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	<title>Umbriel - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-01T10:48:26Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Umbriel&amp;diff=110943&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Antonsusi am 4. April 2026 um 09:36 Uhr</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Umbriel&amp;diff=110943&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-04-04T09:36:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Mond&lt;br /&gt;
| Name = Umbriel&lt;br /&gt;
| SysName = Uranus II&lt;br /&gt;
| Bild = Umbriel (moon).jpg&lt;br /&gt;
| Bildtext = Umbriel, aufgenommen von Voyager 2&lt;br /&gt;
| Zentrum = [[Uranus (Planet)|Uranus]]&lt;br /&gt;
| Halbachse = 266.000&lt;br /&gt;
| Periapsis = 265.000 &amp;lt;!-- berechnet aus Halbachse und Exzentrizität --&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Apoapsis = 267.000 &amp;lt;!-- berechnet aus Halbachse und Exzentrizität --&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Exzentrizitaet = 0,0039&lt;br /&gt;
| Bahnneigung = 0,13&lt;br /&gt;
| Umlaufzeit = 4,1442&lt;br /&gt;
| Umlaufgeschwindigkeit = 4,67 &amp;lt;!-- berechnet aus Halbachse und Umlaufzeit --&amp;gt;&lt;br /&gt;
| ref-o = &amp;lt;ref name=&amp;quot;uranianmoonfact&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |werk=NASA.gov |autor=David R. Williams |url=https://nssdc.gsfc.nasa.gov/planetary/factsheet/uraniansatfact.html |sprache=en |titel=Uranian Satellite Fact Sheet |datum=2019-02-21 |abruf=2022-09-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Visuelle_Helligkeit = 14,47&amp;lt;ref name=&amp;quot;jpl-data_ARCHIVE&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |werk=NASA.gov |autor=Ryan S. Park |url=https://ssd.jpl.nasa.gov/?sat_phys_par |archiv-url=https://web.archive.org/web/20210904053002/https://ssd.jpl.nasa.gov/?sat_phys_par |archiv-datum=2021-09-04 |sprache=en |titel=Planetary Satellite Physical Parameters |datum=2015-02-19 |abruf=2022-09-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Albedo = 0,21&lt;br /&gt;
| Durchmesser = 1169,4&lt;br /&gt;
| Masse = 1,221 × 10&amp;lt;sup&amp;gt;21&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;nasa-science2&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |werk=NASA.gov |url=https://solarsystem.nasa.gov/moons/uranus-moons/umbriel/by-the-numbers/ |sprache=en |titel=Umbriel – By the numbers |abruf=2022-09-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Oberflaeche = 4.296.117&amp;lt;ref name=&amp;quot;nasa-science2&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Dichte = 1,46&lt;br /&gt;
| Rotation = &lt;br /&gt;
| Achsneigung = &lt;br /&gt;
| A_Fallen = 0,238 &amp;lt;!-- berechnet Masse und Radius mit Gravitationskonstante --&amp;gt;&lt;br /&gt;
| V_Flucht = 528 &amp;lt;!-- berechnet Masse und Radius mit Gravitationskonstante --&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Temperatur = &lt;br /&gt;
| ref-p = &amp;lt;ref name=&amp;quot;uranianmoonfact&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Entdecker = [[William Lassell]]&lt;br /&gt;
| Entdeckungsdatum = 24. Oktober 1851&lt;br /&gt;
| Anmerkung = &amp;lt;small&amp;gt;dunkelster großer Uranusmond&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Vergleichbild = [[Datei:Uranus moons.jpg|300px]]&lt;br /&gt;
| Vergleichtext = &amp;lt;small&amp;gt;Größenvergleich zwischen Uranus (links) und seinen größten Monden, von links nach rechts Puck, Miranda, Ariel, Umbriel, Titania und Oberon (maßstabsgerechte Fotomontage)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mond &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Umbriel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;Uranus II&amp;#039;&amp;#039;) ist der drittgrößte der {{NMonde|ID=Uranus}} bekannten [[Satellit (Astronomie)|Monde]] des [[Planet]]en [[Uranus (Planet)|Uranus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entdeckung und Benennung ==&lt;br /&gt;
Umbriel wurde am 24. Oktober 1851 zusammen mit [[Ariel (Mond)|Ariel]] als dritte und vierte Uranusmonde von dem [[Vereinigtes Königreich|britischen]] [[Astronom]]en [[William Lassell]] mit einem 60-cm-[[Spiegelteleskop]] an einer selbstgebauten [[Sternwarte]] in [[Liverpool]] entdeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Mond erhielt den Namen nach dem bösartigen düsteren Geist in [[Alexander Pope]]s Versepos &amp;#039;&amp;#039;[[The Rape of the Lock|Der Lockenraub]]&amp;#039;&amp;#039;. Der Name lehnt sich an das [[latein]]ische Wort &amp;#039;&amp;#039;Umbra&amp;#039;&amp;#039; an, das &amp;#039;&amp;#039;Schatten&amp;#039;&amp;#039; bedeutet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Namen der ersten vier entdeckten Uranusmonde ([[Oberon (Mond)|Oberon]], [[Titania (Mond)|Titania]], Umbriel und Ariel) wurden von [[John Herschel]], dem Sohn von [[Wilhelm Herschel]], auf Nachfrage von Lassell vorgeschlagen. Wilhelm Herschel war der Entdecker von Oberon, Titania und Uranus selbst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Namenskonventionen der IAU werden für Oberflächenstrukturen auf Umbriel Namen von dunklen, eher bösartigen Gestalten aus Sage und Literatur verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | url=https://planetarynames.wr.usgs.gov/Page/Categories | titel=Categories (Themes) for Naming Features on Planets and Satellites | werk=Gazetteer of Planetary Nomenclature | hrsg=[[Internationale Astronomische Union|IAU]]/USGS | sprache=en | abruf=2022-09-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bahneigenschaften ==&lt;br /&gt;
=== Umlaufbahn ===&lt;br /&gt;
Umbriel umkreist Uranus auf einer [[rechtläufig und rückläufig|prograden]], fast perfekt kreisförmigen Umlaufbahn in einem mittleren Abstand von rund 266.000&amp;amp;nbsp;km (ca. 10,4 Uranusradien) von dessen Zentrum, also rund 240.000&amp;amp;nbsp;km über dessen Wolkenobergrenze. Die [[Exzentrizität (Astronomie)|Bahnexzentrizität]] beträgt 0,0039, die Bahn ist 0,13° gegenüber dem [[Äquator]] von Uranus [[Bahnneigung|geneigt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Umlaufbahn des nächstinneren Mondes [[Ariel (Mond)|Ariel]] ist im Mittel 75.000&amp;amp;nbsp;km von Umbriels Orbit entfernt, die des nächstäußeren Mondes [[Titania (Mond)|Titania]] etwa 170.000&amp;amp;nbsp;km.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umbriel umläuft Uranus in 4 Tagen, 3 Stunden, 28 Minuten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umbriels Umlaufbahn liegt gänzlich in der [[Magnetosphäre]] von Uranus. Die nachfolgenden [[Äquatoriales Koordinatensystem|Hemisphären]] von atmosphärenlosen Monden wie Umbriel sind dadurch unter ständigem Beschuss von magnetosphärischem [[Plasma (Physik)|Plasma]], das mit dem Planeten mitrotiert. Dies kann zu einer Verdunkelung der nachfolgenden Hemisphäre führen, die bisher bei allen Uranusmonden außer bei Oberon beobachtet werden konnte. Umbriel fängt auch magnetosphärisch geladene Partikel ein, die zu einer erhöhten Anzahl dieser Teilchen in Umbriels Umlaufbahn führt und durch die [[Raumsonde]] [[Voyager 2]] beobachtet werden konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da Umbriel wie Uranus die [[Sonne]] relativ zur Rotation praktisch auf der Seite umkreist, zeigt seine Nord- bzw. Südhemisphäre zur Zeit der [[Sonnenwende]] entweder direkt zur Sonne oder von ihr weg, was zu extremen [[jahreszeit]]lichen Effekten führt. Das bedeutet, dass die [[Pol (Geographie)|Pole]] von Umbriel während eines halben Uranusjahres von 42 Jahren in permanenter Dunkelheit liegen oder von der Sonne beschienen werden. Während der Sonnenwende steht die Sonne daher nahe dem [[Zenit]] über den Polen. Während des Voyager 2-Vorbeifluges im Jahr 1986, der sich fast zur Sonnenwende ereignete, zeigten die Südhemisphären von Uranus und seinen Monden in Richtung Sonne, während die Nordhemisphären in völliger Dunkelheit lagen. Während der [[Tag-und-Nacht-Gleiche|Äquinoktien]], bei der sich die [[Äquatorebene]] mit der Richtung zur Erde kreuzt und die sich ebenfalls alle 42 Jahre ereignet, sind gegenseitige [[Okkultation|Bedeckung]]en der Uranusmonde und [[Sonnenfinsternis]]se auf Uranus möglich. Eine Reihe dieser raren Ereignisse fand zuletzt 2007 bis 2008 statt; Titania wurde von Umbriel am 15. August 2007 und am 8. Dezember 2007 bedeckt, und ebenso Ariel, der am 19. August 2007 von Umbriel bedeckt wurde. Umbriel wurde seinerseits am 4. Mai 2007 während sechs Minuten von Oberon bedeckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegenwärtig besitzt Umbriel keine [[Bahnresonanz]] mit anderen Monden. In seiner Geschichte befand er sich jedoch möglicherweise in einer 3:1-Resonanz mit [[Miranda (Mond)|Miranda]], die möglicherweise für die innere Aufheizung dieses Mondes verantwortlich war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Physikalische Eigenschaften ==&lt;br /&gt;
=== Größe ===&lt;br /&gt;
Umbriel hat einen Durchmesser von 1169,4&amp;amp;nbsp;km. Er ist damit der drittgrößte Uranusmond und geringfügig größer als sein innerer Bahnnachbar Ariel, doch scheint er weniger Masse als dieser zu haben. Von der Größe her ist Umbriel auch mit dem [[Liste der Saturnmonde|Saturnmond]] [[Dione (Mond)|Dione]] sowie mit [[Pluto]]s großem Mond [[Charon (Mond)|Charon]] vergleichbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Größe von Umbriels Oberfläche beträgt etwa 4.296.000&amp;amp;nbsp;km&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;, das entspricht fast genau der Fläche der [[Europäische Union|Europäischen Union]]. Mit [[Voyager&amp;amp;nbsp;2]] konnte während ihres Vorbeifluges etwa 40 % der Oberfläche näher erforscht werden; – wie bei allen Uranusmonden vorwiegend die Südhemisphäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Innerer Aufbau ===&lt;br /&gt;
Umbriel besitzt eine mittlere Dichte von 1,46&amp;amp;nbsp;g/cm³. Anhand der niedrigen Dichte geht man davon aus, dass Umbriel aus etwa 60 % [[Eis|Wassereis]] zusammengesetzt ist. Weiter besitzt er Anteile von [[Silikate|silikatischem]] Gestein und [[Kohlenstoff]]verbindungen wie [[Methan]] und dem [[Organische Chemie|organischen]] schweren [[Tholine|Tholin]]. Die Präsenz von Wassereis wird durch [[infrarot]]e [[Spektroskopie|spektroskopische]] Untersuchungen gestützt, die [[kristallin]]es Wassereis auf Umbriels Oberfläche zum Vorschein brachte. Dieses scheint auf Umbriels führender Hemisphäre stärker vertreten zu sein. Der Grund dafür ist unbekannt, doch es scheint vom Bombardement geladener Teilchen von Uranus’ Magnetosphäre herzurühren, die auf der folgenden Hemisphäre durch die Co-Rotation des Plasmas stärker vertreten ist. Diese energetischen Partikel tendieren zur [[Sputtern|Kathodenzerstäubung]] von Wassereis, der Zersetzung von in Eis als [[Gashydrat]] eingeschlossenem Methan und der Verdunkelung von anderem organischem Material, was zu kohlenstoffreichen [[Sedimentation|Ablagerung]]en auf der Oberfläche führt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außer dem Wassereis konnte bisher nur [[Kohlenstoffdioxid]] (CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;) spektroskopisch zweifelsfrei nachgewiesen werden und diese Verbindung konzentriert sich hauptsächlich auf die folgende Hemisphäre. Dessen Herkunft ist bislang nicht hinreichend geklärt. Es könnte lokal aus [[Carbonate|Karbonat]]en oder organischem Material durch Einfluss der geladenen Teilchen von Uranus’ Magnetosphäre produziert werden, oder durch die [[Sonne|solare]] [[Ultraviolettstrahlung]]. Die erstere Hypothese würde die [[Asymmetrie]] in der Verteilung erklären, da die folgende Hemisphäre unter stärkerem Einfluss der Magnetosphäre liegt. Eine andere mögliche Quelle ist das [[Ausgasen]] von CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;, das in Wassereis in Umbriels Innerem gefangen ist. Die Freisetzung von CO&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; aus dem Inneren hängt möglicherweise mit der vergangenen [[Geologie|geologischen]] Aktivität des Mondes zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umbriel ist womöglich ein [[Differenzierung (Planetologie)|differenziert]]er Körper mit einem Gesteinskern und einem Mantel aus Wassereis. Falls dies der Fall ist, würde der Durchmesser des Kerns 634&amp;amp;nbsp;km betragen, was 54 % des gesamten Durchmessers entspricht, sowie einer Kernmasse von 40 % der Gesamtmasse – diese Parameter werden durch die Zusammensetzung des Mondes vorgegeben. Der Druck im Zentrum von Umbriel beträgt etwa 2,4 [[Bar (Einheit)|kbar]]. Dass im Eismantel von Umbriel ein unterirdischer Ozean wie auf dem [[Liste der Jupitermonde|Jupitermond]] [[Europa (Mond)|Europa]] existieren könnte, gilt nach bisherigen Untersuchungen als unwahrscheinlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Oberfläche ===&lt;br /&gt;
Die Oberfläche von Umbriel ist alt und verkrustet und weist nur wenige Spuren [[Geologie|geologischer]] Aktivität auf. Außer den allgegenwärtigen [[Einschlagskrater]]n durch [[Impakt]]e konnten Wissenschaftler bislang keine anderen oberflächenverändernde Merkmale feststellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umbriel besitzt die dunkelste Oberfläche aller großen [[Liste der Uranusmonde|Uranusmonde]] mit einer geometrischen [[Albedo]] von 0,21, d.&amp;amp;nbsp;h., 21 % des eingestrahlten Sonnenlichts werden reflektiert. Die Oberfläche zeigt je nach Beleuchtungswinkel große Helligkeitseffekte; die Reflektivität von 0,26 bei einem [[Tag-Nacht-Grenze|Phasenwinkel]] von 0° sinkt rapide auf 0,19 bei etwa 1° ab. Die sphärische Albedo liegt bei 0,10; Ariel besitzt, zum Vergleich, eine sphärische Albedo von 0,23. Allgemein erscheint die Helligkeit der Oberfläche relativ homogen; sie zeigt zumeist keine starken Variationen in der Farbe oder der Albedo.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu Oberon, einem anderen dunklen Uranusmond, erscheint die Oberfläche von Umbriel in einem leicht bläulichen Farbton, während frische Impaktablagerungen sogar noch etwas blauer erscheinen. Es scheint eine minimale [[Dichotomie]] der führenden und der folgenden Hemisphäre zu existieren; eine leichte rötliche Färbung der – im Gegensatz zum inneren Nachbarn Ariel – führenden Hemisphäre stammt möglicherweise von der Verwitterung durch geladene Teilchen und Einschlägen von [[Mikrometeorit]]en seit der Entstehung des [[Sonnensystem]]s. Die farbliche [[Asymmetrie]] entstand wahrscheinlich durch die [[Akkretion (Astronomie)|Akkretion]] von rötlichem Material aus dem äußeren Uranussystem, möglicherweise von [[Irregulärer Satellit|irregulären Monden]], die sich vorwiegend auf der führenden Hemisphäre niederschlagen würden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kratergelände ====&lt;br /&gt;
Auf Umbriels Oberfläche gibt es weitaus mehr und größere Krater als auf Titania oder Ariel – lediglich Oberon besitzt mehr davon. Die Durchmesser der beobachteten Krater reichen von einigen Kilometern bis zu 210&amp;amp;nbsp;km für den größten, &amp;#039;&amp;#039;Wokolo&amp;#039;&amp;#039; genannt. Alle erkennbaren Krater besitzen [[Zentralberg]]e, jedoch keinerlei Anzeichen von [[Strahlensystem]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Nähe des [[Äquator]]s befindet sich das auffälligste Merkmal auf seiner Oberfläche, mutmaßlich ein Krater mit einem 131&amp;amp;nbsp;km großen Ring aus hellem Material. Seine Entstehung ist bislang nicht vollständig geklärt, aber offensichtlich kann er auch mit einem [[Impakt]]ereignis in Verbindung gebracht werden. Beim Einschlag eines [[Asteroid]]en könnte helleres Eis aus tieferen Krustenschichten ausgeworfen worden sein. Der vermutliche [[Einschlagkrater]] trägt den Namen &amp;#039;&amp;#039;Wunda&amp;#039;&amp;#039; und der ihn ausfüllende helle Ring, der mindestens 10&amp;amp;nbsp;km breit ist, wird &amp;#039;&amp;#039;Fluorescent cheerio&amp;#039;&amp;#039; genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ebenfalls in der Nähe des [[Äquator]]s sind die beiden interessanten Krater &amp;#039;&amp;#039;Vuver&amp;#039;&amp;#039; mit einem besonders tiefen Talboden und &amp;#039;&amp;#039;Skynd&amp;#039;&amp;#039;, der durch sein ungewöhnlich hellen Zentralberg auffällt, zu sehen. Studien von Modellen von Umbriel zeigen zudem eine mögliche große Impaktstruktur von 400&amp;amp;nbsp;km Durchmesser und einer Tiefe von etwa 5&amp;amp;nbsp;km.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style = &amp;quot;text-align:center&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Liste der benannten Krater auf Umbriel&lt;br /&gt;
|- style=&amp;quot;background:#efefef; font-size: 90%;&amp;quot;&lt;br /&gt;
! Name&lt;br /&gt;
! Durchmesser (km)&lt;br /&gt;
! Koordinaten&lt;br /&gt;
! Namensherkunft&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| [[Wokolo (Krater)|Wokolo]]&lt;br /&gt;
| 208,0&lt;br /&gt;
| 30°00′S 1°48′E / 30°S 1,8°E&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;Wokolo&amp;#039;&amp;#039; ([[Bambara (Volk)|Bambara]]-Volk in [[Westafrika]])&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Malingee&lt;br /&gt;
| 164,0&lt;br /&gt;
| 22°54′S 13°54′E / 22,9°S 13,9°E&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;Malingee&amp;#039;&amp;#039; ([[Australien|Australische]] [[Aborigines]]-Mythologie)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Wunda&lt;br /&gt;
| 131,0&lt;br /&gt;
| 7°54′S 273°36′E / 7,9°S 273,6°E&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;Wunda&amp;#039;&amp;#039; ([[Australien|Australische]] [[Aborigines]]-Mythologie)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Vuver&lt;br /&gt;
| 98,0&lt;br /&gt;
| 4°42′S 311°36′E / 4,7°S 311,6°E&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;Vuver&amp;#039;&amp;#039; ([[Finnische Mythologie]])&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Gob&lt;br /&gt;
| 88,0&lt;br /&gt;
| 12°42′S 27°48′E / 12,7°S 27,8°E&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;Gob&amp;#039;&amp;#039; ([[Heidentum]])&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Kanaloa&lt;br /&gt;
| 86,0&lt;br /&gt;
| 10°48′S 345°42′E / 10,8°S 345,7°E&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;Kanaloa&amp;#039;&amp;#039; ([[Hawaiische Religion]])&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Skynd&lt;br /&gt;
| 72,0&lt;br /&gt;
| 1°48′S 331°42′E / 1,8°S 331,7°E&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;Skynd&amp;#039;&amp;#039; ([[Dänemark|Dänische]] [[Folklore]])&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Peri&lt;br /&gt;
| 61,0&lt;br /&gt;
| 9°12′S 4°18′E / 9,2°S 4,3°E&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;[[Pari (Mythologie)|Peri]]&amp;#039;&amp;#039; ([[Iranische Mythologie|Persische Mythologie]])&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Minepa&lt;br /&gt;
| 58,0&lt;br /&gt;
| 42°42′S 8°12′E / 42,7°S 8,2°E&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;Minepa&amp;#039;&amp;#039; ([[Makua (Volk)|Makua]]-Volk in [[Mosambik]])&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Alberich&lt;br /&gt;
| 52,0&lt;br /&gt;
| 33°36′S 42°12′E / 33,6°S 42,2°E&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;[[Alberich (Mythologie)|Alberich]]&amp;#039;&amp;#039; ([[Germanische Mythologie]])&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Setibos&lt;br /&gt;
| 50,0&lt;br /&gt;
| 30°48′S 346°18′E / 30,8°S 346,3°E&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;Setibos&amp;#039;&amp;#039; (aus [[Patagonien]])&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Zlyden&lt;br /&gt;
| 44,0&lt;br /&gt;
| 23°18′S 326°12′E / 23,3°S 326,2°E&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;Zlyden&amp;#039;&amp;#039; ([[Slawische Mythologie]])&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Fin&lt;br /&gt;
| 43,0&lt;br /&gt;
| 37°24′S 44°18′E / 37,4°S 44,3°E&lt;br /&gt;
| &amp;#039;&amp;#039;Fin&amp;#039;&amp;#039; ([[Dänemark|Dänische]] [[Folklore]])&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Andere Geländeformen ====&lt;br /&gt;
Wie bei anderen Uranusmonden ist die Oberfläche durch ein System von [[Canyon]]s zerschnitten, die im Allgemeinen von Nordosten nach Südwesten verlaufen. Sie wurden jedoch von der [[Internationale Astronomische Union|IAU]] nicht offiziell anerkannt, da die Auflösung der Bilder zu gering war. Dies und die allgemein schwach ausgeprägte Erscheinung dieses Mondes verhinderten eine geologische Kartierung dieser Strukturen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Umbriels schwer verkraterte Oberfläche blieb möglicherweise seit der Entstehung des Sonnensystems stabil. Die einzigen Anzeichen innerer geologischer Aktivität sind die Canyons und dunkle [[polygon]]förmige Strukturen von mehreren zehn bis hunderte von Kilometern Durchmesser. Diese Merkmale wurden durch die präzisen [[Photometrie]] der Voyager-Bilder identifiziert und sind mehr oder weniger einheitlich verteilt; sie verlaufen wie die Canyons in nordöstlich-südwestlicher Richtung. Einige dieser Polygone korrespondieren mit [[Senke (Geomorphologie)|Senke]]n von einigen Kilometern Tiefe und sind möglicherweise durch eine frühe Episode [[Tektonik|tektonischer]] Aktivität entstanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es keine Erklärung für das dunkle und gleichförmige Aussehen von Umbriel. Seine Oberfläche ist vielleicht von einer relativ dünnen Schicht dunklen Materials bedeckt, das durch einen Einschlag oder eine [[Vulkanausbruch|Eruption]] ausgeworfen wurde. Andererseits könnte Umbriels Kruste auch gesamthaft aus diesem Material bestehen, was die Bildung von hellen Oberflächenmerkmalen wie Strahlensystemen verhindert hätte. Dennoch scheint die Existenz des Kraters Wunda und einer weiteren hellen Stelle in der Nähe des Südpols letzterer [[Hypothese]] zu widersprechen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung ==&lt;br /&gt;
Umbriel wurde wahrscheinlich durch eine [[Akkretion (Astronomie)|Akkretionsscheibe]] geformt oder einen Unternebel, der sich möglicherweise um Uranus während dessen Entstehungszeit befand oder sich nach dem (noch theoretischen) Einschlag bildete, der den Planeten auf die Seite kippen ließ. Die genaue Zusammensetzung dieses Unternebels ist nicht bekannt, doch weisen die höheren Dichten des [[Liste der Uranusmonde|Uranussystem]]s im Vergleich zu den näher an der Sonne liegenden Saturnmonden auf eine relative Wasserarmut hin. Möglicherweise waren signifikante Anteile von [[Stickstoff]] (N&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;) und [[Kohlenstoff]] (C) in Form von [[Kohlenstoffmonoxid]] (CO) sowie molekularer Stickstoff anstelle von [[Ammoniak]] (NH&amp;lt;sub&amp;gt;3&amp;lt;/sub&amp;gt;) und [[Methan]] (CH&amp;lt;sub&amp;gt;4&amp;lt;/sub&amp;gt;) vorhanden. Satelliten, die aus einem solchen Unternebel entstanden, sollten weniger Wassereis enthalten und CO und N&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt; als in Eis eingeschlossenes [[Gashydrat]] und mehr Gestein beinhalten, was die höheren Dichten erklären würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Akkretionsprozess dauerte womöglich mehrere tausend Jahre, bis die Bildung von Umbriel abgeschlossen war. Modelle zeigen, dass die Akkretion begleitende Einschläge eine Aufheizung der äußeren Hülle des Mondes mit einer Temperatur von etwa 180&amp;amp;nbsp;[[Kelvin|K]] in eine Tiefe von bis zu 3&amp;amp;nbsp;km verursachen würde. Nach der Bildung kühlte diese äußere Schicht ab, während sich Umbriels Inneres durch die Zersetzung [[radioaktiv]]er [[Chemisches Element|Elemente]] im Gestein aufheizte. Die abkühlende Außenhülle [[Wärmeausdehnung|kontrahierte]], während das Innere [[Wärmeausdehnung|expandierte]]. Dies verursachte starke Spannungen in der Kruste des Mondes mit einem Druck von bis zu geschätzten 3&amp;amp;nbsp;[[Bar (Einheit)|kbar]], die zu Brüchen auf der Kruste führten. Dieser Prozess, der etwa 200 Millionen Jahre andauerte, weist darauf hin, dass die [[endogen]]e Bildung der Oberfläche schon vor Milliarden von Jahren abgeschlossen gewesen sein musste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anfängliche Akkretionshitze und die darauf folgende Zersetzung radioaktiver Elemente führten möglicherweise zu einem Schmelzen von Wassereis, falls eine gefrierpunktsenkende Substanz wie ein Salz oder Ammoniak in Form von [[Ammoniumhydroxid]] vorhanden war. Dies dürfte zu einer Separation von Eis und Gestein (Differenzierung) des Kerns geführt haben. In diesem Fall müsste es eine Schicht flüssigen Wassers reich an aufgelöstem Ammoniak an der Grenze von Mantel und Kern gegeben haben. Die [[Eutektikum|eutektisch]]e Temperatur dieser Mischung ist 176&amp;amp;nbsp;K. Dieser Ozean ist jedoch wahrscheinlich längst zugefroren. Von allen Uranusmonden wird Umbriel als am wenigsten wahrscheinlich für eine endogene Oberflächenerneuerung angesehen, obschon dies in seiner sehr frühen Entstehungsgeschichte möglich war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erforschung ==&lt;br /&gt;
Seit der Entdeckung 1851 durch William Lassell war etwa 135 Jahre lang außer den Bahnparametern über Umbriel nicht viel bekannt. Der Mond war zu klein und zu weit entfernt, um ihn mit erdgebundenen Teleskopen näher aufzulösen. Durch seine dunkle Oberfläche und seine Nähe zu Uranus ist er von allen großen Uranusmonden am schwierigsten zu beobachten; es ist eine Teleskopöffnung von mindestens 40&amp;amp;nbsp;cm notwendig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 20. Januar 1986 konnte Umbriel einer verhältnismäßig nahen Entfernung von minimal 325.000&amp;amp;nbsp;km von der [[Voyager 2|Voyager-2]]-[[Raumsonde]] passiert, fotografiert und vermessen werden. Die Rotationsachse von Uranus und Umbriel wiesen, als Folge der hohen Achsneigung des Planetensystems von 98°, zu diesem Zeitpunkt in Richtung Erde, so dass die Monde von Uranus nicht wie bisher bei Jupiter und Saturn auf der Äquatorebene einzeln angeflogen werden konnten, sondern sich deren Orbits wie eine Zielscheibe um den Planeten herum anordneten und der Planet quasi getroffen werden musste. Dies bedeutete, dass von Uranus all dessen Monden nur jeweils die Südhemisphäre in Abständen von etwa zwei Tagen fotografiert werden konnte – die denkbar ungünstigste Position für einen Vorbeiflug. Zudem musste man sich für einen Mond entscheiden, da ein naher Vorbeiflug bei einem zwangsläufig große Abstände zu allen anderen bedingte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da man Voyager 2 weiter zu [[Neptun (Planet)|Neptun]] lenken wollte, war die Voraussetzung dafür ein naher Uranus-Vorbeiflug. Daraus ergab sich, dass nur der Mond [[Miranda (Mond)|Miranda]] nahe passiert werden konnte. Dadurch war die beste Auflösung der Fotos etwa 5,2&amp;amp;nbsp;km; sie zeigen etwa 40 % der Oberfläche, wobei nur etwa 20 % mit der notwendigen Qualität für geologische Karten und Kraterzählung verwendet werden konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commons|Umbriel}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle | url=https://planetarynames.wr.usgs.gov/Page/UMBRIEL/target | titel=Umbriel | werk=Gazetteer of Planetary Nomenclature | hrsg=[[Internationale Astronomische Union|IAU]]/USGS | sprache=en | abruf=2022-09-06 | abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Monde}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Uranusmond|Umbriel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Astronomisches Objekt (entdeckt 1851)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Antonsusi</name></author>
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