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	<title>Tuzla - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Chemnitzer Eisenbahner am 28. März 2026 um 21:44 Uhr</title>
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		<updated>2026-03-28T21:44:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
{{Infobox Ort in Bosnien-Herzegowina&lt;br /&gt;
|NameLateinisch       = Tuzla&lt;br /&gt;
|NameKyrillisch       = Тузла&lt;br /&gt;
|Wappen               = Coat of arms of Tuzla.svg&lt;br /&gt;
|lat_deg              = 44.53917&lt;br /&gt;
|lon_deg              = 18.67538&lt;br /&gt;
|Gemeindeart          = Stadt&lt;br /&gt;
|Höhe                 = 232&lt;br /&gt;
|Fläche               = 303&lt;br /&gt;
|Gliederung           = 40 Ortsgemeinschaften&lt;br /&gt;
|Einwohner            = 110979&lt;br /&gt;
|EinwohnerStand       = 2013&lt;br /&gt;
|Postleitzahl         = 75000&lt;br /&gt;
|Telefonvorwahl       = 35&lt;br /&gt;
|Bürgermeister        = [[Zijad Lugavić]]&lt;br /&gt;
|BürgermeisterStand   = 2022&lt;br /&gt;
|Partei               = [[Socijaldemokratska partija Bosne i Hercegovine|SDP]]&lt;br /&gt;
|AnschriftStraße      = ZAVNOBiH-a 11&lt;br /&gt;
|AnschriftOrt         = 75000 Tuzla&lt;br /&gt;
|Webpräsenz           = [https://grad.tuzla.ba/ grad.tuzla.ba]&lt;br /&gt;
|Schutzpatron         = &lt;br /&gt;
|Stadtfest            = &lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Park Tuzla.jpg|mini|Urkunde in einem Park in Tuzla vom bosnischen Ban Kulin aus dem Jahr 1189 an [[Republik Ragusa|Dubrovnik]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Audio|Bs-Tuzla.ogg|&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tuzla&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;}} ({{srS|Тузла}}) ist eine Industriestadt im Nordosten von [[Bosnien und Herzegowina]]. Sie liegt in einem Seitental der [[Spreča]] am Fluss [[Jala (Fluss)|Jala]]. Tuzla ist die Hauptstadt des [[Kanton Tuzla|nach ihr benannten Kantons]] der [[Föderation Bosnien und Herzegowina]]. Die Stadt ist mit etwa 110.000 Einwohnern die drittgrößte des Landes. Die Fläche des eigentlichen Stadtgebietes beträgt 15&amp;amp;nbsp;km², die der Kommune 303&amp;amp;nbsp;km². Der Kanton Tuzla ist mit rund 445.000 Einwohnern der bevölkerungsreichste Kanton des Landes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographie und Klima ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Tuzla View of Tuzla.jpg|mini|links|hochkant=1.2|Ansicht der Stadt Tuzla]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tuzla ist in einem hügeligen Gelände südöstlich des [[Majevica]]-Gebirges gelegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der südwestlich der Stadt gelegene [[Stausee]] [[Modračko jezero]] ist das größte [[Naherholungsgebiet]] der Stadt. Er entstand 1964 und wird als Wasserspeicher für die umliegende Industrie genutzt. Er besitzt eine Wasserfläche von ungefähr 900 Hektar, eine maximale Tiefe von 20 Metern und eine mittlere Tiefe von 7 Metern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Klima in Tuzla ist [[Gemäßigte Zone|gemäßigt]] geprägt, jedoch eher ein Kontinentalklima mit kalten Wintern und heißen Sommern. Die jährliche Durchschnittstemperatur liegt bei 10&amp;amp;nbsp;°C; der durchschnittliche jährliche Niederschlag beträgt 895&amp;amp;nbsp;mm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die tiefste jemals gemessene Temperatur lag bei −25,8&amp;amp;nbsp;°C am 24.&amp;amp;nbsp;Januar 1963, die höchste bei 39,5&amp;amp;nbsp;°C am 6.&amp;amp;nbsp;Juli 1988.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.fzs.ba/BihB/Temperatures.htm |titel=Temperatures and Precipitations |hrsg=Föderales Statistikbüro |sprache=en |offline=1 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20150924020302/http://www.fzs.ba/BihB/Temperatures.htm |archiv-datum=2015-09-24 |archiv-bot=2019-05-19 17:04:02 InternetArchiveBot |abruf=2013-05-01}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Frühgeschichte ===&lt;br /&gt;
Wie archäologische Ausgrabungen zeigen, reicht die Geschichte Tuzlas bis in die [[Jungsteinzeit]] zurück. Früheste Nachweise der Besiedlung durch [[Slawen|slawische]] Stämme reichen bis ins 7.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert n.&amp;amp;nbsp;Chr. Auf Grund der in der Gegend häufig anzutreffenden salzhaltigen Quellen wurde die Siedlung zunächst [[Soli (Bosnien)|Soli]] (slawisch für &amp;#039;&amp;#039;Salz&amp;#039;&amp;#039;) genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Gornja Tuzla, rund 10&amp;amp;nbsp;km vom Stadtzentrum Tuzlas entfernt, legten Ausgrabungen eine Siedlung der [[Starčevo-Kultur]] frei, die als ältestes Zeugnis dieser Kultur in Bosnien und Herzegowina gilt und auf 3000–2000 v. Chr. datiert wird.&amp;lt;ref&amp;gt;Franz N. Mehling (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Knaurs Kulturführer in Farbe Jugoslawien.&amp;#039;&amp;#039; Droemer Knaur, München und Zürich 1984, ISBN 3-426-26135-9, S. 397 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die restaurierten Reste einer [[Pfahlbausiedlung]], älteste ihrer Art im Raum des ehemaligen Jugoslawien, können heute auf dem Gelände des künstlich angelegten Salzsees der Stadt besichtigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Im frühen Feudalismus, also zu Zeiten des mittelalterlichen bosnischen Staates, war die Herstellung von Salz unerheblich und diente offensichtlich nur für die Verwendung der lokalen Bevölkerung. Dies lässt sich am besten aus der Urkunde des [[Ban]] Kulin &amp;#039;&amp;#039;(Povelja Kulina bana)&amp;#039;&amp;#039; aus 1189 schlussfolgern, mit dessen Unterschrift der Ban faktisch das Monopol mit dem Salz den [[Republik Dubrovnik|Dubrovnikanern]] übergab. Dabei erlaubte er ihnen Freihandel auf den von ihm beherrschten Gebieten. Die Urkunde des Ban Kulin stellt das älteste bosnisch-herzegowinische Staatsdokument dar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Solana125Godina&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Zvonimir Banović |Hrsg=Solana d.d. Tuzla Tuzla, Ulica soli 3. Prof. dr. sc. Izudin Kapetanović, Direktor |Titel=Solana 125 Godina |Verlag=Suton d.o.o. |Ort=Široki Brijeg |Datum=2010 |Seiten=11,12}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;solana.ba&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://solana.ba/corporate_solana/wp-content/uploads/2013/10/Solana-monografija-3.pdf |text=solana.ba |format=PDF |wayback=20171216214829 |archiv-bot=2019-05-19 17:04:02 InternetArchiveBot}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Osmanisches Reich ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 1463 wurde die Stadt von [[Osmanisches Reich|Osmanen]] eingenommen und erhielt den an das [[Türkische Sprache|türkische]] Wort für Salz (&amp;#039;&amp;#039;tuz&amp;#039;&amp;#039;) angelehnten Namen &amp;#039;&amp;#039;Tuzla&amp;#039;&amp;#039;. Bis dahin hieß Tuzla&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;{{lang|sh|Soli}}&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.enciklopedija.hr/natuknica.aspx?ID=57055 |titel=Soli {{!}} Hrvatska enciklopedija |abruf=2017-08-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt; bzw. &amp;#039;&amp;#039;{{lang|hu|Só}}&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=István Vásáry |Hrsg=Cambridge University Press |Titel=Cumans and Tatars: oriental military in the pre-Ottoman Balkans, 1185–1365 |Ort=Cambridge / New York |Datum=2005 |ISBN=0-521-83756-1 |Seiten=102}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Ankunft der Türken nimmt die Herstellung des Salzes organisierte Formen zum Zweck von Handel an. Aus 1478 stammt die älteste Angabe über die Jahresherstellung von Salz im oberen und unteren Tuzla (&amp;#039;&amp;#039;Gornja i Donja Tuzla&amp;#039;&amp;#039;). Damals wurden insgesamt 13 Tonnen Salz produziert. Die höchste Menge der Jahresherstellung wurde im Jahr 1991 mit 205.005 Tonnen aufgezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Solana125Godina&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;solana.ba&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die türkische Macht erteilte Einzelnen das Recht, die Salzförderung zu betreiben. Davon musste ein Teil dem Staat abgegeben werden. Dies wurde in einem dafür extra angefertigten Gesetz aus dem Jahr 1548 geregelt. Die Salzherstellung steigerte sich in der osmanischen Epoche von 13 bis zu 640 Tonnen im Jahr 1875. Dies war kurz vor dem Ende der osmanischen Verwaltung in Bosnien und Herzegowina.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Solana125Godina&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;solana.ba&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Österreich-Ungarn ===&lt;br /&gt;
Mit Beginn der österreichisch-ungarischen Verwaltung 1878 begann eine verstärkte Industrialisierung. 1880 wurde das staatliche Monopol auf Salz verkündet; vier Jahre danach begann der Bau der ersten Fabrik in [[Simin Han]]. Die Fabrik &amp;#039;&amp;#039;Solana&amp;#039;&amp;#039; wurde 1885 eröffnet, womit die bis heute andauernde industrielle Herstellung von Salz in Tuzla begründet wurde. Wie bedeutend die Solana für die damalige Zentralmacht war, zeigt die Tatsache, dass die Solana in einem kaiserlichen Erlass vom 16. Februar 1885 des Kaisers [[Franz Joseph I.]] genannt wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Solana125Godina&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;solana.ba&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An ihren Anfängen entwickelte sich die industrielle Herstellung von Salz schnell. Dazu trug wesentlich die Erschließung neuer Salzvorkommen bei. Nach der Entdeckung eines Lagers auf dem im Norden der Stadt gelegenen Hügel Trnovac wurde 1891 in Kreka ein neues Werk eröffnet. Dies geschah am Ort der heutigen Fabrik. In 30 Jahren Industrialisierung stieg die Jahresproduktion von 640 Tonnen im vorindustriellen Zeitalter auf gut 20.000 Tonnen Salz im Jahr 1905 an. Im Jahr 1917, vor dem Ende der österreichisch-ungarischen Periode, betrug die erzeugte Menge 43.841 Tonnen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Solana125Godina&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;solana.ba&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Meyers Großes Konversations-Lexikon]] aus 1909 beschrieb Tuzla als Kreisstadt, welche an beiden Ufern&amp;amp;nbsp;der Jala&amp;amp;nbsp;und der Bahnlinie [[Doboj]]-T.-Siminhan liegt. Sie war Sitz eines orthodoxen Bischofs, eines Muftis, eines Militär-Platzkommandos und eines Bezirksgerichts. Im Lexikon wird angeführt, dass es drei Brücken, zahlreiche Moscheen (darunter die Behrambeg-Moschee), ein Nonnenkloster und mehrere Kasernen gab. Tuzla hatte damals (1895) 11.034 Einwohner, davon 5984 Muslime. Der Handel war „lebhaft“, besonders mit Vieh und Pferden. Außerdem gab es eine Volks- und Handelsschule, eine Mädchenschule und höhere islamische Schule, ein Spital, den Elisabethpark, und neben den erwähnten Salzquellen auch reiche Kohlenlager. Tuzlas Umgebung soll reich an [[Bogumilengrab|Bogumilengräbern]] gewesen sein. Des Weiteren war Tuzla 1225 Hauptstadt der Provinz [[Soli (Bosnien)|Soli]]. 1693 siegte der kaiserliche Feldherr Perčinlija über die [[Osmanisches Reich|Türken]]. Österreichische Truppen fochten hier vom 9. bis 10. August 1878 mit den Insurgenten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Meyers-1905 |Lemma=Tuzla |Band=19 |Seite=843 |zenoID=20007617925}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Franziskanerkloster ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 1447 wird ein Kloster der hl. Maria (&amp;#039;&amp;#039;Sv. Marije&amp;#039;&amp;#039;) im oberen Tuzla bzw. oberen [[Soli (Bosnien)|Soli]] (&amp;#039;&amp;#039;Gornja Tuzla, Gornji Soli&amp;#039;&amp;#039;) erwähnt. Die nächste Erwähnung stammt von dem franziskanischen Historiker [[Luke Wadding]], der unter dem Jahr 1506 Kloster im oberen und unteren Tuzla (&amp;#039;&amp;#039;Gornjoj i Donjoj Tuzli&amp;#039;&amp;#039;)&amp;amp;nbsp;aufführt. Anschließend wird das Kloster im oberen Tuzla 1514 erwähnt. Eine Kirche im unteren Tuzla findet sich 1533 in türkischen Dokumenten erwähnt. 1548 wurde ein Kloster samt einer Kirche, die dem hl. Peter gewidmet wurde, erwähnt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bosnasrebrena.ba&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Bosna Srebrena |url=https://www.bosnasrebrena.ba/v2010/samostani-i-zupe/samostansko-podrucje-tuzla/tuzla.html |titel=Tuzla – samostan i župa sv. Petra apostola |sprache=hr |offline=1 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20171201040717/https://www.bosnasrebrena.ba/v2010/samostani-i-zupe/samostansko-podrucje-tuzla/tuzla.html |archiv-datum=2017-12-01 |archiv-bot=2019-05-19 17:04:02 InternetArchiveBot |abruf=2017-11-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhunderts waren die [[Bosnische Franziskanerprovinz|bosnischen Franziskaner]] schweren Vertreibungen ausgesetzt. So wurde 1538 das Franziskanerkloster in [[Zvornik]] zerstört und die Kirche in eine Moschee umgewandelt. Sie mussten 1541 dieses Kloster verlassen und besiedelten den [[Gradovrh]] zusammen mit den Franziskanern aus &amp;#039;&amp;#039;Gornja Tuzla&amp;#039;&amp;#039;. Das Kloster auf dem Gradovrh wurde von der reichen Adelsfamilie [[Maglašević]] (diese Familie wird unter mehreren Nachnamen erwähnt: Sić, Soić, Suić, Pavičević i Pavešević) beansprucht. Das Kloster auf dem Gradovrh befand sich in der Nähe des heutigen Tuzla.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bosnasrebrena.ba&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erster Weltkrieg ===&lt;br /&gt;
Nach dem Rückzug der Osmanen wurde Tuzla 1878 Teil [[Österreich-Ungarn]]s. Mit dem Ende des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] gehörte Tuzla fortan zu [[Jugoslawien]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kroaten in Tuzla gründeten 1907 die Organizacija radnika Hrvata (Organisation kroatischer Arbeiter) und die &amp;#039;&amp;#039;Hrvatsku narodnu zajednicu&amp;#039;&amp;#039; (kroatische Volksgemeinschaft), 1913 den &amp;#039;&amp;#039;Hrvatski nogometni klub Zrinjski&amp;#039;&amp;#039; (Kroatischer Fußballklub &amp;#039;&amp;#039;Zrinjski&amp;#039;&amp;#039;) wie auch viele andere Vereinigung mit kroatischem Vorzeichen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dnevnik.ba&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Titel=Je li Tuzla uistinu multikulturalna i tolerantna ili je riječ o velikoj podvali? |Sammelwerk=Dnevnik.ba |Datum=2017-02-15 |Online=http://www.dnevnik.ba/teme/je-li-tuzla-uistinu-multikulturalna-i-tolerantna-ili-je-rijec-o-velikoj-podvali |Abruf=2017-08-24}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Nähe brach 1920 der [[Aufstand von Husino]] aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweiter Weltkrieg ===&lt;br /&gt;
Im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] marschierten in der Nacht vom 14. auf den 15. April 1941 die [[Ustascha|Ustaše]] in Tuzla ein;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Fikreta Jelić-Butić |Hrsg=Liber |Titel=Ustaše i Nezavisna Država Hrvatska: 1941–1945 |Ort=Zagreb |Datum=1977}}&amp;lt;/ref&amp;gt; die Stadt fiel an den sogenannten [[Unabhängiger Staat Kroatien|Unabhängigen Staat Kroatien]]. Die [[jugoslawische Partisanen]]bewegung hatte daraufhin eine Stütze in der Bevölkerung Tuzlas. Am 2.&amp;amp;nbsp;Oktober 1943 wurde die Stadt von Partisanen eingenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das [[Kommunismus|kommunistische]] [[Regime]] Jugoslawiens nahm der katholischen Kirche einen großen Teil ihres Besitzes. Das alte Kloster-Gebäude verloren die Franziskaner aus ihrem Eigentum. Den Nonnen wurde das Kloster &amp;#039;&amp;#039;Josipovac&amp;#039;&amp;#039; entrissen; es folgte ihre Vertreibung. Danach wurden zahlreiche Franziskaner und Zivilisten gefangen genommen oder ermordet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dnevnik.ba&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich Tuzla zu einer bedeutenden Industriestadt im [[Sozialismus|sozialistischen]] Jugoslawien. Basierend auf den Salz- und Kohlevorkommen in der Umgebung der Stadt, entwickelte sich eine starke chemische und Kraftwerksindustrie. Dies führte zum Zuzug vieler Menschen aus verschiedenen Teilen Jugoslawiens und festigte damit die vorher schon bestehende multiethnische Bevölkerungsstruktur der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bosnienkrieg ===&lt;br /&gt;
[[Datei:The city of Tuzla.jpg|mini|Innenstadt mit Fußgängerzone und im [[Bosnienkrieg]] zerstörtem Gebäude]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des Bosnienkrieges 1992 bis 1995 gehörte Tuzla zum von der [[Armija Republike Bosne i Hercegovine|bosnischen Regierungsarmee]] dominierten Teil von Bosnien und Herzegowina. Im und nach dem Krieg wurde die Stadt Zuflucht vieler Flüchtlinge.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Gründung der [[Kroatische Republik Herceg-Bosna|Hrvatska zajednica Herceg Bosna]] erfolgte wie in [[Sarajevo]] die Gründung der &amp;#039;&amp;#039;Hrvatske zajednice Usora i HZ Soli&amp;#039;&amp;#039; (Kroatische Gemeinschaft Usora und HZ Soli).&amp;lt;ref name=&amp;quot;dnevnik.ba&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Frühling 1992 wurde die 115. Brigade Zrinski des [[Kroatischer Verteidigungsrat|kroatischen Verteidigungsrates]] (HVO) gegründet; dies war der erste militärische Verband&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://blog.dnevnik.hr/moreplovac/2013/03/1631539830/izvijesce-najkompetentnije-osobe-zvonka-jurica-o-ratnim-zbivanjima.html |titel=Izviješće najkompetentnije osobe Zvonka Jurića o ratnim zbivanjima – Župljani Drijenča |werk=blog.dnevnik.hr |sprache=hr |abruf=2018-01-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;bhstring.net&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Titel=Podsjećanje 20 godina od formiranja 115. HVO brigade Zrinski |Sammelwerk=Portal Tuzlarije |Datum= |Online=http://bhstring.net/tuzlauslikama/tuzlarije/viewnewnewsc.php?id=47064 |Abruf=2018-01-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in Tuzla. Die Brigade hatte 3000 kroatische Freiwillige aus Tuzla, [[Lukavac]] und [[Živinice]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;dnevnik.ba&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 14. Mai 1993 unterschrieben in der Tuzlaer Kaserne &amp;#039;&amp;#039;Husinska buna&amp;#039;&amp;#039; der Befehlshaber der HVO-Brigade &amp;#039;&amp;#039;Zrinski&amp;#039;&amp;#039;, Zvonko Jurić&amp;#039;&amp;#039;&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;und Jusuf Šećerbegović, der Befehlshaber der ersten Tuzla-Brigade eine Urkunde, in welcher [[Fraternisierung (Krieg)|Fraternisation]], militärische und jegliche andere Zusammenarbeit beschlossen wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bhstring.net&amp;quot; /&amp;gt; Diesem Vorgang wird eine große Bedeutung zugemessen, sowohl im politischen Sinne wie auch für die Stärkung der Verteidigung der Stadt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;bhstring.net&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zu den meisten anderen Städten wurde Tuzla in dieser Zeit aber nie von [[Nationalismus|nationalistischen]] Parteien regiert und auch während des Krieges arbeiteten bosniakische, kroatische und serbische Bewohner weiterhin zusammen und verteidigten die Stadt auch gemeinsam gegen die Angriffe serbischer Einheiten. Im Winter 1993/1994 war die Stadt zeitweilig ganz von serbischen Truppen eingekesselt, was zu einer teilweise dramatischen Versorgungslage führte. Auch kam es immer wieder zu [[Granate]]neinschlägen und damit verbundenen Zerstörungen in der Stadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders in Erinnerung bleiben der Überfall auf die [[Tuzla-Kolonne]] am 15.&amp;amp;nbsp;Mai 1992 und das &amp;#039;&amp;#039;[[Tuzla-Massaker]]&amp;#039;&amp;#039; vom 25.&amp;amp;nbsp;Mai 1995. Allein bei diesen beiden Anschlägen starben mindestens 171 meist junge Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des Krieges erlangte [[Selim Bešlagić]] als Bürgermeister einige Berühmtheit wegen des erfolgreichen Managements und der Verteidigung der Stadt. Der jetzige Bürgermeister [[Jasmin Imamović]] engagiert sich stark in der Entwicklung der Stadt. Nach dem Ende des Krieges mit dem [[Dayton-Vertrag|Daytoner Abkommen]] vom Dezember 1995 erholt sich die Stadt nur langsam und ist weiterhin auf internationale Hilfe angewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 24. Juli 2014 bekam Tuzla vom Parlament der [[Föderation Bosnien und Herzegowina]] offiziell den Status einer Stadt &amp;#039;&amp;#039;(Grad)&amp;#039;&amp;#039; verliehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bevölkerung ==&lt;br /&gt;
Zur Volkszählung 2013 hatte die Großgemeinde Tuzla insgesamt 110.979 Einwohner. Davon lebten 80.570 in der eigentlichen Stadt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.statistika.ba/?show=2#link127 |titel=Preliminarni rezultati – Popis 2013 |werk=statistika.ba |abruf=2018-01-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt; die restlichen 30.409 in den umliegenden Ortsteilen. Bei der letzten Vorkriegszählung 1991 waren noch 131.618 Einwohner der Gemeinde gezählt worden, davon 83.770 in der Stadt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://fzs.ba/wp-content/uploads/2016/06/nacionalni-sastav-stanovnistva-po-naseljenim-mjestima-bilten-234.pdf &amp;#039;&amp;#039;Nacionalni sastav stanovništva Republike Bosne i Hercegovine 1991&amp;#039;&amp;#039;] (PDF; 8,8&amp;amp;nbsp;MB) auf fzs.ba, S. 111f., abgerufen am 6. Januar 2018.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ethnische Gruppen ===&lt;br /&gt;
Auf Gemeindeebene bezeichneten sich 2013 72,8 % der Einwohner als [[Bosniaken]] (1991: 47,6), 13,9 % als [[Kroaten in Bosnien und Herzegowina|Kroaten]] (15,5) und drei Prozent als [[Serben]] (15,4). 2,1 % machten keine Angaben zu ihrer ethnischen Zugehörigkeit und 8,2 % ordneten sich anderen Gruppen zu.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Zensus-BiH-2013|65}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit war Tuzla 2013 eine jener Gemeinden in Bosnien und Herzegowina mit dem höchsten Anteil an „Anderen“. Bereits zu jugoslawischen Zeiten hatte die Industriestadt einen außergewöhnlich hohen Anteil erklärter [[Jugoslawen]] (1991: 16,7 %).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Kroaten&lt;br /&gt;
In Bau ist das kroatische Kulturzentrum des hl. Franjo &amp;#039;&amp;#039;(Hrvatski kulturni centar sv. Franjo)&amp;#039;&amp;#039;, das von der [[Regierung der Republik Kroatien|kroatischen Regierung]] finanziert wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dnevnik.ba&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;!--Was ist „aktuell“? Wann ist es fertig? --&amp;gt; Von 1995 bis 2011 gab es zudem den kroatischen Radiosender &amp;#039;&amp;#039;Radio Soli&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dnevnik.ba&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Juden&lt;br /&gt;
In Tuzla und Umgebung leben 129 Juden. Das Zentrum der jüdischen Gemeinde befindet sich im &amp;#039;&amp;#039;Hotel Tuzla&amp;#039;&amp;#039;. 2011 hatte ein aus dem Gefängnis entlassener ehemaliger Soldat einen Sprengsatz im alten Gemeindezentrum gezündet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lazarevic&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Krsto Lazarević |url=https://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/22551 |titel=Sorgen in Tuzla |werk=Jüdische Allgemeine |datum=2015-06-18 |abruf=2018-01-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wurde eine der beiden Tuzlaner Synagogen von Angehörigen der Wehrmacht demoliert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Alexander Korb]] |Titel=Im Schatten des Weltkriegs: Massengewalt der Ustaša gegen Serben, Juden und Roma in Kroatien 1941–1945 |Verlag=Hamburger Edition HIS |Datum=2013 |ISBN=978-3-86854-578-4 |Online=https://books.google.de/books?id=yet9DAAAQBAJ&amp;amp;pg=PT145&amp;amp;lpg=PT145&amp;amp;dq=juden+in+tuzla&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=sWfEhxmsos&amp;amp;sig=auPRYgdp9YrkgOUIwt8_HZ11u70&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=0ahUKEwiW4I3CnsLYAhVlQZoKHT7XAP4Q6AEIWTAH#v=onepage&amp;amp;q=juden%20in%20tuzla&amp;amp;f=false |Abruf=2018-01-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die beiden Synagogen, eine [[Sephardim|sephardische]] und eine [[Aschkenasim|aschkenasische]], die 1902 bzw. 1936 gebaut worden waren, wurden in den 1950er Jahren vom Staat konfisziert und säkularisiert bzw. abgerissen.&amp;lt;ref&amp;gt;Samuel D. Gruber: [https://surface.syr.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=1016&amp;amp;context=rel &amp;#039;&amp;#039;Jewish Heritage Sites of Bosnia-Herzegovina.&amp;#039;&amp;#039;] Syracuse University Surface, 2011, S. 9.&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine Synagoge gibt es (Stand 2015) seither nicht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;lazarevic&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Religion ===&lt;br /&gt;
2013 zählten sich 73 % der Tuzlaner als Muslime, 13,3 % als Katholiken und 3,2 % als Orthodoxe (&amp;#039;&amp;#039;siehe: [[Mariä-Himmelfahrt-Kathedrale (Tuzla)]]&amp;#039;&amp;#039;). Die Zahlen entsprechen im Wesentlichen der Zuordnung nach ethnischen Gruppen. 2,7 % der Einwohner gaben an, Atheisten zu sein.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Zensus-BiH-2013|79}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sprache ===&lt;br /&gt;
Als Muttersprache gaben 95,7 % der Einwohner eine der drei als offizielle Amtssprachen anerkannten serbokroatischen Standardvarietäten ([[Bosnische Sprache|Bosnisch]], [[Kroatische Sprache|Kroatisch]], [[Serbische Sprache|Serbisch]]) an – Bosnisch 85,2 %, Kroatisch 9,1 % und Serbisch 1,4 %.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Zensus-BiH-2013|93}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Damit geht die Loyalität zur nach dem Landesnamen benannten bosnischen Sprache in der Stadt deutlich über den Anteil der Bosniaken an der Bevölkerung hinaus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Tuzla Thermal Power Plant02A.jpg|mini|260px|&amp;#039;&amp;#039;Termoelektrana Tuzla&amp;#039;&amp;#039;: Größtes Kohlekraftwerk Bosnien-Herzegowinas]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tuzla besitzt vor allem am Westrand der Stadt ein großes Industriegebiet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das größte [[Wärmekraftwerk|Kohlekraftwerk]] Bosnien-Herzegowinas mit fünf Kraftwerksblöcken und einer installierten Gesamtleistung von 780&amp;amp;nbsp;[[Watt (Einheit)|MW]] ist das [[Kohlekraftwerk Tuzla|Termoelektrana Tuzla]]. Die Verwaltung der umliegenden Kohle-Bergwerke erfolgt von KREKA. Weiters gibt es noch folgende Unternehmen &amp;#039;&amp;#039;HAK Hloralkani kompleks&amp;#039;&amp;#039; ([[Chlor]]chemie), &amp;#039;&amp;#039;Solana&amp;#039;&amp;#039; (Herstellung von [[Speisesalz|Salzprodukten]]), &amp;#039;&amp;#039;Fabrika deterdženta&amp;#039;&amp;#039; (Herstellung von Seifenprodukten) und &amp;#039;&amp;#039;Tehnograd&amp;#039;&amp;#039; (Bauunternehmen für Industriegebäude).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Betriebe mussten während des Bosnienkrieges zu einem großen Teil ihre Produktion einstellen. Die größten wurden später privatisiert und für bankrott erklärt. Arbeitslöhne und Sozialleistungen waren zum Teil schon mehrere Jahre nicht ausgezahlt, die Betriebe zuletzt ganz geschlossen und Tausende entlassen, weswegen von „krimineller Privatisierung“ die Rede ist,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Thomas Roser |url=https://www.zeit.de/politik/ausland/2014-10/bosnien-wahl-tuzla/komplettansicht |titel=Der bosnische Frühling ist vorüber, die Wut ist geblieben |hrsg=&amp;#039;&amp;#039;Die Zeit&amp;#039;&amp;#039; |datum=2014-10-11 |abruf=2019-10-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt; was im Februar 2014 zu ausgedehnten [[Proteste in Bosnien und Herzegowina 2014|gewalttätigen Protesten]] führte. Die Arbeitslosigkeit in Tuzla liegt wegen der Massenentlassungen bei 50&amp;amp;nbsp;Prozent, die Jugendarbeitslosigkeit gar bei 70&amp;amp;nbsp;Prozent.&lt;br /&gt;
[[Datei:Tuzla Park .jpg|mini|hochkant|Urkunde von [[Ban Kulin]] aus dem Jahr 1189 an Dubrovnik]]&lt;br /&gt;
Die Stadt ist außerdem der Sitz der &amp;#039;&amp;#039;NLB Tuzlanska banka&amp;#039;&amp;#039; und der &amp;#039;&amp;#039;Trasys Bosnia&amp;#039;&amp;#039;, einem Fertiger von elektrischen Wicklungen für Elektromotoren und Generatoren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umwelt ==&lt;br /&gt;
2016 war Tuzla gemäß Daten der WHO die europäische Stadt mit der zweithöchsten Luftverschmutzung nach [[Tetovo]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Nick Van Mead |Titel=Pant by numbers: the cities with the most dangerous air – listed |Sammelwerk=The Guardian |Datum=2017-02-13 |ISSN=0261-3077 |Online=https://www.theguardian.com/cities/datablog/2017/feb/13/most-polluted-cities-world-listed-region |Abruf=2017-12-17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verkehr ==&lt;br /&gt;
Tuzla liegt an der Gabelung der Fernstraße von [[Sarajevo]] nach [[Osijek]] sowie [[Bijeljina]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1886 erhielt Tuzla mit einer Stichlinie der schmalspurigen [[Bosnabahn]] einen Anschluss ans Eisenbahnnetz. 1947 bis 1951 wurde die Bahnlinie auf [[Normalspur]] umgebaut. Als Folge des Bosnienkriegs 1992 bis 1995, als der Bahnverkehr teilweise völlig zum Erliegen kam, ist der durchgehende Personenverkehr nach Sarajevo aber immer noch unterbrochen. Neben einer lokalen Bahnlinie nach [[Živinice]] und [[Banovići]] gibt es eine Verbindung nach [[Brčko]] mit Anschluss ins kroatische [[Vinkovci]] an der Strecke von [[Zagreb]] nach [[Belgrad]]. Seit 2003 pendelt wieder zweimal täglich ein Triebwagen auf der [[Bahnstrecke Doboj–Tuzla]] mit teilweise guten Anschlüssen nach/von Sarajevo, Banja Luka und Zagreb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die in den Jahren vor dem Bosnienkrieg gebaute Bahnlinie nach [[Serbien]] von Tuzla über [[Zvornik]] nach [[Valjevo]] wird gegenwärtig nur für den Güterverkehr genutzt. Die Werksbahnen (Kohlebahnen) der Region Tuzla betreiben im Ortsteil Bukinje eine Werkstatt, die den Weiterbetrieb der [[Dampflokomotive]]n der [[JDŽ 33|Baureihe JŽ&amp;amp;nbsp;33]], ehemalige deutsche [[Kriegslokomotive]]n der [[DR-Baureihe 52|Baureihe&amp;amp;nbsp;52]], gewährleisten. Diese Baureihe wird, einzigartig in Europa, zum heutigen Zeitpunkt noch immer planmäßig in Tuzla eingesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ehemalige [[Flughafen Tuzla|Militärflugplatz]] etwa 10&amp;amp;nbsp;km südlich der Stadt wird heute als nationaler und auch internationaler Passagierflughafen genutzt. Der [[International Air Transport Association|IATA]]-Code ist &amp;lt;nowiki&amp;gt;TZL&amp;lt;/nowiki&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultur und Sehenswürdigkeiten ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Public fountain, Tuzla, Bosnia.jpg|mini|Altstadt mit Brunnen und Moschee]]&lt;br /&gt;
Tuzla ist seit 1976 [[Universität Tuzla|Universitätsstadt]]. Entsprechend seiner Bedeutung als Industriestadt liegt der Schwerpunkt der universitären Ausbildung bei den Ingenieurwissenschaften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Tuzla gibt es ein Nationaltheater, ein Stadtmuseum, eine Kunstgalerie, das Kultur- und Sportzentrum &amp;#039;&amp;#039;Mejdan&amp;#039;&amp;#039; und das [[Stadion Tušanj]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das größte Hotel der Stadt ist das 43-stöckige &amp;#039;&amp;#039;Hotel Mellain&amp;#039;&amp;#039; mit 150&amp;amp;nbsp;Zimmern und einer Höhe von 110&amp;amp;nbsp;m, das 2016 eröffnet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tuzla ist unter anderem wegen seines [[Steinsalz|Salzes]] bekannt. Der Boden unter der Stadt ist sehr salzhaltig mit vielen Hohlräumen, so dass die Stadt nach und nach immer wieder absackt und neu gebaut wird. So gibt es dort nur sehr wenige Häuser, die älter als 100 Jahre sind. Doch in den letzten Jahren wurde das Thema Salz in Tuzla auch touristisch und kulturell interessant gemacht. Eine Stelle im Park, in der unmittelbaren Nähe des Stadtzentrums, ist in den letzten Jahrzehnten immer tiefer abgesunken. In dieser Senke wurde im Sommer 2003 ein künstlicher [[Salzsee]] eröffnet, der als Freibad genutzt wird. Er ist der einzige seiner Art in Europa und wurde im Eröffnungsjahr von mehr als 100.000 Besuchern genutzt. Außerdem wurde im Sommer 2004 im Stadtzentrum ein Salzplatz gebaut. In einer Ausstellung können Interessierte Gegenstände, die beim historischen Salzabbau benutzt wurden, besichtigen. Zudem ist der Salzplatz Schauplatz für aktuelle kulturelle Ereignisse wie [[Folklore]]- und Filmvorstellungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bürgermeister ==&lt;br /&gt;
Der erste Bürgermeister Tuzlas hieß Mehaga Imširović und amtierte von 1878 bis 1885.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://grad.tuzla.ba/nacelnici-kroz-istoriju/ |titel=Načelnici kroz istoriju |werk=Grad Tuzla » Zvanični web portal |datum=2014-11-19 |sprache=hr |abruf=2017-09-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://bhstring.net/tuzlauslikama/tuzlarije/viewtuzlanke.php?id=63 Auflistung der Bürgermeister mit Bildern]. In: &amp;#039;&amp;#039;bhstring.net&amp;#039;&amp;#039;, 9. Februar 2005. Abgerufen am 10. März 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Orte ==&lt;br /&gt;
* [[Šikara]]&lt;br /&gt;
* [[Ljepunice]]&lt;br /&gt;
* [[Milešići]]&lt;br /&gt;
* [[Bukinje]]&lt;br /&gt;
* [[Šićki Brod]]&lt;br /&gt;
* [[Simin Han]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Partnerstädte ==&lt;br /&gt;
Tuzla unterhält Städtepartnerschaften mit dem [[italien]]ischen [[Bologna]], dem [[Kroatien|kroatischen]] [[Osijek]], dem [[Ungarn|ungarischen]] [[Pécs]], dem [[Spanien|spanischen]] [[L’Hospitalet de Llobregat]], dem [[Frankreich|französischen]] [[Saint-Denis (Seine-Saint-Denis)|Saint-Denis]] und dem [[Türkei|türkischen]] [[Tuzla (Istanbul)|Tuzla]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://grad.tuzla.ba/medunarodna-saradnja/ |titel=Internationale Zusammenarbeit |hrsg=Stadtverwaltung |sprache=bs |abruf=2018-01-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Persönlichkeiten ==&lt;br /&gt;
=== Söhne und Töchter der Stadt ===&lt;br /&gt;
* [[Ismet Mujezinović]] (1907–1984), bildender Künstler&lt;br /&gt;
* [[Mehmed Meša Selimović|Meša Selimović]] (1910–1982), Schriftsteller&lt;br /&gt;
* [[Franjo Herljević]] (1915–1998), General und Politiker&amp;lt;ref&amp;gt;{{Munzinger|00000015873|Franjo Herljevic|Abruf=2017-11-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Norbert Neugebauer]] (1917–1992), [[Filmregisseur]] und [[Szenarist]]&lt;br /&gt;
* [[Walter Neugebauer]] (1921–1992), Comiczeichner (u.&amp;amp;nbsp;a. [[Fix und Foxi]])&lt;br /&gt;
* [[Josip Uhlik]] (1921–2021), Architekt und Stadtplaner&lt;br /&gt;
* [[Biljana Plavšić]] (* 1930), Politikerin und verurteilte Kriegsverbrecherin&lt;br /&gt;
* [[Ambroz Andrić]] (1939–1972), politischer Emigrant und Terrorist&lt;br /&gt;
* [[Selim Bešlagić]] (* 1942), Politiker und Bürgermeister von Tuzla in den 1990er Jahren&lt;br /&gt;
* [[Adolf Andrić]] (1942–1972), politischer Emigrant und Terrorist&lt;br /&gt;
* [[Mirza Delibašić]] (1954–2001), Basketballspieler&lt;br /&gt;
* [[Seada Palavrić]] (* 1954), Juristin&lt;br /&gt;
* [[Svetlana Dašić-Kitić]] (* 1960), Handballspielerin&lt;br /&gt;
* [[Lepa Brena]] (* 1960), Sängerin&lt;br /&gt;
* [[Zvonimir Banović]] (1963–2017), Journalist und Politiker&lt;br /&gt;
* [[Branislav Lukić Luka]] (* 1970), multimedialer Künstler&lt;br /&gt;
* [[Zorana Mihajlović]] (* 1970), Wirtschaftswissenschaftlerin und Politikerin&lt;br /&gt;
* [[Sanja Maletić]] (* 1973), Sängerin&lt;br /&gt;
* [[Denis Bećirović]] (* 1975), Historiker und Politiker&lt;br /&gt;
* [[Zoran Pavlovič]] (* 1976), Fußballspieler&lt;br /&gt;
* [[Selma Bajrami]] (* 1980), Popsängerin&lt;br /&gt;
* [[Siniša Martinović]] (* 1980), Eishockeytorwart&lt;br /&gt;
* [[Amer Delić]] (* 1982), Tennisspieler&lt;br /&gt;
* [[Gradimir Crnogorac]] (* 1982), Fußballspieler&lt;br /&gt;
* [[Petar Jovanović (Fußballspieler)|Petar Jovanović]] (* 1982), Fußballspieler&lt;br /&gt;
* [[Alma Zadić]] (* 1984), österreichische Justizministerin&lt;br /&gt;
* [[Vanja Radić]] (* 1985), Handballtrainer und -Funktionär &lt;br /&gt;
* [[Andrea Petković]] (* 1987), Tennisspielerin&lt;br /&gt;
* [[Emir Đulović]] (* 1988), [[Turbo-Folk]]-Sänger&lt;br /&gt;
* [[Miralem Pjanić]] (* 1990), Fußballspieler&lt;br /&gt;
* [[Andreja Pejić]] (* 1991), Model&lt;br /&gt;
* [[Anita Husarić]] (* 1994), Tennisspielerin&lt;br /&gt;
* [[Renato Gojković]] (* 1995), Fußballspieler&lt;br /&gt;
* [[Adi Omeragić]] (* 2001), Handballspieler&lt;br /&gt;
* [[Armin Karić]] (* 2004), Fußballspieler&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mit der Stadt verbundene Persönlichkeiten ===&lt;br /&gt;
* [[Slavko Goldstein]] (1928–2017), Familie stammt aus Tuzla&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Umro istaknuti hrvatski intelektualac Slavko Goldstein |Sammelwerk=Hrvatska radiotelevizija |Datum= |Online=http://vijesti.hrt.hr/405016/umro-istaknuti-hrvatski-intelektualac-slavko-goldstein |Abruf=2017-09-25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Božo Žepić]] (* 1938 in [[Živinice]]), Soziologe und Rechtswissenschaftler, lehrte in Tuzla&lt;br /&gt;
* [[Vedad Ibišević]] (* 1984 in [[Vlasenica]]), Fußballspieler, wuchs in Tuzla auf und begann hier mit dem Fußballspielen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|audio=0|video=0}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [https://grad.tuzla.ba/ Offizielle Website der Gemeinde Tuzla] (bosnisch und englisch)&lt;br /&gt;
* [http://www.bhstring.net/tuzlauslikama/tuzlarije/ Tuzlarije.net (bosnisches Nachrichtenportal)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{NaviBlock&lt;br /&gt;
|Navigationsleiste Großstädte in Bosnien und Herzegowina&lt;br /&gt;
|Navigationsleiste Gemeinden von Bosnien und Herzegowina&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4471344-7|LCCN=n82005908|VIAF=243850328}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tuzla| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort im Kanton Tuzla]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hauptort eines Kantons (Föderation Bosnien und Herzegowina)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gemeinde in Bosnien und Herzegowina]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschul- oder Universitätsstadt]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Chemnitzer Eisenbahner</name></author>
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