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	<title>Tretmühle - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-23T03:24:46Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Tretm%C3%BChle&amp;diff=670362&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Caronna: Ne umlenkrolle ändert nichts</title>
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		<updated>2025-07-29T09:42:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Ne umlenkrolle ändert nichts&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Roemerkran retusche.jpg|mini|Römerkran mit Tretrad (Nachbau)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Carisbrooke Castle well house 3.jpg|mini|hochkant|Tretmühle für Esel zur Wasserförderung aus dem [[Burgbrunnen]] auf dem [[Carisbrooke Castle]]]]&lt;br /&gt;
Eine &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tretmühle&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Tretrad&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Laufrad&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) ist ein seit dem [[Römisches Reich|Römischen Reich]] bis in die [[Moderne]] benutzter [[Antrieb]] für [[Mühle]]n und insbesondere für Hebe-Vorrichtungen ([[Kran]]e). Sie arbeitet nach dem Prinzip des [[Wellrad]]s und nutzt die Körperkraft von Menschen oder Tieren, wie auch andere [[Göpel]] (Überbegriff).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tretmühlen fanden bis ins 20. Jahrhundert bei [[Körperstrafe]]n Verwendung. Heute wird das Wort &amp;#039;&amp;#039;Tretmühle&amp;#039;&amp;#039; im übertragenen Sinne für eine monotone Tätigkeit oder Tagesablauf benutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konstruktion und Betrieb ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Tretkran (Bruegel).jpg|mini|hochkant|Ein Tretkran aus Pieter Bruegels &amp;#039;&amp;#039;[[Großer Turmbau zu Babel|Turmbau zu Babel]] &amp;#039;&amp;#039; (Wiener Fassung, 1563)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:LaufradGmünderMünster.JPG|mini|Laufrad in der Dachkonstruktion des [[Gmünder Münster]]s]]&lt;br /&gt;
Kernstück einer Tretmühle sind ein oder mehrere (meist zwei), übermannshohe hölzerne Treträder („Fabricae pedales“, Fußwerke, Laufräder, [[Durchmesser]] von 3&amp;amp;nbsp;m bis 5&amp;amp;nbsp;m) mit meist acht Holz-[[Speiche (Rad)|Speichen]] auf jeder Seite. Die Räder waren auf einer schweren, horizontalen [[Holz]][[Welle (Mechanik)|welle]] angebracht, die bei mittelalterlichen Tretkränen mit Drehdach in einer quadratischen Holzkonstruktion als Rad-„Träger“ oder auf freistehenden Radlagern ruhte (bei römischen Kränen und als festmontierte Hebevorrichtung). Bei Mühlen (Kornmühlen, Pumpmühlen etc.) war die horizontale [[Antriebsachse]] mit dem [[Mahlwerk]] oder [[Pumpe|Pumpwerk]] verbunden, bei den Hebevorrichtungen saß eine [[Trommel (Bauelement)|Tretvorrichtung]] auf der [[Achse (Technik)|Achse]], entweder in deren Verlängerung oder auch zwischen den Treträdern. Im einfachsten Fall war die [[Tretvorrichtung]] ein Abschnitt auf der Achse mit Begrenzungsringen. Die Tretvorrichtung nahm [[Seil]] oder [[Kette]] auf. In den Treträdern, deren Innenfläche (Lauffläche) mit rutschmindernden Trittleisten versehen war, liefen die Radläufer, Tret- oder Windenknechte (auch Windenfahrer genannt, bei Kranen auch Kranenknechte) und setzten damit den Mechanismus in die gewünschte Richtung in Gang. Es gab auch Ausführungen ähnlich einem [[Wasserrad]], bei dem die Menschen außen auf schaufelartigen Trittbrettern liefen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf mittelalterlichen Baustellen galten die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Windenknechte&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (bis ins 18. Jahrhundert waren Tretradantriebe stark verbreitet) als hoch- bis höchstbezahlte Arbeitskräfte. Die Tätigkeit war mühsam, extrem anstrengend und in Hebevorrichtungen auch gefährlich. Das Halten der Lasten war schwierig, weil die Laufräder nicht gesichert werden konnten, um die Last während des Drehvorganges auf Höhe zu halten. Auch das Ablassen der Lasten barg Gefahr, weil sich die Last durch ihre Eigenmasse selbständig machen und die Männer in den Treträdern ins „Rotieren“ und „Schleudern“ (Redewendung) bringen konnte: es gab zum Teil schwere und tödliche Unfälle. Zum Heben einer Last auf eine Höhe von 4&amp;amp;nbsp;m mussten die Windenknechte in den Laufrädern etwa 56&amp;amp;nbsp;m an Laufstrecke zurücklegen (&amp;lt;!--bei 4,45 m ⌀ Rad, 0,32 m ⌀ Achse;--&amp;gt;vom Achs- und Raddurchmesser abhängig: bei 4&amp;amp;nbsp;m Raddurchmesser und 0,4&amp;amp;nbsp;m Achsdurchmesser entspricht eine Radumdrehung 12,56&amp;amp;nbsp;m Laufstrecke und 1,26&amp;amp;nbsp;m Wickellänge (= Hubhöhe), das sind 50,24&amp;amp;nbsp;m Laufstrecke und 5&amp;amp;nbsp;m Hub). Das bedeutete für einen kompletten Hebe- und Senkvorgang eine Gesamtstrecke von etwa 132 bis 140&amp;amp;nbsp;m. Bei solcher Tätigkeit musste jeder sich auf den anderen verlassen können. Viel Erfahrung und Kondition war vonnöten, um die harte Tätigkeit im [[Akkordlohn|Akkord]] (berechnet nach gelöschter Ladung gemäß einer Gebührenliste durch den Kranmeister) gewinnbringend zu schaffen. Zwischen 15 und mehr als 20 Mann arbeiteten in und an einem mittelalterlichen Ladekran. Sie waren zum Teil in der „Aufläder-Zunft“ organisiert, dem ursprünglichen Wort für die Ladetätigkeit am Kran.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einsatzbereiche ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Laufrad.jpg|mini|Antrieb eines [[Butterfass]]es durch ein Hundelaufrad in einem Gehöft im Rheinland, 19. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
In der [[Schifffahrt]] kamen beim Betrieb der seit dem Mittelalter verbreiteten [[Hafenkran|Hafenkräne]] zwecks Zeitgewinn gewöhnlich Doppeltreträder zum Einsatz, die an beiden Seiten eines drehbaren Turms befestigt waren. Diese Turm-Tretkräne waren entweder aus Holz oder Stein gebaut und konnten beim Verladen eine Last von bis 2,5 Tonnen bewältigen. Es wird geschätzt, dass circa 80 Tretkräne an 32 Kranstandorten am Rhein mit Nebenflüssen im Einsatz waren, im gesamten deutschsprachigem Raum sogar ca. doppelt so viele.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Verbreitet war der Einsatz der Treträder auch beim Betrieb von Mühlen und beim Bau großer Gebäude, insbesondere der mittelalterlichen Kathedralen, wo Tretradkräne als Einzel- oder Doppelräder in die Dachkonstruktion integriert waren. Im [[Freiburger Münster]], [[Gmünder Münster]], [[Straßburger Münster]], in [[St.-Marien-Kirche (Stralsund)|St. Marien]] und [[St.-Nikolai-Kirche (Stralsund)|St. Nikolai Stralsund]] sowie in der [[Mont-Saint-Michel (Abtei)|Abtei des Mont-Saint-Michel]] sind diese beispielsweise noch vorhanden. Bis 1868 befand sich auf dem bis dahin unvollendeten Südturm des [[Kölner Dom]]s ein durch Treträder angetriebener Baukran (&amp;#039;&amp;#039;[[Domkran]]&amp;#039;&amp;#039;) aus dem 15. Jahrhundert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Als Körperstrafe ==&lt;br /&gt;
Anfang des 19. Jahrhunderts mussten in den [[Strafkolonie Australien|britischen Kolonien]] [[Sträfling]]e in den Tretmühlen arbeiten. Zwei solcher Mühlen, zynisch als „dancing academies“ bezeichnet, wurden ab 1823 in [[Sydney]] zum Antrieb von [[Getreidemühle]]n eingesetzt. Da diese Mühlen großen Profit abwarfen, wurden sechs weitere in Betrieb genommen. Die Arbeitszeit betrug bis zu zwölf Stunden täglich, die Leistung wurde mit der [[Dampfmaschine]] in Relation gesetzt und mit 70 [[Watt (Einheit)|Watt]] pro Arbeiter angegeben. Aus dem Jahr 1850 wird berichtet, dass 28 Sträflinge die Arbeit in der Tretmühle verweigerten und den Tod durch [[Erhängen]] vorzogen. &amp;lt;!-- Auch Frauen mussten in den Tretmühlen arbeiten, auf [[Schwangerschaft]] wurde keine Rücksicht genommen. Quelle: &lt;br /&gt;
Kotterell, Kamminga 1992, S. 41; unter Berufung auf Cannon, Michael: Who&amp;#039;s MAster? Who&amp;#039;s man? Australia in the Victorian Age. London, 1971. Diese Quellenangabe war schon mal drin, irgendein Schlaumeier hat sie gelöscht. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Gerichtsprozess wurde dem englischen Schriftsteller [[Oscar Wilde]] der Kontakt mit männlichen [[Prostitution|Prostituierten]] nachgewiesen, so dass ihn der Richter 1895 wegen „unsittlicher Handlungen“ zu zwei Jahren Zwangsarbeit verurteilen konnte. Im Zuchthaus [[HM Prison Reading]] musste Wilde täglich sechs Stunden in einer Tretmühle Zwangsarbeit leisten. In seinem Gedichts-Werk &amp;#039;&amp;#039;[[The Ballad of Reading Gaol]]&amp;#039;&amp;#039; klagt er unter anderem die Gefängniszustände in [[Reading]] an.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Christoph Driessen |url=http://www.sueddeutsche.de/kultur/zum-geburtstag-von-oscar-wilde-ein-paradoxes-genie-1.895892#redirectedFromLandingpage |titel=Ein paradoxes Genie |werk=[[Süddeutsche Zeitung]] |datum=2010-05-20 |abruf=2018-06-16}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Marion Löhndorf |url=https://www.nzz.ch/feuilleton/schauplatz/oscar-wilde-und-das-zuchthaus-von-reading-und-dunkelhaft-fuer-den-der-spricht-ld.120496 |titel=Und Dunkelhaft für den, der spricht |werk=[[Neue Zürcher Zeitung]] |datum=2016-10-06 |abruf=2018-06-16}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Spielfilm &amp;#039;&amp;#039;[[Oscar Wilde (1997)|Oscar Wilde]]&amp;#039;&amp;#039; wird gezeigt, wie Gefangene in [[Viktorianisches Zeitalter|viktorianischen]] Gefängnissen in Tretmühlen arbeiten mussten. Noch 1909 waren laut dem französischen Jahrbuch &amp;#039;&amp;#039;Almanach Hachette&amp;#039;&amp;#039; „tread-wheels“ mit isolierenden Einzelkabinen (auch „hard-labour“) in britischen Gefängnissen in Betrieb.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Frédéric Lavignette |Titel=Histoires d’une vengeance – L’Affaire Liabeuf |Verlag=Fage éditions |Ort=Lyon |Datum=2011 |ISBN=978-2-84975-205-0 |Seiten=157}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tretmühle im übertragenen Sinn ==&lt;br /&gt;
Die Treträder, mit dem Wort Tretmühle als Gesamtbegriff, führten zu der Bezeichnung „Tretmühle“ für eine anstrengende, gleichförmige Tätigkeit. Synonym wird auch die Metapher des [[Laufrad (Kleintier)|Hamsterrades]] verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Brian Cotterell, Johan Kamminga: &amp;#039;&amp;#039;Mechanics of Pre-industrial Technology&amp;#039;&amp;#039;. Cambridge University Press, Cambridge 1992, ISBN 0-521-42871-8.&lt;br /&gt;
* Hans-Liudger Dienel, Wolfgang Meighörner: &amp;#039;&amp;#039;Der Tretradkran&amp;#039;&amp;#039;. Veröffentlichung des Deutschen Museums (Technikgeschichte Reihe), 2. Auflage. München 1997.&lt;br /&gt;
* Andrea Matthies: &amp;#039;&amp;#039;Medieval Treadwheels. Artists’ Views of Building Construction.&amp;#039;&amp;#039; In: Technology and Culture, Bd.&amp;amp;nbsp;33, Nr.&amp;amp;nbsp;3 (Juli 1992), S. 510–547.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{commonscat|Treadwheels|Tretmühlen}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [https://www.lueneburg.info/alter-kran &amp;#039;&amp;#039;Der alte Kran&amp;#039;&amp;#039;], Tourist-Information Lüneburg&lt;br /&gt;
* [http://ba.e-pics.ethz.ch/#1529141970433_4 &amp;#039;&amp;#039;Leonhardskirche (Basel)&amp;#039;&amp;#039;], e-pics.ethz.ch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4435446-0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Tretmuhle}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Krantechnik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kultur (Mittelalter)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mühlentyp nach Antrieb]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Räder]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Körperstrafe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Muskelkraftbetriebenes Gerät]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Caronna</name></author>
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