<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Totenhand</id>
	<title>Totenhand - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Totenhand"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Totenhand&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-07T03:13:30Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Totenhand&amp;diff=1834521&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Drucker03: Leerzeichen vor/nach Schrägstrich korrigiert</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Totenhand&amp;diff=1834521&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2025-11-09T21:43:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leerzeichen vor/nach Schrägstrich korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt die abgetrennte Hand eines Verstorbenen. Zur phantastischen Erzählung des französischen Schriftstellers Guy de Maupassant siehe [[Die Totenhand]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Broimp.jpg|mini|Zerstückelung von Hingerichteten]]&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Totenhand&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet man die abgetrennte Hand eines Verstorbenen, vorwiegend von [[Hinrichtung|Hingerichteten]], die als Mittel in der [[Volksmedizin]] Europas und als [[Talisman]] verwendet wurde. Magische Rituale und Heilmethoden mit einer Totenhand gehören volkskundlich den Gebräuchen des sogenannten Blut[[Aberglaube|aberglaubens]] an, nach dem Leichenteilen und -säften von Menschen und Tieren besondere Kräfte zugesprochen wurden. Aufgrund geringer Verfügbarkeit von Totenhänden wurden die Praktiken auch mit einzelnen Totenfingern durchgeführt. Um an Totenhände zu gelangen, trennte man diese oft unmittelbar nach den Hinrichtungen ab. Da Plünderungen von [[Richtstätte]]n und das Abtrennen von Körperteilen für magisch-heilende Zwecke nicht selten waren, wurden beispielsweise Gehenkte polizeilich bewacht oder staatliche Stellen versuchten durch besondere Erlasse die Entwendung von Leichenteilen zu verhindern. Totenhände gelangten trotzdem in größerem Umfang auch in Apotheken, da [[Scharfrichter]] mit ihrem Verkauf zusätzliche Einnahmen erzielten. Im 19. Jahrhundert deckte der massenhafte Import von ägyptischen [[Mumie]]n die Nachfrage an Totenhänden im Apothekenhandel; nicht einzeln verkäufliche Mumienteile wurden als Pulver &amp;#039;&amp;#039;([[Mumia vera]])&amp;#039;&amp;#039; bis in das 20. Jahrhundert angeboten. Mumifizierte oder feuchtkonservierte Totenhände waren häufige Sammlungsobjekte in [[Alchemie|alchemistischen]] Sammlungen und [[Naturalienkabinett]]en.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Totenhand in der Medizin ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bijlgerechtigheid.jpg|mini|Hand auf dem Richtblock. Gedenktafel am Schloss von [[Lennik|Gaasbeek-Lennik]] (Belgien)]]&lt;br /&gt;
Die Totenhand repräsentierte als &amp;#039;&amp;#039;[[pars pro toto]]&amp;#039;&amp;#039; den gesamten toten Körper, insbesondere die ursprüngliche Fähigkeit des händischen „Tätigseins“, sozusagen als [[Symbol]] einer noch bestehenden Handlungsfähigkeit. Diese vermutete aktive Komponente der Totenhand wurde in der Volksmedizin zur Behandlung ganz verschiedener Erkrankungen angewandt, wobei man einen Übergang der krankmachenden Ursachen vom Patienten auf die Totenhand annahm. Die Totenhand diente als letztes Mittel &amp;#039;&amp;#039;„zur Beseitigung von [[Feuermal]]en, bösartigen [[Geschwür]]en, [[Krebs (Medizin)|Krebsleiden]] und Flechten&amp;#039;&amp;#039; (nichtinfektiöse [[Hautkrankheit]]en) &amp;#039;&amp;#039;galten, welche man damit bestrich, damit sie ebenso dahinschwinden sollen, wie nachher in der Erde die Totenhand verwest“.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Meyers Konversationslexikon, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885–1892, 19. Band: Blutaberglaube&amp;lt;/ref&amp;gt; Aber auch [[Zahnschmerzen]], [[Rheuma]] und [[Ganglion (Überbein)|Überbeine]] sollten durch das Bestreichen mit einer Totenhand verschwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;Wuttke 1860, S. 101&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei galten Hände von toten Kindern (auch ohne abgetrennt zu sein) als besonders heilkräftig und wurden bei Halsgeschwüren und dem sogenannten Kropf ([[Struma]]) angewandt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund eines in den Leichenteilen von Hingerichteten offenbarten, heidnischen Opferrituals&amp;lt;ref&amp;gt;Wuttke 1860, S. 104f&amp;lt;/ref&amp;gt; ging man davon aus, dass vorrangig die Leichenteile und das Blut von Hingerichteten Schutz- und Heilwirkung besaßen. Dies war der Grund, warum das Publikum bei Hinrichtungen oft tumultartig um das Blut der Opfer stritt. Es wurden aber auch im Sinne eines christlichen Opfermythos [[Reliquie|Handreliquien]] von Heiligen bei der Bitte um Heilung verehrt. Handreliquien sind bekannt von der Seligen [[Edigna von Puch]] und dem Heiligen [[Blasius von Sebaste]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Totenhand als Schutz-Talisman ==&lt;br /&gt;
Hände und Finger von Hingerichteten haben als heidnisches Symbol einer &amp;#039;&amp;#039;„Theilhabe an diesem Sühnopfer durch Aneignung irgend eines leiblichen Theils“&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Wuttke 1860, S. 106&amp;lt;/ref&amp;gt; auch glücksbringende und schützende Eigenschaften. Totenhände würden über die Fähigkeit verfügen, verschlossene Türen und Schlösser zu öffnen oder als Schutzfetisch Diebe abzuhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;B. Stern: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der öffentlichen Sittlichkeit in Russland – Band 1, Kultur, Aberglauben, Sitten und Gebräuche&amp;#039;&amp;#039;, Kapitel 15: Diebstahl. 1907&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Adolf Wuttke]] schreibt hierzu:&lt;br /&gt;
{{Zitat|Alles, was von einem Hingerichteten herrührt, ist glücksbringend: ein Fingerglied oder ein anderes Knöchelchen eines ‚armen Sünders‘, in dem Geldbeutel aufbewahrt, schafft reichlich Geld und läßt den Beutel nie leer werden; trägt man es bei sich, so schützt es vor Ungeziefer, und schützt den Dieb, daß der Bestohlene nicht aufwacht (...) ein Diebesdaumen neben oder unter die Waaren gelegt, verschafft dem Kaufmann Glück.&amp;lt;ref&amp;gt;Wuttke 1860, S. 104&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Totenhand in der Kunst ==&lt;br /&gt;
{{Anker|Leibzeichen}}&lt;br /&gt;
In der Literatur erscheint das Motiv der Totenhand vielfältig, sei es als Ausdruck dämonischer Macht oder Besitzergreifung oder als Ausdruck des Rachegedankens, wenn die Hand eines Ermordeten seinen Mörder anklagt. Letzteres ist beispielsweise in [[Richard Wagner]]s Oper &amp;#039;&amp;#039;[[Götterdämmerung]]&amp;#039;&amp;#039; der Fall, als Hagen König Gunther erschlägt und sich Siegfrieds abgeschlagene Hand mitsamt dem magischen Ring aneignen will. Diese erhebt sich daraufhin drohend, um Hagen als Mörder Siegfrieds anzuklagen. Die „Klage mit der toten Hand“ war nach germanischem Rechtsbrauch eine Möglichkeit, um mit abgetrennter Hand oder abgetrenntem Finger des mutmaßlich Ermordeten eine Mordanklage vor Gericht zu bringen.&amp;lt;ref&amp;gt;Wagner und Failing 2008, S. 124&amp;lt;/ref&amp;gt; Körperteile von Opfern mit dieser rechtlichen Stellvertreterfunktion nannte man auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Leibzeichen.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Bestandteil archetypischer [[Zaubertrank|Zaubertränke]] sind Hände oder Finger oft unverzichtbar, so auch in [[William Shakespeare]]s &amp;#039;&amp;#039;[[Macbeth (Shakespeare)|Macbeth]]&amp;#039;&amp;#039;, wenn die drei Hexen unter vielen weiteren Zutaten auch auf abgetrennte Finger im Kessel nicht verzichten mögen:&lt;br /&gt;
{{Zitat|Finger of birth-strangl&amp;#039;d babe / Ditch-deliver&amp;#039;d by a drab / Make the gruel thick and slab.|William Shakespeare, Macbeth, 4. Akt 1. Szene}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den deutschen Übersetzungen von [[Dorothea Tieck]] oder [[Christoph Martin Wieland]] heißt es hier „Hand des gleich erwürgten Knaben, Den die Metz gebar im Graben“ beziehungsweise „Hand vom Kind, erwürgt mit Schnur/Dreckgeborn von einer Hur’/Macht die Brühe prächtig pur.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die bewegliche Totenhand ist ein oft bemühtes Motiv in Mumien- und [[Horrorfilm]]en. Eine bekannte Thematisierung findet sich in dem [[Expressionismus (Film)|expressionistischen]] Horrorfilm &amp;#039;&amp;#039;[[Orlac’s Hände]]&amp;#039;&amp;#039; von 1924, der auf dem Roman &amp;#039;&amp;#039;Les Mains d’Orlac&amp;#039;&amp;#039; von [[Maurice Renard]] basiert und mehrfach [[Neuverfilmung|neuverfilmt]] wurde. In ihrer persiflierten Form erscheint die Totenhand als „Eiskaltes Händchen“ (im englischen Original „Thing T. Thing“) in der Verfilmung &amp;#039;&amp;#039;[[The Addams Family]]&amp;#039;&amp;#039; nach den Comics von [[Charles Addams]] aus den 1930er-Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Totenhände in bestehenden Sammlungen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:MuensterRathausHandPantoffel.jpg|mini|200px|Abgeschlagene Totenhand und Pantoffel im Rathaus von Münster]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mumifizierte Totenhände gelangten aus älteren Naturalienkabinetten oder als Zufallsfund bei Abbrucharbeiten in heutige Sammlungen. Bekannt ist die mumifizierte „Schwarze Hand“ aus [[Schloss Hohenlimburg]]. Nach einem Blitzeinschlag 1811 und den nachfolgenden Abbrucharbeiten der ausgebrannten Turmhaube fand man die Totenhand als eingemauertes Relikt. Unklar ist, ob es sich um einen Schutzzauber oder ein nicht mehr benötigtes Leibzeichen handelt. Die sogenannte „Goslarer Mumienhand“, die 1708 auf dem Dachboden des Rathauses von [[Goslar]] gefunden wurde, ist nach ersten Untersuchungen eher eine Totenhand aus einem Strafprozess.&amp;lt;ref&amp;gt;Bericht von NDR-online vom 8. November 2006&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Christiane Wagner, Jutta Failing: &amp;#039;&amp;#039;Vielmals auf den Kopf gehacket ... Galgen und Scharfrichter in Hessen&amp;#039;&amp;#039;. Naumann, Nidderau 2008, ISBN 978-3-940168-17-7, S. 123ff.&lt;br /&gt;
* Adolf Wuttke, Detlef Weigt (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Der deutsche Volksaberglaube der Gegenwart&amp;#039;&amp;#039;. Superbia, Leipzig 2006, ISBN 3-937554-19-X (Erstausgabe 1860 bei [[Rauhes Haus|Agentur des Rauhen Hauses]] in Hamburg).&lt;br /&gt;
* Karl Eduard Haase: &amp;#039;&amp;#039;Volksmedizin in der Grafschaft Ruppin und Umgebung.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift des Vereins für Volkskunde]]&amp;#039;&amp;#039; 7, 1897, {{ISSN|0179-0064}}, S. 70ff.&lt;br /&gt;
* Carly Seyfarth: &amp;#039;&amp;#039;Aberglaube und Zauberei in der Volksmedizin Sachsens. Ein Beitrag zur Volksmedizin des Königreiches Sachsen.&amp;#039;&amp;#039; Reprint der Ausgabe Leipzig 1913. Olms, Hildesheim 1979, ISBN 3-487-06835-4 (&amp;#039;&amp;#039;Volkskundliche Quellen&amp;#039;&amp;#039; II. &amp;#039;&amp;#039;Aberglaube&amp;#039;&amp;#039; 2), (Zugleich Dissertation an der Philosophischen Fakultät der [[Universität Leipzig]], 1913).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.landesmuseum-mv.de/exponate/totenhaende-leibzeichen-in-gedrechselter-holzschale-aus-st-georgen-wismar/ Totenhände (Leibzeichen) in gedrechselter Holzschale aus St. Georgen, Wismar - 360-Grad-Ansicht im Virtuellen Landesmuseum Mecklenburg]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Todesstrafe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tod (Mythologie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Medizin (Mittelalter)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Therapeutisches Verfahren in der Alternativmedizin]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hand in der Kultur]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Drucker03</name></author>
	</entry>
</feed>