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	<title>Ubi sunt - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Bartleby08: /* Literatur */</title>
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		<updated>2025-12-24T07:37:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die Frage &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ubi sunt&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;quot;Wo sind sie (geblieben)?&amp;quot;, vollständiger &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ubi sunt qui ante nos in mundo fuere?&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;quot;Wo sind sie (geblieben), die vor uns auf der Welt waren?&amp;quot;, ist ein formelhaft wiederkehrender [[Topos (Geisteswissenschaft)|Topos]] in der [[Predigt]] und [[Dichtung]] des  [[Mittelalter]]s, der dazu dient, dem Leser oder Hörer an Beispielen vergangener Macht oder Schönheit die Vergänglichkeit alles Irdischen in Erinnerung zu rufen und ihn auf das [[Jenseits]] als die Bestimmung des Menschen zu verweisen, der sich zuweilen aber auch mit [[Nostalgie|nostalgischer]] Verklärung der Vergangenheit und zeitkritischer Klage über die Gegenwart verbindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Topos, der ähnlich auch in der islamischen Tradition verbreitet ist, stellt im christlichen Mittelalter eine Variante des jüdisch-christlichen [[Vanitas]]-Motives dar und findet sich bereits im Buch [[Baruch]] vorgebildet (Bar 3,16-19):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
!Lateinischer Bibeltext der [[Vulgata]]:&lt;br /&gt;
!Wörtlich aus der Vulgata übersetzt:&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| valign=&amp;quot;top&amp;quot; |&amp;#039;&amp;#039;ubi sunt principes gentium et qui dominantur super bestias quae sunt super terram&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| valign=&amp;quot;top&amp;quot; |Wo sind die Gebieter der Völker, die selbst die Tiere der Erde beherrschen;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| valign=&amp;quot;top&amp;quot; |&amp;#039;&amp;#039;qui in avibus caeli inludunt&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| valign=&amp;quot;top&amp;quot; |die mit den Vögeln des Himmels spielen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| valign=&amp;quot;top&amp;quot; |&amp;#039;&amp;#039;qui argentum thesaurizant et aurum in quo confidebant homines et non est finis adquisitionis eorum qui argentum fabricant et solliciti sunt nec est inventio operum illorum&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| valign=&amp;quot;top&amp;quot; |die Silber zu Schätzen häufen und Gold, auf welches die Menschen vertrauten; die das Silber schmieden und um Hilfe angerufen wurden; und doch wird ihr Werk nirgends gefunden&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| valign=&amp;quot;top&amp;quot; |&amp;#039;&amp;#039;exterminati sunt et ad inferos descenderunt et alii loco eorum exsurrexerunt&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| valign=&amp;quot;top&amp;quot; |ausgelöscht sind sie und in die Unterwelt hinabgestiegen, und andere sind an ihrer Stelle emporgekommen&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Motiv wurde im Mittelalter zunächst im Bereich der Predigt zu einem Gemeinplatz ausgebildet und dann vielfach in die mittellateinische und die volkssprachliche Dichtung übernommen. Auch in der [[Frühe Neuzeit|Frühen Neuzeit]], insbesondere in den Vanitas-Klagen der [[Barock]]dichtung, blieb es noch lebendig. Bekanntestes mittelalterliches Beispiel ist die später so genannte &amp;#039;&amp;#039;[[Ballade des dames du temps jadis]]&amp;#039;&amp;#039; (&amp;quot;Ballade von den Damen vergangener Zeiten&amp;quot;) aus dem &amp;#039;&amp;#039;Testament&amp;#039;&amp;#039; (1462) des Dichters [[François Villon]], die dort zusammen mit zwei gleichartigen Balladen auf große Männer der Vergangenheit eine Trias bildet (Test. 329-412) und durch ihren am Schluss jeder Strophe wiederkehrenden [[Refrain]] &amp;#039;&amp;#039;Mais ou sont les neiges d&amp;#039;antan&amp;#039;&amp;#039; (&amp;quot;Doch wo ist der Schnee vom vergangenen Jahr?&amp;quot;) eine bis heute gebräuchliche sprichwörtliche Redensart geprägt hat. Weitere Beispiele finden sich in Studentenliedern, so bereits in frühen Fassungen von [[Gaudeamus igitur]] seit dem 13. Jahrhundert wie bei [[O alte Burschenherrlichkeit]] und dessen unterschiedlichen Versionen und Parodien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In neuerer Zeit verwendete etwa [[Pete Seeger]] in seinem (Ende der 1950er entstandenen) Antikriegssong &amp;#039;&amp;#039;[[Sag mir, wo die Blumen sind]]&amp;#039;&amp;#039; ein solches Motiv, der es seinerseits aus dem Roman &amp;#039;&amp;#039;[[Der stille Don]]&amp;#039;&amp;#039; von [[Michail Scholochow]] entlehnt, wo es in Form eines Zitats aus einem [[Ukraine|ukrainischen]] [[Volkslied]] auftaucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Carl Heinrich Becker]]: &amp;#039;&amp;#039;Ubi sunt qui ante nos in mundo fuere&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Aufsätze zur Kultur- und Sprachgeschichte vornehmlich des Orients. Ernst Kuhn zum 70. Geburtstag am 7. Februar 1916 gewidmet von Freunden und Schülern&amp;#039;&amp;#039;. Marcus, Breslau 1916, S. 87–105 ([https://archive.org/details/aufstzezurkult00kuhn/page/87/mode/1up Digitalisat]).&lt;br /&gt;
* James E. Cross: &amp;#039;&amp;#039;&amp;quot;Ubi Sunt&amp;quot; Passages in Old English - Sources and Relationships&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Vetenskaps-Societeten i Lund Årsbok&amp;#039;&amp;#039;, 1956, S. 23–44.&lt;br /&gt;
* Mary Ellen Becker: &amp;#039;&amp;#039;The Ubi sunt: form, theme and tradition&amp;#039;&amp;#039;. Dissertation, Tempe (Arizona), Arizona State University, 1981, University Microfilms International, Ann Arbor (Michigan) 1984.&lt;br /&gt;
* Judith N. Garde, &amp;#039;&amp;#039;Old English Poetry in Medieval Christian Perspective : A Doctrinal Approach,&amp;#039;&amp;#039; 1991, ISBN 978-0-85991-307-2&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Pamela Kalning |Hrsg=Henrike Lähnemann, Sandra Linden |Titel=Ubi-sunt-Topik im „Ritterspiegel“ des Johannes Roth. Zwischen lateinischen Quellen und literarischer Gestaltung |Sammelwerk=Dichtung und Didaxe. Lehrhaftes Sprechen in der deutschen Literatur des Mittelalters |Verlag=Walter de Gruyter |Ort=Berlin/New York |Datum=2009 |ISBN=978-3-11-021898-5 |Seiten=427–438 |Online=https://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/opus4/frontdoor/deliver/index/docId/23442/file/Dichtung_und_Didaxe_27Kalning.pdf |Format=PDF |KBytes=86 |Abruf=2019-04-14 |URN=nbn:de:hebis:30:3-234423}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literarischer Begriff]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lateinische Phrase]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Biblische Redewendung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Bartleby08</name></author>
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