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	<title>Tschusch - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-31T03:40:22Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Tschusch&amp;diff=586895&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Thomas Dresler: Typografie</title>
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		<updated>2026-02-23T22:09:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Typografie&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tschusch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (weiblich &amp;#039;&amp;#039;Tschuschin&amp;#039;&amp;#039;, in [[Oberösterreich]] und [[Land Salzburg|Salzburg]] &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tschutsch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) ist im [[Österreichisches Deutsch|österreichischen Deutsch]] eine umgangssprachliche und abwertende Bezeichnung für einen Angehörigen eines [[Südosteuropa|südosteuropäischen]] oder [[Orient|orientalischen]] Volkes.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Österreichisches Wörterbuch]]&amp;lt;sup&amp;gt;39&amp;lt;/sup&amp;gt;, 611.&amp;lt;/ref&amp;gt; Manchmal wird der Begriff auch für andere ethnische Gruppen verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;Tom Priestly: [https://www.jstor.org/stable/24598985 &amp;#039;&amp;#039;On the Etymology of the Ethnic Slur &amp;quot;Tschusch&amp;quot;&amp;#039;&amp;#039;]. In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Slavic Linguistics.&amp;#039;&amp;#039; Vol. 4, No. 1 (winter—spring 1996), Seite 109 (siehe erster Satz). Englisch.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die Herkunft des Wortes gibt es mehrere Theorien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Dem [[Wörterbuch der bairischen Mundarten in Österreich]] zufolge leitet sich der Begriff von &amp;#039;&amp;#039;čuješ&amp;#039;&amp;#039; (ausgesprochen: ‚tschujesch‘; {{bsS}}/{{hrS}}/[[Serbische Sprache|serbisch]] Präsens, 2. Person Singular des Verbs &amp;#039;&amp;#039;čuti&amp;#039;&amp;#039; (hören): „hörst“ bzw. [[Wienerisch]] &amp;#039;&amp;#039;heast&amp;#039;&amp;#039;) ab. Die Verwendung kam etwa von 1860 bis 1880 auf, als sich [[Südslawen|südslawische]] Arbeiter bei den Bauarbeiten der [[Österreichische Südbahn|Südbahnstrecke]] dieses Wort vermehrt zuriefen.&lt;br /&gt;
* Eine andere Theorie, welche von Herbert Michner stammt, besagt, dass sich das Wort von der serbokroatischen [[Interjektion]] &amp;#039;&amp;#039;ćuš&amp;#039;&amp;#039; (ausgesprochen: ‚tjusch‘) herleitet, mit der früher Lasttiere angetrieben wurden. Dieser Ausruf habe sich dann auch als Bezeichnung für die Lasttreiber durchgesetzt. Im Zuge der [[Okkupationsfeldzug in Bosnien|Okkupation Bosnien und Herzegowinas]] durch [[Österreich-Ungarn]] [[1878]] sei dann diese Bezeichnung für die neue [[Volksgruppe]] verwendet worden.&amp;lt;ref&amp;gt;Robert Sedlaczek: [https://www.tagblatt-wienerzeitung.at/meinungen/glossen/288479_Tschusch-im-Wandel-der-Zeit.html „Tschusch!“ im Wandel der Zeit.] [[Wiener Zeitung]], 15. Februar 2006 (Zugriff am 25.&amp;amp;nbsp;November 2013).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Der Wiener [[Wirtschaftshistoriker]] und Slawist Wolfgang Rohrbach ortet den Ursprung des Wortes im Umfeld der Habsburger [[Militärgrenze]] (Krajina).&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Rohrbach: {{Webarchiv |url=http://www.jedinstvo.at/Deutsch/Serben%20in%20Wien%20-%20Prof.%20Dr.%20Rohrbach.doc |text=&amp;#039;&amp;#039;Auf den Spuren der Serben Wiens&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20070929072140}} ([[Microsoft Word|MS Word]]; 161&amp;amp;nbsp;kB) Wiener Geschichtsblätter, Jg. 56, 2001, Heft 3, S. 186 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das [[Slowenische Sprache|slowenische]] Schimpfwort &amp;#039;&amp;#039;čúš&amp;#039;&amp;#039; entspricht dem deutschen „Tschusch“ und wird vom [[Türkische Sprache|türkischen]] Wort &amp;#039;&amp;#039;çavuş&amp;#039;&amp;#039; ([[Unteroffizier]], deutsch „[[Tschausch]]“) abgeleitet.&amp;lt;ref&amp;gt;Michael Reichmayr: &amp;#039;&amp;#039;Ardigata! Krucinal! Ein slowenisches Schimpfwörterbuch, basierend auf Arbeiten von [[Josef Matl]] (1897–1974) zum deutsch-slawischen Sprach- und Kulturkontakt&amp;#039;&amp;#039;. Wissenschaftliche Schriftenreihe des [[Pavelhaus|Pavelhauses]], Band 1, 2003. ISBN 3-9501567-3-9, S. 202f.&amp;lt;/ref&amp;gt; „Tschauschen“ waren ursprünglich [[Herold]]e bzw. Hofbeamte des Sultans.&amp;lt;ref&amp;gt;ČĀʾŪ&amp;lt;u&amp;gt;SH&amp;lt;/u&amp;gt;, in: [[Encyclopaedia of Islam]]&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt;, II, 16.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Wort war in den von Osmanen eroberten südslawischen Gebieten weit verbreitet und hat in der Folklore die Bedeutung „[[Hochzeitsbitter]]“ angenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Narodni običaji&amp;#039;&amp;#039;, in: [[Enciklopedija Jugoslavije]]&amp;lt;sup&amp;gt;1&amp;lt;/sup&amp;gt;, VI, 246.&amp;lt;/ref&amp;gt; In [[Deutsch-Ostafrika]] wurden [[Farbiger|farbige]] Unteroffiziere der Schutz- und Polizeitruppe „Tschauschen“ genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Deutsches Kolonial-Lexikon]] (1920), III, 261.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff Tschusch ist ein Merkmal der [[Österreichische Kultur|österreichischen Kultur]] beziehungsweise [[Alltagskultur]] und wurde in mehreren Werken thematisiert:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* In der satirischen [[Doppelconférence]] &amp;#039;&amp;#039;Travnicek im Urlaub&amp;#039;&amp;#039; von [[Carl Merz]] und [[Helmut Qualtinger]] (1958, gesprochen von [[Gerhard Bronner]] und Helmut Qualtinger) „raunzt“ der mürrische und zynische Wiener Trávníček über seinen Jugoslawien-Urlaub, unter anderem weil er sich mit den dort lebenden „Tschuschen“ nicht habe unterhalten können. Auch im Stück &amp;#039;&amp;#039;Travnicek und das neue Wien&amp;#039;&amp;#039; wird der Begriff erwähnt.&amp;lt;ref&amp;gt;Carl Merz, Helmut Qualtinger: &amp;#039;&amp;#039;Travniceks gesammelte Werke.&amp;#039;&amp;#039; Preiser Records, Wien 1988.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Um der beginnenden [[Fremdenfeindlichkeit]] gegen [[Gastarbeiter]] in der Zeit der [[Ölkrise 1973|ersten Ölkrise]] entgegenzuwirken, wurden 1973 in Österreich – im Rahmen einer privaten Kampagne – Plakate affichiert, die einen Buben in der Lederhose zeigten, der zu einem offenkundig südländischen Menschen aufblickt, mit folgendem Text:&amp;lt;ref&amp;gt;Plakat [http://www.demokratiezentrum.org/index.php?id=25&amp;amp;index=872 „I haaß Kolaric, du haaßt Kolaric, warum sogns zu dir Tschusch?“], 1973&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Ursula Hemetek (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Am Anfang war der Kolaric. Plakate gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit&amp;#039;&amp;#039;. Mandelbaum, März 2002. ISBN 3-85476-067-1&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
: „I haaß Kolarić&lt;br /&gt;
: du haaßt Kolarić&lt;br /&gt;
: Warum sogns’ zu dir Tschusch?“&lt;br /&gt;
: (Ich heiße Kolarić, du heißt Kolarić. Warum sagen sie zu dir Tschusch?)&lt;br /&gt;
: Das Plakat thematisiert den Umstand, dass auch [[altösterreich]]isch [[Assimilation (Soziologie)|assimilierte]] bzw. [[Akkulturation|akkulturierte]] Österreicher slawischer Herkunft ihre kürzlich zugewanderten Mitbürger abwertend als „Tschuschen“ bezeichnen. Diese Beobachtung wird aus dem Blickwinkel eines Kindes als widersprüchlich dargestellt.&lt;br /&gt;
* [[Rainhard Fendrich]] besingt 1983 in &amp;#039;&amp;#039;Alte Helden&amp;#039;&amp;#039; von der LP &amp;#039;&amp;#039;[[Auf und davon (Album)|Auf und davon]]&amp;#039;&amp;#039; einen „klanen Bua“, der so wie sein Vater, der ihm von den vergangenen Zeiten vorschwärmt, werden will („Der Vater glänzt vor Stolz und erklärt, dass alles anders gwesen ist“). Der Junge wird größer und möchte ein Held, wie sein Vater, werden. „Seine Freunde denken ganz genau wie er. Für Heimatland und reines Blut fallns wie verrückt über die Tschuschn her.“&lt;br /&gt;
* Im Lied &amp;#039;&amp;#039;Drago&amp;#039;&amp;#039; der österreichischen Band [[S.T.S.]] taucht das Wort &amp;#039;&amp;#039;Tschusch&amp;#039;&amp;#039; auf: „Es brauchn nur drei Menschen zamman kumman und schon is aaner da Tschusch, da Jud oder da Neger.“ (Es müssen nur drei Menschen zusammenkommen und schon ist einer der Tschusch, der [[Jude]] oder der [[Neger]].) Auch im Lied &amp;#039;&amp;#039;Das neue Vaterland&amp;#039;&amp;#039; findet das Wort Verwendung: „Er ist bereit zum Tschuschen jagen, bereit zum Leit daschlagen, bereit fürs neue Vaterland“. Es ist zu beachten, dass es sich bei beiden Liedern um Werke &amp;#039;&amp;#039;gegen&amp;#039;&amp;#039; Fremdenfeindlichkeit handelt.&lt;br /&gt;
* [[Lukas Resetarits]]’ berühmter [[Sketch]] &amp;#039;&amp;#039;Tschusch-Tschusch&amp;#039;&amp;#039; erschien erstmals 1983 auf dem Album [[Werwolfromantik]] der Gruppe [[Drahdiwaberl]]. Er setzt sich satirisch mit Vorurteilen „echter Wiener“ gegenüber jugoslawischen und türkischen „Tschuschen“ auseinander.&lt;br /&gt;
* Im [[Tiefbau]] sind viele Arbeitsmigranten beschäftigt und so singt [[Wolfgang Ambros]] im 1975 erschienenen Lied &amp;#039;&amp;#039;De Kinettn wo i schlof&amp;#039;&amp;#039; (Die [[Künette]], in der ich schlafe): „De Tschuschen kumman und i muaß mi schleichn, sonst zagns mi an!“ (Die Tschuschen kommen und ich muss weggehen, weil sie mich sonst anzeigen.)&lt;br /&gt;
* Unter der Regie von [[Diagonale (Filmfestival)|Diagonale]]07-Gewinner [[Jakob M. Erwa]] drehte der [[ORF]] ab August 2007 eine fünfteilige [[Miniserie]] namens &amp;#039;&amp;#039;[[tschuschen:power]]&amp;#039;&amp;#039; über junge Wiener ausländischer Abstammung.&amp;lt;ref&amp;gt;ORF-Kundendienst: {{Webarchiv |url=http://kundendienst.orf.at/aktuelles/tschuschenpower.html |text=&amp;#039;&amp;#039;tschuschen:power&amp;#039;&amp;#039; – Dreharbeiten zur neuen ORF-Miniserie in Wien |wayback=20140716160507}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Miniserie wurde zum Monatswechsel März/April 2009 ausgestrahlt, die Einschaltquoten waren jedoch für den Sender enttäuschend.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://derstandard.at/?url=/?id=1237229116727 Bericht im &amp;#039;&amp;#039;Standard&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Auch die ehemalige österreichische [[Hip-Hop]]-Band [[Schönheitsfehler (Band)|Schönheitsfehler]] verarbeitet das Thema Tschuschen im Lied &amp;#039;&amp;#039;Ich dran&amp;#039;&amp;#039; (vom Album &amp;#039;&amp;#039;Broj Jedan&amp;#039;&amp;#039;). Hier geht es um die Kinder der 2. und 3. Generation von Einwanderern in Österreich. Der Frontman Milo (Milan Šimić) ist selbst kroatischer Abstammung. In diesem Lied findet sich unter anderem das Wort „Tschuschen“ aus der oben erwähnten Qualtinger-Aufführung als Sample und Remix.&lt;br /&gt;
* Die türkisch-österreichische Hip-Hop-Band [[EsRap]] thematisiert das Wort in ihrem Lied &amp;#039;&amp;#039;Der Tschusch ist da&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{YouTube |uploader=EsRAP |id=ogjhowdiZPk |titel=EsRAP - DER TSCHUSCH IST DA |upload=2016-01-21 |abruf=2024-02-25 |laufzeit=2:56 min}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Bereits in der Propaganda anlässlich der [[Volksabstimmung 1920 in Kärnten]] wurden auf Flugblättern die Serben, in bewusster Abgrenzung zu den ethnischen Slowenen in Kärnten, als „Tschuschen“ bezeichnet.&lt;br /&gt;
* Im Film &amp;#039;&amp;#039;[[Die Migrantigen]]&amp;#039;&amp;#039; sagt ein Kunde zum Leiter einer Werbeagentur nach der Ablehnung von dessen Entwürfen, er habe sich von ihm etwas „Tschuschenhafteres“ erwartet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Wiener Tschuschenkapelle]] – Selbstbezeichnung im Sinne eines &amp;#039;&amp;#039;ethnic pride&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Peter Wehle]]: &amp;#039;&amp;#039;Sprechen Sie Wienerisch? Von Adaxl bis Zwutschkerl.&amp;#039;&amp;#039; Wien, Heidelberg 1980, ISBN 3-8000-3165-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ethnophaulismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Thomas Dresler</name></author>
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