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	<title>Tularämie - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-07T21:18:58Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Tular%C3%A4mie&amp;diff=133075&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Goris: /* Meldepflicht */</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Tular%C3%A4mie&amp;diff=133075&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-04-26T13:45:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Meldepflicht&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox ICD&lt;br /&gt;
|01-CODE = A21.-&lt;br /&gt;
|01-BEZEICHNUNG = Tularämie&lt;br /&gt;
|02-CODE = A21.0&lt;br /&gt;
|02-BEZEICHNUNG = Ulzeroglanduläre Tularämie&lt;br /&gt;
|03-CODE = A21.1&lt;br /&gt;
|03-BEZEICHNUNG = Okuloglanduläre Tularämie&lt;br /&gt;
|04-CODE = A21.2&lt;br /&gt;
|04-BEZEICHNUNG = Pulmonale Tularämie&lt;br /&gt;
|05-CODE = A21.3&lt;br /&gt;
|05-BEZEICHNUNG = Gastrointestinale Tularämie&lt;br /&gt;
&amp;lt;small&amp;gt;Abdominale Tularämie&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
|06-CODE = A21.7&lt;br /&gt;
|06-BEZEICHNUNG = Generalisierte Tularämie&lt;br /&gt;
|07-CODE = A21.8&lt;br /&gt;
|07-BEZEICHNUNG = Sonstige Formen der Tularämie&lt;br /&gt;
|08-CODE = A21.9&lt;br /&gt;
|08-BEZEICHNUNG = Tularämie, nicht näher bezeichnet&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
{{Infobox International Classification of Diseases 11&lt;br /&gt;
| Code-01 = 1B94&lt;br /&gt;
| Data-01 = Tularämie&lt;br /&gt;
| Code-02 = 1B94.0&lt;br /&gt;
| Data-02 = Ulzeroglanduläre Tularämie&lt;br /&gt;
| Code-03 = 1B94.Y&lt;br /&gt;
| Data-03 = Sonstige näher bezeichnete Tularämie&lt;br /&gt;
| Code-04 = 1B94.Z&lt;br /&gt;
| Data-04 = Tularämie, nicht näher bezeichnet&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tularämie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine häufig tödlich verlaufende ansteckende Erkrankung bei frei lebenden [[Nagetiere]]n und [[Hasenartige]]n, die durch das [[Bakterium]] &amp;#039;&amp;#039;[[Francisella tularensis]]&amp;#039;&amp;#039; (früher &amp;#039;&amp;#039;Pasteurella tularensis&amp;#039;&amp;#039;) ausgelöst wird. Die Erkrankung ist eine [[Zoonose]] und kann auf den Menschen übertragen werden. Sie zählt in Deutschland zu den [[Meldepflichtige Tierkrankheiten (Deutschland)|meldepflichtigen Tierkrankheiten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da das Beschwerdebild (mit [[Primärläsion|Primäraffekt]] an der Eintrittsstelle und Beteiligung der regionären Lymphknoten) dem der [[Pest]] ähnelt und die Erkrankung sehr häufig [[Echte Hasen|Hasen]] und&lt;br /&gt;
[[Wildkaninchen]] befällt, wird sie häufig auch als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hasenpest&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet. Andere Namen sind &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Nagerpest&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Lemmingfieber&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Parinaudkrankheit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Hirschfliegenfieber&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Erstmals wurde die Erkrankung 1911 durch den US-amerikanischen Mediziner [[George W. McCoy]] beschrieben.&amp;lt;ref&amp;gt;GW. McCoy: &amp;#039;&amp;#039;A plague-like disease of rodents&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Public Health Bull&amp;#039;&amp;#039;, 1911, 43, S. 53–71.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1912 gelang ihm zusammen mit [[Charles W. Chapin]] die Isolierung des [[Krankheitserreger|Erregers]] aus einer [[Eichhörnchen]]art in [[Kalifornien]].&amp;lt;ref&amp;gt;A. Tärnvik1, L. Berglund: [http://erj.ersjournals.com/cgi/content/full/21/2/361 &amp;#039;&amp;#039;Tularaemia&amp;#039;&amp;#039;.] &amp;#039;&amp;#039;In: Eur Respir J&amp;#039;&amp;#039;, 2003, 21, S. 361–373.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;GW. McCoy, CW. Chapin: &amp;#039;&amp;#039;Bacterium tularense, the cause of a plaguelike disease of rodents&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Public Health Bull&amp;#039;&amp;#039;, 1912, 53, S. 17–23.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zwischen 1919 und 1928 beschäftigte sich [[Edward Francis (Mediziner)|Edward Francis]] sehr ausführlich mit der Erkrankung und benannte sie nach dem Ort [[Tulare]] in Kalifornien/[[Vereinigte Staaten|USA]]. Der wissenschaftliche Name des Erregers wurde ebenfalls nach ihm benannt. In Europa wurde die Tularämie zum ersten Mal 1931 dokumentiert, und zwar an der Ostseeküste Mittelschwedens. Zwischen 1936 und 1950 gelang den sowjetischen Wissenschaftlern Nikolai&amp;amp;nbsp;A.&amp;lt;!-- Akimowitsch --&amp;gt; Gaiski, Boris&amp;amp;nbsp;J.&amp;lt;!-- Jakowlewitsch --&amp;gt; Elbert, &amp;lt;!-- Georgi Pawlowitsch? --&amp;gt; Somow und Chatenever die Entwicklung eines [[Impfstoff]]es gegen die Tularämie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] wurden vor allem im Spätjahr 1942 an der [[Deutsch-Sowjetischer Krieg|osteuropäischen Front]] [[Epidemie]]n mit mehr als Hunderttausend [[Infektion]]en gemeldet. Der ehemalige sowjetische Biowaffenforscher [[Ken Alibek]], der bis zu seiner Flucht in den Westen (1992) stellvertretender Leiter der für die [[Biologische Waffe|Biowaffen]]-Entwicklung zuständigen sowjetischen Behörde [[Biopreparat]] war, vermutet, dass die Epidemien die Folge eines Einsatzes von &amp;#039;&amp;#039;Francisella tularensis&amp;#039;&amp;#039; als biologische Waffe durch die sowjetischen Streitkräfte waren.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dennis2001&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=D. T. Dennis u.&amp;amp;nbsp;a. |Titel=Tularemia as a Biological Weapon |Sammelwerk=[[Journal of the American Medical Association]] |Band=21 |Nummer=285 |Datum=2001 |Seiten=2763–2773 |PMID=11386933}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Alibek, der zu den Vorgängen 1973 an der [[Staatliche Universität Tomsk|Universität in Tomsk]] geforscht hatte, begründete seine Vermutung mit mehreren Indizien – so habe sich einerseits die Zahl der Tularämie-Fälle auf sowjetischem Gebiet (laut Alibek sollen wechselnde Wetterlagen den Erreger vom von den Deutschen kontrollierten Territorium wieder auf sowjetisches Gebiet zurückgetrieben haben) innerhalb eines Jahres in ungewöhnlich hohem Ausmaß von 10.000 Erkrankten (1941) auf 100.000 Erkrankte (1942) verzehnfacht,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Alibek47&amp;quot;&amp;gt;Ken Alibek, Stephen Handelman: &amp;#039;&amp;#039;Direktorium 15. Russlands Geheimpläne für den biologischen Krieg&amp;#039;&amp;#039;. Econ Verlag GmbH. München, Düsseldorf 1999, S. 47.&amp;lt;/ref&amp;gt; während andererseits rund 70 Prozent der gemeldeten Fälle auf Lungen-Tularämie hindeuteten, welche durch eine gezielte Verbreitung über [[Aerosol]]e verursacht werden kann.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Alibek47&amp;quot;&amp;gt;&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Alibek seine Ergebnisse seinem Vorgesetzten in Tomsk vorlegte, sei ihm von diesem strengstens verboten worden, nochmals darüber zu sprechen und er musste zudem seine Studienarbeit nachfolgend dahingehend abändern, dass keine Verdachtsmomente hinsichtlich einer absichtlichen Ausbringung des Erregers mehr aus dieser herauslesbar waren.&amp;lt;ref&amp;gt;Alibek: &amp;#039;&amp;#039;Direktorium 15&amp;#039;&amp;#039;, S. 48.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Seuchenhistoriker Stefan Winkle, der während des Zweiten Weltkrieges als Mitarbeiter des Robert-Koch-Instituts selbst mit den wiederholten Tularämieausbrüchen an der Ostfront befasst war, hält die Ansicht Alibeks jedoch für unhaltbar. Die Ausbrüche seien vielmehr Folge der ungeheuren Mäuseplage, die in dem endemisch tularämieverseuchten Gebiet infolge kriegsbedingt nicht abgeernteter Getreidefelder entstanden war. Der ungewöhnlich hohe Anteil an Lungentularämie sei darauf zurückzuführen, dass Soldaten auf verseuchten Strohmatten und Strohlagern schliefen und sich dabei infizierten.&amp;lt;ref&amp;gt;Stefan Winkle: &amp;#039;&amp;#039;Die Geschichte der Seuchen.&amp;#039;&amp;#039; Berlin, 2021, S. 1155–1166&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der deutsche Spezialist für biologische Kriegsführung [[Heinrich Kliewe]] erhielt 1942 Berichte von Gefangenen, dass alle sowjetischen Soldaten im Raum Stalingrad gegen Tularämie geimpft worden seien. Kliewe ließ darauf 3.000 Liter Impfstoff im [[I.G. Farben]]-Werk in Marburg produzieren, genug für eine Million Soldaten. Dieser wurde auch an die Front gebracht, kam aber nicht zum Einsatz.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Chris Bellamy]]: &amp;#039;&amp;#039;Absolute War. Soviet Russia in the Second World War: a modern history&amp;#039;&amp;#039;. London 2007, S. 545 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1950er und 1960er Jahren entwickelte das US-Militär Waffensysteme, die das Bakterium als [[Aerosol]] verteilen sollten. 1969 schätzte ein Expertengremium der [[Weltgesundheitsorganisation]], dass eine derartige Verteilung von 50 Kilogramm &amp;#039;&amp;#039;F. tularensis&amp;#039;&amp;#039; über einer Stadt mit 5&amp;amp;nbsp;Millionen Einwohnern in 250.000 Kampfunfähigen und 19.000 Toten resultieren würde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dennis2001&amp;quot; /&amp;gt; 1997 schätzten Wissenschaftler der amerikanischen [[Centers for Disease Control and Prevention|CDC]] die Folgekosten eines solchen Angriffs auf 5,4 Milliarden US-Dollar pro 100.000 dem Agens ausgesetzten Personen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;kaufmann1997&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=A. F. Kaufmann, M. I. Meltzer, G. P. Schmid |Titel=The Economic Impact of a Bioterrorist Attack: Are Prevention and Postattack Intervention Programs Justifiable? |Sammelwerk=[[Emerging Infectious Diseases]] |Band=3 |Nummer=2 |Datum=1997 |Online=http://www.cdc.gov/ncidod/EID/vol3no2/kaufman.htm}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der größte dokumentierte Tularämie-Ausbruch fand 1966–1967 in einer ländlichen Gegend Schwedens statt und betraf etwa 600 Patienten. Diese hatten sich überwiegend beim Umschichten infizierten Heus durch Inhalation mit dem milderen Typ B infiziert und sprachen gut auf [[Tetracyclin]] an, sodass keine Todesfälle verzeichnet wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;dennis2001&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erreger ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Francisella tularensis 01.jpg|mini|Kolonien von &amp;#039;&amp;#039;Francisella tularensis&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
Der Erreger der Tularämie ist das hochansteckende Bakterium &amp;#039;&amp;#039;[[Francisella tularensis]]&amp;#039;&amp;#039; (früher auch: &amp;#039;&amp;#039;Pasteurella tularensis&amp;#039;&amp;#039;). Es handelt sich um ein sehr kleines, [[Gram-Färbung|gramnegatives]], [[Kokken|kokkoides]], [[spore]]nloses, schwer anzüchtbares Stäbchen, das den [[Proteobacteria|γ-Proteobakterien]] zugeordnet wird. Francisella ist die einzige Gattung in der Familie der Francisellaceae, Ordnung Thiotrichales. Sie umfasst insgesamt 4 Spezies (&amp;#039;&amp;#039;F. tularensis&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;F. philomiragia&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;F. novicida&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;F. noatunensis&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
Das Bakterium wird durch Wärme und die herkömmlichen [[Desinfektion]]smittel zerstört, ist aber gegenüber Kälte [[Resistenz|resistent]]. Bereits 10 bis 50 Bakterien als [[Aerosol]] können einen Menschen infizieren. Der Erreger kann in gefrorenem Hasenfleisch bis zu drei Jahre und in Boden und Wasser über mehrere Wochen überdauern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es sind mehrere Varianten bekannt:&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Francisella tularensis biovar tularensis&amp;#039;&amp;#039; (Typ A) in Nordamerika, der für gefährlichere Verläufe verantwortlich ist.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Francisella tularensis biovar palaearctica&amp;#039;&amp;#039; (Typ B) mit weltweiter Verbreitung.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Francisella tularensis biovar mediaasiatica&amp;#039;&amp;#039; mit Verbreitung in [[Kasachstan]] und [[Turkmenistan]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Francisella tularensis biovar novicida&amp;#039;&amp;#039; wurde mit wasserbedingten Ausbrüchen in [[Australien]], [[Spanien]] und den USA in Verbindung gebracht.&amp;lt;ref&amp;gt;Tina Broman, Mats Forsman, Jeannine Petersen, Anders Sjöstedt: &amp;#039;&amp;#039;The Infectious Agent.&amp;#039;&amp;#039; in &amp;#039;&amp;#039;WHO Guidelines on Tularaemia.&amp;#039;&amp;#039; Genf, 2007, S. 4 ([https://apps.who.int/iris/handle/10665/43793 online mehrsprachig verfügbar])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbreitung ==&lt;br /&gt;
* Nordamerika zwischen 30°N und 71°N: USA (vor allem [[Arkansas]], [[Missouri]], [[Oklahoma]], [[Tennessee]], [[Kansas]] und [[Utah]], andere Bundesstaaten, außer [[Hawaii]]), [[Kanada]] und [[Mexiko]] – 1.500 Infektionen pro Jahr&lt;br /&gt;
* [[Asien]], insbesondere [[Japan]] (1.400 Infektionen in 70 Jahren) und Teile [[Sibirien]]s&lt;br /&gt;
* [[Europa]]: insbesondere [[Skandinavien]] (20–50 pro Jahr), [[Tschechien]] (10), [[Slowakei]] (10), [[Spanien]] (55 Fälle seit 1997), Serbien (2001 bis März 2002 700 Fälle), [[Georgien]] und [[Deutschland]] (für Deutschland 2014 21 Fälle, 2015 34 Nachweise, 2016 41 Fälle, 2017 52 Nachweise. 2018 waren es 54 nachgewiesene Infektionen und 2019 stieg die Zahl auf 71. 2020 wurden 59 Fälle gezählt, 2021 waren es 113 und 2022 sank die Zahl auf 68. Für 2023 wurden 102 Fälle verzeichnet, 2024 kam es zu einem Anstieg auf 200 Fälle. 2025 wurden 171 Infektionen nachgewiesen.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Oktober 2005 infizierten sich bei einer Treibjagd auf Hasen im [[Landkreis Darmstadt-Dieburg]] neun Jäger und Treiber mit Tularämie. Fast alle waren am Ausnehmen oder Abbalgen beteiligt gewesen, sie hatten keine Krankheitszeichen an den Tieren festgestellt. Bei einem weiteren Jäger, der etwa vier Wochen später starb, wurde die Krankheit als Todesursache angenommen, da er typische Symptome gezeigt hatte. In Bayern wurde am 6. November 2018 bekannt, dass sich hier neun Jäger mit der Hasenpest infiziert haben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/bayern-neun-jaeger-sollen-an-hasenpest-erkrankt-sein-a-1237275.html |titel=Bayern: Neun Jäger offenbar an Hasenpest erkrankt |hrsg=Spiegel Online |datum=2018-11-07 |abruf=2018-11-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg war die Krankheit in Deutschland wesentlich häufiger, vermutlich wegen der damals höheren Hasen- und Kaninchenpopulation und der stärkeren Nutzung dieser Tiere für die menschliche Ernährung. Rund 100 bis 200 Fälle wurden in dieser Zeit pro Jahr registriert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Infektionsweg ==&lt;br /&gt;
Der Erreger befällt ein breites Spektrum von Lebewesen. Er infiziert vor allem verschiedene kleinere Säugetiere, wie [[Hasenartige|Hasen]] und Mäuse, aber auch andere Wild- und Haustiere. Ebenso wurde der Erreger bei blutsaugenden [[Insekten]] wie [[Bremsen]] und [[Mücken]] sowie bei [[Zecken]] und auch in [[Vögel]]n und [[Amphibien]] nachgewiesen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;rki20160223&amp;quot;&amp;gt;[https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Tularaemie.html RKI Ratgeber: Tularämie], Stand: 23. Februar 2016; abgerufen am 17. Juli 2023&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Erreger ist hochinfektiös. Bei Aufnahme über den Magen-Darm-Trakt reichen rund zehn Erreger, um eine Erkrankung auszulösen. Die Infektion kann über Haut- und Schleimhautkontakt von infektiösem Tiermaterial geschehen, bei der [[Jagd]], dem [[Enthäuten]] oder der [[Schlachtung]] geschehen. Ebenso kann der Erreger über nicht ausreichend erhitztes Fleisch übertragen werden. Eine Infektion ist aber auch durch mit Tierkot verunreinigte Lebensmittel oder verunreinigtes Wasser möglich. Ein weiterer möglicher Infektionsweg ist das Einatmen von kontaminiertem Staub oder Aerosolen, zum Beispiel bei der Heubearbeitung. Außerdem können Stiche oder Bisse infizierter Insekten die Erkrankung auslösen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;rki20160223&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Übertragung von erkrankten Menschen auf andere Menschen ist bisher nicht beschrieben, ist aber nicht mit Sicherheit auszuschließen. Bei vielen Erkrankungsfällen bleibt der Infektionsweg unklar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;rki20160223&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Krankheitsverlauf und Symptome ==&lt;br /&gt;
Die Tularämie verläuft bei Tieren und beim Menschen unterschiedlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tularämie bei Tieren ===&lt;br /&gt;
Nach Übertragung der Erreger durch [[Parasit]]en auf die [[Nagetiere]] kommt es nach zwei bis drei Tagen zu einer [[Septikämie]], also einer systemischen Infektion infolge dauerhafter Präsenz der Erreger im Blutkreislauf. Die Tiere fallen durch Schwäche, Apathie (bis zum Ausbleiben von Fluchtverhalten), Fieber und gesteigerte Atemfrequenz auf. [[Lymphknoten]] und [[Milz]] sind vergrößert. Innerhalb von vier bis dreizehn Tagen sind die meisten Tiere verendet. [[Krankheitsverlauf|Chronisch]] verlaufende Infektionen enden nach 14 bis 60 Tagen tödlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Haushund]]e scheinen gegenüber dem Erreger weitgehend resistent zu sein. In seltenen Fällen kann es zu einem Krankheitsausbruch mit [[Fieber]], [[Hepatomegalie|Leber-]], [[Splenomegalie|Milz-]] und [[Lymphadenopathie|Lymphknotenschwellung]], [[Ikterus|Gelbsucht]], Schnupfen, [[Bronchopneumonie]] und Haut und Schleimhaut[[Ulcus|geschwüren]] kommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hartmann&amp;quot;&amp;gt;Katrin Hartmann: &amp;#039;&amp;#039;Tularämie.&amp;#039;&amp;#039; In: Peter F. Suter, Hans G. Niemand (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Praktikum der Hundeklinik.&amp;#039;&amp;#039; 10. Auflage. Paul-Parey-Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-8304-4141-X, S. 312.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch Hauskatzen scheinen nur wenig empfänglich zu sein. Bei ihnen können Fieber, Lymphknotenschwellungen, Fressunlust, Abmagerung und Schwäche auftreten. Bei mehrmaliger experimenteller Verfütterung von infektiösem Material starben die Tiere nach 10 bis 50 Tagen.&amp;lt;ref&amp;gt;In: Marian C. Horzinek u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Krankheiten der Katze.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage. Enke, 2005, ISBN 3-8304-1049-2, S. 184.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tularämie beim Menschen ===&lt;br /&gt;
Die Tularämie kann, meist über direkten Kontakt (etwa über kleine Hautdefekte), von lebenden oder toten Tieren auf den Menschen übertragen werden. Sie ist nach {{§|7|ifsg|juris}} [[Infektionsschutzgesetz]] in Deutschland eine bei indirektem oder direktem Nachweis des Erregers [[Meldepflichtige Krankheit|meldepflichtige]] [[Zoonose]]. Der Verlauf der Erkrankung beim Menschen ist schwer und häufig lebensbedrohlich (die [[Letalität]] wird ohne Behandlung mit etwa 33 % angegeben), weshalb eine rechtzeitige Diagnosestellung von größter Bedeutung ist. In Mitteleuropa ist die Erkrankung sehr selten. In Deutschland wurden in den Jahren 2008 und 2009 insgesamt 15 bzw. 10 Fälle, im Jahr 2013 20 Fälle und 2014 21 Fälle gemeldet,&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[Epidemiologisches Bulletin]]&amp;#039;&amp;#039;, [https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2010/Ausgaben/15_10.pdf?__blob=publicationFile Nr. 15.] (PDF; 267&amp;amp;nbsp;kB) [[Robert Koch-Institut]], 19. April 2010; mit Jahresstatistik meldepflichtiger Infektionskrankheiten 2008 und 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2014/Ausgaben/31_14.pdf?__blob=publicationFile |titel=Nr. 31 |werk=[[Epidemiologisches Bulletin]] |hrsg=[[Robert Koch-Institut]] |datum=2014-08-04 |abruf=2014-12-04 |format=PDF}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2015/Ausgaben/03_15.pdf?__blob=publicationFile Epidemiologisches Bulletin Nr. 3 des RKI] (PDF; 307&amp;amp;nbsp;kB) 19. Januar 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt; was einer [[Inzidenz (Epidemiologie)|Inzidenz]] von etwa 0,01 auf 100.000 entspricht. Die Zahlen sind mittlerweile jedoch um ein Vielfaches gestiegen (siehe „Verbreitung“). Aufgrund der relativen Seltenheit der Erkrankung gibt die genaue [[Anamnese]]erhebung (Tierkontakt) meist den entscheidenden Hinweis für die Verdachtsdiagnose.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Inkubationszeit beträgt beim Menschen zwischen einem und zehn Tagen. Die Infektion kann über Kontakt mit infizierten Tieren&amp;lt;ref&amp;gt;Fallbericht über Tularämie nach Katzenbiss: A. N. Weinberg, J. A. Branda: [http://www.nejm.org/doi/pdf/10.1056/NEJMcpc1007103 A 29-Year-Old &amp;#039;&amp;#039;Woman with Fever after a Cat Bite.&amp;#039;&amp;#039;] (PDF) In: &amp;#039;&amp;#039;[[N Engl J Med]].&amp;#039;&amp;#039; 2010; 363, S. 1560–1568, 14. Oktober 2010.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder auch über [[Ektoparasiten]] (Mücken, Zecken) erfolgen. Je nach Eintrittspforte des Erregers (Hautwunde, über den Mund, Einatmen als Aerosol) kommt es zu unterschiedlichen Krankheitsmanifestationen, wie im Folgenden aufgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Äußere (lokalisierte) Formen ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Tularemia lesion.jpg|mini|Läsion bei humaner Tularämie]]&lt;br /&gt;
* ulzeroglanduläre (kutanoglanduläre) Tularämie – häufigste Form der Tularämie (75–85 %), die mit plötzlichem Fieberanstieg beginnt. Es bilden sich [[Geschwür]]e (Primäraffekte) an der Eintrittsstelle mit regionaler, oft eitriger Entzündung der [[Lymphknoten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* okuloglanduläre Tularämie ([[Konjunktivitis|Parinaudkonjunktivitis]]) – die Eintrittspforte an der [[Bindehaut]] des Auges ist durch ein gelbliches Knötchen erkennbar, die Lymphknoten vor dem Ohr und im Hals sind geschwollen. Zusätzlich kommt es zu einer sehr schmerzhaften [[Konjunktivitis]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* glanduläre Tularämie – es ist keine Eintrittspforte erkennbar und die Bildung von Geschwüren fehlt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* glandulo-[[Pharynx|pharyngeale]] oder oropharyngeale Tularämie – diese Form ist vor allem bei Kindern anzutreffen. Es kommt zu Geschwüren in der Mundhöhle und im [[Rachen]], die Lymphknoten im [[Kiefer (Anatomie)|Kieferwinkel]] sind geschwollen.&amp;lt;ref&amp;gt;Fallbericht: E. Capka, M. Roch, M. Ritter, U. Stölzel: &amp;#039;&amp;#039;23-jähriger Patient mit Halsschmerzen und progredienter Lymphknotenschwellung – Eine seltene Form der Hasenpest.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Der Internist.&amp;#039;&amp;#039; Band 51, Nr. 6, S. 784–787, [[doi:10.1007/s00108-009-2547-z]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Innere (invasive) Formen ====&lt;br /&gt;
Die innere Form der Tularämie entsteht, wenn die Erreger eingeatmet werden oder auf dem Blutweg innere Organe erreichen. Es handelt sich dann um eine hochfieberhafte, gefährliche Erkrankung mit einer deutlich höheren [[Letalität]] als bei den äußeren Formen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* typhöse (generalisierte oder [[septisch]]e) Tularämie – diese Form entsteht vor allem bei Laborinfektionen oder nach dem Kontakt mit infiziertem Schlachtblut; sehr oft sind die [[Lunge]]n befallen, die Patienten leiden unter Fieber, Kopfschmerzen und Schweißausbrüchen. Es kommt zu Drüsenschwellungen, manchmal zu Hautausschlägen und zu einer [[Leukozytose]].&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Wurm, A. M. Walter: &amp;#039;&amp;#039;Infektionskrankheiten.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Ludwig Heilmeyer]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch der Inneren Medizin.&amp;#039;&amp;#039; Springer-Verlag, Berlin / Göttingen / Heidelberg 1955; 2. Auflage ebenda 1961, S. 9–223, hier: S. 131 (&amp;#039;&amp;#039;Tularämie (typhöse Form)&amp;#039;&amp;#039;).&amp;lt;/ref&amp;gt; Komplikationen sind [[Lungenabszess]]e, [[Mediastinitis]], [[Meningitis]], [[Perikarditis]], [[Osteomyelitis]], [[Rhabdomyolyse]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[intestinal]]e Tularämie – Übertragung wahrscheinlich durch den Verzehr ungenügend erhitzten Fleisches infizierter Tiere. Symptome sind [[Pharyngitis]], Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle und [[abdominell]]e Schmerzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[thorakal]]e (pulmonale) Tularämie – am zweithäufigsten; betrifft bevorzugt die Lunge und äußert sich dann als [[Pneumonie]], also Lungenentzündung. Die Patienten leiden unter Husten mit [[Sputum|Auswurf]], Luftnot und Schmerzen im [[Brustkorb]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[abdominell]]e Tularämie – ein [[typhus]]ähnliches Krankheitsbild, bei dem [[Leber]] und [[Milz]] geschwollen sind, die Patienten klagen über Bauchschmerzen und Durchfall.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Diagnose ==&lt;br /&gt;
Die Diagnose der Tularämie kann direkt oder indirekt erfolgen, im Idealfall sollen Proben vor Beginn einer antibiotischen Therapie genommen werden. &lt;br /&gt;
Aufgrund der relativen Seltenheit der Erkrankung und der häufig unspezifischen Symptome, mit einer Vielzahl an möglichen Differentialdiagnosen, sollten im Rahmen der Anamnese etwaige Tierkontakte erhoben oder bekanntgegeben werden. Die Anzucht des Bakteriums &amp;#039;&amp;#039;Francisella tularensis&amp;#039;&amp;#039; erfordert spezielle Nährmedien und gelingt nicht immer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Direkte Nachweise des Erregers, des Bakteriums &amp;#039;&amp;#039;Francisella tularensis&amp;#039;&amp;#039;, können über immunologische Nachweisverfahren wie [[Enzyme-linked Immunosorbent Assay]] oder [[Polymerase-Kettenreaktion]] erfolgen. Da es sich bei &amp;#039;&amp;#039;Francisella tularensis&amp;#039;&amp;#039; um einen hochinfektiösen Erreger handelt, sollte die weiterführende Analyse in Speziallaboratorien durchgeführt werden.&lt;br /&gt;
Indirekte, antikörperbasierte Nachweise von Serumantikörpern können mittels immunchemischer Testverfahren wie des [[Western Blot]] erfolgen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_Tularaemie.html |titel=Tularämie |werk=RKI Ratgeber |hrsg=[[Robert Koch-Institut|RKI]] |abruf=2025-04-16}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Differentialdiagnostisch kommen viele verschiedene Erreger beziehungsweise Infektionen infrage, unter anderem [[Influenza]], die [[Pest]], [[Milzbrand]] oder [[Toxoplasmose]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://iris.who.int/handle/10665/43793  | titel=WHO Guidelines on tularaemia |hrsg=[[Weltgesundheitsorganisation]] |abruf=2025-04-16}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Therapie ==&lt;br /&gt;
Die Behandlung besteht in der Gabe von [[Antibiotika]]. Am wirksamsten im Tierversuch hat sich [[Streptomycin]] gezeigt. Die Substanz wird aufgrund der häufigen Nebenwirkungen auf das [[Ototoxizität|Hör- und Gleichgewichtsorgan]] aber nicht mehr routinemäßig eingesetzt. Mittel der Wahl sind [[Fluorchinolone]], allen voran [[Ciprofloxacin]]. Alternativ kann auch das [[Tetrazyklin]] [[Doxycyclin]] als Monotherapie verordnet werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;STAKOB112021&amp;quot;&amp;gt;[https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/Stakob/Stellungnahmen/Stellungnahme_Tularaemie.pdf?__blob=publicationFile &amp;#039;&amp;#039;Hinweise zur Therapie der Tularämie&amp;#039;&amp;#039;.] (PDF; 307&amp;amp;nbsp;kB) Ständiger Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten&lt;br /&gt;
durch hochpathogene Erreger am [[Robert Koch-Institut]], Stand: Oktober 2021; abgerufen am 7. Januar 2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei schwerem Verlauf ist eine Kombinationstherapie bestehend aus [[Ciprofloxacin]] und [[Gentamicin]] empfohlen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;STAKOB112021&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Schwangeren besteht durch die Antibiotika ein Risiko für die Schädigung des ungeborenen Kindes. Hier ist eine strenge Nutzen/Risiko-Abwägung notwendig. Alternativ kann nach Resistenztestung auf ein [[Makrolid]]antibiotikum ausgewichen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;STAKOB112021&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Prognose ==&lt;br /&gt;
Bei der inneren Form der Tularämie des Menschen handelt sich um eine schwere, lebensbedrohliche Erkrankung, die behandelt noch in ca. 5&amp;amp;nbsp;% der Fälle tödlich verläuft. Ohne antibiotische Behandlung kann die Sterblichkeit über 30&amp;amp;nbsp;% betragen. Mit einer Letalität von 10 bis 35&amp;amp;nbsp;% ist die [[Virulenz]] amerikanischer Tularämieformen höher als die europäischer Stämme.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Hunden ist die Prognose bei rechtzeitiger Behandlung gut. Wegen der großen Ansteckungsgefahr für den Besitzer ist eine Behandlung aber umstritten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hartmann&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Prophylaxe ==&lt;br /&gt;
Es existiert ein [[Attenuierung|attenuierter]] Lebendimpfstoff, der in der [[UdSSR]] auch breit angewendet wurde. Dieser wird auch weiterhin in [[Russland]] eingesetzt. Ein für Laborpersonal in den USA eingesetzter Impfstoff wurde wegen begrenzter Wirksamkeit und möglicher Nebenwirkungen mittlerweile wieder vom Markt genommen. Da aufgrund der kurzen Inkubationszeit bereits vor Eintritt einer möglichen Impfwirkung die Krankheit ausbrechen kann, gelten Impfungen nach Exposition als nicht angezeigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;rki20160223&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine medikamentöse Prophylaxe nach wahrscheinlicher Exposition (z.&amp;amp;nbsp;B. im Labor): Doxycyclin oder Ciprofloxacin sollte rasch begonnen werden. Falls eine mögliche Exposition erst nach Auftreten von Krankheitsfällen in Betracht gezogen wird, sollten alle mutmaßlich Exponierten ein Fieber-Monitoring für 14 Tage (nach der vermuteten Exposition) durchführen. Diejenigen, die in diesem Zeitraum eine grippeähnliche Erkrankung oder Fieber entwickeln, sollten therapiert werden wie oben beschrieben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;rki20160223&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Überstehen der Erkrankung hinterlässt eine langjährige [[Immunität (Medizin)|Immunität]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Meldepflicht ==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Tularämie&amp;#039;&amp;#039; ist in Österreich gemäß {{§|1|EPIDEMIEGESETZ|RIS-B|DokNr=NOR40231448}} Abs.&amp;amp;nbsp;1 Nummer&amp;amp;nbsp;1 &amp;#039;&amp;#039;Epidemiegesetz 1950&amp;#039;&amp;#039; bei Verdacht, Erkrankung und Tod [[Meldepflichtige Krankheit#Österreich|anzeigepflichtig]]. Zur Anzeige verpflichtet sind unter anderen Ärzte und Labore ({{§|3|EPIDEMIEGESETZ|RIS-B|DokNr=NOR40240267}} Epidemiegesetz 1950).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Schweiz besteht [[Meldepflichtige Krankheit#Schweiz|Meldepflicht]] bei positivem laboranalytischen Befund durch Ärztinnen und Ärzte, Spitäler und andere öffentliche und private Institutionen des Gesundheitswesens. Dies ergibt sich aus dem &amp;#039;&amp;#039;Epidemiengesetz&amp;#039;&amp;#039; (EpG) in Verbindung mit der &amp;#039;&amp;#039;Epidemienverordnung&amp;#039;&amp;#039; und {{§§|URL|2=https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2015/892/de#annex_1|3=Anhang 1}} der &amp;#039;&amp;#039;Verordnung des [[Eidgenössisches Departement des Innern|EDI]] über die Meldung von Beobachtungen übertragbarer Krankheiten des Menschen&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutschland besteht hinsichtlich &amp;#039;&amp;#039;Francisella tularensis&amp;#039;&amp;#039; gemäß {{§|7|ifsg|juris}} [[Infektionsschutzgesetz]] eine [[Meldepflichtige Krankheit#Deutschland|namentliche Meldepflicht]] bei direktem oder indirektem Erregernachweis, soweit dieser auf eine akute Infektion hinweist. Zudem ist die Erkrankung in der Anlage 2 der [[Tierseuchenmeldeverordnung]] (TierSeuchMeldV) vom 10. März 2026 gelistet und es besteht für Erkrankungen von Hasenartigen und anderen Tierarten eine allgemeine [[Meldepflichtige Tierseuche (Deutschland)|Meldepflicht]] nach § 4.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.gesetze-im-internet.de/tierseuchmeldv/BJNR03D0B0026.html Verordnung über die Meldung von Seuchen bei Tieren (Tierseuchenmeldeverordnung – TierSeuchMeldV)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Recht [[Sachsen]]s besteht eine namentliche Meldepflicht bezüglich Erkrankung und Tod an &amp;#039;&amp;#039;Tularämie&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;§&amp;amp;nbsp;1 Absatz&amp;amp;nbsp;1 Nummer&amp;amp;nbsp;23 {{Internetquelle |url=https://www.revosax.sachsen.de/vorschrift/20989-Saechsische-Infektionsschutz-Meldeverordnung |titel=Sächsische Infektionsschutz-Meldeverordnung |titelerg=Vollzitat: Sächsische Infektionsschutz-Meldeverordnung vom 19. Juli 2024 (SächsGVBl. S. 745) |werk=revosax.sachsen.de |abruf=2024-10-21 |kommentar=Fassung gültig ab: 17. August 2024}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* H. Krauss, A. Weber, M. Appel, B. Enders, A. v. Graevenitz, H. D. Isenberg, H. G. Schiefer, W. Slenczka, H. Zahner: &amp;#039;&amp;#039;Zoonosen. Von Tier zu Mensch übertragbare Infektionskrankheiten.&amp;#039;&amp;#039; 3. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Deutscher Ärzte-Verlag, Köln, 2004, ISBN 3-7691-0406-4.&lt;br /&gt;
* H. Krauss, A. Weber, M. Appel, B. Enders, A. v. Graevenitz, H. D. Isenberg, H. G. Schiefer, W. Slenczka, H. Zahner: &amp;#039;&amp;#039;Zoonoses. Infectious Diseases Transmissible from Animals to Humans.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage. ASM Press [[American Society for Microbiology]], Washington DC 2003, ISBN 1-55581-236-8.&lt;br /&gt;
* H. Krauss, A. Weber, B. Enders, H. G. Schiefer, W. Slenczka, H. Zahner: &amp;#039;&amp;#039;Zoonosen.&amp;#039;&amp;#039; ACATAP, Damaskus, Syrien 2001. (arabisch)&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Tularämie, Hasenpest (Francisella tularensis).&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Bundesgesundheitsblatt]].&amp;#039;&amp;#039; Robert Koch-Institut 2001.&lt;br /&gt;
* [[Marianne Abele-Horn]]: &amp;#039;&amp;#039;Antimikrobielle Therapie. Entscheidungshilfen zur Behandlung und Prophylaxe von Infektionskrankheiten.&amp;#039;&amp;#039; Unter Mitarbeit von Werner Heinz, Hartwig Klinker, Johann Schurz und August Stich. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Peter Wiehl, Marburg 2009, ISBN 978-3-927219-14-4, S. 251 f.&lt;br /&gt;
* Karl Wurm, A. M. Walter: &amp;#039;&amp;#039;Infektionskrankheiten.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Ludwig Heilmeyer]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch der Inneren Medizin.&amp;#039;&amp;#039; Springer-Verlag, Berlin / Göttingen / Heidelberg 1955; 2. Auflage ebenda 1961, S. 9–223, hier: S. 216–218.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{RobKochInst|https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/T/Tularaemie/Tularaemie.html}}&lt;br /&gt;
* [http://www.drtm-online.de/sic/122.html Beschreibung.] Deutsche Gesellschaft für Reise- und Touristikmedizin&lt;br /&gt;
* [https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2005/Ausgabenlinks/50_05.pdf?__blob=publicationFile &amp;#039;&amp;#039;Epidemiologisches Bulletin&amp;#039;&amp;#039;, 16. Dezember 2005 / Nr. 50.] (PDF; 98&amp;amp;nbsp;kB) [[Robert Koch-Institut|RKI]]&lt;br /&gt;
* [https://www.bfr.bund.de/cm/343/francisella-tularensis-infektionen-durch-lebensmittel-unwahrscheinlich.pdf &amp;#039;&amp;#039;Francisella-tularensis-Infektionen durch Lebensmittel unwahrscheinlich&amp;#039;&amp;#039;.] (PDF; 102&amp;amp;nbsp;kB) &amp;#039;&amp;#039;Bundesinstitut für Risikobewertung&amp;#039;&amp;#039; (BfR) Risikobewertung und Schutzmaßnahmen, 18. Juni 2018.&lt;br /&gt;
* [http://instmikrobiobw.de/einrichtungen/konsiliarlabore/konsiliarlabor-fuer-tularaemie.html Webseite] des [[Konsiliarlabor]]s für Tularämie, [[Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr]], München&lt;br /&gt;
* [https://www.fli.de/de/institute/institut-fuer-bakterielle-infektionen-und-zoonosen-ibiz/referenzlabore/nrl-fuer-tularaemie/?sword_list&amp;amp;#91;0&amp;amp;#93;=tular%C3%A4mie Deutsches Referenzlabor für Tularämie] am [[Friedrich-Loeffler-Institut]] Greifswald mit ausführlichen Informationen (Veterinärbakteriologie)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Tularamie}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bakterielle Infektionskrankheit des Menschen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bakterielle Infektionskrankheit bei Tieren]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zoonose]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Meldepflichtige Tierseuche]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Meldepflichtige Krankheit]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Goris</name></author>
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