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	<title>Tuamotu-Archipel - Versionsgeschichte</title>
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&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Inselgruppe&lt;br /&gt;
|NAME= Tuamotu-Archipel&lt;br /&gt;
|BILD1= Tuamotu Archipel.png&lt;br /&gt;
|BILD1-TEXT= Übersichtskarte Tuamotu-Archipel&lt;br /&gt;
|GEWAESSER= Pazifischer Ozean&lt;br /&gt;
|BREITENGRAD= 18/2/27/S&lt;br /&gt;
|LAENGENGRAD= 141/24/34/W&lt;br /&gt;
|REGION-ISO= FR-PF&lt;br /&gt;
|KARTE= Fp-map de.svg&lt;br /&gt;
|POSKARTE= &lt;br /&gt;
|INSELN= 78 Atolle&lt;br /&gt;
|HAUPTINSEL= [[Rangiroa]]&lt;br /&gt;
|FLAECHE= 850&lt;br /&gt;
|EINWOHNER= 17559&lt;br /&gt;
|ZENSUS= 2017&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tuamotu-Archipel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (frühere Namen: &amp;#039;&amp;#039;Paumotuinseln&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Dangerous Islands&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Low Archipel&amp;#039;&amp;#039;) ist eine zu [[Französisch-Polynesien]] gehörende Inselgruppe im [[Pazifik|Südpazifik]], östlich der [[Gesellschaftsinseln]]. Diese weltgrößte Gruppe von Korallenatollen umfasst 78 [[Atoll]]e unterschiedlicher Größe mit unzähligen Einzelinseln ([[Motu (Insel)|Motu]]) sowie drei hohe Koralleninseln. 45 Atolle sind von insgesamt etwa 17.000 Menschen bewohnt, die meist polynesischen Ursprungs sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographie ==&lt;br /&gt;
Der Tuamotu-Archipel ist die Inselgruppe mit der weltweit größten Ausdehnung. Die Inseln erstrecken sich im Südpazifik über fünfzehn Längen- und zehn Breitengrade von [[Mataiva]] im Norden bis [[Temoe]] im äußersten Südosten über mehr als 2000 Kilometer. Sie befinden sich zwischen 14° und 23° südlicher Breite und zwischen 135° und 150° westlicher Länge und bedecken dabei mehr als 2 Millionen&amp;amp;nbsp;km², eine Fläche größer als Westeuropa. Die Landfläche aller Inseln zusammen beträgt dagegen nur etwa 850&amp;amp;nbsp;km², das entspricht ungefähr der Größe des Stadtgebietes von [[Berlin]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Geologie ===&lt;br /&gt;
Die Tuamotu-Inseln sind, mit Ausnahme der politisch zugehörenden [[Gambierinseln]] im äußersten Süden des Archipels, flache [[Steinkorallen|Koralle]]n[[atoll]]e bzw. -inseln. Die Atolle zeigen die unterschiedlichsten Formen, je nach Zeitalter ihrer Entstehung. Es gibt kleine, runde bis ovale Einzelinseln mit einem geschlossenen Korallensaum ([[Niau]]), aber auch große ringförmige Strukturen mit unzähligen [[Motu (Insel)|Motu]] um eine [[Lagune|Zentrallagune]] ([[Takaroa]]). Zum Archipel gehören einige der größten Atolle der Erde, die zentrale Lagune von [[Rangiroa]] zum Beispiel ist 80&amp;amp;nbsp;km lang und 32&amp;amp;nbsp;km breit. [[Makatea]] ist eines der seltenen [[Gehobenes Atoll|gehobenen Atolle]] mit einem bis zu 80 Meter hohen Plateau, das dadurch entstand, dass ein erdgeschichtlich älteres Korallenatoll durch spätere Verformung der Erdkruste angehoben wurde, worauf sich erneut ein Korallensaum um die Insel bildete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemeinhin sind die Tuamotus niedrige Koralleninseln, die aus Korallenschutt und -sand bestehen. Sie erheben sich nur wenig – zwischen einem und sechs Metern – über den Meeresspiegel. Auf einigen Inseln (z.&amp;amp;nbsp;B.: Anaa, Niau, Tepoto, Rangiroa) findet man flache Hügel aus massivem [[Kalkstein]], in Tuamotuan &amp;#039;&amp;#039;feo&amp;#039;&amp;#039; genannt, stark verwitterte, scharfkantige Überbleibsel alter Korallenriffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein völlig anderes Erscheinungsbild zeigen die erdgeschichtlich jüngeren [[Gambierinseln]]. Die [[basalt]]ischen Zentralberge der von sandigen Motu und einem Korallenriff umgebenen Hauptinseln sind Überbleibsel eines weitgehend [[Erosion (Geologie)|erodierten]] Vulkanes. Sie ragen mehr als 400 m über den Meeresspiegel empor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Inselgeographie ===&lt;br /&gt;
Geographisch lassen sich die Tuamotus in neun Gruppen einteilen:&lt;br /&gt;
[[Datei:Karta FP Tuamotus isl.PNG|mini|Inseln und Atolle im Tuamotu-Archipel]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Fakarava-ponton-rotoava.jpg|mini|Blick auf die Lagune des Fakarava-Atolls]]&lt;br /&gt;
* Nordwestliche Gruppe mit den Untergruppen&lt;br /&gt;
** [[Îles du Roi Georges]]: [[Ahe (Tuamotu)|Ahe]] und [[Manihi]] im Westen, sowie [[Takapoto]], [[Takaroa]] und [[Tikei]] im Osten&lt;br /&gt;
** [[Palliser-Inseln|Îles Palliser]]: [[Rangiroa]], [[Mataiva]], [[Tikehau]], [[Arutua]], [[Apataki]], [[Kaukura]], [[Toau]], [[Aratika]], [[Kauehi]], [[Makatea]]&lt;br /&gt;
* Zentral-westliche Gruppe mit den Atollen [[Anaa]], [[Faaite]], [[Motutunga]], [[Tahanea]], [[Niau]], [[Fakarava]]&lt;br /&gt;
* Zentral-nördliche Gruppe mit den Atollen [[Katiu]], [[Makemo]], [[Raroia]] und den [[Raevski-Inseln]]&lt;br /&gt;
* Zentral-östliche Gruppe mit den Atollen [[Ahunui]], [[Amanu]], [[Fangatau]], [[Hao (Tuamotu-Inseln)|Hao]], [[Nukutavake]]&lt;br /&gt;
* [[Îles du Désappointement]] im Nordosten mit den Atollen [[Napuka]], [[Tepoto Nord]]&lt;br /&gt;
* Das einzeln liegende Atoll [[Puka-Puka (Tuamotu-Inseln)|Puka-Puka]] im Nordosten&lt;br /&gt;
* Östliche Gruppe mit den Inseln [[Puka Rua]], [[Reao (Atoll)|Reao]], [[Tatakoto]]&lt;br /&gt;
* [[Îles du Duc de Gloucester]] mit den Atollen [[Anuanuraro]], [[Anuanurunga]] und [[Nukutepipi]]&lt;br /&gt;
* Das einzeln liegende Atoll [[Héréhérétué]] im Südwesten&lt;br /&gt;
* Südliche Gruppe mit [[Fangataufa]], [[Mururoa]], [[Tematangi]]&lt;br /&gt;
* [[Actéon-Inseln|Actéon-Gruppe]] mit den Atollen [[Matureivavao]], [[Tenararo]], [[Tenarunga]] und [[Vahanga]]&lt;br /&gt;
* Südöstliche Gruppe mit den Atollen [[Maria Est]], [[Marutea Sud]] und [[Morane (Atoll)|Morane]]&lt;br /&gt;
* [[Gambierinseln]] mit [[Mangareva]], [[Aukena]], [[Taravai]] sowie dem Atoll [[Temoe]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;siehe auch:&amp;#039;&amp;#039; [[Liste der Tuamotu-Inseln]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klima ===&lt;br /&gt;
Das Klima ist tropisch warm ohne ausgeprägte Jahreszeiten. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt relativ gleichbleibend 26&amp;amp;nbsp;°C.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ganzjährige Quellen, Bäche oder Flüsse fehlen, sodass Süßwasser nur aus aufgefangenem Regenwasser gewonnen werden kann. Im Jahresdurchschnitt fallen 1.400&amp;amp;nbsp;mm Regen (Vergleich: Köln 700&amp;amp;nbsp;mm), wobei sich die Regenmengen in den einzelnen Monaten nur wenig unterscheiden. Die trockensten Monate sind September bis November.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Klimawandel ===&lt;br /&gt;
Die meisten pazifischen Inseln sind von den Auswirkungen des [[Globale Erwärmung|Klimawandels]] stark betroffen. Das gilt für den Tuamotu-Archipel in besonderem Maße, so zeigt eine Studie von Karnauskas et al. (2016) in der Fachzeitschrift [[Nature Climate Change]] auf, dass ein fortschreitender Klimawandel bis zum Jahr 2090 zu einer Austrocknung der Inseln führen könnte.&amp;lt;ref&amp;gt;Karnauskas et al.: &amp;#039;&amp;#039;Future freshwater stress for island populations.&amp;#039;&amp;#039; Nature Climate Change volume 6, pages 720–725 (2016). [[doi: 10.1038/nclimate2987]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Flora und Fauna ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Flora ===&lt;br /&gt;
Der wenig fruchtbare Boden lässt lediglich eine artenarme Vegetation zu, die sich auf allen Inseln ähnlich entwickelt hat. Während des [[Kopra]]-Booms im 19. Jahrhundert wurde jedoch die ursprüngliche Vegetation mittels [[Brandrodung]] rücksichtslos beseitigt, um ausgedehnte Kokosplantagen anzulegen. Nur noch auf wenigen Inseln sind daher spärliche Reste der indigenen Flora verblieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der ursprüngliche Bewuchs bestand aus &amp;#039;&amp;#039;[[Pisonia|Pisonia grandis]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Samtblatt|Heliotropium arboreum]]&amp;#039;&amp;#039; (Syn.: &amp;#039;&amp;#039;Tournefortia argentea&amp;#039;&amp;#039;), die auf einigen Inseln monospezifische Wälder gebildet hatten oder durchsetzt waren mit &amp;#039;&amp;#039;[[Noni|Morinda citrifolia]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Schraubenbäume|Pandanus]]&amp;#039;&amp;#039; und den zu den [[Kaffeegewächse]]n gehörenden &amp;#039;&amp;#039;Tarenna sambucina&amp;#039;&amp;#039;. Eingerahmt wurden diese sechs bis zehn Meter hoch wachsenden Bäume von buschiger Vegetation, u.&amp;amp;nbsp;a. bestehend aus &amp;#039;&amp;#039;[[Weiderichgewächse|Pemphis acidula]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Timonius polygamus&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Fächerblumen|Scaevola taccada]]&amp;#039;&amp;#039;. Als Vor- und Unterwuchs hatten sich krautige Pflanzen, Gräser und Farne festgesetzt, wie zum Beispiel: &amp;#039;&amp;#039;Hedyotis romanzoffiensis&amp;#039;&amp;#039; (Syn.: &amp;#039;&amp;#039;Kadua romanzoffiensis, Coprosma oceanica&amp;#039;&amp;#039;), &amp;#039;&amp;#039;Lepturus lepens&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;[[Schwertfarne|Nephrolepis sp.]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Dieter Mueller-Dombois]], F. Raymond Fosberg: &amp;#039;&amp;#039;Vegetation of the Tropical Pacific Islands&amp;#039;&amp;#039;, Springer-Verlag, New York-Berlin 1998, ISBN 0-387-98313-9, S. 433–437&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Kokospalmen]] hatten sich nicht auf allen Inseln angesiedelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Nutzpflanzen der heutigen Bewohner, [[Yams]], [[Taro]], [[Bananen]] und [[Brotfrucht|Brotfrüchte]] sowie mehrere Arten von tropischen Früchten, wurden überwiegend von den Polynesiern eingeführt, einige andere, zum Beispiel Zitrusfrüchte und Vanille, später von den Europäern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Besonderheit auf einigen Tuamotu-Inseln (z.&amp;amp;nbsp;B.: [[Takapoto]], [[Fakahina]]) ist der Nassfeldanbau von [[Taro]], über den bereits 1837 [[Jacques-Antoine Moerenhout]] berichtete und den die polynesischen Ureinwohner schon kannten.&amp;lt;ref&amp;gt;Jacques-Antoine Moerenhout: &amp;#039;&amp;#039;Voyages aux îles du Grand Océan.&amp;#039;&amp;#039; Bertrand, Paris 1837, engl. Übersetzung: Arthur R. Borden: &amp;#039;&amp;#039;Travels to the Islands of the Pacific Ocean&amp;#039;&amp;#039;. University Press of America, Lanham-New York-London 1993, ISBN 0-8191-8899-9, S. 99&amp;lt;/ref&amp;gt; In den porösen Korallenboden wird ein tiefer Graben gezogen, der die [[Ghyben-Herzberg-Linse]] anschneidet. Das austretende Süßwasser versorgt die Taro-Pflanzen mit ausreichend Feuchtigkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;Patrick Vinton Kirch: &amp;#039;&amp;#039;The evolution of the Polynesian chiefdoms&amp;#039;&amp;#039;, Cambridge University Press, Cambridge (Mass.) 1996, ISBN 978-0521273169, S. 169&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Insulaner sind überwiegend Selbstversorger. Der kleinteilig betriebene Garten- und Feldbau bildet neben dem Fischfang und der Schweine- und Hühnerhaltung die Lebensgrundlage. Von wirtschaftlicher Bedeutung ist immer noch die [[Kokospalme]], die Grundlage für eine kleine Kopra-Produktion. Auf einigen Inseln wird in kleinen Mengen [[Tahiti-Vanille]] für den Export angebaut.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fauna ===&lt;br /&gt;
Auf den Tuamotus, insbesondere den unbewohnten Inseln, nisten zahlreiche Seevögel. Eine Studie im Auftrag des [[WWF]] hat insgesamt 22 Arten aufgelistet. Die Tuamotus sind ein bedeutendes Rückzugsgebiet für die [[Brachvögel|Brachvogelart]] &amp;#039;&amp;#039;Numenius tahitensis&amp;#039;&amp;#039;, die in [[Alaska]] brütet und von Oktober bis März in der Südsee überwintert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Fauna auf den Inseln selbst ist sehr artenarm. Interessant und mittlerweile bedroht ist der endemische (nur hier vorkommende) [[Tuamotu-Strandläufer]] (&amp;#039;&amp;#039;Prosobonia parvirostris&amp;#039;&amp;#039;). Die übrige Fauna an Land beschränkt sich auf Insekten, Landschnecken und Eidechsen. Mit ursächlich für die Artenarmut dürfte das unbeabsichtigte Einschleppen von Ratten im Zusammenhang mit der Anlage von Kokosplantagen gegen Ende des 19. Jahrhunderts gewesen sein. Zur Bekämpfung der Rattenplage wurden [[Hauskatze|Katzen]] eingeführt, die jedoch ebenfalls zur Reduktion der einheimischen Fauna beitrugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der relativ geringen [[Artenvielfalt|Biodiversität]] an Land steht eine artenreiche Unterwasserwelt entgegen.&lt;br /&gt;
Bei den meisten Atollen gibt es zwischen den Lagunen und dem offenen Ozean einen regen, durch die [[Tide]] gesteuerten Wasseraustausch. Zahlreiche Fische passieren die Kanäle ([[Hoa (Tidenkanal)|Hoa]]) zwischen den Koralleninseln der Ringstrukturen und verbringen einen Großteil ihres Lebens in den geschützten Lagunen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Lagune]]n selbst sind, je nach Alter, unterschiedlich tief. Der Boden ist in der Regel mit feinem Sand bedeckt, der von zerriebenen [[Koralle]]n oder Schalen von Meeresorganismen herrührt. Der Sand beherbergt zahlreiche Mikroorganismen ([[Alge]]n und [[Cyanobakterien]]), die wiederum [[Heterotrophie|heterotrophen]] Lebewesen, die auf oder in den [[Sedimentation|Sedimenten]] leben, als Nahrung dienen. Die nächste Stufe der Nahrungskette wird von [[Schnecken]], [[Seescheiden]], [[Seeigel]]n, [[Seestern]]en und [[Muscheln]] gebildet, gefolgt von der großen Vielfalt der in der Mehrzahl verhältnismäßig kleinen [[Korallenfisch]]e. Bisher wurden bei den Tuamotus über 600 Arten registriert. Die größten Populationen der Korallenfische findet man jedoch nicht im Innern der Lagunen, sondern im Bereich der Riffpassagen ([[Hoa (Tidenkanal)|Hoa]]), wo mit den Tiden reiche Nahrung eingespült wird. An der Spitze der Nahrungspyramide stehen die [[Haie]], vorwiegend der [[Weißspitzenriffhai]]. Vom Bakterium bis zum Hai hat jeder Organismus seinen Platz in dem empfindlichen und mittlerweile höchst bedrohten [[Ökosystem]] der Atolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Frühgeschichte ===&lt;br /&gt;
Die Frühgeschichte der Tuamotu-Inseln liegt weitgehend im Dunkeln, da es aus voreuropäischer Zeit keine Geschichtsschreibung gibt. [[Ethnologie|Ethnologische]] Befunde lassen den Schluss zu, dass vermutlich recht früh, zwischen 500 und 700 n. Chr., eine Besiedlung von den [[Marquesas]] erfolgte, beginnend auf den östlichen Tuamotus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Fischer&amp;quot; details=&amp;quot;35&amp;quot;&amp;gt;Steven Roger Fischer: &amp;#039;&amp;#039;A History of the Pacific Islands.&amp;#039;&amp;#039; Palgrave, New York 2002, ISBN 0-333-94976-5&amp;lt;/ref&amp;gt; Es entwickelte sich sehr schnell eine [[Patrilinearität|patrilineare]] [[Stammesgesellschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf zahlreichen Inseln der Tuamotus (u.&amp;amp;nbsp;a. [[Rangiroa]], [[Manihi]], [[Takapoto]], [[Takaroa]], [[Mataiva]]) sind aus Korallenblöcken errichtete Zeremonialplattformen der polynesischen Ureinwohner (polynesisch: [[Marae]]) heute noch sichtbar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Emory1&amp;quot;&amp;gt;Kenneth P. Emory: &amp;#039;&amp;#039;Tuamotuan Religious Structures&amp;#039;&amp;#039;, [[Bernice P. Bishop Museum]] Bulletin 191, Honolulu 1947&amp;lt;/ref&amp;gt; Deren genaues Alter ist meist unbekannt, da umfassende und systematische archäologische Untersuchungen für die meisten der Inseln noch ausstehen. Weitere, jedoch nur auf wenigen Inseln erhaltene Baudenkmäler der Ureinwohner sind [[Polynesische Fischfalle|Fischfallen]] (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Mangareva]]) und Pflanzgruben für Taro, die die [[Ghyben-Herzberg-Linse]] anschneiden (u.&amp;amp;nbsp;a. [[Puka Rua]], Takapoto).&amp;lt;ref name=&amp;quot;KPEmr&amp;quot; details=&amp;quot;23–27&amp;quot;&amp;gt;Kenneth P. Emory: &amp;#039;&amp;#039;Tuamotuan Stone Structures&amp;#039;&amp;#039;, Bernice P. Bishop Museum Bulletin 118, Honolulu 1934&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darf man den mündlichen Überlieferungen glauben, so hat es im 12. Jahrhundert eine Invasion von Kriegern der Marquesas gegeben, die einige Inseln der östlichen Tuamotus und die Gambierinseln eroberten.&amp;lt;ref name=&amp;quot; Fischer &amp;quot;  details=&amp;quot;63&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die polynesischen Völker hatten ein ausgedehntes, über Jahrhunderte aktives Fernhandelsnetz, das den gesamten Pazifik umfasste. Sie unternahmen nachweislich Handelsreisen, die über Distanzen von Tausenden von Kilometern außer Sicht von Land führten.&amp;lt;ref&amp;gt;Marshall Weisler: &amp;#039;&amp;#039;Hard evidence for prehistoric interaction in Polynesia;&amp;#039;&amp;#039; in: [[Current Anthropology]] 39, Chicago 1998, Seite 521–532&amp;lt;/ref&amp;gt; Im 16. Jahrhundert kamen diese Fahrten weitgehend zum Erliegen, lediglich zwischen den [[Gesellschaftsinseln]], den nordwestlichen Tuamotu-Inseln und in [[Mikronesien]] gab es weiterhin Handelskontakte.&amp;lt;ref name=&amp;quot; Fischer &amp;quot;  details=&amp;quot;79&amp;quot;/&amp;gt; Über die Gründe kann man nur spekulieren, es werden sowohl klimatische Einflüsse ([[Kleine Eiszeit]]) als auch eine menschengemachte Vernichtung der Ökosysteme auf den Hauptinseln, gefolgt von einer gesellschaftlichen Degeneration, genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jared Diamond]]: &amp;#039;&amp;#039;Kollaps. Warum Gesellschaften überleben oder untergehen&amp;#039;&amp;#039;. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2005, S. 168&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Anaa]], das einst mit 5000 Einwohnern&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wilkes&amp;quot;&amp;gt;Charles Wilkes: &amp;#039;&amp;#039;Narrative of the United States Exploring Expedition&amp;#039;&amp;#039;, Wiley and Putnam, London 1845, Vol. 1, S. 357&amp;lt;/ref&amp;gt; am dichtesten besiedelte Atoll des Tuamotu-Archipels, scheint durch eine Reihe von Eroberungskriegen eine Vormachtstellung unter den anderen Inseln eingenommen zu haben. Unter Häuptling Tomatiti sollen die Krieger bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts die nordwestlich gelegenen Atolle erobert haben. Sie entführten zahlreiche Bewohner als Geiseln nach Anaa und forderten Tribut, ließen ansonsten jedoch die Herrschaftsstrukturen der annektierten Inseln unverändert.&amp;lt;ref name=&amp;quot; Emory1 &amp;quot;  details=&amp;quot;7&amp;quot;/&amp;gt;  [[Charles Wilkes]] berichtet, die Krieger von Anaa hätten sich sogar auf der Taiarabu-Halbinsel von [[Tahiti]]-Iti festgesetzt und nur durch Verhandlungen und Tributzahlungen sei es König [[Pomaré I.]] von Tahiti gelungen, sie zum Abzug zu bewegen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wilkes&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Europäische Entdeckung und Missionierung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Choris, Krusenstern Islands.jpg|mini|Die [[Rurik-Expedition]] entdeckt die Krusensterninseln (heute Tikehau), Frühjahr 1816, gezeichnet von [[Ludwig Choris]]]]&lt;br /&gt;
Für Europa wurden die Tuamotus 1521 von [[Ferdinand Magellan]] während seiner berühmten Weltumseglung entdeckt, als er [[Puka-Puka (Tuamotu-Inseln)|Puka Puka]] und möglicherweise auch [[Fakahina]] und [[Fangatau]] besuchte. Danach folgten 1606 der Spanier [[Pedro Fernández de Quirós]], 1616 die Holländer [[Willem Cornelisz Schouten]], [[Jakob Le Maire]] und 1722 [[Jakob Roggeveen]], der Entdecker der [[Osterinsel]], dessen Begleitschiff &amp;#039;&amp;#039;Africaansche Galey&amp;#039;&amp;#039; bei [[Takapoto]] strandete. 1765 landete [[John Byron]] und 1767 [[Samuel Wallis]] auf einigen Tuamotu-Inseln. Anfang April 1769 passierte [[James Cook]] mit seinem Schiff &amp;#039;&amp;#039;[[Endeavour (Schiff)|Endeavour]]&amp;#039;&amp;#039; einige Inseln des Tuamotu-Archipels, doch, obwohl er feststellte, dass sie bewohnt waren, ging Cook nicht vor Anker, sondern segelte weiter nach Tahiti zur Beobachtung des [[Venustransit]]s. Es folgten 1768 der Franzose [[Louis Antoine de Bougainville]] sowie 1815 der in Diensten der russischen Zaren stehende Deutsche [[Otto von Kotzebue]]. Diese Entdeckungen hatten zunächst politisch keine Folgen. Die Inseln gehörten weiterhin zum Einflussbereich der Königsdynastie Pomare von [[Tahiti]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1833 teilte die katholische Kirche den Pazifik in zwei Apostolische Vikariate auf: Westozeanien fiel den [[Maristen]] zu und Ostozeanien – dazu gehörten die Tuamotus, [[Hawaii]], [[Tahiti]], die [[Marquesas]] und die [[Cookinseln]] – lag im Verantwortungsbereich der [[Picpus-Missionare]]. 1834 kamen die französischen Patres Honoré Laval und François d’Assise Caret auf [[Mangareva]] an. Zuerst mit Duldung und später mit aktiver Unterstützung der Inselhäuptlinge begannen die Picpusiens ein umfassendes Entwicklungsprogramm für die [[Gambierinseln]]. Dazu gehörten die Einführung des Anbaus von [[Baumwolle]], die Perlen- und [[Perlmutt]]fischerei sowie die Anlage von Plantagen und Nutzgärten. Da sie höchst erfolgreich waren, breitete sich ihre Missionstätigkeit nach und nach auf die übrigen Inseln des Tuamotu-Archipels aus. Mit der Missionierung drang auch die Kunde vom Perlenreichtum der Inseln nach Europa und machte sie zu einem begehrten Ziel europäischer Händler und Abenteurer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der „Händlerkönig“ der Tuamotus war Narii Salmon (*&amp;amp;nbsp;1856, † 1906), Sohn des schottisch-jüdischen Geschäftsmannes Alexander Salmon (*&amp;amp;nbsp;1820, † 1866) und der tahitischen Prinzessin Arii Tamai (*&amp;amp;nbsp;1821, † 1897) und über seine Mutter mit der Königsdynastie [[Pomaré]] von Tahiti verwandt. Bereits in jungen Jahren hatte er mit einem [[Schoner]] der Firma seines Vaters die Tuamotus bereist und mit der Zeit eine logistisch hocheffiziente Organisation von Perlentauchern und ein verzweigtes Handelsnetz auf den Tuamotu-Inseln installiert. Er handelte mit Perlen, [[Perlmutt]] und Kopra und verkaufte die Produkte an seinen Schwager George Darsie in [[Papeete]].&amp;lt;ref&amp;gt;Claus Gossler: &amp;#039;&amp;#039;The Social and Economic Fall of the Salmon/Brander Clan of Tahiti.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Pacific History,&amp;#039;&amp;#039; Vol. 40 (2), September 2005&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch der wirtschaftliche Erfolg wurde beeinträchtigt durch den erheblichen Bevölkerungsrückgang, als viele Polynesier an eingeschleppten Infektionskrankheiten starben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verbot des Sklavenhandels hatte auf den großen [[Hazienda]]s in Südamerika einen Mangel an Arbeitskräften zur Folge. Die peruanischen Behörden erteilten daher die Erlaubnis „Kolonisten“ von den südöstlichen pazifischen Inseln als Arbeitskräfte einzuführen. 1863 liefen mehrere peruanische Schiffe, sogenannte [[Blackbirding|Blackbirders]], die Tuamotu-Inseln [[Fakarava]], [[Katiu]], [[Motutunga]], [[Kauehi]] und [[Tahanea]] an und entführten insgesamt 151 Personen, die mit Vorspiegelung falscher Tatsachen, Drohungen oder Zwang dazu gebracht wurden, langjährige Arbeitskontrakte zu unterschreiben.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Henry Evans Maude]]: &amp;#039;&amp;#039;Slavers in Paradise. The Peruvian labour trade in Polynesia, 1862-1864&amp;#039;&amp;#039;, University of the South Pacific, Suva Fiji 1986, S. 188&amp;lt;/ref&amp;gt; Niemand davon kehrte zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem bereits Königin Pomare Vahine IV. von Tahiti den Drohungen des aus Frankreich entsandten Admirals [[Aristide Aubert Dupetit-Thouars|Dupetit-Thouars]] nachgeben und das französische Protektorat über ihren Herrschaftsbereich anerkennen musste, verzichtete ihr Sohn und Nachfolger Arijane, der als Pomare V. nur noch eine Scheinregierung führte, 1880 auf jeglichen Thronanspruch. Als Folge wurden die Tuamotu-Inseln von Frankreich annektiert. Die Inseln wurden französische [[Kolonie]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Neuzeit ===&lt;br /&gt;
Beträchtliche Gewinne brachte der [[Phosphat]]abbau auf der Insel [[Makatea]] zu Beginn des 20. Jahrhunderts, von denen die Polynesier jedoch kaum profitierten. Trotzdem blieben die meisten der Inseln des Archipels bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts relativ isoliert, da die Schifffahrt zwischen den kaum über die Meeresoberfläche ragenden Inseln und zahlreichen, scharfkantigen Riffen gefährlich war. Die Tuamotus trugen auf den Karten noch im frühen 20. Jahrhundert den Namen „Gefährliche Inseln“ (Dangerous Islands).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In die Schlagzeilen der Weltpresse gerieten die Tuamotus, als 1947 [[Thor Heyerdahl]] mit seinem Floß [[Kon-Tiki]] von Südamerika kommend das Atoll [[Raroia]] erreichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Französische Kernwaffentests ===&lt;br /&gt;
Von den Ereignissen des [[Pazifikkrieg]]es blieben die Tuamotus weitgehend verschont. Als nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] das nukleare Wettrüsten begann, wurde in Frankreich das &amp;#039;&amp;#039;Commissariat à l&amp;#039;énergie atomique (CEA)&amp;#039;&amp;#039; gegründet, das für die französischen Kernwaffentests zwei Orte vorsah: die [[Sahara]] in [[Algerien]] und den Tuamotu-Archipel in Polynesien. Das CEA präferierte zunächst die Sahara. Als Algerien 1962 unabhängig wurde, verlagerte man die Tests auf die zuvor evakuierten Inseln Mururoa und Fangataufa. Trotz der Proteste von polynesischen Unabhängigkeitsgruppen in Tahiti begannen unter der Leitung des 1964 gegründeten &amp;#039;&amp;#039;Centre d&amp;#039;expérimentation du Pacifique (CEP)&amp;#039;&amp;#039; die Bauarbeiten für die Versuchs- und Versorgungseinrichtungen auf mehreren pazifischen Inseln.&amp;lt;ref name=&amp;quot; Fischer &amp;quot;  details=&amp;quot;234–235&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 2. Juli 1966 detonierte eine französische Atombombe (Codename: Aldébaran) in der Lagune des Mururoa-Atolls&amp;lt;ref&amp;gt;The Radiological Situation at the Atolls of Mururoa and Fangataufa. Main Report, [[Internationale Atomenergie-Organisation|International Atomic Energy Agency]], Wien 1998&amp;lt;/ref&amp;gt; und schon am 19. Juli 1966 eine weitere über Fangataufa. Die Kernwaffenversuche in der [[Atmosphäre (Astronomie)|Atmosphäre]] und die Proteste dagegen setzten sich fort. Doch als die Regierungen von [[Neuseeland]] und [[Peru]] intervenierten, nachdem in diesen Ländern eine erhöhte radioaktive Strahlung festgestellt worden war, führte Frankreich nur noch unterirdische Testreihen durch. Bis zur Einstellung 1996 gab es 181 Atomtests im Tuamotu-Archipel, die meisten davon unterirdisch.&amp;lt;ref&amp;gt;Australian Government: Query Nuclear Explosions Database [http://www.ga.gov.au/oracle/nuclear-explosion.jsp]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz der Protestbewegungen, die sich bildeten, waren die Reaktionen der Polynesier zwiespältig. Die Anwesenheit zahlreicher Militärs und Behördenangehöriger führte zu einem wirtschaftlichen Aufschwung. Die Infrastruktur wurde erheblich verbessert, einige der Tuamotu-Inseln erhielten erstmals befestigte Straßen, Landungsstege und Flugplätze. Es ist umstritten, ob der [[Radioaktiver Niederschlag|Fallout]] eine radioaktive [[Kontamination (Radioaktivität)|Kontamination]] mit einer erhöhten Krebsrate auf polynesischen Inseln zur Folge hatte. Das &amp;#039;&amp;#039;Institut national de la santé et de la recherche médicale ([[INSERM]])&amp;#039;&amp;#039;, eine Forschungs- und Entwicklungseinrichtung unter der Verantwortung des Gesundheitsministeriums (&amp;#039;&amp;#039;Ministère de la Santé&amp;#039;&amp;#039;) und des Forschungsministeriums (&amp;#039;&amp;#039;Ministère de la Recherche&amp;#039;&amp;#039;) der Republik Frankreich, hat 2020 dazu ein Gutachten erstellt und kommt zu dem Schluss, dass die epidemiologischen Studien keine größeren Auswirkungen des radioaktiven Niederschlags aufzeigen. Allerdings würden die Ergebnisse wegen der Datenknappheit keine abschließende Bewertung zulassen.&amp;lt;ref&amp;gt;INSERM [https://www.inserm.fr/wp-content/uploads/2021-02/inserm-expertisecollective-essaisnucleaires2021-synthese.pdf Essais nucléaires et santé – Conséquences en Polynésie française] (PDF; 2,4&amp;amp;nbsp;MB). EDP Sciences, Paris 2020, S. 83 f. ISBN 978-2-7598-2472-4, abgerufen am 28. Januar 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bevölkerung ==&lt;br /&gt;
Zwischen 2007 und 2012 gab es einen Bevölkerungsrückgang. Bei der Volkszählung Jahres 2017 hatte der Tuamotu-Archipel (einschließlich der Gambierinseln) 17.559 Einwohner, das ist wieder ein Bevölkerungszuwachs gegenüber der vorangegangenen Zählung um 5,4 Prozent.&amp;lt;ref&amp;gt;Institut Statistique de Polynésie Française (ISPF) - Recensement de la population 2017&amp;lt;/ref&amp;gt; Die &amp;#039;&amp;#039;Subdivision des Îles Tuamotu-Gambier&amp;#039;&amp;#039; hat einen Anteil von rund 6 Prozent an der Gesamteinwohnerzahl Französisch Polynesiens. Die [[Indigene Völker|indigene Bevölkerung]] ist polynesischen Ursprungs, mittlerweile gibt es jedoch durch die Perlenindustrie einige Zuwanderer aus Europa und Asien. Die Einwohner sind überwiegend römisch-katholischen Glaubens. Die [[tuamotuische Sprache]] wird nur noch von etwa der Hälfte der Bevölkerung genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verwaltung, Wirtschaft und Infrastruktur ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Kopra.JPG|mini|Zum Trocknen ausgebreitete Kopra (Puka-Puka)]]&lt;br /&gt;
Politisch sind die Tuamotus Französisch-Polynesien angegliedert. Sie sind [[Französische Überseegebiete|französisches Überseegebiet]]. Die Verwaltung erfolgt durch eine Unterabteilung &amp;#039;&amp;#039;(Subdivision des Îles Tuamotu-Gambier)&amp;#039;&amp;#039; des Hochkommissariats von Französisch-Polynesien &amp;#039;&amp;#039;(Haut-commissariat de la République en Polynésie française)&amp;#039;&amp;#039; in [[Papeete]] auf der Insel [[Tahiti]]. Die Aufgabe des Hochkommissars liegt im Wesentlichen in der Beratung und Unterstützung der Gemeindeverwaltungen, insbesondere in Budget- und Wirtschaftsfragen, der Rechtmäßigkeitsprüfung der Beschlüsse der Gemeinderäte und der Haushaltskontrolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Archipel Tuamotu-Gambier gliedert sich politisch in 17 Gemeinden, die sich selbst verwalten. Alle Gemeinden außer Puka Puka und [[Tatakoto]] bestehen aus mehreren Atollen. 13 der 17 Gemeinden sind in 35 &amp;#039;&amp;#039;„[[Gemeinde (Frankreich)|Communes associées]]“&amp;#039;&amp;#039; (Teilgemeinden) unterteilt. Nur die beiden aus je einem Atoll bestehenden Gemeinden Puka Puka und Tatakoto, sowie die Gemeinden [[Gambier (Gemeinde)|Gambier]] und [[Tureia (Gemeinde)|Tureia]] werden nicht weiter in &amp;#039;&amp;#039;Communes associées&amp;#039;&amp;#039; untergliedert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Westliche Gemeinden: [[Arutua (Gemeinde)|Arutua]], [[Fakarava (Gemeinde)|Fakarava]], [[Manihi (Gemeinde)|Manihi]], [[Rangiroa (Gemeinde)|Rangiroa]], [[Takaroa (Gemeinde)|Takaroa]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Zentrale Gemeinden: [[Anaa (Gemeinde)|Anaa]], [[Hao (Gemeinde)|Hao]], [[Hikueru (Gemeinde)|Hikueru]], [[Makemo (Gemeinde)|Makemo]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Östliche Gemeinden: [[Fangatau (Gemeinde)|Fangatau]], [[Napuka (Gemeinde)|Napuka]], [[Nukutavake (Gemeinde)|Nukutavake]], Puka Puka, [[Reao (Gemeinde)|Reao]], [[Tatakoto]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Südliche Gemeinden: [[Gambier (Gemeinde)|Gambier]], [[Tureia (Gemeinde)|Tureia]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Workmen In A Pearl Farm - Rangiroa 20061118.jpg|mini|Arbeiter einer Perlen-Farm (Rangiroa)]]&lt;br /&gt;
Währung ist der an den Euro gebundene [[CFP-Franc]]. Die Tuamotus werden umfangreich mit Subventionen aus Frankreich und der EU unterstützt. Die Wirtschaft beruht im Wesentlichen auf drei Säulen:&lt;br /&gt;
* [[Kopra]]produktion; die Tuamotus produzieren in Klein- und Familienbetrieben jährlich etwa 8.000 Tonnen, davon ungefähr zwei Drittel für den Export, der Rest wird im Land verarbeitet&lt;br /&gt;
* Zucht schwarzer [[Perle]]n; die heute wohl wichtigste Einnahmequelle, die jedoch zu einem bedeutenden Anteil in der Hand des tahitisch-chinesischen Perlenhändlers Robert Wang auf Tahiti ist&lt;br /&gt;
* [[Tourismus]]; die touristische Infrastruktur ist derzeit allerdings noch bescheiden entwickelt und beschränkt sich überwiegend auf den Tauch- und Luxustourismus auf den Inseln [[Rangiroa]], [[Tikehau]], Fakarava und Manihi.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Jacques Bonvallot et al.: &amp;#039;&amp;#039;Les Atolls des Tuamotu.&amp;#039;&amp;#039; Paris 1994, ISBN 2-7099-1175-2. (Die umfangreichste Veröffentlichung über diesen Archipel, mit zahlreichen Literaturhinweisen; Französisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Tuamotus|Tuamotu-Archipel}}&lt;br /&gt;
{{Wikisource|Der Archipel der Paumotu|&amp;#039;&amp;#039;Der Archipel der Paumotu&amp;#039;&amp;#039; von Karl Eduard Meinicke (1870)}}&lt;br /&gt;
* [http://www.jps.auckland.ac.nz/document/Volume_8_1899/Volume_8,_No._4,_December_1899/Names_of_the_Paumotu_Islands,_by_J.L._Young,_p_264-268?action=null Liste der historischen Namen der Tuamotus] (&amp;#039;&amp;#039;englisch&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Archipele in Französisch-Polynesien}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|VIAF=315528063}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Tuamotuarchipel}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tuamotu-Archipel| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Inselgruppe (Französisch-Polynesien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Inselgruppe (Australien und Ozeanien)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Inselgruppe (Pazifischer Ozean)]]&lt;/div&gt;</summary>
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