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	<title>Ulanen - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>~2025-40962-93: /* Österreich-Ungarn */</title>
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		<updated>2026-02-17T09:54:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Österreich-Ungarn&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Ułani Księstwa Warszawskiego.JPG|miniatur|Polnische Ulanen 1807–1815, Gemälde von [[January Suchodolski]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ulanen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Uhlanen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, polnisch &amp;#039;&amp;#039;ułani&amp;#039;&amp;#039;, bezeichnet man eine mit [[Lanze]]n bewaffnete [[Waffengattung|Gattung]] der [[Kavallerie]]. Sie verbreitete sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in fast allen größeren [[Heer]]en und hat ihren Ursprung in den [[Polen-Litauen|polnisch-litauischen]] [[Hussaria|Flügelhusaren]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie ==&lt;br /&gt;
Das Wort &amp;#039;&amp;#039;Ulanen&amp;#039;&amp;#039; ist vom türkischen Wort &amp;#039;&amp;#039;oğlan&amp;#039;&amp;#039;, „junger Mann“, abgeleitet. Eine andere Theorie betrachtet &amp;#039;&amp;#039;[[Alanen]]&amp;#039;&amp;#039; als Wurzel. In [[Polen]] wird das türkische &amp;#039;&amp;#039;oğlan&amp;#039;&amp;#039; aus der [[Mongolische Sprache|mongolischen Sprache]] abgeleitet, hierin etwa mit der Bedeutung „tapferer [[Krieg]]er“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte und Auftrag ==&lt;br /&gt;
Als im 17. Jahrhundert in Europa langsam die [[stehendes Heer|stehenden Heere]] aufkamen und zugleich auch die [[Lanzierer]] als letztes Relikt eines [[Ritter]]heeres verschwanden, blieb die Adelsrepublik [[Polen-Litauen]] das einzige Land, das mit der [[Hussaria]] eine reguläre Kavallerie mit Lanzen unterhielt. Aus dieser entwickelten sich dort langsam die Ulanen. Als im späten 18. Jahrhundert im Zuge der [[Teilungen Polens|polnischen Teilungen]] immer mehr polnische Gebiete unter die Herrschaft Preußens, Russlands und der Habsburgermonarchie gerieten, begannen diese Staaten, dort Lanzenreiter für ihre eigenen Streitkräfte aufzustellen. Während der [[Koalitionskriege]] kamen über die [[Légions polonaises|polnischen Legionen]] Ulanen in die Armeen Italiens und schließlich auch des napoleonischen Frankreichs, wo sie so populär wurden, dass man sie während des 19. Jahrhunderts schließlich in fast allen größeren Heeren nachahmte. Allerdings stellte man in Frankreich und bei seinen Nachahmern die entsprechenden neuen Regimenter meist nicht durch Rekrutierung von Polen auf, sondern durch Umwandlung einheimischer Truppenteile. Im Zeitalter der [[Lineartaktik]] waren Ulanen insbesondere dabei nützlich, mit ihren langen Lanzen die ansonsten für Kavallerie schwer zu überwindenden [[Bajonett]]reihen der gegnerischen [[Karree (Militär)|Infanteriekarrees]] aufzubrechen. Die Zuordnung zur schweren oder leichten Kavallerie variierte von Land zu Land: In Preußen zählten sie bis zu den [[Preußische Heeresreform|Scharnhorstschen Reformen]] zur leichten und danach zur schweren Kavallerie, in Großbritannien zur leichten Kavallerie und in Frankreich zur mittleren Kavallerie. Dort, wo sie zur leichten Kavallerie zählten, wurden sie auch vermehrt für deren Aufklärungs- und Sicherungsaufgaben sowie den [[Kleiner Krieg|Kleinen Krieg]] eingesetzt, während sie als Teil der schweren Kavallerie überwiegend als Schlachtenkavallerie Verwendung fanden. Mit der Entwicklung zuverlässigerer, zielgenauerer und weitreichender Schusswaffen schwand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Bedeutung der gesamten Kavallerie und damit auch der Ulanen. Im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] kämpften daher die Ulanen meist nicht mehr zu Pferd, sondern infanteristisch, insbesondere da der Stellungskrieg mit seinen großangelegten Stacheldrahthindernissen einen berittenen Einsatz faktisch unmöglich machte. Oft mussten die Pferde an die Artillerie zur Bespannung der Geschütze abgegeben werden. Mit dem Untergang der polnischen Ulanen beim deutschen [[Überfall auf Polen]] ([[Gefecht bei Krojanty]]) endete die Verwendung der Lanze im Gefecht. Heute sind nur mehr einige Truppenteile zu Repräsentationszwecken mit ihr ausgestattet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erscheinungsbild ==&lt;br /&gt;
=== Charakteristische Uniformteile ===&lt;br /&gt;
Ursprünglich war die Uniform stark an die polnische Nationaltracht angelehnt. Typisch war eine viereckige Kopfbedeckung, die &amp;#039;&amp;#039;[[Tschapka]]&amp;#039;&amp;#039; (von polnisch &amp;#039;&amp;#039;czapka&amp;#039;&amp;#039;, „Mütze“), später auch &amp;#039;&amp;#039;Rogatywka&amp;#039;&amp;#039;, etwa „Eckenmütze“, oder &amp;#039;&amp;#039;[[Konfederatka]]&amp;#039;&amp;#039;, „Bundesmütze“, genannt. Sie stammt von der [[Kopfbedeckung]] in der [[Volkstracht]] (Krakowiak) der Gegend von [[Krakau]] ab und ist noch heute, in verschiedenen modernisierten Formen, wieder die Mütze der polnischen [[Heer|Landstreitkräfte]]. Im militärischen Gebrauch lehnte sich die Tschapka entsprechend der jeweils herrschenden Mode an [[Tschako]] und [[Pickelhaube]] an, behielt aber stets ihren viereckigen Deckel. Rosshaar- oder Federbüsche jedoch wurden anders als bei diesen nicht mittig, sondern seitlich angebracht und die Tschapka so schräg aufgesetzt, dass der Busch dann doch gerade in der Mitte stand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 1800 kam als charakteristischer Typ des Uniformrocks die [[Kurtka]] mit [[Abzeichenfarbe|abzeichenfarbigem]] [[Plastron (Uniform)|Plastron]] in Verwendung und wurde später durch eine entsprechende Variante des Waffenrocks ([[Ulanka]]) abgelöst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bewaffnung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Warsaw Cavalry parade 2.JPG|mini|Ulanen: Eine heutige polnische Ulanenformation in Paradeuniform]]&lt;br /&gt;
Neben der Lanze trugen die Ulanen [[Säbel]]. Daneben führten insbesondere ihre [[Offizier]]e auch [[Pistole]]n. Offiziere und [[Trompete]]r trugen in der Regel keine Lanzen. Später kamen in vielen Ländern [[Karabiner]] hinzu. Das Lanzenfähnchen war meist zweifarbig. Die Farbkombination diente neben der [[Abzeichenfarbe]] der Unterscheidung der [[Regiment]]er.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ulanen einzelner Staaten ==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;(Polen ist hier wegen seiner Bedeutung für die Entstehung der Truppengattung abweichend vom Alphabet zuerst genannt.)&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
[[file:Posen Denkmal zu Ehren des 15. Regiments der Posaner Ulanen.JPG|mini|hochkant|Denkmal zu Ehren des 15. Regiments in [[Posen]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Polen ===&lt;br /&gt;
Die Entstehung der Ulanen als Kavallerietyp wird auf die Traditionen der [[Mongolen]] und [[Lipka-Tataren]] zurückgeführt, die sich im [[Großfürstentum Litauen]], also im späteren Osten der [[Polen-Litauen|polnischen Adelsrepublik]], ab dem 14. Jahrhundert niederließen. Lanzenreiter ([[Hussaria]]) bildeten das Rückgrat der [[Polnische Kronarmee|polnischen Truppen]] in der frühen Neuzeit und waren 1683 maßgeblich am [[Zweite Wiener Türkenbelagerung|Entsatz von Wien]] beteiligt. Die ersten auch so benannten Ulanenregimenter waren im frühen 18. Jahrhundert in Polen anzutreffen. Der letzte polnische König [[Stanislaus II. August Poniatowski]] stellte ein Ulanen-Regiment als königliche [[Garde]] auf. Unter [[Napoleon Bonaparte|Napoléon]] dienten in der französischen Armee mit großem Erfolg vier aus polnischen Freiwilligen rekrutierte Ulanen-Regimenter und machten so die Lanzenreiter europaweit wieder populär. In den Streitkräften des [[Herzogtum Warschau|Herzogtums Warschau]] stellten die Ulanen den Großteil der Reiterei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn der russischen Fremdherrschaft hatte [[Kongresspolen]] noch eine teilweise Scheinselbständigkeit, wozu auch ein unter russischem Befehl stehendes kleines Heer zählte, dessen Kavallerie fast vollständig aus Ulanen bestand. Nach dem [[Novemberaufstand|Aufstand von 1830]] wurde auch dieser Rest polnischer Souveränität vom Zaren aufgehoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der spätere Marschall [[Józef Piłsudski|Piłsudski]] formierte in österreich-ungarischen Diensten eine [[Polnische Legionen (1914–1918)|polnische Brigade]], deren Ulanen-Regiment 1914 als erster Truppenteil der [[Österreich-Ungarns Heer im Ersten Weltkrieg|k.u.k.-Armee]] das ehemalige Kongresspolen betrat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Errichtung des Heeres der [[Zweite Polnische Republik|Zweiten Polnischen Republik]] war die Erinnerung an die ausgezeichnete Rolle der polnischen Ulanen unter [[Napoleon]] noch so lebendig, dass die Armee stark „ulanenlastig“ wurde. Ihre Bewaffnung bestand neben der klassischen Ulanenbewaffnung bald auch aus Maschinengewehren. Im [[Polnisch-sowjetischer Krieg|polnisch-sowjetischen Krieg]] 1919–1921 schlugen polnische Ulanen die vorrückende sowjetische [[1. Rote Reiterarmee|Kavallerie-Armee von Budjonny]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 1939 wurden insgesamt 40 Kavallerie-Regimenter aufgestellt, darunter 27 Ulanenregimenter. Die Unterschiede bestanden jedoch vor allem in unterschiedlichen Uniformen und Traditionen. Die Pferde wurden zu dem Zeitpunkt hauptsächlich als Transportmittel eingesetzt. Im [[Überfall auf Polen|Krieg gegen Deutschland]] kam es 1939 angeblich zu [[Gefecht bei Krojanty|Reiterattacken]] auf deutsche Panzer. &amp;#039;&amp;#039;[[Die Wehrmacht]]&amp;#039;&amp;#039; schrieb im September 1939, es habe einen „beinahe grotesken Angriff eines polnischen Ulanenregiments gegen einige unserer Panzer“ gegeben. Noch [[Joachim Fest]] übernahm diese Darstellung in seiner Hitler-Biografie, indem er von der „tödlichen Donquichotterie einer polnischen Kavallerieattacke gegen deutsche Panzereinheiten“ schrieb. Siehe dazu [[Gefecht bei Krojanty]]. Laut [[Janusz Piekałkiewicz]] in &amp;#039;&amp;#039;Krieg der Panzer&amp;#039;&amp;#039; ist kein Fall einer bewusst gerittenen Attacke der polnischen Kavallerie gegen Panzer bekannt. Gelegentliche berittene Attacken auf deutsche Infanterie ergaben sich nur zufällig und wurden dann auch meist erfolgreich durchgeführt. Kampf und Untergang der polnischen Ulanen porträtierte der polnische Regisseur [[Andrzej Wajda]], selbst Sohn eines Ulanenoffiziers, zwanzig Jahre später in seinem Film &amp;#039;&amp;#039;[[Lotna]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
Die [[polnische Heimatarmee]] nahm unter [[Deutsche Besetzung Polens 1939–1945|deutscher Besatzung]] einen [[Guerillakrieg]] gegen [[Wehrmacht]] und SS auf. In ihren Reihen befanden sich nur noch wenige kleine Ulanen-Einheiten, die sich gut in den Wäldern bewegen konnten. Bei der [[Polnische Streitkräfte im Westen|polnischen Exilarmee unter britischem Kommando]] („[[Anders-Armee]]“) bestand ein Karpatisches Ulanenregiment (&amp;#039;&amp;#039;Pułk Ułanów Karpackich&amp;#039;&amp;#039;), das als Panzeraufklärungseinheit zunächst im [[Afrikafeldzug]] und dann mit dem [[2 Korpus Polski|2. Polnischen Korps]] in Italien diente. 1943 wurden von der [[Polnische Streitkräfte in der Sowjetunion|polnischen Exilarmee in sowjetischen Diensten]] drei Ulanen-Regimenter aufgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1949 wurden die Ulanen als Kampftruppen in Polen endgültig abgeschafft. Im Jahr 2000 wurde jedoch zu Repräsentationszwecken wieder eine kleine Ulanen-Einheit aufgestellt, um die Tradition dieser für die polnische Militärgeschichte so prägenden Waffengattung aufrechtzuerhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein verbreitetes Soldatenlied der Ulanen war &amp;#039;&amp;#039;[[Hej hej ułani]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Deutschland ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
====  Bayern ====&lt;br /&gt;
Von 1813 bis 1822 bestand in der [[Bayerische Armee|Bayerischen Armee]] ein Ulanenregiment, das nach österreichischem Vorbild bewaffnet und uniformiert war. 1863 wurden wieder drei neue Regimenter aufgestellt, von denen eines 1867 aufgelöst wurde.&lt;br /&gt;
Das [[Königlich Bayerisches Ulanen-Regiment „Kaiser Wilhelm II., König von Preußen“ Nr. 1|1. Regiment „Kaiser Wilhelm II., König von Preußen“]] war anfangs in [[Dillingen an der Donau|Dillingen]] und [[Augsburg]], später in [[Bamberg]] stationiert, das [[Königlich Bayerisches Ulanen-Regiment „König“ Nr. 2|2. Regiment „König“]] in [[Ansbach]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Berg ====&lt;br /&gt;
Im napoleonischen [[Großherzogtum Berg]] bestanden zwei Regimenter [[Chevauleger]]s-Lanciers. Nach Untergang des Großherzogtums wurden deren Reste in die [[preußische Armee]] als [[2. Westfälisches Husaren-Regiment Nr. 11|Husarenregiment Nr. 11]] übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Preußen ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Les vedettes 1914.jpg|mini|„Les vedettes“ Auf diesem Gemälde von Eugène Chaperon wird auf deutscher Seite ein Ulan als zentrale Figur der deutschen Besatzer [[Reichsland Elsaß-Lothringen|Elsaß-Lothringens]] dargestellt.]]&lt;br /&gt;
[[Friedrich II. (Preußen)|Friedrich der Große]] übernahm 1741 Lanzenreiter in seine Kavallerie als Antwort auf die Erfolge von ungarischen [[Pandur (Soldat)|Panduren]] und polnischen Reitern in sächsischen Diensten, deren Leistungsfähigkeit er im [[Österreichischer Erbfolgekrieg|Österreichischen Erbfolgekrieg]] spüren musste. Mit gegnerischen Deserteuren (unter ihnen Bosnier und [[Kosaken]]) und Angehörigen des niedrigen polnischen Adels wurden Schwadronen leichter Kavallerie gebildet, die mit langen Lanzen bewaffnet als Späh- und Stoßtrupps gegen den Feind eingesetzt wurden. Ganz der Mode dieser Zeit gemäß wurden die Neuankömmlinge in exotischen Kostümen mit Turbanen, Kaftans und weiten türkischen Hosen uniformiert. Dieses mehrfach umgegliederte [[Bosniak (Lanzenreiter)|Bosniaken-Korps]] wurde 1800 in [[Towarzysz-Regiment]] umbenannt. Nach der Katastrophe von 1806/07 ([[Vierter Koalitionskrieg]]) wurden aus seinen Resten die ersten beiden Ulanenregimenter gebildet, die jedoch zur schweren Kavallerie gezählt wurden und deren Zahl bis 1914 auf 16 Linien- und drei Garde-Regimenter anwuchs. Während der [[Deutsch-Französischer Krieg#Frankreich|Besatzung von Teilen Frankreichs nach dessen Niederlage von 1870/71]] wurde der Ulan als typisch deutscher Besatzer empfunden, was sich auch in Bilderbüchern für Kinder niederschlug. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahre 1884 ersetzte der [[Karabiner (Gewehr)|Karabiner]] die Lanze als neue Hauptbewaffnung der Ulanen. Die Lanze blieb jedoch weiter im Gebrauch und wurde um 1890 sogar in allen deutschen Kavallerieregimentern eingeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Sachsen ====&lt;br /&gt;
Aufgrund der lange währenden [[Personalunion]] mit Polen dienten polnische Ulanen bereits früh mit der Armee der [[Kurfürstentum Sachsen|sächsischen]] Kurfürsten, blieben dabei aber formal immer im Dienst Polens. Das Chevaulegers-Regiment „[[Clemens Wenzeslaus von Sachsen|Prinz Clemens]]“ der [[Sächsische Armee|sächsischen Armee]] führte von 1811 bis 1820 Lanzen. 1867 wurden zwei Ulanenregimenter errichtet, die nach der Reichsgründung 1871 die [[Ulanen-Regiment „Kaiser Franz Josef von Österreich, König von Ungarn“ (1. Königlich Sächsisches) Nr. 17|Nummer 17]] (Garnison [[Oschatz]]) bzw. [[2. Königlich Sächsisches Ulanenregiment Nr. 18|18]] (Garnison [[Geithain]], ab 1897 [[Leipzig]]) führten. 1905 kam mit [[Ulanen-Regiment „Kaiser Wilhelm II., König von Preußen“ (3. Königlich Sächsisches) Nr. 21|Nummer 21]] (Garnison [[Zeithain]], ab Oktober 1905 [[Chemnitz]]) ein drittes hinzu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Westfalen ====&lt;br /&gt;
Im napoleonischen [[Königreich Westphalen]] bestanden zwei Linien- und ein Garderegiment Chevaulegers-Lanciers. Nach Untergang des Königreichs wurden deren Reste in die preußische Armee übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Württemberg ====&lt;br /&gt;
[[Bild:Ulanenregiment König Wilhem I. (2.Württ.) Nr. 20.jpg|mini|Ulanenregiment König Wilhelm I. (2. Württembergisches) Nr. 20]]&lt;br /&gt;
Nach der Reichsgründung wurden zwei der [[Württembergische Armee#Königreich Württemberg im Deutschen Reich 1870–1918|württembergischen]] „Reiter-Regimenter“ in Ulanen umgewandelt (Nr. 19 und [[Ulanen-Regiment „König Wilhelm I.“ (2. Württembergisches) Nr. 20|20]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Weimarer Republik ====&lt;br /&gt;
Die [[Reichswehr]] verfügte über eine Einheitskavallerie mit 3,20&amp;amp;nbsp;m langen [[Lanze|Stahlrohrlanze]]n, diese wurden jedoch 1927 abgeschafft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frankreich ===&lt;br /&gt;
==== Ancien Régime ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des [[Ancien regime#Ursprung und engerer Sinn|&amp;#039;&amp;#039;Ancien Régime&amp;#039;&amp;#039;]] wurden lediglich die [[Volontaires de Saxe]] teilweise als Ulanen ausgestattet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Napoleonische Kriege ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter [[Napoléon Bonaparte|Napoléon]] wurden in Frankreich Ulanenregimenter aufgestellt, und zwar zunächst als Kavallerie der polnischen [[Weichsellegion]] in französischen Diensten. Als der Kaiser 1806 nach der Befreiung Polens in [[Warschau]] einzog, stellten polnische Adelige eine berittene Ehrengarde, deren tadellose Haltung den Kaiser so beeindruckte, dass er die Errichtung eines [[1er régiment de chevau-légers lanciers polonais|polnischen Chevaulegers-Regiments]] für seine [[Garde impériale|Kaisergarde]] befahl. Erst 1809 erhielt das Regiment Lanzen, nachdem es bereits in der [[Schlacht bei Wagram]] spontan erbeutete österreichische Lanzen gegen deren Vorbesitzer eingesetzt hatte. Die Bezeichnung wurde in &amp;#039;&amp;#039;Chevauleger-lanciers&amp;#039;&amp;#039; geändert. 1810 trat ein [[2e régiment de chevau-légers lanciers de la Garde impériale|2. Garde-Regiment]] hinzu, das aus den Gardehusaren des aufgelösten Königreichs [[Holland]] gebildet wurde. 1812 wurde aus Polen und Litauern ein [[Lanciers lituaniens de la Garde impériale|3. Regiment]] aufgestellt, das jedoch noch im selben Jahr in Russland völlig aufgerieben wurde. Zeitweilig war auch das Regiment [[Chevau-légers du Grand-duché de Berg]] der Garde zugeordnet. 1811 wandelte man sechs Regimenter [[Dragoner]] zu &amp;#039;&amp;#039;Chevauleger-lanciers&amp;#039;&amp;#039; der Linienkavallerie um (sie zählten wie die Dragoner zur mittleren Kavallerie), die Kavallerie der Weichsellegion wurde zum 7. und 8. Linienregiment, das 9. bildete man aus norddeutschen Kavallerieeinheiten. Bei der ersten Abdankung Napoleons begleitete eine Schwadron polnischer Gardeulanen den Kaiser als einzige Kavallerieeinheit nach Elba, die polnischen und deutschen Regimenter wurden aufgelöst. 1815 wurde die Schwadron aus Elba mit dem holländischen Regiment vereinigt und kämpfte bei Waterloo.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== 19. Jahrhundert ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter der 2. Restauration bestand zunächst nur ein Garderegiment, bei den [[Jäger zu Pferde|Jägern zu Pferd]] waren die vierten Eskadronen eines jeden der 24 Linienregimenter mit der Lanze bewaffnet. Die Bezeichnung lautete nunmehr &amp;#039;&amp;#039;Chasseurs-lanciers&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;lanciers&amp;#039;&amp;#039;. Mit Auflösung der königlichen Garde infolge der [[Julirevolution von 1830]] wurde dessen Ulanenregiment als &amp;#039;&amp;#039;Lanciers de Orleans&amp;#039;&amp;#039; zur Linie überstellt. 1831 kamen fünf und 1836 zwei weitere hinzu. 1855 wurde eines für die [[Garde impériale (Zweites Kaiserreich)|Kaisergarde]] aufgestellt. Nach dem Untergang des [[Zweites Kaiserreich|Zweiten Kaiserreiches]] im [[Deutsch-Französischer Krieg|Deutsch-Französischen Krieg]] von 1870/1871 wurde diese Kavalleriegattung beim Wiederaufbau des Heeres in Frankreich nicht mehr aufgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Großbritannien und Kolonien ===&lt;br /&gt;
[[Datei:21lancers.JPG|mini|Die 21st Lancers in der [[Schlacht von Omdurman]]]] In der [[britische Armee|britischen Armee]] wurden Ulanen erst nach den Napoleonischen Kriegen aufgestellt und als &amp;#039;&amp;#039;lancers&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet. Sie wurden auf fast allen Kriegsschauplätzen des Britischen Empire eingesetzt: So gilt der Angriff der [[21st Lancers]] in der [[Schlacht von Omdurman]], an dem auch [[Winston Churchill]] als junger Leutnant teilnahm, als die letzte erfolgreiche [[Kavallerie]]attacke des 19. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[British Indian Army|indischen Kolonialarmee]] wurden einige Regimenter aufgestellt (vorwiegend bengalische Verbände), in Australien eines. Das letzte Ulanenregiment in Indien wurde 1947 aufgelöst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute gibt es in [[Vereinigtes Königreich|Großbritannien]] nur noch das mit leichten Panzern ausgestattete [[Panzeraufklärer|Aufklärungsregiment]] [[Royal Lancers]], das am 2. Mai 2015 durch Verschmelzung der [[9th/12th Royal Lancers]] und der [[Queen’s Royal Lancers]] entstand.&lt;br /&gt;
[[Datei:Combat Vehicle Reconnaissance (Tracked) (CVR(T)) Operating in Afghanistan MOD 45153171.jpg|mini|[[Scorpion (Panzer)|CVR(T) Scorpion]] der &amp;#039;&amp;#039;9th/12th Royal Lancers&amp;#039;&amp;#039; im [[Krieg in Afghanistan seit 2001|Afghanistankrieg]] (2011)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Österreich-Ungarn ===&lt;br /&gt;
[[Datei:HGM Koch Oberst Rodakowski in der Schlacht bei Custozza 1866.jpg|miniatur|Oberst [[Maximilian von Rodakowski|Maximilian Ritter von Rodakowski]] und das [[K.u.k. Galizisches Ulanen-Regiment „von Böhm-Ermolli“ Nr. 13|Ulanen-Regiment Nr. 13]] in der [[Schlacht bei Custozza (1866)|Schlacht bei Custozza]]. (Gemälde von [[Ludwig Koch (Maler)|Ludwig Koch]], 1908. Öl auf Leinwand, [[Heeresgeschichtliches Museum]] Wien)]]&lt;br /&gt;
Nach der [[Teilungen Polens|Ersten Polnischen Teilung]] 1772 stellten die Polen im österreichischen Teilungsgebiet auf Anordnung des österreichischen Kaisers [[Joseph II. (HRR)|Joseph II.]] einen &amp;#039;&amp;#039;Uhlanen-Pulk&amp;#039;&amp;#039; auf (&amp;#039;&amp;#039;Pulk&amp;#039;&amp;#039; heißt auf Polnisch auch „Regiment“). Dieser bestand aus 300 [[Adel|Adligen]] (poln. [[Szlachta]]) („Towarzysz“, zu deutsch „Genosse“) und 300 Untertanen („Pocztowy“, also „Begleiter“). Als am 1. November 1791 der [[Türkenkriege|Türkenkrieg]] beendet wurde, errichtete man das erste Ulanen-Regiment. Bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts wurden zwei weitere aufgestellt, und bis 1851 durch die Auflösung einiger [[Husaren]] und [[Chevauleger]]s-Regimenter weiter verstärkt. Aus allen Gebieten der Doppelmonarchie konnten nun Soldaten diesen Einheiten beitreten, die meisten stammten jedoch aus [[Galizien]] und [[Kroatien]]-[[Slawonien]]. 1883 wurde zwar die für Ulanen typische Lanze abgeschafft, die Bezeichnung als Ulanen blieb erhalten. 1918 teilte die Truppengattung das Schicksal der Monarchie und ging mit ihr unter. (Siehe auch [[K.u.k. Ulanen]].)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Russland ===&lt;br /&gt;
Auch [[Russisches Kaiserreich|Russland]] stellte Ulanenregimenter auf, von denen jedoch Ende des 19. Jahrhunderts nur noch zwei (Garde) übrig geblieben waren. Die &amp;#039;&amp;#039;gemeine&amp;#039;&amp;#039; Kavallerie bestand nur noch aus [[Dragoner]]n, als leichte Lanzenreiter wurden [[Kosaken]] eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== USA ===&lt;br /&gt;
Das zu Beginn des [[Sezessionskrieg|US-Bürgerkriegs]] in Stärke von zwölf [[Kompanie (Militär)|Kompanien]] aufgestellte &amp;#039;&amp;#039;6th Pennsylvania Cavalry&amp;#039;&amp;#039; Regiment führte den Beinamen &amp;#039;&amp;#039;Rush&amp;#039;s Lancers&amp;#039;&amp;#039;, da der unter dem Kommando von Colonel Richard H. Rush stehende Verband zunächst mit neun Fuß (2,74 m) langen Holzlanzen mit einem elf Zoll (28&amp;amp;nbsp;cm) langen Blatt bewaffnet war, die jedoch im Mai 1863 durch Karabiner ersetzt wurden.&lt;br /&gt;
Die Uniform zeigte keinerlei Elemente der traditionellen Ulanenuniform, sondern bestand aus dem für die Unionstruppen typischen dunkelblauen [[Waffenrock]] mit der gelben [[Waffenfarbe]] der Kavallerie, Képi und dunkelblauen, ab 1862 hellblauen Hosen. Traditionsträger ist heute der &amp;#039;&amp;#039;A Troop&amp;#039;&amp;#039; des &amp;#039;&amp;#039;I/104th Cavalry Regiment&amp;#039;&amp;#039; als Formation der [[Army National Guard]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Emir Bukhari: &amp;#039;&amp;#039;Napoleon’s Dragoons and Lancers.&amp;#039;&amp;#039; Osprey Publishing, Oxford 1976.&lt;br /&gt;
* [[Liliane und Fred Funcken]]: &amp;#039;&amp;#039;Historische Uniformen,&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
** Band 2, &amp;#039;&amp;#039;18. Jahrhundert, französische, britische und preußische Kavallerie und Artillerie, Infanterie, Kavallerie und Artillerie der übrigen europäischen Länder.&amp;#039;&amp;#039; Mosaik-Verlag, München 1978, ISBN 3-570-01865-2;&lt;br /&gt;
** Band 3, &amp;#039;&amp;#039;Napoleonische Zeit, 1. französische Linienregimenter, britische, preußische und spanische Truppen der Zeit des Ersten Kaiserreiches.&amp;#039;&amp;#039; Mosaik-Verlag, München 1978, ISBN 3-570-06389-5;&lt;br /&gt;
** Band 4, &amp;#039;&amp;#039;Napoleonische Zeit, 2. französische Kaisergarden, die Truppen der Alliierten, die schwedische, österreichische und russische Armee zur Zeit des Ersten Kaiserreichs.&amp;#039;&amp;#039; Mosaik-Verlag, München 1979, ISBN 3-570-05449-7;&lt;br /&gt;
** Band 5, &amp;#039;&amp;#039;19. Jahrhundert, 1814–1850: Frankreich, Großbritannien, Preußen. Infanterie, Kavallerie, technische Truppen und Artillerie.&amp;#039;&amp;#039; Mosaik-Verlag, München 1982, ISBN 3-570-04961-2;&lt;br /&gt;
** Band 6, &amp;#039;&amp;#039;19. Jahrhundert, 1850–1900: Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Österreich, Rußland. Infanterie, Kavallerie, technische Truppen, Artillerie.&amp;#039;&amp;#039; Mosaik-Verlag, München 1983, ISBN 3-570-01461-4.&lt;br /&gt;
* [[Richard Knötel]], Herbert Knötel, Herbert Sieg: &amp;#039;&amp;#039;Farbiges Handbuch der Uniformkunde&amp;#039;&amp;#039; (2 Bände). Augsburg 1997.&lt;br /&gt;
* Douglas Herbert Hagger, R. J. Marrion, D. S. V. Fosten: &amp;#039;&amp;#039;Lancers and Dragoons: Uniforms of the Imperial German Cavalry, 1900–1914.&amp;#039;&amp;#039; London 1975.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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