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	<title>Trattenbacher Taschenfeitel - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-23T03:38:20Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Trattenbacher_Taschenfeitel&amp;diff=1476439&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Dieringer63: Literatur: Neudorfer 1931; defekten Weblink mediathek.at korrigiert und mit Film zusammengeführt; Ref zu Scharsachstahl; Kleinkram</title>
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		<updated>2024-02-24T09:12:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Literatur: Neudorfer 1931; defekten Weblink mediathek.at korrigiert und mit Film zusammengeführt; Ref zu Scharsachstahl; Kleinkram&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Trattenbacher Taschenfeitel (10).jpg|miniatur|Taschenfeitel]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Im Tal der Feitelmacher, Trattenbach - Info Center - Ausstellung (03).jpg|miniatur|Feitel verschiedener Hersteller]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Museumsdorf Trattenbach Museum in der Wegscheid 13.jpg|mini|Kinderfeitel, lackiert]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Trattenbacher Taschenfeitel (02).jpg|miniatur|Taschenfeitel, verschiedenfärbig lasiert]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Trattenbacher Taschenfeitel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch (das) &amp;#039;&amp;#039;Trattenbacher Zauckerl&amp;#039;&amp;#039; genannt) ist ein österreichisches [[Taschenmesser]] mit jahrhundertealter Herstellertradition.&lt;br /&gt;
Herstellungsort ist das Trattenbachtal, heute zugehörig zur Gemeinde [[Ternberg]] in [[Oberösterreich]].&lt;br /&gt;
Das aufgeklappte Messer ist im Ortswappen Ternbergs dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Bereits im [[Mittelalter]] wurden im Trattenbachtal mit seinem wegen des großen Gefälles zur [[Energiequelle|Energiegewinnung]] sehr gut geeigneten Trattenbach Metallwerkstätten und insbesondere [[Messerschmied]]en eingerichtet.&lt;br /&gt;
Die erste urkundliche Erwähnung der Messererzeugung datiert 1422.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Neudorfer26&amp;quot;&amp;gt;Karl Neudorfer: &amp;#039;&amp;#039;Heimat-Büchlein von Ternberg.&amp;#039;&amp;#039; Verschönergsverein Ternberg-Trattenbach, Ternberg 1931, S. 26 ({{Landesbibliothek.at |urn-nr=1071701}}).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Kulturverein Heimatpflege Ternberg-Trattenbach |url=https://www.unesco.at/fileadmin/Redaktion/Kultur/IKE/IKE-DB/files/1079.pdf |titel=Bewerbungsformular |werk=unesco.at |datum=2015 |abruf=2019-10-21 |kommentar=Bewerbungsformular Trattenbacher Taschenfeitel als Immaterielle Kulturerbe}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ab dem 16. Jahrhundert wurden die ersten zusammenfaltbaren Taschenmesser produziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tatsache, dass diese Messer aus &amp;#039;&amp;#039;Scharsachstahl&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Josef Zeitlinger: &amp;#039;&amp;#039;Sensen, Sensenschmiede und ihre Technik.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines.&amp;#039;&amp;#039; Jahrgang 91, Linz 1944, S. 85 ({{ZOBODAT |pfad=pdf/JOM_91_0013-0178.pdf}}).&amp;lt;/ref&amp;gt; hergestellt wurden, ist besonders bemerkenswert, da dieser [[Stahl]] damals größtenteils der Waffen- und Sensenherstellung vorbehalten war.&lt;br /&gt;
Zu Beginn der Produktion der Scharsachmesser existierte nur eine gemeinsame Messererzunft für [[Steinbach an der Steyr|Steinbacher]] und Trattenbacher [[Messerschmied|Messerer]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;Neudorfer26&amp;quot; /&amp;gt; aufgrund von Rivalitäten erfolgte jedoch 1680 die Gründung einer eigenen Trattenbacher [[Innung]], die 1682 von Kaiser [[Leopold I. (HRR)|Leopold I.]] gebilligt wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Das Innungszeichen zeigt drei verschiedene [[Klinge]]n, die damals bei der [[Meisterprüfung]] von jedem Kandidaten produziert werden mussten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Umstellung auf maschinelle Fertigung zu Beginn des 19. Jahrhunderts brachte auch das Ende der Zunft und die Gründung einer [[Genossenschaft]] mit sich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das 20. Jahrhundert läutete den Niedergang der Feitelmacher ein, die [[Weltwirtschaftskrise]] zwang den Großteil der Familienbetriebe zum Aufgeben der Herstellung. Nach dem Ende des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] existierten nur noch sechs Werkstätten im Tal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abgesehen von der Museumswerkstätte der &amp;#039;&amp;#039;Manufaktur Löschenkohl&amp;#039;&amp;#039; gibt es heute nur noch den Hersteller &amp;#039;&amp;#039;Hack Stainless&amp;#039;&amp;#039;, der neben den Taschenfeiteln auch Spezialmesser aller Art – wie Ess- und Jausenbesteck, Jagdmesser sowie Küchen- und Gewerbemesser – herstellt, die weltweit exportiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herstellung ==&lt;br /&gt;
Der Feitel selbst besteht aus vier Komponenten: der Klinge, dem Griff ([[Heft (Griffstück)|Heft]]), einem Metalldorn und einer den Griff umfassenden Metallplatte. Importiert wurde der benötigte Stahl über die [[Eisenstraße (Österreich)|Eisenstraße]].&lt;br /&gt;
Das Messer selbst wurde ursprünglich geschmiedet, gehärtet, geschliffen und poliert, um die geeigneten Arbeitsqualitäten zu erreichen. Die Klinge ist jedoch nicht fixierbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da alle (gesamt 38) Arbeitsschritte in einer Werkstatt durchgeführt werden konnten, war die Herstellung einfach zu handhaben und auch relativ preiswert. In der Blütezeit der Taschenfeitel gab es 16 Familien, die jeweils ihre eigene Produktionsstätte hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zeitalter der [[Industrialisierung]] begannen die Werkstätten verstärkt auf maschinelle Fertigung zurückzugreifen und konnten die Produktion somit vervielfachen und jährlich 8 Millionen Feitel in 45 verschiedenen Sorten herstellen. Während die Klingen früher mit der Hand geschmiedet wurden, werden die Klingen heute aus [[Bandstahl]] herausgestanzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Ende der Blütezeit Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Produktion aufgrund der Weltwirtschaftskrise zeitweise komplett eingestellt. Nach dem Niedergang der ortsansässigen Industrie konnte sich das Dorf allerdings in jüngster Zeit zu einer durchaus erfolgreichen [[Museumsdorf Trattenbach|Museumsstätte]] entwickeln. In einer Schauwerkstatt in der [[Drechslerei am Erlach]] wird Besuchern die Möglichkeit gegeben, einen eigenen Taschenfeitel zusammenzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Marketing und Verkauf ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Museumsdorf Trattenbach Museum in der Wegscheid 12.jpg|mini|Altes Werbeschild für Taschenfeitel im [[Museum in der Wegscheid]]]]&lt;br /&gt;
Bis zum Beginn der Industrialisierung war das Trattenbacher Taschenmesser konkurrenzlos, da es sich durch gute Qualität und einem günstigen Preis auszeichnete. Der große Erfolg des Produktes brachte der gesamten Region ökonomische Vorteile. Exportiert wurde entlang der Eisenstraße nach [[Steyr]], von wo aus die Messer vor allem über [[Venedig]] weltweit exportiert wurden. Die Messer wurden in ganz Europa, nach Afrika, in den Nahen und Mittleren Osten, nach Asien sowie Nordamerika verkauft. In der Blütezeit der Messerherstellung wurden bis zu 18 Millionen Taschenfeitel im Jahr produziert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die aus verschiedener Produktion stammenden Feitel unterscheiden zu können, hatte jede Familie einen eigenen [[Prägestempel]], der auf der Messerklinge angebracht wurde.&lt;br /&gt;
Zu Beginn des [[Industriezeitalter]]s setzte die verstärkte Konkurrenz aus dem Ausland die Feitelmacher unter Druck, als Reaktion wurden viele weitere Klappmesser-Varianten geschaffen: Kinder- und Frauenmesser, Gemüsemesser, Winzer-, Rosen-, Bergstadler Feitel, Knicker sowie preußische, ungarische und französische Messer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute werden neben den traditionellen Feiteln auch Miniaturausführungen als Schlüsselanhänger, Taschenfeitel als Werbeträger mit Gravuren auf der Klinge oder Aufdruck auf dem Heft und regionale Souvenirs sowie handgeschmiedete Unikate mit Hirschhorngriffen angeboten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Erinnerung an die Tradition der Feitelmacher wurde 1985 an der Mündung des Trattenbachs in die [[Enns (Fluss)|Enns]] der &amp;#039;&amp;#039;[[Weltrekord-Taschenfeitel|Weltgrößte Taschenfeitel]]&amp;#039;&amp;#039; aufgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Messerln ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Zaukerl.JPG|miniatur|Zauckerl des Feitlclubs Trattenbach]]&lt;br /&gt;
Mit den Trattenbacher Feiteln wird seit Jahrhunderten ein [[Geschicklichkeitsspiel]], das [[Messerln]] gespielt. Beim Messerln treten zwei Spieler gegeneinander an, wobei ein halbgeöffneter Feitel aus einer Höhe von etwa einem halben Meter auf eine Holzbank oder Holzbrett fallengelassen wird. Gültig ist ein Wurf nur dann, wenn das Messer mit der Spitze im Holz stecken bleibt. Punkte werden entsprechend den Schwierigkeitsgraden des Wurfs, verschiedene Vorwärts- oder Rückwärtsumdrehungen in der Flugphase, vergeben. Die Tradition des &amp;#039;&amp;#039;Messerln&amp;#039;&amp;#039;-Spiels wird heute in ca. 30 Feitelklubs, die hauptsächlich in Ober- und [[Niederösterreich]] sowie in [[Salzburg]] existieren, gepflegt. Die Feitlklubs begrüßen sich traditionell mit dem Gruß „Feitel auf“, bei Treffen der Vereinsmitglieder besteht die Pflicht, den eigenen Taschenfeitel bei sich zu führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Immaterielles Kulturerbe ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hammer und Schleiferei zum Kini Klingen schärfen-9581.jpg|mini|Klingen-Schleiferei]]&lt;br /&gt;
Um die jahrhundertealte traditionelle Fertigung des Taschenfeitels auch in Zukunft zu bewahren, wurde vom &amp;#039;&amp;#039;Kulturverein Heimatpflege Ternberg – Trattenbach&amp;#039;&amp;#039; initiiert, die Trattenbacher Taschenfeitel-Erzeugung in das von der UNESCO geführte &amp;#039;&amp;#039;[[Immaterielles Kulturerbe in Österreich|Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Österreich]]&amp;#039;&amp;#039; aufzunehmen. Im Bewerbungsprozess wurde die jahrhundertealte Tradition der Erzeugung dargestellt. Besonderes Herausstellungsmerkmal für die Bewerbung war die seit Jahrhunderten nahezu unveränderte Bauform des einfachen und in der Bevölkerung weit verbreiteten Messers, die noch vorhandenen originalen Werkstätten sowie die Verwurzelung des Taschenfeitels im Brauchtum der Region. Zentrales Element für Vermittlung der alten Handwerkstechnik zur Herstellung der Messer ist das [[Museumsdorf Trattenbach]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 23. September 2015 wurde die Herstellung des Taschenfeitels als Immaterielles Kulturerbe ausgezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=https://www.unesco.at/kultur/immaterielles-kulturerbe/oesterreichisches-verzeichnis/detail/article/trattenbacher-taschenfeitel-erzeugung/ |titel=Trattenbacher Taschenfeitel-Erzeugung |werk=unesco.at |hrsg=Österreichische UNESCO-Kommission |datum= |abruf=2019-05-30 |sprache=}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Museumsdorf Trattenbach]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Filme ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Herstellung von Taschenfeiteln. Aufgenommen 1966 bei den Messererzeugern Bruno Löschenkohl und Josef Rameis in Trattenbach/Oberösterreich.&amp;#039;&amp;#039; Wissenschaftliche Leitung: Elfriede G. Lies, Kamera: Alfred Reich, Schnitt: Elinor Pavlowsek, Produktion: Bundesstaatliche Hauptstelle für Lichtbild und Bildungsfilm in Wien, Abteilung Wissenschaftlicher Film, Leiter: Dankwart G. Burkert ([https://www.mediathek.at/atom/19B6CC0E-347-000BB-00000C70-19B611C6 mediathek.at], Film aus der Sammlung des Bundesinstituts für den Wissenschaftlichen Film (ÖWF) im Onlinearchiv der [[Österreichische Mediathek|Österreichischen Mediathek]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Karl Neudorfer: &amp;#039;&amp;#039;Heimat-Büchlein von Ternberg.&amp;#039;&amp;#039; Verschönergsverein Ternberg-Trattenbach, Ternberg 1931, S. 26–35 (Kapitel „VII. Die Scharschacher von Trattenbach“ und „VIII. Im Tal der alten Hammerschmieden“; {{Landesbibliothek.at |urn-nr=1071701}}).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Trattenbacher Taschenfeitel-Erzeugung}}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |autor= |url=https://www.ooemuseen.at/museum/188-museumsdorf-trattenbach |titel=Museumsdorf Trattenbach |werk=ooemuseen.at |hrsg=Verbund Oberösterreichischer Museen |datum= |abruf=2019-05-30 |abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{NaviBlock&lt;br /&gt;
|Navigationsleiste Immaterielles Kulturerbe Österreich&lt;br /&gt;
|Navigationsleiste UNESCO-Kultur- und -Naturerbe in Oberösterreich&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Messer (Werkzeug)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Immaterielles Kulturerbe (Österreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ternberg]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Dieringer63</name></author>
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