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	<title>Totale Institution - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-11T19:11:47Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Totale_Institution&amp;diff=574065&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Flummiy: Tippfehler korrigiert</title>
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		<updated>2024-05-18T23:44:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tippfehler korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Der [[Soziologie|soziologische Begriff]] &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;totale Institution&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet [[Institution]]sformen (Organisationsformen), die alle Lebensäußerungen eines sozialen [[Akteur]]s zu regeln und zu [[Soziale Kontrolle|kontrollieren]] geeignet oder bestimmt sind, wie z.&amp;amp;nbsp;B. [[Psychiatrische Klinik|psychiatrische Kliniken]], [[Gefängnis]]se, [[Schiffsbesatzung]]en, [[Kloster|Klöster]] oder [[Zunft|Zünfte]] in der [[Feudalgesellschaft]]. Erstmals verwendet wurde die Bezeichnung vom französischen Architekten [[Louis-Pierre Baltard]] (1764–1846). Weiter entwickelt wurde der Begriff von [[Erving Goffman]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eng damit verbunden ist die [[Hyperinklusion]], bei welcher eine Person ihre gesamte Lebensführung (zeitlich, sozial, ökonomisch, körperlich) auf ein gesellschaftliches Teilsystem ausrichtet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Erving Goffman]]: &amp;#039;&amp;#039;Asylums: Essays on the social situation of mental patients and other inmates&amp;#039;&amp;#039;. Anchor Books, New York 1961.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Anmerkung: Vereinzelt wird der Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;Hyperinklusion&amp;#039;&amp;#039; auch auf totale Institutionen angewandt; siehe z.&amp;amp;nbsp;B.: Peter Sommerfeld, Lea Hollenstein, Raphael Calzaferri: &amp;#039;&amp;#039;Integration und Lebensführung: Ein Forschungsgestützter Beitrag Zur Theoriebildung Der Sozialen Arbeit.&amp;#039;&amp;#039; Springer, 2011, ISBN 978-3-531-93333-7, [https://books.google.de/books?id=ooVwdWRZpgIC&amp;amp;pg=PA16&amp;amp;hl=de S. 16.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Folglich ist eine Teilhabe an anderen gesellschaftlichen Bereichen nicht mehr möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Liegt hierbei eine Einbindung in eine einzige Institution vor, kann in der Soziologie ebenso eine Betrachtung als &amp;#039;&amp;#039;Totale Institution&amp;#039;&amp;#039; wie auch eine Betrachtung als [[Greedy Institutions|&amp;#039;&amp;#039;Greedy Institution&amp;#039;&amp;#039;]] Anwendung finden.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe das Beispiel des Spitzensports, das als &amp;#039;&amp;#039;Greedy Institution&amp;#039;&amp;#039; einerseits und als &amp;#039;&amp;#039;Hyperinklusion&amp;#039;&amp;#039; andererseits dargestellt wird: Jochen Gläser, Grit Laudel: &amp;#039;&amp;#039;Experteninterviews und qualitative Inhaltsanalyse als Instrumente rekonstruierender Untersuchungen.&amp;#039;&amp;#039; 3. Auflage. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-531-93033-6, [https://books.google.de/books?id=aLBmiIVhX1UC&amp;amp;pg=PA267&amp;amp;redir_esc=y&amp;amp;hl=de S. 266.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Möglich ist aber auch eine Einbindung in zwei &amp;#039;&amp;#039;Greedy Institutions&amp;#039;&amp;#039; zugleich, beispielsweise Familie und Militärdienst,&amp;lt;ref&amp;gt;M. W. Segal: &amp;#039;&amp;#039;The Military And the Family As Greedy Institutions&amp;#039;&amp;#039;, Armed Forces &amp;amp; Society (1986), Vol. 13, Nr. 1, S. 9–38, {{DOI|10.1177/0095327X8601300101}} (Zusammenfassung, in englischer Sprache).&amp;lt;/ref&amp;gt; woraus ein Spannungsverhältnis resultiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Totale Institutionen bei Goffman ==&lt;br /&gt;
Nach Goffman ist die totale Institution eine Unterform des allgemeineren Begriffs „soziale Institution“, die er definiert als „Räume, Wohnungen, Gebäude oder Betriebe, in denen regelmäßig eine bestimmte Tätigkeit ausgeübt wird“. Sie können sich prinzipiell nach Kriterien, wie z.&amp;amp;nbsp;B. Zugänglichkeit, Zielsetzung und Umfassendheit unterscheiden. Die totale Institution bildet einen Extremfall auf letzterer Skala, da sie „durch Beschränkungen des sozialen Verkehrs mit der Außenwelt“ einen „allumfassenden oder totalen Charakter“ annimmt. Ein [[Fußballverein]], ein [[Laboratorium]] und andere [[Institution]]en der [[Freizeit]] oder der [[Arbeitswelt]] nehmen also jeweils nur einen Teil des Lebens ein, während ein Insasse in einer totalen Institution, wie einem [[Gefängnis]] oder einer [[Geschlossene Abteilung|geschlossenen Abteilung]], seine gesamte Zeit dort verbringt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine Totale Institution weist nach Goffman folgende Merkmale auf:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Totale Institutionen sind allumfassend. Das Leben aller Mitglieder findet nur an dieser einzigen Stelle statt und sie sind einer einzigen zentralen [[Autorität]] unterworfen.&lt;br /&gt;
* Die Mitglieder der Institution führen ihre alltägliche Arbeit in unmittelbarer (formeller) [[Gesellschaft (Soziologie)|Gesellschaft]] und (informaler) [[Gemeinschaft]] ihrer Schicksalsgefährten aus.&lt;br /&gt;
* Alle Tätigkeiten und sonstigen Lebensäußerungen sind exakt geplant und ihre Abfolge wird durch explizite Regeln und durch einen Stab von [[Funktionär]]en vorgeschrieben.&lt;br /&gt;
* Die verschiedenen Tätigkeiten und Lebensäußerungen werden [[Überwachung|überwacht]] und sind in einem einzigen rationalen Plan vereinigt, der dazu dient, die offiziellen Ziele der Institution zu erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Eintritt in die Institution wird der einzelne von der Gesellschaft isoliert und erfährt einen Bruch mit den früheren Rollen. Goffman spricht vom bürgerlichen Tod des Individuums und einer Diskulturation, die „[...] darin besteht, dass jemand gewisse, im weiteren Bereich der Gesellschaft erforderliche Gewohnheiten verliert oder sie nicht erwerben kann.“ Die demütigende, herabsetzende Behandlung sowie der auftretende Rollenverlust bewirken nach Goffman eine Beschränkung des [[Selbst]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Goffman geht auf die verschiedenen Formen der Aufnahmeprozedur ein, die den zukünftigen Insassen [[Demütigung|demütigen]] und ihn von seiner Freiheit und Würde entrechten. So tragen das Entkleiden, die Wegnahme des Eigentums und der Verlust des vollen Eigennamens oder der Ansprache beträchtlich zur Verstümmelung des Selbst bei. Hier betont Goffman die Wichtigkeit der Kleidung und anderer Habseligkeiten, die er als [[Identität]]sausrüstung bezeichnet und die somit der Aufrechterhaltung der persönlichen Fassade dienen. Die Wegnahme dieser Identitätsausrüstung führt zu einer persönlichen Entstellung, weil dadurch das [[Individuum]] daran gehindert wird, anderen gegenüber sein [[Selbstbild]] zu präsentieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhalten der Insassen einer totalen Institution setzt sich nach Goffman aus einer Kombination von „sekundären Anpassungen, Konversion, Kolonisierung und Loyalität“ zusammen:&lt;br /&gt;
* Kolonisierung versteht er als [[Anpassungsfähigkeit|Anpassung]] an die Welt der Institution: „Der Insasse nimmt den Ausschnitt der Außenwelt, den die Anstalt anbietet, für die ganze, und aus den maximalen Befriedigungen, die in der Anstalt erreichbar sind, wird eine stabile, relativ zufriedene Existenz aufgebaut.“ Ein kolonisierter Insasse versucht innerhalb der gegebenen beschränkten Möglichkeiten ein freies Gemeinschaftsleben zu gestalten. &lt;br /&gt;
* Bei der Konversion verinnerlicht der Insasse das amtliche Urteil über seine Person und spielt die Rolle eines perfekten Insassen. Die Haltung eines [[Konvertit]]en ist eher diszipliniert, moralistisch und monochrom.&lt;br /&gt;
* Weitere mögliche Anpassungsformen können die Einnahme eines kompromisslosen Standpunktes (Rebellion) oder der vollkommene Rückzug ([[Regression (Psychoanalyse)|Regression]], [[Hospitalismus]]) sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fünf Gruppen der totalen Institutionen nach Zielsetzungen ==&lt;br /&gt;
* zur [[Fürsorge]] von unselbstständigen und harmlosen Menschen (Blinden-, [[Altersheim|Alters-]], [[Heimerziehung|Kinderheime]], [[Waisenheim]]e, [[Säuglingsheim]]e und [[psychiatrische Klinik]]en)&lt;br /&gt;
* zur Fürsorge von unselbstständigen Personen, die in irgendeiner Weise eine Gefahr für die [[Gesellschaft (Soziologie)|Gesellschaft]] darstellen ([[Tuberkulose]][[Sanatorium|sanatorien]], [[Maßregelvollzug|forensisch-psychiatrische Kliniken]])&lt;br /&gt;
* zum Schutz der Gesellschaft vor Personen, die als gefährlich angesehen werden; nicht primär zum Wohle der abgesonderten Personen ([[Gefängnis]]se, [[Kriegsgefangenschaft|Kriegsgefangenenlager]], [[Konzentrationslager]])&lt;br /&gt;
* mit [[Arbeit (Philosophie)|arbeitsähnlichen]] Zielen ([[Kaserne]]n, [[Internat]]e, [[Schiff]]e, [[Arbeitslager]])&lt;br /&gt;
* als Zufluchtsort oder [[Religion|religiöse]] [[Ausbildung]]sstätten ([[Abtei]]en, [[Kloster|Klöster]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ungeachtet der verschiedenen Ziele sei das zentrale Merkmal der [[Institution]]en „die Handhabung einer Reihe von menschlichen [[Bedürfnis]]sen durch die [[Bürokratie|bürokratische]] [[Organisation]] ganzer [[Soziale Gruppe|Gruppen]] von Menschen“, aus der automatisch eine Trennung zwischen Verwaltern (dem [[Personal]]) und Verwalteten (den Insassen) entsteht. Diese Trennung ist die Hauptquelle von [[Sozialer Konflikt|sozialen Konflikten]] und Problemen innerhalb der Institution.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inwieweit auch &amp;#039;&amp;#039;moderne&amp;#039;&amp;#039; [[Altenheim|Alten-]] und [[Pflegeheim]] Merkmale einer totalen Institution aufweisen, ist Gegenstand soziologischer Untersuchungen. In einer Studie wurde eine Einordnung als „Pseudo-Totale-Institution“ vorgeschlagen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Torsten Thomas |url=https://www.socialnet.de/rezensionen/2863.php |titel=Martin Heinzelmann Das Altenheim – immer noch eine &amp;quot;totale Institution&amp;quot;? |titelerg=Eine Untersuchung des Binnenlebens zweier Altenheime |werk=socialnet.de |datum=2006-02-07 |abruf=2020-12-11 |kommentar=Cuvillier Verlag, Göttingen, 2004, ISBN 978-3-86537-276-5}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Martin Heinzelmann „Das Altenheim – immer noch eine ‚totale Institution‘? Eine Untersuchung des Binnenlebens zweier Altenheime“, Dissertation, 2004. Zitiert nach: {{Internetquelle |autor=Marianne Karner |url=https://www.bizeps.or.at/ueber-die-kontinuitaeten-von-totalen-institutionen/ |titel=Über die Kontinuitäten von „Totalen Institutionen“ |werk=Bizeps Newsletter |datum=2016-03-22 |abruf=2020-12-11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Greedy Institutions]]&lt;br /&gt;
* [[Hyperinklusion]]&lt;br /&gt;
* [[Heterotopie (Geisteswissenschaft)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Louis-Pierre Baltard: &amp;#039;&amp;#039;Architectonographie des prisons.&amp;#039;&amp;#039; 1829.&lt;br /&gt;
* Erving Goffman: &amp;#039;&amp;#039;Asyle. Über die soziale Situation psychiatrischer Patienten und anderer Insassen.&amp;#039;&amp;#039; Suhrkamp, Frankfurt am Main 1973 [orig.: &amp;#039;&amp;#039;Asylums. Essays on the Social Situation of Mental Patients and other Inmates.&amp;#039;&amp;#039; Anchor Books, Garden City, N.Y. 1961].&lt;br /&gt;
* [[Ralf Lisch]]: &amp;#039;&amp;#039;Totale Institution Schiff.&amp;#039;&amp;#039; Duncker und Humblot, Berlin 1976, ISBN 3-428-03664-6.&lt;br /&gt;
* Fabian Göbel: &amp;#039;&amp;#039;Die stationäre Behindertenarbeit: Begriffe, Vergleiche, Ausblicke.&amp;#039;&amp;#039; AV Akademikerverlag, Saarbrücken 2012, ISBN 978-3-639-39812-0.&lt;br /&gt;
* Vicki Täubig: &amp;#039;&amp;#039;Totale Institution Asyl: empirische Befunde zu alltäglichen Lebensführungen in der organisierten Desintegration.&amp;#039;&amp;#039; Juventa-Verlag, Weinheim; München 2009, ISBN 978-3-7799-1793-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Herrschaftssoziologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Organisationstheorie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Flummiy</name></author>
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