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	<title>Turkestan - Versionsgeschichte</title>
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		<title>imported&gt;Fan-vom-Wiki: /* Vorgeschichte */ Tippfehler</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Vorgeschichte: &lt;/span&gt; Tippfehler&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt die Landschaft Turkestan &amp;#039;&amp;#039;(Türkistan)&amp;#039;&amp;#039;, für die gleichnamige Stadt siehe [[Türkistan]], für die [[Autonome Sozialistische Sowjetrepublik Turkestan]] siehe dort, für das [[Generalgouvernement Turkestan]] siehe dort.}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Map of Turkestan as defined by Britannica.png|385px|miniatur|Ausdehnung Turkestans nach Definition der [[Britannica]] und dessen ungefährer Anteil an den heutigen zentralasiatischen Staaten.]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Turkestan&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{faS|ترکستان|b=Land der Türken}}; auch in den Schreibungen &amp;#039;&amp;#039;Türkestan&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Turkistan&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Türkistan&amp;#039;&amp;#039;) ist eine persische Bezeichnung für eine nicht fest umrissene [[Zentralasien|zentralasiatische]] Region, die sich grob vom [[Kaspisches Meer|Kaspischen Meer]] im Westen bis zur [[Wüste]] [[Gobi]] im Osten erstreckte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Turkestan&amp;#039;&amp;#039; ist mehrdeutig und bezeichnet Siedlungs- oder Herrschaftsgebiete von [[Turkvölker]]n sowie Regionen, die historisch den Namen &amp;#039;&amp;#039;Turkestan&amp;#039;&amp;#039; trugen. Im Lauf der Geschichte wurden damit verschiedene Regionen bezeichnet. [[Turan (Region)|Turan]] bezeichnet im Zusammenhang mit der [[Iranische Mythologie|iranischen Mythologie]] eine teilweise ähnliche Region. Der Begriff Turkestan wurde in der Literatur, insbesondere in Reiseaufzeichnungen verwendet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die so bezeichneten Regionen gehören heute im Wesentlichen zu den sieben Staaten [[Turkmenistan]], [[Usbekistan]], [[Tadschikistan]], [[Kirgisistan]], [[Kasachstan]] (südlicher Teil), [[Afghanistan]] (nördlich des Hindukusch) und [[Volksrepublik China|China]] (autonome Region [[Xinjiang]]). Die großen Turkvölker der Region, abgesehen von den [[Uiguren]], bilden inzwischen eigene [[Turkstaat]]en. Auch Tadschikistan, in dem mehrheitlich eine [[Persische Sprache|persische]] Varietät gesprochen wird, ist ein unabhängiger Staat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie ==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Turkestan&amp;#039;&amp;#039; bedeutet in persischer Sprache „Land der Türken“ und hat seinen Namen von den „Türken“. Unter dieser Sammelbezeichnung sind die [[Kök-Türken|(Kök-)Türken]] im westlichen Teil ihres Herrschaftsbereichs und ihre Nachfolger, u. a. die [[On-Ok|On Oq]], die [[Türgesch]], [[Karluken]], die [[Oghusen|Ghuzz]], [[Kirgisen|Qirghiz]] und [[Karachaniden]] zu verstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bevölkerung und Sprachen ==&lt;br /&gt;
Im historischen Gebiet von Turkestan leben heute zahlreiche [[Ethnie]]n, darunter [[Turksprachen|turksprachige]] wie die [[Turkmenen]], Uiguren, [[Usbeken]], [[Karakalpaken]], [[Kasachen]], [[Kirgisen]], [[Tataren]], [[Karäim]], [[Krimtataren|Krimtürken]] und [[Mescheten|Turk-Mescheten]]. Aber auch die [[Iranische Sprachen|iranischsprachigen]] [[Tadschiken]] und weitere, kleinere iranischsprachige Volksgruppen sowie Han-Chinesen, [[Russen]], [[Ukrainer]], [[Deutsche]] und [[Koreaner]] sind dort ansässig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden zahlreiche Sprachen gesprochen. In weiten Teilen des südlichen Turkestans werden [[iranische Sprachen]] gesprochen, von denen die [[persische Sprache]] die bedeutendste ist.&amp;lt;ref&amp;gt;Carlo G. Cereti: &amp;#039;&amp;#039;Die iranischen Sprachen.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Wilfried Seipel]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran&amp;#039;&amp;#039; (Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH, Bonn. Skira editore, Milano, Kunsthistorisches Museum Wien). Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, S. 31–37, hier: S. 31.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Usbekistan wird [[Usbekische Sprache|Usbekisch]] gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gliederung ==&lt;br /&gt;
Nach der russischen Eroberung wurde des [[Generalgouvernement Turkestan]] errichtet, das die russischen Eroberungen in Zentralasien umfasste, bis 1899 mit Ausnahme des Gebiets des heutigen Turkmenistan, das als [[Oblast Transkaspien]] bis dahin dem [[Vizekönigreich Kaukasien]] unterstellt war. Bis zum [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] setzte sich der Begriff „Turkestan“ allgemein durch. Man begann nun, zwischen West- und Ostturkestan zu unterscheiden. Ab 1942 definierte man „Turkestan“ wie folgt: West- und Ostturkestan in der [[Sowjetunion]] und der [[Volksrepublik China]], zu dem noch die [[iran]]ische Provinz [[Gorgan]] und die Ausläufer des alten [[Chorasan]] hinzu kamen. Daneben wurden noch der Norden [[Afghanistan]]s („Südturkestan“) und das südliche und mittlere [[Kasachstan]] einbezogen und Turkestan damit abgerundet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Gumppenberg/Steinbach&amp;quot;&amp;gt;Marie-Carin von Gummenberg, Udo Steinbach (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Zentralasien.&amp;#039;&amp;#039; S. 322.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Turkestan wurde in drei Bereiche unterteilt:&lt;br /&gt;
# West-Turkestan (auch Russisch-Turkestan oder &amp;#039;&amp;#039;Sowjetisch-Mittelasien&amp;#039;&amp;#039; genannt) besteht aus Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan und dem südlichen Bereich Kasachstans. Mitunter wird auch das Gebiet des ehemaligen russischen [[Generalgouvernement Steppe|Generalgouvernements Steppe]] (Nord- und Westkasachstan) aufgrund der ehemaligen kasachischen [[Kleine Horde|Kleinen]] und [[Mittlere Horde|Mittleren Horde]] in den Begriff Turkestan eingeschlossen. Diese Praxis gilt jedoch als umstritten, da nur das südliche Territorium des [[Kasachen-Khanat]]es (Große Horde) in der Region Turkestan lag. Die historischen Provinzen [[Transoxanien]] und [[Choresmien]] liegen in West-Turkestan.&lt;br /&gt;
# Ost-Turkestan (auch &amp;#039;&amp;#039;Chinesisch-Turkestan&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet) war ursprünglich nur auf das südwestliche Gebiet der [[Uiguren|Uigurischen]] Autonomen Region ([[Xinjiang]]) beschränkt, wird aber heute auf die gesamte Region ausgedehnt. Uigurische Separatisten bezeichnen diese Teilregion Turkestans auch vielfach als &amp;#039;&amp;#039;Uyghuristan&amp;#039;&amp;#039;, als „Land der Uiguren“.&lt;br /&gt;
# Süd-Turkestan wird heute von den Turkvölkern als Bezeichnung für das nördliche [[Afghanistan]] verwendet. Süd-Turkestan wurde ursprünglich aus den südlichen Gebietsteilen des turkestanischen Khanats [[Buxoro|Buchara]] gebildet. Der Gebrauch des Begriffs „Turkistan“ für dieses Gebiet in der europäischen Literatur geht auf britische Autoren des 19. Jahrhunderts zurück. Es gibt auch eine ehemalige Provinz von Afghanistan, die den Namen &amp;#039;&amp;#039;Turkistan&amp;#039;&amp;#039; führte.&amp;lt;ref&amp;gt;W. Barthold, C. E. Bosworth, Catherine Poujol: &amp;#039;&amp;#039;Turkistān&amp;#039;&amp;#039;. In: Encyclopaedia of Islam, Second Edition, herausgegeben von: P. Bearman, Th. Bianquis, C. E. Bosworth, E. van Donzel, W. P. Heinrichs. Abgerufen online am 18. April 2023 {{DOI|10.1163/1573-3912_islam_SIM_7643}}.&amp;lt;/ref&amp;gt; Süd-Turkestan zählt größtenteils zur Region [[Chorasan]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bezeichnungen „West-“ und „Ost-Turkestan“ sind auf den [[Russen]] Timkowskij ({{lang|ru|Тимковский}}) zurückzuführen, der sie 1805 in seinem Botschaftsbericht für Zentralasien verwendete.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Berndt Georg Thamm]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Dschihad in Asien.&amp;#039;&amp;#039; S. 163.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;„Turkistan“ zur Beschreibung Zentralasiens und des Tarim-Beckens in Süd-Xinjiang Chinas laut: Chuan Chen: &amp;#039;&amp;#039;Die „Ostturkistan-Frage“ – eine Mischung aus Terrorismus, Fundamentalismus und Separatismus.&amp;#039;&amp;#039; In: Volker Foertsch, Klaus Lange (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Islamistischer Terrorismus und Massenvernichtungswaffen.&amp;#039;&amp;#039; [[Hanns-Seidel-Stiftung]], 2006, ISBN 3-88795-307-X, S. 127ff. [https://www.hss.de/fileadmin/migration/downloads/AMZ50.pdf (Argumente und Materialien zum Zeitgeschehen Nr. 50)] (PDF; 1,3&amp;amp;nbsp;MB)&amp;lt;/ref&amp;gt; Mitunter werden auch die Regionen des [[Altai]]- und des [[Sajangebirge]]s sowie die [[Turksprachen|turksprachig]] besiedelten Randgebiete der westlichen [[Mongolei]] zu Turkestan gerechnet. Diese Regionen bilden das historische Ursprungzentrum der heutigen Turkvölker. Doch ist diese Praxis unter anerkannten [[Turkologie|Turkologen]] umstritten und findet vielfach nur in der halbwissenschaftlichen Sekundärliteratur Verwendung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name „Süd-Turkestan“ wurde vor allem Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre durch [[Panturkismus|Panturkisten]] Zentralasiens geprägt und auf die afghanische [[Hindukusch]]region ausgedehnt, da dort neben Tadschiken auch kleinere kirgisische und uigurische Minderheiten leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Militärbezirk „Turkestan“ der [[Rote Armee|Roten Armee]] umfasste die damaligen Sowjetrepubliken Turkmenistan und Usbekistan. (Die Sowjetrepubliken Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan waren im Militärbezirk „Zentralasien“ zusammengeschlossen.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch Turkestan verläuft die [[Turkestan-Sibirische Eisenbahn]], kurz &amp;#039;&amp;#039;Turksib&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
{{Überarbeiten|grund=Siehe die Diskussionsseite, Abschnitt Dringend überarbeiten}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- Teile dieser Völker, die ab dem 11. Jahrhundert nach Westasien gewandert waren, sind Vorfahren der heutigen [[Türken]] und [[Aserbaidschaner]]. Das heutige Turkestan war im [[Altertum]] vermutlich mehrheitlich von [[Iranische Völker|iranischen Völkern]] besiedelt&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;„(…) Der Osten des ursprünglich persisch besiedelten Landschaft wurde im 4. Jahrhundert vom chinesischen General Pan Tschao erobert.“&amp;#039;&amp;#039; In: Erhard Stölting: &amp;#039;&amp;#039;Eine Weltmacht zerbricht.&amp;#039;&amp;#039; Kapitel &amp;#039;&amp;#039;VIII. Dschingis Chans muslimische Erben 2: Turkestan.&amp;#039;&amp;#039; S. 164.&amp;lt;/ref&amp;gt; und bei diesen als [[Turan (Region)|Turan]] bekannt.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;„(…) Über die Ethogenese dieses [[Türk (Stamm)|Stammes]] ist viel gerätselt worden. Auffallend ist, dass viele zentrale Begriffe iranischen Ursprungs sind. Dies betrifft fast alle Titel (…). Einige Gelehrte wollen auch die Eigenbezeichnung türk auf einen iranischen Ursprung zurückführen und ihn mit dem Wort &amp;quot;Turan&amp;quot;, der persischen Bezeichnung für das Land jeneseits des Oxus, in Verbindung bringen.“&amp;#039;&amp;#039; In: Wolfgang Ekkehard Scharlipp: &amp;#039;&amp;#039;Die frühen Türken in Zentralasien.&amp;#039;&amp;#039; S. 18.&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Zeit zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert wurde die Region von [[Mongolen]] beherrscht und in [[Europa]] als „[[Tatarei|Große Tatarei]]“ bezeichnet. Diese „Große Tatarei“ griff im Süden auch in [[Perser (Volk)|persisches]] Gebiet über. Noch heute macht dessen Tiefland als „Turanische Senke“ oder „[[Tiefland von Turan|Turanisches Tiefland]]“ den größten Teil des westlichen Turkestans aus. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Vorgeschichte ===&lt;br /&gt;
Im historischen Gebiet von Turkestan lebten im Laufe der Geschichte viele Völker, da die Landschaft ein Durchzugsgebiet von [[Nomaden|nomadischen]] Steppenvölkern war. In der Antike gehörten Teile zum [[Perserreich]] und zum Reich [[Alexander der Große|Alexanders des Großen]]. Die [[Hellenismus|hellenistischen]] Nachfolgeherrscher konnten den Raum jedoch nur zeitweilig kontrollieren. Die Gegend wurde schließlich von nomadischen Völkern beherrscht. Ein großer Teil der ostturkestanischen Region gehörte um 174 v. Chr. zur Stammesföderation der [[Xiongnu|Hsiung-nu]]. Die Region wurde in der Folgezeit von unterschiedlichen Gruppen und unterschiedlich stark ausgeprägt beherrscht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 400 wurde ein Teil Turkestans von den [[Rouran]] beherrscht, die ebenfalls eine nomadische Stammesföderation bildeten. In anderen Teilen des [[Spätantike#Zentralasien und der fernere Osten: Reitervölker und die chinesische Großmacht|spätantiken Zentralasiens]] herrschten unter anderem die [[Iranische Hunnen|iranischen Hunnen]]. Im Südwesten lag die Grenze zum mächtigen [[Sassanidenreich]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Köktürken und Tang-Chinesen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Tang China 669AD.jpg|mini|Die Tang-Dynastie um ca. 669]]&lt;br /&gt;
Mitte des 6. Jahrhunderts fielen dann die heute als &amp;#039;&amp;#039;On-Ok&amp;#039;&amp;#039; bezeichneten [[Kök-Türken]] in Turkestan ein und errichteten in diesem Gebiet ihr westliches Teil-Khanat, dass sich bis zum Jahr 745 halten konnte. Doch bereits 657 errichtete das China der [[Tang-Dynastie|Tang]]-Dynastie in der südlichen Region des westlichen Göktürkenreiches seine Provinz der „vier Garnisonen“. Die Tang-Chinesen nannten dieses unterworfene Gebiet schließlich 西部地區 &amp;#039;&amp;#039;westliches Territorium&amp;#039;&amp;#039;. Mehrmals gehörte das von Tang-China unterworfene Gebiet im 7. und 8. Jahrhundert aber auch zu [[Tibet]]. Nach dem Untergang des Kök-Türkenreiches (745) wurden auf dessen Gebiet verschiedene [[Turkvölker|turkstämmige]] Nachfolgereiche gegründet. So entstand auf dem Gebiet des ehemaligen Ostkhanates (östliches Turkestan und eigentliche Mongolei) das Reich der [[Uiguren]], das bis 840 Bestand hatte. Es wurde schließlich von den [[Jenissej-Kirgisen]] zerstört.&lt;br /&gt;
Im ehemaligen Westkhanat wurden unter anderem die Reiche der [[Kiptschak (Volk)|Kiptschaken]] und der [[Seldschuken]] gegründet, deren Einflussbereich sich schließlich bis [[Europa]] und [[Asien|Vorderasien]] erstrecken sollte. Aber auch die Reiche der [[Chasaren]] und der [[Oghusen]] hatten in Turkestan eine ihrer Wurzeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einfall der Araber ===&lt;br /&gt;
Zwischen den Jahren 661 und 750 wurden weite Teile des späteren Turkestans von den [[Araber]]n erobert und [[Islam|islamisiert]]. Es bestanden zu dieser Zeit aber auch starke [[Christen|christliche]] und [[Buddhismus|buddhistische]] Gemeinden in der Region. Im 8. Jahrhundert stritten sich das Kalifenreich und China offen um das Gebiet des späteren Turkestans. Schließlich wurde das turkestanische Gebiet zwischen beiden Kontrahenten aufgeteilt: Chinas Einflussbereich erstreckte sich von der Region um das Tarim-Becken über den [[Balchasch|Balkaschsee]] bis zum Ostufer des [[Syrdarja]]s. Die Gebiete westlich des Syrdarjas bis zur Halbinsel [[Mangyschlak]] gehörten zum Einflussbereich des [[Abbasiden]]kalifats und wurden nach dessen Zerfall von verschiedenen muslimischen Regionaldynastien wie den iranischen [[Samaniden]] (9./10. Jahrhundert) und den türkischen [[Karachaniden|Qarachaniden]] (10.–13. Jahrhundert) beherrscht. Während der zweiten Hälfte des 11. und der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts war West-Turkestan ein Teil des ausgedehnten [[Seldschuken]]reiches, bevor es sich in der zweiten Hälfte des 12. und zu Beginn des 13. Jahrhunderts unter der Oberherrschaft der [[Choresm-Schahs|anuschteginidischen Choresm-Schahs]] und der (nichtmuslimischen) [[Kara Kitai|Qara-Chitai]] befand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mongolische Zeit ===&lt;br /&gt;
Seit 1220 gehörte ganz Turkestan dann zum [[Mongolen|mongolischen Imperium]] [[Dschingis Khan]]s, welcher die beiden letztgenannten Reiche&amp;lt;!-- Welche Reiche? --&amp;gt; vernichtet hatte. In Turkestan wurde das mongolische Teilkhanat [[Tschagatai-Khanat|Tschagatai]] gegründet, das in der Osthälfte formal als [[Khanat Moghulistan|Moghulistan]] bis 1510 bestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 15. Jahrhundert wurde Turkestan an der Grenze zwischen Altai – [[Tian-Schan]] – Pamir in zwei Hälften geteilt: Während der Westteil an [[Timur|Timur Lenk]] fiel und noch bis zur [[Russisches Kaiserreich|russischen]] Eroberung unter [[Iran|persischen]] Einfluss stand, verblieb der Ostteil unter der einheimischen Dschingisiden-Dynastie. Nach Ende der [[Timuriden]]zeit gelangte das gesamte Turkestan allerdings nochmals unter [[Mongolen|mongolische]] Herrschaft, als die [[Dschungaren]] ihr nomadisches Steppenreich begründeten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1500 entstanden auf den turkestanischen Gebieten die [[Usbeken|usbekischen]] West-Khanate Chiwa und Buchara sowie das [[Kirgisen|kirgisische]] [[Khanat Kokand]]. In der östlichen Hälfte wurden die sogenannten [[Uiguren|uigurischen]] Ost-Khanate [[Kaschgar-Khanat|Kaschgar]], Tufan und [[Hotan|Chotan]] gegründet. Das übrige nicht unter persischen und chinesischen Einfluss stehende Gebiet wurde 1509 von [[Kasachen|kasachischen]] Nomaden zu einem [[Kasachen-Khanat|Khanat]] zusammengefasst, das bereits wenige Jahre später in drei Apanagen (Teilherrschaften) zerfiel. Diese Apanagen wurden als [[Kleine Horde|Kleine]], [[Mittlere Horde|Mittlere]] und [[Große Horde]] bekannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zeit der chinesischen und russischen Herrschaft ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 1759 eroberte das [[Kaiserreich China]] diese Gebiete und dehnte seinen Einflussbereich bis zum Balkaschsee aus. Offiziell nannte China ab 1844 diese Gebiete 再一次回來舊的地域 &amp;#039;&amp;#039;erneut zurückgekehrtes altes Territorium&amp;#039;&amp;#039;, kurz [[Xinjiang]] – &amp;#039;&amp;#039;neues Land&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Berndt Georg Thamm: &amp;#039;&amp;#039;Der Dschihad in Asien.&amp;#039;&amp;#039; S. 166.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das östliche Turkestan wurde am 11. November 1844 mit der benachbarten [[Dsungarei]] zur neuen [[Provinz]] Xinjiang zusammengefasst und der chinesischen Zivilverwaltung unterstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab Mitte des 18. Jahrhunderts begann das [[Russisches Kaiserreich|russische Zarenreich]], sich in die zentralasiatischen Steppen [[Russische Eroberung Turkestans|auszudehnen]] und die kasachischen Nomaden unterstellten sich freiwillig der russischen Herrschaft, um so einen mächtigen Verbündeten gegen die kriegerischen [[Dschungaren]] zu haben. In der Zeit zwischen 1822 und 1854 wurde vom [[zar]]istischen [[Russisches Kaiserreich|Russland]] das nördliche turkestanische Steppengebiet erobert und als [[Generalgouvernement Steppe]] dem General [[Konstantin Petrowitsch von Kaufmann]] unterstellt. 1812 wurde dann auf dem linken Ufer des Urals die [[Bökey-Horde]] begründet, die bis 1845 bestand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 19. Jahrhundert führte Russland mit China Grenzkriege und drängte China weitgehend bis auf die heutigen Grenzen zurück. Nur die heutige [[Mongolei]] und [[Tuwa]] sowie die [[Mandschurei]] verblieben als Provinzen bei China. Jedoch standen diese Gebiete unter russischem Einfluss und galten teilweise als russisches [[Protektorat]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unter chinesischer Oberhoheit lebenden Turkvölker empfanden sich als unterdrückte Volksgruppe. So begannen sie zahlreiche [[Aufstand|Aufstände]] gegen die chinesische Herrschaft, bei denen sie vor allem durch Kasachen aus dem russischen Teil der Region unterstützt wurden. Bei diesen Unruhen spielten einflussreiche [[Derwisch]]orden eine große Rolle. Im 19. Jahrhundert breitete sich der [[Qādirīya]]-Orden von Indien aus im östlichen Turkestan ein.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Zarcone: &amp;quot;La Qâdiriyya en Asie Centrale et au Turkestan oriental&amp;quot;. 2000, S. 295, 329.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Turkestan 1900-de.svg|miniatur|Russisches Turkestan um das Jahr 1900]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Emirat von Kaschgar ===&lt;br /&gt;
1864 gründete [[Jakub Bek|Jakub Beg]], der spätere [[Emir]] von [[Kaschgar (Stadt)|Kaschgar]], ein neues [[Turkvölker|turkstämmiges]] [[Khanat]]. Dieses trug den Namen „Emirat Kaschgar“ und war im höchsten Maße [[autokratisch]]. Seine Armee umfasste schließlich 60.000 Mann und er wurde vom [[Osmanisches Reich|Osmanischen Reich]], [[Russisches Kaiserreich|Russland]] und [[Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Irland|Großbritannien]] als [[Khan]] anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;Berndt Georg Thamm: &amp;#039;&amp;#039;Der Dschihad in Asien.&amp;#039;&amp;#039; S. 175.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nachdem aber die chinesische Armee Jakub vernichtend geschlagen hatte (angeblich sollten von seiner 60.000 Mann starken Armee nur zehn überlebt haben) wurde Kaschgarien wieder der Kontrolle Chinas unterstellt. Bereits 1871 hatten russische Truppen das [[Ili]]-Gebiet besetzt, das sie jedoch zehn Jahre später wieder räumten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zeit bis zum Zweiten Weltkrieg ===&lt;br /&gt;
Nach Ausbruch der [[Chinesische Revolution|Chinesischen Revolution]] im Jahre 1911 verblieb Ost-Turkestan im Gegensatz zur [[Mongolei]] und [[Tibet]] bei China, war aber de facto autonom. Die muslimische Bevölkerung in Ost-Turkestan begann einen bewaffneten Kampf gegen die chinesische Regierung. Zentrum des Aufstands war das Gebiet um [[Yizhou (Kumul)|Hami]]. Der Aufstand wurde 1912 unter Yang Zenxing, dem Verwaltungsleiter von [[Ürümqi]], niedergeschlagen. 1913 wurde er zum Generalgouverneur der Region ernannt und herrschte bis zu seiner Ermordung am 7. Juli 1928 in der Provinz Xinjiang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der [[Oktoberrevolution|Russischen Revolution]] wurden die [[Kokander Autonomie]] und der [[Alasch-Orda-Staat]] gegründet, die beide von 1917 bis 1920 bestanden. Im West-Turkestan wurden die sowjetischen [[Volksrepublik Buchara|Volksrepubliken Buchara]], [[Volksrepublik Choresmien|Choresmien]] sowie die [[Autonome Sozialistische Sowjetrepublik Turkestan]] gebildet, die von 1918 bis 1924 bestand. Aufgrund von Unruhen wurde die Sowjetrepublik Turkestan aufgelöst&amp;lt;ref name=&amp;quot;Barthold_BosworthInBearmanEtAl2000_EoISE_679-680&amp;quot;&amp;gt; {{Literatur |Autor=W. Barthold-[C. E. Bosworth] |Hrsg=P. J. Bearman, Th. Bianquis, C. E. Bosworth, E. van Donzel &amp;amp; W. P. Heinrichs |Titel=Turkistan |Sammelwerk=The Encyclopaedia of Islam. New Edition |Band=10 („T-U“) |Verlag=Brill |Ort=Leiden |Datum=2000 |ISBN=90-04-12761-5 |Seiten=679-680}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und zwischen 1924 und 1936 daraus neue Republiken gebildet.&lt;br /&gt;
Als die 1936 von den Sowjets geforderte Enteignung der kasachischen Viehnomaden durchgeführt werden sollte, floh ein großer Teil von diesen, rund 300.000 Kasachen, mit ihren Herden nach China (Provinzen Xinjiang und [[Tuwa|Tannu-Uriangchai]]) und der Mongolei. Ein anderer Teil der Kasachen tötete seine Herden lieber und löste damit eine der größten Hungerkatastrophen in der kasachischen Geschichte aus.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Erhard Stölting]]: &amp;#039;&amp;#039;Eine Weltmacht zerbricht. Nationalitäten und Religionen in der UdSSR.&amp;#039;&amp;#039; S. 196.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Ermordung Zenxings (1928) geriet das östliche Turkestan zeitweilig unter starken [[Sowjetunion|sowjetischen]] Einfluss.&lt;br /&gt;
Unter seinem Nachfolger, [[Jin Shuren]], dem Gouverneur von 1928 bis 1931, kam es 1931 zur [[Hami-Rebellion]] und weiteren Aufständen. Ausgehend von Hami dehnten sich diese nun fast auf die gesamte Provinz aus. Diesmal waren in diesem Aufstand alle Bevölkerungsgruppen der Region involviert. Ein Anführer der Turkstämmigen war der [[Hodscha Niyaz]], der in der Region Kaschgar im November 1933 die [[Islamische Republik Ostturkestan]] ausrief. Diese ging allerdings nach sechs Monaten wieder unter. Diese „ostturkestanische Regierung“ wurde bereits Mitte April 1934 verhaftet und an die Provinzregierung [[Gansu]] ausgeliefert. Dort wurden ihre Mitglieder hingerichtet. Der „Präsident“ Hadschi wurde drei Jahre später hingerichtet. 1937 gelang es Sheng Shicai, er war Gouverneur von Xinjiang in der Zeit von 1939 bis 1945, im [[Kaschgar (Regierungsbezirk)|Gebiet um Kaschgar]] eine neue Revolution niederzuschlagen, in dessen Folge rund 80.000 Revolutionäre ihr Leben verloren.&amp;lt;ref&amp;gt;Berndt Georg Thamm: &amp;#039;&amp;#039;Der Dschihad in Asien.&amp;#039;&amp;#039; S. 178.&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch noch im selben Jahr schloss er sich den Nationalisten unter Chiang Kai-shek an, nachdem die [[Wehrmacht]] auf Befehl [[Adolf Hitler]]s die UdSSR überfallen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im November 1944 erhoben sich die [[Kasachen]] unter Alichan Tura im Ili-Gebiet und riefen eine neue „[[Republik Ostturkestan]]“ aus. Tura und dessen Verbündeter, Usman Batur, versorgten sich in der Mongolei mit Waffen und bereits im September 1945 hielt die sogenannte „Kuldscha-Gruppe“ unter Tura das gesamte Altaigebiet und besetzten Ürümqi und Kaschgar. Die Rebellen suchten den engen Schulterschluss mit der Sowjetunion und stellten diese als Vermittler zwischen ihnen und der chinesischen Regierung ein. Am 12. Juli 1946 wurde die „Republik Ostturkestan“ aufgelöst und die Kasachen erhielten mit dem Autonomen Bezirk [[Ili]] ihren eigenen Autonomiebereich in Xinjiang.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg ===&lt;br /&gt;
Während des [[Chinesischer Bürgerkrieg|Chinesischen Bürgerkriegs]] marschierten 1949 Truppen der kommunistischen „[[Volksbefreiungsarmee]]“ in Ost-Turkestan ein, das als Provinz Xinjiang Teil der [[Volksrepublik China]] wurde. Die rigide Durchführung einer [[Sinisierung]]spolitik löste zwischen 1950 und 1968 mindestens 58 Aufstände aus, bei denen ungefähr 360.000 Menschen ihr Leben verloren.&amp;lt;ref&amp;gt;Berndt Georg Thamm: &amp;#039;&amp;#039;Der Dschihad in Asien.&amp;#039;&amp;#039; S. 183.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1964 führte die VR China in dem 1955 zur „Autonomen Region“ ernannten Ost-Turkestan erstmals einen [[Atombombe]]ntest durch. 1967 folgte die erste Zündung einer chinesischen [[Wasserstoffbombe]]. Zeitgleich wurde den Muslimen in China der Gebrauch der [[Arabisches Alphabet|arabischen Schrift]] verboten und die Zwangsumstellung über ein [[kyrillisches Alphabet]] auf ein modifiziertes [[lateinisches Schriftsystem]] durchgesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1979 intervenierte die [[Sowjetunion]] in Afghanistan, woraufhin die islamistischen [[Mudschaheddin]] den [[Dschihad]] ausriefen, um &amp;#039;&amp;#039;Süd-Turkestan&amp;#039;&amp;#039; und das restliche Afghanistan von der russischen Armee zu befreien. Am 15. Februar 1989 verließen die letzten sowjetischen Soldaten Afghanistan. Kurz darauf stürmten am 19. Mai bewaffnete Demonstranten in [[Ürümqi]] das dortige Parteibüro der KPCh.&amp;lt;ref&amp;gt;Berndt Georg Thamm: &amp;#039;&amp;#039;Der Dschihad in Asien.&amp;#039;&amp;#039; S. 185.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gegenwart ===&lt;br /&gt;
Mit dem [[Zerfall der Sowjetunion]] wurden im westlichen Turkestan die [[Unionsrepublik#Unionsrepubliken der Sowjetunion|Sowjetrepubliken]] Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Usbekistan und Turkmenistan zu unabhängigen Staaten. Auch erhoben sich im April 1990 vor allem die Uiguren in Xinjiang erneut gegen die chinesische Zentralregierung und forderten die Unabhängigkeit von China sowie die Errichtung einer eigenständigen Turkrepublik. Die chinesische Regierung bezichtigte Exil-Uiguren, vor allem den damals 90-jährigen [[İsa Yusuf Alptekin]], die Unruhen ausgelöst zu haben. In einer in [[Istanbul]] gehaltenen Rede bezeichnete Alptekin die chinesische Politik als „Unterdrückung der ostturkestanischen Muslime“ und deren Kampf als „verzweifelten Überlebungskampf“.&amp;lt;ref&amp;gt;Berndt Georg Thamm: &amp;#039;&amp;#039;Der Dschihad in Asien.&amp;#039;&amp;#039; S. 187.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Aufstand wurde von chinesischen Truppen niedergeschlagen und die Überlebenden flüchteten sich ins benachbarte Kasachstan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen den Jahren 1990 und 1997 wurden in Turkestan verschiedene islamistische und zum Teil militante Organisationen gegründet, die ein vereinigtes Turkestan forderten. Im Mai 1996 verlagerte der Terroristenführer [[Osama bin Laden]] seinen Hauptaufenthaltsort nach Afghanistan. Die terroristische [[al-Qaida]] baute Afghanistan zu ihrem Stützpunkt aus und errichtete Ausbildungscamps, in denen auch Muslime aus Zentralasien ausgebildet wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1997 wurde Afghanistan von den Taliban zum &amp;#039;&amp;#039;islamischen Emirat&amp;#039;&amp;#039; ausgerufen und im chinesischen Xinjiang arbeiteten angeblich Angehörige der &amp;#039;&amp;#039;islamischen Gottespartei&amp;#039;&amp;#039; ein Vier-Punkte-Programm zur Gründung einer &amp;#039;&amp;#039;Islamischen Republik Ostturkestan&amp;#039;&amp;#039; aus, die auch den bewaffneten Kampf (d. h. Terroranschläge gegen chinesische Regierungsinstitutionen) mit einschloss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen 1997 und 2001 wurden von der al-Qaida in Afghanistan rund 20.000 Menschen militärisch ausgebildet. Laut Aussage des stellvertretenden chinesischen Ministerpräsidenten [[Qian Qichen]] sind rund 1000 von ihnen Uiguren aus China und Zentralasien.&amp;lt;ref&amp;gt;Anthony Kuhn: [https://articles.latimes.com/2001/nov/10/news/mn-2483 U.N. &amp;#039;&amp;#039;Voices Concern Over Rise in Alleged Abuse of Chinese Muslims.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Los Angeles Times.&amp;#039;&amp;#039; 10. November 2001.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Wassili Wladimirowitsch Bartold]]: &amp;#039;&amp;#039;A Short History of Turkestan.&amp;#039;&amp;#039; In ders.: &amp;#039;&amp;#039;Four Studies on the History of Central Asia.&amp;#039;&amp;#039; Band 1. E. J. Brill, Leiden 1956, S. 1–72.&lt;br /&gt;
* [[Berndt Georg Thamm]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Dschihad in Asien. Die islamische Gefahr in Russland und China.&amp;#039;&amp;#039; Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2008, ISBN 978-3-423-24652-1.&lt;br /&gt;
* Erhard Stölting: &amp;#039;&amp;#039;Eine Weltmacht zerbricht. Nationalitäten und Religionen in der UdSSR.&amp;#039;&amp;#039; Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 1990, ISBN 3-8218-1132-3.&lt;br /&gt;
* Carter Vaughn Findley: &amp;#039;&amp;#039;The Turks in World History.&amp;#039;&amp;#039; Oxford University Press, 2005, ISBN 0-19-517726-6.&lt;br /&gt;
* Walther Stötzner: &amp;#039;&amp;#039;Im Märchenlande Tamerlans&amp;#039;&amp;#039;. Mit sieben Illustrationen nach photographischen Aufnahmen. In: &amp;#039;&amp;#039;Reclams Universum : Moderne illustrierte Wochenschrift.&amp;#039;&amp;#039; 29.2 (1913), S. 1260–1265.&lt;br /&gt;
* Thierry Zarcone: &amp;#039;&amp;#039;La Qâdiriyya en Asie Centrale et au Turkestan oriental&amp;#039;&amp;#039;. In: Th. Zarcone, E. Işın u. a. Buehler (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Qâdiriyya Order&amp;#039;&amp;#039;, Special Issue of the &amp;#039;&amp;#039;Journal of the History of Sufism&amp;#039;&amp;#039;, 2000, S. 295–338.&lt;br /&gt;
* David X. Noack: &amp;#039;&amp;#039;Das zweite Turnier der Schatten. Turkestan und die Politik der Großmächte 1919–1933&amp;#039;&amp;#039;. Brill Schöningh, Paderborn 2025, ISBN 978-3-506-79553-3.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.loc.gov/rr/print/coll/287_turkestan.html Turkestan Album], Library of Congress&lt;br /&gt;
* In der Datenbank [http://www.ib.hu-berlin.de/~pbruhn/russgus.htm RussGUS] werden über 750 Publikationen nachgewiesen (dort Suche – Formularsuche – Geo.-Register: Mittelasien OR Turkm* OR Turkest*)&lt;br /&gt;
{{Wikisource|Russische wissenschaftliche Expeditionen im Jahre 1864 und 1865 in Türkistān|&amp;#039;&amp;#039;Russische wissenschaftliche Expeditionen im Jahre 1864 und 1865 in Türkistān&amp;#039;&amp;#039; von Friedrich Marthe (1867)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4078473-3|VIAF=170004384}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Region in Asien]]&lt;br /&gt;
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