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	<title>Tuwiner - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Tuwiner&amp;diff=35222&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Fährtenleser: sorry, da ist nichts mehr zu finden</title>
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		<updated>2025-10-13T10:01:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;sorry, da ist nichts mehr zu finden&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Tuvans.jpg|mini|Chinesischer Tuwiner auf einem [[Mongolisches Pferd|Morj-Pferd]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tuwiner&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (tuwinisch: Тыва/&amp;#039;&amp;#039;Tyva&amp;#039;&amp;#039; in Süd-[[Sibirien]] beziehungsweise &amp;#039;&amp;#039;Dywa&amp;#039;&amp;#039; in der West-Mongolei und in [[Xinjiang]])&amp;lt;ref&amp;gt;Oelschlägel 2004. S. 5.&amp;lt;/ref&amp;gt; sind eine Gruppe verwandter [[Turkvolk|Turkvölker]] und die größte [[Ethnie|ethnische Gruppe]] ([[Nationalität]]) im [[Altai]]-[[Sajangebirge|Sajan]]-Gebiet der Länder [[Russland]], [[Mongolei]] und [[China]]. In der russischen Republik [[Tuwa]] stellen die mehr als 200.000 Tuwiner (1989: 198.448; 2010: 249.299) als [[Titularnation]] die Bevölkerungsmehrheit (1989: 64,31 %; 2010: 81,0 %).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[tuwinische Sprache]] gehört zu den [[Sibirische Turksprachen|sibirischen Turksprachen]] und wird in vier Dialektgruppen unterteilt. Sie lässt starke Einflüsse des [[Mongolische Sprache|Mongolischen]] erkennen. Seit 1940 wird sie [[Kyrillisches Alphabet|kyrillisch]] geschrieben.&lt;br /&gt;
Die Sprecher des Tuwinischen gliedern sich selbst in drei unterschiedliche Gruppen: Die mit Abstand größte Gruppe sind die &amp;#039;&amp;#039;Taŋdy Tyvazy/Dyvazy&amp;#039;&amp;#039; Südsibiriens. In der Westmongolei siedeln die &amp;#039;&amp;#039;Chomdu Dϊvazϊ/Tyvazy&amp;#039;&amp;#039; und hoch am mongolisch-chinesischen Altai-Hauptkamm schließlich die &amp;#039;&amp;#039;Aldaj Dϊvazϊ/Altaj Tyvazy&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Oelschlägel 2004. S. 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Sprachlich und kulturell werden noch [[#Kulturell oder sprachlich abweichende Gruppen|weitere Gruppen]] zu den Tuwinern gerechnet, die aus Verbindungen mit benachbarten Ethnien entstanden sind; ihre Zuordnung ist jedoch zum Teil schwierig und uneinheitlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund dieser komplizierten verwandtschaftlichen Verhältnisse hat der russische Ethnologe Sevyan Vainshtein 1972 vorgeschlagen, stattdessen nur nach Kulturtyp beziehungsweise [[Subsistenz]]strategie der Gruppen zu unterscheiden. Demnach könnten die verschiedenen [[Kiptschakische Sprachen|west-]] und [[Sibirische Turksprachen|nordtürkisch]] sowie [[Mongolische Sprache|mongolisch]] sprechenden Völker der Region in die &amp;#039;&amp;#039;[[Nomadismus|nomadischen]] Rentierhalter-Jäger&amp;#039;&amp;#039; der [[Borealer Nadelwald|Taiga]] und die &amp;#039;&amp;#039;[[Halbnomadismus|halbnomadischen]] Viehzüchter&amp;#039;&amp;#039; der [[Steppe]] gegliedert werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Endres&amp;quot;&amp;gt;Jürg Endres: &amp;#039;&amp;#039;Rentierhalter. Jäger. Wilderer? Praxis, Wandel und Verwundbarkeit bei den Dukha und den Tozhu im mongolisch-russischen Grenzraum&amp;#039;&amp;#039;. Franz Steiner, Stuttgart 2015, ISBN 978-3-515-11140-9. S. 19–21.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die [[Traditionelle Wirtschaftsform|traditionellen Wirtschaftsformen]] wurden in der Steppe weitgehend durch eine modernisierte [[Mobile Tierhaltung]] ersetzt. Bei den Taiga-Tuwinern sind die meisten heute sesshaft, während eine kleine Minderheit nach wie vor vollnomadisch von der Rentierhaltung lebt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Alternativbezeichnungen ==&lt;br /&gt;
Früher wurden die Tuwiner in Reiseberichten und wissenschaftlichen Publikationen zumeist mit der (mongolischen) Fremdbezeichnung &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Urianchai&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;Uriangkhai&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Uryangkhai&amp;#039;&amp;#039;) bezeichnet. Des Weiteren finden sich in der europäischen Literatur teilweise weitere Bezeichnungen wie &amp;#039;&amp;#039;Sojonen&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Sojoten&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Mončak&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Gök Mončak&amp;#039;&amp;#039;, obwohl dies tatsächlich nur die Namen einzelner Untergruppen sind&amp;lt;ref Name=&amp;quot;Oelschlägel 2013, S. 20-22&amp;quot;&amp;gt;Oelschlägel 2013, S. 20–22.&amp;lt;/ref&amp;gt; (siehe beispielsweise [[#Sojoten|Sojoten]] weiter unten).&lt;br /&gt;
Andere Bezeichnungen für die Tuwiner sind &amp;#039;&amp;#039;Tyva&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Tyvaner&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Tuva&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Tuvaner&amp;#039;&amp;#039;; zudem &amp;#039;&amp;#039;Diba&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Tokha&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Tuba&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.ecoi.net/de/dokument/1030373.html ecoi.net], abgerufen am 11. November 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Nebenformen gelten &amp;#039;&amp;#039;Tuwinen&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Tuwinzen&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kulturell oder sprachlich abweichende Gruppen ==&lt;br /&gt;
Vermischungen mit Nachbarvölkern sowie wechselnde Grenzziehungen zwischen Russland, China und der Mongolei erschweren eine klare Zuordnung und Gliederung der verschiedenen tuwinischen Lokalgruppen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Anker|Dukha|Tsaatan}} Deutlich wird dies am Beispiel der rund 200 tuwinisch-sprachigen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Dukha&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (oder &amp;#039;&amp;#039;Sojon-Urianchai&amp;#039;&amp;#039;), die vollnomadisch im [[Chöwsgöl-Aimag]], der nördlichsten Provinz der Mongolei leben, und dort „&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Caatan&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;“ oder „&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tsaatan&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;“ (Rentierleute) genannt werden. Die Dukha gliedern sich in zwei [[lokale Gemeinschaften]] mit jeweils ganz unterschiedlicher Vorgeschichte trotz gemeinsamer [[Ethnizität|Gruppenidentität]] und Zugehörigkeit zur Großgruppe der Taŋdy Tyvazy/Dyvazy: Eine Gruppe ist vermutlich ursprünglich aus den mongolisierten &amp;#039;&amp;#039;Sojoten&amp;#039;&amp;#039; [[Burjatien]]s hervorgegangen. Die zweite Dukha-Gruppe ist hingegen eng mit den &amp;#039;&amp;#039;[[#Todscha|Todscha-Tuwinern]]&amp;#039;&amp;#039; des russischen Süd-Sibiriens verwandt, von denen sie Mitte der 1950er Jahre durch die Grenzziehung zwischen Russland und der Mongolei getrennt wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Endres&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mongolisierte Steppengruppen ===&lt;br /&gt;
Trotz ihres mongolischen [[Idiom (Spracheigentümlichkeit)|Idioms]] werden die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Chalch-Urianchai&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; in der West-Mongolei und die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Darchat&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; in der Nord-Mongolei&amp;lt;ref Name=&amp;quot;Oelschlägel 2013, S. 20-22&amp;quot; /&amp;gt; zu den Tuwinern gerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sojoten ===&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sojoten&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sojonen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) im [[Ostsajan]]gebirge Süd-Sibiriens entstanden wahrscheinlich bei Grenzkonflikten zwischen Russland und China im 18. Jahrhundert. Dabei wurde eine tuwinische Gruppe von den [[Burjaten]] [[Assimilation (Soziologie)|assimiliert]] (mongolisiert).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Endres&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Millar und Wolchik&amp;quot;&amp;gt;James R. Millar, Sharon L. Wolchik (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Social Legacy of Communism,&amp;#039;&amp;#039; Woodrow Wilson Center Press und Cambridge University Press, Cambridge 1994, Nachdruck 1997, ISBN 0-521-46182-0. S. 70.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Sojoten waren Rentierhalter und [[Jäger und Sammler|Jäger]], bis die Sowjetregierung sie 1963 sesshaft machte. Seit dem [[Zerfall der Sowjetunion]] versucht man  wieder eine [[Revitalisierung (Ethnologie)|Revitalisierung]] der Rentierwirtschaft, die sich jedoch schwierig gestaltet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Endres&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Sojoten&amp;#039;&amp;#039; haben heute einen offiziellen Status als sogenannte [[Indigene kleine Völker des russischen Nordens]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist zu beachten, dass die Bezeichnungen „Sojoten/Sojonen“ in einigen (älteren) Schriften abweichend verwendet werden: Manchmal steht der Name als Synonym für &amp;#039;&amp;#039;alle&amp;#039;&amp;#039; Tuwiner; manchmal wird die kleine Ethnie der Dukha als „Sojon-Urianchai“ bezeichnet. Andererseits rechnen manche Ethnologen die Sojoten aufgrund ihrer Ethnogenese gar &amp;#039;&amp;#039;nicht&amp;#039;&amp;#039; zu den Tuwinern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Todscha ===&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Todscha&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tozhu&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) im Nordosten Tuwas sprechen Tuwinisch und werden zumeist den Tuwinern zugerechnet, obwohl sie gleichermaßen mit den nördlich benachbarten [[Tofalaren]] verwandt sind, die ebenfalls zu den Taiga-Rentierhalter-Jägern gehören.&amp;lt;ref Name=&amp;quot;Millar und Wolchik&amp;quot; /&amp;gt; Obwohl die Ethnie wesentlich größer ist als der verwandten Dukha in der Mongolei, sind nur noch weit weniger Menschen (2012: 37 Männer) als Rentierhüter tätig.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Endres&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie die Sojoten haben die Todscha in Russland einen Status als sogenanntes [[Indigene kleine Völker des russischen Nordens|kleines indigenes Volk]] erworben und sich damit rechtlich von ihren Nachbarn abgesetzt.&amp;lt;ref Name=&amp;quot;Oelschlägel 2013, S. 20-22&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Biltir ===&lt;br /&gt;
Die [[Biltir]] sind aus Tuwinern und [[Chakassen]] entstanden, werden jedoch immer den Chakassen zugeordnet.&amp;lt;ref Name=&amp;quot;Millar und Wolchik&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Religionen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Schamanin während einer Kamlanie-Zeremonie am Feuer in Kysyl.jpg|miniatur|[[Schamane]] während einer Feuerzeremonie bei [[Kysyl]], [[Tuwa]], Russland]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der sogenannte [[Klassischer Schamanismus|„klassische Schamanismus“]] war die traditionelle [[ethnische Religion]] der Tuwiner. Der Ethnologe [[Klaus E. Müller]] spricht hier von „Komplexschamanismus“ und meint damit jene Formen, die durch Berührungen mit anderen Religionen und benachbarten Agrargesellschaften eine komplexe Ritualkultur entwickelt haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus E. Müller: &amp;#039;&amp;#039;Schamanismus. Heiler, Geister, Rituale.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage, C. H. Beck, München 2010 (Originalausgabe 1997), ISBN 978-3-406-41872-3. S. 30–33, 41.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bereits frühzeitig fand eine starke Vermischung mit dem [[Lamaismus]] statt. Es gab verschiedene [[Schamane]]ntypen, die sich nach Abstammung und Art der Berufung aufgliederten. Heilung und Weissagung sind  heute noch die häufigsten Aufgaben des Schamanen. Überliefert sind außerdem weitere vier Typen: Schamanen mit [[Maultrommel]], mit Stock, mit Spiegel und solche, die nächtliche Rituale mit Trommel und Kostüm vollzogen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie die benachbarten Mongolen – von denen die Einwohner Tuwas in der Mongolei kulturell stark beeinflusst sind – bekennen sich die dortigen Tuwiner offiziell überwiegend zum [[Vajrayana|tibetischen Buddhismus]]. In Russland kommen [[Altorthodoxe|altgläubige orthodoxe Christen]] hinzu. Die alt überlieferten schamanischen Praktiken haben jedoch immer noch eine große Bedeutung: Der tuwinische Schamanismus konnte sich auch über die Sowjetzeit retten. Die Einführung des [[Atheismus]] durch die Sowjets konnte sich nicht behaupten. Der Schamanismus verändert sich jedoch drastisch durch den Kontakt mit westlich-esoterischen [[Neoschamanismus|Neoschamanen]], die einen intensiven Austausch in Gang gesetzt haben. Dies wird möglicherweise die ursprünglichen Überlieferungen dieses Volkes verfälschen und überlagern.&amp;lt;ref&amp;gt;Anett C. Oelschlägel: &amp;#039;&amp;#039;Plurale Weltinterpretationen – Das Beispiel der Tyva Südsibiriens.&amp;#039;&amp;#039; Studies in Social and Cultural Anthropology, SEC Publications / Verlag der Kulturstiftung Sibirien, Fürstenberg/Havel 2013, ISBN 978-3-942883-13-9, S. 31 und 60 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der deutschsprachige Schriftsteller und Tuwa-Schamane [[Galsan Tschinag]] ist ein bekannter Repräsentant dieser Entwicklung.&amp;lt;ref&amp;gt;Heiko Grünwedel: &amp;#039;&amp;#039;Schamanismus zwischen Sibirien und Deutschland: Kulturelle Austauschprozesse in globalen religiösen Diskursfeldern.&amp;#039;&amp;#039; transcript-Verlag, Bielefeld 2013, ISBN 978-3-8376-2046-7, S. 232 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultur und Lebensweise ==&lt;br /&gt;
[[Datei:&amp;quot;Тывалап чугаалажыылыңар&amp;quot;. Чурук 18.jpg|mini|Darstellung traditioneller tuwinischer Kleidung]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Tuvinka na olene.jpg|mini|hochkant|Die „Rentierleute“ reiten auch auf den Tieren]]&lt;br /&gt;
Traditionelle Wirtschaftsformen der Tuwiner sind die [[mobile Tierhaltung]] und ergänzende Jagd: In den Steppenregionen werden wie andernorts Yak, Pferd, Kamel, Schaf und Ziege gehalten, heute häufig durch das Rind ergänzt. Bei den Sesshaften bisweilen auch Schweine und Geflügel. In der Regel erfolgt die Viehwirtschaft jedoch [[Halbnomadismus|halbnomadisch]] oder [[Nomade|nomadisch]]. Vollnomaden sind einige Angehörige der Rentier haltenden &amp;#039;&amp;#039;Dukha&amp;#039;&amp;#039; in der Nord-Mongolei und der &amp;#039;&amp;#039;Todscha&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Oelschlägel 2013. S. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt; im sibirischen Nordosten des Siedlungsgebietes, die beide in der [[Borealer Nadelwald|Taiga]] leben. Während die Steppen-Tuwiner nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion aus Not zur teilweisen [[Subsistenzwirtschaft]] zurückkehren müssen, leben einige wenige Taiga-Tuwiner seit jeher vornehmlich auf diese Weise. Sie gehören damit zu den ganz wenigen Menschen der Erde, die noch von traditionellem [[Nomadismus]] leben. Die Anbindung an die lokale [[Geldwirtschaft]] besteht zumeist über den Verkauf von Pelzen aus der Jagd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den in abgelegeneren Regionen der Mongolei (Altai, Sojon) lebenden Tuwinern hat sich die überlieferte Kultur bis heute am besten erhalten, insbesondere bei den „Rentierleuten“ der Nord-Mongolei. Auf der russischen Seite fand zur Sowjetzeit eine aggressive [[Russifizierung]] (u. a. zwangsweise Sesshaftmachung) statt, die zu einer starken [[Akkulturation]] geführt hat. Heute ist der Einfluss der mongolischen und kasachischen Kultur auf die westmongolischen und chinesischen Siedlungsgebiete am stärksten.&amp;lt;ref&amp;gt;Oelschlägel 2004. S. 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Oelschlägel 2013. S. 21, 26.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tuwa gehört zum Kerngebiet des klassischen [[Schamanismus]]. Die Abgelegenheit und Eigenständigkeit hat hier bei einigen Gruppen zu einer weitgehenden Erhaltung dieser [[Weltanschauung]] bis heute geführt. Hier spielen insbesondere die rituelle [[Séance|Geisterbeschwörung]] im Rahmen der Krankenbehandlung und als Fürbitte für soziale Zwecke sowie das Orakel eine wichtige Rolle. Eingehend erforscht wurde der altaiische Schamanismus durch Leonid Pavlovič Potapov, einen tuwinischen Ethnologen. Erheblicheren Einfluss auf die gegenwärtige Entwicklung hat jedoch das Werk des tuwinischen Ethnologen Monguš Borachovič Kenin-Lopsaŋ, der nach dem Ende der Sowjetära die Gesellschaft der Schamanen „Düngür“ gründete, mit dem Ziel, den Schamanismus und [[Animismus (Religion)|Animismus]] („Alles ist beseelt“) in Tuwa wiederzubeleben und neue Schamanen auszubilden.&amp;lt;ref&amp;gt;Oelschlägel 2004. S. 9–16.&amp;lt;/ref&amp;gt; Allerdings verursacht dies aufgrund eines intensiven Austauschs mit westlichen Schamanen einen deutlichen [[Kulturwandel]] vom traditionellen Schamanismus zum esoterisch geprägten [[Neoschamanismus]].&amp;lt;ref&amp;gt;Oelschlägel 2013, S. 31 und 60 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Форум &amp;quot;Тува-территория развития&amp;quot; Дурген-2014.jpg|mini|Junge Tuwiner in moderner Kleidung]]&lt;br /&gt;
Archäologische Funde und chinesische Quellen lassen darauf schließen, dass die Tuwiner nicht die ersten Besiedler Tyvas waren. An ihrer [[Ethnogenese]] waren mehrere Turkvölker sowie türkisierte Mongolen, [[Samojedische Völker|Samojeden]] und möglicherweise [[Ket (Sprache)|Ket-Sprecher]] beteiligt.&amp;lt;ref Name=&amp;quot;Millar und Wolchik&amp;quot; /&amp;gt; Unter den mobilen [[Hirtenvolk|Hirtenvölkern]] fanden grundsätzlich häufig Vermischungen statt.&amp;lt;ref&amp;gt;Oelschlägel 2004. S. 5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das [[Ethnonym]] &amp;#039;&amp;#039;Tyva&amp;#039;&amp;#039; verwendeten sie nach chinesischen Quellen bereits im 17. Jahrhundert.&amp;lt;ref Name=&amp;quot;Millar und Wolchik&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Ende des [[Oiraten]]reiches gehörten die Tuwiner zu [[Kaiserreich China|China]], standen unter (ost)mongolischer Verwaltung und die einheimische Oberschicht war weitgehend mongolisiert. Von jeher waren die Tuwiner weitgehend selbstständig und widerstanden fremden Einflüssen.&amp;lt;ref&amp;gt;Oelschlägel 2013. S. 21, 26.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bis zum 18. Jahrhundert hielt der [[Buddhismus]] Einzug, der jedoch stark mit dem traditionellen Schamanismus [[Synkretismus|synkretisiert]] war.&amp;lt;ref Name=&amp;quot;Millar und Wolchik&amp;quot; /&amp;gt; Im 19. Jahrhundert setzte sich der buddhistische Glaube allmählich durch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der chinesischen Revolution errichtete das [[Russisches Kaiserreich|Zarenreich]] 1914 auf dem größten Teil des tuwinischen Gebietes das Protektorat [[Urjanchai Krai]] (Урянхайский край/&amp;#039;&amp;#039;Region Urjanchai&amp;#039;&amp;#039;). Auf die [[russische Revolution]] 1917 folgte eine Periode der Besetzung durch chinesische Truppen und verschiedene russische Bürgerkriegsparteien und schließlich 1921 die Gründung der freien „[[Volksrepublik Tannu-Tuwa]]“ ([[Tuwinische Sprache|tuwinisch]]: &amp;#039;&amp;#039;Tahdy-Tywa Ulus Respublika&amp;#039;&amp;#039;), die 1926 in &amp;#039;&amp;#039;Tywa Arat Respublika/TAR&amp;#039;&amp;#039; (Tuwinische Volksrepublik) umbenannt wurde. 1922 erfolgte die Gründung der Revolutionären Volkspartei TARN (tuwinisch: &amp;#039;&amp;#039;Tywa arattyh revoljustug namy&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste „republikanische“ Regierung (1921–1924) führte der [[Fürst|Adlige]] [[Nojan Bujan-Badyrgy]], das feudale Oberhauptes des Choschun (Bezirks) Daa ([[Mongolische Sprache|mongolisch]]: &amp;#039;&amp;#039;Nojon Bujan-Badrachuund&amp;#039;&amp;#039;). Die Amtszeit der Regierung [[Donduk Kuular]] (1924–1929) war durch eine Politik der Anlehnung an die [[Mongolei|Mongolische Volksrepublik]] und Förderung des Buddhismus geprägt. Durch die Kulturrevolution 1929/1930 kamen [[sowjetisch]] geprägte Kader an die Macht, die eine Umgestaltung nach sowjetischem Vorbild einleiteten. Als Amtssprache wurde nun an Stelle des bisher verwendeten [[Mongolische Sprache|Altmongolischen]] eine tuwinische [[Geschriebene Sprache|Schriftsprache]] entwickelt, die bis 1940 mit lateinischen Buchstaben geschrieben wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1944 wurde das Gebiet der aufgelösten Volksrepublik als Autonome Oblast der [[Russische SFSR|RSFSR]] angegliedert, 1961 erhielt es den Status einer [[Autonome Sozialistische Sowjetrepublik|Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik]]. 1991 wurde diese zur Republik Tuwa umgebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwandtschaftliche Beziehungen zur turkvölkischen Minderheit in der Mongolei ==&lt;br /&gt;
Die heute in der [[Mongolei|Westmongolei]] lebenden &amp;#039;&amp;#039;Dywa&amp;#039;&amp;#039; blieb lange Zeit die Anerkennung als nationale [[Minderheit]] versagt, da sie im [[Kasachen|kasachisch]] dominierten [[Bajan-Ölgii-Aimag]] leben. Die Dywa wurden in älteren Quellen mitunter auch als &amp;#039;&amp;#039;Gök Mantschak&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Gök Tschuluutan&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet, was auf die Bezeichnung einer Teilgruppe, nämlich &amp;#039;&amp;#039;Gök Mandtschak&amp;#039;&amp;#039;, zurückgeht. Gegenwärtig konsolidiert sich ihre Gemeinschaft im Tsengel-Sum durch Rückkehr von vorher in die Zentralmongolei ausgewanderten Familien. Die Zahl aller Tuwiner dürfte in der Mongolei zwischen einigen Tausend und Zehntausend liegen, die verschiedenen Angaben sind widersprüchlich. Der tuwinische Journalist Mongal Sedip geht gar von 30.000 aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tuwinische Minderheiten in China ==&lt;br /&gt;
In der [[Volksrepublik China|VR China]] leben einige Tausend &amp;#039;&amp;#039;Dywa der Altairichtung&amp;#039;&amp;#039; (tuwinisch: &amp;#039;&amp;#039;Aldaj dshüktüch dyvasy&amp;#039;&amp;#039;). Der Name bezieht sich auf das Siedlungsgebiet der Minderheit, das sich südlich bis südwestlich des Altaikammes befindet. Je nach Quelle wird von 2.000 (1989) oder 5.000 (1992) Menschen ausgegangen. Obwohl die chinesische Regierung den Dywa Anfang der 1950er Jahre angeboten hatte, sie als eigenständige Nationalität („[[Ethnische Minderheit|nationale Minderheit]]“) anzuerkennen, besteht diese Minderheit bis heute darauf, zu den [[Mongolen]], im konkreten Fall zu den hier ansässigen [[Oiraten]], gezählt zu werden. Als Grund wurde inoffiziell die Befürchtung genannt, als quantitativ kleine Gruppe dem Druck der ebenfalls turksprachigen, aber islamischen [[Kasachen]] nichts entgegensetzen zu können. Teil der quantitativ starken Gruppe der Mongolen zu sein, mit denen sie Religion und Lebensweise teilen und deren Sprache sie fast alle beherrschen, gebe ihnen ein Gefühl kultureller Sicherheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bekannte Tuwiner ==&lt;br /&gt;
* [[Huun-Huur-Tu]], international bekannte tuwinische Musikgruppe&lt;br /&gt;
* [[Sainkho Namtchylak]] (* 1957), moderne Sängerin&lt;br /&gt;
* [[Sergei Kuschugetowitsch Schoigu]] (* 1955), russischer Politiker&lt;br /&gt;
* [[Galsan Tschinag]] (* 1943), deutschsprachiger Schriftsteller [[Mongolei|mongolischer]] Herkunft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Reiternomaden]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Sergej R. Minzloff: &amp;#039;&amp;#039;In geheimem Auftrag.&amp;#039;&amp;#039; F. A. Brockhaus, Leipzig 1929.&lt;br /&gt;
* [[Otto Mänchen-Helfen]]: &amp;#039;&amp;#039;Reise ins asiatische Tuwa.&amp;#039;&amp;#039; Der Bücherkreis, Berlin 1931.&lt;br /&gt;
* [[Anett C. Oelschlägel]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Weiße Weg. Naturreligion und Divination bei den West-Tyva im Süden Sibiriens.&amp;#039;&amp;#039; Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2004.&lt;br /&gt;
* Anett C. Oelschlägel: &amp;#039;&amp;#039;Plurale Weltinterpretationen. Das Beispiel der Tyva Südsibiriens.&amp;#039;&amp;#039; SEC Publications, Fürstenberg/Havel 2013, ISBN 978-3-942883-13-9.&lt;br /&gt;
* Anett C. Oelschlägel: &amp;#039;&amp;#039;Der Taigageist. Berichte und Geschichten von Menschen und Geistern aus Tuwa. Zeitgenössische Sagen und andere Folkloretexte.&amp;#039;&amp;#039; Tectum-Verlag, Marburg 2013, ISBN 978-3-8288-3134-6.&lt;br /&gt;
* [http://www.zeit.de/1948/41/geheimnisse-in-tannu-tuwa?page=all &amp;#039;&amp;#039;Geheimnisse in Tannu-Tuwa.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit]]&amp;#039;&amp;#039;, Nr. 41, 1948.&lt;br /&gt;
* Sewj’an I. Weinshtein: &amp;#039;&amp;#039;Geheimnisvolles Tuwa. Expeditionen in das Herz Asiens.&amp;#039;&amp;#039; Buch mit DVD. Dokumentarfilm und Fotos von Leonid Kruglow. Alouette, Oststeinbek 2005. DVD-Laufzeit 72 Minuten – Dokumentarfilm, Fotos, Beispiele des Kehlkopfgesangs der Tuwa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.gfbv.it/3dossier/asia/tuwa.html Gesellschaft für bedrohte Völker: Tuwa]&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20151222123850/http://de.sputniknews.com/german.ruvr.ru/radio_broadcast/17350884/20101045/ Die Sojot] Reportage des Radiosenders „Stimme Russlands“&lt;br /&gt;
* [https://web.archive.org/web/20151222123852/http://de.sputniknews.com/german.ruvr.ru/radio_broadcast/17350884/20322986/ Die Tuwinen] Reportage des Radiosenders „Stimme Russlands“&lt;br /&gt;
* [http://plural-world-interpretations.org/index.html Ethnologische Forschungen über die Tuwiner Südsibiriens (deutsch, englisch und russisch)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Nationalitäten in Xinjiang}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tuwiner| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnie in Asien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Turksprachige Ethnie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Indigenes Volk in Russland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnie in Xinjiang]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Fährtenleser</name></author>
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