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	<title>Udinen - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2023-11-12T14:20:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Weblinks: &lt;/span&gt; +Weblink&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Udinen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch: Uden) sind eine aus dem Nordwesten [[Aserbaidschan]]s stammende [[Ethnie]] von etwa 10.000 Angehörigen, die heute daneben auch in einigen anderen Nachfolgestaaten der Sowjetunion leben. Ihre Sprache, [[Udisch]], gehört zur [[Lesgische Sprachen|lesgischen Sprachgruppe]] der [[Dagestanische Sprachen|Nordostkaukasischen Sprachen]]. Udisch ist der letzte erhaltene Rest der älteren [[Aghwanische Sprache|Aghwanischen Sprache]], die im spätantik-frühmittelalterlichen Königreich [[Albania]] die Schriftsprache (aber nicht einzige gesprochene Regionalsprache) in einem speziellen Alphabet war und gleichzeitig die Kirchensprache der bis ins Frühmittelalter unabhängigen Albanisch-Orthodoxen Kirche. Die mehrheitlich zum Islam konvertierten Bewohner der Region gingen seit dem Mittelalter fast alle zur [[Aserbaidschanische Sprache|Aserbaidschanischen Sprache]] über und die Christen schlossen sich teilweise der [[Georgische Orthodoxe Apostelkirche|georgisch-orthodoxen]], teilweise der [[Armenische Apostolische Kirche|armenischen Kirche]] (bis ins 19. Jahrhundert ein eigenes albanischen [[Katholikos|Katholikat]] innerhalb der Kirche) an, woraufhin die meisten Christen besonders im Westen (georgische Region [[Heretien]]) zur [[Georgische Sprache|georgischen]], im Süden zur [[Armenische Sprache|armenischen]] Sprache übergingen. Die übrigen Udisch sprechenden Udinen sind heute auch fast alle Christen, teils der georgischen, teils der armenischen Kirche; nur wenige Muslime haben noch Udisch-Kenntnisse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre Bevölkerungszahl, die um das Jahr 1906 noch auf 7200 Personen geschätzt wurde, betrug nach der Volkszählung von 1926 nur noch 2761 Personen. Heutige Quellen schätzen Zahlen bis zu 10.000 Udinen. Die Udinen muslimischen Glaubens sind in den letzten Jahrhunderten meist im Volk der [[Aserbaidschaner]], die in Georgien lebenden christlichen Udinen weitgehend im Volk der [[Georgier]] aufgegangen. &lt;br /&gt;
[[Datei:Удинка.jpg|miniatur|Foto einer udinischen Frau aus Wartaschen, 1883]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siedlungsgebiet ==&lt;br /&gt;
Die Uden wohnen heute beziehungsweise wohnten bis zum [[Bergkarabachkonflikt]] in vier Orten: die Sprecher des Nidsch-Dialektes nach wie vor in der Ortschaft [[Nic (Aserbaidschan)|Nic]] in der Nähe von [[Qəbələ (Stadt)|Qəbələ]] und im benachbarten Dorf Mirzabeyli; die Sprecher des Wartaschen-Dialektes – bis zur Vertreibung 1988 – in der Kleinstadt Wartaschen, heute [[Oğuz (Stadt)|Oğuz]], alle auf dem Territorium der [[Aserbaidschan|Aserbaidschanischen Republik]]&amp;lt;ref&amp;gt;[http://lingvarium.org/maps/caucas/11-lezg300.gif Karte bei lingvarium.org], Dialekte als 10aa und 10ab eingezeichnet, ehemalige Sprachgebiete als 10.&amp;lt;/ref&amp;gt;. Weitere Sprecher leben in dem Dorf [[Sinobiani]] (georgisch ზინობიანი, englische Umschrift Zinobiani), das bis vor einigen Jahren den sowjetischen Namen „Oktomberi“ trug, in der [[Munizipalität Qwareli]] in Ost-[[Georgien]] ([[Kachetien]])&amp;lt;ref&amp;gt;[http://lingvarium.org/maps/caucas/12-zaqat.gif Karte bei lingvarium.org], noch unter dem Namen Oktomberi im Westen als 10aa eingezeichnet.&amp;lt;/ref&amp;gt;, dessen Einwohner in den Jahren 1920–22 aus Wartaschen übergesiedelt sind. Andere Uden sind auf Grund des Bergkarabachkonflikts nach Russland, Armenien oder Georgien gelangt. Sofern die Uden heute des Udischen noch kundig sind, sind sie oft dreisprachig: Russisch, sowie [[Aserbaidschanische Sprache|Aserbaidschanisch]] oder [[Georgische Sprache|Georgisch]] oder [[Armenische Sprache|Armenisch]], und [[Udische Sprache|Udisch]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Nic gibt es drei kaukasisch-albanische Kirchen. Eine davon ist die Kirche des Heiligen Elischa (Tschotari). Dort werden regelmäßig Gottesdienste abgehalten, darunter auch Andachten in udischer Sprache.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://masimovasif.net/die-geschichte-und-kultur-der-udinen-in-aserbaidschan/ |titel=Die Geschichte und Kultur der Udinen in Aserbaidschan |werk=Asif Masimov |abruf=2021-01-03 |sprache=de-DE}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Die Uden wurden schon sehr früh, um 400 n. Chr., christianisiert. Im antiken Reich [[Albania]] bildete sich eine eigene orthodoxe Kirche mit eigener Kirchensprache, der [[Alwanische Sprache|Alwanischen Sprache]], mit eigener Schrift, die eine Frühform der udischen Sprache war. Nach Kriegen gegen das [[Sassanidenreich]] beschränkte sich ihr Einfluss aber nur noch auf Westgebiete des heutigen Aserbaidschan. Obwohl Alwanisch als antike und frühmittelalterliche Amts- und Kirchensprache und einzige etablierte Schriftsprache eine wichtige Rolle in Albania spielte, war es ursprünglich nur eine von vielen gesprochenen Stammessprachen im Reich, die wohl vorwiegend im Nordwesten Albanias gesprochen wurde, deren Bedeutung aber zunahm.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.iranicaonline.org/articles/albania-iranian-aran-arm Artikel „Albania“] in der [[Encyclopædia Iranica]] (dritter Absatz).&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Name der Udischen Sprache und der Udinen geht auf die historische Kernregion &amp;#039;&amp;#039;Uti&amp;#039;&amp;#039; (armenisch &amp;#039;&amp;#039;Utik&amp;#039;&amp;#039;, griechisch &amp;#039;&amp;#039;Otene&amp;#039;&amp;#039;) rund um die zweite Hauptstadt Albanias [[Bərdə (Stadt)|Barda]] zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während der [[Araber|arabischen]] Herrschaft konvertierten viele Uden zum Islam. Albania wurde als muslimisches Reich [[Arrān]] größtenteils islamisiert. Im Kaukasus zerfiel die &amp;quot;Albanische&amp;quot; Kirche, der die christlichen Uden angehörten, und wurde teils mit der [[Armenische Apostolische Kirche|Armenischen]] Kirche (ehemaliges [[Katholikat von Albanien]] in [[Gandsassar]]), teils mit der [[Georgische Orthodoxe Apostelkirche|Georgischen Orthodoxen Kirche]] (besonders in der Region [[Heretien]], die im Mittelalter an Georgien fiel und sprachlich georgisiert wurde) vereinigt. Deshalb sind die Sprecher der Udischen Sprache heute teils armenische Christen, teils georgisch-orthodoxe Christen und nur wenige Muslime. In den letzten Jahren gibt es in Aserbaidschan Bestrebungen, die wenigen udinisch-christlichen Gemeinden in einer wieder unabhängigen „Albanischen Kirche“ zu vereinen. Die alwanische Kirchensprache kam im Frühmittelalter außer Gebrauch und die gesprochene udische Sprache wurde je nach Region zunehmend von der aserbaidschanischen, armenischen und georgischen Sprache verdrängt und blieb nur in einigen kleineren Regionen in der Umgebung der ersten Hauptstadt Albanias Qəbələ erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://lingvarium.org/maps/caucas/13.gif Historisches Verbreitungsgebiet der Alwanischen und Udischen Sprache als Muttersprache oder Zweitsprache] im 4.–8. Jahrhundert, im 10–13. Jahrhundert (mittelgrün) und Restgebiete des Udischen um 1800 (dunkelgrün).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Großteil der Wartaschener armenisch-christlichen Udinen wurde wie die [[Armenier in Aserbaidschan|Armenier]] während des [[Bergkarabachkonflikt]]es aus Aserbaidschan vertrieben und gelangte so ins nordöstliche [[Armenien]] oder in noch größerer Zahl nach [[Russland]]. Im nunmehr in Oğuz umbenannten Wartaschen blieben neben den neu angesiedelten Aserbaidschanern nur noch etwa 6 bis 8 udischsprachige Familien oder 50 Udinen zurück.&amp;lt;ref name=&amp;quot;tandashvili&amp;quot;&amp;gt;[[Manana Tandaschwili]]: &amp;#039;&amp;#039;[http://titus.fkidg1.uni-frankfurt.de/personal/manana/udi/udisch.htm Das Udische – Geschichte der Uden.]&amp;#039;&amp;#039; Tbilisi/Frankfurt a.&amp;amp;nbsp;M., 2006.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;schulze&amp;quot;&amp;gt;Wolfgang Schulze: &amp;#039;&amp;#039;[http://udilang.narod.ru/papers/Schulze_History-of-Udi.pdf Towards a History of Udi.]&amp;#039;&amp;#039; International Journal of Diachronic Linguistics 1, 2005, S. 55–91.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Volkszählung in Russland 2010 ermittelte 4267 Udinen in Russland, die größte Gruppe in der [[Oblast Rostow]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.gks.ru/free_doc/new_site/perepis2010/perepis_itogi1612.htm |wayback=20181226044600 |text=Ergebnisse der Volkszählung in Russland |archiv-bot=2023-01-30 18:12:00 InternetArchiveBot }}, fünfte Excel-Tabelle dort, Zeile 167 (russisch).&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Volkszählung in Aserbaidschan 2009 ermittelte rund 3800 Udinen in Aserbaidschan.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.azstat.org/statinfo/demoqraphic/en/1_12en.xls |wayback=20120103234751 |text=Staatliches Statistisches Komitee der Republik Aserbaidschan, ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung bei den Volkszählungen 1926-2009(englisch) |archiv-bot=2019-05-20 00:34:26 InternetArchiveBot }} ([[Microsoft Excel|MS Excel]]; 39&amp;amp;nbsp;kB).&amp;lt;/ref&amp;gt; Daneben gibt es, wie erwähnt, einige in Armenien, zumeist im Nordosten und Georgien, meist in Sinobiani. In dem nordostarmenischen Dorf [[Nojemberjan]] lebt mit 23 udinischen Flüchtlingen aus Aserbaidschan etwa ein Zehntel der etwa 200 Udinen in Armenien.&amp;lt;ref&amp;gt;Armine Avetisyan: [https://chaikhana.media/en/stories/471/fading-on-being-udi-in-armenia &amp;#039;&amp;#039;Fading - On Being Udi in Armenia.&amp;#039;&amp;#039;] auf [[Chai Khana Media]] (englisch, mit Videointerviews), 19. April 2017 (eingesehen am 9. Oktober 2023)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{commonscat|Udi people}}&lt;br /&gt;
* [http://titus.uni-frankfurt.de/personal/manana/udisch.htm Die udische Sprache]&lt;br /&gt;
* [http://www.kaukasiologie.ac.ge/einfuumlhrung-in-die-feldforschung-2011.html Kaukasiologische Feldforschungen der Universität Jena in Zinobiani und einem benachbarten Dorf]&lt;br /&gt;
* [https://www.youtube.com/watch?v=pg10cG1-rIU Reportage von Euronews über Udinen in Aserbaidschan]&lt;br /&gt;
* Armine Avetisyan: [https://chaikhana.media/en/stories/471/fading-on-being-udi-in-armenia &amp;#039;&amp;#039;Fading - On Being Udi in Armenia.&amp;#039;&amp;#039;] auf [[Chai Khana Media]] (englisch, mit Videointerviews), 19. April 2017 (eingesehen am 9. Oktober 2023) über die Udinen in [[Nojemberjan]]/Armenien&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20151222123952/http://de.sputniknews.com/german.ruvr.ru/radio_broadcast/17350884/34628352/ Die Udinen] Reportage des Radiosenders „Stimme Russlands“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Udinen&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Brockhaus. Kleines Konversationslexikon von 1906&amp;#039;&amp;#039;, S. 77722&lt;br /&gt;
* Gerhard Deeters: &amp;#039;&amp;#039;Die Sprachwissenschaft in der Sowjetunion&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Bolschewistische Wissenschaft und &amp;#039;Kulturpolitik&amp;#039; &amp;#039;&amp;#039;. Ost-Europa-Verlag, Königsberg, Berlin 1938, S. 236–251, S. 238–239.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnie in Asien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Transkaukasien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnie im Kaukasus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;WajWohu</name></author>
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