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	<title>Transhumanz - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-27T14:03:37Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Transhumanz&amp;diff=197492&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Fährtenleser: Abgrenzung Alm- und Fäbodwirtschaft</title>
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		<updated>2026-04-21T04:05:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Abgrenzung Alm- und Fäbodwirtschaft&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Tabane rarivêye voyaedjant tropea cår di scole.jpg|mini|hochkant=1.5|Schaftrieb im Rahmen der Wanderweidewirtschaft im [[Hoher Atlas|Hohen Atlas]] Marokkos]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Transhumanz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Wanderweidewirtschaft&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist (nach der deutschen und [[Romanische Sprachen|romanischen]] Literatur) eine &amp;#039;&amp;#039;vorwiegend für den Markt produzierende&amp;#039;&amp;#039; Form [[Extensive Tierhaltung|extensiver]] [[Fernweidewirtschaft]] unter der Obhut von [[Halbsesshaftigkeit|halbsesshaften]] oder [[Halbnomadismus|halbnomadischen]] Hirten mit einem klimabedingten [[saison]]alen Wechsel der in verschiedenen [[Klimazone]]n oder [[Höhenstufe (Ökologie)|Höhenstufen]] liegenden [[Weide (Tierhaltung)|Weidegebiete]], weil diese jeweils nur während einer Jahreszeit ausreichend Futter bieten. In der kalten oder trockenen Jahreszeit weidet das Vieh (zumeist) nah am dauerhaften Wohnort der [[Sesshaftigkeit|sesshaften]] Eigentümer, während es die übrige Zeit auf entfernten Weiden in einer anderen Klimazone verbringt. Vor allem wird der Begriff für Wanderungen zwischen verschiedenen [[Höhenstufe (Ökologie)|Höhenstufen]] der Gebirge verwendet. Die Eigentümer selbst betreiben Ackerbau oder gehen anderen Berufen nach.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hofmeister 131&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kreutzmann&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kühr&amp;quot;&amp;gt;Tobias Kühr: &amp;#039;&amp;#039;Traditionelle Ernährungsweisen in Entwicklungsländern. Typische Ernährungsmängel und Ansätze zur Verbesserung der Ernährungssituation am Beispiel Afrikas.&amp;#039;&amp;#039; Diplomarbeit. Universität Jena, Jena 2007, S. 13–14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Sandra Calkins: Stichwort &amp;#039;&amp;#039;Transhumanz&amp;#039;&amp;#039; in Annegret Nippa u. Museum für Völkerkunde Hamburg (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Kleines abc des Nomadismus.&amp;#039;&amp;#039; Publikation zur Ausstellung “Brisante Begegnungen. Nomaden in einer sesshaften Welt.” Hamburg 2011. S. 216&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wanderweidewirtschaft findet in jeder Periode grundsätzlich auf natürlich entstandenem, zumeist &amp;#039;&amp;#039;nicht&amp;#039;&amp;#039; [[Einhegung|eingehegtem]] [[Weide (Grünland)|Weideland]] statt und ist eine Form der [[Landnutzung]], die [[Pastoralismus]] genannt wird (Naturweidewirtschaft).&amp;lt;ref&amp;gt;[[FAO]]: &amp;#039;&amp;#039;Pastoralism in the New Millennium.&amp;#039;&amp;#039; In &amp;#039;&amp;#039;Animal Production and Health Paper.&amp;#039;&amp;#039; Nr. 150, 2001.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;!--Seitenangabe?--&amp;gt; Eine Stallhaltung im Winter (wie bei der [[Alm (Bergweide)#Almwirtschaft|Almwirtschaft]]) kommt bei den klassischen Formen nur selten vor und geschieht nicht aus klimabedingter Notwendigkeit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kreutzmann&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hofmeister 122-123&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da die Wanderweidewirtschaft auf historische [[Kulturvergleichende Sozialforschung#Der Kulturbegriff|Kulturen]] von [[Hirtenvolk|Hirtenvölkern]] zurückgeht und zum Teil auch zur Selbstversorgung ([[Subsistenzwirtschaft]]) praktiziert wird, gehört sie zu den [[Traditionelle Wirtschaftsform|traditionellen Wirtschaftsformen]]. Wenn die eigene Bedarfsproduktion im Vordergrund steht, spricht man auch von „transhumantem [[Agropastoralismus]]“.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ulf Brunnbauer]]: &amp;#039;&amp;#039;Gebirgsgesellschaften auf dem Balkan. Wirtschaft und Familienstrukturen im Rhodopengebirge (19./20. Jahrhundert).&amp;#039;&amp;#039; Böhlau, Wien 2004, S. 198.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ethnologie|Ethnologisch]] (völkerkundlich) betrachtet vereinen sich unter dem Begriff alle Übergangsformen zwischen [[Nomadismus|vollnomadischen]] beziehungsweise [[Mobile Tierhaltung|mobilen]] und [[sesshaft]]en beziehungsweise [[Stationäre Tierhaltung|stationären Nutztierhaltern]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hofmeister 122-123&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wanderweidewirtschaft ist nicht mit [[Nomadismus]] zu verwechseln, auch wenn sie heute eine häufige [[Mobile Tierhaltung#Mobile Tierhaltung und Transhumanz|Form der mobilen Tierhaltung]] &amp;#039;&amp;#039;ehemaliger&amp;#039;&amp;#039; Nomadenvölker ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitere Kennzeichen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:SchöneAussichtMitSchaftriebSept2010.JPG|mini| [[Schaftrieb über den Ötztaler Alpenhauptkamm|Ötztaler Schaftrieb]] auf dem [[Hochjoch (Schnalskamm)|Hochjoch]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sofern die Eigentümer Ackerbau betreiben, wird dieser in aller Regel weitgehend unabhängig von der Viehwirtschaft betrieben; eine tiefgründige Wechselwirkung besteht nicht. Unter Umständen weiden die Tiere auf den abgeernteten Feldern, auf denen jedoch kaum oder gar kein Tierfutter angebaut wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wanderungen – bei denen sehr große Distanzen von einigen hundert Kilometern überwunden werden – führen in der Regel aufgrund von sommerlicher Trockenheit in den Niederungen in höhere Lagen und von dort zurück, wenn Schneefall die Beweidung unmöglich macht.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Knipper&amp;quot;&amp;gt;Corina Knipper: &amp;#039;&amp;#039;Die räumliche Organisation der linearbandkeramischen Rinderhaltung: naturwissenschaftliche und archäologische Untersuchungen.&amp;#039;&amp;#039;  Geowissenschaftliche Fakultät der Eberhard-Karls-Universität Tübingen, 2009. S. 103&amp;lt;/ref&amp;gt; Es gibt jedoch auch umgekehrte Formen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie ==&lt;br /&gt;
Das Wort „Transhumanz“ bedeutet „auf die Gebirgsweide führen“ und geht auf {{frS|transhumer}} bzw. „transhumar“ = „wandern“ bzw. speziell „wandern von Herden“ zurück.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Knipper&amp;quot; /&amp;gt; Eine andere Deutung bezieht sich auf {{laS|trans-}} und {{lang|la|&amp;#039;&amp;#039;humus&amp;#039;&amp;#039;}} = „Erde“ und wird mit „jenseits der bebauten Erde“ übersetzt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kühr&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Untergliederung und Verbreitung der Transhumanz ==&lt;br /&gt;
=== Klassische Transhumanz ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Transhumanz-Mediterran.png|mini|hochkant=2|links|Ursprüngliche Verbreitung der Transhumanz im Mittelmeergebiet anhand der ungefähren Verläufe der Triftwege (vereinfacht nach J. Schultz)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Farbindex|ffff00| Gemäßigte Steppen}}&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Farbindex|00f100| Ozeanische Wälder}}&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Farbindex|009c43| Kontinentale Wälder}}&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Farbindex|00706c| Gemäßigte Gebirge}}&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Farbindex|0db5ff| Subtropische Feuchtwälder}}&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Farbindex|ffcccc| Subtropische Trockenwälder}}&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Farbindex|ff883b| Subtropische Steppen}}&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Farbindex|dc9fa1| Subtropische Gebirge}}&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Farbindex|fbe787| Heiße Wüsten}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;span style=&amp;quot;color:#8F0236&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;––&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/span&amp;gt; Triftwege&lt;br /&gt;
{{Absatz}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Transumanza Sabbione-Cavergno.JPG|mini|Hinweisschild zum Transhumanz-Themenweg Val Bavona im Tessin]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die transhumante Hütehaltung (ursprünglich mit [[Hausziege|Ziegen]] und [[Hausschaf|Schafen]]) ist an Räume gebunden, die eine Wanderung zwischen zwei klimatisch unterschiedlichen und nur saisonal nutzbaren, steppenhaften Gras- oder Strauchgebieten ermöglichen. In aller Regel befindet sich eine Weide in der Ebene und eine im Gebirge. Die klassische Transhumanz ist eine sinnvolle Art der Viehhaltung in der [[Zonale Modelle der Biogeographie|globalen Zone]] zwischen 50° nördlicher und südlicher Breite, &amp;#039;&amp;#039;sofern&amp;#039;&amp;#039; Gebirge und benachbarte trockene Ebenen vorhanden sind.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hofmeister 131&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders häufig treten diese Bedingungen in den [[Winterfeuchte Subtropen|winterfeuchten und sommertrockenen Mittelmeerklimaten]] und den angrenzenden [[Tropisch / subtropische Trockengebiete|subtropischen Trockengebieten]] auf, wo über 300 bis maximal 400&amp;amp;nbsp;mm Jahresniederschläge fallen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Schultz&amp;quot;&amp;gt;Jürgen Schultz: &amp;#039;&amp;#039;Die Ökozonen der Erde&amp;#039;&amp;#039;. Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8252-1514-9, S. 281.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Hauptverbreitungsgebiet erstreckte sich bis weit ins 20. Jahrhundert über die Gebirgsländer des Mittelmeerraumes ([[Atlas (Gebirge)|Atlas-Gebirge]] in Nordwest-Afrika, Mittel- u. Südspanien, Südfrankreich, Südschweiz (Maggia- und Verzascatal), Italien, Balkan, Karpatenraum, Türkei, Kaukasien und Armenien).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der klassischen Form wurden von den Eigentümern der Herde angestellte Hirten mit dem [[Viehtrieb]] und der Beaufsichtigung der Tiere betraut. Die Eigentümer betrieben früher zusätzlich [[Ackerbau]] und gehen heute z.&amp;amp;nbsp;T. anderen Berufen nach. Die „nomadisierenden“ Hirten bleiben während der Sommersaison dauerhaft in der Nähe der Tiere. Bisweilen wird diese Form auch als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Lohnhirtentum&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Knipper&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese ursprüngliche Transhumanz wird heute südlich der Alpen bis Nordafrika sowie im Nahen Osten nur noch selten betrieben, da die klimatischen Bedingungen in den Ebenen bereits ertragreichere landwirtschaftliche Nutzungen zulassen. In [[marginal]]en Räumen wird sie jedoch zum Teil als [[Nachhaltigkeit|nachhaltige]] und umweltfreundliche Wirtschaftsform finanziell gefördert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Euronatur&amp;quot;&amp;gt;Stiftung Europäisches Naturerbe: &amp;#039;&amp;#039;Transhumanz - Naturreichtum durch Tradition.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Euronatur]].&amp;#039;&amp;#039; Nr. 2, 2007, S. 12–13.&amp;lt;/ref&amp;gt; Relativ häufig ist sie noch bei den [[Berber]]stämmen des Atlasgebirges in Nordafrika.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kühr&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der europäischen Kolonisierung hat sie sich auch in anderen Erdteilen etabliert, so etwa im [[Wilder Westen|„Wilden Westen“]] der USA, in Süd- und Ostafrika, in Nord-Kolumbien und im brasilianischen Bergland oder in Tasmanien.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hofmeister 134&amp;quot; /&amp;gt; In einigen außereuropäischen Ländern werden zum Teil transhumante Wanderungen mit [[Hausrind|Rindern]] durchgeführt. Ebenfalls finden sich dort verschiedene Übergangsformen zur [[Extensive Tierhaltung#Formen|stationären Viehhaltung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Yaylak-Pastoralismus ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Soŋköl jayloo.jpg|mini|Sommerlager von Yaylak-Pastoralisten in Kirgisien]]&lt;br /&gt;
Zur klassischen Form wird häufig auch noch der sogenannte „Yailak- oder Dzhailoo-Pastoralismus“ ([[Russische Sprache|russisch]]/{{kyS-Cyrl|Джайлоо}}) gerechnet, der von der Türkei bis Mittelasien zu finden ist. Hier wird das Vieh statt von Hirten von einem Teil der [[Lokale Gemeinschaften|lokalen Gemeinschaft]] &amp;#039;&amp;#039;selbst&amp;#039;&amp;#039;  auf die Bergweide (Yayla) getrieben, die dort währenddessen nomadisch in Zelten leben. Im Winter wird das Vieh in den Dörfern meist eingestallt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Blank&amp;quot;&amp;gt;Mirjam Blank: &amp;#039;&amp;#039;Rückkehr zur subsistenzorientierten Viehhaltung als Existenzsicherungsstrategie. Hochweidewirtschaft in Südkirgistan.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Occasional Papers Geographie.&amp;#039;&amp;#039; Zentrum für Entwicklungsländerforschung (ZELF) am Institut für Geographische Wissenschaften, Freie Universität Berlin, Heft 34, 2007, S. 12.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Yailak-Pastoralismus ersetzt heute vielfach den Vollnomadismus, so dass er auch zur mobilen Tierhaltung gezählt wird (&amp;#039;&amp;#039;[[#Gegenwärtige Formen|s. u.]]&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Weitere Formen ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Нарсана002.jpg|mini|Winterweide mit Wohnstätte der aus den höchsten Lagen des Kaukasus stammenden [[Karatschaier]] in der Nähe von [[Kislowodsk]] vor 1917. Transhumanz ganzer Dorfgemeinschaften wurde in sowjetischer Zeit als „rückständig“ verboten, weshalb die Winterweidewirtschaft heute im Kaukasus nur noch von Hirten betrieben wird.]]&lt;br /&gt;
In den geografischen Wissenschaften werden weitere Untergliederungen und Kennzeichnungen wie folgt vorgenommen:&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Normale oder aufsteigende Transhumanz&amp;#039;&amp;#039; = Ackerbau und Winterweide in der Ebene, Sommerweide im Gebirge. Weit verbreitet im Mittelmeerraum&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Invertierte oder absteigende Transhumanz&amp;#039;&amp;#039; = Ackerbau und Sommerweide im Gebirge, Winterweide in der Ebene. Seltene Form, z.&amp;amp;nbsp;B. in Nordwest-Italien, im [[Kaukasus]] vorsowjetischer Zeit&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Hibernale oder tropikale Transhumanz&amp;#039;&amp;#039; = Ackerbau im Gebirge oder der Ebene, Sommerweide in der Ebene, Winterweide im Gebirge. Vor allem in äquatornahen Gebieten Südamerikas oder Ostafrikas.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Kleine Transhumanz&amp;#039;&amp;#039; = Ackerbau im Gebirge, Sommer- und Winterweide an klimatisch wechselnden Standorten im Gebirge. Selten in den französischen Alpen und Pyrenäen.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Komplexe Transhumanz&amp;#039;&amp;#039; = &amp;#039;&amp;#039;Mehr&amp;#039;&amp;#039; als zweimaliger Weidewechsel (zumeist noch Frühjahrs- und Herbstweiden), evtl. Beifütterung und zeitweise Stallhaltung, Sitz der Eigentümer bei einer der Übergangsweiden. Bekannt aus Spanien, vor allem jedoch aus den westlichen USA als Ergänzung zum [[Ranching]] (Zentral-Utah, Süd-Idaho).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hofmeister 123-129&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Utschig&amp;quot;&amp;gt;Wolfgang Utschig: [http://wolfgang-utschig.de/Fernweidewirtschaft.pdf &amp;#039;&amp;#039;Über die geographische Betrachtung der Fernweidewirtschaft in mediterranen Regionen, besonders in Südosteuropa, vor allem anhand von Beispielen, mit spezifischen Exkursen&amp;#039;&amp;#039;.] (PDF; 421&amp;amp;nbsp;kB) Lancelot Serien, 2., auf Word 2003 umgearbeitete, inhaltlich wenig veränderte Auflage 2009 der ersten von 2005, Atlas 93 152 Nittendorf-Undorf bei Regensburg 2009, S. 45–46; abgerufen am 24. April 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gegenwärtige Formen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Ooty 5-9-2012 10-53-09 AM.JPG|mini|Sichtbare Überweidungsschäden mit Erosionsgefahr in Südindien]]&lt;br /&gt;
Bereits in den 1960er Jahren nahm die sogenannte „gemischte Transhumanz“ überall zu, die durch winterliche Einstallung und Beifütterung aus Mangel an Weideland gekennzeichnet ist.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hofmeister 123-129&amp;quot; /&amp;gt; Der Mangel entstand und entsteht durch die Ausweitung der modernen Landwirtschaft in den Ebenen, so dass der Platz für Weiden zurückgeht. Dennoch wird diese Form weiterhin der klassischen Wanderweidewirtschaft zugerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Weitaus häufiger als die traditionellen Formen ist heute jedoch eine auf saisonale Wanderungen reduzierte Hütehaltung der ehemals [[Nomadismus|hirtennomadischen Völker]]; vor allem in der West- und Süd-Sahara, in Ostafrika, Südarabien und Zentralasien.&amp;lt;ref&amp;gt;Werner Doppler: &amp;#039;&amp;#039;Landwirtschaftliche Betriebssysteme in den Tropen und Subtropen.&amp;#039;&amp;#039; Ulmer Verlag, Stuttgart 1991. S. 25&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Hütehaltung wird hier zumeist [[Halbnomadismus|halbnomadisch]] betrieben und gleicht dem schon beschriebenen Yaylak-Pastoralismus. Allerdings wird damit ein Modell angewendet, das &amp;#039;&amp;#039;nicht&amp;#039;&amp;#039; an Regionen mit Jahresniederschlägen von maximal 300&amp;amp;nbsp;mm angepasst ist. Diese Entwicklung hat überall eine deutliche [[Bodendegradation]] und die Gefahr der [[Desertifikation]] (Wüstenbildung) zur Folge. Vor diesem Hintergrund sprechen einige Autoren lieber von [[Mobile Tierhaltung|mobiler Tierhaltung]], statt von Transhumanz.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.agrecol.de/dokumente/1BAYER.pdf |wayback=20160305004350 |text=&amp;#039;&amp;#039;Tierhaltung und ökologische Landwirtschaft: eine komplizierte Beziehung&amp;#039;&amp;#039;. |archiv-bot=2024-05-31 18:43:05 InternetArchiveBot }} (PDF) S. 89, abgerufen am 26. April 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Köhler-Rollefson&amp;quot;&amp;gt;[[Ilse Köhler-Rollefson]]: &amp;#039;&amp;#039;Hirtenvölker: Bewahrer der Vielfalt.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Ökologie &amp;amp; Landbau]]&amp;#039;&amp;#039;, 156 4/2010, S. 16–18.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Alpen wird seit 2011 der [[Schaftrieb über den Ötztaler Alpenhauptkamm]] als Transhumanz gefördert. Diese Form wurde 2011 als [[immaterielles Kulturerbe]] der [[UNESCO]] anerkannt und 2019 auf Antrag von Österreich, Italien und Griechenland in die [[Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit]] aufgenommen. 2023 wurde dieser Titel auf insgesamt zehn Staaten ausgedehnt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://ich.unesco.org/en/RL/transhumance-the-seasonal-droving-of-livestock-01964 |titel=Transhumance, the seasonal droving of livestock |datum=2023 |abruf=2023-12-09 |hrsg=UNESCO Intangible Cultural Heritage |sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Falsche Zuordnungen ===&lt;br /&gt;
Obwohl die [[Alm (Bergweide)|Almwirtschaft]] der Alpen viele Parallelen aufweist und in der englischen Literatur dort einsortiert wird, ist sie &amp;#039;&amp;#039;keine&amp;#039;&amp;#039; Transhumanz: Im Gegensatz zur Wanderweidewirtschaft nutzen die Bauern die Bergweiden &amp;#039;&amp;#039;zusätzlich&amp;#039;&amp;#039; und nicht notgedrungen. Eine Stallhaltung im Winter ist hingegen zwingend erforderlich, und es findet ein regelmäßiger Austausch zwischen Berg und Tal statt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hofmeister 122-123&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Skandinavien|skandinavische]] &amp;#039;&amp;#039;[[Seterwirtschaft]]&amp;#039;&amp;#039; ({{noS|seter, sæter}}, {{svS|säter, fäbod}}) am Fuß der [[Skanden|skandinavischen Gebirge]] und in den [[Borealer Nadelwald|borealen Nadelwäldern]] nimmt eine Zwischenstellung ein: Es findet ein saisonaler Wechsel auf Sommerweiden bzw. Außenweiden statt, Winterweiden sind jedoch in der Regel nicht Teil des Systems; stattdessen überwiegt Winterstallhaltung (vergleichbar der Almwirtschaft).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die isländische [[Island#Hochweidewirtschaft|Hochweidewirtschaft]] ist trotz „echter“ saisonaler Beweidung keine Transhumanz, da die Tiere den Sommer ganz ohne Aufsicht verbringen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Taubmann: &amp;#039;&amp;#039;Islands Landwirtschaft.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Erdkunde: archive for scientific geography.&amp;#039;&amp;#039; Band XXIII, 1969, S. 39.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Frankreich wird die Wanderung mit Bienenvölkern in besondere Trachtgebiete, z.&amp;amp;nbsp;B. Edelkastanie oder Raps transhumance genannt, weil eine neue Bienenweide angewandert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Vercors]] (für heutige Transhumanz typische Region in den französischen Alpen)&lt;br /&gt;
* [[Triftwege in Spanien]] (Viehwege für transhumante Wirtschaft)&lt;br /&gt;
* [[Agadir (Speicherburg)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Film ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Hirtenreise ins dritte Jahrtausend]]&amp;#039;&amp;#039; von [[Erich Langjahr (Regisseur)|Erich Langjahr]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Arnold Beuermann: &amp;#039;&amp;#039;Fernweidewirtschaft in Südosteuropa. Ein Beitrag zur Kulturgeographie des östlichen Mittelmeergebietes.&amp;#039;&amp;#039; Westermann, München 1967.&lt;br /&gt;
* [[Thede Kahl]]: &amp;#039;&amp;#039;Auswirkungen von neuen Grenzen auf die Fernweidewirtschaft.&amp;#039;&amp;#039; In: C. Lienau (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Grenzen und Grenzräume in Südosteuropa.&amp;#039;&amp;#039; Südosteuropa-Jahrbuch 32, München, S. 245–272.&lt;br /&gt;
* Thede Kahl: &amp;#039;&amp;#039;Hirten in Kontakt. Sprach- und Kulturwandel ehemaliger Wanderhirten in Epirus und Südalbanien.&amp;#039;&amp;#039; Balkanologie 3. LIT, Münster / Wien / New York, ISBN 978-3-8258-0944-7.&lt;br /&gt;
* Burkhard Hofmeister: &amp;#039;&amp;#039;Die Transhumance in den westlichen Vereinigten Staaten von Amerika.&amp;#039;&amp;#039; Reuter Gesellschaft, Berlin 1958 ([[Doktorarbeit]] an der [[FU Berlin]]).&lt;br /&gt;
* [[Bernhard Hänsel]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Steppe und der südosteuropäische Subkontinent. Nomadeneinfälle und Transhumanz.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Civilisation Grèque et Cultures Antiques Péripheriques – Hommage à P. Alexandrescu.&amp;#039;&amp;#039; Bukarest 2000, S. 31–43.&lt;br /&gt;
* [[Hans Haid]]: &amp;#039;&amp;#039;Wege der Schafe: Die jahrtausendalte Hirtenkultur zwischen Südtirol und dem Ötztal&amp;#039;&amp;#039;, Tyrolia, Innsbruck / Wien und Verlagsanstalt Athesia, Bozen 2008, ISBN 978-3-7022-2901-6 / ISBN 978-88-8266-504-3.&lt;br /&gt;
* Tilman Welte: &amp;#039;&amp;#039;Pastoralismus, Ökologie und Gesellschaft. Handlungszwänge und Handlungsstrategien transhumanter Rinderhalter in der Feuchtsavanne der VR Benin&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Sozialanthropologische Arbeitspapiere&amp;#039;&amp;#039;, Band 24). Das Arabische Buch, Berlin 1989, ISBN 3-923446-62-4.&lt;br /&gt;
* Dorothea Zöbl: &amp;#039;&amp;#039;Die Transhumanz (Wanderschafhaltung) der europäischen Mittelmeerländer im Mittelalter in historischer, geographischer und volkskundlicher Sicht&amp;#039;&amp;#039; (= Berliner Geographische Studien, Band 10), Berlin 1982. ISBN 3-7983-0809-8.&lt;br /&gt;
* Dorothea Zöbl: &amp;#039;&amp;#039;Die Transhumanz. Zur Prozesshaftigkeit einer agrarischen Wirtschaftsform.&amp;#039;&amp;#039; Historical Social Research/Historische Sozialforschung Nr. 36, Oktober 1985, Köln, S. 99–103. ISSN 0172-6404.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Transhumance|Transhumanz}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* [http://www.kalkmagerrasen.de/kalk/schaefer_info/themen/sch_geschichte.htm &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Schäferei in Südwestdeutschland.&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* [http://www.stadtlandextremadura.de/15_la_trashumancia.php &amp;#039;&amp;#039;Transhumanz in Spanien, Extremadura.&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* [https://www.merano-suedtirol.it/de/schnalstal/natur-kultur/land-leute/transhumanz.html/ &amp;#039;&amp;#039;Transhumanz über den Alpenhauptkamm von Südtirol nach Österreich.&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hofmeister 122-123&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Burkhard Hofmeister: &amp;#039;&amp;#039;Wesen und Erscheinungsformen der Transhumance.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Erdkunde: Archive for Scientific Geography.&amp;#039;&amp;#039; Nr. 15/2, 1961, S. 122.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hofmeister 123-129&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Burkhard Hofmeister: &amp;#039;&amp;#039;Wesen und Erscheinungsformen der Transhumance.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Erdkunde: Archive for Scientific Geography.&amp;#039;&amp;#039; Nr. 15/2, 1961, S. 123.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hofmeister 131&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Burkhard Hofmeister: &amp;#039;&amp;#039;Wesen und Erscheinungsformen der Transhumance.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Erdkunde: Archive for Scientific Geography.&amp;#039;&amp;#039; Nr. 15/2, 1961, S. 131.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hofmeister 134&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Burkhard Hofmeister: &amp;#039;&amp;#039;Wesen und Erscheinungsformen der Transhumance.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Erdkunde: Archive for Scientific Geography.&amp;#039;&amp;#039; Nr. 15/2, 1961, S. 134.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Kreutzmann&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hermann Kreutzmann: &amp;#039;&amp;#039;Hunza: ländliche Entwicklung im Karakorum.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Abhandlungen Anthropogeographie.&amp;#039;&amp;#039; Band 44. Berlin. S. 127–128.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
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		<author><name>imported&gt;Fährtenleser</name></author>
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