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	<title>Umlaufgeschwindigkeit des Geldes - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-07T00:51:42Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Umlaufgeschwindigkeit_des_Geldes&amp;diff=30550&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;SchlurcherBot: Bot: http → https</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Umlaufgeschwindigkeit_des_Geldes&amp;diff=30550&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-11-15T16:07:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Umlaufgeschwindigkeit des Geldes&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine [[volkswirtschaftliche Kennzahl]], welche die Häufigkeit misst, mit der eine [[Geldeinheit]] in einem bestimmten Zeitraum für [[Transaktion (Wirtschaft)|Transaktionen]] verwendet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Unter [[Geld]] werden alle [[Zahlungsmittel]] verstanden, also [[Bargeld]] und [[Buchgeld]]. Die zu letzterem gehörenden [[Sichteinlage]]n besitzen eine höhere Umlaufgeschwindigkeit, weil sie wesentlich intensiver für [[Zahlung]]en eingesetzt werden als Bargeld, das geraume Zeit in [[Geldbeutel]]n oder [[Kasse]]n ruht und deshalb dem Umlauf entzogen ist. Beim Bargeld besitzen die niedriger [[Denomination (Währung)|denominierten]] [[Münze]]n und [[Banknote]]n eine höhere Umlaufgeschwindigkeit als höher denominierte (unter den [[Eurobanknoten]] besitzt die [[200-Euro-Banknote]] die geringste Umlaufgeschwindigkeit). Transaktionen sind jegliche Art von Zahlungen (etwa die [[Kaufpreis]]zahlung beim [[Kaufvertrag]] oder auch die [[Schenkung|Geldschenkung]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kennzahl erschien erstmals in der von [[Irving Fisher]] 1911 aufgestellten [[Quantitätsgleichung]]&amp;lt;ref&amp;gt;Irving Fisher, &amp;#039;&amp;#039;The Purchasing Power of Money, It’s Determination and Relation to Credit&amp;#039;&amp;#039;, 1911, S. 151&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;BIP \cdot P = M \cdot U&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Hierbei sind &amp;lt;math&amp;gt;BIP&amp;lt;/math&amp;gt; das [[Bruttoinlandsprodukt]], &amp;lt;math&amp;gt;P&amp;lt;/math&amp;gt; die [[Marktpreis|Preise]] hierfür, &amp;lt;math&amp;gt;M&amp;lt;/math&amp;gt; die [[Geldmenge]] und &amp;lt;math&amp;gt;U&amp;lt;/math&amp;gt; die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes. Danach ist die mit der nominalen Geldmenge multiplizierte Umlaufgeschwindigkeit identisch mit dem Produkt aus [[Preisniveau]] und BIP. Wird die Gleichung nach &amp;lt;math&amp;gt;U&amp;lt;/math&amp;gt; aufgelöst, ergibt sich:&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;U = \frac {BIP \cdot P}{M}&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Danach errechnet sich die Umlaufgeschwindigkeit aus der Gegenüberstellung des Preisniveaus mit der Geldmenge. Fishers Gleichung ist allerdings ungenau, denn die Geldmenge berücksichtigt nicht die [[Hortung]].&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Hudson, &amp;#039;&amp;#039;Trade, Development and Foreign Debt&amp;#039;&amp;#039;, 2009, S. 55&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Aus der Vielzahl der Wissenschaftler, die sich mit der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes außerhalb von Irving Fisher befassten, sollen die wichtigsten Vertreter erwähnt werden.  &lt;br /&gt;
Bereits im Jahre 1692 befasste sich [[John Locke]] mit der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes. Der wahre [[Geldwert]] liegt ihm zufolge in der Zirkulation und deren Geschwindigkeit ({{enS|quickness of circulation}}).&amp;lt;ref&amp;gt;John Locke, &amp;#039;&amp;#039;Some Considerations of the Consequences of the Lowering of Interest, and the Raising of the Value of Money&amp;#039;&amp;#039;, 1692/1963, S. 35&amp;lt;/ref&amp;gt; [[William Petty]] war 1695 der Auffassung, dass die Verschlechterung der Geldqualität den Vorteil biete, das Horten zu verhindern und die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes zu erhöhen.&amp;lt;ref&amp;gt;William Petty, &amp;#039;&amp;#039;Quantulumcunque concerning Money&amp;#039;&amp;#039;, 1695, S. 192&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Richard Cantillon]] gilt als erster [[Geldtheorie|Geldtheoretiker]], der die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes ({{frS|vitesse de la circulation}}) 1755 in das Zentrum seiner Forschung stellte.&amp;lt;ref&amp;gt;Richard Cantillon, &amp;#039;&amp;#039;Essai sur la nature du commerce en général&amp;#039;&amp;#039;, 1755, S. 160&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Knut Wicksell]] definierte sie 1898 als die „Male, welche die vorhandenen Geldstücke im Wege des Kaufs und Verkaufs (also nicht im Wege des Darlehens) während der gewählten Zeiteinheit … die Hände wechseln“.&amp;lt;ref&amp;gt;Knut Wicksell, &amp;#039;&amp;#039;Geldzins und Güterpreise&amp;#039;&amp;#039;, 1898, S. 46&amp;lt;/ref&amp;gt; Wicksell stimmte den Erklärungen der [[Quantitätstheorie]] zu, hielt diese jedoch durch die Kritik ihrer Voraussetzungen für angreifbar. Er bezweifelte die Konstanz der Umlaufgeschwindigkeit bzw. der [[Kassenhaltungskoeffizient|Kassenhaltungsdauer]] als eine der „luftigsten und am wenigsten greifbaren Faktoren der Volkswirtschaft“. Er kritisierte außerdem den quantitätstheoretischen Geldbegriff, da [[Edelmetall]]e und Münzen im [[Zahlungsverkehr]] durch Banknoten, Wechsel oder Schecks austauschbar seien. Dadurch verkomme die Geldmenge zu einer &amp;#039;&amp;#039;endogenen&amp;#039;&amp;#039; Größe. Außerdem könne ein Anstieg der Edelmetallmenge einen Rückgang des Wechselumlaufs bewirken, so dass die Geldmenge gleich bliebe. Auch bezweifelte er, dass der Realkassenbestand das Ausgabeverhalten der [[Wirtschaftssubjekt]]e maßgeblich beeinflusst.&amp;lt;ref&amp;gt;Knut Wicksell, &amp;#039;&amp;#039;Geldzins und Güterpreise&amp;#039;&amp;#039;, 1898; zitiert nach Bernhard Felderer/Stefan Homburg, &amp;#039;&amp;#039;Makroökonomik und neue Makroökonomik&amp;#039;&amp;#039;, 9. Auflage, Springer, 2005, S. 82; ISBN 9783540250203&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ludwig von Mises]] kritisierte 1934 und 1949:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=The main deficiency of the velocity of circulation concept is that it does not start from the actions of individuals but looks at the problem from the angle of the whole economic system. This concept in itself is a vicious mode of approaching the problem of prices and purchasing power. It is assumed that, other things being equal, prices must change in proportion to the changes occurring in the total supply of money available. This is not true.&lt;br /&gt;
 |Übersetzung=Das Hauptproblem des Konzepts der Umlaufgeschwindigkeit ist, dass es nicht bei individuellen Handlungen beginnt, sondern das Problem aus Sicht des gesamten ökonomischen Systems betrachtet. Dieses Konzept selbst ist eine fehlerhafte Art, sich dem Problem der Preise und Kaufkraft zu nähern. Es wird angenommen, dass sich Preise proportional zu der Gesamtgeldmenge verhalten, wenn andere Faktoren gleich bleiben. Das ist nicht wahr.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Ludwig von Mises, &amp;#039;&amp;#039;[[Human Action]]&amp;#039;&amp;#039; (New Haven: Yale University Press, 1949) und &amp;#039;&amp;#039;The Theory of Money and Credit&amp;#039;&amp;#039; (London: Jonathan Cape, Limited, 1934, and New Haven: Yale University Press, 1953).&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Berechnung ==&lt;br /&gt;
Der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes &amp;lt;math&amp;gt;U&amp;lt;/math&amp;gt; werden heute das [[Volkseinkommen]] &amp;lt;math&amp;gt;Y&amp;lt;/math&amp;gt; (pro Zeiteinheit) und die Geldmenge &amp;lt;math&amp;gt;M&amp;lt;/math&amp;gt; gegenübergestellt:&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Makro%C3%B6konomie_geschlossener_und_offener/y38FBgAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Zinsniveau&amp;amp;pg=PA120&amp;amp;printsec=frontcover Gerhard Schmitt-Rink/Dieter Bender, &amp;#039;&amp;#039;Makroökonomie geschlossener und offener Volkswirtschaften&amp;#039;&amp;#039;, 1992, S. 127]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;U = \frac{Y}{M}&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Eine Erhöhung der Umlaufgeschwindigkeit wirkt wie eine Erhöhung der Geldmenge und umgekehrt. Die Hortung als vorübergehender oder dauerhafter Entzug von Geld aus dem [[Geldkreislauf]] wird berücksichtigt, denn sie verringert die Umlaufgeschwindigkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Gabler_Volkswirtschafts_Lexikon/xfTNBgAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Umlaufgeschwindigkeit+des+Geldes+lexikon&amp;amp;pg=PA504&amp;amp;printsec=frontcover Thorsten Hadeler, &amp;#039;&amp;#039;Gabler Volkswirtschafts-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, Band 2, 1997, S. 482]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mikroökonomische Sicht ==&lt;br /&gt;
Betrachten wir eine kleine Volkswirtschaft bestehend aus einem [[Landwirt|Bauern]], einem [[Sägewerk]] und einem [[Tischler]], die zusammen eine Geldmenge von 200&amp;amp;nbsp;€ besitzen. Der Tischler möchte sich ein Regal bauen, und der Bauer möchte seinen defekten Traktor reparieren lassen. Es ergeben sich innerhalb eines Jahres folgende Transaktionen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
!&lt;br /&gt;
! Umsatz&lt;br /&gt;
! Bauer&lt;br /&gt;
! Sägewerk&lt;br /&gt;
! Tischler&lt;br /&gt;
! BIP&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Geldmenge am Anfang&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|50&amp;amp;nbsp;€&lt;br /&gt;
|50&amp;amp;nbsp;€&lt;br /&gt;
|100&amp;amp;nbsp;€&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Bauer fällt einen Baum und verkauft ihn dem Sägewerk für 50&amp;amp;nbsp;€&lt;br /&gt;
|50&amp;amp;nbsp;€&lt;br /&gt;
|100&amp;amp;nbsp;€&lt;br /&gt;
|0&amp;amp;nbsp;€&lt;br /&gt;
|100&amp;amp;nbsp;€&lt;br /&gt;
|50&amp;amp;nbsp;€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Das Sägewerk zersägt den Baum und verkauft die Bretter dem Tischler für 100&amp;amp;nbsp;€&lt;br /&gt;
|100&amp;amp;nbsp;€&lt;br /&gt;
|100&amp;amp;nbsp;€&lt;br /&gt;
|100&amp;amp;nbsp;€&lt;br /&gt;
|0&amp;amp;nbsp;€&lt;br /&gt;
|50&amp;amp;nbsp;€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Tischler repariert Traktor für 100&amp;amp;nbsp;€&lt;br /&gt;
|100&amp;amp;nbsp;€&lt;br /&gt;
|0&amp;amp;nbsp;€&lt;br /&gt;
|100&amp;amp;nbsp;€&lt;br /&gt;
|100&amp;amp;nbsp;€&lt;br /&gt;
|100&amp;amp;nbsp;€&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Summen&lt;br /&gt;
|250&amp;amp;nbsp;€&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|&lt;br /&gt;
|200&amp;amp;nbsp;€&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Mikroökonomik kann die Umlaufgeschwindigkeit als &lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;V = Umsatz \div Geldmenge \div Zeit&amp;lt;/math&amp;gt; &lt;br /&gt;
bestimmt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Umlaufgeschwindigkeit beträgt im Beispiel &amp;lt;math&amp;gt;250\,\euro \div 200\,\euro \div 1\,\text{Jahr} = 1{,}25 / \text{Jahr}&amp;lt;/math&amp;gt;. Das Geld läuft also mehr als einmal um pro Jahr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt in diesem Beispiel lediglich 200&amp;amp;nbsp;€, da in den Brettern für 100&amp;amp;nbsp;€ schon die [[Vorleistungsgut|Vorleistung]] des Baumes (50&amp;amp;nbsp;€) enthalten ist und daher nur 50&amp;amp;nbsp;€ [[Wertschöpfung (Wirtschaft)|Wertschöpfung]] durch das Sägewerk stattfand. Diese Beobachtung ist wichtig für die Beurteilung der makroökonomischen Berechnungsmöglichkeiten der Umlaufgeschwindigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Würde der Bauer seinen Baum selbst zu Brettern verarbeiten und diese direkt an den Tischler verkaufen (erhöhte [[Fertigungstiefe]]), betrüge der Gesamtumsatz nur 200&amp;amp;nbsp;€ und damit die Umlaufgeschwindigkeit nur &amp;lt;math&amp;gt;200\,\euro \div 200\,\euro \div 1\,\text{Jahr} = 1{,}0 / \text{Jahr}&amp;lt;/math&amp;gt;. Daran ist zu erkennen, dass eine höhere Fertigungstiefe die Umlaufgeschwindigkeit reduziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Makroökonomische Sicht ==&lt;br /&gt;
Unter der Umlaufgeschwindigkeit versteht man das Verhältnis der gesamtwirtschaftlichen Summe aller in Geld bewerteten realen Transaktionen oder einer gesamtwirtschaftlichen Einkommensgröße zum gesamtwirtschaftlichen Geldbestand. Die Umlaufgeschwindigkeit ist der [[Kehrwert]] des [[Kassenhaltungskoeffizient]]en, d.&amp;amp;nbsp;h. der durchschnittlichen Haltedauer des Geldes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da es sich beim nominalen [[Bruttoinlandsprodukt]] um eine gesamtwirtschaftliche Einkommensgröße handelt, wird die so ermittelte Geldumlaufgeschwindigkeit auch als &amp;#039;&amp;#039;Einkommensumlaufgeschwindigkeit&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet. Heute betrachtet man meist eine vereinfachte Form der Umlaufgeschwindigkeit, die &amp;#039;&amp;#039;Einkommensumlaufgeschwindigkeit&amp;#039;&amp;#039;, bei der eine gesamtwirtschaftliche Einkommensgröße – wie insbesondere das nominale Bruttoinlandsprodukt – auf die Geldmenge bezogen wird.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Deutsche Bundesbank |url=https://www.bundesbank.de/Navigation/DE/Service/Glossar/_functions/glossar.html?lv2=32056&amp;amp;lv3=61806 |titel=Umlaufgeschwindigkeit des Geldes |abruf=2016-10-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Da es verschiedene Konzepte der gesamtwirtschaftlichen [[Geldmenge]] gibt, unterscheiden sich die verschiedenen Formen der Umlaufgeschwindigkeit auch nach dem benutzten Maß für die Geldmenge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit &amp;lt;math&amp;gt;Y&amp;lt;/math&amp;gt; als Abkürzung für das nominale Bruttoinlandsprodukt, &amp;lt;math&amp;gt;M_1&amp;lt;/math&amp;gt;, &amp;lt;math&amp;gt;M_2&amp;lt;/math&amp;gt; und &amp;lt;math&amp;gt;M_3&amp;lt;/math&amp;gt; für die verschieden definierten Arten der [[Geldmenge]] und mit &amp;lt;math&amp;gt;V_1&amp;lt;/math&amp;gt;, &amp;lt;math&amp;gt;V_2&amp;lt;/math&amp;gt; und &amp;lt;math&amp;gt;V_3&amp;lt;/math&amp;gt; für die zugeordneten Umlaufgeschwindigkeiten gilt jeweils&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;V_i = \frac{Y}{M_i}&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Einkommensumlaufgeschwindigkeit vernachlässigt folgende Gesichtspunkte:&lt;br /&gt;
* Transaktionen mit [[Vermögenswert]]en, z.&amp;amp;nbsp;B. Kauf von [[Wertpapier]]en und [[Immobilie]]n, sind nicht Teil des Bruttoinlandsproduktes, können aber mehr als die Hälfte der Geldmenge benötigen&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;. In Volkswirtschaften mit einem hohen Anteil an Vermögenstransaktionen ist das Maß der Einkommensumlaufgeschwindigkeit erheblich niedriger als die tatsächliche Umlaufgeschwindigkeit des Geldes.&lt;br /&gt;
* Das Bruttoinlandsprodukt misst nur den Wert der [[Endprodukt]]e, nicht aber den Wert der entlang der [[Wertschöpfungskette]] umgesetzten [[Zwischenprodukt]]e. Bei geringer Fertigungstiefe werden auch viele Zwischenprodukte auf dem Weg zum Endprodukt gehandelt, was eine höhere Anzahl an Transaktionen zur Folge hat und damit die Umlaufgeschwindigkeit erhöht.&lt;br /&gt;
* Relevant für das Bruttoinlandsprodukt ist nur eine Teilmenge des Geldes, die [[Transaktionskasse]]. Die [[Spekulationskasse]] dient der Wertaufbewahrung und dem [[Sparen]] und ist nur selten am Inlandsprodukt beteiligt. Wenn also ein hoher Anteil des Geldes gehortet wird, ergibt sich ein niedriger Wert für die wie oben berechnete Einkommensumlaufgeschwindigkeit. Ohne eine klare Trennung der Geldmenge nach ihrer Verwendung ist es schwer zu sagen, ob die Geldmenge der Wirtschaftstätigkeit angemessen ist. Ein niedriger Wert für die Einkommensumlaufgeschwindigkeit kann darauf hindeuten, dass ein großer Teil der Geldmenge gehortet wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beobachtungen und Theorien über die Umlaufgeschwindigkeit ==&lt;br /&gt;
Umstritten ist die Frage, welchen langfristigen [[Trend (Statistik)|Trend]] die Einkommensumlaufgeschwindigkeit des Geldes zeigt. Die Beantwortung dieser Frage hängt unter anderem von dem gewählten Geldmengenkonzept ab. &amp;lt;math&amp;gt;V_1&amp;lt;/math&amp;gt; der Geldmenge &amp;lt;math&amp;gt;M_1&amp;lt;/math&amp;gt; (Bargeldmenge &amp;lt;math&amp;gt;M_0&amp;lt;/math&amp;gt; plus [[Sichteinlage]]n) zeigt teilweise einen steigenden Trend. Für &amp;lt;math&amp;gt;V_2&amp;lt;/math&amp;gt; der Geldmenge &amp;lt;math&amp;gt;M_2&amp;lt;/math&amp;gt; (&amp;lt;math&amp;gt;M_1&amp;lt;/math&amp;gt; plus [[Spareinlage]]n) wurde für eine Reihe von [[OECD]]-Ländern ein langfristig U-förmiger Verlauf nachgewiesen. In vielen entwickelten [[Volkswirtschaft]]en zeigt &amp;lt;math&amp;gt;V_3&amp;lt;/math&amp;gt; der Geldmenge &amp;lt;math&amp;gt;M_3&amp;lt;/math&amp;gt; (&amp;lt;math&amp;gt;M_2&amp;lt;/math&amp;gt; plus [[Termineinlage]]n) heute einen fallenden Trend, für einzelne Nationen (etwa Großbritannien) gab es aber früher Perioden längerfristiger Stabilität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery class=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Velocity of M1 Money Stock in the US.png|Umlaufgeschwindigkeit der Geldmenge M1 in den USA 1959–2012&lt;br /&gt;
 Velocity of M2 Money Stock in the US.png|Umlaufgeschwindigkeit der Geldmenge M2 in den USA 1959–2012&lt;br /&gt;
 Velocity of MZM Money Stock in the US.png|Umlaufgeschwindigkeit der Geldmenge MZM in den USA 1959–2012&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt; &lt;br /&gt;
Die Art der Bestimmung und die jeweils daraus folgende Umlaufgeschwindigkeit sind Gegenstand von Kontroversen zwischen verschiedenen [[Wirtschaftstheorie]]n. Da angenommen wird, dass Zahlungsgewohnheiten (z. B. Löhne, Gehälter, Steuern) keinen kurzfristigen Schwankungen unterliegen, neigen Anhänger der [[Quantitätstheorie]] dazu, zu glauben, dass die Umlaufgeschwindigkeit technologisch bestimmt und stabil ist, solange weder [[Inflation]] noch [[Deflation]] zu erwarten sind und dass derartige Erwartungen nicht entstehen, solange keine Anzeichen erkennbar sind, dass sich das allgemeine [[Preisniveau]] ändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Real ist in Deutschland ein langfristiger Abwärtstrend zu verzeichnen:&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Bank Research, &amp;#039;&amp;#039;Geldumlauf&amp;#039;&amp;#039;, 1999&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Wert von &amp;lt;math&amp;gt;V_3&amp;lt;/math&amp;gt; fiel von 2,5 im Jahr 1970 auf ~1,2 im Jahr 2010&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;Statistisches Bundesamt, zitiert nach Thomas von der Vring, [http://wcco0y847.homepage.t-online.de/Aufsaetze/KritikGeldmenge3.pdf Geldmenge und Geldpolitik – Kritische Anmerkungen zu den gängigen Interpretationen], 2012&amp;lt;/ref&amp;gt; bzw. im Schnitt 0,5 % bis 1 % pro Jahr.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Eichmann, &amp;#039;&amp;#039;Sinkt die Geldumlaufgeschwindigkeit?&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;[[Wirtschaftsdienst]]&amp;#039;&amp;#039;, Band 82, Nr. 2, 2002, S. 99–101, ([https://www.wirtschaftsdienst.eu/downloads/getfile.php?id=569 Digitalisat (PDF; 282 KB)]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass die in Umlauf befindliche [[Geldmenge]] jährlich stärker steigt als das [[Bruttoinlandsprodukt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statistik ==&lt;br /&gt;
In der [[Eurozone]] ergibt sich folgende Entwicklung der Geldumlaufgeschwindigkeit,&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Bundesbank, &amp;#039;&amp;#039;Monatsbericht&amp;#039;&amp;#039;, Juni 2022&amp;lt;/ref&amp;gt; der die USA gegenübergestellt werden:&amp;lt;ref&amp;gt;Federal Reserve Bank of St. Louis, Bureau of Economic Analysis, 2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;padding:1em; vertical-align:top; border:2px;&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Jahr&lt;br /&gt;
! &amp;lt;math&amp;gt;V_1&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
! &amp;lt;math&amp;gt;V_3&amp;lt;/math&amp;gt; &lt;br /&gt;
! &amp;lt;math&amp;gt;V_1&amp;lt;/math&amp;gt; (USA)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2000&lt;br /&gt;
| 3,38 || 1,43 || 9,45&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2005&lt;br /&gt;
| 2,47 || 1,19 || 9,52&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2010&lt;br /&gt;
| 2,03 || 1,03 || 8,14&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2015&lt;br /&gt;
| 1,59 || 0,97 || 5,86&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| 2020&lt;br /&gt;
| 1,08 || 0,76 || 3,00&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Geldumlaufgeschwindigkeit hat in der Eurozone tendenziell über die Jahre abgenommen. Geld als [[Luxusgut]] wird mit steigendem Einkommen begehrenswerter,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Milton Friedman]]/[[Anna J. Schwartz]], &amp;#039;&amp;#039;A Monetary History of the United States 1867-1960&amp;#039;&amp;#039;, 1963, S. 46 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Arbeitslose]] schränken ihre [[Geldnachfrage]] nicht in dem Maße ein wie ihr Einkommen sinkt.&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred.J.M. Neumann/Katrin Assenmacher-Wesche: &amp;#039;&amp;#039;Divergent Trends in the Velocity of Money&amp;#039;&amp;#039;, in: Horst Siebert (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Monetary Policy in an Integrated World Economy&amp;#039;&amp;#039;, Symposien des Instituts für Weltwirtschaft Kiel, 1996, S. 1 ff.; ISBN 3161466578&amp;lt;/ref&amp;gt; In beiden Fällen steigt die Geldhaltung relativ zum Einkommen, die Geldumlaufgeschwindigkeit nimmt ab.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Eichmann, &amp;#039;&amp;#039;Sinkt die Geldumlaufgeschwindigkeit?&amp;#039;&amp;#039;, in: Wirtschaftsdienst 82 (2), 2002, S. 99&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
== Wirtschaftliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
In der [[Geldtheorie]] ist die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes eine bedeutende ökonomische Größe. Wesentliche Einflussfaktoren der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes sind die [[Kassenhaltung]]sgewohnheiten der Wirtschaftssubjekte, das [[Zahlungsverhalten]] der Gesellschaft (Frequenz der [[Zahlungsstrom|Zahlungseingänge und Zahlungsausgänge]]) sowie [[Bevölkerungsdichte]] und Schnelligkeit des [[Gütertransport]]s.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Grundz%C3%BCge_der_Geldtheorie_und_Geldpolit/QzypMEk1AoIC?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=geldtheorie+Umlaufgeschwindigkeit+des+Geldes&amp;amp;pg=PA33&amp;amp;printsec=frontcover Ralph Anderegg, &amp;#039;&amp;#039;Grundzüge der Geldtheorie und Geldpolitik&amp;#039;&amp;#039;, 2007, S. 33 f.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Faktoren halten die Umlaufgeschwindigkeit [[kurzfristig]] konstant und wirken sich erst [[langfristig]] aus. Auch Wicksell sah die Umlaufgeschwindigkeit als schwankende Größe von unbegrenzter [[Elastizität (Wirtschaft)|Elastizität]].&amp;lt;ref&amp;gt;Knut Wicksell, &amp;#039;&amp;#039;Geldzins und Güterpreise&amp;#039;&amp;#039;, 1898, S. 37&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Welche Geldmenge im volkswirtschaftlichen Umsatzprozess benötigt wird, hängt von der Entwicklung des [[Produktionspotenzial]]s, des [[Preisniveau]]s und der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes ab.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.google.de/books/edition/Gabler_Bank_Lexikon/gurNBgAAQBAJ?hl=de&amp;amp;gbpv=1&amp;amp;dq=Umlaufgeschwindigkeit+des+Geldes+lexikon&amp;amp;pg=PA707&amp;amp;printsec=frontcover Ludwig Gramlich/Roland Eller/Wolfgang Grill, &amp;#039;&amp;#039;Gabler Bank Lexikon&amp;#039;&amp;#039;, 1996, S. 707]&amp;lt;/ref&amp;gt;  Je höher die Umlaufgeschwindigkeit ist, umso weniger zusätzliches Geld wird benötigt und umgekehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere in Staaten mit [[Hyperinflation]] ist zu beobachten, dass neben einem [[Geldüberhang]] auch die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes inflationserhöhend wirkt. Die [[Arbeitseinkommen]] werden dort üblicherweise zweimal im Monat je zur Hälfte gezahlt und sofort konsumiert, weil der Verbraucher bereits am nächsten Tag nach der Lohnzahlung mit höheren Preisen und einem damit verbundenen [[Kaufkraftverlust]] rechnen muss. Sowohl die häufigere Zahlung als auch der schnelle Konsum wirken erhöhend auf die Umlaufgeschwindigkeit und damit auf die Inflation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Umlaufsicherung]]&lt;br /&gt;
* [[Kassenhaltungskoeffizient]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geldpolitik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geldtheorie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Volkswirtschaftliche Kennzahl]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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