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	<title>Trockenmauerwerk - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Qwert üpoiuz: HC: Entferne Kategorie:Kultur (Zypern); Ergänze Kategorie:Immaterielles Kulturerbe (Republik Zypern)</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/index.php?title=WP:HC&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;WP:HC (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;HC&lt;/a&gt;: Entferne &lt;a href=&quot;/index.php/Kategorie:Kultur_(Zypern)&quot; title=&quot;Kategorie:Kultur (Zypern)&quot;&gt;Kategorie:Kultur (Zypern)&lt;/a&gt;; Ergänze &lt;a href=&quot;/index.php?title=Kategorie:Immaterielles_Kulturerbe_(Republik_Zypern)&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Kategorie:Immaterielles Kulturerbe (Republik Zypern) (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Kategorie:Immaterielles Kulturerbe (Republik Zypern)&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Dry stone wall.jpg|mini|Alter Römerweg in [[Kolbnitz]], Österreich]]&lt;br /&gt;
[[Datei:CORTINA DE PEÑAUSENDE1.JPG|mini|Natursteinmauer &amp;#039;&amp;#039;(cortina)&amp;#039;&amp;#039; bei [[Peñausende]], [[Provinz Zamora]], Spanien]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Chozo de la Cuesta de la Carlota, 01.jpg|mini|Kraggewölbebau Chozo de la Cuesta de la Carlota]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Trockenmauer (Gartenbau) -1.jpg|mini|Trockenmauer im [[Garten- und Landschaftsbau|Gartenbau]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bau einer Trockenmauer.jpg|mini|Bau einer Trockenmauer mit „Hinterschlag“ (Hintermauerung)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:País Valenciano 1977 54.jpg|mini|Trockenmauer in der Provinz Valencia]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Trockenmauerwerk&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch „Klaubsteinmauerwerk“)&amp;lt;ref name=&amp;quot;BZ Steckmeister 24-4-015&amp;quot;&amp;gt;Julius Steckmeister: [http://www.badische-zeitung.de/ehrenkirchen/steinepuzzeln-fuer-neuen-lebensraum--103844574.html &amp;#039;&amp;#039;Steinepuzzeln für neuen Lebensraum&amp;#039;&amp;#039;.] [[badische-zeitung.de]], 24. April 2015.&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet ein [[Mauerwerk]] aus [[Bruchsteinmauerwerk|Bruch]]- bzw. [[Natursteinmauerwerk|Natursteinen]], das ohne Zuhilfenahme von [[Mörtel]] errichtet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trockenmauerwerk wird heute vor allem im [[Garten- und Landschaftsbau|Gartenbau]] angewandt, hatte aber in der Baugeschichte verschiedene Anwendungsbereiche, so beim Haus- und [[Gebäudekomplex|Objektbau]], [[Brunnenbau]], im historischen Wasserbau, bei der Anlage von Feld- und [[Wehrmauer]]n, beim [[Megalith]]anlagenbau (als Ergänzung) und im [[Terrasse (Landwirtschaft)|landwirtschaftlichen Terrassenbau]] (wie dem [[Steillagenweinbau]]). Vollständig aus Trockenmauerwerk bestehende Häuser beschreibt der Artikel [[Kraggewölbebauten aus Trockenmauerwerk]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 28. November 2018 wurde der Trockenmauerbau von der [[UNESCO]] in die [[Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit]] aufgenommen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.umwelteinsatz.ch/de/angebot/trockenmauern/unesco-497.html &amp;#039;&amp;#039;Trockenmauerbau in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Stiftung Umwelteinsatz&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies umfasst Kenntnisse und Techniken in Kroatien, Zypern, Griechenland, Italien, Slowenien, Spanien, Frankreich und in der Schweiz. Am 5. Mai 2021 kam Österreich dazu.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.unesco.at/presse/artikel/article/3-neuaufnahmen-in-das-nationale-verzeichnis-des-immateriellen-kulturerbes &amp;#039;&amp;#039;Immaterielles Kulturerbe – 3&amp;amp;nbsp;Neuaufnahmen in das österreichische Verzeichnis.&amp;#039;&amp;#039;] Pressemitteilung zur 19.&amp;amp;nbsp;Eintragungsrunde. unesco.at, 5. Mai 2021; abgerufen am 5. Juni 2021.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Dezember 2024 wurden weitere Länder, namentlich Andorra, Belgium, Irland und Luxemburg hinzugefügt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://ich.unesco.org/en/RL/art-of-dry-stone-walling-knowledge-and-techniques-02106 &amp;#039;&amp;#039;Art of dry stone walling, knowledge and techniques.&amp;#039;&amp;#039;] [[UNESCO]] 2024&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Daniel Conrad |url=https://www.wort.lu/kultur/trockenmauerbau-ist-jetzt-auch-in-luxemburg-weltkulturerbe/28705306.html |titel=Unesco. Trockenmauerbau ist jetzt auch in Luxemburg Weltkulturerbe |werk=wort.lu (Luxemburger Wort) |datum=2024-12-05 |sprache=de |abruf=2024-12-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.gov.ie/en/press-release/d63f3-irelands-dry-stone-construction-receives-unesco-recognition/ Ireland’s Dry Stone Construction receives UNESCO recognition vom 5.12.2024]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nicht zum [[Mauerwerk]] zählen die heutigen [[Gabione|Steinkorbmauern]] („Gabionen“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anwendungsbereiche ==&lt;br /&gt;
Das Aufschichten von losen Steinen ohne Mörtel ist die älteste Form des Steinbaus und wurde bereits in [[Göbekli Tepe]] angewandt. Besondere Qualität hat das [[bronzezeit]]liche [[Zyklopenmauerwerk]] im Mittelmeerraum. Die zwei Haupttypen von Trockenmauern sind freistehende Mauern, z.&amp;amp;nbsp;B. als Weidebegrenzungen, und [[Stützmauer]]n, z.&amp;amp;nbsp;B. zur Bildung von landwirtschaftlichen Terrassen in steilen Hanglagen. Ein dritter Typ, die [[Futtermauer]], sieht aus wie eine Stützmauer, dient aber tatsächlich als Verkleidung oder Erosionsschutz eines stabilen Geländes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mauern ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Inisheer Gardens 2002 dry-stone walls.jpg|mini|Feldmauern auf [[Inisheer]] (Irland)]]&lt;br /&gt;
Trockenmauern, im Alpenraum auch „Klaubsteinmauern“ genannt, werden fast ausschließlich im Freien errichtet, meist aus plattigem Sedimentgestein. Als Acker- und Weideeinfassungen werden sie in [[Südeuropa]], [[Irland]], [[Nordengland]], [[Wales]] sowie in der [[Schweiz]] und in Österreich genutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lokale Typen ===&lt;br /&gt;
* [[Friesenwall (Mauer)|Friesenwall]] in [[Friesland]] aus runden Findlingen, mit Rasensoden als Fugenmaterial&lt;br /&gt;
* Cortina-Mauern im Westen Spaniens, z.&amp;amp;nbsp;B. bei [[Peñausende]]&lt;br /&gt;
* [[Tanca-Mauer]] auf den [[Balearen]]&lt;br /&gt;
* [[Premužićeva staza]] im [[Nationalpark Nördlicher Velebit]] in [[Kroatien]], ein über 50&amp;amp;nbsp;km langer Wanderweg, gefügt im Trockenmauerprinzip&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Velebit Ljuotic Mataci 02.JPG|mini|Trockenmauer im [[Velebit]]gebirge]]&lt;br /&gt;
=== Bedeutung für den Reis-, Oliven- und Weinbau ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Trockenmauer Weinberg.jpg|mini|Trockenmauer eines Weinbergs mit typischer Vegetation]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Radebeul Cikkurat.jpg|mini|Sanierungsarbeiten an Syenit-Trockenmauern in Weinbau-Steillagen der [[Lößnitz (Großlage)|Lößnitz]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Trockenmauer mit Rundbogen.jpg|mini|[[Bogen (Architektur)|Rundbogen]] in Trockenmauerwerk]]&lt;br /&gt;
In [[Reis#Reisanbau|Reisfeldern]], [[Olivenhain]]en und [[Weinberg]]en werden Trockenmauern an steileren Hangabschnitten errichtet, um durch den Aufbau von [[Terrasse (Landwirtschaft)|Terrassen]] die zum Anbau nutzbaren Flächen zu vergrößern. Der Tagesverlauf der [[Lufttemperatur]] wird durch Trockenmauern ausgeglichen und ein [[Steillagenweinbau]] so auch an [[Exposition (Geographie)|exponierten]] Hangabschnitten ermöglicht: Die Trockenmauer strahlt am Abend bis in die Nacht die im Laufe des Tages gespeicherte Wärme aus der Sonneneinstrahlung im [[Infrarotstrahlung|langwelligen Bereich]] wieder an die bodennahe [[Luftschicht]] ab und mindert so die nächtliche Auskühlung der Weinbergflächen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund ihrer Wasserdurchlässigkeit haben sich Trockenmauern in [[Terrasse (Landwirtschaft)|terrassierten]] Olivenhainen und Weinbergen als stabiler erwiesen als mit Mörtel verfugtes [[Mauerwerk]]. Eine [[handwerk]]lich gut gebaute Trockenmauer kann 100 Jahre und mehr überdauern. Durch die Verringerung der [[Hangneigung]] wird außerdem die [[Olivenbaum|Olivenernte]] mit Bodennetzen und die traditionelle [[Weinlese]] mit der Hand wesentlich erleichtert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bau von Trockenmauern ===&lt;br /&gt;
Traditionell werden für Trockenmauern nur [[Naturstein]]e verwendet, die örtlich vorkommen, häufig werden [[Lesestein (Geomorphologie)|Lesesteine]] aus dem Umfeld eingesetzt, aber auch [[Steinbruch]]material. Möglichst rechteckige Steine kommen bei anspruchsvolleren Bauwerken zur Anwendung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gleichmäßigste Kante wird beim Legen des Steins der sichtbaren Außenseite der Mauer zugewendet. Ist die Mauer von beiden Seiten einsehbar, wird die Mauer in der Regel zweischalig errichtet. Das heißt, die vordere und hintere Sichtseite der Mauer werden parallel, aber mehr oder weniger unabhängig voneinander hochgezogen, so dass sich die Steine der beiden Schalen kaum oder gar nicht miteinander verzahnen. Die zum Inneren der Mauer weisenden Kanten der Steine sind für gewöhnlich sehr unregelmäßig gebrochen. Die dort verbleibenden Hohlräume werden mit Schotter oder Steinbruchscherben verfüllt und leicht verdichtet. Um Wasseransammlungen („Wasserlinsen“) innerhalb der Mauer zu vermeiden, sollte das Füllmaterial keine [[Bindiger Boden|bindigen Bestandteile]] wie [[Lehm]] enthalten.&lt;br /&gt;
Zusätzlich oder stattdessen können die Hohlräume auch mit größeren Steinen ausgelegt werden. Dies wird auch als „Hintermauerung“ und in manchen Gegenden als „Hinterschlag“ bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um der Mauer mehr Halt zu geben, können die unregelmäßigen [[Haufwerk#Kenngrößen|Zwickel]] zwischen den größeren Steinen mit kleineren unregelmäßigen Steinen oder Steinbruchscherben ausgefüllt werden, die in einigen Regionen auch „Zwicker“ oder „Zwicksteine“ genannt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Lueger-1904 |Lemma=Zwicker |Band=8 |Seite=1043 |zenoID=20006152430}}&amp;lt;br /&amp;gt; {{Meyers-1905 |Lemma=Zwicker |Band=20 |Seite=1043|zenoID=20007734077}}&amp;lt;br /&amp;gt; {{Pierer-1857 |Lemma=Zwicksteine |Band=19 |Seite=770|zenoID=20011357363}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;!-- Dies dient als Filter- und Frostschutzschicht. ??? Was wird dabei wie gefiltert und warum? Wofür braucht es eine &amp;quot;Frostschutzschicht&amp;quot;? Der beste Schutz vor dem Auffrieren wäre es doch, die Hohlräume gar nicht erst auszufüllen. --&amp;gt; Die Tätigkeit wird als „Zwicken“ oder „Auszwicken“ bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Lueger-1904 |Autor=L. v. Willmann |Lemma=Auszwicken |Band=1 |Seite=415 |zenoID=2000596380X}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Anlage einer Trockenmauer ist ein gewisses handwerkliches Geschick und viel Erfahrung erforderlich. Je nach Größe und Mächtigkeit der Trockenmauer sowie der Beschaffenheit des Bodens ist es erforderlich, unter den [[Fundament]]steinen eine [[Koffer (Verkehrswegebau)|Kofferung]] aus [[Schotter]] oder [[Schutt]] als [[Frostschutzschicht]] und zur Lastverteilung anzulegen. Aus statischen Gründen sollten Kreuz- und „Reißverschluss“fugen vermieden werden. Ein Drittel der verbauten Steine sollte in der Regel als [[Mauerwerksverband#Grundlegende Begriffe|Bindersteine]] eingebaut sein, die nach hinten ins Erdreich beziehungsweise in die Hintermauerung zeigen. Die Tiefe der Mauer an ihrer Basis sollte bei tragfähigem Boden und guten Mauersteinen ein Drittel der beabsichtigten Höhe betragen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;BZ Steckmeister 24-4-015&amp;quot; /&amp;gt; Bei weniger günstigen Verhältnissen sollte die Mauerbasis in der Tiefe der Hälfte der vorgesehenen Mauerhöhe entsprechen. Große Trockenmauern sowie insbesondere Stützmauern können ingenieurmäßig dimensioniert werden, um bei ausreichender Stabilität nicht mehr Stein als nötig zu verbauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Hausbau ===&lt;br /&gt;
Vor allem in prähistorischer Zeit wurde Trockenmauerwerk beim Bau von Gebäuden benutzt. Siehe dazu: [[Bienenkorbhütte]], [[Broch (Turm)]], [[Nuraghe]], [[Talayot-Kultur|Talayot]], [[Tanca-Mauer]].&lt;br /&gt;
=== Brunnenbau ===&lt;br /&gt;
Trockenmauerwerk spielte bei klassischen [[Schachtbrunnen]] lange eine wichtige Rolle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wasserbau ===&lt;br /&gt;
[[Datei:HuttalerWW.JPG|mini|Trockenmauerwerk bei einem Bauwerk des [[Oberharzer Wasserregal]]s]]&lt;br /&gt;
Die nicht wasserführenden Teile römischer [[Aquädukt]]brücken wurden aus exakt behauenen, unvermörtelt aneinander gefügten Steinen errichtet. Zum Schutz vor Erosion diente Trockenmauerwerk im historischen [[Wasserbau]] als Wellenschutzmauer oder zur Einfassung von Kanälen und Gräben.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Justus Teicke]]: {{Webarchiv |url=http://www.harzwasserwerke.de/downloads/br_uwoww.pdf |text=&amp;#039;&amp;#039;UNESCO Welterbe Oberharzer Wasserwirtschaft – Das Oberharzer Wasserregal.&amp;#039;&amp;#039; |format=PDF; 2,8&amp;amp;nbsp;MB |wayback=20140407070940}} abgerufen am 9. September 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Burgenbau ===&lt;br /&gt;
Im mittelalterlichen Burgenbau spielten Trockenmauerwerkstechniken ebenfalls eine Rolle, wenngleich die erhaltenen Beispiele meist mit Mörtel operieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kirchenbau ===&lt;br /&gt;
Auch bei frühen, meist ländlichen Kirchenbauten kommen Trockenmauerwerkstechniken zur Anwendung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Außereuropäische Beispiele ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Agadir Imchiguegueln (Speicherkammern).jpg|mini|Agadir [[Imchiguegueln]] mit [[Trittstein]]en]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Berberarchitektur ===&lt;br /&gt;
In der Architektur der [[Berber]]völker Nordafrikas spielen Bauten aus Trockenmauerwerk eine große Rolle. Hier sind an erster Stelle die Speicherburgen ([[Agadir (Speicherburg)|Agadire]]) im Gebiet des [[Anti-Atlas]] in [[Marokko]] zu nennen, deren Feldsteinmauern mit nur sehr wenig Erde bzw. Lehm zusammengehalten und abgedichtet wurden. Daneben sind auch die während der [[Al-Andalus|islamischen Besetzung]] der [[Iberische Halbinsel|Iberischen Halbinsel]] von Berbern errichteten Wachtürme &amp;#039;&amp;#039;([[Atalaya (Wachturm)|atalayas]])&amp;#039;&amp;#039; von Bedeutung. Die Konstruktionstechniken wurden wahrscheinlich bei der Terrassierung von Berghängen entwickelt, die jedoch wegen ausbleibender Regenfälle bereits um die Mitte des 20. Jahrhunderts dem Verfall anheimgegeben wurden, so dass sie heute kaum noch in Erscheinung treten. Viele Wohnhäuser in Teilen des Anti-Atlas und des [[Hoher Atlas|Hohen Atlas]] waren in derselben Technik errichtet – die meisten sind jedoch bereits durch Neubauten aus [[Hohlblockstein]]en und mit Fundamenten und Decken aus [[Beton]] ersetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Äquatorial- und südliches Afrika ===&lt;br /&gt;
Einziges erhaltenes Beispiel für die Kenntnis und Anwendung von Trockenmauerwerkstechniken in [[Subsahara-Afrika|Afrika südlich der Sahara]] sind die Ruinen von [[Groß-Simbabwe]], die nach der [[Radiokarbonmethode]] in die Zeit um 1100 n. Chr. datiert werden.&lt;br /&gt;
[[Datei:Kuelap.jpg|mini|Ruinenstätte von [[Kuelap]], [[Peru]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Südamerika ===&lt;br /&gt;
Die im 14. und 15. Jahrhundert aus großen Steinblöcken errichteten Bauten der [[Inka]] in [[Peru]] ([[Cusco]], [[Machu Picchu]]) sind ebenfalls Trockenmauern, doch unterscheiden sie sich in der Herstellungstechnik grundlegend von den europäischen oder nordafrikanischen Beispielen. Lediglich bei weniger bedeutsamen Bauten sind Ähnlichkeiten der Konstruktionstechniken festzustellen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Hochland der [[Anden]] arbeiteten vereinzelt auch andere Kulturen mit einfachen Trockenmauerwerkstechniken – hier sind vor allem die um 1000 bis 1300 entstandenen Bauten der [[Chachapoya]]-Indianer zu erwähnen, bei denen jedoch auch [[Lehm]]mörtel verwendet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Südsee ===&lt;br /&gt;
Die in ihrer Art einzigartige Anlage von [[Nan Madol]] auf dem [[Karolinen]]-Archipel wurde um 1300 n. Chr. aus übereinander gestapelten und miteinander verzahnten [[Basaltsäule]]n errichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Japan ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Himeji Castle No09 167.jpg|mini|Ecksteine an der [[Burg Himeji]]; kleine Steine dienen zur [[Unterfütterung (Bauwesen)|Unterfütterung]] und Stabilisierung der größeren Quader.]]&lt;br /&gt;
Typisch für den [[Japanische Burg|japanischen Burgenbau]] sind massive Trockenmauern, eigentliche Steinmauersockel, die vor einem Erdwall errichtet wurden. Für die Beschaffung der in ungeheuren Mengen benötigten Steine waren beamtete Steinkommissare eingesetzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kaempfer200&amp;quot;&amp;gt;Engelbert Kaempfer: &amp;#039;&amp;#039;Reisen in Nippon.&amp;#039;&amp;#039; 1968, S. 200.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Mauern sind zweischichtig, außen mit Bruchsteinen und Findlingen, innen mit kleineren Steinen hinterfüttert. Sie sind aufsteigend konkav gewölbt. Je höher die Mauern wurden, umso mehr Steine waren am Sockel nötig, um dem Erd- und Wasserdruck entgegenzuwirken. Die Mauern wurden möglichst glatt und fugenlos erbaut, um das Erklettern zu erschweren. [[Engelbert Kaempfer]] weist in seiner Beschreibung der Sockelmauern der [[Burg Edo]] darauf hin, dass die Steine nur übereinandergelegt sind und „mit keinem Kalk oder sonst einer Klammer verbunden, weil man meint, daß sie bei einem Erdbeben auf solche Weise der Bewegung und Erschütterung eher nachgeben und also das ganze Gemäuer unbeschädigter erhalten könnten“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kaempfer200&amp;quot; /&amp;gt; Die nachfolgenden Jahrhunderte haben das bewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Irmtraud Schaarschmidt-Richter (Text), Mo Nishikawa (Fotos): &amp;#039;&amp;#039;Himeji Castle.&amp;#039;&amp;#039; S. 10.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ökologischer Nutzen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Trockenmauer Weinbaugebiet Lanzarote.JPG|mini|Trocken gemauerter Windschutz für Weinreben auf [[Lanzarote]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Fibla de paret seca.jpg|mini|Trockengemäuer (span. paret seca) im Feldstall in Katalonien]]&lt;br /&gt;
Trockenmauerwerke sind wichtige [[Biotop]]e für zahlreiche Pflanzen und Tiere. In den [[Fuge (Bauwesen)|Fugen]] findet man besondere [[Pflanzengesellschaft]]en, die sich an extreme [[Standort (Ökologie)|Standortbedingungen]] angepasst haben. Sie bieten des Weiteren einen wertvollen Lebensraum für verschiedene wärmeliebende Tierarten, beispielsweise für [[Echte Eidechsen|Eidechsen]], [[Erdkröte]]n, [[Wildbiene]]n und [[Laufkäfer]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trockenmauern in landwirtschaftlichen [[Terrassenkultur]]en unterstützen den [[Bodenschutz]], indem sie den [[Bodenerosion|Bodenabtrag]] durch die [[Erosion (Geologie)|Erosionswirkung]] des Wassers vermindern. Der Niederschlag versickert langsam hinter der Trockenmauer im Boden, so dass das [[Wurzel (Pflanze)|Wurzelwerk]] der Pflanzen das [[Bodenwasser]] allmählich aufnehmen kann und der [[Oberflächenabfluss]] reduziert wird. Da das [[Mauerwerk]] der Trockenmauer nicht verfugt ist, kann das Wasser bei anhaltendem [[Niederschlag]], der zu einer Sättigung des Bodenraums führt, zwischen den Lesesteinen austreten, ohne großen Druck auf das Gemäuer auszuüben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wichtiges Ziel des [[Naturschutz]]es ist, Trockenmauern in einer traditionell gewachsenen Landschaft zu erhalten. Besonders durch Maßnahmen der [[Flurbereinigung]], die oft eine Neugestaltung ganzer Feldfluren bedeuten, gehen viele Trockenmauern verloren. Als Ausgleich werden zuweilen [[Gabione]]n gebaut, die aber nach Ansicht mancher Experten aus Naturschutz-Sicht kein gleichwertiger Ersatz für Trockenmauern sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein indirekter ökologischer Nutzen besteht darin, dass Trockenmauern im Prinzip ohne externe Materialien wie Zement, Sand und Metall oder Fremdenergie errichtet werden können. Nur bei hohen Mauern z.&amp;amp;nbsp;B. ab 5&amp;amp;nbsp;m schwindet dieser Vorteil, da andere Techniken oft viel weniger Material oder Arbeitsaufwand benötigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedrohung ==&lt;br /&gt;
Viele Trockenmauern in verbuschenden und [[Weinbergsbrache|brachgefallenen Weinbergen]] sind heute dem Verfall preisgegeben. Da Trockenmauern nicht mit der zunehmenden [[Landtechnik|Mechanisierung]] im Weinbau vereinbar sind, findet man sie nur noch in historisch gewachsenen und nicht [[Flurbereinigung|flurbereinigten]] [[Lage (Weinbau)|Weinlagen]]. Für die Erhaltung und den Wiederaufbau von Trockenmauern gewährt der [[Staat]] jedoch finanzielle Zuschüsse an die [[Winzer]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der „[[Rote Liste Biotoptypen|Roten Liste Biotoptypen]]“ [[Baden-Württemberg]]s sind Trockenmauern „gefährdete [[Biotop]]e“ nach &amp;#039;&amp;#039;Gefährdungskategorie&amp;amp;nbsp;3&amp;#039;&amp;#039; und werden [[naturschutz]]fachlich als [[Biotoptyp]] „von geringer bis hoher Bedeutung“ bewertet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/61945/RL%20Biotoptypen%20mit%20BE%20-Liste_LUBW.pdf |text=&amp;#039;&amp;#039;Rote Liste der Biotoptypen Baden-Württemberg – Liste&amp;#039;&amp;#039;. |format=PDF |wayback=20150402094931}} lubw.baden-wuerttemberg.de; [[Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg]], 2002, S. 5, &amp;#039;&amp;#039;23.00 Morphologische Sonderformen anthropogenen Ursprungs&amp;#039;&amp;#039;, 23.40.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schutz ==&lt;br /&gt;
=== Deutschland ===&lt;br /&gt;
Nach der Anlage zum [[Landesnaturschutzgesetz]] [[Baden-Württemberg]]s 6.3 beispielsweise sind Trockenmauern (wie [[Steinriegel]] über 5 m Länge) über 0,5 m Höhe oder mit einer Fläche von über 2 m²&amp;lt;ref&amp;gt;Naturschutzgesetz Baden-Württemberg, {{Webarchiv |url=http://dejure.org/gesetze/NatSchG/Anlage.html |text=Anlage zu § 32 |wayback=20150315045205}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
„Besonders geschützte Biotope“ nach {{§|32|NatSchG|dejure}} Abs.&amp;amp;nbsp;1 Nr.&amp;amp;nbsp;6 NatSchG.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Lesesteinhaufen]]&lt;br /&gt;
* [[Mostloch]]&lt;br /&gt;
* [[Steinriegel]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau|Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.&amp;amp;nbsp;V.]] (FLL, Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Empfehlungen für Planung, Bau und Instandhaltung von Trockenmauern aus Naturstein&amp;#039;&amp;#039;. 2012, ISBN 978-3-940122-33-9.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Stiftung Umwelt-Einsatz Schweiz&amp;#039;&amp;#039;: &amp;#039;&amp;#039;Trockenmauern – Grundlagen, Bauanleitung, Bedeutung.&amp;#039;&amp;#039; ISBN 978-3-258-07944-8, [http://data.umwelteinsatz.ch/T/ Online-Ergänzungen]&lt;br /&gt;
* Martin Haberer: &amp;#039;&amp;#039;Steingärten und Trockenmauern.&amp;#039;&amp;#039; Kosmos, Stuttgart 2001, ISBN 3-440-08873-1.&lt;br /&gt;
* Sofie Meys: &amp;#039;&amp;#039;Lebensraum Trockenmauer. Bauanleitung, Gestaltung, Naturschutz.&amp;#039;&amp;#039; Pala, Darmstadt 2008, ISBN 978-3-89566-249-2.&lt;br /&gt;
* Irmtraud Schaarschmidt-Richter (Text), Mo Nishikawa (Fotos): &amp;#039;&amp;#039;Himeji Castle.&amp;#039;&amp;#039; Ernst und Sohn, 1998, ISBN 3-433-02714-5.&lt;br /&gt;
* Jana Spitzer, Reiner Dittrich: &amp;#039;&amp;#039;Trockenmauern für den Garten. Bauanleitung und Gestaltungsideen.&amp;#039;&amp;#039; [[Ökobuch-Verlag|Ökobuch]], Staufen 2009, ISBN 978-3-936896-43-5.&lt;br /&gt;
* Richard Tufnell, Marianne Hassenstein, Alain Ducommun, Frank Rumpe: &amp;#039;&amp;#039;Trockenmauern. Anleitung für den Bau und die Reparatur.&amp;#039;&amp;#039; 9. Auflage. Haupt, Bern 2009, ISBN 978-3-258-07481-8.&lt;br /&gt;
* Claire Cornu: &amp;#039;&amp;#039;Dry stone in the landscape, ancestral and innovative, for sustainable territories&amp;#039;&amp;#039; [https://rm.coe.int/council-of-europe-european-landscape-convention-10th-council-of-europe/168096844b online (englisch)]; [https://rm.coe.int/conseil-de-l-europe-convention-europeenne-du-paysage-10e-conference-du/168096844c online (französisch)]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Dry stone|Trockenmauerwerk}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4346366-6}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle&lt;br /&gt;
   |url=https://www.nabu-bad-nauheim.de/projekte/lebensraum-trockenmauer.html&lt;br /&gt;
   |titel=Lebensraum Trockenmauer&lt;br /&gt;
   |hrsg=[[Naturschutzbund Deutschland|NABU Bad Nauheim e.&amp;amp;nbsp;V.]]&lt;br /&gt;
   |datum=&lt;br /&gt;
   |abruf=2020-04-22}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
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{{Normdaten|TYP=s|GND=4346366-6|LCCN=sh96007928|REMARK=Ansetzungsform GND „Trockenmauer“}}&lt;br /&gt;
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		<author><name>imported&gt;Qwert üpoiuz</name></author>
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