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	<title>Tschuden - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-06T10:39:01Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Tschuden&amp;diff=147505&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Pönij: /* Die bösen Tschuden (Samen, Nördliche Karelier) */</title>
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		<updated>2023-11-12T12:02:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Die bösen Tschuden (Samen, Nördliche Karelier)&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Finno-ugrian-map-de.svg|mini|Finno-ugrische Völker und ihre Nachbarn im frühen Mittelalter]] Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tschuden&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (altrussisch &amp;#039;&amp;#039;чудь&amp;#039;&amp;#039;, estnisch &amp;#039;&amp;#039;tšuudid&amp;#039;&amp;#039;, finnisch &amp;#039;&amp;#039;tšuudit&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;čuđit&amp;#039;&amp;#039;) hat mehrere Bedeutungen. Es ist ein historisches Ethnonym (Volksbezeichnung) aus ostslawischen bzw. russischsprachigen schriftlichen Quellen des Mittelalters und der frühen Neuzeit, das für mehrere [[finno-ugrische Völker]] oder Bevölkerungsgruppen verwendet wird.&lt;br /&gt;
Die im 19. und frühen 20. Jahrhundert aufgezeichneten traditionellen mündlichen Überlieferungen der nördlichen [[Karelier]], der [[Komi (Volk)|Komi]], der nördlichen [[Russen]] und der [[Samen (Volk)|Samen]] kennen die Tschuden als mythisches Altvolk oder auch als Angehörige fremder, oftmals feindlicher, anderssprachiger Gruppen. Die [[Etymologie]] des Begriffes, der in verschiedenen nicht verwandten Sprachen vorkommt, ist umstritten. Eine diskutierte Variante ist die Ableitung vom [[Gotische Sprache|gotischen]] Wort þiudа – Volk.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Historische Ethnien ==&lt;br /&gt;
=== Die Tschuden der frühen osteuropäischen Chroniken und Urkunden ===&lt;br /&gt;
Die Tschuden der [[Nestorchronik]] und anderer mittelalterlicher Geschichtswerke und Urkunden siedelten im Gebiet des heutigen nordwestlichen [[Russland]]s und [[Estland]]s. Der Begriff beschreibt zum einen Teil Vorfahren der [[Esten]] und der [[Setukesen|Setu]] sowie in einigen Fällen explizit die [[Woten]], die nach dem Fluss [[Narva (Fluss)|Narva]] auch als Narova-Tschuden bezeichnet wurden.&lt;br /&gt;
Die Nestorchronik beschreibt für das Jahre 862 in mythologisierender Weise die Berufung der [[Waräger]], die die Voraussetzung für die Entstehung der Herrschaftlinie der [[Rurikiden]] in der [[Kiewer Rus]] war. Dabei nennt sie eine Reihe von „Gründungsstämmen“, nämlich die slawischsprachigen „[[Slowenen (Ilmensee)|Slowenen]]“ (Ilmenslawen) und [[Kriwitschen]] sowie die Tschuden und als eigenständige Gruppe die ebenfalls finno-ugrischsprachigen [[Wes (Stamm)|Wes]] – die Vorfahren der [[Wepsen]]. Für 1030 ist die Errichtung der Burg &amp;#039;&amp;#039;Jurjew&amp;#039;&amp;#039; (estnisch [[Tartu]]) durch den Kiewer Großfürsten [[Jaroslaw der Weise|Jaroslaw den Weisen]] im Gebiet der „estnischen“ Tschuden belegt. Dieselbe Chronik erwähnt die [[Pskow]]sker Tschuden, die Vorfahren der [[Setukesen|Setu]]. In der tschudischen (Tschudnizewa) Straße in Nowgorod lebten im 10. Jahrhundert offenbar tschudische Angehörige der Oberschicht der [[Republik Nowgorod]] und im Tschudehof (Tschudin Dvor) in Kiew tschudische Gefolgsleute der Großfürsten. Seit dem 13. Jahrhundert werden in nowgoroder und moskauer Verwaltungstexten verschiedene finno-ugrischsprachige Gruppen, darunter Woten, [[Ischoren]] und Karelier als Tschuden bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Sawolotschje-Tschuden ===&lt;br /&gt;
Die räumlich von den [[Finno-ugrische Völker#Die Ostsee-Finnen|ostseefinnischen Tschuden]] getrennte, ebenfalls finno-ugrischsprachige Bevölkerung der heutigen [[Oblast Archangelsk]] östlich der Karelier und westlich der Komi wurde 1136 erstmals erwähnt und als Sawolotschje-Tschuden bezeichnet. Für das 13. bis 15. Jahrhundert ist die Entstehung einer slawisch-finnischen Mischbevölkerung in dieser Region dokumentiert. Diese Gruppen waren nach den Namen der Flüsse, an denen sie siedelten, benannt: [[Nördliche Dwina|Dwinjanen]], [[Pinega]]nen, [[Wytschegda|Wytschegschanen]] und andere. Die letzte Erwähnung dieser Gruppe bezieht sich auf das frühe 17. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
Einige Gruppen alteingesessener russischsprachiger Bewohner der Oblast Archangelsk bezeichnen sich heute wieder als Tschuden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Tschuden der Sagen und folkloristischen Erzählungen ==&lt;br /&gt;
=== Die bösen Tschuden (Samen, Nördliche Karelier) ===&lt;br /&gt;
Die mündliche Überlieferung der Samen und nördlichen Karelier ist reich an Geschichten über als Tschuden bezeichnete Räuber und Feinde, die Wohngebiete der Nomaden plündern und trickreich überlistet und abgewehrt werden. Mündliche Erzählungen dieser Kategorie sind in großer Zahl auch für die Samen Nordnorwegens und der [[Kola-Halbinsel]] belegt. Der Film [[Pathfinder (Film)|Pathfinder]] &amp;#039;&amp;#039;(Ofelaš)&amp;#039;&amp;#039; schildert Ereignisse im Zusammenhang mit einem Überfall von Tschuden auf die Samen. Mit dem sámischen Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;Tschudek&amp;#039;&amp;#039; – der heute in der [[Samische Sprachen#Einteilung der Sprachen|lulesamischen Sprache]] „Feind“ bedeutet&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.sametinget.se/14885 „gárjjelij tjude“ = die russischen Feinde], in H. Grundström: &amp;#039;&amp;#039;Lulelappisches Wörterbuch.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; – sind die oben beschriebenen historischen Tschuden nicht gemeint. Im Laufe der Geschichte wurden räuberischen Eindringlinge in [[Sápmi]] – ob karelischer, finnischer, russischer, schwedischer oder norwegischer Herkunft – von den Samen so bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Josef Calasanz Poestion|J. C. Poestion]]: (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lappländische Märchen, Volkssagen, Räthsel und Sprichwörter.&amp;#039;&amp;#039; Verlag von Carl Gerolds Sohn, Wien 1886, [http://www.zeno.org/nid/20007859031 Permalink]. S. 178–184.&amp;lt;/ref&amp;gt; Insofern stiftet die traditionelle und seit langem so praktizierte Übersetzung des entsprechenden Begriffes aus den Samischen Sprachen in andere europäische Sprachen (Norwegisch, Russisch, Englisch, Deutsch) Verwirrung. Sprachlich-etymologische sowie mythologisch-folkloristische Bezüge zwischen den verschiedenen Überlieferungen (siehe auch folgenden Abschnitt) und auch der historischen Völkerbezeichnung können aber dennoch nicht ausgeschlossen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das geheimnisvolle Volk (Komi, Nördliche Russen) ===&lt;br /&gt;
Die nordrussische und Komi-Überlieferung kennt die Tschuden, ein mythisches, zum Teil schatzhütendes Altvolk, das &amp;quot;in die Erde&amp;quot; gegangen ist und nahezu jeden Kontakt zu den Menschen abgebrochen hat. Die Komi-Tradition sieht in den Tschuden zum Teil die eigenen heidnischen Vorfahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weiterer Gebrauch der Begriffe Tschuden/tschudisch ==&lt;br /&gt;
Für die Wepsen war die Bezeichnung Tschuden bis 1917 in Gebrauch. Bei den [[Udmurten]] gibt es bis heute den Clannamen Tschudja/Schudja.&lt;br /&gt;
Der [[Peipussee]] an der Grenze zwischen Estland und Russland trägt im Russischen noch heute den Namen &amp;#039;&amp;#039;Tschudskoje osero&amp;#039;&amp;#039; – Tschudischer See. Die Tschuden sind auch namensgebend für die Stadt [[Tschudowo]] und zahlreiche kleinere Gewässer und Orte im nördlichen Osteuropa.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Ryabinin, E. A., &amp;#039;&amp;#039;The Chud of the Vodskaya Pyatina in the light of new discoveries&amp;#039;&amp;#039;, in: Fennoscandia Archeologica, 1987, S. 87–104 [http://www.sarks.fi/fa/PDF/FA4_87.pdf]&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;The politico-religious landscape of medieval Karelia&amp;#039;&amp;#039;, in: Fennia, Helsinki, 2004, Bd. 182,1, S. 3–11 [http://ojs.tsv.fi/index.php/fennia/article/view/3743]&lt;br /&gt;
* Drannikova, N.B. / Larsen, R.: Überlieferungen über die Tschuden in der norwegischen und russischen Folklore (Дранникова Н. В., Ларсен Р. Предания о чуди в норвежском и русском фольклоре), in: Interkulturelle Wechselwirkung im polyethnischen Raum der Grenzregion. Konferenzband(Межкультурные взаимодействия в полиэтничном пространстве пограничного региона: Сборник материалов международной научной конференции). Petrosowodsk / Петрозаводск, 2005.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historische europäische Ethnie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Finno-ugrischsprachige Ethnie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Pönij</name></author>
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