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	<title>Unendliche Menge - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-04T06:22:51Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Unendliche_Menge&amp;diff=187522&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2026-20751-4 am 10. Januar 2026 um 20:05 Uhr</title>
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		<updated>2026-01-10T20:05:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Unendliche Menge &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein Begriff aus der [[Mengenlehre]], einem Teilgebiet der [[Mathematik]]. Schon die Verwendung der negierenden Vorsilbe &amp;#039;&amp;#039;un&amp;#039;&amp;#039; legt folgende Definition nahe:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Menge heißt unendlich genau dann, wenn sie nicht endlich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Hilfe der Definition der [[Endliche Menge|endlichen Menge]] lässt sich das wie folgt umformulieren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Menge ist unendlich genau dann, wenn es keine natürliche Zahl &amp;lt;math&amp;gt;n&amp;lt;/math&amp;gt; gibt, so dass die Menge gleichmächtig zu &amp;lt;math&amp;gt;\{0,1,\ldots,n-1\}&amp;lt;/math&amp;gt; ist (für &amp;lt;math&amp;gt;n=0&amp;lt;/math&amp;gt; ist das die [[leere Menge]]);&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
mit dem [[Natürliche Zahlen#Von Neumanns Modell der natürlichen Zahlen|von-Neumannschen Modell]] der natürlichen Zahlen noch kompakter als:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Menge ist unendlich genau dann, wenn sie nicht gleichmächtig zu einer natürlichen Zahl (gemäß ihrer von-Neumannschen Darstellung) ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele für unendliche Mengen sind die Menge der [[Natürliche Zahlen|natürlichen Zahlen]] &amp;lt;math&amp;gt;\N = \{0, 1, 2, 3, \ldots\}&amp;lt;/math&amp;gt; oder die Menge &amp;lt;math&amp;gt;\R&amp;lt;/math&amp;gt; der [[Reelle Zahl|reellen Zahlen]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dedekind-Unendlichkeit ==&lt;br /&gt;
[[Richard Dedekind]] definierte in seiner Schrift &amp;#039;&amp;#039;[[Was sind und was sollen die Zahlen?]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Richard Dedekind: &amp;#039;&amp;#039;Was sind und was sollen die Zahlen?. Stetigkeit und Irrationale Zahlen&amp;#039;&amp;#039;, Vieweg+Teubner Verlag Wiesbaden, 1965, S. 13 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Eine Menge gilt als unendlich genau dann, falls sie zu einer echten [[Teilmenge]] gleichmächtig ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Genauer spricht man in diesem Fall von Dedekind-Unendlichkeit. Der Vorteil dieser Definition ist, dass sie keinen Bezug auf die [[Natürliche Zahl|natürlichen Zahlen]] nimmt. Die Äquivalenz zur eingangs definierten Unendlichkeit erfordert allerdings das [[Auswahlaxiom]]. Dass Dedekind-unendliche Mengen unendlich sind, ist klar, da eine endliche Menge zu einer echten Teilmenge nicht gleichmächtig sein kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ist umgekehrt &amp;lt;math&amp;gt;A&amp;lt;/math&amp;gt; eine unendliche Menge, so wähle man mit Hilfe des Auswahlaxioms rekursiv Elemente &lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;a_0 \in A &amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;a_1 \in A \setminus \{a_0\}&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\ldots&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;a_n \in A \setminus \{a_0,\ldots,a_{n-1}\}&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\ldots&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da &amp;lt;math&amp;gt;A&amp;lt;/math&amp;gt; unendlich ist, kann niemals &amp;lt;math&amp;gt;A=\{a_0,\ldots,a_{n-1}\}&amp;lt;/math&amp;gt; sein, weshalb die Wahl eines neuen &amp;lt;math&amp;gt;a_n&amp;lt;/math&amp;gt; stets möglich ist.&lt;br /&gt;
Die Abbildung&lt;br /&gt;
:{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|rowspan=&amp;quot;2&amp;quot; style=&amp;quot;vertical-align:middle&amp;quot;| &amp;lt;math&amp;gt;f\colon A\rightarrow A\setminus \{a_0\},\quad a\mapsto&lt;br /&gt;
\begin{cases}&lt;br /&gt;
\\&lt;br /&gt;
\\&lt;br /&gt;
\end{cases}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
| &amp;lt;math&amp;gt;a_{n+1}&amp;lt;/math&amp;gt; || &amp;amp;nbsp; , falls &amp;amp;nbsp; &amp;lt;math&amp;gt;a=a_n &amp;lt;/math&amp;gt; &amp;amp;nbsp; für ein &amp;amp;nbsp; &amp;lt;math&amp;gt;n &amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| &amp;lt;math&amp;gt;a&amp;lt;/math&amp;gt; || &amp;amp;nbsp; , sonst&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
ist [[wohldefiniert]], da das &amp;lt;math&amp;gt;n &amp;lt;/math&amp;gt; mit &amp;lt;math&amp;gt;a=a_n &amp;lt;/math&amp;gt; eindeutig ist.&lt;br /&gt;
Sie zeigt, dass &amp;lt;math&amp;gt;A&amp;lt;/math&amp;gt; zur echten Teilmenge &amp;lt;math&amp;gt;A\setminus \{a_0\}&amp;lt;/math&amp;gt; gleichmächtig und daher Dedekind-unendlich ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ohne eine zumindest schwache Version des Auswahlaxioms (i.&amp;amp;nbsp;d.&amp;amp;nbsp;R. das [[Abzählbares Auswahlaxiom|abzählbare Auswahlaxiom]]) kann man nicht zeigen, dass unendliche Mengen auch Dedekind-unendlich sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Existenz unendlicher Mengen ==&lt;br /&gt;
In der [[Zermelo-Fraenkel-Mengenlehre]], das heißt in der üblichen, von den meisten Mathematikern akzeptierten Grundlage der Mathematik, ist die Existenz unendlicher Mengen durch ein Axiom, das sogenannte [[Unendlichkeitsaxiom]], gefordert. In der Tat kann man die Existenz unendlicher Mengen nicht aus den übrigen Axiomen erschließen. Dieses Unendlichkeitsaxiom wird von manchen Mathematikern, sogenannten [[Konstruktive Mathematik|Konstruktivisten]], kritisiert, da die Existenz unendlicher Mengen nicht aus logischen Axiomen beweisbar ist. Daher werden unendliche Mengen auch in der Zermelo-Fraenkel-Mengenlehre verdächtigt, möglicherweise zu Widersprüchen zu führen, obwohl die russellsche Antinomie dort nicht möglich ist. In der Tat kann die [[Widerspruchsfreiheit]] der Mengenlehre und damit der Mathematik nach dem auf [[Kurt Gödel]] zurückgehenden [[Unvollständigkeitssatz]] nicht bewiesen werden. Für eine weitergehende Diskussion siehe &amp;#039;&amp;#039;[[Potentielle und aktuale Unendlichkeit]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unterschiedliche Mächtigkeiten unendlicher Mengen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Mächtigkeit (Mathematik)|Mächtigkeiten]] endlicher Mengen sind die natürlichen Zahlen; schwieriger und interessanter ist die Idee, den Begriff der Mächtigkeit auch auf unendliche Mengen auszuweiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Mengenlehre|mengentheoretische]] Begriff des Unendlichen wird noch interessanter, da es verschiedene Mengen gibt, die unendlich viele Elemente besitzen, die aber nicht [[Bijektive Funktion|bijektiv]] aufeinander abgebildet werden können. Diese unterschiedlichen Mächtigkeiten werden mit dem Symbol &amp;lt;math&amp;gt;\aleph&amp;lt;/math&amp;gt; ([[Aleph]], der erste Buchstabe des [[Hebräische Schrift|hebräischen]] Alphabets) und einem (anfangs ganzzahligen) Index bezeichnet, die Indizes durchlaufen die [[Ordinalzahlen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Mächtigkeit der natürlichen Zahlen &amp;lt;math&amp;gt;\N&amp;lt;/math&amp;gt; (die kleinste Unendlichkeit) ist in dieser Schreibweise &amp;lt;math&amp;gt;\aleph_0&amp;lt;/math&amp;gt;. Obwohl die natürlichen Zahlen eine echte [[Teilmenge]] der [[Rationale Zahl|rationalen Zahlen]] &amp;lt;math&amp;gt;\mathbb Q&amp;lt;/math&amp;gt; sind, besitzen beide Mengen &amp;lt;math&amp;gt;\N&amp;lt;/math&amp;gt; und &amp;lt;math&amp;gt;\mathbb Q&amp;lt;/math&amp;gt; dieselbe Mächtigkeit &amp;lt;math&amp;gt;\aleph_0&amp;lt;/math&amp;gt;. (→ [[Cantors erstes Diagonalargument]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Reelle Zahlen|reellen Zahlen]] bilden eine unendliche Menge, die mächtiger als die Menge der natürlichen und rationalen Zahlen ist; sie ist [[Überabzählbarkeit|überabzählbar]]. Man spricht auch von der Kardinalität der überabzählbaren Mengen erster Stufe. (→ [[Cantors zweites Diagonalargument]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Kontinuumshypothese]] ist die Behauptung, dass die Mächtigkeit der reellen Zahlen gleich &amp;lt;math&amp;gt;\aleph_1&amp;lt;/math&amp;gt; ist, also die nach &amp;lt;math&amp;gt;\aleph_0&amp;lt;/math&amp;gt; nächstgrößere Mächtigkeit. Sie ist allein mit den üblichen [[Axiom]]en der Mengenlehre ([[Zermelo-Fraenkel-Mengenlehre|ZFC]]) weder [[Beweisbarkeit|beweisbar]] noch [[Widerspruchsbeweis|widerlegbar]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu jeder unendlichen Menge lassen sich weitere Unendlichkeiten mittels Bildung der [[Potenzmenge]] (Menge aller Teilmengen) konstruieren. Der [[Satz von Cantor]] sagt aus, dass die Mächtigkeit einer Potenzmenge größer als die Mächtigkeit der Ausgangsmenge ist. &lt;br /&gt;
Ob durch Potenzmengenbildung aus einer Menge mit Mächtigkeit &amp;lt;math&amp;gt;\aleph_n&amp;lt;/math&amp;gt; eine Menge der nächstgrößeren Mächtigkeit &amp;lt;math&amp;gt;\aleph_{n+1}&amp;lt;/math&amp;gt; entsteht oder einige Größenordnungen übersprungen werden, ist ein klassisches Problem der Mengenlehre (die verallgemeinerte [[Kontinuumshypothese]]). Dieser Vorgang kann (formal) immer weitergeführt werden, so dass es unendlich viele [[Unendlichkeit]]en gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt in der Mengenlehre mehrere Zahlensysteme, die unendlich große Zahlen enthalten. Die bekanntesten sind [[Ordinalzahl]]en, [[Kardinalzahl (Mathematik)|Kardinalzahlen]], [[hyperreelle Zahl]]en und [[surreale Zahl]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Aleph-Funktion]]&lt;br /&gt;
* [[Endliche Menge]]&lt;br /&gt;
* [[Hilberts Hotel]]&lt;br /&gt;
* [[Tarski-Endlichkeit]]&lt;br /&gt;
* [[Unendlichkeit]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Harro Heuser]]: &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch der Analysis. Teil 1&amp;#039;&amp;#039;, Vieweg+Teubner, ISBN 978-3-8348-0777-9, Seiten 137 ff.&lt;br /&gt;
* Oliver Deiser: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die Mengenlehre&amp;#039;&amp;#039;, Springer Berlin 2004, ISBN 978-3-540-20401-5, Seiten 91–108.&lt;br /&gt;
* [[David Foster Wallace]]: [[Georg Cantor: Der Jahrhundertmathematiker und die Entdeckung des Unendlichen]], Piper Verlag 2007, gebundene Ausgabe, ISBN 3-492-04826-9&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mengenlehre]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>~2026-20751-4</name></author>
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