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	<title>Umschuldung - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-31T14:06:38Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Umschuldung&amp;diff=173010&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;SchlurcherBot: Bot: http → https</title>
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		<updated>2025-10-12T10:29:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Während einer &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Umschuldung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{enS|debt rescheduling}}) werden bei einem [[Wirtschaftssubjekt]] ein oder mehrere bestehende [[Kredit]]e [[Kreditablösung|abgelöst]] und durch einen neuen mit günstigeren [[Kreditbedingungen]] ([[Kreditzins]]en, [[Tilgung (Geldverkehr)|Tilgungsraten]] oder [[Fälligkeit]]en) ersetzt.&lt;br /&gt;
Die Übertragung eines Kredits auf einen neuen Kreditgeber wird umgangssprachlich auch als &amp;#039;&amp;#039;Kreditablösung&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Kronprinz Rudolf-Bahn 1884.jpg|mini|Anleihe der [[Kronprinz Rudolf-Bahn]] vom 1. April 1884; mit der Anleihe von 70,2 Mio. Gulden österreichischer Währung wurden acht zwischen 1868 und 1872 begebene ältere Anleihen zusammengefasst und umgeschuldet.]]&lt;br /&gt;
Als [[Schuldner]] kommen Wirtschaftssubjekte wie [[Privatperson]]en, [[Staat]]en und deren Untergliederungen oder [[Unternehmen]] in Frage. Der Schuldner kann bei einer Umschuldung von einem eventuell gesunkenen allgemeinen [[Zinsniveau]] profitieren, muss jedoch möglicherweise [[Vorfälligkeitsentschädigung]]en in Kauf nehmen. Eine Umschuldung wird oft in einer [[Unternehmenskrise]], bei kritischer [[Staatsverschuldung]] oder bei hochverschuldeten Privatpersonen durchgeführt. Ziele sind dann, die Schuldensituation des Schuldners zu entlasten, [[Kapitaldienstfähigkeit|Schuldentragfähigkeit]] und letztlich einen [[Turnaround]] herbeizuführen. Im internationalen Zusammenhang werden Umschuldungen erforderlich, wenn Zahlungsunfähigkeit nicht durch [[Moratorium (Wirtschaft)|Moratorien]] oder [[Debt Equity Swap]]s abgewendet werden kann.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=TrZhDwAAQBAJ&amp;amp;pg=PA340&amp;amp;dq=umschuldung+lexikon&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwizncyu5PnrAhVE-qQKHYeiBREQuwUwAXoECAYQBg#v=onepage&amp;amp;q=umschuldung%20lexikon&amp;amp;f=false Thomas Plümper (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Internationalen Wirtschaftsbeziehungen&amp;#039;&amp;#039;, 1996, S. 340]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei einer Umschuldung müssen bestehende [[Schuldverhältnis]]se verändert werden, ohne dass es im Zuge dessen zu einer Verminderung des betroffenen Schuldenbetrags kommen muss. Die Veränderung kann in der Verringerung des bestehenden [[Schuldendienst]]es bestehen, um den Schuldner von einer zu hohen [[Aufwand]]s- (Zinslast) und/oder [[Liquidität]]sbelastung (Tilgungslast) zu befreien, die zur [[Zahlungsunfähigkeit]] oder [[Überschuldung]] führen kann. Umschuldung dient also der Verringerung der Rückzahlungsbelastungen, um die unternehmerischen oder staatlichen Handlungsspielräume zu verbessern bzw. die private Überschuldung zu verhindern. Um diesen Zustand zu erreichen, ist es allerdings nicht selten vonnöten, auch die Höhe des Schuldenbetrags im Rahmen eines neuen Schuldverhältnisses aufzustocken, um [[proportional]] auch die [[Laufzeit (Wirtschaft)|Laufzeit]] der [[Schuld (Privatrecht)|Schuld]] sowie Tilgungslast zu senken. Umschuldungsmaßnahmen stellen einen Teil der externen [[Sanierung (Wirtschaft)|Sanierung]] oder [[Restrukturierung]] dar, weil außenstehende [[Gläubiger]] eingeschaltet werden müssen und eingetretene Fehlentwicklungen beseitigt werden sollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
War die Umschuldung bisher primär ein Thema bei Unternehmen und Privatpersonen, so rückt auch spätestens seit dem [[Moratorium (Wirtschaft)|Zahlungsmoratorium]] [[Mexiko]]s im August 1982 die Umschuldung bei [[hochverschuldete Entwicklungsländer|hochverschuldeten Staaten]] in den Vordergrund.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rechtsfragen ==&lt;br /&gt;
Rechtlich ist die Umschuldung differenziert zu betrachten. Wird der einem bereits bestehenden vertraglichen [[Schuldverhältnis]] zugrunde liegende [[Kreditvertrag]] lediglich durch „Vertragsergänzungen“ oder einen „Nachtrag“ verändert, so liegt im Rechtssinne nach deutschem Recht eine Schuldänderung vor, wodurch der bisherige Vertrag fortgesetzt wird. Findet aber keine Bezugnahme auf das bisherige Schuldverhältnis statt, sondern ein neuer Kreditvertrag ersetzt den bisherigen, so liegt nach widerlegbarer [[Vermutung (Recht)|Vermutung]] eine [[Novation]] vor, mit der Folge, dass nach {{§|241|bgb|juris}} [[Bürgerliches Gesetzbuch|BGB]] das alte Schuldverhältnis erlischt. Technisch dient diese neue Kreditaufnahme der Rückzahlung bestehender Schulden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch der [[Bundesgerichtshof|BGH]] sieht in der Umwandlung eines [[Kontokorrentkredit]]s in ein [[Darlehen (Deutschland)|Darlehen]] beim selben Kreditinstitut („bankinterne Umschuldung“) im Zweifel lediglich eine [[Vertragsänderung]] mit der Folge, dass eine zur Absicherung des Rückzahlungsanspruchs aus dem Kontokorrentkredit eingegangene [[Bürgschaft]] bestehen bleibt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://lexetius.com/1999,1073 BGH, Urteil vom 30. September 1999], Az.&amp;amp;nbsp;IX&amp;amp;nbsp;287/98, Volltext = [[Zeitschrift für Wirtschafts- und Bankrecht|WM]] 1999, 2251 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wenn der Tilgungskredit vereinbarungsgemäß dazu verwendet wird, die Kontokorrentforderung zu tilgen, und die neue – niedriger verzinsliche – Verbindlichkeit nicht höher ist als die alte, lässt allein der Umstand, dass der Kreditnehmer den neuen Kredit in monatlichen Raten zu tilgen hat, die Umschuldung für den Bürgen nicht als nachteilig erscheinen. Eine monatliche Tilgungsverpflichtung belaste dem BGH zufolge den Schuldner weniger als die Verpflichtung zur vollständigen Rückführung des Kredits. Geht es dem Kreditnehmer bei gesunkenem [[Zinsniveau]] lediglich um eine günstige Umschuldung, so begründet dieses Interesse indes kein Recht zur vorzeitigen Ablösung der Altkredite.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&amp;amp;Art=en&amp;amp;nr=26322&amp;amp;pos=0&amp;amp;anz=1 BGH, Urteil vom 6. Mai 2003], Az.&amp;amp;nbsp;XI&amp;amp;nbsp;ZR&amp;amp;nbsp;226/02, Volltext.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umschuldungsoptionen ==&lt;br /&gt;
Die Entlastung bei Zinsen kann durch Umstellung von [[Festzins]]en auf [[Variabler Zins|variable Zinsen]] oder umgekehrt oder durch eine neue [[Refinanzierung]]sbasis beim Gläubiger (mit dem Effekt niedrigerer Zinsen) herbeigeführt werden. Zins- und Tilgungslasten können durch eine Ausdehnung der bisherigen Zins- und Tilgungsperioden, durch tilgungsfreie Zeiträume oder durch Umstellung auf schuldnerbegünstigende Tilgungsarten (Tilgung am Ende der Laufzeit; so genanntes &amp;#039;&amp;#039;bullet payment&amp;#039;&amp;#039;) gemindert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abgrenzung ==&lt;br /&gt;
Andere Sanierungsmaßnahmen werden oft als Umschuldung bezeichnet, haben damit inhaltlich jedoch nichts zu tun. Die [[Konsolidierung (Finanzwesen)|Konsolidierung]] als Umwandlung kurzfristiger in langfristige Schulden kann der Umschuldung dienen und wird in aller Regel als Novation auszulegen sein. Das ist der Fall, wenn ein bestehender kurzfristiger Kreditvertrag durch einen langfristigen ersetzt wird und die Auszahlung aus dem langfristigen Kreditvertrag ausschließlich zur Tilgung der [[Verbindlichkeit]]en aus dem kurzfristigen Kreditvertrag dient.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Keine Umschuldung ist hingegen der [[Schuldenerlass]], weil es hierdurch zu einer nicht tilgungsbedingten Verminderung der Schulden kommt. Auch die [[Stundung]] ist keine Umschuldung, weil durch sie die bestehenden Schuldverhältnisse nicht verändert, sondern lediglich fällige Zins- und/oder Tilgungszahlungen hinausgeschoben werden. Kommt es jedoch zu einer stundungsbedingten Laufzeitverlängerung, ist auch die Stundung als Umschuldungsmaßnahme einzuordnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umschuldungsursachen ==&lt;br /&gt;
Bei Unternehmen und Staaten ist die Umschuldung die Folge einer vorangegangenen exzessiven Kreditaufnahme, die mit einer wirtschaftlichen Schwächephase des Schuldners zusammentrifft. Solange ein günstiges wirtschaftliches Umfeld besteht, wird die Schuldenlast nicht bemerkt oder verharmlost, weil man glaubt, die günstigen wirtschaftlichen Umstände würden zu einer substantiellen Verbesserung der Schuldensituation beitragen. Gründe für eine exzessive Schuldenaufnahme können bei Unternehmen größere [[Fehlinvestition]]en (bei [[Anlagevermögen]] oder [[Kapitalbeteiligung|Beteiligungen]]), mangelndes [[Eigenkapital]] oder hohe Verluste aus dem operativen oder nichtoperativen Bereich sein. Bei Staaten sind es oft hohe Rüstungsausgaben, [[Versickerung (Korruption)|Versickerung]] von Staatseinnahmen durch [[Korruption]] oder Investitionen in wirtschaftlich unsinnige Prestigeprojekte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Umschuldung im privatwirtschaftlichen Bereich ===&lt;br /&gt;
Ziel der Umschuldung auf privatwirtschaftlicher Ebene ist es in der Regel, von den günstigeren Zins- und Tilgungssätzen eines neuen Kredites zu profitieren. Auf diesem Wege kann unter anderem die [[Kreditwürdigkeit]] des [[Kreditnehmer]]s wiederhergestellt werden. Ein weiteres Ziel der Umschuldung kann es sein, Zahlungsverpflichtungen aus verschiedenen Krediten und Finanzkäufen zu einer Gesamtschuld zusammenzufassen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Duratio Finanznews |url=https://www.duratio.de/finanznews/kredit-umschulden-wann-eine-umschuldung-sinnvoll-ist |titel=Kredit umschulden: Wann es sinnvoll ist - Duratio News |datum=2021-11-08 |sprache=DE |abruf=2022-05-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Aus ökonomischer Sicht bietet dieses Ziel allerdings keine Vorteile, da bei einer Umschuldung gegebenenfalls Zusatzkosten in Form von Vorfälligkeitsentschädigungen und Bearbeitungsgebühren entstehen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Aufnahme eines neuen Kredites zu günstigeren Zinssätzen oder längeren Laufzeiten und damit niedrigeren Raten werden die einzelnen Zahlungsverpflichtungen abgelöst. Die Ersparnis kommt dabei auf zwei Wegen zustande: Zum einen werden Kredite zu günstigeren Konditionen aufgenommen, Zinsen und Raten belasten den Schuldner daher nicht in gleichem Maße wie die alten Zahlungsverpflichtungen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=https://umschuldungsplan.de/was-ist-eine-umschuldung#beispiel |titel=Umschuldung erklärt |werk= |hrsg= |datum= |abruf=2020-08-07 |sprache=}}&amp;lt;/ref&amp;gt;; zum anderen können durch eine Umschuldung mehrere ausstehende Zahlungen zu einem einzigen Kredit zusammengefasst werden. Auf diese Weise fallen nur noch eine monatliche Rate und ein einheitlicher Zinssatz an, und der Schuldner gewinnt an Übersicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für eine erfolgreiche Umschuldung müssen Schuldner die [[Kündigungsfrist]]en ihrer Kredite berücksichtigen. Kredite mit variabler Verzinsung können innerhalb von drei Monaten gekündigt werden; Kredite mit fester Verzinsung können sechs Monate vor dem Ende der Zinsbindung gekündigt werden, die in der Regel nach zehn Jahren erreicht ist. Wird ein bestehender Kreditvertrag vor dem Ende der Zinsfestschreibungszeit gekündigt, fällt eine [[Vorfälligkeitsentschädigung]] (VFE) an. In einigen Fällen kann sich die Umschuldung auf einen günstigeren Kredit vor dem Ende der Zinsfestschreibung dennoch lohnen, dann nämlich, wenn die zu erwartenden Zinseinsparungen höher sind als die Summe der Vorfälligkeitsentschädigung. Dafür werden die Zinssummen, die eingespart werden mit den Kosten verrechnet, die bei einer vorzeitigen Kreditablöse anfallen. Zum Beispiel belaufen sich die Zinsen bei einem Ratenkredit heute auf 3 bis 4 Prozent, vor einigen Jahren waren es noch 8 Prozent. Werden Bauspardarlehen vorzeitig zurückgezahlt, fällt keine VFE an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Umschuldung bei Unternehmen ===&lt;br /&gt;
Um bei Unternehmen eine kritische Verschuldung messen zu können, bedarf es der Anwendung [[betriebswirtschaftliche Kennzahl|betriebswirtschaftlicher Kennzahlen]]. Bei Unternehmen werden die Summe aller Verbindlichkeiten sowie der Zins- und Tilgungsdienst ([[Kapitaldienst]]) jeweils ins Verhältnis zum [[Cashflow]] gesetzt, um die Schuldentragfähigkeit zu ermitteln. Kritisch ist die Schuldensituation für Unternehmen – branchenabhängig – dann, wenn dauerhaft die Verbindlichkeiten 400 % des (operativen) Cashflow oder der Schuldendienst 50 % des Cashflow übersteigen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://books.google.de/books?id=9FDe4OgWe1oC&amp;amp;pg=PA11&amp;amp;lpg=PA11&amp;amp;dq=cash+flow+schuldendienst&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=JO-Nr534ln&amp;amp;sig=__4RETtm4J5SSCu6ln-fcpOeRyI&amp;amp;hl=de&amp;amp;ei=xBawTteAHdDMswaw_r1c&amp;amp;sa=X&amp;amp;oi=book_result&amp;amp;ct=result&amp;amp;resnum=10&amp;amp;ved=0CGgQ6AEwCTgK#v=onepage&amp;amp;q=cash%20flow%20schuldendienst&amp;amp;f=false &amp;#039;&amp;#039;Integration des Faktors Risiko in einer Cash-flow basierten Projektfinanzierung&amp;#039;&amp;#039;], 2007, S. 11.&amp;lt;/ref&amp;gt; Anhand des letztgenannten [[Schuldendienstdeckungsgrad]]s (so genannte &amp;#039;&amp;#039;Debt Cover Ratio&amp;#039;&amp;#039;, DCR) kann geprüft werden, ob der anfallende Schuldendienst durch den erzielten Cashflow bestritten werden kann oder die Kreditbedienung gefährdet ist.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://books.google.de/books?id=-gl3_KfpV4EC&amp;amp;pg=PA25&amp;amp;lpg=PA25&amp;amp;dq=cash+flow+schuldendienst&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=Fd-5ai8m7C&amp;amp;sig=W5QKk3qBednCKz9vh3Ezqn9SKnQ&amp;amp;hl=de&amp;amp;ei=7BqwTvHHJMvvsgaMx6VU&amp;amp;sa=X&amp;amp;oi=book_result&amp;amp;ct=result&amp;amp;resnum=1&amp;amp;ved=0CCkQ6AEwADgU#v=onepage&amp;amp;q=schuldendienst&amp;amp;f=false Andriy Hvozdetskyy, &amp;#039;&amp;#039;Entwicklung einer Methode zur Cashflow-Analyse&amp;#039;&amp;#039;], 2011, S. 25 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Werden diese Grenzen nicht nur temporär überschritten, befindet sich ein Unternehmen in der Krise. Dann ist zu untersuchen, welche Gläubigergruppe ([[Kreditinstitut]]e, [[Lieferant]]en, [[Finanzamt]] oder [[Gesellschaftsrecht (Deutschland)|Gesellschafter]]) den höchsten Schuldenanteil besitzt. Es macht meist nur Sinn, dass sich die wichtigste Gläubigergruppe zu einer Umschuldung bereit erklärt. Diese kann entweder den Weg der Änderung der bisherigen Kreditverträge oder der Novation wählen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Umschuldung bei Staaten ===&lt;br /&gt;
Sofern Staaten in eine Staatskrise geraten, die durch exzessive Verschuldung verursacht wurde, kommt auch eine Umschuldung der Auslandsschulden eines Staates in Betracht. Zuweilen wird hierfür auch der Begriff [[Restrukturierung]] verwendet. Hierzu gibt es Kennzahlen, die eine Staatskrise anzeigen. Die Schuldentragfähigkeit eines Staates ist gefährdet, wenn die Auslandsschulden über 150 % der jährlichen Exporterlöse oder mehr als 250 % der Staatseinnahmen ausmachen. Maßstab bilden auch die Kennzahlen, die als [[EU-Konvergenzkriterien]] bekannt sind. Hiernach darf die Staatsverschuldung nicht mehr als 60 % und die [[Haushaltssaldo|Nettoneuverschuldung]] nicht mehr als 3 % des [[Bruttoinlandsprodukt]]s betragen ({{Art.|126|AEUV|dejure}} [[Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union|AEUV]]). Kritisch ist die Situation auch, wenn der Zins- und Tilgungsdienst 20 % bis 25 % der dauerhaft erzielbaren Exporterlöse überschreitet.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://books.google.de/books?id=-VdbitquQR8C&amp;amp;pg=PA124&amp;amp;lpg=PA124&amp;amp;dq=schuldendienst+exporterl%C3%B6se&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=3boUfvCjiu&amp;amp;sig=nRdZtu88yb4kTvXdvxjOrCOlQVA&amp;amp;hl=de&amp;amp;ei=3OOvTu6KCofEsgaG1tFo&amp;amp;sa=X&amp;amp;oi=book_result&amp;amp;ct=result&amp;amp;resnum=10&amp;amp;sqi=2&amp;amp;ved=0CHMQ6AEwCQ#v=onepage&amp;amp;q=schuldendienst%20exporterl%C3%B6se&amp;amp;f=false Urs Egger, &amp;#039;&amp;#039;Agrarstrategien in verschiedenen Wirtschaftssystemen&amp;#039;&amp;#039;], 1989, S. 124.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Quote aus Schulden/Export bezieht sich auf Schulden im Zähler und Exporteinnahmen im Nenner. Wenn Exporteinnahmen keine große Wachstumsdynamik zeigen oder gar fallen und der Schuldenstand gleich bleibt, sinkt die Schuldentragfähigkeit. Das Wirtschaftswachstum einiger hochverschuldeter Staaten, insbesondere deren Exporterlöse, werden nicht ausreichen, um genügend [[Devisen]] für die Aufrechterhaltung des Schuldendienstes (Kreditzinsen und Tilgung) zu erwirtschaften. Für den Schuldendienst eines Staates stehen [[Zentralbank]]guthaben, [[Steuereinnahme]]n oder laufende [[Export]]erlöse zur Verfügung. Reichen diese Quellen nicht mehr aus, kann es zur Zahlungsunfähigkeit kommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.welt.de/wirtschaft/article13207096/Griechenland-bereitet-die-Umschuldung-vor.html &amp;#039;&amp;#039;Griechenland bereitet die Umschuldung vor&amp;#039;&amp;#039;], Welt Online vom 18. April 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umschuldungen auf Staatsebene werden meist von internationalen Organisationen und Institutionen wie [[Internationaler Währungsfonds|Internationalem Währungsfonds]], [[Weltbank]] oder [[Pariser Club]] koordiniert und begleitet. Diese Organisationen und die Gläubigerstaaten erlassen Bedingungen und Auflagen, die an die Umschuldungsmaßnahmen geknüpft werden, um einen wirtschaftlichen Gesundungsprozess der Schuldnerstaaten zu gewährleisten. Sind privatwirtschaftliche Unternehmen und Kreditinstitute die Gläubiger von Staatsschulden, erfolgen Verhandlungen über die Umschuldung im [[Londoner Club]].&amp;lt;ref&amp;gt;Umschuldungsverhandlungen mit überschuldeten Staaten vollziehen sich auf zwei Ebenen: Sofern es sich bei den Gläubigern um staatliche Institutionen handelt, werden Umschuldungen im &amp;#039;&amp;#039;Pariser Club&amp;#039;&amp;#039; in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) verhandelt. Private Gläubiger, vorrangig Banken, arbeiten dagegen im &amp;#039;&amp;#039;Londoner Club&amp;#039;&amp;#039; zusammen, bilden aber auch spezielle Konsortien [https://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/londoner-club.html Gabler Wirtschaftslexikon]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirkungen ==&lt;br /&gt;
Ob eine Umschuldung – wie andere Sanierungsmaßnahmen auch – zur dauerhaften Gesundung des Schuldners beitragen kann, ist höchst umstritten. Die Umschuldungsmaßnahmen allein zu Gunsten von Unternehmen oder Staaten ändern jedenfalls nichts an den strukturellen Schwächen, durch die diese Umschuldungsmaßnahmen ausgelöst worden sind. Werden mithin strukturelle Mängel nicht oder nur unwesentlich beseitigt, wird bald eine neue Umschuldungsaktion erforderlich werden. Vor diesem Hintergrund steht die [[EZB]] einer Umschuldung Griechenlands sehr skeptisch gegenüber. „Ein hochverschuldetes Land muss einen [[Primärüberschuss]] erwirtschaften. Daran ändert auch eine Umschuldung nichts. Der zweite Punkt ist die Notwendigkeit, die Wachstumskräfte zu stärken. Auch dabei hilft eine Umschuldung nicht.“ Mit diesen Worten fasste das finnische EZB-Ratsmitglied Erkki Liikanen diese Problematik gegenüber der FAZ zusammen. Ursache der geringen Schuldentragfähigkeit Griechenlands ist demnach dessen kaum wettbewerbsfähige Wirtschafts- und Exportstruktur, die sich durch eine Umschuldung oder einen Schuldenerlass nicht ändern würde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/griechenland-nuetzt-eine-umschuldung-1233838.html &amp;#039;&amp;#039;Griechenland nützt eine Umschuldung?&amp;#039;&amp;#039;], [[Frankfurter Allgemeine Zeitung|FAZ]] vom 1. November 2011.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor einer Umschuldung ist stets zu bedenken, dass der Schuldner beim Gläubiger, insbesondere bei Kreditinstituten, unter Umständen in bestehende Kreditverträge eingreift, die mit fest vereinbarten Zins- und Tilgungsstrukturen verbunden sind. Die vorzeitige, umschuldungsbedingte [[Kreditkündigung]] kann Vorfälligkeitsentschädigung auslösen, die zu einer Erhöhung der Kreditkosten beiträgt. Die Höhe der zu leistenden Vorfälligkeitsentschädigung wirkt sich deshalb unmittelbar auf die Wirtschaftlichkeit einer Umschuldung aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Unternehmen oder Staaten als Schuldner kann eine Umschuldungsmaßnahme Gegenstand der [[Collective Action Clause]] sein. Voraussetzung ist, dass diese Schulden in [[Anleihe]]n verbrieft sind, die diese Klausel enthalten oder unter ein Gesetz fallen, das für diese Anleihen die Anwendung der Klausel vorsieht. Dann bindet die Mehrheitsentscheidung der Anleihegläubiger auch die ablehnende Minderheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auswirkungen auf den Zahlungsverzug ==&lt;br /&gt;
Umschuldung (auch eine einfache Konsolidierung von kurzfristigen in langfristige Schulden) kann bereits ein [[Kreditereignis]] ({{enS|„credit event“}}) darstellen, wenn eine entsprechende Abrede in den [[Kreditvertrag|Kreditverträgen]] oder Anleihebedingungen enthalten ist. Das gilt erst recht für einen [[Schuldenerlass]], weil der hiermit verbundene „haircut“ (prozentualer Forderungsverzicht der Gläubiger) gegen die vereinbarten [[Kreditbedingungen]] verstößt. In internationalen, aber auch [[Anleihebedingungen]] oder Kreditverträgen nach deutschem Recht, können weitere [[Gläubigerschutz|gläubigerschützende]] Klauseln enthalten sein. Das trifft sowohl auf Unternehmen als auch auf Staaten zu. Dazu gehören die [[Default-Klausel]] mit ihrer Unterform [[Cross-Default-Klausel]], die [[Pari-passu-Klausel]] oder die [[wesentliche Verschlechterung der Vermögensverhältnisse]] ({{enS|„material adverse change-Klausel}}“). In ihnen können Regelungen enthalten sein, durch die dem Gläubiger das Recht eingeräumt wird, bei Umschuldungsmaßnahmen des Schuldners den Anleihe- oder Kreditbetrag sofort fällig stellen zu dürfen. Sind solche Umschuldungsmaßnahmen in einer Klausel konkret erwähnt, wird hierdurch automatisch der [[Schuldnerverzug (Deutschland)|Verzugsfall]] ({{enS|„Default“}}) ausgelöst mit der Folge, dass die betroffenen Schulden zur sofortigen Rückzahlung fällig gestellt sind. Das gilt auch für [[Credit Default Swap]]s, die etwa zur Sicherung von bestimmten Unternehmens- oder Staatsanleihen von Dritten abgeschlossen wurden. Bei vorgesehenen Umschuldungsmaßnahmen sind diese eine Kündigung auslösenden „trigger“ zu bedenken, weil sie eine Kündigungswelle auslösen könnten, die das Ziel der geplanten Umschuldungsmaßnahmen gefährden würden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Kreditsanierung]]&lt;br /&gt;
* [[Schuldenkennzahl]]&lt;br /&gt;
* [[Refinanzierung]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4117280-2}}&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Finanzwesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betriebswirtschaftslehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kreditgeschäft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Staatsverschuldung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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