<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Unergr%C3%BCndlichkeit</id>
	<title>Unergründlichkeit - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Unergr%C3%BCndlichkeit"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Unergr%C3%BCndlichkeit&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-09T03:03:25Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Unergr%C3%BCndlichkeit&amp;diff=2068062&amp;oldid=prev</id>
		<title>88.128.88.41: unenzyklopädischer Ausdruck ersetzt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Unergr%C3%BCndlichkeit&amp;diff=2068062&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2022-07-05T10:59:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;unenzyklopädischer Ausdruck ersetzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Ludwig Thiersch - Unergründlich, 1874.jpg|thumb|&amp;#039;&amp;#039;Unergründlich&amp;#039;&amp;#039;, [[Ludwig Thiersch]], 1874.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Unergründlichkeit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Mittelhochdeutsch|mhd]]. „unergruntlich, gegentheil des durch rückbildung gewonnenen ergründlich“)&amp;lt;ref&amp;gt;So belegt im [[Deutsches Wörterbuch|Deutschen Wörterbuch]] von Jacob und Wilhelm Grimm&amp;lt;/ref&amp;gt; ist ein Ausdruck, der zuerst in der [[Mystik|mystischen]] Literatur des [[Mittelalter]]s verwendet wurde und der Wiedergabe unterschiedlicher griechischer und lateinischer Begriffe und [[Theologie|theologischer]] [[Topos (Geisteswissenschaft)|Topoi]] diente.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HWP&amp;quot;&amp;gt;[[Historisches Wörterbuch der Philosophie]], &amp;#039;&amp;#039;Unergründlichkeit&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 11, S. 147.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Religion ==&lt;br /&gt;
In [[Brief des Paulus an die Römer|Röm 11, 33]] pries [[Paulus von Tarsus|Paulus]] (in der Übersetzung [[Martin Luther]]s) die „Wunderwege Gottes“ ({{B|Röm|11|33}}) und sprach hymnisch von der „Tiefe des Reichtums“ und der „Weisheit und der Erkenntnis Gottes“: Wie „unbegreiflich...und unerforschlich“ seien seine Wege. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Vulgata]] wurden Ausdrücke wie „incomprehensibilia“ (Luther: „unbegreiflich“) und „investigabiles“; („unerforschlich“) verwendet. An sie sowie an den in [[Vetus Latina|altlateinischen Bibelübersetzungen]] vorkommenden Terminus „inscrutabilis“ schlossen sich in der [[Patristik]] Aussagen über die &amp;#039;&amp;#039;Unerforschlichkeit&amp;#039;&amp;#039; der Gerichte, der Ratschläge, der [[Weisheit]], [[Gnade (Theologie)|Gnade]] und Tiefe [[Gott]]es an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach [[Gregor von Nyssa]] habe der [[Apostel]] zeigen wollen, dass [[Mensch|menschlichen]] Gedanken der Weg zur Erkenntnis des göttlichen Wesens unzugänglich sei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HWP&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mittelalter wurde die Stelle im &amp;#039;&amp;#039;Römerbrief&amp;#039;&amp;#039; eingeschränkt verstanden: Die Vollendung der göttlichen Absichten könne nicht erkannt werden, solange deren Vollzug noch andauere.&amp;lt;ref&amp;gt;Historisches Wörterbuch der Philosophie, &amp;#039;&amp;#039;Unergründlichkeit&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 11, S. 147–148.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Philosophiegeschichte ==&lt;br /&gt;
[[Immanuel Kant]] sprach von der &amp;#039;&amp;#039;Unergründlichkeit&amp;#039;&amp;#039; in einem [[Ethik|ethischen]] Zusammenhang. Er stand immer wieder vor der Frage, ob die Triebfeder, den [[Kategorischer Imperativ|kategorischen Imperativ]] zu befolgen, die Vorstellung des Gesetzes selbst sei oder aus anderen sinnlichen Antrieben herrühre. Da für ihn die „Tiefen des menschlichen Herzens“ unergründlich waren, sei dies nicht eindeutig zu beantworten. Es könnten durchaus Motive im Spiel seien, die sich am eigenen Vorteil orientierten.&amp;lt;ref&amp;gt;Immanuel Kant: &amp;#039;&amp;#039;Die Metaphysik der Sitten&amp;#039;&amp;#039;, Zweiter Teil, Metaphysische Anfangsgründe der Tugendlehre, Von der Pflicht gegen sich selbst, § 22, Werkausgabe Band. 8, S. 583.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die uneinheitliche Strömung der [[Lebensphilosophie]], die sich Ende des 19. Jahrhunderts etablierte und in zwei Richtungen von [[Henri Bergson]] und [[Wilhelm Dilthey]] vertreten und formuliert wurde, gab dem Begriff eine neue Bedeutung.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Wesen des Lebens&amp;#039;&amp;#039; wurde hier nicht im Hinblick auf ein gegenüberstehendes [[Transzendent]]es bestimmt, sondern als [[Immanenz|immanente]] Bewegung des über sich hinausdrängenden Lebens selbst. Diese Bewegung kam etwa im [[Symbol]] der Flamme oder des Flusses zum Ausdruck, im [[Übermensch]]en bei [[Friedrich Nietzsche]] oder im „Sich-Überschreiten“ bei [[Rainer Maria Rilke]]. So gewann die häufig betonte „Unergründlichkeit“ des Lebens einen besonderen Sinn: Nicht nur negativ kann das Leben durch die „groben Maschen des Verstandes“ nicht eingefangen werden und bleibt unbegreiflich. Auch positiv ist es ein schöpferisches Prinzip, das sich selbst erweitert und jeden vorgegebenen Bestand überschreitet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Die Religion in Geschichte und Gegenwart]], &amp;#039;&amp;#039;Lebensphilosophie&amp;#039;&amp;#039;, Band 4, S. 255.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Unergrundlichkeit}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Metaphysik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mystik (Christentum)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>88.128.88.41</name></author>
	</entry>
</feed>