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	<title>Tunisfeldzug - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Tunisfeldzug&amp;diff=1837088&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Arthur Bidulski am 23. Januar 2026 um 07:07 Uhr</title>
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		<updated>2026-01-23T07:07:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Militärischer Konflikt&lt;br /&gt;
| KONFLIKT       = Tunisfeldzug&lt;br /&gt;
| TEILVON        = [[Türkenkriege]]&lt;br /&gt;
| BILD           = Battle of Tunis 1535 Attack on Goletta.jpg&lt;br /&gt;
| BESCHREIBUNG   = Attacke auf [[La Goulette|La Goletta]], mit Tunis im Hintergrund.&lt;br /&gt;
| DATUM          = Juni–Juli [[1535]]&lt;br /&gt;
| ORT            = [[Tunis]], heutiges [[Tunesien]]&lt;br /&gt;
| AUSGANG        = Sieg Habsburgs&lt;br /&gt;
| FOLGEN         = Osmanen verlieren Tunis&lt;br /&gt;
| KONTRAHENT1    = [[Datei:Charles V Arms-personal.svg|20px]] [[Habsburgermonarchie|Habsburgerreich]]:&lt;br /&gt;
* [[Datei:Flag of Cross of Burgundy.svg|rand|20px]] [[Spanien]]&lt;br /&gt;
* [[Datei:Banner of the Holy Roman Emperor (after 1400).svg|20px]] [[Heiliges Römisches Reich]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Flag of Genoa.svg|border|20px]] [[Republik Genua]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Flag Portugal (1495).svg|border|20px]] [[Portugal]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Flag of the Sovereign Military Order of Malta.svg|20px]] [[Geschichte des Johanniterordens|Malteserorden]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kirchenstaat]]&lt;br /&gt;
| KONTRAHENT2    = [[Datei:Flag of the Ottoman Empire (1453-1844).svg|20px]] [[Osmanisches Reich]]&lt;br /&gt;
| BEFEHLSHABER1  = [[Karl V. (HRR)|Karl V.]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Álvaro de Bazán]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Berenguer de Requesens]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[García Álvarez de Toledo y Osorio]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Andrea Doria]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Ludwig von Portugal|Luis de Avis]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Virginio Ursino]]&lt;br /&gt;
| BEFEHLSHABER2  = [[Khair ad-Din Barbarossa]]&lt;br /&gt;
| TRUPPENSTÄRKE1 = Zusammen: 30.000–60.000 Mann&amp;lt;ref&amp;gt;Die Zahlenangabe von 60.000 Mann findet sich in Wolfgang Brassat: &amp;#039;&amp;#039;Das Historienbild im Zeitalter der Eloquenz: von Raffael bis Le Brun&amp;#039;&amp;#039;, S. 316.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;207 spanische Schiffe&amp;lt;ref&amp;gt;15 Galeeren der Mittelmeerabteilung, 42 Schiffe der [[Biskaya]]flotte, 150 Schiffe der [[Málaga]]-Abteilung&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;60 flämische [[Holk]]s&amp;lt;br /&amp;gt;10 sizilianische Galeeren&amp;lt;br /&amp;gt;6 neapolitanische Galeeren&amp;lt;br /&amp;gt;19 genuesische Galeeren&amp;lt;br /&amp;gt;21 portugiesische Kriegsschiffe&amp;lt;ref&amp;gt;1 [[Galeere]], 20 [[Karavelle]]n&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;8 vatikanische Galeeren&amp;lt;br /&amp;gt;4 [[Marine des Souveränen Malteserordens|maltesische Galeeren]]&amp;lt;br /&amp;gt;maltesisches Großschiff [[Santa Anna (Schiff)|Santa Anna]]&lt;br /&gt;
| TRUPPENSTÄRKE2 = 82 [[Osmanische Marine|osmanische Kriegsschiffe]]&amp;lt;ref&amp;gt;Crowley, S. 61.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;2 französische Galeeren&amp;lt;ref&amp;gt;Garnier, S. 96.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| VERLUSTE1      = hohe Verluste durch die [[Dysenterie|Ruhr]]&lt;br /&gt;
| VERLUSTE2      = circa 30.000 Tote Zivilisten&amp;lt;br /&amp;gt;82 Schiffe im [[See von Tunis]] zerstört&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tunisfeldzug&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; von 1535, in der deutschsprachigen Literatur häufig als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tunis-Unternehmen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet, war ein militärisches Expeditionsunternehmen des [[habsburg]]ischen [[Spanien]] zur Eroberung des vom [[Osmanisches Reich|Osmanischen Reich]] kontrollierten [[Tunis]]. Das Ziel dieser Expedition lag im Rückgewinn der Kontrolle über die [[nordafrika]]nische Küste, um damit das westliche [[Mittelmeer]] dem Zugriff der Osmanen zu entziehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Raymond Fagel: &amp;#039;&amp;#039;Protagonists of War: Spanish Army Commanders and the Revolt in the Low Countries&amp;#039;&amp;#039;. Leuven University Press, Leuven 2021, ISBN 978-94-6270-287-5, S. 203.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Belagerung von Tunis war die erste von Kaiser [[Karl V. (HRR)|Karl V.]] geführte offensive Operation gegen die Osmanen im Mittelmeer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die spanischen Habsburger verringerten durch die Eroberung von Tunis zumindest vorübergehend den seit den 1520er-Jahren gestiegenen osmanischen Expansionsdruck auf das zentrale und westliche Mittelmeer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgeschichte ==&lt;br /&gt;
Der auslösende Grund für die Expedition war die Inbesitznahme von Tunis durch [[Khair ad-Din Barbarossa]], einen mächtigen [[Barbaresken-Korsaren|Korsaren]], am 17. August 1534. Ein Jahr zuvor hatte [[Süleyman I.]] Khair ad-Din Barbarossa aus [[Algier]] abberufen, damit dieser eine große Kriegsflotte in den Werften von [[Konstantinopel]] errichtete.&amp;lt;ref&amp;gt;Crowley, S. 56.&amp;lt;/ref&amp;gt; Insgesamt wurden während des Winters 1533/34 siebzig [[Galeere]]n gebaut, die mit Sklavenruderern bemannt wurden, darunter 1200 Christen.&amp;lt;ref&amp;gt;Crowley, S. 57.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit dieser Flotte führte Barbarossa Flottenvorstöße entlang der italienischen Küste durch, die in die Eroberung von Tunis am 16.&amp;amp;nbsp;August 1534 mündeten und den lokalen Herrscher und von der spanischen Krone abhängigen [[Muley Hasan]] vertrieb. Barbarossa etablierte im Anschluss einen starken Flottenstützpunkt in Tunis, der als Basis für weitere Angriffe in der Region und auf das nahegelegene [[Malta]] genutzt werden konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;Crowley, S. 58.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der vertriebene Sultan floh nach Spanien und bot [[Karl V. (HRR)|Karl V.]] eine Allianz an, falls dieser ihm helfen würde. Karl V., zu dieser Zeit einer der mächtigsten Männer Europas, befand sich mit seinem Reich im Frieden mit den anderen europäischen Mächten und sah den Zeitpunkt als geeignet an, eine Demonstration seiner Macht zu geben. Auch konnte er die Besetzung von Tunis durch die Osmanen auf keinen Fall dulden, da zwischen [[Sizilien]] und der nordafrikanischen Stadt weniger als einhundert [[Seemeile]]n liegen und die Insel somit der permanenten Gefahr ausgesetzt gewesen wäre, von den Korsaren überfallen zu werden, ohne sie effektiv beschützen zu können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher ließ Kaiser Karl V. noch im Herbst 1534 die ersten Vorbereitungen für eine militärische Intervention treffen und eine Armee mit etwa 30.000 Soldaten aufstellen. Auch wurde eine große Flotte aus Spanien und Portugal, bestehend aus 74 Galeeren (besetzt mit in Ketten gelegten Protestanten) und 300 Segelschiffen, aufgestellt. Darunter befand sich auch die [[Santa Anna (Schiff)|&amp;#039;&amp;#039;Santa Anna&amp;#039;&amp;#039;]], das größte Schiff der damaligen Zeit.&amp;lt;ref&amp;gt;Crowley, S. 59.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zur Flotte gehörte auch die portugiesische Galeone &amp;#039;&amp;#039;São João Baptista&amp;#039;&amp;#039;, die auch als [[Botafogo (Schiff)|Botafogo]] bekannt ist und mit 366 Bronzekanonen bestückt war. Die Flotte sammelte sich in [[Barcelona]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Expeditionsstreitmacht hatte das Ziel, die Osmanen aus der Region zu vertreiben.&amp;lt;ref&amp;gt;Crowley, S. 60.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die finanziellen Aufwendungen für Karl V. lagen bei einer Million [[Dukat (Münze)|Dukaten]] und damit auf derselben Höhe wie bei der Kampagne gegen Süleyman&amp;amp;nbsp;I. auf der [[Donau]]. Die Kampagne wurde durch zwei Millionen Gold-Dukaten finanziert, die [[Francisco Pizarro]] in Austausch für die Freiheit des Inkakönigs [[Atahualpa]] erhielt.&amp;lt;ref&amp;gt;Crowley, S. 62.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz einer Aufforderung durch Karl V. weigerte sich der französische König [[Franz I. (Frankreich)|Franz I.]], die Expedition zu unterstützen. Er rechtfertigte dies durch einen drei Jahre gültigen Waffenstillstand mit dem Osmanischen Reich, der 1533 nach Entsendung eines osmanischen Gesandten nach Frankreich abgeschlossen wurde. Franz I. führte zudem Verhandlungen mit Süleyman I. für eine vereinigte Attacke auf Karl V. Er stimmte lediglich der Forderung von Papst [[Paul III.]] zu, während der Expedition keinen christlichen Staat zu bekämpfen.&amp;lt;ref&amp;gt;Garnier, S. 94–95.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 2. März 1535 verließ Karl V. Madrid und traf am 3. April in Barcelona ein, wo sich nach einer Heerschau die vereinten Truppen des Kaisers, des Königs [[Johann III. (Portugal)|Johann III. von Portugal]] (unter Führung des [[Seefahrer]]s [[António de Saldanha]]) und des genuesischen Fürsten [[Andrea Doria]] einschifften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Karl V. (HRR)|Karl V.]] brach Ende Mai 1535 mit seiner Flotte von Barcelona nach Sardinien auf, wo Kontingente des Papstes und des Johanniterordens sowie weitere deutsche, italienische und spanische Söldner zum Heer stießen. Die kombinierte Flotte machte inzwischen 100 Galeeren und 300 Transportschiffe aus und stand unter dem Kommando Andrea Dorias. Am 1.&amp;amp;nbsp;Juni 1535 wurde die osmanische Flotte zerstört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Feldzugverlauf ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Conquest of Tunis 1535.jpg|miniatur|links|Kaiserliche Truppen bei der Eroberung von Tunis, Wandteppich von [[Jan Cornelisz Vermeyen]], 1535]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Conquest of Tunis 1535 bis.jpg|miniatur|Osmanische Truppen bei der Eroberung von Tunis, 1535]]&lt;br /&gt;
Im Anschluss wurde die Überfahrt nach Nordafrika unternommen und am 15. Juni begann die Armee, etwa 25.000 Mann stark, die Festung [[La Goulette|La Goletta]] zu belagern. Bei der Belagerung waren auch die [[Geschichte des Johanniterordens|Ritter des Johanniterordens]] von der Insel [[Malta]] beteiligt. Der Besitz der Festung La Goletta sicherte die Kontrolle des Hafens von Tunis. Nach einem dreiwöchigen Bombardement wurde La Goletta am 14. Juli erstürmt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Armee zog dann über Land weiter gegen Tunis. Unterwegs wurde das Expeditionsheer von den Truppen Barbarossas angegriffen. Die christliche Kavallerie war der moslemischen überlegen, so dass Barbarossas Armee am 20. Juli geschlagen wurde. Dies löste noch am selben Tag eine Revolte von zwölftausend christlichen Gefangenen in der Stadt aus, wodurch die Situation für Khair ad-Din Barbarossa immer hoffnungsloser wurde und er sich gezwungen sah, die Stadt aufzugeben und sich nach [[Annaba|Bône]] abzusetzen. Zwar war die Meuterei der Sklaven ausschlaggebend für den Sieg Karls V.; daneben trug der Kampfeinsatz der Johanniterritter erheblich zum Sieg bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Karl V. versäumte es jedoch, in der Stunde des Sieges Khair ad-Din nachzusetzen und ihn mit der überlegenen spanischen Flotte auf dem Schlachtfeld zu stellen und zu besiegen. Dass dies nicht geschah, ist entweder auf den Umstand zurückzuführen, dass Tunis zu einer dreitägigen [[Plünderung]] freigegeben wurde oder dass Karl seine Truppen nicht für einen erneuten Krieg gegen Khair ad-Din für fähig hielt. An den Plünderungen beteiligten sich alle christlichen Soldaten, Söldner und Sklaven einschließlich der Johanniterritter. Doch anstatt sich wie auf Seiten der Spanier vermutet in die [[Levante]] zurückzuziehen, stach Khair ad-Din zum Gegenschlag mit fünfzehn [[Galeote]]n aus Bône auf nordwestlichem Kurs in Richtung der [[Balearische Inseln|Balearen]] in See. Während Andrea Doria auf Befehl Karls V. die nordafrikanische Küste nach ihm absuchte, griff Barbarossa mit seiner Flotte die im Norden der Insel [[Menorca]] gelegene Hafenstadt [[Maó]] an, nahm sechstausend Soldaten gefangen und eignete sich zudem eine Menge an Geschützen an, als Ersatz für die in der Schlacht um Tunis verloren gegangenen Kanonen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Charles V announcing the capture of Tunis to the Pope in 1535.jpg|miniatur|Karl V. überbringt Papst [[Paul III.]] die Nachricht von der siegreichen Einnahme von Tunis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Folgen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Frans Hogenberg 002.jpg|miniatur|&amp;#039;&amp;#039;Der Kaiser setzt dem König von Tunis wieder in sein Land ein.&amp;#039;&amp;#039; (zeitgenössische Radierung von [[Frans Hogenberg]])]]&lt;br /&gt;
Das sich anschließende Massaker in der Stadt Tunis kostete geschätzten 30.000 Zivilisten das Leben. Barbarossa schaffte es mit einer mehreren Tausend Mann starken Truppe, nach Algier zu fliehen. Muley Hasan wurde reinthronisiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Crowley, S. 61.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Leichengeruch war so stark, dass Karl V. bald Tunis verließ und sein Lager in [[Radès]] aufschlug. Am 19. August trat Karl V. den Heimweg über Sizilien und Neapel an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Muley Hasan]], der König von Tunis und [[Vasall]] Karls V., den der Habsburger wieder eingesetzt hatte, wurde 1542 von seinem Sohn entmachtet. Drei Jahre nach der Niederlage in Tunis herrschte Barbarossa wieder nahezu über das ganze Mittelmeergebiet.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Brassat: &amp;#039;&amp;#039;Das Historienbild im Zeitalter der Eloquenz: von Raffael bis Le Brun&amp;#039;&amp;#039;, S. 316.&amp;lt;/ref&amp;gt; Tunis stellte zunächst keine Gefahr mehr für den christlichen Schiffsverkehr durch die Meerenge von Sizilien dar. Doch trotz des vorläufigen Verlustes von Tunis gelang es Khair ad-Din, sich in [[Algier]] zu behaupten und die Stämme des Hinterlands zur Anerkennung seiner Herrschaft zu bringen sowie von diesem Stützpunkt aus seine maritimen [[Raid (Militäraktion)|Raids]] und Eroberungen im [[Mittelmeer]] fortzusetzen. Der von Karl V. 1541 unternommene Versuch, auch Algier zu erobern, scheiterte. Trotz ihrer Niederlage in der [[Seeschlacht von Lepanto|Seeschlacht bei Lepanto]] (1571) gelang den Osmanen 1574 die endgültige Einnahme von Tunis, womit im Konflikt um die Hegemonialmacht in Nordafrika die Entscheidung zu ihren Gunsten gefallen war. Allerdings ging mit der zunehmenden Schwäche des Osmanischen Reiches in den folgenden Jahrhunderten eine sich verstärkende Tendenz der in Tunis regierenden [[Bey (Titel)|Beys]] einher, von der Zentrale in Istanbul weitgehend unabhängig zu regieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tapisserie von Willem de Pannemaker ==&lt;br /&gt;
Als Kaiser Karl V. zu seinem Feldzug nach Tunis aufbrach, ließ er sich von den Malern [[Jan Cornelisz Vermeyen]] und [[Cornelis Anthonisz.]] begleiten. Sie dienten als Zeichner seiner Feldzüge.&amp;lt;ref&amp;gt;Nils Büttner: &amp;#039;&amp;#039;Die Erfindung der Landschaft: Kosmographie und Landschaftskunst im Zeitalter Bruegels.&amp;#039;&amp;#039; Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 2000, S. 91. ([https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/buettner2000/0092 online])&amp;lt;/ref&amp;gt; Von 1545 bis 1548 wurden Kartons für Wandteppiche im Auftrag [[Maria von Ungarn|Marias von Ungarn]], der Schwester des Kaisers von Vermeyen angefertigt.  Der Hoftapessier [[Willem de Pannemaker]] setzte diese dann in zwölf [[Bildwirkerei|Tapisserien]] um.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Brassat: &amp;#039;&amp;#039;Das Historienbild im Zeitalter der Eloquenz: von Raffael bis Le Brun&amp;#039;&amp;#039;, S. 314&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
Datei:Bombardment_of_La_Goletta.jpg|Bombardment von La Goletta.&lt;br /&gt;
Datei:Attack at La Goletta.jpg|Attacke auf La Goletta.&lt;br /&gt;
Datei:Battle_of_Tunis_1535_Charles_V_vs_Barbarossa.jpg|Schlachtgeschehen von Tunis, 1535.&lt;br /&gt;
Datei:Capture of Tunis 1535 liberation of 20000 Christian captives.jpg|Befreiung der 20.000 christlichen Sklaven&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literarische Verarbeitung ==&lt;br /&gt;
In seiner Hexameter-Dichtung &amp;#039;&amp;#039;Tunisias. Ein Heldengedicht in zwölf Gesängen&amp;#039;&amp;#039; (letzte Fassung 1826) unternahm [[Johann Ladislaus Pyrker]] den Versuch, quasi ein „Nationalepos der Christenheit“ zu verfassen; die Rezeption ist zwiespältig und reicht von „alles hat Leben, Bewegung, feste, sichere Charakteristik. Die Beschreibungen der Jagden, Schlachten, Zeit- und Ortsverhältnisse sind kräftig und anschaulich, größtentheils meisterhaft, immer erhaben, und dabey treten sie nirgends vor, immer sind sie der Hauptsache untergeordnet“&amp;lt;ref&amp;gt;Rezension: &amp;#039;&amp;#039;Johann Ladislaus Pyrker’s sämmtliche Werke. In Einem Bande.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Jahrbücher der Literatur&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Anzeige-Blatt für Wissenschaft und Kunst&amp;#039;&amp;#039;), Bd.&amp;amp;nbsp;88, Wien 1839, Art.&amp;amp;nbsp;IX, S.&amp;amp;nbsp;229 ([https://books.google.lv/books?id=8yvV37ad9OQC&amp;amp;pg=PA229&amp;amp;lpg=PA229 Digitalisat] bei Google Books).&amp;lt;/ref&amp;gt; bis „die Kampfschilderungen sind ohne Anschauung, ohne Leben und Kraft; wüstes Wortgepolter malt die unaufhörlichen Gewitter; am besten ist ihm noch die Sturmbeschreibung in der Tunisias gelungen. In der Darstellung des täglichen Lebens wird er leicht geschmacklos […] So fällt er oft und leicht aus dem Erhabenen ins Lächerliche.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{ADB|26|792|793|Pyrker, Johann Ladislav|[[August Sauer]]|ADB:Pyrker, Johann Ladislav}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Roger Crowley]]: &amp;#039;&amp;#039;Empire of the sea.&amp;#039;&amp;#039; Faber &amp;amp; Faber, London 2009, ISBN 978-0-571-23231-4.&lt;br /&gt;
* [[Heinz Duchhardt]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Tunisunternehmen Karls V. 1535.&amp;#039;&amp;#039; In: Mitteilungen des Österreichischen Staatsarchivs 37 (1984), S. 35–72.&lt;br /&gt;
* Edith Garnier: &amp;#039;&amp;#039;L’Alliance Impie. François Ier et Soliman le Magnifique contre Charles Quint (1529–1547)&amp;#039;&amp;#039;. Éditions du Félin, Paris 2008, ISBN 978-2-86645-678-8.&lt;br /&gt;
* [[Alfred Kohler (Historiker)|Alfred Kohler]]: &amp;#039;&amp;#039;Karl V. 1500–1558. Eine Biographie.&amp;#039;&amp;#039; 3. Aufl., C. H. Beck Paperback, München 2014, ISBN 978-3-406-66920-0.&lt;br /&gt;
* [[Wilfried Seipel]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Der Kriegszug Kaiser Karls V. gegen Tunis. Kartons und Tapisserien.&amp;#039;&amp;#039; Kunsthistorisches Museum Wien, Wien 2000, ISBN 3-85497-013-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Conquest of Tunis (1535)|Tunisfeldzug}}&lt;br /&gt;
* [https://www.cervantesvirtual.com/ Cervantes Virtual]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:1535]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Spanische Geschichte (Habsburgerzeit)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Tunesien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Seeschlacht (16. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Seeschlacht (Malteserorden)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Militär (Osmanisches Reich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tunis]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Karl V. (HRR)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Andrea Doria]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Spanische Marinegeschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Arthur Bidulski</name></author>
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