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	<title>Ultramontanismus - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-02T07:52:38Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ultramontanismus&amp;diff=541268&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Nordostsüdwest: Papismus</title>
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		<updated>2025-03-24T01:45:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Papismus&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:094 leuchtkugeln nr 12.jpg|mini|Antikatholische Karikatur in der Münchner Satirezeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[Leuchtkugeln]]&amp;#039;&amp;#039;, 1848. Der katholische Geistliche als Fuchs, der als blinder Passagier auf dem Wagen des Fortschritts mitreist, um später den Lauf der Geschichte umzudrehen.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ultramontanismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (in einigen Werken des 19. Jahrhunderts auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Transmontanismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;; von &amp;#039;&amp;#039;ultramontan&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;transmontan&amp;#039;&amp;#039; „jenseits der Berge [&amp;lt;nowiki /&amp;gt;[[Scilicet|sc.]] Alpen&amp;lt;nowiki /&amp;gt;]“) bezeichnet den [[Römisch-katholische Kirche|rom]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;treuen politischen [[Katholizismus]] des 19. und frühen 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Definition und Wesen ==&lt;br /&gt;
Der Ultramontanismus war eine [[Politischer Katholizismus|politische Haltung des Katholizismus]] insbesondere in den deutschsprachigen Ländern, aber auch in den [[Niederlande]]n, die sich auf Weisungen von der päpstlichen [[Kurie]], also aus dem von dort aus gesehen „jenseits der Berge“ (lateinisch &amp;#039;&amp;#039;ultra montes&amp;#039;&amp;#039; – gemeint sind die [[Alpen]]) liegenden [[Vatikanstadt|Vatikan]], stützte. Auch in [[Frankreich]] und [[Belgien]] wurde der Ausdruck verwendet; hier stand er in allgemeinerer Form für eine Frontstellung gegen den in Kirche und Religion aufkommenden [[Liberalismus]] und in den politischen Auseinandersetzungen innerhalb des französischen Katholizismus im 19. Jahrhundert als Gegenmodell zum [[Gallikanismus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Haltung ging einher mit dem [[Antimodernismus (Katholizismus)|Antimodernismus]], einer Strömung innerhalb der gesamten [[Römisch-katholische Kirche|katholischen Kirche]] in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts, die sich –&amp;amp;nbsp;ausgehend von Dekreten Papst [[Pius IX.|Pius’&amp;amp;nbsp;IX.]]&amp;amp;nbsp;– gegen gesellschaftliche und politische Reformen zur Durchsetzung von [[Menschenrechte]]n und [[Demokratie]] wandte. Ein Höhepunkt antimodernistischer Tendenzen in der katholischen Kirche war 1910 die Verpflichtung aller Priester auf das Ablegen des sogenannten [[Antimodernisteneid]]s: Ab dem 1. September 1910 waren sie ausdrücklich verpflichtet, die im &amp;#039;&amp;#039;[[Syllabus errorum]]&amp;#039;&amp;#039; (Liste der Irrtümer) genannten „Irrtümer“ abzulehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsbildung ==&lt;br /&gt;
Der Ausdruck stammt aus dem Lateinischen und bezieht sich zunächst auf die aus italienischer Sicht jenseits der Alpen befindlichen Gebiete, also vor allem Deutschland. Erst danach wurde der Ausdruck seitens deutscher Liberaler und Nationalisten verwendet „zur Bezeichnung einer Richtung unter den Katholiken, die vermeintlich die Interessen des römischen Stuhls und der Kirche einseitig auf Kosten staatlicher Interessen fördert“.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Ultramontanismus&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Herders Konversations-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;. 3. Auflage. 1907, Band 8, S. 942&amp;lt;/ref&amp;gt; Von der so bezeichneten Gruppe werden die päpstliche „unumschränkte monarchistische Gewalt über die Kirche und auf das Recht der Einmischung auch in die inneren Angelegenheiten der Staaten verteidigt&amp;amp;nbsp;…“.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Ultramontanismus&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Meyers Kleines Konversations-Lexikon&amp;#039;&amp;#039;. 6. Auflage. 1899, Band 3, S. 659&amp;lt;/ref&amp;gt; 1840 brachte [[Heinrich Heine]] die in dem Ausdruck enthaltene Kritik [[Polemik|polemisch]] auf den Punkt: „Pfaffen haben kein Vaterland, sie haben nur einen Vater, einen Papa, in Rom.“&amp;lt;ref&amp;gt;Heinrich Heine: &amp;#039;&amp;#039;Über Ludwig Börne&amp;#039;&amp;#039;. [https://www.projekt-gutenberg.org/heine/boerne/chap004.html Viertes Buch]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Auffassung, Katholiken müssten in Konfliktfällen „papsttreu“ sein, setzte sich im frühen 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert durch, vor allem im Verlauf des [[Kölner Wirren|Kölner Kirchenstreits]], nachdem die deutsche [[Römisch-katholische Kirche in Deutschland|Reichskirche]] in den Jahrhunderten zuvor oft ihre Eigenständigkeit gegenüber Rom betont hatte. Der Ultramontanismus war zu jener Zeit die herrschende Strömung im [[Katholizismus]]. Als Schlagwort wurde „ultramontan“ in der zweiten Hälfte des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts im [[Kulturkampf]] gebraucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Kölner Stadt-Anzeiger 1881 Ultramontane.jpg|mini|Die komplette Titelseite der Lokalausgabe der &amp;#039;&amp;#039;[[Kölnische Zeitung|Kölnischen Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039; vom 8. November 1881 besteht aus Wahlaufrufen gegen die &amp;#039;&amp;#039;Ultramontanen&amp;#039;&amp;#039;.]]&lt;br /&gt;
Für die [[Liberalismus|liberalen]] Wähler der „III.&amp;amp;nbsp;[[Dreiklassenwahlrecht|Classe]]“ in Köln etwa war die Ultramontane Partei bei den Stadtverordnetenwahlen noch in der zweiten Hälfte des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts das zentrale Problem; 1879 hatten sie die Papsttreuen besiegt, aber als die Wahl 1881 anstand, flammte ein Zeitungskrieg auf, an dem sich die Nähe der Ultramontanen zum kölnischen Klerus und zum [[Geschichte des Antisemitismus bis 1945|Antisemitismus]] zeigte. Die Liberalen riefen am 8.&amp;amp;nbsp;November 1881 über die ganze Breite der Titelseite der lokalen Ausgabe der &amp;#039;&amp;#039;[[Kölnische Zeitung|Kölnischen Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039; ([[Kölner Stadt-Anzeiger]]) zu Geschlossenheit gegen die Ultramontanen auf; die hätten nämlich bei einer anderen Wahl&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=in dicken Lettern an den Erzbischof Melchers in der Volkszeitung geschrieben: &amp;#039;&amp;#039;Köln ist für Rom wieder erobert!&amp;#039;&amp;#039; Das ist deutlich genug. Recht deutlich drückt sich wieder das ultramontane Schmutzblatt, der [[Rheinischer Merkur|Rheinische Merkur]], aus. Da soll nun dem liberalen Gemeinderat endlich der Garaus gemacht werden und der Einfluß und die Überhebung des Judenthums gebrochen werden. Nur ultramontane Stadtverordnete! Das ist die Parole leider geworden.&lt;br /&gt;
 |Quelle=Stadt-Anzeiger zu Nr. 310 der &amp;#039;&amp;#039;[[Kölnische Zeitung|Kölnischen Zeitung]]&amp;#039;&amp;#039;, 8. November 1881}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Vordenker des Ultramontanismus war [[Joseph de Maistre]] (1753–1821).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Vatikan aus knüpfte [[Umberto Benigni]] (1862–1934) in ganz Westeuropa ein [[konspirativ]]es Netzwerk aus Priestern und Laien, die ihn über modernismusverdächtige Theologen, katholische Literaten und Kulturschaffende informierten. Dieser [[Geheimbund]] und [[Nachrichtendienst]] hieß „[[Sodalitium Pianum]]“, war in Frankreich als „[[La Sapinière]]“ bekannt und hatte verschiedene Unterverbände sowie eine formelle Satzung. Mit Hilfe dieser Informationen konnte der Vatikan [[Personalpolitik]] (Beförderung, Versetzung u.&amp;amp;nbsp;Ä.) betreiben, Druck auf Unliebsame ausüben und anderes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1870 vertrat in Deutschland die [[Deutsche Zentrumspartei|Zentrumspartei]] diese politische Richtung. Kurz nach deren Gründung begann auch die Auseinandersetzung zwischen dem [[Protestantismus|protestantisch]]-[[Königreich Preußen|preußisch]] dominierten [[Deutsches Reich|Deutschen Reich]] (unter [[Reichskanzler]] [[Otto von Bismarck]]) und der [[Römisch-katholische Kirche|katholischen Kirche]]. Nach der Gründung der [[Christlich Demokratische Union Deutschlands|CDU]] 1945 als konfessionsübergreifender Volkspartei ist der Ultramontanismus als politische Bewegung verschwunden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Daniela Vates |url=http://www.berliner-zeitung.de/archiv/affaere-williamson---die-kritik-der-kanzlerin-und-cdu-chefin-angela-merkel-am-heiligen-vater-entzweit-ihre-partei--der-vatikan-zeigt-sich-erschuettert-ueber-die-debatte--der-zentralrat-der-juden-verlangt-den-bruch-mit-den-piusbruedern--das-kreuz-der-christdemokraten-mit-dem-papst,10810590,10618472.html |titel=Das Kreuz der Christdemokraten mit dem Papst |werk=[[Berliner Zeitung]] |datum=2009-02-06 |abruf=2015-06-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Gerd Langguth |url=http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,667126,00.html |titel=Kirchenstreit in der Union. Kardinal Meisners Helfer mischen die CDU auf |werk=[[Spiegel Online]] |datum=2009-12-25 |abruf=2015-06-10}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Papismus]]&lt;br /&gt;
* [[Kulturkampf]] (in Deutschland)&lt;br /&gt;
* [[Kulturkampf in der Schweiz]]&lt;br /&gt;
* [[Mainzer Kreis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Valentin, Christoph: &amp;#039;&amp;#039;Ultramontanisierung durch die päpstliche Diplomatie? Der Apostolische Nuntius Michele Viale Prelà in München (1838–1845)&amp;#039;&amp;#039;. W. Kohlhammer, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-17-037691-5.&lt;br /&gt;
* Victor Conzemius: &amp;#039;&amp;#039;Ultramontanismus.&amp;#039;&amp;#039; Artikel in: &amp;#039;&amp;#039;[[Theologische Realenzyklopädie]].&amp;#039;&amp;#039; Band 34, 2002, S. 253–263.&lt;br /&gt;
* Gisela Fleckenstein, [[Joachim Schmiedl]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Ultramontanismus. Tendenzen der Forschung.&amp;#039;&amp;#039; Bonifatius, Paderborn 2005, ISBN 3-89710-306-0 (&amp;#039;&amp;#039;Einblicke&amp;#039;&amp;#039; 8).&lt;br /&gt;
* Jürgen Strötz: &amp;#039;&amp;#039;Der Fels der Kirche. Ultramontane Kirchenlehre im 19. Jahrhundert, dargestellt am Beispiel des Eichstätter Bischofs Franz Leopold Freiherrn von Leonrod (1827–1905).&amp;#039;&amp;#039; Kovač, Hamburg 2003, ISBN 3-8300-1108-3 (&amp;#039;&amp;#039;Studien zu Religionspädagogik und Pastoralgeschichte&amp;#039;&amp;#039; 4).&lt;br /&gt;
* {{Gartenlaube|Wikisource=Rom am Rhein |Autor= |Jahr=1867 |Heft=2 |Seite=9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.papsttreue-vereinigungen.de/ Homepage des „Zusammenschlusses papsttreuer Vereinigungen“]&lt;br /&gt;
* [http://www.faz.net/artikel/C30405/johannes-kandel-islamismus-in-deutschland-widersagst-du-dem-absoluten-30334288.html Zum Begriff „Ultramontanismus“.] faz.net&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4186719-1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte des Katholizismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Christentum in Deutschland (19. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturkampf]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Nordostsüdwest</name></author>
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