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	<title>Tur Abdin - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-02T05:01:45Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Tur_Abdin&amp;diff=67704&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Bertramz: form, lf</title>
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		<updated>2025-11-14T08:07:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;form, lf&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Das Kalksteingebirge &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ṭūr ʿAbdīn&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{syrS|ܛܘܪ ܥܒܕܝܢ&amp;amp;lrm;}} ; „Berg der Knechte [Gottes]“) liegt in Nord[[mesopotamien]] am Oberlauf des [[Tigris]] im Südosten der heutigen [[Türkei]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Antike war das Gebirge unter verschiedenen Namen bekannt, unter anderem als &amp;#039;&amp;#039;Bit-Zamani&amp;#039;&amp;#039;. In der syrisch-aramäischen Tradition wurde es auch &amp;#039;&amp;#039;Ṭuro d&amp;#039;Mosch&amp;#039;&amp;#039; genannt, während es in griechischen und lateinischen Quellen als &amp;#039;&amp;#039;Mons Masius&amp;#039;&amp;#039; erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebiet ist seit Jahrhunderten überwiegend von [[Aramäer (Gegenwart)|aramäischen Christen]] bewohnt, die eine der ältesten kontinuierlich bestehenden christlichen Gemeinschaften des Nahen Ostens bilden. Trotz starker Abwanderung im 20. Jahrhundert bestehen bis heute mehrere historische Klöster und Dörfer, in denen das aramäische Erbe weiter gepflegt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lage ==&lt;br /&gt;
Im Süden, bei [[Mardin]], fällt der Gebirgsstock steil zur mesopotamischen Ebene hin ab. Der [[Tigris]]durchbruch bildet die östliche Grenze, und im Norden grenzt der Tur Abdin an die Ebene von [[Diyarbakır]]. Die Westgrenze ist schlecht definiert und wird ungefähr durch das Vulkanmassiv des [[Karacadağ]] gebildet.&lt;br /&gt;
[[Datei:View of Tur Abdin near Nisibis.jpg|mini|Blick vom Tur Abdin nach Südwesten über die mesopotamische Ebene]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Tur Abdin ist überwiegend eher hügelig denn als eigentliches Gebirge ausgebildet und wirkt eher wie eine Hochebene. Eine Ausnahme bildet der Steilabfall bei Mardin. Er wird von einigen fruchtbaren Tälern durchzogen, etwa das Tal von [[Gercüş]]. Das Gebirge war früher dicht bewaldet. [[Karst]]haltige Böden bilden die überwiegende Bodenbeschaffenheit. Sie sorgen dafür, dass die im Winter und Frühjahr zahlreich auftretenden Niederschläge durchsickern, sodass der Boden im Sommer trocken ist und mit großem Aufwand künstlich bewässert werden muss.&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Mardin-Schwelle}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Name ==&lt;br /&gt;
Der [[akkad]]ische Name des Tur Abdin lautete vermutlich &amp;#039;&amp;#039;Nawar&amp;#039;&amp;#039;. In [[Assyrisches Reich|assyrischer]] Zeit hieß es Ka(š)šiari (&amp;lt;sup&amp;gt;KUR&amp;lt;/sup&amp;gt;ka-ši-a-ri, ḪUR.SAG ka-ši-ya-ra, ḪUR.SAG ga-ši-ya-ar-ri) und bildete eine eigene [[Liste der assyrischen Provinzen|Provinz]]. Versuche, den Namen auf den Stamm der [[Kaškäer|Kaška]] zurückzuführen,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Einar von Schuler]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Kaškäer.&amp;#039;&amp;#039; de Gruyter, Berlin 1965.&amp;lt;/ref&amp;gt; werden allgemein abgelehnt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karlheinz Kessler]]: &amp;#039;&amp;#039;Untersuchungen zur historischen Topographie Nordmesopotamiens.&amp;#039;&amp;#039; S. 23.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Name Kaschiari scheint auch das Gebiet westlich des eigentlichen Gebirges, also die Gegend von [[Harran]] umfasst zu haben, zumindest zur Zeit [[Adad-nirari II.]] Das Gebiet um [[Mardin]] hieß auch [[Izalla|Iṣalla]], der Begriff bezeichnete jedoch vermutlich vor allem den Karaça Dağ. Unter Assurnasirpal war ein Teil des Gebirges als &amp;lt;sup&amp;gt;KUR&amp;lt;/sup&amp;gt;Nerebu bekannt, seine genaue Lage ist jedoch umstritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der griechische Name lautete &amp;#039;&amp;#039;Masios oros&amp;#039;&amp;#039; ([[Strabon]], Geographika 16,1,23), einige vermuten hier eine Ableitung vom aramäischen &amp;#039;&amp;#039;Masch&amp;#039;&amp;#039;. Wahrscheinlicher ist jedoch eine Ableitung vom akkadisch/sumerischen &amp;#039;&amp;#039;Mush/Mash&amp;#039;&amp;#039; („Schlange“). Im Schöpfungsmythos &amp;#039;&amp;#039;[[Enūma eliš]]&amp;#039;&amp;#039; betrachteten Assyrer und Babylonier die Gebirge zwischen Zagros und Taurus als Manifestation von [[Tiamat]], die im [[Theomachie|Aufstand gegen die Götter]] von Marduk erschlagen und gespalten wurde, danach warf er ihren Körper auf den Boden. So wurden die Gebirge erschaffen. Vermutlich wurden ursprünglich alle Gebirge so bezeichnet, bevor sie nach und nach neue Namen bekamen. Das Gebiet gehörte zu [[Mygdonien]]. Strabo zählt folgende Städte auf, die am Fuße des Masios lagen: [[Martyropolis|Tigranocerta]], [[Harran|Carrhae]], [[Nikephorum]], [[Chordiraza]] und [[Sinnaka]]. Das Gebiet um Mardin trug in römischer und [[Byzantinisches Reich|byzantinischer]] Zeit auch den Namen [[Izalla]], vermutlich abgeleitet von der assyrischen Landschaft Iṣalla, deren Zentrum jedoch weiter westlich lag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Akkadier, Assyrer und Perser ===&lt;br /&gt;
Vermutlich überschritt bereits der akkadische Herrscher [[Naram-Sin (Akkad)|Naram-Sin]] das Gebirge. Es wird auch angenommen, dass die altassyrischen Handelsrouten nach Anatolien über das Gebirge führten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die älteste Erwähnung des Tur Abdin findet sich in einer Keilschrifturkunde aus [[Boğazkale|Boğazköy]], die von dem Verlust eines silbernen Gefäßes (&amp;#039;&amp;#039;a-ga-nu KÙ.Babbar&amp;#039;&amp;#039;) im Kaschiarigebirge handelt. Der Vertrag zwischen dem [[Hethiter|hethitischen]] Großkönig [[Šuppiluliuma I.]] und [[Tette]] von [[Nuḫašše]] erwähnt das Gebirge (KBo&amp;amp;nbsp;I&amp;amp;nbsp;4). Als Bewohner des Tur Abdin werden seit dem 14.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert v.&amp;amp;nbsp;Chr. die [[Aramäer (Volk)|Aramäer]] erwähnt (assyrische Keilschrifttexte). Das Gebirge wurde erstmals von [[Adad-nirari I.]] und [[Salmānu-ašarēd I.]] erobert. Das Gebirge war für die Assyrer vor allem von militärischer Bedeutung, da seine Kontrolle den Zugang zu den Kupfervorkommen von [[Ergani]] und der fruchtbaren Ebene von [[Diyarbakır]] sicherte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Feldzugsberichte von [[Tukulti-Ninurta I.]], [[Tukulti-apil-Ešarra I.|Tiglat-Pilešar I.]], [[Aššur-bel-kala]], [[Tukulti-Ninurta II.]], [[Adad-nirari II.]], [[Aššur-nâṣir-apli II.|Aššurnâṣirpal II.]] und [[Salmānu-ašarēd II.]] erwähnen eine Überschreitung. Angaben zur genauen Route fehlen meist. Tiglat-Pilesar&amp;amp;nbsp;I. berichtet aus seinem 3. &amp;#039;&amp;#039;palu&amp;#039;&amp;#039;:&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;New Palace Inscription.&amp;#039;&amp;#039; 1, ITN, no. 1, iii 37–iv 24.&amp;lt;/ref&amp;gt; „Ich betete zu Assur und den großen Göttern, meinen Herren. Ich bestieg den Berg Kašiari.“ [[Assur-nasirpal I.]] beschreibt auf der Seite&amp;amp;nbsp;D des [[Weißer Obelisk|weißen Obelisken]], wie er einen Aufstand bestraft: „Ich erhob eine Fackel, ich marschierte rasch in die Kašiariberge und zog gegen jene Städte. Während der Nacht umzingelte ich sie und bei Sonnenaufgang kämpfte ich gegen zahlreiche Streitwagen und Fußtruppen und fügte ihnen schwere Verluste zu… Ich eroberte die Stadt [[Amlattu]], die Stadt [[Saburam]], die Stadt [[Ruzidak]], die Stadt [[Bugu]], die Stadt [[Ustu]], aufrührerische Städte im Land der [[Danunäer|Dannuna]], ich zündete sie an…“&amp;lt;ref&amp;gt;Julian E. Reade: &amp;#039;&amp;#039;Assurnasirpal I and the White Obelisk.&amp;#039;&amp;#039; Iraq 37, 1975, S. 129–150.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zeit [[Aššur-bāni-apli|Aššurbānipals]] gab es im Tur Abdin Weinanbau,&amp;lt;ref&amp;gt;Karlheinz Kessler: &amp;#039;&amp;#039;Untersuchungen zur historischen Topographie Nordmesopotamiens.&amp;#039;&amp;#039; S. 24.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wein gehörte zum Tribut an Assyrien und wurde hier noch im 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert angebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 6. Jahrhundert v. Chr. fiel der Tur Abdin zusammen mit dem übrigen Mesopotamien an die persischen [[Achämenidenreich|Achaimeniden]], die zuvor die [[Meder (Volk)|Meder]] und das [[Neubabylonisches Reich|Neubabylonische Reich]] besiegt hatten. Sie kontrollierten das Gebiet, bis [[Alexander der Große]] ihr Reich 330 v.&amp;amp;nbsp;Chr. eroberte. Anschließend beherrschten die makedonischen [[Seleukidenreich|Seleukiden]] die Region.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Römisches Reich und Byzanz ===&lt;br /&gt;
Seit dem 2. Jahrhundert v. Chr. befand sich Nordmesopotamien unter der direkten oder indirekten Herrschaft der iranischen [[Partherreich|Parther]], die wiederholt Kriege gegen die Römer führten, die hier im Verlauf des 2. Jahrhunderts n. Chr. zunehmend an Einfluss gewannen. Spätestens seit Kaiser [[Septimius Severus]] gehörte der Tur Abdin als Teil der römischen Provinz &amp;#039;&amp;#039;[[Mesopotamia (Provinz)|Mesopotamia]]&amp;#039;&amp;#039; zum &amp;#039;&amp;#039;[[Römisches Reich|Imperium Romanum]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
[[Datei:TurAbdin2.JPG|mini|Im Tur Abdin]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bewohner des Tur Abdin sollen laut späterer Überlieferungen bereits im 1. Jahrhundert von den Aposteln [[Thomas (Apostel)|Thomas]] und [[Judas Thaddäus|Thaddäus]] zum Christentum bekehrt worden sein. Sicher nachweisbar ist das Christentum hier allerdings erst in der [[Spätantike]]. Den damals gegründeten zahlreichen Klöstern und Kirchen verdankt das Gebiet seinen heutigen Namen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom 4. bis zum 7. Jahrhundert bildete der Tur Abdin die Grenze zwischen [[Byzantinisches Reich|Ostrom]] und dem persischen [[Sassanidenreich|Reich der Sassaniden]], der Nachfolger der Parther; das Gebirge bildete eine Art Vorposten des Oströmischen Reiches.&amp;lt;ref&amp;gt;Anthony Comfort: &amp;#039;&amp;#039;Fortresses of the Tur Abdin and the confrontation between Rome and Persia&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Anatolian Studies&amp;#039;&amp;#039; 67, 2017, S. 181–229.&amp;lt;/ref&amp;gt; Während die Eroberung durch die [[Araber]] nach 640 zunächst das Ende der Verfolgung durch die [[Östliches Christentum#Byzantinisches Christentum|oströmisch-byzantinischen Reichskirche]] bedeutete, verschlechterte sich die Lage der [[Indigene Völker|indigenen]] [[Syrisches Christentum|syrischen Christen]] nach dem Sieg der [[Seldschuken]] in der [[Schlacht bei Manzikert]] 1071. Der Tur Abdin wurde von [[Timur]] Lenk um 1400 massiv geplündert, viele Klöster und Siedlungen wurden zerstört.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://bethnahrin.de/assyrer/voelkermord-an-den-assyrern/ |titel=Völkermord an den Assyrern |sprache=de-DE |abruf=2022-05-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neuzeit ===&lt;br /&gt;
Seit dem Spätmittelalter gehörte der Tur Abdin zum Osmanischen Reich. Besonders im 19. und 20. Jahrhundert kam es zu [[Massaker]]n an den syrischen Christen (auch bekannt als [[Aramäer (Gegenwart)|Aramäer]], [[Assyrer (Gegenwart)|Assyrer]] oder [[Chaldo-Assyrer|Chaldäer]]) durch die osmanisch-türkische Armee und [[Kurden|kurdische]] Familienclans, verstärkt im &amp;#039;&amp;#039;[[Völkermord an den syrischen Christen|Jahr des Schwertes]]&amp;#039;&amp;#039; 1915, als viele historische und jahrhunderte alte christliche Dörfer durch Vertreibung und Ermordung der Bewohner entvölkert wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Türkei: Archäologen entdecken riesige Untergrundstadt Matiate in Midyat |Sammelwerk=Der Spiegel |Datum=2022-04-26 |ISSN=2195-1349 |Online=https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/tuerkei-archaeologen-entdecken-riesige-untergrundstadt-matiate-in-midyat-a-064a87d4-a820-4aa6-b0cf-c7739294c579 |Abruf=2022-05-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Bahnhofstrasse 2 Redaktion Kirchenbote Medienportal |url=https://www.kirchenbote-sg.ch/artikel?id=31442 |titel=Vertrieben, verstreut – und schon bald vergessen? |datum=2021-10-27 |sprache=de |abruf=2022-05-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Noch um 1970 lebten dennoch zahlreiche [[Suryoye|Suroye/Suryoye]] im Tur Abdin, Suroye/Suryoye ist die eigensprachliche Bezeichnung der syrischen Christen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://huyada.com/frisch-digitalisiertes-manuskript-gibt-wertvolle-informationen-zur-assyrischen-identitat-preis/ |titel=Frisch digitalisiertes Manuskript gibt wertvolle Informationen zur assyrischen Identität preis |werk=Huyada |datum=2022-02-08 |sprache=sv-SE |abruf=2022-05-22}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Während der letzten Jahrzehnte fand aber ein massiver Exodus der Aramäer/Assyrer nach [[Syrien]], in den [[Libanon]], in den [[Irak]], nach [[Nordamerika]], [[Australien (Kontinent)|Australien]] und insbesondere West-Europa (Deutschland, Niederlande, Schweiz) statt. Heute leben im Tur Abdin darum nur noch etwa 4.000&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.france24.com/en/20200605-assyrian-christians-fear-for-their-future-in-turkey |titel=Assyrian Christians fear for their future in Turkey |datum=2020-06-05 |abruf=2020-06-06 |sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien|syrisch-orthodoxe]] Christen, die vielfach der sozialen Elite angehören und zum Beispiel als Silberschmiede und Ärzte tätig sind. Ausgewanderte Glaubensbrüder unterstützen die Daheimgebliebenen inzwischen massiv finanziell, sodass in den letzten Jahren viele Kirchen und Klöster aufwendig restauriert werden konnten. Der Fortbestand der christlichen Gemeinden im Tur Abdin ist derzeit dennoch bedroht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gegenwart ==&lt;br /&gt;
Die Aramäer/Assyrer im Tur Abdin verwenden die klassisch-[[Syrische Sprache|syrische]] Hochsprache als [[Sakralsprache|Kirchensprache]] im Gottesdienst, sprechen als Muttersprache jedoch einen nordostaramäischen Dialekt, der [[Turoyo]] („Berg-[Dialekt]“) genannt wird.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Nicholas Awde, Nineb Lamassu, Nichola Al-Jeloo |Titel=Modern Aramaic-English/English-Modern Aramaic Dictionary &amp;amp; Phrasebook: Assyrian/Syriac |Hrsg=Hippocrene Books |Sammelwerk= |Band= |Nummer= |Auflage= |Verlag= |Ort=New York |Datum=2007-06 |ISBN=978-0-7818-1087-6 |Seiten=36}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Weil die meisten Sprecher aus der Region Tur Abdin vertrieben wurden und modernes Syrisch (Surayt/Turoyo) in den Ländern der aramäischen/assyrischen [[Diaspora]] einen sehr geringen Status hat, weshalb nicht alle Nachkommen der Auswanderer die Sprache ihren Kindern beibringen, und weil Ṭuroyo im Gegensatz zur Sakralsprache eine schriftlose Sprache ist und daher kaum schulisch vermittelt werden kann, gilt ihr Fortbestehen als bedroht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Otto Jastrow]] |Hrsg=Josef Bunyemen, Michel Yüksel, Simon Marogi |Titel=Wie kann die moderne aramäische Sprache (Turoyo) in Europa überleben? |Sammelwerk=Kifå |Nummer=Nr. 5 (Dezember 2008/Januar 2009) |Datum= |Seiten=10–15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Bevölkerungsmehrheit im Tur Abdin wird heute von Kurden gebildet, hinzu kommen Araber und Türken. Die folgenden Orte werden noch (zum Teil oder vollständig) von syrisch-orthodoxen Christen bewohnt:&lt;br /&gt;
[[Datei:Map of villages and monasteries in Tur Abdin.svg|mini|Klöster und Orte im Tur Abdin]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Anhel (türkisch &amp;#039;&amp;#039;[[Yemişli (Midyat)|Yemişli]]&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* Arbo (türkisch &amp;#039;&amp;#039;[[Taşköy]]&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* Arkah (türkisch &amp;#039;&amp;#039;[[Üçköy]]&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* Arnas (türkisch &amp;#039;&amp;#039;[[Bağlarbaşı]]&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* Aynwardo (türkisch &amp;#039;&amp;#039;[[Gülgöze]]&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* Beth Debe / Badibe (türkisch &amp;#039;&amp;#039;[[Dibek]]&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* Beth Kustan / Bequsyone (türkisch &amp;#039;&amp;#039;[[Alagöz]]&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* Beth Sbirino / Bsorino (türkisch &amp;#039;&amp;#039;[[Haberli]]&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* Beth Zabday (türkisch &amp;#039;&amp;#039;[[İdil]]&amp;#039;&amp;#039;, arabisch &amp;#039;&amp;#039;Azech&amp;#039;&amp;#039;, kurdisch &amp;#039;&amp;#039;Ezech&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* Dayro da-Slibo (türkisch &amp;#039;&amp;#039;[[Çatalçam (Dargeçit)|Çatalçam]]&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* Hah (türkisch &amp;#039;&amp;#039;[[Anıtlı]]&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* Hrabemishka/Harbtho (türkisch [[Dağiçi]])&lt;br /&gt;
* Hapsis (türkisch [[Mercimekli]])&lt;br /&gt;
* Kafro Helayto (türkisch &amp;#039;&amp;#039;[[Arıca (Gercüş)|Arıca]]&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* Kafro Tahtayto (türkisch &amp;#039;&amp;#039;[[Elbeğendi]]&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* Karboran (türkisch &amp;#039;&amp;#039;[[Dargeçit]]&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* Kfarze (türkisch &amp;#039;&amp;#039;[[Altıntaş (Midyat)|Altıntaş]]&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* Marbobo (türkisch &amp;#039;&amp;#039;[[Günyurdu]]&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* Midin (türkisch &amp;#039;&amp;#039;[[Öğündük]]&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* [[Midyat]]&lt;br /&gt;
* Mizizah (türkisch &amp;#039;&amp;#039;[[Doğançay (Mardin)|Doğançay]]&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* Qartmin (türkisch &amp;#039;&amp;#039;[[Yayvantepe]]&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* Salah (türkisch &amp;#039;&amp;#039;[[Barıştepe]]&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* Sare (türkisch &amp;#039;&amp;#039;[[Sarıköy (İdil)|Sarıköy]]&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kirchen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Mor Hananyo.jpg|mini|Kloster [[Kloster Zafaran|Mor Hananyo]]]]&lt;br /&gt;
Zu den ältesten noch heute bestehenden Klöstern gehört [[Kloster Mor Gabriel|Mor Gabriel]], eine Gründung aus dem späten 4. Jahrhundert, sowie das [[Kloster Zafaran]] (Mor Hananyo) aus dem 5. Jahrhundert, das für Jahrhunderte auch Sitz des [[Patriarch]]en bzw. Gegenpatriarchen der [[Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien|Jakobiten]] war. Beide Klöster sind bis heute Bischofssitze der Syrisch-orthodoxen Kirche: Im Kloster Mor Gabriel residiert Mor [[Timotheos Samuel Aktaş]], der [[Metropolit]] der syrisch-orthodoxen Diözese von Tur Abdin, und in Mor Hananyo residiert Mor Filüksinos Saliba Özmen, der Bischof von [[Mardin]].&amp;lt;ref&amp;gt;[http://soc-wus.org/ourchurch/Archd%20Mardin.htm &amp;#039;&amp;#039;Mor Filüksinos Saliba Özmen&amp;#039;&amp;#039;], abgerufen am 28. September 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weitere noch genutzte Klöster sind Mor Malke und das Mutter-Gottes-Kloster in Hah. Bedeutend ist auch das Jakobskloster (Mor Yakob) in Salah, das von 1364 bis 1839 Sitz des Gegenpatriarchen im Tur Abdin war.&lt;br /&gt;
[[Datei:MuttergotteskircheHah.JPG|mini|Die Mutter-Gottes-Kirche in Hah]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bischofssitz der ersten [[Diözese]] des Tur Abdin war [[Anıtlı|Hah]], damals die Metropole vom Tur Abdin und angeblich zudem eine alte Königsstadt. Hier befindet sich bis heute auch die kleine, aber berühmte Mutter-Gottes-Kirche, die frommen Legenden zufolge von den heiligen drei Königen erbaut worden sein soll und den Christen der Region daher als die älteste Kirche der Welt gilt (tatsächlich stammt der Bau aus der [[Spätantike]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz aller Massaker und Zerstörungen blieben einige wertvolle Handschriften erhalten, die in den Klöstern des Tur Abdin entstanden und sich heute zum Teil in west- und mitteleuropäischen Bibliotheken befinden. Der Mar-Gabriel-Verein in [[Reinbek]] und die Initiative Christlicher Orient (ICO) bemühen sich um die Erhaltung der letzten christlichen Dörfer und Klöster in der heutigen Türkei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Helga Anschütz]]: &amp;#039;&amp;#039;Die syrischen Christen vom TurʿAbdin. Eine altchristliche Bevölkerungsgruppe zwischen Beharrung, Stagnation und Auflösung&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Das östliche Christentum. NF.&amp;#039;&amp;#039; Band 34). Augustinus-Verlag, Würzburg 1984, ISBN 3-7613-0128-6.&lt;br /&gt;
* Sébastien de Courtois: &amp;#039;&amp;#039;The forgotten Genocide. Eastern Christians.&amp;#039;&amp;#039; Gorgias Press, Piscataway NJ 2004, ISBN 1-59333-077-4.&lt;br /&gt;
* Sébastien de Courtois: &amp;#039;&amp;#039;Les derniers Araméens. Le peuple oublié de Jésus.&amp;#039;&amp;#039; Photographies de Douchan Novakovic. La Table ronde, Paris 2004, ISBN 2-7103-2717-1.&lt;br /&gt;
* Anthony Comfort: &amp;#039;&amp;#039;Fortresses of the Tur Abdin and the confrontation between Rome and Persia&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Anatolian Studies&amp;#039;&amp;#039; 67, 2017, S. 181–229.&lt;br /&gt;
* Louis Dillemann: &amp;#039;&amp;#039;Haute Mésopotamie orientale et pays adjacents. Contribution à la géographie historique de la région, du Ve s. avant l’ère chrétienne au VIe s. de cette ére&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Bibliothèque Archéologique et Historique.&amp;#039;&amp;#039; Band 72). Geuthner, Paris 1962, {{ISSN|0768-2506}}.&lt;br /&gt;
* [[Hans Hollerweger]]: &amp;#039;&amp;#039;Lebendiges Kulturerbe, living cultural heritage, canlı kültür mirası – Turabdin. Wo die Sprache Jesu gesprochen wird.&amp;#039;&amp;#039; Freunde des Tur Abdin, Linz 1999, ISBN 3-9501039-0-2.&lt;br /&gt;
* Karlheinz Kessler: &amp;#039;&amp;#039;Untersuchungen zur historischen Topographie Nordmesopotamiens nach keilschriftlichen Quellen des 1. Jahrtausends v. Chr.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Beihefte zum Tübinger Atlas des Vorderen Orients.&amp;#039;&amp;#039; Reihe B &amp;#039;&amp;#039;Geisteswissenschaften.&amp;#039;&amp;#039; Band 26). Reichert in Komm., Wiesbaden 1980, ISBN 3-88226-023-8 (Zugleich Dissertation, Universität Tübingen, Tübingen 1978).&lt;br /&gt;
* Svante Lundgren: &amp;#039;&amp;#039;Die Assyrer: Von Ninive bis Gütersloh.&amp;#039;&amp;#039; LIT, Münster 2016, ISBN 978-3-643-13256-7&lt;br /&gt;
* Andrew Palmer: &amp;#039;&amp;#039;Monk and Mason on the Tigris Frontier. The Early History of Ṭur ʿAbdin&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;University of Cambridge Oriental Publications.&amp;#039;&amp;#039; Band 39). Cambridge University Press, Cambridge u.&amp;amp;nbsp;a. 1990, ISBN 0-521-36026-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
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* Sebastian Brock: [http://www.stephanus-gt.de/index.php?option=com_content&amp;amp;view=article&amp;amp;id=20&amp;amp;Itemid=22 Der heilige Berg Turabdin – Heimat einer alten aramäischen Kultur]&lt;br /&gt;
* [http://religion.orf.at/projekt02/news/0207/ne020722_tuerkei.htm Bericht des ORF über beginnende Rückwanderung]&lt;br /&gt;
* [http://www.margabriel.de/ MG – re-active]&lt;br /&gt;
* [http://www.margabrielverein.de/ Mar-Gabriel-Verein]&lt;br /&gt;
* [http://www.moryakupsalih.de/ Förderverein für das Kloster Mor Yakup Salih e.&amp;amp;nbsp;V.]&lt;br /&gt;
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* [https://www.antike-christentum.de/turAbdin/ Die Klosteranlagen von Deir az-Zafaran, Hah, Mar Gabriel und Mar Yakub]&lt;br /&gt;
* [https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/tuerkei-archaeologen-entdecken-riesige-untergrundstadt-matiate-in-midyat-a-064a87d4-a820-4aa6-b0cf-c7739294c579 Riesige unterirdische Stadt in der Türkei entdeckt]&lt;br /&gt;
* [https://www.acsya.org/post/b1yo49dvcfwpis0k7460yc67yfz4ga Tur Abdin’s History is as Rich as it’s Landscape]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate |NS=37.40507 |EW=41.49536 |type=mountain |elevation=1200|dim=100000 |region=TR}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tur Abdin| ]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Syrische Christen]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Christliche Diaspora]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Bertramz</name></author>
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