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	<title>Traditionelle Gesellschaft - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-07T09:28:40Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Traditionelle_Gesellschaft&amp;diff=550128&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Redonebird: Abschnittlink korrigiert</title>
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		<updated>2026-01-16T07:17:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Abschnittlink korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Bild:Mara-Young-Men-Jumping-2012.JPG|mini|hochkant=1.5|Die [[Massai]] Ostafrikas sind eine zum Teil noch weitgehend traditionelle Gesellschaft]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Traditionelle (oder traditionale) Gesellschaft&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (veraltet &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;vormoderne Gesellschaft&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) ist ...&lt;br /&gt;
# eine Bezeichnung älterer [[Soziologie|soziologischer]] Theorien für eine [[Gesellschaftsformation|Gesellschaftsform]], die als Vorgängerin der [[Modernisierung (Soziologie)|modernen oder modernisierten]] Gesellschaft gesehen wird. Unter der Annahme, dass sich [[Gesellschaft (Soziologie)|Gesellschaften]] weiterentwickeln ([[soziokulturelle Evolution]]), bezeichnet &amp;#039;&amp;#039;traditionelle Gesellschaft&amp;#039;&amp;#039; das Stadium einer Gesellschaft, bevor oder aus dem sich eine moderne Gesellschaft bildet (siehe auch die Begriffe [[Moderne]] und [[Vormoderne]]). Entsprechend ließen sich traditionelle Gesellschaften zwar in verschiedenen Aspekten – beispielsweise von modernen [[Industriegesellschaft]]en – klar unterscheiden, sie wiesen aber überwiegend Gemeinsamkeiten untereinander auf.&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Angermüller: &amp;#039;&amp;#039;Makrosoziologie nach der Moderne. Von der Gesellschaft zum Sozialen.&amp;#039;&amp;#039; In: Berliner Debatte Initial. 22(4): S. 12–25. [https://www.johannes-angermuller.net/pub/html/Angermueller2011THeorieNachDerModerne.html doc-Version auf www.johannes-angermuller.net] S. 6.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
# eine Bezeichnung in der jüngeren Literatur, die als Synonym für den [[Pejorativum|abwertenden]] Begriff [[Naturvolk]] verwendet wird. Der Ethnologe [[Klaus E. Müller]] liefert dazu folgende Definition:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text= Unter dem Begriff werden […] Lager- und Dorfgemeinschaften in [[Jäger und Sammler|wild- und feldbeuterischen]], [[Traditionelle Wirtschaftsform#Traditioneller Feldbau (Pflanzbau) und Gartenbau|agrarischen]] und [[Nomadismus|hirtennomadischen]] Kulturen verstanden, die zum Zeitpunkt ihrer Erforschung noch nicht oder nur kaum in Berührung mit den neuzeitlichen Industrie[[zivilisation]]en gekommen waren. Ihr Leben verlief strikt im Rahmen der altüberlieferten [[Tradition]]en (daher der Terminus „traditionelle Gesellschaft“), die durch das Beispiel der Vorfahren ([[Ahnenkult|Ahnen]]) geheiligt und durch die Schöpfung sanktioniert waren und darum als unantastbar galten.&lt;br /&gt;
 |Autor=Klaus E. Müller&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus E. Müller: &amp;#039;&amp;#039;Schamanismus. Heiler, Geister, Rituale.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage, C. H. Beck, München 2010 (Originalausgabe 1997), ISBN 978-3-406-41872-3. S. 11.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kultureller Wandel ==&lt;br /&gt;
[[Bild:Fur traders in canada 1777.jpg|mini|Der Kontakt mit der modernen Welt veränderte die traditionellen Gruppen seit jeher]]&lt;br /&gt;
Heute wird die traditionelle Gesellschaft nicht mehr als niedrigeres Entwicklungsstadium betrachtet, sondern als eigenständige kulturelle Reaktion auf die jeweiligen Lebensbedingungen. Sobald traditionelle Gesellschaften mit einer [[Modernisierung (Soziologie)|modernisierten]] Kultur konfrontiert werden, wird ein [[Kulturwandel]] in eine gänzlich neue Richtung angestoßen. Ist der Kontakt dauerhaft und intensiv, kommt es zur [[Akkulturation]] (Anpassungsprozess).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Heiko Schrader]]: &amp;#039;&amp;#039;Entwicklungssoziologie – Eine Begriffsbestimmung.&amp;#039;&amp;#039; Otto-von-Guericke-Universität, Magdeburg 2008. {{ISSN|1615-8229}}. S. 5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Bettina Eckl und David Prüm: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in Entwicklungsländerstudien, Teil III: Entwicklungsstrategien. Kapitel 31: Entwicklungstheorien.&amp;#039;&amp;#039; [[Hochschule der Medien Stuttgart|Hochschule der Medien]], Stuttgart 1998/99.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die zumeist enorme kulturelle Distanz zu den [[Heiße Kultur|„heißen, fortschrittsgläubigen, zivilisierten“ Gesellschaften]], die in den meisten Fällen als ausgesprochen machtvoll und dominant empfunden werden, führt zu einer zunehmenden [[Assimilation (Soziologie)|Assimilierung]] hin zur Aufgabe der [[Tradition]]en; auch dann, wenn keine [[Unterdrückung]] oder aggressive [[Transkulturation]] durch die neuen Machthaber stattfindet. Solcherart beschleunigter Wandel erzeugt bei den [[Kalte Kultur|„kalten, bewahrenden, wertkonservativen“ Gesellschaften]] in der Regel einen [[Trauma (Psychologie)|traumatischen]] [[Kulturschock]] mit weitreichenden negativen Konsequenzen:&amp;lt;ref&amp;gt;Walter Hirschberg (Begründer), Wolfgang Müller (Redaktion): &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch der Völkerkunde.&amp;#039;&amp;#039; Neuausgabe, 2. Auflage, Reimer, Berlin 2005. S. 34.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Raul Páramo-Orgega: &amp;#039;&amp;#039;Das Trauma, das uns eint. Gedanken zur Conquista und zur lateinamerikanischen Identität.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Psychoanalyse – Texte zur Sozialforschung.&amp;#039;&amp;#039; 8. Jahrgang, Heft 2, Leipzig 2004, S. 89–113.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* abnehmende [[Ethnizität]] und zunehmende Identifikation mit der modernen Kultur&lt;br /&gt;
* dabei häufig soziale [[Migrationssoziologie#Migration und Identität|„Entwurzelung“]] und [[Marginalisierung|marginalisierter]] Lebensstil&lt;br /&gt;
* [[Traditionelle Wirtschaftsform|Traditionelle Wirtschaftsweisen]] verlieren ihre existentielle Bedeutung&lt;br /&gt;
* [[Autarkie|Autarke]] [[Subsistenzwirtschaft]] wird mehr und mehr durch abhängig machende [[Marktwirtschaft]] ersetzt&lt;br /&gt;
* [[Traditionelles Wissen]], Muttersprache, [[Mythos|Mythen]], [[Ritus|Riten]] und [[Sitte]]n verschwinden zunehmend&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gelingt es den Menschen, neue Kulturelemente nutzbringend und harmonisch in ihre Traditionen einzubauen und einen eigenen, akzeptierten Weg der Modernisierung zu finden, der die überlieferten Strukturen nicht schädigt und die [[Ethnizität|ethnische Identität]] aufrechterhält, spricht man von &amp;#039;&amp;#039;[[Indigenisierung]]&amp;#039;&amp;#039;. Ehemalige [[Naturvolk|„Naturvölker“]], die bereits weitgehend assimiliert sind, reaktivieren bisweilen  alte Traditionen. Geschieht dies notgedrungen (beispielsweise durch die Rückkehr zur Subsistenzwirtschaft mangels Alternativen wie bei den Rentierhirten Sibiriens oder einigen australischen Aborigines), wird dies als &amp;#039;&amp;#039;[[Retraditionalisierung]]&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet. Gezielt organisierte Wiederbelebungen von Traditionen in einer neuen Ausrichtung und Form, die auf der einen Seite mit der modernen Welt kompatibel ist und auf der anderen Seite bestimmte Bereiche der ehemaligen Lebensweise und [[Kulturelle Identität|Identität]] aufwertet, nennt man &amp;#039;&amp;#039;[[Re-Indigenisierung]]&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Modernisierungstheorien ==&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Traditionelle Gesellschaft&amp;#039;&amp;#039; gehörte bis zum zweiten Drittel des 20. Jahrhunderts in den Kontext von [[Differenzierung (Soziologie)|Differenzierungs]]- und [[Modernisierungstheorie]]n. Diese betrachteten, welche Veränderung die [[Industrialisierung]] – insbesondere der Wandel der [[Produktionsweise]] zur [[Arbeitsteilung]] – auf die Gesellschaft hat bzw. hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zwei-Phasen-Modelle ===&lt;br /&gt;
; Talcott Parsons&lt;br /&gt;
Das Schema der [[Pattern variables]] von [[Talcott Parsons]] stellt mehrere Indikatoren von Traditionaler Gesellschaft und Moderner Gesellschaft gegenüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Emile Durkheim&lt;br /&gt;
[[Émile Durkheim]] unterscheidet die verschiedenen Gesellschaften nach mechanischer und organischer [[Solidarität]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Ferdinand Tönnies&lt;br /&gt;
[[Ferdinand Tönnies]] beschrieb in seinem Werk &amp;#039;&amp;#039;[[Geist der Neuzeit]]&amp;#039;&amp;#039; (1935) den Weg von der traditionellen mittelalterlichen zur neuzeitlichen Gesellschaft als den mentalen Weg von einer überwiegend „gemeinschaftlichen“ zu einer  überwiegend „gesellschaftlichen“ Kultur (vgl. &amp;#039;&amp;#039;[[Gemeinschaft und Gesellschaft]]&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Henry Sumner Maine&lt;br /&gt;
[[Henry Sumner Maine]] spricht von der Entwicklung vom Status zum [[Kontrakt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mehr-Phasen-Modelle ===&lt;br /&gt;
; Walt Whitman Rostow&lt;br /&gt;
1960 unterschied der amerikanische [[Wirtschaftswissenschaftler]] [[Walt Whitman Rostow]] (1916–2003) in seiner [[Entwicklungstheorie#Stufentheorien|Stufentheorie]] folgende gesellschaftliche Stadien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# traditionelle Gesellschaft&lt;br /&gt;
# Schaffung der Voraussetzungen für den wirtschaftlichen Aufstieg&lt;br /&gt;
# wirtschaftlicher Aufstieg&lt;br /&gt;
# Entwicklung zur Reife&lt;br /&gt;
# Zeitalter des Massenkonsums&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für die Zeit nach dem Zeitalter des Massenkonsums hatte Rostow die Vision einer „besseren, idealeren“ Gesellschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
; Marxismus&lt;br /&gt;
Auch der [[Historischer Materialismus|Historische Materialismus]] (Marxismus) geht von einer allgemeinen Entwicklung der Gesellschaft aus, von einem Urzustand bis zum Endzustand des Kommunismus:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# [[Urgesellschaft]]&lt;br /&gt;
# [[Sklaverei|Sklavenhaltergesellschaft]]&lt;br /&gt;
# [[Feudalismus]]&lt;br /&gt;
# [[Kapitalismus]]&lt;br /&gt;
# [[Sozialismus]]&lt;br /&gt;
# [[Kommunismus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Juristische Anerkennung ==&lt;br /&gt;
In [[Brasilien]] sind [[Traditionelle Völker und Gemeinschaften Brasiliens|„traditionelle Völker und Gemeinschaften“]] seit dem Dekret 6040 vom 7. Februar 2007 juristisch anerkannt. Damit ist Brasilien der erste Staat der traditionelle Gemeinschaften zum Rechtssubjekt erklärt. Vorangegangen war dieser juristischen Anerkennung der politische Kampf des international bekannten Aktivisten und Kautschukzapfers [[Chico Mendes]]. Schon vor dem Dekret hatten [[Indigene]] und [[Quilombolas]] besondere Rechte, die in der Verfassung festgelegt waren.&amp;lt;ref&amp;gt;Dieter Gawora: &amp;#039;&amp;#039;Strategische Gruppen für eine nachhaltige Entwicklung&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Brasilicum&amp;#039;&amp;#039; 238/239, Freiburg 2015, {{ISSN|2199-7594}} S. 4–7.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Gesellschaft (Ethnologie)|Ethnologische Theorien der Gesellschaftsentwicklung]]&lt;br /&gt;
* [[Kalte und heiße Kulturen oder Kulturelemente]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Anthony Giddens]]: &amp;#039;&amp;#039;Tradition in der post-traditionalen Gesellschaft.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Soziale Welt.&amp;#039;&amp;#039; 1993, S. 445–485, {{ISSN|0038-6073}}.&lt;br /&gt;
* [[Jürgen Habermas]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Strukturwandel der Öffentlichkeit]].&amp;#039;&amp;#039; Band 4, Luchterhand, 1965.&lt;br /&gt;
* [[Gerhard Preyer]]: &amp;#039;&amp;#039;Zur Aktualität von Shmuel N. Eisenstadt: Einleitung in sein Werk.&amp;#039;&amp;#039; Springer, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-531-16458-8.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gesellschaftsmodell]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tradition]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Redonebird</name></author>
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