orthodoxen]] [[Eparchie]]n an die Struktur und das Kirchenrecht der katholischen Kirche unter Beibehaltung des [[Byzantinischer Ritus|byzantinisch-orthodoxen Ritus]] in [[Liturgie]] und geistlicher Praxis. Sie wurde 1596 in [[Brest (Belarus)|Brest]] beschlossen und ist eines der zentralen Ereignisse der politischen und konfessionellen Geschichte [[Ostmitteleuropa]]s in der [[Frühe Neuzeit|Frühen Neuzeit]]. Aus ihr entstand die [[Ukrainische griechisch-katholische Kirche|unierte griechisch-katholische Kirche]] in Polen-Litauen. Die Union von Brest führte zu einer Spaltung unter den Orthodoxen, da ein beträchtlicher Teil der orthodoxen Geistlichen sowie breite Bevölkerungsschichten sie in Anlehnung an das [[Ökumenisches Patriarchat von Konstantinopel|Ökumenische Patriarchat von Konstantinopel]] nicht anerkannten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgeschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Religie w I Rz-plitej 1573.svg|mini|Orthodoxe Bevölkerung (grün) in Polen-Litauen 1573]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Kuntsevich by Repin.jpg|mini|Jesuit wirbt bei der Bevölkerung von Witebsk für die Union, Zeichnung von [[Ilja Repin]], 1893]]&lt;br /&gt;
Die westlichen Gebiete der [[Kiewer Rus]] gehörten seit 1341 zum [[Königreich Polen]] und dem [[Großfürstentum Litauen]]. Die orthodoxe Bevölkerung konnte in den katholischen Ländern jedoch ihre Strukturen aufrechterhalten.&lt;br /&gt;
Nach der [[Union von Lublin]] 1569, die das Großfürstentum Litauen und das Königreich Polen zu einer Personalunion zusammenschloss, wuchs in der ruthenischen orthodoxen Kirche das Bestreben nach einer Union mit der römisch-katholischen Kirche, auch, um gleichberechtigt mit dem katholischen Klerus zu sein, der im Zuge der [[Katholische Reform|Katholischen Reform]] eine Aufwertung erfahren hatte. Mangelnde theologische Ausbildung und verbreiteter moralischer Verfall innerhalb des orthodoxen Klerus mit Ämterkauf ([[Simonie]]) und [[Konkubinat]]en der Geistlichen erhöhten nun den Reformdruck&amp;lt;ref&amp;gt;[[Serhii Plokhy]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Tor Europas. Die Geschichte der Ukraine&amp;#039;&amp;#039;. Aus dem Englischen von Anselm Bühling u.&amp;amp;nbsp;a. Hoffmann und Campe, Hamburg 2022, S. 141–143. ISBN 978-3-455-01526-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Jesuiten]] warben intensiv um eine Kirchenunion bei der orthodoxen Bevölkerung. Einen besonderen Einfluss hatten dabei Schriften von [[Piotr Skarga|Peter Skarga]] und Benedikt Herbest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1590 verabschiedeten die ruthenischen orthodoxen Bischöfe erstmals eine Erklärung, in der sie ihren Willen zu einer Union mit der römisch-katholischen Kirche bekundeten. 1594 verabschiedeten die Bischöfe das &amp;#039;&amp;#039;Decretum de recipienda et suscipienda communione Sanctae Romanae Ecclesiae&amp;#039;&amp;#039;, in dem sie ihre Vorstellungen formulierten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1592 erklärte König [[Sigismund III. Wasa|Sigismund]] seine begeisterte Zustimmung. Doch der im litauischen Reichsteil einflussreiche [[Konstanty Wasyl Ostrogski|Fürst Ostrogskyj]] konnte sowohl den niederen Klerus als auch manche um die Selbständigkeit ihrer einträglichen Bistümer besorgten Bischöfe hinter sich bringen und in Brest unter dem Vorsitz des Vertreters des Patriarchen von Konstantinopel versammeln.&amp;lt;ref&amp;gt;Serhii Plokhy: &amp;#039;&amp;#039;Das Tor Europas. Die Geschichte der Ukraine&amp;#039;&amp;#039;. Aus dem Englischen von Anselm Bühling u.&amp;amp;nbsp;a. Hoffmann und Campe, Hamburg 2022, S. 145. ISBN 978-3-455-01526-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Union von Brest ==&lt;br /&gt;
=== Verhandlungen in Krakau ===&lt;br /&gt;
Am 12. Juni 1595 schrieben Metropolit [[Michael Rahoza]] und die Bischöfe von Wolodymyr, Luzk und Pinsk Briefe an Papst [[Clemens VIII. (Papst)|Clemens VIII.]] und König Sigismund III. von Polen. Im Anschluss reisten die Bischöfe [[Kyrill Terlecki]] und [[Hypatios Pociej]] nach [[Kraków|Krakau]], wo sie mit Vertretern des Königs und dem [[Apostolischer Nuntius|Apostolischen Nuntius]] die Bedingungen einer Union verhandelten. Am 2. August erklärte König Sigismund, dass er die Rechte und Besitzungen der ruthenischen Kirche erhalten werde, dass der ruthenische Klerus die gleichen Rechte wie der katholische Klerus erhalte, dass die Kirchen und Klöster nicht latinisiert werden und weitere Rechte und Garantien. Der apostolische Nuntius bestätigte die Regelungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verhandlungen in Rom ===&lt;br /&gt;
Daraufhin reisten Kyrill Terlecki und Hypatios Pociej nach [[Rom]], wo sie am 25. November ankamen. Sie wurden von Papst Clemens VIII. und den dortigen Prälaten begeistert empfangen. Es wurden Sonderregelungen wie der Verzicht auf das &amp;#039;&amp;#039;[[filioque]]&amp;#039;&amp;#039; im Glaubensbekenntnis und die Beibehaltung des [[Julianischer Kalender|Julianischen Kalenders]] vereinbart. In der Bulle &amp;#039;&amp;#039;Magnus Dominus et laudabilis&amp;#039;&amp;#039; erklärte Papst Clemens VIII. die Rückkehr der ruthenischen Bischöfe in die katholische Kirche und berichtete über die Entstehung der Union, die Ankunft der Bischöfe in Rom und die besonderen Vereinbarungen. In einem Brief vom 7. Februar 1596 forderte er die ruthenischen Bischöfe auf, in einer Synode ihre Zustimmung zur Union zu erklären. In weiteren Schreiben bat er den König, die Fürsten und Magnaten in Polen-Litauen, die neue Kirche unter ihren Schutz zu stellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im März 1596 waren die beiden Bischöfe wieder in Luzk.&lt;br /&gt;
Im Mai kam es im [[Sejm]] in Warschau zu Widerstand der ruthenischen orthodoxen Abgeordneten, angeführt von [[Konstanty Wasyl Ostrogski|Kostjantyn Ostroskyj]], dem mächtigen Woiwoden von Kiew. Er hatte den Gesandten an den Papst noch Bewaffnete nachgesandt, um sie aufzuhalten – aber ohne Erfolg. Daraufhin machte er sich in Begleitung einer kleinen Armee orthodoxer Adeliger und mit Unterstützung protestantischer litauischer Adliger auf den Weg nach Brest&amp;lt;ref&amp;gt;Serhii Plokhy: &amp;#039;&amp;#039;Das Tor Europas. Die Geschichte der Ukraine&amp;#039;&amp;#039;. Aus dem Englischen von Anselm Bühling u.&amp;amp;nbsp;a. Hoffmann und Campe, Hamburg 2022, S. 144. ISBN 978-3-455-01526-3.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die [[Orthodoxe Bruderschaften|orthodoxen Bruderschaften]] in [[Vilnius|Wilna]] und [[Mariä-Entschlafens-Bruderschaft|Lwiw]] riefen die Gläubigen zum Widerstand gegen die Union auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 12. Juni verkündete König Sigismund III., dass die orthodoxe Kirche sich der römisch-katholischen Kirche anschließen werde. Am 21. August berief Metropolit [[Michael Rahoza]] eine Synode für den 6. Oktober ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Synode von Brest ===&lt;br /&gt;
Am 6. Oktober 1596 versammelten sich sechs orthodoxe Bischöfe und weitere Geistliche mit Vertretern der römisch-katholischen Kirche und des polnischen Königs in der Nikolaikirche in Brest. Nicht eingeladen waren zwei Bischöfe und die orthodoxen Geistlichen, die die Union ablehnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 9. Oktober verlas nach einem feierlichen gemeinsamen Gottesdienst Erzbischof [[Germanos Zahorski]] von Połock die Zustimmung der anwesenden orthodoxen Geistlichen zur Union. Danach zogen alle Teilnehmer in die katholische Marienkirche und feierten noch einmal das &amp;#039;&amp;#039;[[Te Deum]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
Am 10. Oktober wurden die ablehnenden orthodoxen Bischöfe, Archimandriten und andere Geistliche offiziell ihrer Ämter enthoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ergebnisse ===&lt;br /&gt;
Die orthodoxen Eparchien unterstellten sich kirchenrechtlich und organisatorisch dem Papst, die Liturgie und das geistliche Leben folgten weiter dem [[Byzantinischer Ritus|byzantinisch-orthodoxen Ritus]].&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst Christoph Suttner, Klaus Zelzer, Michaela Zelzer: &amp;#039;&amp;#039;Dokumente der Brester Union.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Ostkirchliche Studien]].&amp;#039;&amp;#039; Bd. 56, 2007, S. 273–321.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.archeparchy.ca/documents/history/Union%20of%20Brest.pdf |wayback=20111214224856 |text=Artikel der Brester Union}} (englisch, pdf)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unterzeichner ===&lt;br /&gt;
Die Union von Brest wurde unterschrieben von&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Orthodoxe Vertreter&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Metropolit [[Michael Rahoza]] von Kiew&lt;br /&gt;
* Erzbischof [[Germanos Zahorski]] von Połock&lt;br /&gt;
* Bischof [[Kyrill Terlecki]] von Łuck&lt;br /&gt;
* Bischof [[Hypatios Pociej]] von Włodzimierz&lt;br /&gt;
* Bischof [[Dionysios Zbirujski]] von Chełm&lt;br /&gt;
* Bischof [[Jonas Gogol]] von Pińsk&lt;br /&gt;
* Archimandrit [[Gedeon Brolnicki]] des Lawryszawa-Klosters&lt;br /&gt;
sowie einige weitere Geistliche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Römisch-katholische Vertreter&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Erzbischof [[Jan Dymitr Solikowski]] von Lwiw&lt;br /&gt;
* Bischof [[Bernard Maciejowski]] von Łuck&lt;br /&gt;
* Bischof [[Stanisław Gomoliński]] von Chełm&lt;br /&gt;
* Pater [[Piotr Skarga]], Jesuit&lt;br /&gt;
* Woiwode [[Mikołaj Krzysztof Radziwiłł]] von Troki als Vertreter des polnischen Königs&lt;br /&gt;
* Großkanzler [[Lew Sapieha]] des Großherzogtums Litauen&lt;br /&gt;
sowie weitere Geistliche und Adlige&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gegner ==&lt;br /&gt;
Die meisten orthodoxen Geistlichen und der orthodoxe Adel lehnte die Union in der vorgesehenen Form ab.&lt;br /&gt;
Am 6. Oktober trafen sich ihre Vertreter zu einer eigenen Versammlung in Brest.&lt;br /&gt;
Teilnehmer waren&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Protosynkellos [[Nikephoros (Protosynkellos)|Nikephoros]] für den Patriarchen von Konstantinopel&lt;br /&gt;
* Exarch [[Kyrillos Loukaris]] des Patriarchen von Alexandria&lt;br /&gt;
* Bischof [[Gedeon Balaban]] von Lemberg&lt;br /&gt;
* Bischof [[Michael Kopystynski]] von Przemysl&lt;br /&gt;
* Archimandrit [[Nikephoros Tur]] des Kiewer Höhlenklosters&lt;br /&gt;
&amp;lt;!--* Archimandrit [[Elischa Pleteniecki]] des Klosters Leszcz--&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Woiwode [[Konstanty Wasyl Ostrogski|Konstanty Ostrogski]] von Kiew&lt;br /&gt;
sowie die Vorsteher der meisten orthodoxen Klöster, weitere Geistliche, Vertreter der [[Orthodoxe Bruderschaften|orthodoxen Bruderschaften]] und des orthodoxen Adels.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie erklärten die Union für nicht gültig, da sie ohne Zustimmung der orthodoxen Patriarchen und eines ökumenischen Konzils erfolgt seien.&lt;br /&gt;
Den unierten Bischöfen entzogen sie die Anerkennung als orthodoxe Geistliche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Folgen ==&lt;br /&gt;
=== Polen-Litauen ===&lt;br /&gt;
Die meisten Kirchen und Klöster gingen auf Anordnung des polnischen Königs zur unierten Kirche über.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden orthodoxen Bischöfe, die der Unionsversammlung ferngeblieben waren, wurden von der unierten Kirche für abgesetzt erklärt und mit dem Bann ([[Anathema]]) belegt. König [[Sigismund III. Wasa|Sigismund III.]] entzog ihnen alle geistlichen Rechte. Die [[Eparchie Halitsch|Eparchien von Lwiw]] und [[Eparchie Peremyschl|Przemyśl]] blieben zunächst orthodox, ebenso Klöster, wie das [[Kiewer Höhlenkloster]] und die [[Kloster Mariä Verkündigung (Supraśl)|Klöster von Supraśl]], Żydaczów und [[Dreifaltigkeitskloster Derman|Derman]]. Widerstand kam auch von den [[Orthodoxe Bruderschaften|orthodoxen Bruderschaften]], besonders in Lemberg, Vilnius und Kiew.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Zwei Bischöfe, zahlreiche Klöster, Tausende von Kirchen und Hunderttausende, wenn nicht Millionen orthodoxer Gläubiger galten nun als Gesetzesbrecher.“&amp;lt;ref&amp;gt;Serhii Plokhy: &amp;#039;&amp;#039;Das Tor Europas. Die Geschichte der Ukraine&amp;#039;&amp;#039;. Aus dem Englischen von Anselm Bühling u.&amp;amp;nbsp;a. Hoffmann und Campe, Hamburg 2022, S. 145. ISBN 978-3-455-01526-3.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit hatte der König in [[Galizien]] mit [[Lemberg|Lwiw]] und [[Przemyśl]] erheblich an Einfluss verloren, nur [[Wolhynien]] und die [[Belarus|belarussischen]] Eparchien unterstützten die Union.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1620 setzte Patriarch [[Theophanes III.]] von Jerusalem wieder einen orthodoxen Metropoliten von Kiew und einige weitere orthodoxe Bischöfe ein, allerdings ohne die Zustimmung des polnischen Königs und ohne reale Amtsführung der Bischöfe. Erst 1632 erkannte König [[Władysław IV.]] der orthodoxen Kirche einen Rechtsstatus zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem sich allerdings die [[Linksufrige Ukraine]] sowie Kiew ab 1654 dem Russischen Reich angeschlossen hatten, verloren die in Polen-Litauen verbliebenen orthodoxen Eparchien an Einfluss und wurden von staatlicher Seite massivem Druck ausgesetzt. Bis Ende des 17. Jahrhunderts waren fast alle Kirchen und Klöster zur unierten Kirche übergetreten, 1702 auch die [[Eparchie Halitsch|Eparchie Lwiw]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Russisches Reich ===&lt;br /&gt;
Kiew kam 1648 unter die Kontrolle der Kosaken und 1667 zum Russischen Reich. Dort wurde die unierte Kirche aufgelöst. Nach der Teilung Polens 1795 entstanden in den zum Russischen Reich gekommenen Gebieten wieder orthodoxe Eparchien. Die dortigen unierten Gemeinden traten nach dem Beschluss des Konzils von Polozk 1839 der orthodoxen Kirche bei. In den zwischenzeitlich zu [[Kongresspolen]] zählenden [[Gouvernement#Russland|russischen Gouvernements]] von [[Siedlce]] und [[Lublin]] musste die Union 1875 aufgehoben werden; die Gläubigen wurden gezwungen, zur orthodoxen Kirche [[Konversion (Religion)|überzutreten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Galizien ===&lt;br /&gt;
Eine bessere Position hatte die unierte Kirche im österreichischen Teilungsgebiet der 1795 untergegangenen alten Rzeczpospolita, dem [[Königreich Galizien und Lodomerien]]. Hier bestand die Kirche unter der [[Ukrainer|ukrainischen Bevölkerung]] fort, später auch in der Zeit der [[Zweite Polnische Republik|Zweiten Polnischen Republik]] (1918–1939). Sie wurde hier zu einer der Hauptstützen der ukrainischen Nationalbewegung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ukrainische SSR ===&lt;br /&gt;
1944 wurde die unierte Kirche in Galizien nach dem Anschluss an die UdSSR verboten, die Kirchen und Klöster wurden der orthodoxen Kirche übereignet. Die meisten Priester, Mönche und Nonnen wurden verhaftet, einige ermordet.&amp;lt;ref&amp;gt;Katrin Boeckh: &amp;#039;&amp;#039;Stalinismus in der Ukraine: die Rekonstruktion des sowjetischen Systems nach dem Zweiten Weltkrieg&amp;#039;&amp;#039;. Harrassowitz-Verlag 2007, ISBN 978-3-447-05538-3 (Habilitation); S. 25, 70, 102, 478ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ukraine und Belarus ===&lt;br /&gt;
1990 wurde die [[Ukrainische griechisch-katholische Kirche]] wieder offiziell zugelassen, 1991 entstand die [[Belarussische Griechisch-Katholische Kirche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bewertungen ==&lt;br /&gt;
Papst [[Johannes Paul II.]] würdigte 1995 in einem apostolischen Schreiben anlässlich des 400. Jahrestages die Union von Brest und die griechisch-katholischen Kirchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die orthodoxen Kirchen erkennen die Rechtmäßigkeit der Union von Brest bis heute nicht an und kritisieren deren Abspaltung von der orthodoxen Kirche.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://orthodoxe-bibliothek.de/index.php/zeitschriften/der-boote/1990/1990-3/615 &amp;#039;&amp;#039;Die Union von Brest und die Wunden in der Russischen Kirche bis zur Gegenwart&amp;#039;&amp;#039;] Orthodoxer Kalender (deutsch)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Stiftung [[Pro Oriente]] bemüht sich seit Jahren um eine Vermittlung durch interkonfessionelle wissenschaftliche Publikationen und Angebote zur Begegnung.&amp;lt;ref&amp;gt;Johann Marte (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Internationales Forschungsgespräch der Stiftung Pro Oriente zur Brester Union&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Das östliche Christentum.&amp;#039;&amp;#039; NF Bd. 54). Augustinus-Verlag, Würzburg 2004, ISBN 3-7613-0209-6&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Katholische Ostkirchen]]&lt;br /&gt;
* [[Ukrainische griechisch-katholische Kirche]]&lt;br /&gt;
* [[Fünfundzwanzig Selige der griechisch-katholischen Kirche der Ukrainer]]&lt;br /&gt;
* [[Belarussische Griechisch-Katholische Kirche]]&lt;br /&gt;
* [[Kirchenunion]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://en.wikisource.org/wiki/Catholic_Encyclopedia_(1913)/Union_of_Brest Aurelio Palmieri: &amp;#039;&amp;#039;The Union of Brest&amp;#039;&amp;#039;] Catholic Encyclopedia, 1913 (detaillierte Darstellung mit kleinen Ungenauigkeiten)&lt;br /&gt;
* [http://www.pravenc.ru/text/153419.html &amp;#039;&amp;#039;Brester Union&amp;#039;&amp;#039;] Orthodoxe Enzyklopädie, 2013 (russisch)&lt;br /&gt;
* [http://universal_lexikon.deacademic.com/216972/Brester_Union &amp;#039;&amp;#039;Brester Union&amp;#039;&amp;#039;] Universal-Lexikon, 2000 (kurz)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Union von Brest&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Joachim Bahlcke]], [[Stefan Rohdewald]], [[Thomas Wünsch (Historiker)|Thomas Wünsch]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Erinnerungsorte in Ostmitteleuropa&amp;#039;&amp;#039;. Berlin 2013, S. [https://books.google.de/books?id=vJLoBQAAQBAJ&amp;amp;pg=PA897&amp;amp;lpg=PA897&amp;amp;dq=Metropolit+Kiew+Union+Brest+Rahoza&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=Ncdb8Z3-3o&amp;amp;sig=J4foW5YqZAN8P0F65dRwK7X3F9Y&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwiIw6meudbRAhVHshQKHYT1CJ4Q6AEICzAA#v=onepage&amp;amp;q=Metropolit%20Kiew%20Union%20Brest%20Rahoza&amp;amp;f=false 897ff.]&lt;br /&gt;
* Ihor Harasim: &amp;#039;&amp;#039;Die Union von Brest. Voraussetzungen und Motive ihrer Entstehung.&amp;#039;&amp;#039; In: Johann Marte (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Internationales Forschungsgespräch der Stiftung Pro Oriente zur Brester Union&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Das östliche Christentum.&amp;#039;&amp;#039; NF Bd. 54). Augustinus-Verlag, Würzburg 2004, ISBN 3-7613-0209-6, S. 11–38.&lt;br /&gt;
* Johann Marte, Oleh Turij, Ernst Christoph Suttner, Erzbischof Jeremiasz (Anchimiuk) (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Brester Union. Teil I: Vorgeschichte und Ereignisse der Jahre 1595/1596&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Das östliche Christentum&amp;#039;&amp;#039;. NF Bd. 58). Echter Verlag Würzburg, 2010. ISBN 978-3-429-04179-3, 70 S. (interkonfessionelle Publikation)&lt;br /&gt;
* [[Ernst Christoph Suttner]], [[Klaus Zelzer]], [[Michaela Zelzer]]: &amp;#039;&amp;#039;Dokumente der Brester Union.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Ostkirchliche Studien]].&amp;#039;&amp;#039; Bd. 56, 2007, S. 273–321.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:1596]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kirchengemeinschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentumsgeschichte (Polen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum in Belarus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentumsgeschichte (Ukraine)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum (16. Jahrhundert)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Khatschaturjan</name></author>
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